• Ich überlege einen Einstieg, wenn das Management dies auch tut. Wenn ich die Vorwürfe richtig interpretiere, müsste Goodwill abgeschrieben werden. Ich sehe in der Bilanz 1,5 Mia Goodwill und 0,5 Mia EM. Was, wenn mehr als 0,5 Mia abzuschreiben wären?

    Bin hier kein Fachmann, vielleicht kann cashcow dazu was sagen?

    Neid ist der Ärger über den Mangel an Gelegenheit zur Schadenfreude

  • Bei Wirecard haben viele bis zum letzten Tag an eine Verschwörung geglaubt. Da haben auch Wirtschaftsprüfer lange ihr Siegel gegeben, große Investoren ihr Vertrauen und Deutsche Organe ihren Schutz. Das waren damals leider meine Börsenanfänge und ich konnte mir durch obiges nicht vorstellen, daß Wirecard ein Kartenhaus ist. Ist es aber gewesen und ich habe einen Haufen Geld in den Sand gesetzt. Daher ist eine neutrale Haltung mit vernünftiger Risikoaversion ohne emotionale Bindung einzunehmen. Anderes Beispiel. Wie viele hier im Forum dachten die CS wird sicherlich gerettet... Niemand konnte sich vorstellen, daß der Vorzeige CEO von Evotec geheimen Aktienhandel betrieb.

    Temenos mag Dreck am Stecken haben oder nicht. Besser vorsichtig sein..

  • Verstehe nicht ganz... EM? Eigenmittel?


    Goodwill hat keinen Einfluss auf den Gewinn, da er ja bereits Gebildet wurde. Kann einfach aus der Bilanz entfernt werden und gut ist.


    Goodwill Schreibt mann nicht ab. Mann löst ihn auf.

    Man löst ihn auf zu Lasten der Eigenmittel.

    Insofern ist die Höhe des GW im Verhältnis zum EK sehr wohl von Relevanz.

    CoS

  • Die Deutsche Bank hat bis dato mehrere IT-Vorstände verschlissen, weil sich deren Systeme kaum noch betreiben und/oder aktualisieren lassen.


    Es macht, n.m.E., auch einen Unterschied ob ich einen Dino ablöse oder einführe. Wobei das Core-System ja nicht einmal das Hauptproblem von Temenos ist.


    Am Ende legen die am Montag Zahlen vor, die einen grossen Interpretationsspielraum bieten.
    Der Investitionsbedarf wird dabei viel höher sein als bis anhin suggeriert.

    Die Deutsche Bank setzt auch auf Indien IT. Wie einige andere Banken auch, profitiert davon meistens der Dienstleister und nicht der Auftraggeber. Die FinTechs können dafür nichts. Der Kunde sollte sich selbst mit dem Produkt beschäftigen, statt Projekte via IT Chaining umzusetzen.

  • Bzgl. Personal, falls fähige durch weniger fähige Leute ersetzt werden ist auch niemandem geholfen.

    Ich sage nicht, dass die jetzigen fähig sind, sondern warne vor den Konsequenzen hastiger Personalentscheidungen.

    Ich hätte mir ein schnelleres Dementi gewünscht.

  • Was mich wurmt ist, dass die Anschuldigungen eine Stange Geld kosten werden und das Management von ihrem eigentlichen Job ablenkt.

    Falls an den Anschuldigungen nichts dran ist - class suit action gegen den Shorty?

    Sieht da jemand Chancen?

  • Falls an den Anschuldigungen nichts dran ist - class suit action gegen den Shorty?

    Sieht da jemand Chancen?

    Unwahrscheinlich. Was gibt es da zu holen? Wäre unnöttig wenn die Anschuldigungen sich als falsch herausstellen, lieber Zeit & Mühe ins eigene Geschäft stecken als Ressourcen für einen unproduktiven Zweck aufzuwenden.


    Grundsätzlich finde ich die Arbeit von Short-Sellern nicht verkehrt. Wenn man die Möglichkeit hat, Long zu sein, so soll es auch in die umgekehrte Richtung möglich sein. Buchhaltungstricks sind der Klassiker (zum Teil auch erlaubt), leider können nur wenige ein Geschäft operativ gut führen.

  • Entweder ist keiner der Forumsteilnehmer im Temenos investiert oder alle haben keine Idee mehr. Investorentag in London hat anscheinend auch nur Verkäufe gebracht...

