Posts by MarcusFabian

    Re: Entwicklung des SMI

    learner wrote:

    Quote
    Oder kann man sich vorstellen, dass ein Misstrauen in die Regierung da ist, aber ein Vertrauen in die Wirtschaft?


    Da würde ich sogar noch differenzieren in ...


    :arrow: das Vertrauen der amerikanischen Bevölkerung in ihren Präsidenten und


    :arrow: das Vertrauen der Welt, insbesondere der Kreditgeber.


    Der Amerikaner selbst denkt nur wenig über seinen Tellerrand hinaus. Hypothekarzinsen und Benzinpreise sind ihm wichtiger als Inflation und weltpolitische Lage.

    Das Dumme ist nur, dass es jeder Ami seinem Präsidenten abnimmt, wenn ihm dieser erzählt, die Benzinpreise seien nur wegen des Iran so hoch. In der logischen Folge ist dann der Ami geneigt, einem Krieg gegen den Iran zuzustimmen. Was interessieren ihn schliesslich ein paar Hunderttausend tote Iraner, wenn dafür sein Bezin billiger wird?


    International geniessen die USA derzeit weder Sympathie noch Vertrauen. Alleine deshalb ist es erstaunlich, dass die Chinesen, Japaner und Araber immer noch die Hauptlast der US-Defizite tragen.


    Der Dollar wird in den nächsten Jahren nochmals 25% Kaufkraft verlieren. Da helfen 5% Zins auf US-T-Bonds nur relativ wenig.


    China kann die USA jederzeit in eine Finanzkrise stürzen, indem sie T-Bonds verkaufen. China hat also mehr Macht über die USA als die meisten Menschen sich vorstelen können.


    Irgendwie ist da ja auch sexy: Es genügen ein paar Unterschriften und Amerika versinkt in seinen Schulden bzw. die Zinsen steigen in den zweistelligen Bereich.

    Da helfen den Amis ihre ganzen Kanonen und Bomben gar nichts.


    "Die Feder ist stärker als das Schwert" :lol:

    Indien Fond

    Es dürfte kein Trost für Dich sein aber die Indizes der Emerging Markets sind oft Vorboten für grössere Einbrüche bei den Alfa-Börsen. Zumindest war das 1998 vor Zusammenbruch des LTCM Fonds der Fall.


    Indien steht nicht alleine mit seinem Einbruch vom 22. Mai:


    Der russische RTS-Index fiel um 7,8%, der türkische ISE-National-100 um 8,3%, der ägyptische CASE-30 um 6,7%, Brasiliens Bovespa-Index um 4,5%, Indiens BSE-Sensex-30 um 4,2% und der indonesische Djakarta Composite Index um 6 Prozent.


    All diese Länder haben eines gemeinsam: Ihre Wirtschaft lebt vom Export in den Westen, insbesondere die USA. Geht dort der Konsum zurück, spüren es diese Länder als erste. Deshalb ist es auch plausibel, dass ihre Börsen als erste reagieren.


    Indien muss nun schnellstens den Binnenmarkt aufbauen. Bei über 1 Mrd meist armer Menschen dürfte die Nachfrage kein Problem sein. Indien hat teilweise damit begonnen seine US-Assets aufzulösen um damit die Strassennetze und Einsenbahnen zu sanieren. Ein sehr guter Entscheid.


    Wenn es Indien gelingt, sich aus der Abhängigkeit der USA zu befreien, stehen die Aussichten langfristig ausgezeichnet. Gleiches gilt übrigens auch für China und Vietnam.

    Einige Fragen zu Short und Long

    Ist soweit alles richtig, was Du schreibst. Ich hatte ja auch weiter oben geschrieben:


    Quote:

    Quote
    Entsprechend nimmt die Bank eine Short-Position ein, wenn Du einen Call kaufst (also long gehst).


    Dass das Verkaufen eines Puts aber "Long-Put" genannt wird, war mir wirklich neu. ;)

    Re: Börsianer sind ein doofes Volk

    Speedy3 wrote:




    Sagen wirs mal so: Eine weitere Zinserhöhung würde die Immo-Blase platzen lassen, das kann das FED einfach nicht riskieren.


