Posts by MarcusFabian

    Re: Ölpreis

    Speedy3 wrote:

    Quote
    Enttäuschende Verbraucherdaten sowie der hohe Ölpreis haben die US-Aktienmärkte belastet.


    Soweit mal einverstanden. Aber die "enttäuschenden Verbraucherdaten" sind nicht alleine auf den Ölpreis zurückzuführen.


    Anders ausgedrückt: Der Ölpreis ist nur ein Symptom, nicht die Ursache.

    Ursache ist der schwächelnde Dollar wegen der Ausweitung der Geldmenge. Dass dabei alle Importgüter der USA steigen (Rohstoffe, Öl, Agrarprodukte) und diese logischer Weise irgend wann auf die Konsumentenpreise durchschlagen ist die logische Folge, nicht aber die Ursache.


    Es sind also nicht "die bösen Araber" oder "die Bösen Spekulanten", die für den Anstieg im Ölpreis und anderen Rohstoffen verantwortlich sind sondern das Problem ist hausgemacht.


    Die Amis stehen aber mit der Gelddruckerei nicht alleine da. Im letzten Jahr ist die Geldmenge im Euro-Raum um 8.8% gestiegen, was weit über dem Wirtschaftswachstum liegt. Da der CHF zum Euro stabil war, vermute ich mal, dass in der Schweiz ähnliche neue Geldmengen gedruckt wurden. Logisch also, dass auch hierzulande Geld gegen Rohstoffen an Wert verliert.

    Zeit für einen SMI Put

    MarcusFabian wrote:

    Quote
    Longs heute verkauft (SMI) und seit Nachmittag short DAX und SMI. Die Burgers werden in den nächsten zwei Stunden wohl ihren Tagesgewinn wieder abgeben.


    Das war Freitag.


    Einstieg in Short war etwas zu früh, die Tagesgewinne wurden nicht abgegeben, der Montag war noch ein grüner Tag. Im Nachhinein bereuhe ich den Short-Entry allerdings nicht.


    Morgen wird's spannend. Ich bereite mich darauf vor, meine Shorts wie schon letzte Woche bei der GD200 zu schmeissen. Vielleicht gibt es ja wieder einen Abpraller nach oben.


    Diesmal werde ich die Stop-Losses allerdings etwas grosszügiger setzen, denn die Chancen, dass die GD200 nun massiv nach unten durchbrochen wird, sind bedeutend höher als letzte Woche.

    Re: Gold-Silberminen, Einstiegszeitpunkt????

    sascha77 wrote:

    Quote
    Wann gibt's grünes Licht für eine Investition in Minen :?: 


    Schwer zu sagen, denn einerseits sind Minen ja Gold und Silber und die dürften ihre Korrektur überstanden haben (zumindest Silber) aber andererseits sind Minen Aktien und Aktien sind gerade in einer massiven Korrektur.


    Der HUI ist an seiner GD100 abgeprallt, was zunächst bullisch ist. Aber eben, wenn der SP500 in den nächsten Tagen und Wochen abkackt, werden auch die Minen mit nach unten gezogen. Wenn auch nicht im selben Ausmass.


    Grober Zeitplan: Einstieg in Silber ab Mitte Juni, in Gold ab Ende Juli.


    In Minen ... tja, da kann man würfeln: Evtl. Anfang August, wenn Goldrally einsetzt. Sicher ab Anfang November. Aber vielleicht war auch schon heute der richtige Einstiegspunkt?


    Ich beobachte HUI im Vergleich zum SP500. Das gibt in etwa ein Gefühl dafür, ob sich der HUI vom SP löst oder mitzieht. Zieht er mit, bleibe ich draussen, koppelt er sich ab, steige ich zyklisch ein (Sprich ab August).


    Vielleicht hilft dieser Chart, der SP500 durch HUI dividiert: Die Kurve zeigt den Wert des SP500 mal nicht in Dollars bewertet sondern in Goldminen. Ein ausgemachter Bärenmarkt des SP500. Der langfristige Trend zeigt nach unten. Das heisst, der HUI steigt im Verhältnis zum SP500, das Verhältnis verringert sich.

    Gerade eben haben wir auch ein Top bei etwa 4.0, die Indikatoren drehen auf "Sell".

    Sprich: Der HUI wird in nächster Zeit besser performen als der SP500. Das kann aber auch nur bedeuten, dass er weniger stark sinkt als der SP500.


    Auf alle Fälle ist der HUI ein bedeutend besseres Investment als der SP500. Aber das wissen wir ja schon seit Jahren ;)

    Re: Iran-Joker

    Speedy3 wrote:

    Quote


    Der Spekulationszuschlag beim Ölpreis wegen dem Irantheater wird auf

    einen Schlag wegfallen und die Börsen wieder nach oben befördern. 8)


    Du implizierst also, dass der Absturz der Börsen seit dem 11. Mai mit Iran bzw. dem Ölpreis zusammenhängt?


    Eine sehr gewagte Äusserung!


    Kannst Du aus besagtem Zeitraum auch nur eine Meldung zitieren, die diese These stützt?


    Und angenommen, die These ist falsch und der Ölpreis ist nicht für den Absturz der Börsen verantwortlich, was war dann die Ursache?


    Interessant ist der Ansatz der Psychologie, den Du ansprichst:


    In einer Seitwärtsbewegung lösen gute Nachrichten Kurssteigerungen und schlechte Nachrichten Abstürze aus - so wie man das vermuten müsste.


    In einer Hausse werden schlechte Nachrichten ignoriert, gute jedoch mit einem Kursfeuerwerk gefeiert. Wer erinnert sich nicht gerne an Mitte 2003 als schon alleine die Nachricht, man habe Saddams Kamel gesichtet, einen Kurssprung von 120 P. im Dow auslöste und somit die US-Wirtschaft um $18 Mrd im Wert steigen liess :lol:

    Wenn in einer Hausse auch gute Nachrichten keine Kurssteigerung mehr auslösen, ist der Gipfel erreicht und es ist Zeit, auszusteigen.


    Das umgekehrte in der Baisse: Derzeit lösen schlechte Nachrichten jeweils noch einen Absturz aus. Erst wenn das nicht mehr der Fall ist und alle schlechten Nachrichten schon eingepreist sind, kannst Du bedenkenlos wieder long gehen.

    Re: Übertreibung als Chance nutzen

    MarcusFabian wrote:

    Quote


    Das meiner Meinung nach wahrscheinlichste Szenario lautet Absturz auf 7450 (also die GD200), danach Erholung auf 7700 bis 7800 (typisches 38% bis 50% Fibo-Retracement).


    Obenstehendes habe ich am 20. Mai geschrieben.


    Erwartungsgemäss ist der SMI auf seine GD200 abgesunken, ist dort abgeprallt und hat auf knapp 7700 korrigiert. Das war mein Minimalziel für eine Korrektur.


    Nun ist die nächste Abwärtswelle gestartet und erneut stellt sich die Frage, wie es weitergeht.


    Der SMI steht derzeit noch 50 Punkte oberhalb seiner GD200, die mitterlweile auf 7485 gestiegen ist.

