• Presse: CS soll den Austausch ranghoher Manager planen


    Bei der Credit Suisse könnte es im Top-Management zu mehreren Wechseln kommen. Das schreibt die "NZZ am Sonntag" mit Bezug auf "zuverlässige Quellen". Dem Bericht zufolge könnten Chefjurist Romeo Cerutti, Finanzchef David Mathers und der Chef des Asien-Geschäfts, Helman Sitohang, ersetzt werden.


    24.04.2022 14:32


    Diese drei Top-Manager seien von den zwölf Mitgliedern der CS-Geschäftsleitung mit Abstand am längsten in der Führungsriege dabei, heisst es. Die Kritik an Rechtschef Cerutti sei in letzter Zeit lauter geworden, unter anderem wegen eines Gerichtsfalls in Bermuda. Dieser Fall, bei der ein bermudisches Gericht die CS zur Zahlung von rund 500 Millionen US-Dollar Entschädigung an den früheren georgischen Präsidenten Bidsina Iwanischwili verurteilte, führte unter anderem dazu, dass die CS kürzlich einen Verlust im ersten Quartal 2022 ankündigte. Als möglichen Nachfolger für Cerutti führt die Zeitung den ehemaligen UBS-Chefjuristen Markus Diethelm ins Feld.


    Kritik gebe es auch an Asien-Chef Sitohang, der gemäss Presseberichten eine enge Kundenbeziehung mit Lex Greensill gepflegt habe. Die Finanzgesellschaft des australischen Bankers Greensill ist vor etwas mehr als einem Jahr zusammengebrochen, nachdem er den Versicherungsschutz für seine Produkte verloren hatte. In der Folge musste die Credit Suisse vier ihrer Fonds im Umfang von 10 Milliarden US-Dollar liquidieren. Die Ablösung von Finanzchef David Mathers wäre laut der "NZZ am Sonntag" allerdings überraschender als die anderen beiden möglichen Ablösungen, denn er habe seit seiner Ernennung 2010 alle Umwälzungen in der Geschäftsleitung überstanden.


    Auf Anfrage von AWP sagte ein Credit Suisse Sprecher, dass die Bank die Implementierung ihrer neuen Strategie und Organisationsstruktur, die sie im letzten November kommuniziert hatte, fortgesetzt habe. Als Teil dieser Arbeit beschäftige sich die Geschäftsleitung unter der Führung von CEO Thomas Gottstein und gemeinsam mit dem Verwaltungsrat regelmässig mit dem Thema Nachfolgeplanung und Ernennungen für gewisse leitende Positionen. "Unter anderem für bestimmte juristische Einheiten, Regionen und potenzielle Geschäftsleitungspositionen", so der Sprecher.


    Es sei jedoch wichtig zu betonen, "dass der Verwaltungsrat noch keine Entscheidung getroffen hat", sagte er. Sobald Entscheide fallen würden, werde die Bank diese kommunizieren.


    tv/


    (AWP)

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  • CS: Norwegischer Staatsfonds unterstützt Forderung nach Sonderprüfung


    Der norwegische Staatsfonds befürwortet eine von Ethos geforderte Sonderprüfung bei der Grossbank. Zudem wird der CS-Grossaktionär und weltgrösste Staatsfonds, der mit einem Anteil von 1,3 Prozent zu den 15 grössten Aktionären der Bank gehört, dem Verwaltungsrat und dem Management an der Generalversammlung vom kommenden Donnerstag für das Jahr 2020 keine Décharge erteilen.


    25.04.2022 11:57


    Das geht aus einem Dokument über die Abstimmungsentscheidungen auf der Webseite des Fonds hervor, über das zuvor die "Financial Times" berichtet hatte. "Aktionäre sollten das Recht haben, Änderungen im Vorstand zu fordern, wenn dieser nicht in ihrem besten Interesse handelt", heisst es in dem Dokument. Die beiden einflussreichen Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis hatten zuvor ebenfalls zur Ablehnung der Entlastung des Managements geraten.


    Indem der norwegische Staatsfonds auch der von der Ethos-Stiftung geforderten Sonderprüfung zustimmt, geht er aber noch einen Schritt weiter als andere Akteure. Ethos hat eine unabhängige Sonderprüfung gemäss Artikel 697a OR im Fall der Supply Chain Finance Funds - besser bekannt als Fall Greensill - und im Fall der sogenannten Suisse Secrets beantragt.


