• Hat die Bankenkrise schon begonnen?



    Die Banken in China stehen unter großem Druck. Ursache sind die großen Risiken aufgrund der Imobilienblase und der Schulden der Regionalregierungen. Nach Einschätzung des Wirtschaftsexperten Lang Xianping ist die Bankenkrise in China bereits ausgebrochen. Dies berichtete die chinesischsprachige Epoch Times, Dajiyuan.


    Nach Angaben von Dajiyuan habe der Wirtschaftsexperte Zhou Yanwu vor kurzem die Immobilienblase und die Kredite der Regionalregierungen als zwei giftige Tumore der chinesischen Wirtschaft bezeichnet. Zurzeit betrage die Summe der Schulden von nichtfinanziellen Unternehmen und von Regionalregierungen etwa das Doppelte des BIP (Bruttoinlandsprodukt). Prognosen zufolge werde die Summe dieser Schulden im Jahr 2015 etwa 245 Prozent des BIP betragen. Nach Erklärung von Zhou Yanwu gebe es in China in letzter Zeit das Phänomen von blühenden Kreditgeschäften aber abkühlender Wirtschaft. Der Grund sei, dass neue Kredite aufgenommen werden, um die Zinsen der alten Schulden zu bezahlen. Die Zunahme von Krediten habe in Wirklichkeit nicht zum Wachstum des BIP beigetragen.

    Dajiyuan zitiert den Wirtschaftsexperten Lang Xianping, dass eine Bankenkrise in China bereits ausgebrochen sei. Nach Einschätzung von Lang habe diese Bankenkrise mit der Schuldenkrise der Regionalregierungen begonnen. Seit April 2012 haben mehrere Regionalregierungen die Rückzahlung ihrer Schulden, beziehungsweise die Zinsen ihrer Kredite verschleppt.


    Möglicherweise weiß die Führung der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) bereits über diese Bankenkrise Bescheid. Nach Angabe von Dajiyuan habe Zhou Xiaochuan, der Direktor der Chinesischen Volksbank, Ende 2012 auf einer internen Sitzung gesagt, dass die Immobilienblase bereits vor sechs Jahren zu einem großen Problem in China geworden sei. Die Beamten haben die Wirtschaft in China nur schön geredet und falsche Zahlen geliefert. Die Regionalregierungen haben hohe Kredite genommen, um ihre Wirtschaftszahlen aufzuhübschen und somit befördert zu werden. Diese hohen Schulden können aber kaum jemals zurückgezahlt werden.


    http://www.epochtimes.de/china…on-begonnen--1077440.html

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    Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.

  • China steuert auf handfeste Kreditkrise zu

    Die Verschuldung der Unternehmen hat ein Rekordniveau erreicht. Die finanzielle Stabilität des Wirtschaftsriesen bröckelt immer weiter. Experten fürchten nun zunehmend einen Crash.


    http://www.welt.de/finanzen/ar…feste-Kreditkrise-zu.html


    (Der Artikel ist bereits 7 Tage alt aber dennoch Interessant)

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  • Fitch warnt: China steht kurz vor Ausbruch einer Bankenkrise


    Das Schattenbankensystem sorgt in China für erhebliche Verwerfungen. Die gesamten Ausleihungen betragen bereits 198 Prozent des BIP und die Zinsen schnalzen nach oben.


    http://www.format.at/articles/…hina-ausbruch-bankenkrise

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  • Nebukadnezar hat am 18.06.2013 - 17:09 folgendes geschrieben:

    Ich kann mich noch an letzten Herbst erinnern, als Dirk Müller auf die gleichen Quellen Bezug nahm, welche schon damals davor warnten. Dasselbe mit der Immobilienblase, wobei das ja zusammenhängt. China kann es sich mMn leisten, die Exporte runterzufahren und mehr im Binnenmarkt zu investieren und mehr zu importieren. Die Handelsbilanz bleibt dennoch positiv. China hat die Produktion der Industrie übernommen und war so schlau, auch gleich noch die Patente der ausländischen Unternehmen als Zugangsgenehmigung auf den chinesischen Arbeitsmarkt zu integrieren. China hat etwa 20 Mia Auslandschulden (hab ich so im Hinterkopf), das ist Peanuts. Also muss man schon die Nadel im Heuhaufen suchen. Nun wer ist Fitch? Einer der drei grossen Ratingagenturen im Auftrag der FED und Wallstreet. Wie glaubwürdig sind solche Quellen? Ich gebe diesen keinen Kredit, nur schon deshalb nicht, weil China die Zügel fest in den Händen hält und diese Agenturen keine eigenen Zahlen eruieren dürfen, sondern bloss das vorgesetzt bekommt, was China ihnen liefert. Das ist natürlich ein Dorn im Auge für diese Agenturen und deren Vasallen und ich kann mir vorstellen, dass dies ein armseliger Angriff ist auf den Yuan, welche die Zentralregierung mit einem Goldbackup mehr und mehr frei handelbar machen will und dem Dollar den Kampf ansagt. So langsam spitzt sich der Währungskrieg zu, der Handelskrieg hat auch schon längst begonnen. Auch wenn China eine hohe Inlandverschuldung hat wie damals Japan in den 80er, der Hauptunterschied ist der: Die USA und all ihre Verbündeten, die als Siegermächte aus dem WK II hervorgingen, können China wirtschaftlich nicht erpressen wie damals bei Japan. Japan hat man in das Desaster gezwungen, weil das Land von den Amis besetzt ist wie die BRD (siehe Feindstaatenklausel der UN-Charta Art 53 und 107). Japan wurde 1985 gezwungen, dem Plaza-Abkommen der damaligen G7 zuzustimmen, um den Yen gegenüber dem Dollar aufzuwerten, was Japan in die Bubble-economy geführt hat. Welches freie Land hätte dies für sich gemacht, wenn der Markt doch alles selber regelt? Japan hatte gar keine freie Entscheidung, wie auch Deutschland nicht. Die USA können China niemals wirtschaftlich zu solchen Harikiri-Massnahmen zwingen, weil China sich selbst verwaltet und nicht fremdverwaltet ist. Falls dort die Banken zu kollabieren drohen, kann die Zentralregierung immer noch auf Schuldenerlass setzen, indem die Kredite der Zentralbank nicht zurückgezahlt werden müssen. Schlimmstenfalls würde der Yuan gegenüber dem Dollar an Wert verlieren, doch das wäre ja gut für die Exporte, was die Amis zusätzlich belasten würde. Bei Auslandschulden sieht es natürlich anders aus, denn hier ist ein Schuldenerlass nicht im Interesse des Gläubigers. Sollte sich die nach China verlegte Industrie aus welchen Gründen auch immer, bei einer chinesischen Bankenkrise wieder in die USA zurückwandern, so blieben die Produktionsstätten nach wie vor in China, das Personal ist da, das Know-How und sogar die internationalen Patente. China könnte einen Staatsbankrott machen und gleich wieder wie die Feuerwehr loslegen.