    Zweifellos werden wir diesen Abstieg morgen in Angriff nehmen.


    Der SP500 hat seine GD200 bereits heute punktgenau erreicht:




    Wird die GD200 erneut halten oder wird sie diesmal nach unten durchbrochen?


    Ich tippe auf letzteres. Der Entscheid dürfte morgen Nachmittag fallen, wenn die Burgers ihre Tore öffnen. Der SMI wir also morgen negativ eröffnen, auf 7485 absacken und dort auf die Wallstreet warten.


    Die Amis werden dann den weiteren Verlauf bestimmen. Der dead-cat-bounce der letzten Tage hat die Indikatoren beruhigt, Slow Stoch ist im S&P500 wieder oben und hat nach der Drehung von heute wieder Kraft gesammelt für den nächsten Absturz.


    Vielleicht wird sich Ben Bernake erbarmen und den Markt mit ein paar Milliarden Dollar Lilquidität sponsoren. Greenspan hat dies oft getan, als der Dow gefährlich nahe bei seiner GD200 war und abzukacken drohte.

    Heute hat Ben satte 11.75 Mrd gedruckt. Geholfen hat's nicht viel.


    Die Open market Operations sind täglich zw. 16:00 und 16:30 (MEZ) hier nachzulesen: http://www.321gold.com/fed/temp_bank_res.html


    Oftmals wird um 16:00 Uhr eine erste Tranche zur Verfügung gestellt und falls das den Börsen nicht hilft, wird 16:30 nachgeschossen. Dürfte morgen interessant werden ;)


    Wenn wir mal unterstellen, dass Heli-Ben morgen seinen Job als Bewahrer eines stabilen Dollars ernster nimmt als seinen Job als Drucker, könnten morgen durchaus ein paar neue Widerstände durchbrochen werden, die auf dem Weg nach unten ihrerseits ein paar Stop-Losses auslösen und den Abwärtstrend verstärken.


    Trading?

    Keine Empfehlung meinerseits. Für den Short-Einstieg ist es bereits zu spät und die GD200 zu nahe.

    Es gilt dasselbe wie letzte Woche: Abwarten, was an der GD200 passiert. Wird sie durchbrochen: Short; prallt der SMIly ab: Long


    Prallt er ab, werden die nächsten Tage zeigen müssen, ob die nächste korrektur wieder unterhalb 7700 scheitert.


    Ich tippe auf einen Durchbruch der GD200. Entweder morgen aber sicherlich diese Woche.


    Hier noch der SMI stand heute.

    Calls auf Edelmetalle

    pascal wrote:

    Quote
    Hallo zusammen

    Habe einen Gold Put Strike 550$, 23-06-2006, XAUFE GSI P 06/06 (XAUFE)


    Was passiert, wenn ich den Put nicht verkaufe? sondern ausüben lasse?


    Der Put berechtigt Dich, gegen Abgabe von x (= Ratio) Put-Optionen, Gold zu $550/oz zu verkaufen.


    Da Du auf dem freien Markt derzeit für die Unze $650 kriegst, ist der Put nix wert, denn wenn Du den Put nicht ausübst, kriegst Du $100 mehr pro Unze.


    Wie dem auch sei, ich bin gerne bereit, Dir jede beliebige Menge Gold (physisch) zu $550 abzukaufen :lol:

    War der Absturz vorhersehbar?

    Das ist durchaus möglich. Vielleicht werden sie nicht gerade neue Höhen erklimmen aber eine Korrektur nach oben ist durchaus realistisch.


    Kommt dabei immer darauf an, wieviele Dollars jede Woche ins System gespült werden. Leider wird die Ausweitung der Geldmenge M3 seit März nicht mehr publiziert. Greenspan hat in seiner Amtszeit immer zuverlässig Geld gedruckt, wenn die Märkte an kritischen Marken waren. Heli-Ben hat das bisher offenbar noch nicht getan.


    Ist halt eine Gratwanderung: Dollarmenge ausweiten und die Kurse bleiben stabil aber andererseits wir der Dollar verwässert. Allzustark darf der Dollar aber nicht fallen, denn sonst steigen Ausländer aus den US-Märkten aus und die Kurse sinken trotz der neuen Dollars.

    Kommentar von Smartinvestor

    Hier ein paar Auszüge aus einem Kommentar:


    Die Frage ist natürlich, warum die Aktien so einbrachen. Eine sich wahrscheinlich abschwächende Konjunktur wird da von den Auguren genannt, aber auch der jüngst wieder anziehende Dollar – sicherlich beides nicht von der Hand zu weisen. Die steigenden Zinsen und Rohstoffe müssen zwangsläufig irgendwann Bremsspuren in den Bilanzen der Unternehmen hinterlassen. Und bislang hat der neue Fed-Präsident den Märkten noch nicht signalisiert, daß er im Notfall mit massiven Injektionen von Zentralbank-Dollars die Märkte retten wird, so wie das sein Vorgänger Greenspan stets getan hat. Man spricht ja deshalb auch vom sogenannten „Greenspan-Put“, weil alle Welt sich darauf verlassen konnte, daß Greenspan den Finanzmärkten im Fall der Fälle unter die Arme greift. Bernanke hat vor einer Woche die Fed-Fund-Rate sogar nochmals nach oben gesetzt und zog damit die „Daumenschrauben für die Märkte“ weiter an. Bisher können sich die Marktteilnehmer also nicht darauf verlassen, daß es einen Bernanke-Put gibt. Mal sehen, was der Fed-Chef tun wird, falls sich die Abwärtsbewegung bei den Aktien beschleunigen sollte. Auch Greenspan wurde ja gleich zu Beginn seiner Fed-Karriere von einem Crash überrascht (1987) und flutete daraufhin die Finanzmärkte mit Geld, was ihnen mit einiger Zeitverzögerung wieder auf die Beine half. Alles in allem sprechen die fundamentalen Gründe unserer Ansicht nach eher dafür, daß nun eine Periode schwächerer Kurse bevorsteht.


    ...




    Fazit

    Jeder Investor sollte für sich die Frage beantworten, ob die augenblickliche Schwächephase, die ja ohne einen triftigen Grund zustande kam, nur ein zufälliger Ausrutscher war. Oder aber, ob der Grund noch „nachgeliefert“ wird und die Korrektur vielleicht größere Ausmaße nimmt. Auch wenn wir bisher noch keinen überzeugenden Grund ausmachen können, so befürchten wir doch letzteres und halten daher eine Ausdehnung der Abwärtsbewegung für möglich, um nicht zu sagen: wahrscheinlich.


    Ganzer Artikel: http://www.smartinvestor.de/ne…tor/index.hbs?recnr=10850

    Zeit für einen SMI Put

    Slin wrote:

    Quote
    Habe den DAXMW mit 100% Gewinn wieder verkauft. Bin mit kleinem Geld mit dem DAXMO wieder short. Falls der Dax am Montag nochmals zulegt, Nachkauf.

    Gruss SLIN.


    Yep, dem schliese ich mich an. Longs heute verkauft (SMI) und seit Nachmittag short DAX und SMI. Die Burgers werden in den nächsten zwei Stunden wohl ihren Tagesgewinn wieder abgeben.