    Diesen Antrag lehnen die Aktionärsvertreter ISS und Glass Lewis hingegen ab.


    tv/kw


    (AWP)

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  • «UBS-Gewinn treibt Credit-Suisse-Aktionären Tränen der Verzweiflung in die Augen»


    Während die Credit Suisse kürzlich vor einem Verlust warnte, erzielt die UBS auch im ersten Quartal einen Milliardengewinn. Die Kluft zwischen den beiden Grossbanken wird immer grösser - auch an der Börse.


    26.04.2022 08:25


    Von Lorenz Burkhalter


    Für die UBS könnte es besser kaum laufen. Die grösste Schweizer Bank schliesst das erste Quartal mit einem Vorsteuergewinn in Höhe von 2,73 Milliarden Dollar ab. Analysten waren im Vorfeld durchschnittlich von 2,26 Milliarden Dollar ausgegangen.


    Damit hebt sich die Gewinnentwicklung der UBS auch in den ersten drei Monaten dieses Jahres wieder von jener der ewigen Rivalin Credit Suisse ab. Die kleinere der beiden Schweizer Grossbanken räumte kürzlich nämlich ein, auch für das zurückliegende erste Quartal einen Verlust ausweisen zu müssen (cash berichtete).


    Einzig bei der Ergebnisqualität machen Analysten gewisse Abstriche, brilliert die UBS doch ausgerechnet im Investment Banking. Von den Gewinnbeiträgen aus dem Global Wealth Management und aus dem Asset Management hatte man sich rückblickend mehr erhofft. Dennoch habe der Zahlenkranz der UBS alle nötigen Zutaten, um den Aktionärinnen und Aktionären der Rivalin Credit Suisse Tränen der Verzweiflung in die Augen schiessen zu lassen, wie aus Börsenkreisen verlautet.


    Wie die Credit Suisse abgeschnitten hat, dürfte sich übrigens am morgigen Mittwoch zeigen. Dann nämlich legt auch die zweite Schweizer Grossbank ihr Ergebnis vor. Gemäss Erhebungen von AWP rechnen Analysten mit einem Vorsteuerverlust in Höhe von 155 Millionen Franken.


    UBS-Aktie ein Liebling der Analysten


    Am Aktienmarkt kommen die UBS-Zahlen gut an. Im vorbörslichen Handel von Julius Bär gewinnt die Aktie der grössten Schweizer Bank 3,3 Prozent auf einen Mittelkurs von 16,78 Franken.


    Nicht ohne Grund gilt die UBS-Aktie als ein Liebling der Analysten. Egal ob die Citigroup, J.P. Morgan oder Goldman Sachs – es gibt kaum eine Bank, die keine Kaufempfehlung für die Aktie ausstehend hat. Selbst die Credit Suisse findet ausschliesslich lobende Worte.


    Das schlägt sich auch in der Kursentwicklung der beiden Grossbanken nieder. Während sich bei der UBS-Aktie seit Jahresbeginn ein knappes Plus von einem Prozent errechnet, notiert jene der Credit Suisse um 24 Prozent unter dem Stand von Anfang Jahr. Im vergangenen Jahr war die Diskrepanz sogar noch grösser.

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  • Credit Suisse: Quartalsverlust von 265 Millionen Franken erwartet - Kommt es zu personellen Rochaden?


    Dass die Credit Suisse morgen Mittwoch einen Verlust präsentieren muss, scheint klar. Interessant sind die möglichen Folgen.


    26.04.2022 16:15


    Spätestens seit der Gewinnwarnung vom vergangenen Mittwoch ist klar, dass die CS mit einem hohen Quartalsverlust in das neue Jahr startet. Auf dem Resultat lasten massive Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten aber auch die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine.


    Belastet wird das Quartalsergebnis zudem durch das generell verschlechterte Geschäftsumfeld. Dazu kommt die laufende Reorganisation und die Aufgabe von Geschäftsfeldern in der Folge des Archegos-Debakel.


    Massiver Ertragsrückgang erwartet


    Analysten erwarten einen massiven Rückgang der Erträge im Vergleich zum sehr starken Vorjahresquartal. Aufgrund der kurzen Vorlaufszeit wurden nur wenige Schätzungen im Vorfeld der Quartalszahlen aktualisiert.


    Ebenfalls nicht ausgeschlossen werden personelle Veränderungen in der Geschäftsleitung in der Folge der nicht abreissenden Negativnachrichten: Laut Medienberichten vom Wochenende sollen die Posten des Chefjuristen aber auch des Asien-Pazifik-Chefs und des Finanzchefs auf der Kippe stehen.

