Posts by gertrud

    .. Und wo und wie werde ich diese beziehen können resp. werde ich da von der Bank informiert? ...

    Vollkommen berechtigte Fragen. Wenn es soweit ist, sollte man vorbereitet sein, denn es gilt kurze

    Antwortfristen einzuhalten neuling


    Bei on-line Banken mag das anders sein, aber bei den grossen CH Banken bekommt man ein Formular mit Rückantwort Couvert, auf dem man ankreuzen kann, ob man ausüben will oder nicht. Meist kann man das auch telefonisch mit der Bank regeln.

    WICHTG: Wenn man ausüben will MUSS man das seiner Bank mitteilen! (Denn die darf ja nicht einfach ohne Auftrag vom Konto Geld für den Zukauf abbuchen). Wenn man nicht reagiert, werden die Bezugsrechte in der Regel am letzten Tag es Handels von der Bank verkauft oder verfallen schlimmstenfalls wertlos.


    MBTN hat ja auch viele Deutsche Aktionäre.
    Wenn man keine allzugrosse Position hat und das mit dem Bezugsrecht zu kompliziert ist oder die D-Bank Spesen verlangt, kann man auch 1-2 Tage vor dem Bezugsrechtsabgang die Position verkaufen und am Tag des Abgangs mit demselben Betrag Aktien exBezugsrecht wieder zurückkaufen.
    Theoretisch kostet das nur die 2xSpesen und man sollte am Schluss eine grössere Anzahl Aktien haben als vorher. Theoretisch.


    Meyer Burger ist sich bewusst, dass sie viele Kleinaktionäre haben und die werden sicher sehr gut auf der Investor Relation Seite über den Ablauf informieren. Eventuell sich auch direkt an Anleger ausserhalb der Schweiz wenden.

    Und dann gibt es ja noch den Herrn Rühl.

    comforteagle


    Frage 1: Pro 3 Aktien kann man 1 Aktie zu 0.30 beziehen. (Effektiv wird es etwas komplizierter sein, aber ungefähr auf das hinauslaufen)


    Frage 2: Sehr wahrscheinlich nicht. Das ist allerdings oft bei KEs der Fall, wo eine Firma mit dem Rücken zur Wand steht, was bei MBT nicht der Fall ist.


    Frage 3: Nein, das hängt vom Verhältnis ab. Bei dem Beispiel oben 3:1 würde ein Bezugsrecht so zwischen 0.02 und 0.03 Rappen gehandelt.


    Bonusantwort, auf nicht gestellte Frage:
    Nach der KE kann es für etwa 2 Wochen zu erratischen Kursen kommen, weil sich die verschiedenen Akteure arrangieren und ihre Postition wieder auf die Soll-Grösse anpassen.
    Würde die KE HEUTE beim aktuellen Kurs zu den obigen Konditionen durchgeführt, wäre der theoretisch zu erwartende Kurs nach der KE bei CHF 0.36.

    Denke, caprica weiss schon, wovon er schreibt.


    So ein Handel zwischen Bezugsrecht und Aktie während der Bezugsfrist ist allerdings sehr anspruchsvoll, da kann es grosse Verwerfungen geben, die Arbitrage verunmöglichen. Und am Schluss hat man nichts als Spesen.Dazu kommt noch die allgemein volatile Börsen-Lage.


    Meyer Burger hat die KE sehr gut vorbereitet. Und so habe ich es eher mit starlight: Einfach durchgehen und mitmachen. Man stockt damit halt sein Engagement in MBT um etwa einen Viertel auf des aktuellen Einsatzes auf. Aber das kann man ja bei den hoffentlich guten Tagen die dann kommen wieder reduzieren.

    Was würde wohl geschehen, wenn jemand eine Uebernahmeofferte zu CHF 9.50 machen würde?

    Das entspräche 2.6Mrd für AMSOsram


    Zur Erinnerung: Bain Capital hat vor 3 Jahren gut 4 Mrd. Euro für Osram allein geboten.

    Lieber Chuck


    nicht sauer werden, nur weil ich deutliche Worte brauche. Ich respektiere Dich auch und unterstelle Dir nichts. Irren kann sich jeder. Nicht jeder allerdings jahrelang.


    Ein ganz kleiner Teil in mir wäre auch gern beliebt und möchte Herzen und Kelche sammeln.