    Montag ist US-Börse zu, da wollen die Amis nicht übers WE investiert sein. Und wenn Dow heute rot schliesst, michen sich die Europäer am Montag in die Hose.

    War der Absturz vorhersehbar?

    7792 wrote:

    Quote
    Zur Zeit laufen die Anstrengungen, die Wirtschaft und somit auch die Währung stabil zu halten, auf Hochtouren.


    Dem ist eben nicht so. Und zwar hochoffiziell!


    Die USA haben das Problem, dass sie auf legalem Wege nicht mehr von ihren Schulden runterkommen. "Legal" bedeutet in diesem Zusammenhang, durch Wertschöpfung bei gleicher Kaufkraft des Dollars die Schulden inkl. Zins und Zinseszins abtragen.

    Wenn man das mal durchrechnet und davon ausgeht, dass der Amerikaner 10% seines Einkommens für die Schuldentilgung aufwendet (= entsprechende Steuererhöhung), dann dauert es etwa 2 Generationen bis die Schulden weg sind.

    Politisch lässt sich so eine Steuererhöhung nicht durchsetzen.


    Es wurde deshalb bei diversen G7- und G8-Gipfeln beschlossen, den Dollar entsprechend abzuwerten. Wichtigster Punkt dabei ist, dass Europa und Asien ihre Währung nicht ebenfalls abwerten sondern eine langsame Abwertung des Dollarsu um 25% in Kauf nehmen.


    Das bedeutet für die Gläubiger der USA entsprechend 25% Kaufkraftverlust und für die Exportindustrie entsprechende Verluste bzw. Exportrückgang.


    Das Ziel ist also nicht ein stabiler Dollar sondern vielmehr eine kontrollierte Abwertung. Und kontrolliert und langsam muss die Entwertung sein, um keine Panik auszulösen, die den Dollar kollabieren lassen würde.


    Natürlich melden sich nach heftiger als erwünschten Abstürzen immer wieder die diversen Notenbankchefs und Finanzminister, um das Ziel "Stabiler Dollar" zu propagieren und die Abverkäufe zu bremsen. Im gewissen Sinn stimmt das mit "Stabil" ja auch. Einfach ein stabil verlaufender Abgang aber ordentlich und gesittet.


    Die USA haben zwei Möglichkeiten:


    Wenn sie die Zinsen weiter anheben, stabilisiert das den Dollar, weil der ZIns-Spread zum Euro-Raum wächst und Dollars vermehrt gehalten werden. Damit gefährden sie aber die Wirtschaft und den Konsum, denn mit steigenden Zinsen fallen die Immobilienpreise.


    Sie können die Zinsen auch belassen oder senken um die Konsumenten bei Laune zu halten (und somit die Wirtschaft) untergraben aber damit den Dollar.


    Diese Gratwanderung ist sehr gefährlich und es gibt durchaus Leute (wie mich zum beispiel), die daran zweifeln, dass sie gelingen wird.


    Wirtschaft und Währung stabil zu halten, gelingt nur in einem Land mit geringen Schulden und hoher Sparquote. Für ein Schuldner-Land sind Zinsen schlicht Gift.


    Derzeit sind Zweidrittel aller Staatsreserven in Dollars notiert. Aber wir erhalten fast täglich Nachrichten von diversen Ländern, die ihre Dollarreserven zugunsten Euro abbauen wollen. Russland beispielsweise von 70% Dollar auf 45%. Die Arab. Emirate, Japan etc.


    Es gibt einfach zu viele Dollars auf dieser Welt. Und wer wird die kaufen, wenn sogar Zentralbanken ihre Dollarbestände abbauen?

    Richtig, die USA werden sie nehmen. Nehmen müssen. Aber zu welchem Preis?


    Der Dollar ist eine Ware wie jede andere. Eine Ware, deren Preis von Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Das Angebot steigt ständig, die Nachfrage geht zurück. Also wird der Preis sinken.


    Hoffen wir nur, das das in geordneten Bahnen abläuft.

    Re: @ Marcus, Aschi

    Speedy3 wrote:

    Quote


    Ihr verwechselt da was, ich habe ABB bereits bei SFr. 6.50 empfohlen

    und habe mich nie durch einen Downmove abbringen lassen.


    Also Marcus, hör bitte mit diesen Sticheleien auf.


    Tut mir leid, Speedy. Aber die Emotionen, die aus Deinen Postings sprechen, verleiten halt zu Sticheleien.

    Du bist also Langfristinvestor und derzeit über 100% im Plus. Was kratzt es Dich da, wenn die Aktie volatil und der Aufwärtstrend noch intakt ist?

    ABB

    sarahfrei wrote:

    Quote
    Ist dies nicht wieder eine Uebertreibung ?

    Ob die Bodenbildung erreicht ist weiss ich nicht.


    Natürlich ist das eine Übertreibung.


    Was die Bodenbildung betrifft: Sobald Speedy und Kostolani hier im Forum frustriert ankündigen, dass sie ihre ABB-Posis geschmissen haben und nie mehr was von ABB wissen wollen, kannst Du getrost Haus und Hof auf ABB verwetten ;)

    Re: Ertragsbilanzen

    learner wrote:

    Quote
    Durch die negative Zahlungsbilanz der USA schwächt sich ihre Währung, ...

    Der chinesische Yuan wertet sich andererseits durch die positive Zahlungsbilanz der Chinesen auf.

    Damit tendieren die Zahlungsbilanzen zwischen den beiden Staaten dazu, ausgeglichen zu werden.


    Im Prinzip stimmts. Der Yuan ist aber aus zwei Gründen ein schlechtes Beispiel, denn 1. Ist der immer noch fix mit dem Dollar verdrahtet, wenn auch in einer etwas weiteren Range und 2. verdient ein chinesischer Arbeiter $200 pro Monat. Bei solchen Löhnen ist kein westliches Land konkurrenzfähig.


    Von einem Ausgleich der Handelsbilanz kann also keine Rede sein. Die Europäer haben übrigens eine positive Handelsbilanz mit China. SIe liefern gute Produkte, die die Amis offenbar nicht haben. ;)



    Quote:

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    Als Folge muss auch hier (wie überall) im Gleichschritt mit dem Wirtschaftswachstum die Geldmenge angepasst werden (bzw. Geld gedruckt werden, wie du sagst).


    Stimmt. Aber eben nur in Höhe des Wirtschaftswachstums! Wenn, wie in den letzten Jahren die Geldmenge pro Jahr um 8-15% erhöht wird, dann führt das früher oder später zu Teuerung.



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    Da die USA in der komfortablen Lage sind, dass ihr Dollars auch die internationale Währung ist, können sie ihre Währung global verwässern. Jeder zahlt mit. Bei einer Kapitalaufstockung eines Unternehmens läuft's doch gleich. Jeder Aktieninhaber verliert.


    So ist es leider. Wenn wir Öl brauchen, müssen wir Uhren oder Käse gegen Dollars verkaufen. Die Amis können die begehrten Dollars einfach drucken.