    Quote

    Banken - Credit Suisse unter Druck https://t.co/IVroUn7sQ9 pic.twitter.com/llha4PRlyL


    — cash (@cashch) April 24, 2022

    Die Credit Suisse hat für das erste Quartal 2022 einen Verlust angekündigt. Eine Erhöhung der Rechtsrückstellungen belaste das Ergebnis um 600 Millionen Franken, insgesamt werde die Gesamtrückstellung für Rechtsstreitigkeiten etwa 700 Millionen betragen.


    Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs beeinträchtigten das Ergebnis durch negative Erträge und Rückstellungen für Kreditverluste mit rund 200 Millionen Franken. Das Ergebnis werde auch von Verlusten um die Allfunds-Beteiligung belastet (350 Mio). Teilweise ausgeglichen würden die Verluste durch aufgelöste Rückstellungen in Bezug auf Archegos (170 Mio) und Immobiliengewinne (160 Mio).


    20 Prozent verloren


    Der CS-Aktienkurs gehört auch im laufenden Jahr zu den schwächsten Titeln an der Schweizer Börse. Seit Jahresbeginn haben die Aktien der Grossbank knapp 20 Prozent verloren.


    Zwar haben auch weitere Finanztitel wie etwa Partners Group oder Julius Bär ähnliche Abgaben hinnehmen müssen, die Titel der Konkurrentin UBS notieren allerdings seit Anfang Jahr knapp im Plus. Bereits im insgesamt guten Börsenjahr 2021 waren die CS-Titel mit einem Minus von 22 Prozent klar schwächste Titel im SMI gewesen.


    Neue Ziele und Geschäftsbereiche


    Mit der Präsentation einer neuen Gruppenstrategie im November 2021 hatte die CS auch neue Ziele sowohl für die Gruppe wie für die neuen Geschäftsbereiche formuliert.

    • Für die Investmentbank ist eine Reduktion des Kapitals um über 3 Milliarden US-Dollar (-25 Prozent) von 2021 bis 2022 vorgesehen, dies infolge des Ausstiegs aus dem "Prime Services"-Geschäft. Dagegen werde in Geschäftsbereiche investiert, die Wettbewerbsvorteile ausweisen, oder beratungsorientiert und weniger kapitalintensiv sind.
    • Die Wealth Management-Division soll mit einer Zuteilung von rund 3 Milliarden Franken bis 2024 gestärkt werden (+25 Prozent). Das Kundengeschäftsvolumen soll bis 2024 auf etwa 1,6 Billionen Franken und die verwalteten Vermögen auf rund 1,1 Billionen Franken gesteigert werden. Zudem sollen höhere wiederkehrende Erträge von mehr als 1 Mrd Franken erzielt werden. Dazu kommen zusätzliche "Wachstumsinvestitionen" wie die Einstellung von rund 500 zusätzlichen Kundenberaterinnen und -beratern und die Zunahme von Investitionen in Technologie um rund 60 Prozent bis 2024.
    • Die Einheiten Wealth Management, Swiss Bank und Asset Management sollen 2022 zwei Mal zudem so viel Kapital zugeteilt erhalten als die Investment Bank (heute 1,5x).
    • Die Rendite auf dem materiellen Eigenkapital soll für die Gruppe bis 2024 mehr als 10 Prozent betragen. Angestrebt wird zudem ein bereinigtes Aufwand-Ertrag-Verhältnis von rund 70 Prozent. In allen vier Divisionen sollen "Wachstumsinvestitionen" in Höhe von 1-1,5 Mrd pro Jahr getätigt werden. Diese sollen durch strukturelle Kosteneinsparungen finanziert werden.
    • Die Quote des harten Kernkapitals (CET1) soll bis 2024 mehr als 14 Prozent betragen, die Leverage Ratio des harten Kernkapitals (CET1) wird bei rund 4,5 Prozent angepeilt.
    • 2022 sollen die Aktionäre eine Reingewinn-Ausschüttung von rund 25 Prozent erhalten - entsprechende Markt- und Wirtschaftsbedingungen vorausgesetzt.

    Die Credit Suisse hat bewegte Monate hinter sich. Ein Überblick:


    Auf der Anklagebank und in den Medien


    Die Credit Suisse ist im März von einem Gericht auf den Bermudas zu einer Zahlung von "möglicherweise mehr als 500 Millionen US-Dollar" verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann angefochten werden, was die CS "mit Nachdruck" zu tun gedenke, wie es hiess. Bei dem Rechtsstreit geht es um Lebensversicherungspolicen von Bidzina Ivanishvili. Der ehemalige georgische Regierungschef und Milliardär, der ein Kunde des wegen Betrugs verurteilten Genfer CS-Beraters Patrice Lescaudron war, soll laut dem Gerichtsurteil ab 2005 über eine Milliarde Dollar über die CS investiert haben.