    Aber meistens weise ich nur sachlich auf Aspekte hin, die alle sehen könnten, aber im Eifer vielleicht übersehen.

    Zugegeben, wieder ein ganz kleiner Teil empfindet Vergnügen dabei, zugespitzt zu formulieren, zu polarisieren und andere aus der Reserve zu locken. Das ist meine dunkle Seite.


    Klar, Du brauchst mir nicht vertrauen.
    Aber wer meine Kommentare der letzten 7 Jahre kennt, AMS, Evolva, WISeKey, Relief, Kuros (von dem Schrott Blackstone, Gottex, LumX, ASmall World gar nicht zu reden), wird bestätigen, dass es in 8 von 10 Fällen nicht zum Schaden war, meiner Einschätzung zu vertrauen.


    Stelle grad fest, mit dem letzten Post bin von Cash vom "Profi" zum "Meister" befördert worden. Cash - Leute, das geht gar nicht: Wie kann man heutzutage ein neues Forum mit nur männlichen Formen aufstellen...

    Der nächste Quartalsabschluss ist etwa so relevant für AMSOsram's Zukunft, wie ob es am 1. Dezember in Zürich schneit, für den Klimawandel.


    Bei allem Respekt, Chuck, aber Deine Sichtweise auf AMS stammt noch irgendwie aus der Zeit um 2018 und ist da stehen geblieben. Du scheinst vollkommen zu ignorieren, was seither geschehen ist:


    Eine dilettantisch angegangene und entsprechend missglückte Brechstangen-Übernahme von Osram. Ich denke, das kann inzwischen niemand mehr leugnen.


    2018 konnte sich AMS noch zu praktisch 0% verschulden. Jetzt steigen die Zinsen. Inzwischen müsste AMSOsram 10% bezahlen, und wenn sie noch tiefer in Junk gestuft werden, ist der Kapitalmarkt faktisch zu.

    Wenn das geschehen sollte, und 1.8 Mrd Schulden und 1 Mrd Holdouts bedient und refinanziert werden wollen - man stelle sich die dazu nötige KE vor - die Aktionäre müssten mehr Neugeld einschiessen, als ihre Anteile heute wert sind. Es gäbe ein Desaster.


    Zumal mit Teil-Verkäufen bei drohender Rezession wohl kein guten Preise zu erzielen sind, und damit nicht entschuldet werden kann.

    Und hier reden wir nur von den Schulden aus der Vergangenheit.
    Dein Hoffnungsprojekt einer neuen Fabrik will auch mit hunderten Millionen finanziert werden.


    Mit etwa 4.5Mrd EV ist AMSOsram aktuell gar nicht so tief bewertet, das sind etwa 90% vom Umsatz. Eine Oerlikon z.B. ist aktuell sogar noch etwas günstiger und hat nicht annähernd die bilanziellen Herausfordrungen von AMSOsram.


    Stimmt, mit Covid und dem Zins-Timing hatte Everke auch das Pech des Un-Tüchtigen.
    Vielleicht gelingt es Everke und einem neuen CFO das Steuer herumzureissen. Soll mir recht sein, ich bin Gläubigerin und möchte mein Geld eines Tages wiedersehen.


    Chuck, ehrlich, bevor Du hier vor der Einschätzung anderer warnst....

    Ingo Bank wurde im Zuge der Osram Uebernahme wie die anderen Osram Aktionäre von Everke vergoldet. Kann gut verstehen, wenn er das jetzt geniessen will.
    Nach Ablauf seines Vertrags stehen gewaltige Schuldenrefinanzierungen bei AMSOsram an. Das wird zäh werden.
    Wieso sollte er sich weitere 3 Jahre im finsteren Schatten des grossen Egomanen antun?

    Nach jahrelangen Negativzinsen bahnt sich aktuell eine Entwicklung an, in der Rezessionsgefahr auf steigende Zinsen trifft.
    Das trifft besonders verschuldete Firmen mit schlechter Bonität, was sich wiederum direkt auf die Kurse kotierter Schulden auswirkt.

    Hier liegen ordentliche Spekulationsgewinne drin, wenn es einer Firma in Notlage gelingt, eine Restrukturierung zu umschiffen und die Schulden zurückzuzahlen.

    Oder auch Totalverlust, besonders bei nachrangigen Bonds.


    Deshalb ein neues Thema: Schweizer Junkbonds


    Und gleich eine willkürliche Auswahl einiger Bonds mit Schweizer Bezug mit einer Einschätzung zur Diskussion.