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    Trotzdem ist's halt das einzige Land, das durch seine Grösse (seinen Binnenmarkt) eine gewisse Währungsstabilität garantiert.


    Überhaupt nicht. Der Dollar ist eine reine Privatwährung. Herausgegeben von der FED, einem Konsortium von Privatbanken. Gedeckt wird der Dollar von überhaupt niemandem. Das widerspricht zwar der US-Verfassung, denn dort steht, dass nur der Staat die Währung drucken darf aber nach dem Crash von 1906 haben die Banken den Crash aufgefangen und daraufhin wurde das FED gegründet und man hat ihnen die Herrschaft über den Dollar gegeben.


    Der einzige US-Präsident, der das Währungsmonopol wieder unter die Fittiche des Staates stellen wollte, war J.F.K. drei Wochen später war er tot. Kein anderer Präsident hat es seither gewagt am Dollar-Monopol der FED zu rütteln.




    Quote:

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    Aber: Durch den Geldabfluss geraten die US-Assets zunehmend in ausländische Hände, oder irre ich mich?


    Ja und nein. Wenn Du mit Assets Aktien meinst, hast Du recht. So gesehen gehört derzeit etwa 1/7 der USA den Saudis ;)

    Aber der grösste Teil der US-Schulden besteht in T-Bonds. Das sind nur Schuldscheine, die in Geld gedeckt werden müssen. Und das kann man ggf. leicht nachdrucken.




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    Die Geldmenge muss im Gleichschritt mit dem Wirtschaftswachstum sein. Die Geldmenge hat die Liquidität zu garantieren. Und jeder Staat wird in seinem eigenen Interesse die Geldmenge so festsetzen, dass weder Inflation noch Deflation einreissen und eine sinnvolle Währungsparität zu den anderen Staaten besteht.


    Absolut richtig. Das dürfte die BoJ allerdings in den 90er Jahren auch gewusst haben, oder? Warum konnte sie dann die Deflation in Japan nach dem Immo-Crash 1989 nicht verhindern bzw. stoppen?


    Die BoJ hat genau so reagiert, wie es die Logik vorschreibt. Sie haben die Zinsen gesenkt, um durch billige Kredite Investitionen anzukurbeln. Aber selbst mit 0% Zinsen, wollten die Unternehmen nicht investieren.


    Die Theorie, dass niedrige Zinsen die Nachfrage nach Krediten steigern ist im Prinzip richtig. Nur muss auch ein Bedürfnis nach Krediten da sein. Ein Unternehmen, dessen Produktion nicht ausgelastet ist, wird selbst bei Gratis-Krediten nicht investieren.


    Sind die Kredite zu billig, fliesst das Geld an den falschen Ort. In Japan wurden billige Kredite zu 1% in US-T-Bonds investiert und so die Zinsdifferenz von 4-5% eingesackt. Über Zinsderivate hat man sich gegen einen Kursverlust abgesichert. Dieser Yen-Carry-Trade hatte lange Tradition und wer ihn nutzte, konnte gut Geld verdienen.


    In den USA floss der grösste Teil der Billig-Kredite in Immobilien, hat dort zu Preissteigerungen von 15% p.A. gesorgt in die Aktien-Blase und Private Schulden. Die Folge ist, dass der durchschnittliche Ami mit 1-1/2 Jahresgehältern verschuldet ist und in den letzten beiden Jahren 30% der Häuser mit 100% Kredit gebaut wurden.

    Letztes Jahr waren 40% der neu gebauten Häuser Zweithäuser, die rein als Spekulationsobjekt gekauft und meist zu 100% fremdffinanziert wurden.


    Das heisst, wir haben in den USA nun viel zuviele Häuser, zuviel Belastung auf den Häusern.


    Nun beginnen die Immo-Preise zu sinken. Was wird passieren?


    All jene, die 100% Fremdfinanzierung haben, werden die Zweithäuser auf den Markt werfen, sobald die Preise sinken. Das Problem ist dabei, dass dies sehr viele Leute tun und sich die Zeiten, die es braucht, ein Haus zu verkaufen bereits drastisch auf 3 Monate verlängert haben.


    Im besten Fall kann das Haus zum EP verkauft werden. In den meisten Fällen dürfte ein Verlust anstehen.

    Nun kommen aber auch jene in Bedrängnis, die in ihren Häusern leben. Denn mit den sinkenden Preisen wird die Bank Amortisation verlangen, da sie in eigenem Interesse verhindern will, dass ihre Ausstände mehr als 100% des Wertes ausmachen.


    Wer nun Aktiendepots sein Eigen nennt, wird wohl oder übel zuerst die verkaufen, bevor er sein Haus verlässt. Damit sinken die Aktien und die Häuserpreist, eines führt zum anderen.


    Genau so, wir wir in den letzten 3 Jahren eine Spirale hatten, die Immobilienpreise und Aktienpreise parallel in die Höhe getrieben hat, werden wir nun in eine Spirale geraten, in der beide parallel fallen. Bei den Immos hat der Fall schon begonnen. Bei den Aktien noch nicht. Oder doch?


    Damit komme ich zu der Schlussfolgerung, die sich wie ein roter Faden durch all meine Postings zieht:


    Die Aktienhausse der letzten drei Jahre hat rein gar nichts mit Wirtschaftswachstum zu tun. Sie ist lediglich liquiditätsgetrieben, gedrucktes Geld, das in Immos und Aktien parkiert wurde und dort die Preise in die Höhe getrieben hat.


    Nochmal: Du schreibst "Die Geldmenge muss im Gleichschritt mit dem Wirtschaftswachstum sein. " und sagst damit, wie es in einer perfekten Welt sein müsste. Soweit so gut.

    Ich habe aufgezeigt, dass wir in keiner perfekten Welt leben und dass enorme Geldmengen gedruckt wurden, die das Wirtschaftswachstum um Faktoren überstiegen.


    Die Frage an Dich lautet nun, welche Schlussfolgerungen Du daraus ziehst?


    Quote:

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    Morgen sollte es ein guter Börsentag werden!


    Zumindest Aufholjagd am Morgen, bis die Amis eröffnen. Bin bereits wieder long im SMI drin, rechne aber damit, dass ich morgen Nachmittag schmeissen werde.

    Jetzt in Gold investieren?

    Gold dürfte noch weiter sinken. Die nächste Unterstützung ist bei $620. Aber auch $600 liegen durchaus drin.


    Der Sommer ist traditionell keine gute Zeit für Gold-Käufe.


    Empfehlung deshalb: Abwarten.


    Wenn Gold vor dem 1. August nach oben dreht, einsteigen. Ansonsten erst Ende Juli, Anfang August einsteigen.

    Re: Begriffsklärungen und Fazit

    learner wrote:

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    Danke für den informativen Chart. Gut auch, einmal zu wissen, was das KGV im historischen Schnitt ist. Hat man doch tagtäglich in den News gehört, die Aktien seien immer noch brav bewertet. Einige sogar sehr brav!


    Das Problem ist, dass wir meist die Zukunft positiver einschätzen als sie dann tatsächlich eintritt. Man meint z.B. ABB mache im nächsten Jahr einen Gewinn von Fr. 8 und in der Realität sind es dann nur 7.50.