    Die CS soll über Jahre Autokraten, Drogendealer sowie mutmassliche Kriegsverbrecher und Menschenhändler als Kunden akzeptiert haben. Das berichteten im Februar mehrere Medien aus Deutschland, Frankreich, Grossbritannien und den USA im Februar unter dem Titel "Suisse Secrets". Sie beriefen sich dabei auf ihnen zugespielte Bankunterlagen, die allerdings offenbar teilweise Jahrzehnte zurückreichten. Die CS hatte wegen der Enthüllungen interne Untersuchungen angekündigt.


    Im Februar sass die Credit Suisse auf der Anklagebank vor dem Bundesstrafgericht wegen ihrer Beziehungen zu einem kriminellen bulgarischen Netzwerk. Neben der Grossbank und einer ihrer Anlageberaterinnen waren zwei Bulgaren und ein ehemaliger Angestellter der Bank Julius Bär angeklagt.


    Die Bundesanwaltschaft (BA) warf der Credit Suisse und den Mitangeklagten vor, zwischen 2004 und 2008 Gelder für die Bande gewaschen zu haben, die einen grossangelegten Kokainhandel betrieb. Die Credit Suisse hat die gegen sie erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen und gab sich auch von der Unschuld ihrer ehemaligen Mitarbeiterin überzeugt. Ein Urteil in dem Prozess steht noch immer aus.


    Neue Organisation, neue Köpfe


    Mitte Januar war der erst seit dem April 2021 amtierende CS-Verwaltungsratspräsident António Horta-Osório per sofort von seinem Posten zurückgetreten. Der Abgang erfolgte nach wochenlangen Berichten über Verstösse von Horta-Osório gegen Corona-Quarantäne-Auflagen in der Schweiz und in Grossbritannien. Zum Nachfolger an der CS-Spitze ernannte der CS-Verwaltungsrat den ehemaligen UBS-Banker Axel Lehmann, der seit Anfang Oktober 2021 im CS-Verwaltungsrat Einsitz hat. An der Generalversammlung vom 29. April wird dagegen der Vizepräsident und Roche-CEO Severin Schwan nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Auch Kai Nargolwala, langjähriger Vorsitzender des Vergütungsausschusses, und der als Horta-Osório-Vertrauter geltende Juan Colombas haben auf eine erneute Kandidatur verzichtet.


    Per Anfang 2022 hat sich die CS eine neue Strategie und ein neues Organisationsmodell gegeben. Die Bank hat die zuvor auf drei Divisionen verteilte Vermögensverwaltung wieder in einer Geschäftseinheit zusammen gelegt. Neu umfasst die CS die vier Divisionen "Wealth Management", "Investment Bank", "Swiss Bank" und "Asset Management". Zum neuen Leiter der Division "Wealth Management" wurde Franceso de Ferrari ernannt. Im Rahmen einer Matrix-Organisation umfasst die CS neben den vier Divisionen auch die vier Regionen Schweiz, EMEA, Asien Pacific (APAC) und Americas.


    Greensill hallt nach


    Das Debakel um die "Greensill-Fonds" dürfte die CS noch lange beschäftigen. Die Grossbank musste Anfang März 2022 die Schliessung und Liquidierung ihrer mit der inzwischen insolventen Greensill Capital geführten "Lieferketten-Finanzierungs-Fonds" (Supply Chain Finance Funds SCFF) bekannt geben.


    Von den Fondsvermögen von ursprünglich rund 10 Milliarden Dollar hat die CS laut jüngsten Angaben vom April mittlerweile 7,3 Milliarden Dollar einsammeln können. An die Investoren in die vier Greensill-Fonds sind daraus bisher 6,75 Milliarden Dollar ausgezahlt worden. Einen internen Untersuchungsbericht zum Greensill-Debakel will die CS nicht veröffentlichen.


    (AWP)

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  • Britische Behörde durchsucht zum Greensill-Skandal Gupta-Büros


    Im Zusammenhang mit dem Skandal um den insolventen Finanzdienstleister Greensill hat die britische Behörde für schwere Betrugsdelikte am Mittwoch Büros des Stahlimperiums GFG Alliance durchsucht.


    28.04.2022 06:42


    Wie die britische Behörde für schwere Betrugsdelikte mitteilte, wurden bei Durchsuchung Dokumente wie Bilanzen, Jahresberichte und Korrespondenz beschlagnahmt. Mehrere führende Mitarbeiter seien befragt worden.