  • sime hat am 19.06.2013 - 02:58 folgendes geschrieben:

    Quote

    China kann es sich mMn leisten, die Exporte runterzufahren und mehr im Binnenmarkt zu investieren und mehr zu importieren. Die Handelsbilanz bleibt dennoch positiv. China hat die Produktion der Industrie übernommen und war so schlau, auch gleich noch die Patente der ausländischen Unternehmen als Zugangsgenehmigung auf den chinesischen Arbeitsmarkt zu integrieren.

    Hätte ich dieses Posting ein paar Minuten früher gelesen, hätte ich dieses Posting direkt hier statt im SMI-Thread reingestellt.


    Egal, ich kopiere es nochmals rein:


    --- SCHNIPP ---


    expertus hat am 19.06.2013 - 09:33 folgendes geschrieben:

    Quote

    Da gibt es noch viel zu viele Probleme (andere Kultur, Religionskriege, schlechte klimatische Bedingungen, unpassende Grenzen, Korruption), die nicht so schnell gelöst werden. Was nicht heisst, das nicht einzelne Länder in Afrika zu Erfolgsgeschichten werden

    Es gibt wahrscheinlich nicht sehr viele Menschen im Westen, die sich auch nur annähernd ein Bild davon machen können und wollen, was derzeit in Afrika abgeht. Die Chinesen kaufen praktisch ganze Staaten. ich durfte das 2008 hautnah miterleben.
    Hab' darüber mal kurz hier etwas angetönt.


    Um Deine implizite Frage zu beantworten: Richtig, die Afrikaner schaffen das aus eigener Kraft nicht. Massgebend sind die Chinesen, die die Ländereien aufkaufen (Nahrungsmittelproduktion ist eines der grössten Probleme in China) und zugleich auch nachhaltig dafür sorgen, dass die Infrastruktur stimmt. Da werden auf chinesische Kosten Eisenbahnlinien, Strassen gebaut, Schulen, Spitäler, Infrastruktur etc. Es kommt - wenn man so will - einer Kolonialisierung gleich. Wenn auch mit Geld statt Waffengewalt.


    Ich hatte 2008 mit einer Firma in Dubai zusammengearbeitet, die die Chinesen bei der "Eroberung" Malis unterstützte und dabei sehr interessante Einblicke gewonnen. Ich darf wohl nicht zu sehr ins Detail gehen und im SMI-Thread interessiert das auch niemanden aber es ging unter anderem um Probleme wie:
    * Wie stellt man pro Monat am schnellsten 10'000 neue Arbeitskräfte ein?
    * Wie investiert man eine Milliarde Dollar pro Monat am effizientesten?


    Damals ging es also noch um den Aufbau des Managements und der Logistik. Kurz gesagt: China kauft ganz Mali (bzw. so 80-90% der Landwirschaftsfläche, Minen, Rohstoffressourcen) und soweit ich das beurteilen kann läuft das darauf hinaus, dass Mali - salopp ausgedrückt - zu einem chinesischen Sub-Unternehmen wird.


    Somit stellt sich die Frage nach Kultur und Religion gar nicht sondern nach den Fähigkeiten des chinesischen Managements.


    --- SCHNAPP ---


    Hier darf ich noch etwas weiter ins Detail gehen:
    Die Chinesen haben in erster Linie das Problem, dass sie auf 3 Billionen Dollar als "sogenannter Reserve" sitzen und wissen, dass diese Dollars nicht auf Zeit und Ewigkeit ihre Kaufkraft behalten werden. Wird beispielsweise der Yuan um 5% aufgewertet, verlieren die US-Schulden aus Sicht der Chinesen $150 Mrd. an Kaufkraft.
    Es ist also im Interesse der Chinesen, möglichst marktschonend dieses Papier in echte Sachwerte zu tauschen.
    Die Chinesen tun dies seit Jahren, indem sie Rohstoff-Minen, Ländereien überall auf der Welt kaufen. Seien es Minen in Australien oder ganze Landstriche in Mali oder Zaire und anderen afrikanischen Ländern.


    Das Ganze läuft wie gesagt grösstenteils von der Welt-Öffentlichkeit unbemerkt, still und leise.


