Posts by MarcusFabian

    Re: Volatilität?

    Speedy3 wrote:


    Volatilität nimmt bei steigenden Kursen ab, bei fallenden Kursen zu.


    Das liegt daran, dass Abstürze immer viel schneller verlaufen als Euphorien. Das liegt an der Psychologie: Gier wächst langsam, Panik ist eine Sofortreaktion.


    Man sieht das sehr schön am VIX, der Vola des SP500:


    [Blocked Image: http://ichart.finance.yahoo.co…=5y&q=l&l=off&z=m&a=v&p=s]


    http://finance.yahoo.com/q/bc?s=%5EVIX&t=5y&l=off&z=m&q=l&c=


    Auf Warrants bezogen bedeutet das:

    Je höher die Vola umso höher der Preis des Warrants.

    Calls profitieren von steigenden Kursen, verlieren aber wegen der sinkenden Vola.

    Puts hingegen profitieren sowohl von fallenden Kursen zugleich aber auch wegen steigender Vola.


    Das ist der Hauptgrund, weshalb ich lieber Puts als Calls kaufe. Wenn die Richtung stimmt, verdient ein Put mehr Geld.

    Zeit für einen SMI Put

    Yep, wäre für heute lukrativ gewesen. Aber ich bleibe dabei, so nahe an der GD sollte man nicht mit Warrants spekulieren. Es sei denn, es gibt einen starken Move in die eine oder andere Richtung.


    Im dümmsten Fall pendeln wir jetzt ein paar Tage oder Wochen um die 7450 rum und dann verlieren Calls wie auch Puts.


    Lassen wir dem SMI doch eine Erholungsphase. Der Absturz kommt noch früh genug ;)

    War der Absturz vorhersehbar?

    kostelani wrote:

    Quote


    Charts Analysieren ist mit Kartenleger zu vergleichen.


    Ja, das ist es. Kostolany (der Echte) hat Charts mal verglichen mit einem Spital, das die Fieberkurven aller Patienten übereinanderlegt.


    Der Punkt ist doch, dass es sehr viele Trader gibt, die sich auf die Charttechnik verlassen und entsprechend an den errechneten Punkten ihre Ein- und Ausstiegspunkte festmachen. Fällt so ein Punkt, löst das eine Kauf- oder Verkaufslawine aus und somit wurde die Charttechnik zur selbsterfüllenden Prophezeihung.




    Quote:

    Quote
    Wir thematisieren die letzten 1½ Wochen, welche die Verkauflawine ausgelöst hat. "This is a small fish in a small pond"! Bitte nicht alles zu überzuwerten! Die Vernunft kommt zurück und in einem Monat werden wir hoffentlich mindestens auf dem gleichen Stand sein wie vor 1½ weeks.


    Die Vernunft hat uns nie verlassen. Eine wichtige Unterstützung im SMI wurde gebrochen und der Index ist auf die nächste wichtige Unterstützung - die GD200 - gefallen. Das gilt übrigens nicht nur für den SMI sondern auch für den SP500 und den HUI.

    Vor einer Woche wurde ich hier noch für verrückt erklärt als ich von 7450 sprach. Wer also ist unvernünftig?


    Die Frage ist nicht, ob es unvernünftige Über- und Untertreibungen an der Börse gibt. Ja, die gibt es. Gab es immer und wird es immer geben.

    Und ja, die Psychologie ist unvernünftig und spielt uns Streiche.


    Die Frage ist vielmehr, ob es uns gelingt eine kommende "Unvernunft" möglichst in voraus oder zeitnah zu erkennen und (vielleicht kopfschüttelnd) danach zu traden und Gewinne einzufahren.


    Mal abgesehen davon, es ist nicht ein "small fish" sondern ein "big fish" und der "Pond" sind die wichtigsten Börsen der Welt.

    Syracus hat es vor zwei Wochen sehr schön formuliert als er schrieb, wir hätte nun die Jahreshochs in der Tasche.


    Sicher, es wird eine Erholung geben. Wir werden vielleicht einen langen und nervenaufreibenden Kampf um die GD200 sehen. Aber die Hausse seit 2003 ist endgültig vorbei!