    Die "Leistung" der FED in den letzten 5 Jahren bestand darin, die Geldmenge zu erhöhen (= Geld zu drucken), um Konsum und Wirtschaft vor einer Rezession zu bewahren (2001). "Inflate or die".


    Das hatte zur Folge, dass alle Preise gestiegen sind. Von Lebensmitteln, Energie, Rohstoffen bis Aktien und Immobilien. Oder anders ausgedrückt, dass der Dollar entsprechend seit 2001 etwa die Hälfte an Wert verloren hat.


    Wir können jetzt darüber diskutieren, ob das gut oder schlecht ist. Es mag kurzfristig als positiv empfunden werden, wenn Kredite billig sind und man sich entsprechend auf Pump ein Haus, Auto oder Aktien leisten kann. Aber nun steigen die Zinsen und irgendwann müssen die Kredite zurückbezahlt werden. Und zwar mit Zins und Zinseszins.


    Jetzt heisst es, den Gürtel enger zu schnallen und Schulden zu amortisieren. Die Kreditvergabe geht also zurück, die Geldmenge sinkt, "deflationiert".


    Die Wirtschaft in den USA lebt zu 70% vom US-Konsumenten. Der kann jetzt aber seine Schulden nicht mehr ausbauen und Hypotheken nicht mehr refinanzieren. Er muss sparen und Schulden abbauen. Es bleibt ihm also weniger Geld für den Konsum und das drückt auf die Unternehmensgewinne durch. Die werden sinken. Genau so, wie die Immopreise sinken werden und ebenso die Preise für Aktien.


    Du kannst Dir die Situation etwa so vorstellen:


    Nehmen wir an, wir beide leben in einer kleinen Gemeinde. Ich gehe zu einer auswärtigen Bank und nehme einen Kredit über 1 Mio auf. Die Million verprasse ich: Ich gehe gut essen, kaufe mir ein neues Auto, lasse mein Haus renovieren, buche Reisen.


    Der Gemeinde geht es nun besser. Denn auch der Restaurantbesitzer hat nun Geld für ein neues Auto, der Besitzer der Autogarage deshalb ebenso und lässt nun sein Haus auch renovieren, der Bauunternehmer kann sich bessere Ferien leisten und der Reiseunternehmer geht auch häufiger auswärts essen. Die Liquidität, die ich mit meiner Million in die Gemeinde einspeise löst einen wirtschaftlichen Boom aus.


    Nun ist die Million alle und ich muss das Geld zurückzahlen. Ich werde also in Zukunft noch weniger Geld ausgeben also vor dem Kredit, weil ich ja nicht nur die Million sondern auch Zinsen abzahlen muss. Die Firmen im Ort spüren, dass da "irgend etwas anders ist". Es fehlt überall Geld und auch gegenseitig werden sie sich nicht mehr mit Aufträgen beglücken können.


    Schlussendlich wird der Gemeinde die Million wieder entzogen. EInschliesslich der Zinsen, sodass während und nach Rückzahlung des Kredites weniger Geld im Kreislauf ist als vorher.


    Während der Zeit, in der ich meinen Kredit ausgebe werde ich von der Gemeinde als Held und Retter in wirtschaftlicher Not


    Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ist das Geld mal weg, kommt die Krise wieder. Später halt aber dafür umso heftiger.


    Diese Geschichte sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man die Aktionen der FED in den letzten 5 Jahren lobt. Auf den ersten Blick hat Greenspan 2001 eine Rezession vorzeitig abgewürgt, indem er Konsum auf Pump ermöglichte (0% Auto-Leasings) und somit vordergründig der Wirtschaft über die Runden half. Aber hat er damit strukturelle Probleme der US-Wirtschaft gelöst?


    Oder vielleicht doch nur hinausgezögert?


    Wir können das Spiel weiter treiben, indem wir in die zweite Runde gehen, indem ich in meiner fiktiven Geschichte die drohende zweite Krise durch einen 2 Mio-Kredit beende. 1.1 Mio zahlen den alten Kredit, 0.9 Mio kann ich wieder ausgeben, um Euch, lieber Gemeinde den Anschein von Wohlstand und Wirtschaftswachstum wieder zu geben. Und danach? Neue Kredite? 3 Mio?, 5 Mio? 10 Mio?


    Wann wird mir die Bank keine neuen Kredite mehr geben?