    Gegenüber westlichen demokratisch gewählten Politikern und Führern, die einen Zeithorizont von 4 Jahren - einer Legislatur - haben, denken die Chinesen sehr langfristig und somit etwas nachhaltiger. Wir können davon ausgehen, dass die chinesischen Führer eine Haupt-Priorität haben: Das Wohlergehen des chinesischen Volkes. Sie werden sich also so lange wie möglich im versteckten positionieren. Weiterhin Land , Ressourcen und Sachwerte aufkaufen, um somit weitere Unabhängigkeit zu erreichen. Und das gilt auch für die Export-Abhängigkeit. China weiss, dass der eigene Binnenmarkt der grösste Markt der Welt ist und es eigentlich mehr Sinn macht, T-Shirts und TV-Geräte für das eigene Volk zu produzieren als sie gegen grün bedruckte Zettel über den Pazifik zu schippern.

  • Würde in Afrikanischen Ländern nicht eine so hohe Korruption herrschen, hätten es die Chinesen einiges schwerer ganze Ländereien aufzukaufen. In Afrika sind die Chinesen nicht sonderlich beliebt. Es könnte ihnen auch so wie den weissen Siedlern in Zimbabwe ergehen.


    In Ghana z.B. besetzen Chinesen Goldclaims mit Waffengewalt, bauen das Gold ab und die Grundbesitzer gehen leer aus. So sauber läuft es also in Afrika nicht ab.


    Ich wünschte mir für Afrika, dass es z.B. Fairtrade Öl geben würde, wo das Geld der Bevölkerung zugute käme und nicht irgend welchen korrupten Staatsoberhäuptern oder Staatsangestellten. Afrika ist reich an Bodenschätzen, leider werden sie von allen Seiten ausgebeutet.

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    Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.

  • Jobmarkt in China wird unter Druck kommen

    Der Arbeitsmarkt in China steht nach Einschätzung der Regierung vor einer schwierigen Zeit.


    Die Herausforderungen würden in den kommenden Monaten heftig, und der Druck auf den Stellenmarkt sehr hoch sein, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Donnerstag und kündigte Gegenmaßnahmen an. "Sollte der Arbeitsmarkt in entsprechend schlechter Verfassung sein, werden wir wahrscheinlich einige Maßnahmen ergreifen, um die Beschäftigungsprobleme zu lösen." Erst am Mittwoch hatte die Regierung Abgaben für Kleinbetriebe erlassen.


    Chinas Wirtschaft durchläuft derzeit einen Wandel. Ziel der Regierung ist es, im Kampf gegen Überkapazitäten in einigen Industriebranchen die Exportabhängigkeit zu verringern und die Binnennachfrage anzukurbeln. Zudem soll der Dienstleistungssektor ausgebaut werden. Die Veränderungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass zunächst Arbeitsplätze verloren gehen. Nach Einschätzung von Beobachtern könnte dies die soziale Stabilität und das Wirtschaftwachstums gefährden. Im ersten Halbjahr schuf die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt 7,25 Millionen neue Stellen.


    Chinas Wachstum ist in neun der zehn zurückliegenden Quartale zurückgegangen: Zuletzt wurden nur noch 7,5 Prozent erreicht - eine Marke, die die Regierung des Schwellenlandes als Wachstumsziel für das Gesamtjahr ausgegeben hat. "Das schleppende Wachstum in China wird allmählich gefährlich", urteilt Ökonom Yasuo Yamamoto vom Mizuho Research Institute.


    http://www.cash.ch/news/top_ne…_druck_kommen-3100754-771

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    Fiat pecunia, et pereat mundus!

  • Hohe Wachstumsraten sind nicht ein Zeichen der Stärke, sondern ein Zeichen der Rückständigkeit.


    China entwickelt sich zum Industrie- und Wohlfahrtsstaat. Die Ein-Kind-Politik wird den Wohlstand der einzelnen Individuen massiv erhöhen (Kumulation der Vermögen). Gleichzeitig werden die Wachstumsraten auf ein moderates Maas sinken. Die Exportraten werden stark sinken (steigende Produktionskosten), während die Binnenwirtschaft immer bedeutender wird (vermögende Konsumenten). Ein klassischer Reifeprozess nach Lehrbuch oder "Transformation nach Mass".


    Früher oder später wird die chin. Währung frei gegeben werden müssen. Was bedeutet dies? Man kann genüsslich spekulieren, was dann passieren wird. Ich denke, dass die chin. Zentralbank alles daran setzen wird, um zu verhindern, dass der Renminbi Yuan (aktuell = 0,122803133 Euro) explodieren wird, was er ohne Zweifel tun würde, ohne Intervention. D.h. die chin. Zentralbank muss einen expansive Geldpolitik fahren (mit all ihren Risiken, die früher oder später zum Tragen kommen werden...).


    Im Zuge dieser expansiven Geldpolitik werden m.E. chin. Werte (Wertpapiere wie Aktien und Obli, Immobilien etc) explodieren (....selbstverständlich ohne betriebswirtschaftliche Grundlage......). Analog dem was Helikoper Ben zurzeit in den USA veranstaltet.


    Fine-Tuner

  • Fine-Tuner hat am 26.07.2013 - 12:01 folgendes geschrieben:

    Quote
    Die Ein-Kind-Politik wird den Wohlstand der einzelnen Individuen massiv erhöhen (Kumulation der Vermögen).

    Die Politik wird zum Desaster. Vermögen haben nur die wenigsten. Eine Vorsorge wie wir sie haben, existiert nicht.