    [Blocked Image: http://www.therealgang.de/php/myexp/FUN/Bilder%20-%20FUN/baer.jpg]

    GD200 ist gefallen!

    Kurz vor Börsenschluss hat der SMI die GD200 (die stand bei 7456) nach unten durchbrochen.


    Entsprechend hat das eine regelrechte Verkaufslawine (die weiter oben erwähnten Stop-Losses) ausgelöst. Derzeit stehen wir rund 40 Punkte drunter.


    Jetzt kommt's drauf an: Erobern wir die GD200 zurück, dann geht's wie geplant nach oben. Das wird allerdings schwierig, denn Dow und DAX sind noch auf dem Weg nach unten und ich zweifle sehr, dass sich der SMI diesem Trend entziehen kann.


    Im Moment lautet das Kredo demnach: Nix wie raus und Puts nachladen (wer nicht schon hat) ;)

    Re: Was läuft nächste Woche? Up or down?

    bandido wrote:

    Quote


    1. Im Jahr 2000 war die Börse aus KGV Sicht gar nicht mal so überbewertet.


    Das stimmt so nicht: SMI hatte ein KGV von noch einigermasssen erträglichen 20.5. Dow lag über 29, was dem Crash-Niveau von 1929 entsprach.


    Quote:

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    3. Die Amis, die letzte Woche Short gegangen sind, haben kübelweise Geld verdient. Wenn das verdiente Geld für weitere Leerverkäufe reinvestiert wird, haben wir letzte Woche erst den Anfang eines ganz grossen Downtrends gesehen.


    Leerverkäufer haben erst dann Geld verdient, wenn sie ihre Positionen schliessen und das bedeutet Aktien kaufen. Ich halte es deshalb für wahrscheinlich, dass es die Leerverkäufer sein werden, die durch ihre Käufe für einen Boden sorgen.




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    4. Es hat in den letzten Monaten genug Warnungen gegeben: Öl, Dollar, Zinsen, Inflation.


    So isses ;) Aber warum hast Du die Warnungen ignoriert?




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    8. Man hört eigentlich nur Analystenkommentare wie "gesunde Korrektur", "Rebound wahrscheinlich", usw. Falls ein Analyst an eine Fortsetzung des Downtrends glauben würde, könnte er es dann öffentlich kundtun?


    Könnte ein Analyst die Börsenkurse voraussagen, würde er in einer Villa auf den Bahamas am Pool sitzen statt in einem Büro in Zürich ;)


    Und ja, es stellt sich immer die Frage, wer den Analysten bezahlt!




    Quote:

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    Denjenigen, die noch investiert sind, wünsche ich dass ich mich geirrt habe und die Sache sicher wieder recht schnell erholt.


    Eine Erholung wird es sicherlich geben. Dir Frage ist nur, wie lange sie dauert und wie hoch sie läuft.

    Werden keine neuen Höchststände erreicht, wird die Stimmung im nächsten Abwärtsschub bärischer. Wenn dann die GD200 fällt, dann gute Nacht!

    Kopierweltmeister China

    Ein Beispiel aus eigener Erfahrung:


    Ich hatte vor 2 Jahren mal Verhandlungen in Dubai mir Arabern. Es ging um ein deutsches Produkt, in das der Erfinder 19 Jahre know-how und Erfahrung gesteckt hatte. Verkaufspreis entsprechend €2500.


    Sagt mir doch der Araber: "Wir machen folgendes: Kaufen 1 Exemplar und schicken das zur Analyse nach China. Die kopieren das und dann können wir das Produkt für €200 selbst produzieren. " ...


    :roll:

    Zeit für einen SMI Put

    Ein Put wird langsam gefährlich. Für einen Call ist es aber noch zu früh.


    Der Freitag war erstaunlicher Weise kein weiterer roter Tage sondern ein Tag der Erholung. Da Freitage in aller Regel eher rote als schwarze Tage sind, ist dies bullisch zu werten.


    Andererseits ist Awärtspotential noch weiterhin vorhanden.