    In meiner Geschichte bin ich das FED, ihr seid die USA und die BAnk, die die Kredite vergibt ist die Welt. Die USA verbrauchen derzeit 80% des weltweiten Sparkapitals. Ein chinesischer Arbeiter verdient im Schnitt $200, davon legt er 10% auf die Hohe Kante. Es bedarf derzeit des Sparkapitals von 37 Chinesen um die Schluden eines US-Amerikaners zu finanzieren.


    Mal angenommen, Du wärst ein chinesischer Arbeiter, wie hoch wäre Deine Motivation noch, dein Sparkapital an einen Ami auszuleihen?

    Re: MOMENTANE SITUATION

    ASCHI wrote:

    Quote
    an den börsen ist so

    egal was für meldungen kommen nichts ist gut

    das ganze börsenumfeld ist krank


    Darf ich daraus schliessen, dass Du in den Jahren 2000-2003 nicht an der Börse aktiv warst?

    Re: Bad news were good news...

    learner wrote:

    Quote


    Und warum stürzt nun alles am Freitagnachmittag zusammen, obwohl die Zahlen aus den States ganz okay sind, d.h. massvolles Jobwachstum, keine markant höheren Löhne, so dass nicht mit Inflation gerechnet wird.


    Netto 70'000 Arbeitslose mehr ist nicht, was ich als "massvolles Jobwachstum" bezeichne.


    In erster Linie geht es aber um die Erwartungen und die wurden massiv unterboten. Nehmen wir beispiels die Industrie: Abbau von 14'000 Stellen statt 5000 neuer Stellen.


    Dass die Löhne stagnieren, magst Du als positiv betrachten. Handkehrum haben aber die Amerikaner mit dem gleichen Lohn höhere Lebenshaltungskosten zu finanzieren. Ergo bleibt weniger für den Konsum übrig.

    Heute.......

    7710 ist eine unlogische Zahl:


    Beim letzten Abpraller hat's der SMI bis knapp unter 7700 geschafft. Prallt er diesmal tiefer ab, haben wir ein Lower-High und dann kommt vermehrt Panikstimmung auf.


    Knackt er aber die 7700, dann haben wir ein Higher-High und dann geht's bedeutend weiter.

    Re: Bad news were good news...

    learner wrote:

    Quote
    CNN: Investors are looking for any signs that the Fed might be under less pressure to raise rates again after 16 rate hikes over 22 months.


    Das ist ein klassischer Fall von "die Börse bestimmt die Nachrichten." Aufmerksame Leser haben das in den letzten Jahren x-mal festgestellt:




    Schlechte Zahlen - Börsen sinken:

    Kommentar: Börsen sinken wegen schlechter Zahlen

    (das ist default)


    Schlechte Zahlen - Börsen steigen:

    Kommentar: Börsen steigen weil die Gefahr einer Zinserhöhung abgenommen hat.


    Gute Zahlen - Börsen steigen:

    Kommentar: Börsen steigen weger guter Zahlen

    (default)


    Gute Zahlen - Börsen sinken:

    Kommentar: Gefahr von Zinssteigerungen hat zugenommen.




    Quote:

    Quote
    In den letzten Wochen wurde der Boden immer wieder gesucht. Doch da sind immer zu viele Käufer gewesen, als dass Shorties mit Leerverkäufen die Märkte weiter hinunterringen konnten.


    Dass ein harter Widerstand wie die GD200 nicht in einem Rutsch durchbrochen wurde, war zu erwarten. Kraft bei den Käufern kann ich aber nicht sehen, denn sonst wäre der SMI nach dem ersten Abpraller nicht nur bis 7700 gestiegen.


    Shorties brauchen keine Kraft: Es braucht nur einen gewissen Anteil frustrierter Aktionäre, die ihre Aktien verkaufen und abwarten.


    Diese Aktionäre sind es auch, die die Kaufkraft bestimmen indem sie sie schwächen.


    Shorties dürften kaum eine Rolle spielen. Die Shortquote im SMI liegt unter 0.1%.

    Re: Belastung ??