    Aryzta: Die nachrangigen CHF Bonds, ARY13 z.B. waren eine schöne Spekulation 2020-21. Jetzt geht es mit den Kursen wieder abwärts wegen dem Umfeld oben beschrieben.

    Aryzta möchte die Bonds zurückzahlen weil sie teuer sind, aber das wird schwieriger werden.

    Vor allem ARY14 wird wohl noch lange erhalten bleiben. Das Interessante an dieser Anleihe: Sie ist jetzt ein Floater, das heisst, der Coupon wird vierteljährlich angepasst. 3M Saron + 4.21%. Wenn also die Zinsen weiter steigen, gibt es auch hier mehr Rendite. Aber schnelle Kursgewinne wie 20/21 liegen da nicht mehr drin. Das ist jetzt zum Halten und mit den Zinsen Gipfeli kaufen, bis Aryzta eines Tages wieder kapitalmarktfähig wird. Oder die Verstopfung unerträglich wird.


    ZurRose: Da ist zu vieles grad im Umbruch. Wenig Vertrauen, viel Unsicherheit. Entsprechend rentiert ZRO20 17% p.a. Das lässt Schlimmstes befürchten. Abwarten, bis sich die Lage klärt.


    KLM85: Naja, KLM ist nicht schweizerisch. Aber der nachrangige ewige CHF Bond hat inzwischen schon bald 40 Jahre alle Luftfahrt-Krisen überstanden. 2025 wird der aktuelle Mini Coupon für 10 Jahre an das dann gültige Zinsniveau angepasst. Falls sich abzeichnet, dass das Niveau dann attraktiv ist, geht dieser Bond kursmässig ab. Noch gut 2 Jahre bis zum Reset.

    Wer viel jünger oder viel älter als KLM85 (Geburtstag 12.2.1985) ist, sollte die Finger davon lassen. Ich halte welche, was immer man daraus jetzt schliessen will.


    Hochdorf, HOC171. Zinszahlung ausgesetzt. Ich dachte mal, das gibt ein zweites ARY13. Aber ich fürchte, die hohen Energiepreise brechen Hochdorf das Genick. Dann gibt es Konkurs oder eine Rekapitalisierung. Schwacher Trost, dass die Zentralschweizer Milchbauern noch schlechter gestellt sind als die Nachrang-Gläubiger. Eine Restrukturierung muss für die Bondholder nicht Totalverlust bedeuten. Aber man wird vielleicht plötzlich Zwangsaktionär. Ober man bekommt die Haare geschnitten. Wenn man noch welche hat.

    Wenn jemand Hochdorf mit einer Übernahme rechtzeitig vor dem Zusammenbruch retten sollte, wäre das der JackPot für die Gläubiger.


    Kudelski, KUD16: Die waren mal im SMI - so kann's gehen mit High Tech. Kudelski ist ein Familienunternehmen. Deshalb denke ich, es ist Ehrensache für Andre Kudelski, dass er das Geld findet, um KUD16 in zwei Jahren zuückzuzahlen. Mit nur 8% Rendite p.a. ja schon fast Edelschrott.
    Was auch für viele investment grade Obligationen gilt, die in der Negativzins Phase ausgegeben wurden: Durch den tiefen Coupon sind sie für Schweizer Einkommenssteuerzahler attraktiv, da ein Grossteil der Rendite als Kapitalgewinn anfällt.


    AMSOsram: Die Bonds sind nicht in CHF, aber der Wandler27 sei erwähnt. Weil ich mehr davon habe als Freude daran. Insofern interessant, da der Wandelpreis auch in Euro ist, also in Franken attraktiver wird, wenn der Euro sinkt. Falls das Wort "attraktiv" im Zusammenhang mit AMSOsram überhaupt gebraucht werden kann.

    AMSOsram treffen die steigenden Zinsen hart, zumal jetzt für Verkäufe von Unternehmensteilen kaum gute Preise erzielt werden können. Auf den Wandelpreis zu setzen ist nur noch was für blinde Everke Romantiker. Aber ich gehe davon aus, ich kriege 2027 den Einsatz zurück.


    Idorsia, IDIA18. Ja, trotz Clozel's Reputation, auch Idorsia Anleihen sind Schrott. Sonst würden die Schulden auf 2 Jahre nicht knapp 10% p.a. in CHF verzinsen. Klar, es gibt eine Pipeline. Aber bei der Geschwindigkeit, wie Idorsia das Geld verbrennt, kann´s nur Quviviq richten.