    Die ersten Vorboten:

    Quote

    Gesetz zwingt Kinder zum Eltern-Besuch


    Strafen und Gefängnis drohen bei Nichteinhaltung


    http://www.pressetext.com/news/20130702018


    Quote

    „In Russland, China und Indien wird der Mangel an jungen Menschen in der Bevölkerung bereits in der nächsten Zeit zu einem akuten Problem werden", meint Majrasch Toksanbajewa vom Institut für soziale und wirtschaftliche Probleme der Gesamtbevölkerung. http://russland-heute.de/artic…liches_problem_15035.html

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    Fiat pecunia, et pereat mundus!

  • China: Entzaubert


    Die Aufsteigermächte müssen vom Rekordwachstum Abschied nehmen. Das autoritäre Modell stößt an Grenzen.


    Chinas langer Abschied vom märchenhaften Wachstum fordert den Blick zurück. Geboren wurde der Hype vor zehn Jahren, als die Investmentbank Goldman Sachs die Studie Dreaming with the BRICs auf den Medienmarkt warf. Brasilien, Russland, Indien und China sollten die unaufhaltsamen Aufsteiger sein, die demnächst den Westen deklassieren würden. Außer dem Kürzel hatten die vier nur doppelstellige Wachstumsraten gemeinsam.


    Es war bloß ein Traum, auch wenn er Spenglersche Visionen vom Untergang des Abendlandes entfachte. Chinas Wachstum hat sich fast halbiert gegenüber der Rekordmarke von 14,2 Prozent. Das indische hat sich halbiert. Gemessen an den Spitzenwerten ist Brasilien auf ein Fünftel, Russland gar auf ein Siebentel zurückgefallen. Wir wollen den Abstieg der Aufsteiger nicht übertreiben. Wie der Westen leiden sie an der Dauerkrise, die seit 2008 die Welt quält. Der Motor ihrer berauschenden Performance war und bleibt der Export, doch der lahmende Welthandel gibt die Nachfrage nicht mehr her. Im Aufschwung werden die Emporkömmlinge wieder zulegen. Dennoch: Dahinter wirken Kräfte, die den Traum dauerhaft stören werden.


    In den Achtzigern galt Japan als neue Weltmacht – das ist längst vorbei


    Der rasante Aufstieg der vier spiegelt vorweg eine rein rechnerische Gemeinsamkeit: Wer klein anfängt, wächst schnell – ein arithmetisches Gesetz. Start-up-Länder wie China und Indien, die auf dem Sockel unsäglicher Armut begannen, schossen doppelstellig nach oben; wo nichts war, gibt schon ein moderates Plus fabelhafte Prozente her. Dito bei den kleinen asiatischen "Drachen" wie Taiwan und Südkorea in der Startphase. Das Wachstum der Wunderkinder ist überall abgeflacht, gar gen null wie in Japan, dem "China" der Achtziger, dem man damals den Griff zur Weltherrschaft nachsagte.


    Das zentrale Problem aber ist das "asiatische Modell" der "autoritären Modernisierung" – nennen wir es "Modernitarismus". Ob bei den "kleinen Drachen" damals oder beim ganz großen chinesischen heute, das Modell war immer gleich: Unterkonsum, Überinvestition, Unterbewertung der Währung, Export über alles. Obendrauf thronten autoritäre Regime: in Taipeh und in Seoul, in Peking unter Deng Xiaoping, die den Markt durch Macht ersetzten. Japan war zwar formell eine Demokratie, in Wahrheit aber ein Ein-Parteien-Staat am Zügel der LDP.


    Der Modernitarismus vollbringt am Anfang Wunder, siehe auch die fieberhafte Industrialisierung unter Stalin und Hitler, die per Zwang und Massenmobilisierung ablief. Deshalb hatten die Alleinherrscher so viele Bewunderer im Westen – wie heute das chinesische Regime. Ist das Modell nicht effizienter als der demokratische Kapitalismus mit seinen Krisen und Krächen? Auf Dauer nicht. Wenn nicht mehr Panzer, sondern Mikrochips gefordert sind, versagt die Befehlswirtschaft. "Humankapital" muss motiviert, nicht kujoniert werden. Auch heute ist Russland bloß eine Ausbeutungsökonomie, deren Schicksal am Preis für Öl, Gas und Erz hängt. Um auch nur mit dem Westen mitzuhalten, braucht es den Rechtsstaat, freiheitliche Institutionen und freie Märkte, vor allem für Kapital.


    All diese Geburtsfehler bekommt China nun zu spüren, das schon 2020 Amerika überholen sollte. Das Land investiert fast die Hälfte seines BIP. (In den USA sind es zehn Prozent.) So viel Konsumverzicht schafft eine Demokratie nie. Es ist ein Fluch obendrein. Die Ökonomen dozieren vom "abnehmenden Grenzertrag": Jeder zusätzliche Yuan bringt weniger Output und Jobs. Weil Kapital, von Staatsbanken an Favoriten und Staatsfirmen verschleudert, zu billig ist, wird es falsch eingesetzt. Weil Kapitalmärkte fehlen, gehen Ersparnisse in Immobilien. Davon zeugen Millionen leer stehender Wohnungen. Regiert der Staat die Wirtschaft, regieren auch Korruption und Nepotismus. Die Familie des Premiers Wen hat 2,7 Milliarden Dollar angehäuft.


    China-Verehrer verpönen den Vergleich mit "kleinen Drachen" und verweisen auf die schier unerschöpfliche "industrielle Reservearmee" (Karl Marx) auf dem Land. Schauen wir genauer hin. Kein Land altert schneller als China. Laut UN-Statistiken wird die arbeitende Bevölkerung schon von 2015 an schrumpfen. Amerika bleibt dagegen nach Indien das jüngste Land unter den Großen. Auf jeden Fall schwindet der Konkurrenzvorteil Chinas. Unter Deng lag das Jahreseinkommen eines Arbeiters bei 1.000 Yuan, heute bei knapp 40.000. Der Economist sagt voraus, dass Arbeitskosten in der Industrie 2015 das US-Niveau erreichen werden – schlechte Aussichten für die "Weltfabrik" China.