    Die Zeichen stehen auf schnelle Erholung. Allerdings wissen wir nicht, ab welchem Niveau diese Erholung einsetzen wird und in welchem Umfang.


    Deshalb rate ich in der jetzigen Situation sowohl von Puts als auch von Calls ab.

    Re: Kurs-Zickzack

    Speedy3 wrote:

    Quote
    Sobald die Initialzündung für die Gegengewegung

    kommt, kann es dann sehr rasch gehen und die Shorties bekommen

    echten Stress.


    Interessanter Punkt. Kommt drauf an, wie hoch die Short-Quote, das PCR, ist. Wenn die Short-Quote sehr hoch ist, wird die Gegenbewegung sehr rasch einsetzen und die Kurse explodieren lassen.

    Das PCR (= Put-Call-Ratio) liegt normalerweise um die 0.7. Das heisst 70 Puts auf 100 Calls. In einem übertriebenen Bullenmarkt kann es auf 0.4 absacken. Ist die Stimmung übertrieben bärisch, kommt das PCR auf Werte über 0.9 bis sogar 1.0.


    Ich bin Deinem Gedanken mal nachgegangen: Das PCR liegt per 19. Mai bei atemberaubenden 1.27. Das heisst, wir haben eine ausserordentlich übertrieben bärische Stimmung!


    Es spricht also einiges dafür, dass Du recht hast und - wenn es zur Gegenreaktion kommt - die Kurse nach Norden explodieren werden.


    Ich behaupte allerdings, dass es in erster Linie die Shorties sein werden, die den Fall bremsen. Wenn sie ihre Positionen glattstellen und Gewinne einfahern, dann bedeutet das ja nichts anderes als dass sie leerverkaufte Aktien zurückkaufen.




    learner wrote:

    Quote


    Wie ist das zu interpretieren? Sind da nicht all jene, die den Kurs wieder hinauftreiben, der Ansicht, dass die Kurse wieder steigen und dass hier nun ein guter Kaufpunkt ist? Und was bewirkt es auf all die, die das sehen? Die müssten doch auch auf diesen Schluss kommen und weiter einschiessen?


    Ebenfalls ein guter Gedanke. Um die Fragen zu beantworten, müssen wir das Volumen betrachten: Wenn das Volumen hoch ist, kann man von einem Kaufdruck - wie von Speedy - beschrieben ausgehen.

    Bei Apple lag das Volumen am Freitag bei 35 Mio Aktien, was nur leicht über dem Schnitt liegt. Bei wirklichen Kauforgien erreichte das Volumen 50-80 Mio.

    Insofern kann mich die Kurserholung bei Apple noch nicht überzeugen.


    Betrachten wir den Dow als ganzes, sieht's da besser aus. Das Volumen von 482 Mio Aktien ist weit über dem Schnitt von 300 Mio, und etwa das zweit- oder dritthöchste in diesem Jahr.


    Fassen wir alles zusammen, komme ich zu folgendem Schluss:


    PCR und Volumen deuten darauf hin, dass eine Gegenreaktion (nach Norden) sehr rasant die Kurse nach oben treibt. Da dürfte Speedy also Recht haben.

    Wenn ich andererseits die Indikatoren MACD und Slow-Stoch betrachte, dann haben sowohl Dow als auch SMI noch Potential nach unten. Ich stehe deshalb weiter zu meiner Meinung, dass die jeweiligen GD's noch erreicht werden.


    Zumindest wäre das für Bullen wie Bären der Idealfall! Man hätte eine saubere Korrektur auf die GD und dann kann's so schnell steigen wie es will: Die Bären hätten glattgestellt und die Bullen kämen zu billigen Aktien.


    Dümmer wäre es, wenn die Gegenreaktion zu früh einsetzt. Es gäbe einen Short-Squeeze in dem die Shorties panikartig verkaufen müssten. Die Bullen fühlen sich wieder sicher und kaufen und dann - - - kacken die Kurse dennoch auf die GD200 ab und erwischen alle auf dem falschen Fuss!