    Die britischen Ermittler hatten nach der Greensill-Insolvenz im vergangenen Jahr ein Verfahren gegen die Unternehmensgruppe Gupta Family Group Alliance (GFG) wegen des Verdachts auf Betrug, betrügerischen Handel und Geldwäsche eingeleitet. Im Blick seien dabei auch die Vereinbarungen mit Greensill Capital, hiess es damals.


    GFG ist durch die Greensill-Insolvenz selbst in Schieflage geraten. Der weltweit agierende Konzern betreibt in Grossbritannien mehrere Stahlwerke. Insgesamt beschäftigt GFG nach eigenen Angaben mehr als 35'000 Menschen.


    In der Schweiz ist die Credit Suisse im Greensill-Skandal in Bedrängnis geraten. Die Grossbank musste Anfang März 2021 die Schliessung und Liquidierung ihrer mit Greensill Capital geführten Lieferkettenfonds bekannt geben. Von den Fondsvermögen von ursprünglich rund 10 Milliarden US-Dollar hat die CS mittlerweile 7,3 Milliarden einsammeln können. An die Investoren sind daraus bisher 6,75 Milliarden Dollar ausgezahlt worden.


    In Grossbritannien sorgte der Fall auch politisch für Wirbel. Der frühere Premierminister David Cameron hatte nach seinem Ausscheiden aus dem Amt für Greensill Lobby-Arbeit gemacht. Cameron hatte mit Dutzenden E-Mails und Textnachrichten versucht, Regierungsmitglieder davon zu überzeugen, Greensill mit staatlichem Geld über Wasser zu halten.


    Die Beziehungen mit Unternehmensgründer Lex Greensill hatte Cameron bereits während seiner Zeit als Premierminister von 2010 bis 2016 eingefädelt.


    (AWP)

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  • Fällt der Aktienkurs auf 5,50 Franken?

    Credit Suisse in der Krise - Fällt der Aktienkurs auf 5,50 Franken?


    Analysten von Barclays und des Analysehauses CFRA zeigen sich sehr pessimistisch gegenüber dem weiteren Kursverlauf der Credit Suisse.


    28.04.2022 10:29


    Die Credit Suisse-Aktie ist am Donnerstagmorgen um 0,3 Prozent gestiegen und steht damit bei einem Wert von 6,45 Franken. Zwei Analysten sehen den Kurs aber noch deutlich sinken.


    Barclays hat das Kursziel für Credit Suisse von 7 auf 5,50 Franken gesenkt. Die Einstufung lautet weiterhin "Underweight". Bei der Grossbank sei der Silberstreifen am Horizont derzeit schwer auszumachen, schreibt Analyst Amit Goel.


    Nach den Quartalszahlen, welche am gestrigen Mittwoch vorgelegt wurden, senkt der Bankenspezialist seine Schätzungen erheblich. Er erwartet einen Umsatzeinbruch von 20 Prozent für 2022. Mit diversen Problemen und weiteren Managementwechseln dürfte eine Erholung noch etwas andauern, so der Experte.


    «Besorgniserregender» Rückgang des Ertrags


    Auch das US-Research-Unternehmen CFRA senkt das Kursziel für die Credit Suisse von 7,50 auf ebenfalls 5,50 Franken. Die Einstufung lautet weiterhin "Sell". Seine EPS-Prognosen für 2022 und 2023 nehme er nach der Quartalszahlenvorlage der Grossbank zurück, schreibt Analyst Firdaus Ibrahim. Der Rückgang des Nettoertrags sei besorgniserregend und könnte seiner Meinung nach zu einer Verschlechterung des Geschäftsmodells führen.


    Die kommenden Quartale dürften für die Grossbank denn auch weiterhin herausfordernd werden, da die schwierigen Marktbedingungen anhalten und die Unsicherheiten zunehmen werden. Dies dürfte sich auch auf die strategischen Initiativen der Credit Suisse auswirken, so der Analyst.


    Am Mittwoch hat die Credit Suisse wie bereits angekündigt rote Zahlen berichtet. Besonders hohe Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten lasten dabei auf dem Ergebnis der Bank (zum ausführlichen Bericht hier).


    (AWP/cash)

  • Schwarzmaler am Werk (Posting oben)

    Wenn der erneute Abschreiber (Archegos) nicht gewesen wäre,
    hätte der Q1 Gewinn 500 Mio betragen.


    Ich gehe davon aus, dass wenn der Ertrag tatsächlich im oben beschriebenen Rahmen sinken sollte, die Kosten ebenfalls massiv gedrückt würden. Analysten verbreiten oft negative Meldungen, wenn ihre Häuser selber einsteigen.