    Speedy3 wrote:


    01.06.2006 - 14:55

    Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe steigen auf 7-Monatshoch


    01.06.2006 - 16:09

    Bauausgaben unerwartet rückläufig


    01.06.2006 - 16:15

    ISM-Index unerwartet schwach im Mai


    --- Was liest Du denn für Nachrichten? :roll:

    Bernie und der Esel

    Hier zur Auflockerung des Wochenendes eine kleine Geschichte, die verdeutlicht, wie Emittenten von Optionen Gewinne auf unsere Kosten machen:


    ---


    Ein Junge, Bernie mit Namen, zog aufs Land und kaufte bei einem alten Bauern einen Esel für 100 Fr..


    Der Bauer versprach den Esel am nächsten Tag vorbei zu bringen.


    Am nächsten Tag fuhr der Bauer auf den Hof und sagte: "Tut mir leid Junge, ich habe schlechte Nachrichten für Dich. Der Esel ist tot"


    Bernie antwortete: " Also gut, gib mir mein Geld zuruck"


    Der Bauer zuckte mit den Schultern: "Geht nicht. Ich hab' das Geld bereits ausgegeben"


    Darauf Bernie: " OK, lad' den Esel halt aus"


    Der alte Bauer fragt: " Was machste den mit dem?"


    Bernie: "Ich werd' ihn in 'ner Lotterie verlosen"


    Bauer: "Quatsch, man kann doch 'nen toten Esel nich' verlosen"


    Bernie: " Klar kann ich das. Pass gut auf. Ich sag einfach keinem das der tot ist."


    Einen Monat später trifft der Alte den Bernie wieder und fragt ihn: "Wie ist das mit dem toten Esel denn so gelaufen?"


    Bernie: " Ich hab' ihn verlost. Ich hab' 500 Lose zu 2 Fr. das Stück verkauft und einen Gewinn von 998 Fr. gemacht, der nicht in den Büchern steht. Der Verlust von 100 Fr. für 'nen toten Esel steht aber drin"


    Bauer: "Hat sich denn keiner beschwert?"


    Bernie: " Klar, der Typ der den Esel gewonnen hat. Also hab' ich ihm seine 2 Fr. zuruckgegeben."


    ...und Bernie wurde erwachsen, und am Ende war er Vorsitzender von Worldcom............. oder von AOL, Enron, MLP usw.

    Re: noch ne frage:)

    stockmaster wrote:




    Mach Dir das Leben nicht komplizierter, als es ohnehin schon ist ;)


    Wenn Du auf steigende Kurse setzt, gehts Du long mit einem Call.

    Wenn Du auf sinkende Kurse setzt, gehts DU short mit einem Put.


    "Short Calls" gibt's nicht!


    Die Position der Bank kannst Du vernachlässigen. Sie ergibt sich logischer Weise als Gegenpol zu Dir: Wenn Du Calls hast und die Kurse steigen, dann verdienst Du Geld. Geld, das die Bank (der Emittent) Dir bezahlen muss.

    Also ist logischer Weise die Bank an sinkenden oder gleichbleibenden Kursen interessiert, damit sie Dich abzocken kann.

    Iran-Joker

    Spiegel von heute:


    Iran lehnt Verhandlungen mit Washington ab


    Obwohl die USA der iranischen Regierung erstmals direkte Gespräche im Streit über das Atomprogramm angeboten haben, stößt das Angebot aus Washington in Teheran auf wenig Gegenliebe. Man werde mit der amerikanischen Regierung "niemals verhandeln", stellte der Ölminister des Mullah-Staats klar.


    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,419113,00.html

    Re: Ölpreis sackt ab!

    Speedy3 wrote:


    Der Ölpreis war den ganzen Tag - bis 22:00 Uhr im Plus und ist erst danach von 71.49 auf 71.09 gesunken. Unter dem Strich hat Öl heute Intraday nur 0.15% verloren. Das fällt eher in die Kategorie "Tagesvolatilität" als "Strategischer Einfluss auf die Märkte" ;)




    Die Börsen sind also gestiegen, bevor der Ölpreis gefallen ist. Was hat also was ausgelöst?


    Wir sehen heute eine Anstieg im Dow gegen ca. 16:30.

    Bereits um 16:00 Uhr sahen wir einen Absturz bei Gold und Silber. War also der Absturz von Gold und Silber für den Anstieg des Dow verantwortlich? Wohl kaum, obschon es von der zeitlichen Abfolge her besser passen würde als Öl.