    Da die Märkte die Tendenz haben, immer die grösstmögliche Anzahl von Marktteilnehmern zu verarschen, ist das letztgenannte Szenario durchaus realistisch :evil:


    Halten wir soweit fest: Die Mittelfristige Ausrichtung ist übertrieben bärisch. Alle starren auf die sinkenden Kurse, auf MACD, SlowStoch und die GD200 und haben den Finger auf dem Buy-Button. Im Idealfall sinken die Kurse auf die GD200, die Inidkatoren drehen nach oben und wir können getrost kaufen wie gestört.


    Dann gibt es als Drittes das Szenario von Speedy, nämlich dass die Kurse bereits weit oberhalb der GD200 definitiv und massiv nach oben drehen. Wenn dies geschieht, haben wir den langfristigen Bullenmarkt bestätigt und können entsprechend Zuversichtlich mittel- und langfristig long gehen.


    Der Vollständigkeit halber sei hier nochmals als viertes Szenario die Bären-Variante erwähnt. Nämlich, dass die Kurse auch die GD200 nach unten durchbrechen. In diesem Fall heisst die Devise ganz klar: VERKAUFEN! und Finger weg von Aktien, bis die GD200 wieder nach oben durchbrochen wurde.




    ---


    Wie traden wir das nun?


    Wer long ist, soll entweder sofort verkaufen oder aber ein Stop-Loss unterhalb der GD200 seiner Aktie(n) setzen.


    Wer short ist, zielt auf die GD200 und setzt ein Trailing Stop auf dem Weg nach unten bei etwa 1-2% (je nach Vola).


    Wer flat ist, wartet ab was passiert. Er achtet auf Slow-Stoch und MACD und steigt long ein, wenn beide nach oben drehen. Short, wenn die GD200 nach unten durchbrochen wurde oder - nach verfrühter Gegenreaktion - die SlowStoch und MACD wieder nach unten durchsacken.

    COT-Daten

    Na also, da kriegt meine Theorie, dass es weiter runter geht doch tatsächlich noch Unterstützung von den Big-Boys :P :P


    [Blocked Image: http://www.stock-channel.net/scn/mrabc/cot.jpg]


    Wer die COT-Daten nicht interpretieren kann, möge sich bitte hier informieren: http://www.stock-channel.net/s…d/showthread.php3?t=10576


    Kurz zu den aktuellen COT's: Die COMMS haben sowohl im Dow, SP500 und NDX ihre Shorts ausgebaut. Die Large-Trader und die Kleinanleger stehen mit ihren Longs gegenüber.

    Da die COMMS bei den Indizes immer als Vorläufer richtig liegen, spricht dies für sinkende Kurse an den Aktienmärkten.


    Bei Gold und Silber sind die COMMS bereits am Covern. Hier dürfte bald der Boden erreicht sein.


    Beim Öl dürfte ein Top, beim Erdgas ein Boden erreicht sein.


    Der Dollar dürfte sich gegenüber dem CHF demnächst erholen.

    Re: Übertreibung als Chance nutzen

    ASCHI wrote:

    Quote
    die börse besteht ja nicht nur aus technik


    Genau diese Meinung habe ich selbst auch recht lange (vll. 2 Jahre) vertreten, musste mich dann aber eines besseren belehren lassen, denn


    1. ist in den Charts das Verhalten von Tausenden oder gar Millionen von Tradern nachzulesen: Ihre Angst, ihre Gier, ihre Zufriedenheit, ihre Panik und vor allem Ihre Erwartung der Zukunft.


    2. Wie ich schon im Eingangsposting angedeutet habe, ist die Charttechnik eine selbsterfüllende Prophezeihung! Nimm als Beispiel mein vorangegangenes Posting, meine Antwort an Speedy:

    Jeder, der seine Trading-Entscheidungen charttechnisch begründet (und das sind rund 90% des Marktkapitals mit teilweise automatischen Handelssystemen) beurteilt die Lage ähnlich wie ich. Er sieht ja auch denselben Chart.