    Santhera, SAN21. Sozusagen die Königin allen Schrottes, Rendite 35% pro Jahr. SAN17 war auch eine Zitterpartie, aber wurde anfangs 2022 zum Nominal mit Zinsen zurückgezahlt, während die Santhera Aktionäre in der Laufzeit 98% vom Einsatz verloren haben. Würde nicht drauf wetten, dass sich dies bei SAN21 nochmal wiederholt.

    Die Kommunikation von MBT ist einmal mehr hervorragend.


    redi - wie kommst Du auf die 90% verkaufte Kapazitäten?


    In dem Zusammenhang ein Hinweis auf eine interessante Ergänzung durch Meyer Burger zu dem DESRI Abkommen:


    Quote from Presse Mitteilung Meyer Burger vom 4.10.22


    The long-term supply agreement with DESRI, under which DESRI has agreed to purchase a minimum of 3.75 GW of solar modules with an option to extend to 5 GW, provides for a fixed base price with an adjustment for wafer prices.


    Wir hatten ja schon im August diskutiert, dass solche Abkommen hart verhandelt werden und unter Umständen Marge gegen Planungssicherheit getauscht wird.
    Wir kennen nicht die Details, aber das Zitat oben könnte bedeuten, dass nur der wichtigste Materialkostentreiber, die Wafer, gehedged sind, aber nicht andere Kosten.

    Das KANN in einem hoch inflationären Umfeld schlimmstenfalls bedeuten, dass der Vertrag mit DESRI zu einem Verlustgeschäft wird und gleichzeitig Kapazitäten blockiert, mit denen man sonst Kunden zu dann marktgerechten Preisen beliefern könnte.


    Solche mögliche Szenarien gehören auch in die Diskussion.

    Finde ich gut, dass Herr Hess sich in der FuW äussert.

    Wenn man weiss, dass man viele Publikumsaktionäre hat, sollte man das häufig tun.


    Die entscheidende Stelle ist: ".. eine Grosse Abschreibung beim Goodwill befürchtet der Manager nicht. ... der Bilanzposten, der über 400 Millionen Franken beträgt..."

    Wobei das Wort "Grosse" aufhorchen lässt - nicht nur weil es in der FuW falsch Gross geschrieben wurde.

    Herr Hess bestätigt, dass ZurRose Goodwill abschreiben muss. Die Frage ist nur, wo für Herrn Hess "Gross" anfängt.


    Zum Goodwill, falls der Begriff jemand nicht so geläufig ist, eine kleine Sonntagsgeschichte:


    Es war einmal der Hans Ober im Thurgau.

    Der hat eine halbe Million und eine zündende Geschäftsidee. Er erwartet den Besuch von König Erez im 2022 in Deuschland. Da will er Gedenkmünzen, die in der Herstellung 1.20 kosten, für 5 verkaufen.
    So ein Geschäft braucht mehr als seine 500K vorab Investition, also nimmt Hansli Ober durch die Ausgabe einer Obligation 1000K Geld auf.


    Nun erwirbt er eine Lizenz für Gedenkmünzenverkauf für 300K
    Er kauft Metall im Wert von 1000K
    Er lässt Gedenk-Münzen prägen "5, Besuch König Erez, 2022" und auf der Rückseite "made by Oberhänsli". Das kostet 200K
    Er schliesst für 2022 Mietverträge für Verkaufsstände an bester Lage für 300K ab.

    Für 200K schaltet er Werbeanzeigen.
    Weil das Geld nicht reicht, leiht er bei seinem Schwager Publi nochmals 500K und macht ihn zum anteilsmässig gleichwertigen Teilhaber/Aktionär.


    Total hat Hans Ober Ausgaben von 300+1000+200+300+200= 2000K

    Bezahlt hat er mit 500+1000+500=2000K
    Wenn alles nach Plan läuft, wird er die Münzen für 5000K verkaufen.

    Publi freut sich, denn nach Rückzahlung der Obligation erwartet er 1500K Gewinnanteil. Sein Einsatz von 500K, wenn er an einer Börse gehandelt würde, wäre wohl über 1000K Wert, noch bevor der Besuch stattfindet.