    Der Modernitarismus, der in seiner populistischen Variante auch Brasilien unter Lula (2003 bis 2011) fünfmal schneller wachsen ließ als heute, ist gut für den Anfang. Doch wächst mit der Wirtschaft auch die Bedrohung. Die eine heißt "Ungleichheit", die in allen Brics wuchert. Die andere heißt "erst reicher, dann renitent"; die Mittelschicht fordert ihr Mitspracherecht. Die Dauerunruhen in Brasilien widerspiegeln beide Brandherde. Die Schicksalsfrage: Wie lange kann die chinesische KP das Volk trotz schrumpfender Verteilungsmasse stillhalten? Nach Tiananmen stürzte China ins Minuswachstum.


    Diesseits von Amerika schlittern die Demokratien heute auf der Null-Linie herum. Aber sie haben den Vorteil der Selbstkorrektur, die im freien Spiel der Kräfte und Gedanken wurzelt. Dagegen sind die Fesseln der Autoritären systembedingt. Deshalb warnt ihr aufhaltsamer Aufstieg: Das Wunder zerstört sich selber.


    http://www.zeit.de/2013/30/chi…rtschaft-wirtschaftskrise

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    Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.

  • Fine-Tuner hat am 26.07.2013 - 12:01 folgendes geschrieben:

    Quote

    Früher oder später wird die chin. Währung frei gegeben werden müssen. Was bedeutet dies? Man kann genüsslich spekulieren, was dann passieren wird. Ich denke, dass die chin. Zentralbank alles daran setzen wird, um zu verhindern, dass der Renminbi Yuan (aktuell = 0,122803133 Euro) explodieren wird, was er ohne Zweifel tun würde,

    Soweit einverstanden. Aber gehen wir einen Schritt zurück und betrachten, was aus chinesischer Sicht passieren muss, bevor der Renminbi freigegeben werden kann: Die Chinesen sitzen auf einem grossen Haufen, Dollar-Schuldscheinen, die an Wert verlieren (in Yuan gerechnet), wenn der Renmimbi gg. Dollar steigt.


    Ergo werden die Chinesen vorher diese Schuldscheine noch zur aktuellen Kaufkraft einlösen wollen. Ein Handelsdefizit gegenüber den USA wäre zum Beispiel ein Schritt in diese Richtung. Die USA könnten gegenüber China ihre Schulden durch Waren bezahlen. Oder China kauft überall auf der Welt Rohstoffe, Unternehmen, Ländereien mit diesen Schuldscheinen.


    Ein anderes Problem ist die Abhängigkeit Chinas vom Export. Wenn die Chinesen weniger exportieren wollen, wohin dann mit ihren Waren? Die Antwort liegt auf der Hand: Die bleiben in China! Es spricht nichts dagegen, dass China für das eigene Volk produziert. Nachfrage genug ist ja vorhanden. In Punkto Lebensstandard hat China ja noch einiges aufzuholen. Es ist der grösste Markt der Welt.


    Ich vermute deshalb, dass China zuerst den Binnenmarkt fördern und die Schulden eintreiben wird, bevor es den Dollar fallen lässt.

  • MarcusFabian hat am 26.07.2013 - 23:45 folgendes geschrieben:

    Quote

    Ein anderes Problem ist die Abhängigkeit Chinas vom Export. Wenn die Chinesen weniger exportieren wollen, wohin dann mit ihren Waren? Die Antwort liegt auf der Hand: Die bleiben in China! Es spricht nichts dagegen, dass China für das eigene Volk produziert. Nachfrage genug ist ja vorhanden. In Punkto Lebensstandard hat China ja noch einiges aufzuholen. Es ist der grösste Markt der Welt.

    Klar.Der Inlandskonsum,Markt und die Nachfrage sind sicherlich riesig...nur fehlt den meisten Leuten,in der Realität, dazu schlicht das nötige Einkommen um den Konsum/Nachfrage zu befriedigen.



    Michael Pettis beschreibt es schön im fuw-Kommentar:


    "Wie soll China eine derartige Ausweitung des Konsums bewerkstelligen? Mittlerweile weiss man, dass die Haushalte deshalb so wenig konsumieren, weil ihre Einkommen einen sehr geringen Anteil am BIP – mit rund 50% zählt er zu den tiefsten je verzeichneten Werten – ausmachen. Dieser Wert muss steigen. Es ist daher irreführend, wenn im Zusammenhang mit China immer bloss das BIP-Wachstum betrachtet wird. Wie einige chinesische Ökonomen zu bedenken geben, ist für die Bevölkerung die BIP-Wachstumsrate kaum von Belang. Der gewöhnliche Bürger in China – wie im Übrigen überall – kümmert sich nicht um seinen Pro-Kopf-Anteil am BIP des Landes. Für ihn zählt sein reales verfügbares Einkommen."



    Quelle: http://www.fuw.ch/article/china-braucht-kein-7-wachstum/



    Zudem ist der chinesische Wachstum von Investitionen getrieben,der wiederum auf Kredit-und Schuldenwachstum basiert.


    nochmals Pettis :


    "Das rasche Wachstum wurde in den vergangenen Jahren durch eine enorme Zunahme der Investitionen und eine noch grössere Ausweitung der Kreditschöpfung getrieben. Ein grosser Teil der Investitionen erzeugt heute aber wenig bis gar keinen wirtschaftlichen Wert mehr, sondern bloss Schulden im System: China ist von einem untragbaren Wachstum der Kredite gekennzeichnet, was die Gefahr einer turbulenten Anpassung immer grösser macht."