    Er wird im SMI-Chart nach Unterstützungen suchen. Die nächste grosse findet er bei der GD200. Wird er also oberhalb der GD200 einsteigen? Nein, wird er nicht. Wozu auch, wenn er den SMI mal günstiger kaufen kann?


    Wenn er bullisch ist, wird er knapp oberhalb der GD200 einen Drittel long gehen. Bei der GD200 dann einen weiteren Drittel investieren und wenn der SMI dort nach oben abprallt den letzten Drittel einsetzen.


    Er muss aber damit rechnen, dass seine Annahmen auf einen Trendwechsel falsch waren. Deshalb wird er unterhalb der GD200 ein Stop-Loss setzen, um notfalls mit kleinem Verlust aus seinem Investment rauszukommen.


    Natürlich gibt es auch andere Einstiegsmarken, Pivots und Unterstützungslinien. Aber nehmen wir der Einfachheit halber mal an, die GD200 sei die einzige und 90% der Trader verhalten sich genau so wie beschrieben.


    Was passiert nun?

    :arrow: Zunächst wird der Sturz in Richtung GD200 weitergehen. Denn keiner Investiert so weit oberhalb.

    :arrow: Knapp oberhalb setzt der Kurs dann zum Landeanflug an. Der Absturz wird durch Käufe gebremst. Genau so wie die Bullen ihren ersten Drittel long gehen, stellen die Shorties ihre Positionen teilweise glatt, um Gewinne mitzunehmen.

    :arrow: An der GD200 selbst setzen dann Käufe ein und der Kurs springt nach oben.


    Bis hier hin hat sich die Prophezeihung dann erfüllt.


    :arrow: Nun kommt es darauf an, wie stark das Vertrauen in den SMI ist. Gibt es - wie Speedy meint - einen rasanten Anstieg nach oben?

    :arrow: Findet ein Kampf zwischen Bullen und Bären statt, der sich dahingehend äussert, dass die GD200 mehrmals nach unten und oben durchbrochen wird?

    :arrow: Brichte der SMI durch und die Kurse sacken schnell in den Keller? Unterhalb der GD200 liegen ja viele Stop-Losses, die dann nacheinander ausgelöst werden.




    Jetzt habe ich viel geschrieben und nichts gesagt: Denn ich weiss auch nicht, wie sich die Kurse um die GD200 herum verhalten werden.


    Aber muss ich das jetzt wissen, um Geld zu verdienen?


    Ich behaupte mal dass die GD200 mit hoher Wahrscheinlichkeit (70%?) ein Ziel ist, das der SMI ansteuert. Punktum. Das bedeutet vorerst: Die Kurse sinken und es liegt noch Abwärtspotential von gut 120 Punkten drin.


    Ist dieses Ziel erreicht, steige ich aus den Shorts aus, denn ich weiss nicht wie sich der SMI um die GD200 verhalten wird. Unsicherheit ist immer ein Grund, auszusteigen und zuzusehen.


    Wenn der SMI nach oben dreht, warte ich auf drei grüne Kerzen und steige dann long ein mit Stop-Loss bei der GD200.


    Geht's mindestens 50 Punkte unter die GD200, gehe ich wieder short.


    Das nur ganz grob, denn ich werde natürlich das Momentum beobachten, also die Geschwindigkeit, mit der die Kurse steigen oder fallen.

    Ich werde auch die Anatomie der Kurve bei der GD200 betrachten: Ist sie V-förmig oder flach wie eine Suppenschüssel?


    All dies sind Faktoren, die es mir - wenn es denn soweit ist - ermöglichen, die Richtung und das Risiko abzuschätzen. Ob das Ergebnis long oder short sein wird, ist mir im Moment eigentlich egal.


    Soweit zur Charttechnik.


    Was für mich natürlich auch wichtig ist, sind die fundamentalen Fakten. Und dann landen wir bei den ganzen Kombinationen und Abhängigkeiten zwischen dem SMI und anderen Börsen, Wechselkursen, Rohstoffpreisen, Zinsen und Inflation ...