    Und so sieht die stark vereinfachte Bilanz aus:

    AktivenPassiven
    1000 Materialwert1000 Obligation Fremdkapital
    1000 Immaterielles - Goodwill1000 Eigenkapital



    Jetzt läuft es aber nicht nach Plan: König Erez kommt nicht 2022. Vielleicht 2023 oder erst 2025, vielleicht stirbt er sogar noch vor dem Besuch.
    Hans Ober behält die Münzen, aber sie müssen irgendwann eingeschmolzen und mit angepasster Jahreszahl neu geprägt werden, was 300K kosten wird, die er dann auftreiben muss.
    Die Lizenz lässt sich glücklicherweise für 100K um ein Jahr verlängern.
    Er bekommt aus Kulanz vom Standbetreiber einen Gutschein über 200K. Muss die Stände dann aber wieder neu mieten für 300K.

    Auch die Werbung wird er neu schalten müssen.


    Bilanztechnisch muss Hans Ober wegen der Verzögerung Goodwill von 600K abschreiben (-200-100-100-200)
    Also bleiben wertberichtigt 1400K an Aktiven: 1000K Metallwert, die verlängerbare Lizenz (Option 200K) und der Standgutschein über 200K.
    Hans Ober und seinem Schwager Publi gehören eigentlich nur der Gutschein und die Option auf die Lizenz, denn die Gläubiger würden bei einer Liquidation das Metall beanspruchen.
    Ohne Königsbesuch sind Gutschein und Option wertlos.

    Wenn der Besuch dann doch einmal kommt, müssen Hans und Publi nochmal über 500K frisches Geld besorgen, damit sie im Geschäft bleiben. Sie müssen einen 3. Teilhaber mit 500K finden und entsprechend reduziert sich der Gewinnanteil für jeden.



    So ähnlich ist das bei ZurRose - der Goodwill besteht laut Hess im Kundenstamm. Der läuft nicht so schnell weg. Allerdings wurde er sehr wahrscheinlich mit einem zu hohen Wert verbucht, und den müssen sie korrigieren.

    Im Vergleich zur Geschichte oben kommt bei ZurRose erschwerend ein konstanter Cash Abfluss für laufende Kosten und Zinszahlungen dazu.


    ZurRose bis zum Börsengang aufzubauen war eine Leistung. Danach mit dem Geld anderer Leute klotzen war einfach. In die Liquiditätsfalle tappen, war ungeschickt. Jetzt kann das Management beweisen, was es wirklich kann.

    ... Und ja, hier sind die Chancen deutlich höher als bei NESN oder ROG in den nächsten Monaten ein Plus von 100% zu machen.


    ... Wer es riskanter mag, kann statt auf die Aktie auf ZRO22 setzten. Das Verlustpotential ist hier auf jeden Fall geringer, als bei der Aktie.

    Bin mit beiden Aussagen einverstanden.
    Wobei ich jetzt nicht unbedingt deswegen von Nestle in ZurRose umschichten würde.


    Mich erstaunt, wie jemand in allen(!) 3 bisherigen Rose-Bonds investiert sein kann.
    Entweder bist Du passionierter Rosenzüchter oder Du musst ein gewaltiges Junk Bond Portfolio haben.


    (Apropos Bonds: Ich fände es gut, wenn im Forum auch vermehrt Bonds diskutiert würden - mit steigenden Zinsen und kommender Rezession werden sich zu Hochdorf, Kudelski, Rose, Aryzta und Konsorten auf dem Schrottplatz weitere bekannte Emittenten gesellen.)


    Das sollten sich auch die Rose Aktionäre bewusst sein, die auf den Barmittelbestand schielen und die BöKap in Bezug zu diesem bringen: Dieses Geld und die ganze Substanz von ZurRose gehört aktuell den Bondholdern. Den Aktionären gehört nur die Phantasie (Immaterielle Werte).

    Refinanzierung etwas weniger aktionärsschädigend gelingt: CSG, Idorsia, AMS, Hochdorf, Aryzta...

    Mit dem "sale - lease back" kann man Idorsia schon mal für 1-2 Jahre von der Liste streichen.


    starlight (geb die Antwort hier, damit der Rose Thread nicht fremdgemüllt wird):
    Im Juli hatte Idorsia noch 733 Mio Liquidität, und mit dem jetzt sollte es ein Jahr reichen. Und dann sollen es die Verkäufe richten . . .
    Okay, 2 Jahre war zu positiv gedacht von mir.