    Es gibt eigentlich (für mich wenigstens) nur ein Szenario,dass eine Win-Win-Situation herbeiführt und China langfristig nicht in einem "Gelben Frühling" endet.


    China sollte nun bald den nächsten (kapitalistischen) Schritt vollziehen und EIGENTUM an LAND/BODEN vollständig zulassen . Ohne diesen elementaren Grundpfeiler von Wohlstand wird ein weiterer Aufstieg Chinas langfristig schlicht nicht vonstatten gehen.Der Staat hätte dann stetige (STEUER)EINNAHMEN und der EIGENTÜMER kann sein EIGENTUM belasten,vermieten,verkaufen usw. und damit Einkommen/Gewinn realisieren/steigern um seinen (und den wirtschaftlich notwendigen) Konsum zu befriedigen.




    P.S:..ein weiterer Artikel (von Pettis) zum Thema:


    http://www.wiwo.de/politik/aus…obleme-nicht/5318652.html




    weico

  • Nebukadnezar hat am 26.07.2013 - 20:10 folgendes geschrieben:

    Quote

    Artikel scheint mir etwas gar negtiv. Was ist negativ, wenn sich eine Bauern- und Arbeitergesellschaft zu einer Industrie- und - allenfalls später zu einer Dienstleistungsgesellschaft wandelt?


    Der Artikel bescheinigt einen steigenden Wohlstand in China. Miteinerhergehend mit steigendem Wohlstand ist - und das ist historisch x-fach belegt - eine politische Emanzipation. ...denn genau das ist was wir in all den Schwellenländern wie Türkei und/oder Brasilien zZt sehen, DIE POLITISCHE EMANZIPATION DES BÜRGERS! Ob diese Emanzipation auch unter dem Dach einer Einheitspartei möglich ist, werden wir sehen.


    .........ohne Zweifel wird China, wie wir alle, die wir uns 1. Welt nennen, unter den Wohlstandsansprüchen der Bevölkerung (Gesundheit, Vorsorge etc etc.) gepaart mit der demografische Keule ächzen.....{......@Markus: genau dafür sind ja eigentlich die vielen Schuldverschreibungen des US-Schatzamtes gedacht.} DOCH gilt auch (div. Studien der WHO), dass folgende Kennzahlen, mit stagnierender oder moderat abnehmender Bevölkerung markant steigen: BIP pro Kopf, Sparquote pro Kopf, Produktivität pro Arbeitsstunde (BEI abnehmender Lebensarbeitszeit) und wen wunderst die Lebenserwartung (TROTZ Zunahme von Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Diabetes etc.)! Abnehmend ist dagegen die Kriminalitätsrate. Was kann man dagegen haben?


    Die Sorgen von Marcus, dass China ihre Gläubiger unter Druck setzt, kann man nie ganz ausschliessen, m.E. aber eher unwahrscheinlich, denn letztlich sind alle viel zu stark voneinander abhängig. Das ist wie eine Seilschaft. Jeder MUSS darauf achten, dass weder er noch ein Spezie fällt und alle in die Tiefe reist. China weiss genau, dass ihre Währung zu billig ist. Sie wird die Währungspolitik lockern, wenn die Partei der Ansicht ist, dass es der richtige Zeitpunkt ist. Das wird alles mit den Partnern abgesprochen. Keiner kann sich Alleingänge erlauben. Die meisten Käufe sichert China mit Swaps ab. Unter dem Strich ein Nullsummenspiel. Verluste des einen sind nicht Gewinne, sondern auch Verluste des anderen.


    Letztlich läuft alles auf eine Angleichung aller Nationen in Sachen Wohlstand und Wohlfahrt hinaus. Die Chinesen sind - bald - da, wo wir heute stehen, weitere Nationen oder Kontinente werden folgen......das Paradies auf Erden....Ja, denn das ist es ja, was wir alle wollen.


    Ich werd's nicht mehr erleben...:smile:


    Fine-Tuner

  • weico hat am 27.07.2013 - 08:44 folgendes geschrieben:

    Quote
    Klar.Der Inlandskonsum,Markt und die Nachfrage sind sicherlich riesig...nur fehlt den meisten Leuten,in der Realität, dazu schlicht das nötige Einkommen um den Konsum/Nachfrage zu befriedigen.

    Hmm, Einkommen? Also Renmimbi? Jene Zettel, die die Chinesen selbst drucken können?


    Das Ganze erinnert mich an die USA vor etwas über 100 Jahren: Henry Ford war einer der ersten, der erkannte, dass man die Löhne der Arbeiter erhöhen muss, wenn das Automobil ein für jeden Arbeiter erschwingliches Massengut werden soll und nicht nur ein Luxusgut für wenige Reiche.


    Brechen wir es auf den Kern herunter: Die Chinesen sind ein fleissiges Volk, das unter dem Strich mehr produziert als es verbraucht. Grundsätzlich also eine ausgezeichnete Voraussetzung. Nun gut, die Chinesen haben aus geographischen Gründen das Problem, dass sie zu wenig Nahrung produzieren können. So weit so schlecht. Aber die Chinesen können gut und gerne ihre Überschüsse an DVD-Playern oder Solarmodulen gegen Nahrungsmittel eintauschen. So weit das ein eins-zu-eins Tausch bleibt, spricht auch nichts dagegen.