    Entsprechend wird das zukünftige KGV zur Makkulatur und durch das echte ersetzt, sobald die entsprechenden, richtigen Zahlen auf dem Tisch liegen.

    Was häufig - fälschlicher Weise - gemacht wird, ist, das effektive KGV der Vergangenheit mit dem optimistischen der Zukunft zu vergleichen und somit lässt sich immer jeder Aktienkurs rechtfertigen.




    Quote:

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    Und dann ist schliesslich die PEG-ratio ebenso wichtig wie das KGV, bzw. für mich wichtiger.


    PEG hat halt wieder den Nachteil, dass es auf Zukunftsprognosen basiert. Das ist wie oben erwähnt - gefährlich.



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    -Wirtschaftswachstum: Haben wir in einem Staat einen Apfel und einen Stutz, und dieser Apfel wurde einmal verkauft, so war das BIP ein Stutz. Wenn er zehnmal verkauft wurde, so war das BIP zehn Stutz, okay?


    Auf fein, lass uns ein bisschen Finanz-Pingpong spielen: Ich kaufe Dir den Apfel für eine Million ab und eine Sekunde später verkaufe ich Dir den Apfel wieder für 1 Mio. Da haben wir schnell mal 2 Mio BIP generiert.


    Am besten, wir lassen das einen Computer erledigen: Das Jahr hat rund 32 Mio Sekunden so können wir mit 1 Mio im Sekundentakt gut und gerne 32 Billionen Fr. BIP pro Jahr generieren. Das wäre dann dreimal mehr als die USA pro Jahr macht. Und das einzig und alleine durch das hin- und herschieben eines einzigen Apfels zu einen unrealistisch hohen Preis.


    Aber macht nix. Alle Schweizer wären reich und uns ginge es allen blendend.


    Wo liegt der Fehler?




    Quote:

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    Da kommt es auch nicht darauf an, ob das Geld im Binnenmarkt oder im Aussenhandel hin- und hergeschmissen wurde.


    Oh doch! Gerade darauf kommt es an: Wenn die Schweiz für Importe Fr. 100 ausgibt aber durch Export 110 einnimmt, ist die Schweiz - als ganzes - um Fr. 10 reicher. Die Verteilung ist eine andere Sache aber dem Land als solchem geht es in seiner Gesamtheit besser.


    Wenn ein Land - wie heute die USA - netto Geldabflüsse in Höhe von 5% des BSP verzeichnet, dann ist das ausserordentlich bedenklich.




    Quote:

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    Mit Wertschöpfung, bzw. Rendite hat der Umsatz oder das Wachstum also keinen unmittelbaren Zusammenhang.


    Richtig. Und genau da liegt der Fehler in meinem Apfel-Ping-Pong.


    Aber damit wären wir wieder bei meiner Definition von Wirtschaftswachstum: Eine Produktivitätssteigerung um 10% ist eine Wertschöpfung. Wird aber GEld gedruckt und in den Kreditkreislauf gepumpt, ist das dann auch Wertschöpfung?




    Quote:

    Quote
    Fazit: Wirtschaftswachstum, Wertschöpfung, Bewertung der Aktien haben keinen unmittelbaren Zusammenhang, noch weniger die Bewertung von Einzelaktien.


    Einverstanden. Aber an irgend etwas muss man sich orientieren. Dividendenrendite beispielsweise.




    Quote:

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    Mit Esaus teuer gekauften Linsensuppe wollte ich nicht sagen, dass Linsen statt Gold als Währung verwendet werden sollten.


    Nein, Du hast Dir Gedanken gemacht über den Begriff "Geld" und damit hast Du Überlegungen angestellt, die sich 99.9% der Menschen nicht stellen. Geld ist nämlich weit mehr als nur ein Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel.

    Weiteres hierzu: http://www.relfe.com/plus_5_german.html?




    Quote:

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    Zwischen 1981 und 2001 crashte es um über 100 Prozent. Gerade jetzt würde ich nicht wagen, Gold oder Silber zu kaufen.


    Ein Crash über 100% ist mathematisch unmöglich ;)


    Gold Crashte von 840 auf 276 also um rund 3/4.

    Zwischen 1967 und 1982 jedoch performte Gold von $35 auf 840. Also 1600%.


    Guckste Dow/Gold-Ratio aus meinem letzten Posting: Aktien sinken, Gold steigt. Dow und Gold werden sich im dümmsten Fall (= untere Trendlinie) bei Faktor 4 treffen. Also Goldpreis mal 4 * = Dow. Jetzt können wir Würfeln, ob Gold $2500 und Dow $10000 oder Gold $1000 und Dow $4000.


    Geht man gleichzeitig long im Gold und Short im Dow (und zur Absicherung Short in Dollar), dann ist man mit grosser Wahrscheinlichkeit für die nächsten 5 Jahre auf der sicheren Seite.


    Quote:

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    Insgesamt hat mich die Diskussion einiges weiter gebracht. Thanks!


    Mich auch. Aber wir führen ja diese Diskussion nicht nur für uns beide. Da draussen sind ein paar Hundert Mitleser, die unsere Diskussion mit Interesse verfolgen. ;)

    (Hoffe ich zumindest)

    UNAPA - Mistrade (UNAXIS-PUT-WARRANT von der ZKB)

    Ich sehe das so:


    Dein Verkauf war die Folge Deines Kaufs.


    Wird der Kauf annuliert, muss auch der Verkauf annuliert werden.


    Damit wärst Du zumindest mit 0.0 draussen. Das könntest Du als Misstrade noch akzeptieren.


    Ich würde an Deiner Stelle darauf bestehen, sowohl den Kauf als auch Verkauf zu bewerten (also Gewinn) und auf diesem Gewinn zu bestehen. Das wären 15000 * 0.14 = Fr. 2100


    Yellowtrade wird sich darauf nicht einlassen. Aber jetzt läuft die Verhandlung grundsätzlich zu Deinen Gunsten:

    Du fordert 2100 Gewinn

    Yellowtrade bietet 0 Gewinn/Verlust


    Also einigt ihr euch in der Mitte: Fr. 1050 Gewinn für Dich auf Kosten Yellowtrade und Du versprichst, weder Bankenombudsmann noch Presse zu informieren.


    Deal?

    ABB

    kostelani wrote:

    Quote
    Man kann keine Charts anaylsieren und sind deshalb prinzipiell reine Märchengeschichten.


    Gegenfrage: Warum konnte ich am 11. März behaupten, der SMI würde auf etwa 7450 abkacken und dort würde der Fall gebremst?

    Anders gefragt, Wenn ein Märchen wahr wird, ist es dann noch ein Märchen?


    Ich habe nicht behauptet, dass Charttechnische Analysen für ABB sinvoll sein. Und wenn Du mein Posting zu Ende gelesen hättest, wüsstet Du das.