    Aber das habe ich alles schon fein säuberlich an anderer Stelle ( http://www.boersenportal.ch/forum/ ) ausgeführt ;)

    Re: Übertreibung als Chance nutzen

    Speedy3 wrote:

    Quote
    Was ich zur Zeit vorallem zu bedenken gebe, ist dass wir zur Zeit ein

    extrem stark psycholisches Moment hatten, welche die Börsen in die Knie

    trieben. Eine sprichwörtliche Übertreibung.




    Stimmt. Die Stimmung ist bärischer als auch schon. Und zu Recht. Die Gründe dafür habe ich des öfteren ausführlich dargelegt.



    Quote:

    Quote
    Die Fakten sprechen eine andere Sprache, die Unternehmen schreiben

    immer noch 2-stellige Gewinnsteigerungen und die Konjunktur läuft wie

    am Schnürchen.


    Das ist Augenwischerei und Selbstbetrug der gefährlichsten Sorte. Mag sein, dass das eine oder andere Unternehmen zweistellige Gewinne einfährt. Aber das beschränkt sich auf einzelne Firmen und die sind die Ausnahme.


    Zweistellige Gewinne halte ich nur im Finanzsektor für möglich. Denn die Banken bringen das frisch gedruckte Geld in Umlauf.


    Fakt ist, dass das Vertrauen in Papierwährungen sinkt und wir kurz vor Ausbruch einer Rezession stehen. Angefangen in den USA denn das Märchen vom Wirtschaftswachstum dank neu gedruckten Geldes lässt sich nicht mehr lange aufrecht erhalten.



    Quote:

    Quote
    Eigentlich ist dies eine der besten Gelegenheit schnell Geld zu machen.

    Man sollte also den Kurssturz als Chance betrachten und mit der richtigen

    Positionierung eine starke Gegenbewegung ausnutzen.


    Yep, mit Puts!


    Vielleicht kommt sie, Deine Gegenbewegung. Das ist sogar recht wahrscheinlich. Die Frage lautet aber, ab welchem Niveau!


    Das meiner Meinung nach wahrscheinlichste Szenario lautet Absturz auf 7450 (also die GD200), danach Erholung auf 7700 bis 7800 (typisches 38% bis 50% Fibo-Retracement).


    Vielleicht durchbricht der SMI auch die GD200 nach unten? Dann siehts bitter aus, denn die GD200 wird dann zum Widerstand.


    Oder aber der SMI dreht bereits vorher?




    Ich weiss es auch nicht. Aber ich werde keinesfalls ins fallende Messer hinein kaufen (bzw. meine Shorts glattstellen). Ich warte einfach auf den Boden. Und der wird von den Indikatoren einigermassen zuverlässig angezeigt.

    ABB Charts

    Stellen wir mal zum Anfang ein paar selbstaktualisierende Charts rein ...




    Hmm, geht ja gar nicht :twisted:

    Edi hat geschrieben, "gewiefte Charttechniker" hätten den Absturz voraussagen können. Konnte man das?


    Aus meiner Sicht nein, zumindest nicht in diesem Ausmass. Aber ein Short-Setup war bereits vor über einer Woche gegeben.


    Besonders gewieft musste man dabei gar nicht sein! Ich habe mit Puts im Jahr 2003 viel Geld verloren und seither die Finger von Puts gelassen (ausser kleines Intradaygeplänkel) und mich statt dessen auf Gold (+Minen) konzentriert.


    Aber am 11. Mai bin ich zum ersten mal seit Jahren wieder short gegangen. und zwar volle Kanne, die ganze Palette: Dow, Nasdaq, DAX und SMI.


    Warum? Gucken wir den Chart mal aus Sicht von damals an (ich habe alles nach dem 10. Mai rausgelöscht):


    [Blocked Image: http://board.cash.ch/bb/files/smi_may11_206.png]


    Man beachte zunächst mal den MACD unterhalb des Charts: Was fällt auf? Der MACD hat zwar immer noch seine Aufs- und Abs. In der Gesamtheit jedoch ist die Kurve am fallen. Das nennt sich bärische Divergenz. In einfachen Worten ausgedrückt bedeutet nichts anderes als dass der Schwung, die Kraft der Hausse nachlässt.