    War das Gesprächsangebot der Amis gg. Iran der Grund für die Hausse von 16:30?

    11:11 AM ET 5/31/06 RICE: IRAN MUST SUSPEND ENRICHMENT BEFORE U.S. JOINS TALKS

    11:10 AM ET 5/31/06 RICE: U.S. WILLING TO JOIN TALKS ON IRAN NUCLEAR PROGRAM

    Wohl kaum, denn auch die kam eine halbe Stunde zu spät.


    Was also hat den Anstieg des DOW ausgelöst? Ölpreis -0.56% und Verhandlungsangebot kamen wie gesagt später. Gold und Silber haben sicher auch nichts damit zu tun.


    Was bleibt ist die Ankündigung, dass US-Finanzminister Snow ersetzt werden soll sowie die Ankündigung, dass sich das FED überlegt, die Zinsen nicht weiter zu erhöhen.


    Letzteres würde zweifellos sowohl die Börsen nach oben als auch Gold und Silber nach unten schicken.

    Insofern ist diese Nachricht mein Favorit der heutigen Erklärungsversuche.

    Re: Einige Fragen zu Short und Long

    Fangen wir mal vor den Optionen an.


    Es gibt Leute, die wollen ein Produkt verkaufen und andere wollen kaufen.

    Der Bauer verkauft Äpfel, ist also short in Äpfeln, und Du kaufst diese Äpfel als Konsument, bist also long.


    Über den Future-Handel können sich beide Seiten auf einen zukünftigen Preis absichern. Nehmen wir an, 1kg Äpfel kostet Fr. 1.-.

    Der Bauer befürchtet, dass die Äpfelpreise wegen des optimalen Wetters und einer Überproduktion sinken werden. Er ist also daran interessiert, seine Apfelernte bereits jetzt zu Fr. 1.-/kg zu verkaufen.

    Du hingegen als Konsument fürchtest steigende Preise und bist ebenso daran interessiert, jetzt bereits zu Fr. 1.- zu kaufen.

    Also einigst Du Dich mit dem Bauern über eine Lieferung über 10 kg Äpfel im Oktober. Ihr schliesst einen Kontrakt ab.


    Wesentlich dabei, es gibt immer genau gleich viele Käufer und Verkäufer. Die Summe der Long- und Shortpositionen im Future-Handel ist immer Null.


    Nächster Schritt:

    Im ersten Schritt sind wir davon ausgegangen, dass der Shortie das Produkt auch liefern kann. Das ist beim Bauern und seinen Äpfeln unweigerlich der Fall.

    Nun kann natürlich auch eine Bank oder ein Spekulant Short in Äpfeln, Kupfer oder ABB-Aktien sein obschon er das entsprechende Produkt gar nicht besitzt.


    Wie das? Ganz einfach, er verkauft leer und kassiert jetzt den Verkaufspreis. Später muss er das Produkt ja liefern. Also muss er vor dem Liefertermin das Produkt zum aktuellen Marktpreis einkaufen. Natürlich spekuliert er darauf, dass dann die Äpfel, Kupferbarren oder ABB-Aktien billiger zu haben sind als heute. Er verkauft heute Äpfel für Fr. 1.- und hofft, sie im Oktober billiger zu 0.80 zurückkaufen zu können.


    Nun ist es natürlich gefährlich, wenn z.B. mehr Short-Kontrakte über Äpfel verkauft werden als die Jahresproduktion an Äpfeln überhaupt ausmacht. Aus diesem Grund gibt es bei Aktien die Regelung (wie mexx angedeutet hat), dass nicht mehr Aktien leerverkauft werden dürfen als überhaupt vorhanden sind. Du kannst problemlos ABB-Aktien verkaufen, die Du gar nicht hast. Wie? Ganz einfach, Du mietest diese ABB-Aktien über eine Bank von jemandem (Pensionskasse, Bank), der sie besitzt und auf absehbare Zeit damit nichts anfangen will. Der ist nämlich froh, dass er neben der Dividende auch eine Gebühr von Dir zusätzlich kassieren kann.