    Mit etwas weniger Pessimismus betrachtet, was könnte sonst noch ein Grund für die vorzeitige Rückzahlung sein?

    Eine alternative Sichtweise wäre sicher interessant und wünschenswert.


    • Warum hat ZurRose jetzt schon teuer Geld aufgenommen, um eine günstige Anleihe mit Verfall Juli 2023 zum Nennwert heute zurückzukaufen?
      Erwarten sie bis dann keine bessere Gelegenheit mehr? Wieso haben sie nicht ein Tenderangebot für diese (und andere Rose Anleihen tief unter Pari) gemacht?


    Während der eine oder die andere noch daran arbeitet, dem etwas Positives abzugewinnen und das in einem Beitrag zu formulieren, hier nochmal die Hypothesen:

    Zeitpunkt und Zinsen
    Jetzt wurde refinanziert bei Referenzsatz -0.25% und Rose Kurs um 50. Manche denken noch, zurRose ist bei 50 billig, weil sie verdrängen, dass die Substanz der Firma heute schon eigentlich den Gläubigern gehört. So konnte der Kurs während der Bezugsfrist noch mit kleinem Aufwand um 47 gestützt werden. Um dann Stunden nach Zeichnungsschluss einzubrechen.
    Seither steigt der Referenzzinssatz und wer weiss, wo der Rose Kurs in einem halben Jahr steht und ob er sich noch so einfach stützen lässt ....


    E-Rezept
    Man möchte glauben, wenn positive News zum E-Rezept in Deutschland kommen, geht der Rosekurs von der tiefen Basis ab wie eine Rakete.
    Das Rose Management zumindest glaubt das nicht auf absehbare Frist. Denn wenn sie entscheidende E-Rezept News im nächste Halbjahr erwarten, hätten sie dann eine aktienbasierte Kapitalaufnahme zu viel wenig verwässernden Bedingungen machen können.


    Wer liefert eine zuversichtlichere Einschätzung der Situation?

    Der ganze Wahnsinn

    Am Beispiel zurRose sieht man, was für dramatische Auswirkungen es haben kann, wenn ein Unternehmen in die Liquiditätsfalle kommt.

    Ich hoffe, das zurRose Management hat sich was dabei überlegt, aber wirken tut das echt panisch:
    Da nehmen sie Geld auf, für das sie knapp 7% Zins zahlen müssen (x4Jahre = 28%) und verschleudern eine Unmenge Aktien dazu, nur um damit eine Anleihe zurückzuzahlen, die noch ein Jahr lang 2.5% gekostet hätte. Das zRose Mgt scheint davon auszugehen, dass die Unternehmens-Lage nur noch verzweifelter wird bis zur Fälligkeit dieser Anleihe im Juli 2023.


    Wenn man nicht schon soviel erlebt hätte, würde man sich gerne vom nackten Grausen schütteln lassen angesichts dieser welken Rose.
    So hofft man einfach, dass andere hoch verschuldete Firmen mit Liquiditätsbedarf die Refinanzierung etwas weniger aktionärsschädigend gelingt: CSG, Idorsia, AMS, Hochdorf, Aryzta...

    jan_dietrich: Ich glaube nicht, dass Relief Therapeutics so schnell nochmals "tot" wird. Da steckt inzwischen mehr dahinter.


    Ja, vor 3 Jahren war Relief Therapeutics eine Nachtwächterfirma im Wert von 10 Mio mit einem gut erforschten Produkt im Archiv, für das niemand signifikant therapeutisches oder kommerzielles Potential gesehen hat.


    Heute ist es eine KMU mit einer BöKap von 120 Mio. mit einer Organisation und einem Portfolio an speziellen Generika.

    Und Aviptadil im Archiv ist inzwischen noch besser untersucht. Allerdings kann immer noch kaum jemand ein signifikant therapeutisches oder kommerzielles Potential erkennen.
    Ein Wertzuwachs von 110 Mio in zwei Jahren, der sich nur dadurch relativiert, dass die Firma halt auch 200 Mio über Aktienausgaben aufgenommen hat.
    Also, netto hat die Truppe um RAM in den zwei Jahren 100Mio Geld vernichtet, aber Geld verbrennen tun alle Pharmaentwickler solange sie nicht break even sind..