  • CS wegen angeblicher Geschäfte mit Oligarchen verklagt

    Reuters: Credit Suisse in den USA wegen angeblicher Geschäfte mit Oligarchen verklagt


    Die Credit Suisse sieht sich in den USA wegen angeblicher Geschäfte mit Oligarchen mit einer Sammelklage konfrontiert. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Wochenende.


    Laut einer Erklärung der Anwaltskanzlei Pomerantz LLP vom späten Freitagabend hätten mehrere Personen und Unternehmen bei einem Bezirksgericht in New York eine Sammelklage gegen die Grossbank eingereicht, wie Reuters schreibt. Die Klage erfolge im Namen der Investoren, die zwischen dem 19. März 2021 und dem 25. März 2022 Wertpapiere der Credit Suisse erworben hätten.


    Die Bank habe die Investoren über Geschäfte mit russischen Oligarchen getäuscht, heisst es weiter. Die Beklagten hätten laut Erklärung der Anwaltskanzlei falsche und irreführende Angaben zu den Geschäften, dem Betrieb und der Compliance-Politik des Unternehmens gemacht, heisst es weiter.


    Die Credit Suisse lehnte auf Anfrage von AWP einen Kommentar dazu ab.


    (AWP)

  • Credit Suisse beziffert Urteil im Bermuda-Fall auf rund 600 Millionen Dollar


    Die Credit Suisse beziffert in ihrem Quartalsbericht die zu leistende Zahlung im erstinstanzliche Urteil eines Gerichts auf den Bermudas mit «rund 600 Millionen Dollar».


    05.05.2022 07:19


    Die Grossbank hatte im März vor dem Gericht auf der karibischen Inselgruppe eine Niederlage eingefahren. Damals hatte die CS davon gesprochen, dass das Urteil eine Zahlung von "möglicherweise mehr als 500 Millionen Dollar" beinhalte.


    Bei dem Rechtsstreit geht es um Lebensversicherungspolicen von Bidzina Ivanishvili. Der ehemalige georgische Regierungschef und Milliardär, der Kunde des betrügerischen Genfer CS-Beraters Patrice Lescaudron war, hatte laut dem Gerichtsurteil ab 2005 hohe Summen über die CS investiert.


    Das Gericht wirft der CS vor, "keine oder unzureichende Massnahmen getroffen" habe, um Lescaudrons betrügerische Misswirtschaft zu verhindern. Die CS will das Urteil anfechten.


    (AWP)

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  • Credit Suisse laut kurz vor weiterer Einigung bei Abwicklung der Greensill-Fonds


    Der Credit Suisse könnten bei der Abwicklung der Greensill-Fonds bald weitere Barmittel für die Investoren zufliessen.


    16.05.2022 06:40


    Die Bank stehe kurz vor einer Einigung mit dem US-Bergbauunternehmen Bluestone Resources, heisst es in einem Artikel der "Financial Times" (Online), welche sich dabei auf gut informierte Kreise stützt. Die Einigung hätte für die CS einen Wert von rund 690 Millionen US-Dollar.


    Die Credit Suisse bezifferte die Ausstände von Bluestone Resources vor knapp einem Jahr auf 700 Millionen Dollar.


    Gemäss dem zwischen der Justiz in West Virginia und der CS angepeilten Einigung soll Bluestone Mines die Produktion erhöhen und in der Folge regelmässige Zahlungen an die Bank liefern. Würden die Minen dereinst verkauft, hätte die Bank ebenfalls ein Anrecht auf Teile des Verkaufserlöses, schreibt die Zeitung. Die Vereinbarung könnte laut der "FT" innert Wochen unterzeichnet werden.


    (AWP)

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  • S&P senkt Kreditratings für

    S&P senkt Kreditratings für Credit Suisse


    Die Ratingagentur S&P hat ihre Kreditratings für die Credit Suisse in der Folge der Grosspannen der vergangenen Monate gesenkt. Das Schuldnerrating für die Gruppe lautet nun auf "BBB" nach zuvor "BBB+". Für die operative Gesellschaft, die Credit Suisse AG, beträgt es noch "A" nach zuvor "A+".


    17.05.2022 09:39


    Die Serie von negativen Ereignissen habe die Defizite der Grossbank bezüglich ihres Risikomanagements offenbart, heisst es in einer Mitteilung von S&P. Zwar arbeite die CS an der Behebung der Mängel, allerdings dürfte eine dauerhafte Veränderung der Risikokultur in einer derart komplexen Organisation Zeit beanspruchen. Erschwert werde der Wandel durch das sich verschlechternde wirtschaftliche Umfeld.