    Des weiteren: Ich verstehe Dich sehr gut. Charttechnik ist Märchen. Aber es funktioniert und funktioniert bis zu einem gewissen Punkt recht gut. Warum das so ist, weiss ich auch nicht. Ich vermute einfach, es liegt daran, dass zuviele Trader auf dieselben Charts starren und aufgrund derselben Indikatoren dieselben Schlüsse ziehen und danach handeln.



    Buffet wrote:

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    Ist absolut kein Blödsinn. Charts gehören dazu. Und wegen immer das gleiche schreiben::::::: Wer pusht hier immer ABB???


    Dass ich das noch erleben darf, ausgerechnet von Dir Schützenhilfe zu kriegen... Danke.




    Quote:

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    Schau mal hier

    http://zkb.is-teledata.ch/html…/chartanalyzer/index.html

    und dann auf Chartanalyse . Finde das Tool noch recht gut.


    Geil, Danke. Genau so was hatte ich gesucht und nie gefunden ;)

    Re: Doomsday-Propheten...

    learner wrote:

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    Achtung, die Diskussion führst du hier mit jemandem, der erst gerade begonnen hat, sich mit der Wirtschaft zu beschäftigen.


    Dafür stellst Du aber saugute Fragen. Chapeau!




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    Dass sich Keynes so irren konnte. Tsss!


    Kurz: Die Idee von Keynes lautete: Wenn die Wirtschaft schwächelt, nimmt der Staat Geld auf, saniert Strassen und Infrastruktur und buttert über die Bauindustrie Geld in die Wirtschaft.

    Jobs werden geschaffen, die Wirtschaft läuft wieder und die danach höheren Steuereinnahmen erlauben es, die Schulden wieder abzubauen. Diese Initialzündung darf aber höchstens 6 Monate dauern.

    Im Fall der USA begann die Gelddruckerei aber bereits im November 2000 und hat nicht allzuviel gebracht. Eine Rezession konnte bisher nur hinausgeschoben werden und das Geld, das eigentlich für Investitionen gedacht war ist im Konsum auf Pump, Immobilien auf Pump und Aktien gelandet.

    Die wirtschaftliche Situation hat sich nicht wesentlich gebessert und die Amis haben in den letzten Jahren Geld verbraucht, das ihre Enkelkinder erst noch verdienen müssen.




    Quote:

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    Gerne würde ich einen solchen Chart anschauen, wenn du einen hast.


    [Blocked Image: http://www.zealllc.com/c2005/Zeal080505B.gif]


    Der Chart stammt aus dem Jahr 2005.

    Langfristig pendelt das KGV (blaue Kurve) um 14. Dabei pendelt es zwischen 7 (Aktien sind unterbewertet) und 21 (Aktien sind überbewertet). Liegt das KGV oberhalb 28 spricht man von einen Blase.


    Um das KGV auf den fairen Wert von 14 zu korrigieren, gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Steigerung der Gewinne, 2. Preissenkung bei den Aktien.


    Was wir aus der Kurve auch sehen ist, dass die Zyklen immer nach oben und unten übertreiben. Die meisten Marktteilnehmer sind derzeit der Meinung, dass die KGV's nach der Blase um 2000 auf den fairen Wert von KGV 14 korrigieren werden. Das entspricht allerdings nicht der historischen Erfahrung. In vergangenen Bärenmärkten wurde bisher der Boden erst bei einem KGV um 7 erreicht. 1982 lag das KGV beispielsweise bei 6.6.


    Betrachten wir mal die Böden: 1920, 1951, 1982 ... jeweils etwa 30 Jahre. Setzen wir die Reihe fort, dürfte der nächste Boden 2012 erreicht werden.


    So, jetzt haben wir den Zeitpunkt. Und wie steht's mit dem Ziel? Wo wollen wir den Boden ansetzen? KGV 7.0?

    Nehmen wir ein KGV von 7 bei gleichbleibenden Unternehmensgewinnen der USA, müsste der DOW bis 2012 rund 50-70% seines Wertes verlieren. Das deckt sich recht gut mit der Cycle-Pro Kurve.

    Demgegenüber könnte der DOW auch bei 10'000 warten während sich die Gewinne verdreifachen. Aber so optimistisch beurteile ich die US-Wirtschaft nicht ;)


    Intessant in der obenstehenden Grafik ist auch die Dividendenrendite auf DOW-Papieren. Historisch liegen die Renditen von Aktien etwa 1% oberhalb jender von Bonds. Der Grund ist, dass Bonds sicherer sind als Aktien. Entsprechend müssen Aktien eine Risikoprämie zahlen, um attraktiv zu sein.

    Im Moment liegt die Dividendenrendite bei 2%, jene der Bonds bei 5%. Steigen die Bond-Renditen, wird der Spread noch grösser und entsprechend der Druck auf die Aktienpreise.




    Quote:

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    Wachstum≠Gewinnschöpfung, oder irre ich mich?


    Nach offizieller Lehrmeinung hast Du recht und ich unrecht. Der Punkt geht an Dich.


    Aber ich bleibe bei meiner falschen Ansicht. Meine Überlegung dabei ist folgende:


    Wenn eine neue Erfindung dafür sorgt, dass eine Firma mit gleichem Aufwand an Personal, Zeit und Material neu 120 statt 100 Stück produzieren kann, dann ist das eine Produktivitätssteigerung um 20%, die ins Wirtschaftswachstum gerechnet werden darf. Soweit bist Du sicher auch einverstanden.


    Wenn nun das FED beschliesst, 2 Billionen Dollarnoten zu drucken, dann werden diese 2 B$ über die Banken als Kredite vergeben und landen als Umsatz in den Büchern der Bank. Dieses gedruckte Geld wird dem Wirtschaftswachstum hinzuaddiert. Meiner Meinung nach ein Witz, da ein falsches Bild über die Wirtschaftslage erzeugt wird. aber mit dieser Meinung stehe ich alleine da.


    Gegen Kredite ist nichts zu sagen. Die Frage ist, wofür das billige Geld verwendet wird:


    Fliesst es in Investitionen, die zu einer Produktionssteigerung führen und Jobs erhalten/erzeugen, dann ist dies sehr sinnvoll.


    Fliesst es hingegen in Konsumschulden oder erhöht ungerechtfertigt die Preise für Immos, Aktien etc., dann ist das Geld falsch angelegt, sogar schädlich, denn unter dem Strich muss mehr zurückbezahlt werden.


    Wenn die 2 B$ in Investitionen fliessen und dort für ein Wachstum sorgen, dann tauchen sie automatisch und gerechtfertigt im Wirtschaftswachstum auf. Aber bitteschön nicht in den Büchern von Banken, die nichts produzieren!




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    Ausserdem gibt es eine zunehmende Konzentrierung der Unternehmungen, wie Brüderchen Marx prophezeit hatte, was den Wert der Unternehmen, bzw. ihre Rendite überproportional steigert. Wie anders wäre der rasante Anstieg der Aktien zu erklären, der überhaupt nicht im Gleichschritt mit dem Wachstum verlaufen ist. Sondern im Gleichschritt mit dem Shareholder-Value.


    Auch hier gibt es Zyklen: Grosse Konzerne (PTT, ABB, Siemens) werden zerschlagen und in einzelne Firmen aufgeteilt bzw. Teile verkauft. Das nennt man dann Konzentration aufs Kerngebiet.