    Solange wir dabei beim Kurs des SMI jeweils höhere Tiefs und höhere Hochs haben, ist dies nichts weiter als ein Warnsignal aber noch kein Short-Setup. Ich selbst habe ja hier am 23. April noch geschrieben, ein "Sell in May" werde es nicht geben, ABB werde auf 16.80 absacken und dann auf 20 drehen. Insofern also eine grobe Fehleinschätzung meinerseits. Und dennoch war ich am 11. Mai auf der richtigen Seite.


    Warum?


    Ich halte es für lebenswichtig - und das ist eine der Messages, die ich mit diesem Posting rüberbringen möchte - dass man nicht stur an seiner Einschätzung von gestern festhält sondern flexibel auf den Markt reagiert. Oder um es mit Konrad Adenauer auszudrücken: "Was interessiert mich der Scheiss, den ich gestern erzählt habe."


    Zurück zum Chart vom 10. Mai.

    Wir wissen, dass sich alle Trader am 10. Mai exakt diesen Chart angeschaut haben. Und alle sehen dasselbe: Eine bärische Divergenz im MACD. Also haben alle mal grundsätzlich den Finger in der Nähe des Sell-Buttons.


    Was sehen wir weiter? Wir sehen ein Tripple-Top bei etwas über 8100 Punkten!

    Bei den vorangegangenen Tops hatten wir jeweils höhere Tops. Im Dezember bei 7650, im Januar bei 7840, Ende Februar bei 8050. Im Januar musste man sich keine Sorgen machen, wenn der SMI von seinem Hoch von 7840 abrauschte. Der Bullenmarkt war ja noch in Ordnung. Verunsicherte Bullen dürften ein Stop-Loss bei etwa 7580 (der blauen MA50) plaziert haben. Trader sind vielleicht mit Ziel 7600 short gegangen und Langfristanleger sind ohnehin drin geblieben. Anlass zur Sorge gab es damals aber noch nicht.


    Ein kleines Warnsignal kam im März. Das März-Hoch war nur noch einen Hauch über dem Februar-Hoch, das erste April-Hoch nur noch einen Hauch über dem März-Hoch. Dann das erste Doppel-Top Ende April. Kein neues Hoch mehr. Hat die Börse keine Kraft mehr?


    Ein neuer Versuch im Mai. Am 10. Mai der bange Moment für Bullen und Bären: Wird das Doppeltop vom April überboten? Wenn ja, geht die Reise nach Norden weiter. Wenn nein, haben wir ein bestätigtes Top im mittel- und langfristigen Rahmen.


    Nochmals zurück zur Psychologie der Trader und der Charttechnik: Tausende von Investoren, Fonds-Managern und Kleinanlegern haben sich dieses Chart betrachtet. Sie haben die GD50, den MACD und die SlowStoch angeschaut. Sie haben die bärische Divergenz erkannt. Sie haben wie die Schlange auf's Kaninchen geschaut, ob ein neues Hoch kommt oder nicht. Kaufsignal oder Verkaufssignal. Jeder wusste, dass die Tage nach dem 10. Mai eine Entscheidung bringen mussten. Der Finger rückt bereits etwas näher zum Sell-Button.


    Am 11. Mai kam dann die Antwort: Nein, der SMI hat's nicht geschafft, ein neues Hoch zu generieren. Also Verkaufen!


    Die Anzahl der Sell-Buttons, die gedrückt wurden, ist in etwa abschätzbar. Am 11. Mai sackte der SMI um gut 100 Punkte ab und durchschlug die als Unterstützung gedachte blaue MA50 wie Butter!


    Bärenfalle? Der nächste Tag liefert bereits die Bestätigung: Die nächste Unterstützung, die MA100 wird ebenfalls mühelos gebrochen. Wer's bis jetzt noch nicht gemerkt hat, steigt spätestens jetzt aus.


    Und wie weiter? Die nächste grosse Unterstützung ist die MA200 und die liegt bei 7450.