    Im Moment ist China eine Exportnation. Will heissen: Unter dem Strich verlassen mehr Waren das Land als importiert werden. Als Gegenleistung importiert China mehr Geld (Dollars) als es exportiert. Das führt dazu, dass sich der Haufen an Waren verringert, der Haufen an Dollars immer mehr ausweitet. Es führt entsprechend dazu, dass sich das Verhältnis von Waren zu Geld verringert. Weniger Waren, mehr Geld = Inflation. China importiert also Inflation.


    China hortet Dollars, die per Definition eigentlich gespeicherte Kaufkraft sein sollten. Eine Reserve, die China jederzeit einsetzen kann, um - so lange der Dollarstapel reicht - mal mehr an Waren und Rohstoffen ins Land zu holen als exportiert werden.


    Indien hat das vor einigen Jahren durchgespielt: Indien hat einen Teil seiner US-Treasuries verkauft und mit dem Erlös das Strassen- und Schienennetz saniert. Ich halte das für eine kluge Entscheidung, denn ein gutes Verkehrsnetz hilft der Bevölkerung und ebenso der Wirtschaft. Es mag eine Zeit geben, Kaufkraft anzusparen. Es gibt aber eben so eine Zeit, diese Kaufkraft dann einzufordern.


    Was für Indien gilt, gilt auch für China. Insbesondere als sich abzeichnet, dass die Dollars nicht die Kaufkraft erhalten.


    Nun haben die Chinesen das Problem, dass sie einen Bondcrash oder Dollarcrash auslösen würden, wenn sie all zu schnell ihre Dollars auf den Markt werfen würden. Oder wie es Alan Greenspan formuliert hat:

    Quote

    Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Chinesen ihre Dollarreserven auf den Markt werfen, denn sie werden niemanden finden, der sie ihnen abkauft.

    Das Problem Chinas besteht also in erster Linie darin, die Dollarreserven möglichst marktschonend einzusetzen. Werden die Reserven aktiviert, können die Chinesen den Renminbi weiterhin parallel zum Dollar drucken. Das Einkommen der Chinesen kann entsprechend erhöht werden. So gesehen ist es gar nicht so unsinnig, wenn die Chinesen klammheimlich langlebige Rohstoffe wie Metalle aufkaufen und an Halde legen. Langfristig behalten die Rohstoffe nämlich eher ihren Wert als die grün bedruckten Zettel aus dem Land der Cowboys.

  • China ordnet landesweite Prüfung der Schulden an


    Peking (Reuters) - Die Angst vor einer Finanzkrise bringt China offenbar auf Trab. Die Volksrepublik will sich schnell einen Überblick über ihre ausufernde landesweite Verschuldung verschaffen.


    Der Rechnungshof teilte am Sonntag auf seiner Internetseite mit, dass der Staatsrat ihm den Auftrag zur Prüfung der Verschuldung erteilt habe. Details nannte die Behörde zunächst nicht. In der Zeitung "People's Daily", die als Sprachrohr der Regierung gilt, hieß es unter Berufung auf nicht genannte Kreise, dass die Behörde bereits in der kommenden Woche mit der Arbeit beginnen solle. Nach Einschätzung von Experten zeigt die Anordnung, dass in der politischen Führungsebene die Sorge vor der steigenden Verschuldung und damit einem Finanzchaos wächst.


    Die chinesischen Kommunen sind nach Einschätzung der Regierung in Peking möglicherweise höher verschuldet als bisher angenommen. Die Regierung wisse nicht genau Bescheid, wie viele Schulden die örtlichen Verwaltungen angehäuft hätten, hatte erst kürzlich Vize-Finanzminister Zhu Guangyao gesagt. Seit 2010 seien keine neuen Zahlen veröffentlicht worden. Damals lag die Verschuldung der Kommunen bei 10,7 Billionen Yuan (rund 1,35 Billionen Euro nach heutigem Umrechnungskurs). Die Schätzungen zur Verschuldung der Kommunen schwanken stark. Die Bank Standard Chartered rechnet mit einem Verschuldungsgrad von 15 Prozent der Wirtschaftsleistung, Credit Suisse geht von 36 Prozent aus.


    http://de.reuters.com/article/…ews/idDEBEE96R00920130728

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    Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.

  • Nebukadnezar hat am 28.07.2013 - 15:45 folgendes geschrieben:

    Quote

    Die chinesischen Kommunen sind nach Einschätzung der Regierung in Peking möglicherweise höher verschuldet als bisher angenommen. Die Regierung wisse nicht genau Bescheid, wie viele Schulden die örtlichen Verwaltungen angehäuft hätten, hatte erst kürzlich Vize-Finanzminister Zhu Guangyao gesagt.

    ..wir die "China-Euphoriker" (nenne jetzt mal keine Foren-Namen....) wohl kaum von ihrem "China-Hurra-Gebrüll" abhalten.... : oops: :angel:



    weico

  • Zu wenig Frauen in China – Sex-Toys boomen

    Weil in China viele Mädchen abgetrieben werden, finden Millionen Männer heute keine Frau mehr. Eine Branche profitiert davon besonders: die Hersteller von Sexspielzeug.

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    Männer haben in China einen deutlich höheren gesellschaftlichen Status. Mädchen werden oft abgetrieben. Immer mehr Chinesen finden deshalb keine Frau - und greifen deshalb auf Sex-Puppen zurück. (Bild von einer Ausstellung in Shanghai).



    emütlich schlendert der chinesische Geschäftsmann Xu Guangshi durch seine Fabrik im Süden Chinas. Der 31-Jährige deutet mit der Hand zu seinen Angestellten: «Noch ist China eher prüde. Aber schon jetzt machen wir mit unserem Sexspielzeug glänzende Geschäfte.»