    Dann gibt es Phasen, in der die Fusionitis angesagt ist (Novartis, HP-Compaq) und man spricht von Synergien.

    Oder kleinere Firmen werden für ein Sündengeld übernommen und integriert (Daimler-Chrysler).


    All diese Umstrukturierungen haben eines gemeinsam: Man kann die Bilanzen nicht mehr mit jenen des Vorjahres vergleichen. Die wahre Situation der Firma lässt sich für den normalen Aktionär kaum ermessen. Nun lässt sich natürlich sehr gut mit Abschreibungen und Goodwill spielen, bis die Bilanzen genau das aussagen, was das Management uns rüberbringen will.




    Quote:

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    Warum hat Esau all sein Gold, das er mit dem Erstgeburtsrecht erhalten hätte, für eine Linsensuppe hergegeben? Das Gold ist wegen seiner subjektiven Bewertung eben auch grossen Wertschwankungen unterlegen.


    Man könnte durchaus auch ein Währungssystem in Linsen aufbauen. Wenn wir unterstellen, dass getrocknete Linsen ewig haltbar sind, würden sich Linsen auch zur Werterhaltung (zum Sparen) eignen. Warum nicht?


    Gold hat einfach ein paar praktische Vorteile gegenüber Linsen: Du musst beispielsweise weniger Gold als Linsen mit Dir rumschleppen, wenn Du ein Auto bezahlen möchtest.


    Auch kann die Produktion von Linsen fast beliebig gesteigert werden. Der Abbau von Gold allerdings nicht.


    Aber egal, ob Du als Bauer Linsen anbaust oder in einer Mine nach Gold schürfst. In beiden Fällen ist Arbeit und Schweiss nötig, um an das begehrte Objekt zu kommen.

    Ungedecktes Papiergeld, auf dem unsere ganze Wirtschaft derzeit basiert, ist praktisch gratis in beliebigen Mengen herstellbar. Eine US-Banknote kostet 4cent, egal ob es sich um eine 1$ oder 1000$ Note handelt. Und im Zeitalter der Informatik lässt sich Geld auch von der FED elektronisch erzeugen. Ein paar Tastendrücke und Mausklicks und auf dem FED-Konto stehen ein paar Milliarden mehr.


    Genau hier liegt das Problem: Wenn die USA über Nacht ihre Dollarmenge um 10% erhöhen, muss der Dollar zwangsläufit 10% gegen Euro und Franken an Wert verlieren. Drucken aber EZB und SNB ebenfalls in derselben Nacht 10% Euros und Franken, dann bleiben die Verhältnisse $-€-Fr. konstant und wir merken das gar nicht. Zumindest nicht bis zum nächsten Tankstellenbesuch, denn es wurde in der bewussten Nacht nicht 10% mehr Öl gefördert.

    Oder eben der Goldpreis steigt in allen Währungen, denn Gold kann eben auch nicht inflationiert werden.


    Gold ist deshalb der erklärte Feind der Papierwährungen, der Feind aller Banken und muss mit allen Mitteln bekämpft werden! Denn Gold deckt Ungleichgewichte und Gelddruckerei gnadenlos auf. Einfach deshalb, weil man dann mehr Papier für eine Unze Gold bezahlen muss.


    Gold ist nicht nur ein Rohstoff sondern eine Währung. Es ist die Währung seit 5000 Jahren und absolut unbestechlich. Es ist die Währung, an der sich alle anderen Währungen messen lassen müssen.


    Insofern wäre es doch der Gipfel der Frechheit, würde man den Dow-Jones statt in Dollar, Euro oder Franken mal in Gold bewerten, oder? Dann bekämen wir nämlich ein klares Bild über den wahren Wert, von Aktien und ihren Trend.


    Ok, here it comes:


    [Blocked Image: http://home.earthlink.net/~intelligentbear/dj-au-ratio-lt.gif]


    So, nun haben wir die Wahrheit! Der Dow ist nur in Dollars gestiegen, weil Dollars gedruckt wurden. In Tat und Wahrheit sind wir seit ein paar Jahren auf dem Weg nach unten. Nur keiner merkt's weil wir in Papier denken und nicht merken, wie Papier inflationiert, gedruckt wird.



    Quote:

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    Ich habe besseres Vertrauen in ein unmittelbares Produktivmittel wie Land. Land wirft eine regelmässige Rendite ab. Das Angebot bleibt konstant. Die Nachfrage nach Land und seinen Erzeugnissen steigt (mit dem Bevölkerungswachstum und neuen Bedürfnissen, wie nach mehr Biomasse).


    Absolut richtig. Land hat nur den Nachteil, dass Du es nicht mitnehmen kannst, wenn es zu einer Krise im entsprechenden Land kommt.


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    Schliesslich würde ich aber gerne dein Fazit aus allem hören. Wie würdest du ein Portfolio gestalten, damit es den Risiken, wie du sie zeigst, Rechnung trägt?


    20% physisches Gold

    10% physisches Silber

    30% Rohstoffe und Minen (Agrar, Industriemetalle, Edelmetalle)

    20% Energie (Öl und Alternativ): Solarworld, Royal Dutch etc.

    10% Defensive Bluechips (Nestlé, Novartis, Coca Cola)

    10% Zykliker und Outperformer (ABB)

    Re: Längerfristige Aussichten

    learner wrote:

    Quote

    Was du schreibst, ergibt ein Doomsday-Szenario. Also raus aus Aktien?




    Generell ja:

    * Raus aus US-Aktien, denn wenn die Meldung des Britischen Observers vom 14. Mai stimmt, dann haben die G8-Mitglieder beschlossen, den Dollar langsam um 25% abzuwerten. Dadurch werden Importe für die USA teurer aber das hilft der US-Industrie etwas konkurrenzfähiger im eigenen Land zu werden. Ziel ist es, durch eine Schwächung des Dollars die Schulden und Handelsdefizite abzubauen. Dies geht dann allerdings auf Kosten aller Gläubiger, die US$ Assets halten, denn sie werden einen Währungsverlust von 25% an Kaufkraft erleiden.


    * Entsprechend auch raus aus Titeln, die sehr stark vom Export in die USA abhängen.


    * Raus ebenfalls aus Bonds (aller Länder) denn die Zinsen werden generell steigen.


    * Raus insbesondere aus Firmen, die bei einem Einbruch des US-Immobilienmarktes besonders stark betroffen sein werden (Deutsche Bank, UBS, Credit-Suisse)


    * Raus aus unprofitablen Firmen, die keine GEwinne schreiben und ihre Kurse nur durch Phantasie rechtfertigen.


    Andererseits


    * Rein in Titel seriöser Unternehmen, die passiv sind und gute Dividende zahlen (Nestlé, Pharma)


    * Rein in Titel, die ihr Geld mit Rohstoffen (Agrar und Metalle) verdienen. Ich denke da an Royal Dutch, BP und diverse Minen.