    Auch wenn ich mit dem Shorty uneins bin. Bzgl. Bewertung lag er richtig. Die Firma war nicht günstig, auch wenn sie in der Vergangenheit noch teurer war.

    Das FinTech wirbt mit ca. 3000 Kunden.

    Wie viele Nichtkunden gibt es denn?

    Wie viele Banken gibt es überhaupt weltweit?

    Es könnte ein ganzes Jahr dauern bis der Kurs wieder kurz vor der 100 steht.

    Die Divi spricht auch nicht für höhere Kurse.

    Welchen Marktanteil hat denn Temenos?

    Hoher Marktanteil auf einem kleinen Markt, oder kleiner Anteil auf einem grösseren Markt?

    Ich vermisse ein Statement vom CH Grossaktionär, oder habe sein Statement noch nicht entdeckt.

  • matjung

    "Es könnte ein ganzes Jahr dauern bis der Kurs wieder kurz vor der 100 steht."


    Na und? Falls du erst vor 2-3 Tagen eigestiegen bist, oder erst einsteigen wilst, ist doch gut. 30% in einem Jahr wäre mehr als OK.

    Auch die, die Aktien schon vor dem "Fall" gekauft haben, können von tiefem Kurs profitieren falls sie nachkaufen.

    In beiden Fällen würde dies dem Aktienkurs nach oben helfen.

  • Ich hoffe schwer, dass diese Aktion nicht risikolos war für Hindenburg.
    Einklagbar im US Justizsystem, wo man sonst ja so gegen ziemlich alles klagen kann.
    Denke auch, das muss irgendwie geregelt sein, Sperrfristen und Offenlegung der Trades und so.


    Für Insider gelten schliesslich auch Regeln.


    Sonst wäre das eine Lizenz zum Geld einsammeln.
    Da muss die Angegriffene Aktie nicht mal 30% fallen, da würde schon ein kleiner Einbruch genügen.

    Nichts ist wie es scheint, wenn man nur mit einem Auge sieht

  • Hier ein Auszug aus der NZZ von gestern.

    Hauptziel: Kursabsturz

    Die Leerverkäufer sehen sich zwar gern als «Robin Hood» der Kapitalmärkte, die Betrug aufdecken und Märkte effizienter machen. Doch um Geld zu verdienen, ist nicht wesentlich, dass alle Vorwürfe nachgewiesen werden können, ein Verdacht genügt. Eine Studie, die 159 Kampagnen von Short Sellern untersucht hat, kommt zum Schluss, dass nur in 30 Prozent der Fälle bei den Zielunternehmen betrügerische Aktivitäten vorlagen. Das primäre Ziel bleibt, den Aktienkurs zum Absturz zu bringen.

    Denn je grösser der Kurssturz, desto lukrativer die Spekulation. Ein Leerverkauf bezeichnet den Verkauf eines Wertpapiers, das sich der Short Seller (gegen Gebühr) ausgeliehen hat. Ein professioneller Leerverkäufer setzt alles daran, dass das Papier an Wert verlieren wird. Dann kann er es zu einem niedrigeren Kurs mit Gewinn zurückkaufen, um sie danach dem Eigentümer zu retournieren. Die Differenz zwischen dem Preis, zu dem das Wertpapier verkauft wurde, und dem ursprünglichen Kaufpreis ist sein Gewinn.

    Auf welchen Basiswerten Short Seller ihre Wetten eingehen, bleibt oft verborgen. Sie wetten nicht nur auf die Preisentwicklung von Aktien, sondern auch auf Bonds oder Kreditderivate. Aber auch Put-Optionen oder andere Derivate mit Hebelwirkung können eingesetzt werden. Der klassische Leerverkauf gilt als risikoreiche Spielart. Im Fall eines unerwarteten Kursanstiegs besteht ein sehr grosses Verlustrisiko.

    Short Selling: grenzwertig legal

    Zudem bewegen sich die Spekulationen in einem juristischen Graubereich. «Leerverkaufsaktivitäten sind in der Schweiz zwar grundsätzlich zulässig. Die Regulierung auf dem Gebiet ist aber knapp gehalten», sagt Merens Cahannes, ein Rechtsanwalt und Spezialist auf dem Gebiet der Leerverkäufe. Im Unterschied zur EU und zu den USA gibt es in der Schweiz keine Offenlegungspflichten der Unternehmen.