    Der Ausblick für die Kreditratings lautet "stabil". Die Ratingagentur gibt sich zuversichtlich, dass die eingeleiteten Massnahmen einen länger dauernden Reputationsschaden für die Credit Suisse und eine Verschlechterung der Geschäfte verhindern würden.


    tp/ys


    (AWP)

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  • Credit Suisse laut kurz vor weiterer Einigung bei Abwicklung der Greensill-Fonds


    Der Credit Suisse könnten bei der Abwicklung der Greensill-Fonds bald weitere Barmittel für die Investoren zufliessen.


    17.05.2022 12:00


    Die Bank stehe kurz vor einer Einigung mit dem US-Bergbauunternehmen Bluestone Resources, heisst es in einem Artikel der "Financial Times" (Online), welche sich dabei auf gut informierte Kreise stützt. Die Einigung hätte für die CS einen Wert von rund 690 Millionen US-Dollar.


    Die Credit Suisse bezifferte die Ausstände von Bluestone Resources vor knapp einem Jahr auf 700 Millionen Dollar.


    Gemäss dem zwischen der Justiz in West Virginia und der CS angepeilten Einigung soll Bluestone Mines die Produktion erhöhen und in der Folge regelmässige Zahlungen an die Bank liefern. Würden die Minen dereinst verkauft, hätte die Bank ebenfalls ein Anrecht auf Teile des Verkaufserlöses, schreibt die Zeitung. Die Vereinbarung könnte laut der "FT" innert Wochen unterzeichnet werden.


    (AWP)

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  • Fitch stuft CS-Rating auf 'BBB+' von 'A-' herunter - Ausblick 'stabil'


    Die Ratingagentur Fitch stuft das langfristige Emittentenrating der Credit Suisse auf 'BBB+' von 'A-' herunter. Auch die Viability Ratings (VR) wurden auf 'bbb+' von 'a-' gesenkt. Den Ausblick belässt Fitch auf 'stabil', wie die Ratingagentur am Mittwochabend bekannt gab.


    18.05.2022 19:46


    Grund für die Herabstufung sei die schwache operative Rentabilität der Schweizer Grossbank im Vergleich zur Konkurrenz. Diese zeige das Risiko, die Restrukturierung in einer schwierigen Marktlage umzusetzen. Und es verdeutliche die Herausforderungen für die Bank, ihre finanzielle Performance und ihr Risikomanagement in den nächsten 24 Monaten zu verbessern, schrieb Fitch.


    Im Jahr 2022 dürfte die Profitabilität der Credit Suisse unter Druck bleiben nach dem ersten Quartal, in dem die CS schwächere Ergebnisse erzielt habe als ihre Konkurrenten. Die Bank habe rund 400 Millionen Franken für Restrukturierungskosten verbucht, schrieb Fitch. Zudem könnten weitere Rückstellungen für Rechtsfälle die Kosten hochtreiben.


    Den stabilen Ausblick begründete Fitch damit, dass das Rating auf dem aktuellen Niveau genügend Spielraum habe, um eine Periode schwächerer Rentabilität zu überstehen, wenn die Gruppe ihr Geschäftsmodell beibehalte. Sollte der strategische Plan der Gruppe nicht erfolgreich umgesetzt werden, würde dies zu Druck auf die Kerngeschäftsfelder Vermögensverwaltung und Investment Banking führen.


    Dies ist erste Herabstufung für die CS von Fitch seit sechs Jahren. Letztmals war die Note der Grossbank im Mai 2016 m eine Stufe auf 'A-' von 'A' gesenkt worden.


    jb/


    (AWP)

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  • Reuters: Grossinvestor Artisan Partners fordert Ablösung von CS-CEO Gottstein


    (Im letzten Abschnitt um CS-Stellungnahme ergänzt) - Der Investor Artisan Partners hat gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters die Ablösung des umstrittenen Credit Suisse-Chefs Thomas Gottstein gefordert. Laut Reuters zählt Artisan mit einem Anteil von 1,5 Prozent zu den zehn grössten Investoren der Grossbank.


    19.05.2022 15:08


    Managing Director David Samra von Artisan kritisierte im Interview mit der Nachrichtenagentur die Leistung Gottsteins. Seiner Ansicht nach gebe es keinen Grund, dass dieser in seinem Amt bleiben sollte. Es brauche vielmehr eine neue Führung, damit die Bank in einigen Jahren wieder zu ihrer alten Stärke zurückfinden könne und sich dies auch im Aktienkurs wiederspiegle.


    Ohne das richtige Personal werde die Bank gemäss Samra aber keinen Fortschritt machen. Dann müsste die Bank auch über eine Vereinfachung der Struktur nachdenken. Dies könnte den Verkauf von Bereichen, einen separaten Börsengang von einzelnen Teilen oder die Fusion mit einer Schweizer oder US-Bank bedeuten, so Samra weiter.