    ----


    Wenn es die Derivateblase verjagt, wird in erster Linie der Dollar leiden. Entsprechend dürften Währungen wie der Franken, CAD, Rand und AU$ profitieren (Fluchtwährung).


    Platzen die Derivate, sind die ganzen Zinsabsicherungen (die machen mehr als 50% aus) für die Katz. Das bedeutet, dass insbesondere die halbstaatlichen GSE's (Government Sponsored Enterprises) Fanny Mae und Freddy Mac unter die Räder kommen. In der Folge Einbruch der US-Immobilienpreise gefolgt von einem Zusammenbruch des Marktes.


    Anders ausgedrückt: Platzt eine Blase, werden die anderen Blasen folgen.


    Nun stellt sich die Frage, ob sich dieser Crash auf die USA beschränken wird oder Auswirkungen auf das globale Finanzsystem haben wird. Ich fürchte, dass letzteres der Fall sein wird, denn sehr grosse Summen unserer Bankeinlagen oder unserer Pensionskassengelder sind im US-Immobilien- und Bondmarkt investiert. Insgesamt sind Schweizer Gelder in Höhe von $190 Mrd. in den USA investiert. Wieviel davon im Bond- und Immobilienmarkt, weiss ich nicht.


    Es stellt sich weiter die Fragen, ob nur das Vertrauen in den Dollar zusammenbrechen wird oder in Papierwährungen allgemein. Wenn letzteres der Fall ist, wird es zu erheblichen Turbulenzen mit anschliessender Währungsreform kommen.


    Wer dann physisches Gold sein eigen nennt, kann sich zu den Gewinnern zählen.


    Die Schweiz steht noch relativ gut da, denn obschon wir 50% unserer Golds in den letzten drei Jahren billig verkauft haben, verfügen immer noch über namhafte Goldreserven.

    Allerdings befindet sich nach Aussage der SNB nur die Hälfte unseres Goldschatzes in der Schweiz. Der Rest ist im Ausland und wurde verliehen (gegen Papier). Im schlimmsten Fall können wir dieses Papier-Gold abschreiben. Wie gut wir aus der Währungsreform rauskommen hängt davon ab, wieviel physisches Gold sich tatsächlich in den Tresoren der SNB befindet. Leider konnte ich nicht herausfinden, wie viel das ist.


    Währungsreform bedeutet (so zumindest das Szenario von Greenspan), dass eine neue globale Währung erschaffen wird, die durch einen Korb von Rohstoffen und Edelmetallen gedeckt sein wird. Nur so lässt sich das Vertrauen in Papiergeld wieder herstellen.

    Eine gedeckte Währung hätte den Vorteil, dass sie ausserordentlich stabil ist und es keine Teuerung mehr gibt. Inflation wäre nicht mehr möglich bzw. nur im Rahmen des effektiven Wirtschaftswachstums.


    DIe Zeiten wären also vorbei, wo im Falle einer Krise die Staatsbanken einfach Geld drucken könnten um der serbelnden Wirtschaft billiges Geld zur Verfügung zu stellen damit der Wirtschaftsmotor wieder rund läuft.


    Aber soweit sind wir ja noch nicht. Vielleicht gelingt es ja auch den Banken, ihre Derivate-Position langsam abzubauen und es kommt nie zu einem Platzen. Damit dies geschieht, dürfen die Zinsen nur langsam und kontrolliert steigen und der Dollar muss ebenso langsam abgewertet werden. Am besten so langsam, dass es der Anleger gar nicht so richtig mitkriegt.


    Wenn es gelingt die Besitzer von US-Assets davon zu überzeugen, dass ein Verlust von 25% ihrer Assets weit weniger schmerzhaft wäre als ein Platzen der Blasen, würde die Titanik noch am Eisberg unbeschaded vorbeischrammen.

    Ich zweifle aber daran, dass es so eine globale Solidarität zur Stützung der USA geben wird. Selbst wenn Politiker dies beschliessen, so wird doch der eine oder andere PK-Fondsmanager seine US-Positionen heimlich auflösen, um zumindest sein eigenes Schärfchen ins Trockene zu bringen. Private Anleger sowieso.


    Abgesehen davon stehen die USA derzeit politisch und moralisch in den Augen der Welt nicht so gut da, dass man ihnen gerne einen Viertel seiner Lebensersparnisse opfern würde.


    Schon gewusst? Derzeit werden bereits 80% der Welt-Ersparnisse zur Deckung der US-Defizite aufgewendet. Bei spätestens 100% ist aber Schluss.


    Zumindest meine Ersparnisse kriegen die Amis aber nicht!

    Re: FRAGE

    ASCHI wrote:

    Quote


    an marcus fabian


    wie sieht es chart-technisch bei abb aus'


    Hmm, mal sehen. Leider habe ich keine CH-Seite gefunden, die einigermassen vernünftige Indikatoren erlaubt (kenne Swissquote und ubs.quotes) und BigChart bewertet ABB in Dollars. Das heisst, dass im nachfolgenden ABB-Chart allfällige Währungsschwankungen nicht berücksichtigt sind.


    Ich weiss jetzt nicht, in wieweit das das Bild verfälscht:


    [Blocked Image: http://board.cash.ch/bb/files/abb1_155.gif]


    Im Gegensatz zum SMI hat ABB seine GD200 nicht erreicht sondern steht derzeit bei seiner GD100, die noch als Unterstützung dient.

    Der langfristige Aufwärtstrend ist immer noch intakt. Aber das gilt wohl für alle Titel.

    Abb könnte demnach auf $10 (oder Fr. 12.20) absacken, ohne dass der langfristig bullische Trend gebrochen wäre.


    Die Indikatoren zeigen kein eindeutiges Bild. MACD ist immer noch bärisch.

    Slow-Stoch hat vor zwei Tagen einen Aufwärtsdreh signalisiert, hat aber relativ schnell wieder gedreht, was sehr bärisch ist!


    Interessant finde ich, dass ABB offenbar eine treue Anhängerschaft hat und auch kein Opfer von Hedge-Fonds oder Spekulanten ist. Die Shortquote liegt bei sehr niedrigen 0.125%.


    Aus Charttechnischer Sicht ist mit einem erneuten Absacken um etwa 10-15% (auf die GD200) zu rechnen. Aber diese EInschätzung kann falsch sein, denn - wie gesagt - das ist ein Chart in Dollars!


    ---


    Ich möchte an dieser Stelle anfügen, dass diese Einschätzung sich rein nur auf den vorliegenden Chart bezieht. Ich meine, man hätte mir einen Chart über Schweinebäuche vorlegen können und ich hätte genau dasselbe erzählt.


    Im Fall von ABB halte ich es nicht für sehr sinnvoll, charttechnisch heran zu gehen. ABB ist ein Turnaround-Unternehmen, das es geschafft hat und auf dem Weg nach oben. ABB ist eine Perle.


    Mit anderen Worten: Was ich oben geschrieben habe mag charttechnisch Hand und Fuss haben, ist aber ansonsten ausgemachter Blödsinn ;)


    Andererseits ist es eben auch möglich, dass Charttechniker genau nach diesem Blödsinn traden und ABB tatsächlich noch 10% nach unten bringen.