    Beeindruckend sind die vielen Projekte, die Relief entwickeln will. Weit kommen sie mit dem Kassenstand allerdings nicht. Selbst ein Generika zu entwickeln und im Markt zu etablieren kostet schnell mal über 100Mio.


    Zunächst ist mein Auge auf Acer-001 gerichtet. Horizon Therapeutics hat die Zeit genutzt und in den letzten Jahren von Sodium Phenylbutyrate konsequent auf Ravicti geswitcht. Die Herstellkosten sind im Verhältnis zu den aktuell erzielbaren Therapiekosten vernachlässigbar, und so kann Horizon den US Markt nach Belieben gestalten. Das wird spannend und nicht einfach für Acer.

    In Europa wird Ravicti zu einem Bruchteil verkauft, ich denke, das wird für RT nicht interessant.


    Zum Wert von RT habe ich hier im April geschrieben:

    Quote from Cash Forum 7. April 2022

    Das Verhältnis BöKap/Umsatz (40x heute) wird Richtung 12x gehen, entweder in dem die Umsätze entsprechend wachsen oder sich der Aktienpreis anpasst.

    Da sind wir inzwischen ein gutes Stück weitergekommen, das Verhältnis ist seit damals auf aktuell 17x gesunken.


    Wie es mit dem Kurs weiter geht, hängt davon ab, ob die Mehrumsätze schneller kommen als RT das Aktienkapital verwässern muss.

    Mutig, dass RT am Ziel Cash Flow break even per 2025 festhält, wobei das natürlich davon abhängt, ob sie Entwicklungskosten ausklammern oder nicht.


    Ich finde den neusten HJ Bericht gut und transparent. Ehrlich, dass sie zeitnah Abschreiber auf ́dem APR Portfolio machen.

    Einzig problematisch sind ValuationLab Reports. Transparent zwar, dass auch die älteren Versionen auf der RT IR Seite aufgeführt sind. Aber der Jüngste ist überholt und RT sollte dringend ein Update in Auftrag geben.
    Es passt nicht zu der Sorgfalt im Impairment Test einerseits, wenn man andererseits dem Bob ungehemmte Phantastereien und auch einige faktisch falsche Annahmen erlaubt.

    Mit der Pipeline denke ich nicht, dass Idorsia in 5 Jahren Geschichte ist.

    Zur Erinnerung: Basilea ist in 20 Jahren nie rentabel geworden. Und werkelt immer noch vor sich hin.
    Solange sich diese Firmen refinanzieren können, solange können sie überleben.

    Wenn letztes Jahr das Geld am Kapitalmarkt allerdings noch fast gratis war, ist es jetzt dramatisch teurer. Der IDIA21 rentiert aktuell auf Verfall über 8%. Und - bonitätsmässig gesehen noch beunruhigender - auch der Kurzläufer IDIA18 rentiert ähnlich hoch, auf nur 2 Jahre. Das ist tiefes Junk Niveau, das sollte man im Auge behalten.


    Ich frage mich, wieviel mehr als "der Markt" diese beiden Banken über den Absatz von Quviviq wissen. War ja schon mal vor zwei Monaten etwas Verwirrung diesbezüglich und dann wurde von Seiten Idorsia explizit beruhigt.


    Brauchts wieder einen klärenden Auftritt vom Herrn Clozel?

    snitcht hat am 13.09.2022 14:48 geschrieben:

    Quote

    Aus meiner Sicht ist die Platzierung der Wandelanleihe grandios gescheitert. Aus meiner Sicht wurde in diesem Moment das mangelnde Vertrauen sogar der Instis gegenüber zur Rose sichtbar.

    Naja, sie haben das Geld mit Ach und Krach einigermassen zusammenbekommen. Die fehlenden zehn Mio können sie ja jetzt als Zeichen des guten Willens intern zusammensparen.
    Aber beim zweiten Punkt hast Du sicher recht.


    Der Rose Kurs schien während der Bezugsrechtsdauer gestützt.


    Und doch ist es erstaunlich, dass nur etwa 1/6 der Rechte ausgeübt wurden. Selbst wenn man nicht noch mehr Geld nachschiessen wollte, hätte es Sinn gemacht, die Wandel-Anleihe zu zeichnen und dann halt die entsprechende Anzahl Aktien abzustossen. Der Wandler hat das bessere Chancen/Risiko Profil.


    Das ist wohl auch der Grund, dass die Aktie jetzt gleich nach der Zeichnungsfrist wieder eingebrochen ist. Da wollen ein paar hunderttausend Aktien verkauft werden.