    Hält die MA200? Wenn ja, ist der Bullenmarkt zumindest langfristig noch in Ordnung. Wenn nicht, wechseln wir in den Bärenmarkt-Modus.


    Werden wir überhaupt die 7450 erreichen?


    Hans meinte vorgestern hierzu:

    "..erzähl keinen Quatsch von wegen 74xx ... !"

    Quelle: http://forum.cash.ch/~Board3/read?131165,7


    Aber ist es wirklich Quatsch?


    Ich konnte, wie eingangs erwähnt den Absturz in seiner Heftigkeit auch nicht voraussehen. Aber ich wusste, dass ich am Hoch mit relativ bescheidenem Risiko einen Short eingehen kann mit Ziel von etwa 7980.

    Hätte es ein neues Hoch gegeben, wäre ich mit Verlust von etwa 20 Punkten ausgestoppt worden. Andernfalls winkt ein Gewinn von 100 Punkten. Im Future-Handel ein gutes Preis/Risiko-Verhältnis. Dass der SMI so gnadenlos durch alle Widerstände nach unten durchgeknallt ist, hat mich aber (fast) genau so überrascht, wie jeden von Euch.




    Ich will niemandem vorschreiben, welche Erkenntnisse er aus diesem unerwarteten Absturz ziehen will aber ich persönlich sehe zwei wichtige Aspekte:


    Zum einen - wie oben schon erwähnt - die eigene Psychologie. Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass ich bullisch für SMI, Newmont Minint, ECEN, Quadrant oder ABB bin (oder bärisch). Aber ich muss damit rechnen, dass ich in meiner Einschätzung falsch liege und mir einen Ausstiegspunkt definieren.


    Erfahrene Trader - und damit käme ich zum zweiten Punkt - tun dies. Dabei nehmen sie die Charttechnik zu Hilfe. Wahrscheinlich haben viele Trader ihre eigene Charttechnik entwickelt. Ich selbst habe auch ein paar Jahre mit diversen Mischungen aus Indikatoren rumexperimentiert. Herausgekommen ist, dass die klassischen Indikatoren wie GD, MACD und Slow Stoch die zuverlässigsten sind.


    Warum? Weil sie von den meisten Tradern beachtet werden.


    Und jetzt können wir beide Punkte kombinieren: Wenn wir die Charttechnik einigermassen kennen, dann wissen wir, an welchen Punkten die Mehrzahl der Profis kauft oder verkauft.


    Als da wären:

    * Durchbrechen einer GD (50, 200)

    * Klassische Top- und Bodenbildung (Doppel- oder Tripple- Bottom/Top)

    * Wendepunkte in MACD und SlowStoch.


    Die meisten Trader setzen z.B. ihre bullischen Stop-Losses knapp unterhalb der nächsten GD; oder die bärischen knapp oberhalb des letzten Tops.


    Wissen wir also, wo diese Limit-Entries und Stop-Losses sitzen, dann können wir davon ausgehen, dass ein Durchbruch dieser Punkte zu einem Kauf- bzw. Verkaufsrausch führt.


    Dabei lassen wir es einfach mal dahingestellt, ob dieser Rausch fundamental gerechtfertigt ist oder nicht.


    Wir können uns nun den Profis anschliessen, diese Marken akzeptieren und entsprechend die Positionen in die jeweils richtige Richtung drehen oder (falls wir diese Marken nicht erkennen oder erkennen wollen) auf stur schalten, mit Unverständnis dem Geschehen hinterhergucken und Durchhalteparolen verbreiten.


    Welchen Weg jeder für sich uns seine Trading-Entscheide gehen will, muss der betreffende selbst wissen. Eigene Fehler sofort zu erkennen und entsprechend zu reagieren ist psychologisch schmerzhaft aber finanziell lukrativ.


    Somit muss jeder für sich die Frage beantworten, was er an der Börse eigentlich will: Geld verdienen oder Ego-Trip?


    Marcus


    ---


    Hier zum Vergleich noch der unverfälschte SMI-Chart inkl. Absturz ;)




    [Blocked Image: http://board.cash.ch/bb/files/smi_979.png]