    Bei Rohstoffen gilt diese Regelung nicht. Derzeit ist bereits mehr als die Jahresproduktion an Silber leer verkauft. Wird interessant, wie sich die Märkte verhalten, wenn jene, die Long in Silber sind, physische Lieferung verlangen. Wie wollen die Shorties eine Silbermenge auftreiben, die physisch gar nicht vorhanden ist?


    Die US-Warenterminbörse COMEX verfügt zwangsweise über ein Depot von physischem Silber, das zur Deckung der Short-Positionen dienen soll. In den letzten 10 Tagen wurden 5% des COMEX-Silbers physisch gekauft. Es dauert also nicht mehr sehr lange bis die COMEX auf dem Trockenen sitzt. Aber das nur so nebenbei.


    Die Optionen (in der Schweiz und den USA auch Warrants genannt, in Deutschland Optionsscheine) sind das letzte Glied in der Kette. Da Privatleute in der Regel weder Zugang zum Future-Markt noch zu Leerverkäufen haben, bieten die Banken gegen Gebühr Optionen an, mit denen auch der Privatmann auf steigende oder fallende Kurse setzt. Die Bank ist dabei der direkte Gegenspieler.


    Wenn Du einen Put auf ABB kaufst, dann bist Du short in ABB. Die Bank hingegen ist automatisch long. Die Bank muss nämlich im selben Umfang wie Du Put-Optionen schreibst ABB-Aktien besitzen oder gar nachkaufen. Meist ist auf den Optionen ein Ratio, ein Verhältnis. Z.B. 1:20, was bedeutet, für 20 Optionen kannst Du eine ABB-Aktie verkaufen.

    Kaufst Du also 6000 ABB-Put-Optionen, muss die Bank entsprechend (600/20=) 300 ABB Aktien kaufen.


    Entsprechend nimmt die Bank eine Short-Position ein, wenn Du einen Call kaufst (also long gehst).


    Wenn Du sehr reich bist und beispielsweise über 100'000 Aktien einer Firma verfügst, die Du lange halten willst, kannst Du Put-Optionen schreiben. Du spielst in diesem Fall Bank und wirst Emittent von Put-Optionen. Ein recht lukratives Geschäft, denn auf Optionen liegen Prämien zwischen 10-50% p.A. drin, die im Kaufpreis der Option eingerechnet sind.


    In aller Regel wird sich die Bank bemühen, ihr Risiko möglichst klein zu halten. Sie wird versuchen, etwa gleichviele Put- und Call-Optionen für denselben Titel auszugeben. Damit halten sich die Kunden (Bullen und Bären) die Waage und die Bank kassiert von beiden die Prämien.

    Re: Übertreibung als Chance nutzen

    MarcusFabian wrote:

    Quote


    Die Open market Operations sind täglich zw. 16:00 und 16:30 (MEZ) hier nachzulesen: http://www.321gold.com/fed/temp_bank_res.html


    Oftmals wird um 16:00 Uhr eine erste Tranche zur Verfügung gestellt und falls das den Börsen nicht hilft, wird 16:30 nachgeschossen. Dürfte morgen interessant werden ;)


    Nur so für's Protokoll: Heute waren es 7.5 Mrd$

    http://www.ny.frb.org/markets/omo/dmm/temp.cfm?SHOWMORE=TRUE

    Zeit für einen SMI Put

    Buffet wrote:

    Quote
    [Glaube, dass die 7450 beim SMI und die 5550 beim DAX halten. Doppelt Low.


    Unser beider Kursziel wurde erreicht. Warten wir mal ab, wie die Indianer eröffnen. Die werden den weiteren Weg weisen. Auch für unseren SMIly ;)

    Re: BAD NEWS

    ASCHI wrote:

    Quote
    grundsätzlich wird ja in unserer gesellschaft nur das schlechte gesucht.


    Das stimmt so nicht. Erinnere Dich an die Kursrallys nach der Verhaftung Saddams, der Befreiung von Jessica aus einem irakischen Spital oder jeder Meldung, die Verhaftung Ossamas stehe unmittelbar vor der Tür.


    Nachrichten haben nur kurz- bis mittelfristig eine Bedeutung. Dann sind sie eingepreist. Langfristig spielen Nachrichten keinerlei Rolle mehr. Ausnahme ist vielleicht ein Krieg, der die Ölförderung behindert.

    Langfristig gelten nur fundamentale Daten.