    In Reihen sitzen die Arbeiter an Tischen hintereinander und setzen Schritt für Schritt Xus wichtigstes Produkt zusammen: Gummipuppen.


    In China finden Millionen Männer keine Partnerin. «Es ist eine Gesellschaft, in der Männer mehr wert sind als Frauen», sagt die bekannte Soziologin Li Yinhe von Chinas Akademie der Sozialwissenschaften der Nachrichtenagentur DPA. Als Stammhalter wollen viele Familien einen Knaben, weibliche Föten werden oft abgetrieben - auch wenn das offiziell nicht erlaubt ist.


    Die Ein-Kind-Politik und billige Ultraschall-Technik haben das Problem verschärft. Im Jahr 2020 werden etwa 30 Millionen Männer im besten Alter (20 bis 45 Jahre) alleine sein, wie die Familienplanungskommission in Peking befürchtet.


    Immer wieder legen Behörden Menschenhändlern das Handwerk, die junge Frauen an einsame Männer verkaufen wollen. Und sogar aus den Nachbarländern reisen Frauen nach China - auf der Suche nach reichen, einsamen Männern.


    Sexpuppe nach Mass zum Aufpreis


    Es ist paradox: Ausgerechnet im konservativen China, in dem die Regierung mit drakonischen Strafen gegen Pornografie und Prostitution vorgeht, spielt die Politik mit ihrer Ein-Kind-Regel der Sexspielzeug-Branche in die Hände. Der Männerüberschuss wächst stetig.


    «Auch ohne Frau oder Freundin haben diese Männer Bedürfnisse. Genau da kommen wir ins Spiel», sagt Fabrikchef Xu. Bis zu 10'000 Sexpuppen produziert sein Unternehmen Jumei Toys Factory jeden Monat. 120 Yuan (rund 18 Franken) kostet die günstigste.


    In einem Nebenraum der Puppenfabrik bereitet ein Mitarbeiter Köpfe vor. Manager Xu nimmt einen aus einer Kiste. «Manche Männer wollen eine helle Haut, andere etwas dunklere. Wir machen alles möglich, aber das kostet extra», sagt er.


    Aber warum gibt Chinas strenge Regierung ausgerechnet den Herstellern von Sexspielzeug so viel Freiheit? Für Firmenchef Xu ist der Grund klar: «Beim Sex mit einer Puppe kann kein Kind entstehen. Ausserdem werden keine Krankheiten übertragen.» Damit seien seine Produkte auch eine Hilfe bei der Ein-Kind-Politik.


    Umgang mit Sexualität wird offener


    Nicht umsonst steht Sexspielzeug in Geschäften in Chinas Innenstädten direkt neben Verhütungsmitteln. Das Spielzeug wird von Behörden oft zu den Produkten für Geburtenkontrolle gezählt.


    Gleichzeitig wird der Umgang mit Themen wie Sex offener in China. «Es gibt auch Frauen, die für ihre Männer Sexpuppen kaufen», sagt Xu, «so etwas hätte sich vor einigen Jahren fast niemand getraut».


    In China heissen die Sexshops «Läden für Erwachsenenbedarf» und haben sich fest im Stadtbild integriert. Selbst im Zentrum von Grossstädten wie Peking, Shanghai oder Guangzhou ist der nächste «Erwachsenenladen» nicht weit.


    Expansion geplant


    Noch verkauft Xu den Grossteil seiner Puppen in Asien. Aber künftig will er auch mehr nach Europa exportieren. Schon heute soll laut Branchenexperten der grösste Teil des Sexspielzeugs weltweit aus China kommen.


    Eine Neuerung soll den Durchbruch bringen: 3D-Drucker. «Dank der Technik können wir theoretisch jeden Körper fast exakt reproduzieren», schwärmt Xu - egal, ob ein Mann eine Plastikkopie seiner Ehefrau haben wolle oder sich am Computer einen Fantasiekörper entwerfe.


    Und Xu hat auch eine Idee, wie sich wohl mehr weibliche Kundinnen gewinnen liessen: «Wenn uns etwa David Beckham die Erlaubnis gibt, machen wir auch Tausende Beckham-Puppen.»


    http://www.20min.ch/panorama/n…-Sex-Toys-boomen-21324279

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    Fiat pecunia, et pereat mundus!

  • Stützt China heimlich die eigene Wirtschaft?

    Um China ranken sich seit je her die wildesten Gerüchte. Vermutlich deshalb, weil sich die Regierung in Peking nicht gerne in die Karten blicken lässt – und schon gar nicht vom Westen.

    Unbestritten ist, dass die chinesische Wirtschaft in den vergangenen Monaten an Fahrt verloren hat. Im zweiten Quartal wuchs das Bruttoinlandprodukt im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent und damit langsamer als im Krisenjahr 2009.

    Offiziell hat die Regierung in Peking bisher keine Massnahmen zur Stützung der heimischen Wirtschaft ergriffen. Darf man allerdings Gerüchten Glauben schenken, dann interveniert China schon eine ganze Weile im Verborgenen. Die Wirtschaft sei über zwei grosse staatliche Bankinstitute mit einer grosszügigen Liquiditätsspritze versorgt worden, so heisst es hinter vorgehaltener Hand.

    Ob China auch wirklich solche Massnahmen ergriffen hat und ob diese ihre Wirkung entfalten können, steht derzeit noch in den Sternen. Den Rohstoffmärkten zumindest scheinen alleine schon diese Gerüchte zu helfen.

    Ähnliches könnte sich hierzulande auch in den Aktien von Unternehmen mit einem hohen Ergebnisbeitrag aus dem Reich der Mitte abspielen.


    http://www.cash.ch/news/top_ne…ne_wirtschaft-3115311-771

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