    Dazu kommt ab jetzt der Delta-Hedge der Institutionellen. Das heisst, Zur Rose hat sich auf Jahre hinaus einen prominenten Platz in der Leerverkaufsstatistik gesichert.

    Die UBS Beteiligung ist zur Hauptsache technischer Natur weil sie die KE abwickeln.

    Quote

    This includes exposure caused by UBS involvement as a joint bookrunner for a convertible bond issuance of the issuer. Please also see Annex A as well as the prospectus for convertible bond ISIN CH1210198169 for further information.


    167'138 shares of securities lending without time limit. Return can take place at any time. 1'465'550 lent out shares have a date of return on 15 September 2026 the latest, being the maturity date of the convertible bonds they stand in relation with.

    Der neue Wandler notiert ausserbörslich bei 120%, es lohnt sich also schon, die Bezugsrechte auszuüben, wenn man genug davon hat.

    ascim

    Denke, Du siehst das richtig.


    Aufschlag: Der hängt natürlich von dem Zins und der Qualtität/Volatilität des Basiswerts ab. Ist bei einem Sika Wandler sicher anders als bei ZurRose. Der Aufschlag kommt nicht nur von den Zinsen sondern vom geringeren Verlustpotenzial des Wandlers verglichen mit der Aktie.
    Ich schätze, dass nach einer turbulenten Anfangsphase gelten wird:
    Aktie nahe dem Strike = Wandler notiert bei 130%.


    Deckel: Normalerweise werden solche Wandler zwischen der Firma und Institutionellen verhandelt. Da keine Partei der anderen Geschenke macht, kann man davon ausgehen, dass der Strike von beiden Seiten über die Laufzeit als realistisch und fair gesehen wird. Damit ist der Strike zumindest am Anfang der Laufzeit eine Art "Deckel".


    Soweit die Theorie.


    Diese Tage wird der USD Wandler AMS 2017-2022 zu 100% zurückgezahlt. Damals, Sept 2017 wurde als fairer Wandelpreis umgerechnet 104 CHF/AMS Aktie vereinbart.
    Dann machte sich Everke ans Werk.
    Und aktuell notiert AMSOsram bei 7 CHF.


    So kann es also auch gehen. Aber man sieht den Vorteil des Wandlers: Während die Gläubiger ihren Einsatz zurückbekommen, haben die AMS Aktionäre von 2017 massive Buchverluste eingefahren,

    Gut und Bös

    Ich würde mich natürlich nie ernsthaft mit Schweizer Bergen anlegen - das war nur etwas die Komfortzone angekratzt.
    Wir sind uns ja einig, dass MBT die Sache gut macht und dass Meyer-Burger 2.0 eine spannende Geschichte ist.


    Aber es war halt in den letzten Monaten auch ein gewaltiger Rückenwind aus Politik, Weltlage und jetzt Stromknappheit. Und da ist der MBTN Kurs etwas überschossen.


    Bei 0.60 CHF war das, KE und Nettoschulden einbezogen, ein EV von 2 Mrd. Und das nimmt etwa 2025 vorweg, bei angenommen guten Margen, die in einem inflationären Umfeld alles andere als gesichert sind. Muss man diesen Preis also wirklich schon 3 Jahre vorher für eine MBTN Aktie zahlen?


    Ich halte weiterhin den Bereich 0.27 - 0.50 für angemessen.


    Es gibt wenig Gründe, weshalb der MBTN Kurs vor der KE steigen sollte, ausser der breite Markt trägt ihn.


    MIttelfristig darf es nicht erstaunen, wenn es noch weiter runter geht, denn die KE ist angekündigt und das macht verletzlich. Je tiefer der Kurs desto mehr Aktien müssen für 250 Mio ausgegeben werden, desto grösser ist die Verwässerung. Ich erwarte es zwar wirklich nicht bei MBT, aber sowas kann eine Spirale bilden (wie kürzlich extrem bei zurRose).
    MBT muss erst noch eine GV für die KE abhalten. Das zu organisieren dauert Zeit und da kann Kursdruck "organisiert" werden. Was dann eben die "Bösen" anlocken könnte.


    Wobei, auf dem Eidgenössischen ESAF wurden wir wieder erinnert, dass die Bösen eigentlich auch Gute sind und fast immer den Sieger stellen.