    Gottstein solle aber erst ersetzt werden, wenn ein hochkarätiger Nachfolger gefunden ist. Gegenüber Reuters zeigten sich auch andere Grossinvestoren kritisch gegenüber der Leistung Gottsteins, der Rücktrittsforderung wollte sich aber keiner von ihnen anschliessen. Ein Wechsel der Führung bringe nicht automatisch auch Verbesserungen.


    Der Verwaltungsratspräsident habe Thomas Gottstein klar sein Vertrauen ausgesprochen, sagte eine CS-Sprecherin am Donnerstag gegenüber der AWP zu dem Bericht. "Daran hat sich nichts geändert."


    cg/tp


    (AWP)

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  • Moody's senkt CS-Ausblick auf 'negativ' - Rating 'A1' bestätigt


    Die Ratingagentur Moody's hat das langfristige Rating für vorrangige unbesicherte Verbindlichkeiten und Einlagen der Credit Suisse zwar bei 'A1' bestätigt, den Ausblick aber auf 'negativ' gesenkt.


    19.05.2022 22:01


    Die jüngsten Finanzergebnisse seien schwächer als erwartet ausgefallen, begründete Moody's die Senkung des Ausblicks auf 'negativ'. Und im Gesamtjahr 2022 werde eine schwache Rentabilität erwartet aufgrund hoher Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und rückläufiger Erträge in der Vermögensverwaltung und in der Investment Bank. Auch im nächsten Jahr 2023 werde die Rentabilität verhalten sein.


    Zudem seien Kundenabwanderungen und Beeinträchtigungen des Geschäftsmodells aufgrund der Auswirkungen von Greensill auf die Investment Bank und die Vermögensverwaltung möglich. Ein weiterer Grund sei die Instabilität im Management: Diese könnte zu Verzögerungen bei der Umsetzung des angekündigten Strategieplans führen wegen der grundlegenden Erneuerung des Top-Managements sowie wegen erheblicher Veränderungen im Verwaltungsrat.


    Die Bestätigung der 'A1'-Ratings der CS begründete Moody's mit der soliden Kapitalisierung und dem starken Liquiditäts- und Finanzierungsprofil der Grossbank. Diese würden dazu beitragen, die Komplexität der laufenden organisatorischen und kulturellen Anpassungen abzufedern, die nach den Affären von Greensill und Archegos nötig seien. Die Umsetzung der Verbesserung der Risikomanagement- und Compliance-Prozesse und -Rahmenbedingungen werde einige Zeit in Anspruch nehmen.


    Zudem helfe die solide Kapitalisierung der Bank, die finanziellen Belastungen während der laufenden Anpassungen abzumildern. Dies gelte auch für mögliche Kundenabwanderungen und den ramponierten Ruf.


    jb/


    (AWP)

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  • CS-Gottstein: Transaktionsvolumen stabilisiert sich


    Thomas Gottstein, CEO der Credit Suisse, zeigt sich am WEF in Davos relativ zuversichtlich. Zwar bestätigte er in einem Interview mit "Bloomberg TV" frühere Angaben, wonach 2022 für die Bank ein Übergangsjahr werde. Er macht aber trotz der Unsicherheiten auch positive Tendenzen im Marktumfeld aus.


    23.05.2022 09:13


    "Für das Zinsgeschäft sind die steigenden Zinsen ein positives Element", so Gottstein. Ausserdem stabilisierten sich die Transaktionsvolumen, nicht zuletzt wegen der hohen Volatilität an den Märkten.


    Die hohe Inflation sorge für Verunsicherung unter den Investoren, welche sich derzeit im "Risk Off"-Modus befänden. Die vermögenden Kunde blieben aber grundsätzlich investiert, er sehe keinen Vermögensabfluss. Gleichzeitig bestätigte er, dass die Ökonomen der Bank keine Rezession erwarteten.


    "Bullish" zeigte er sich etwa für die Region Naher Osten, wo er für die Bank "signifikante Wachstumsmöglichkeiten" ortet. Und mit Blick auf die Region Asien mit China äusserte er die Überzeugung, dass dort trotz kurzfristiger Eintrübung auf mittlere Sicht gute Aussichten bestünden.


    Auf die Frage zu seiner Person und zu den wiederkehrenden Spekulationen um einen Rücktritt oder eine Absetzung, meinte er: "Ich habe ein klares Mandat vom Verwaltungsrat und arbeite gut mit diesem zusammen. Priorität eins ist die Umsetzung der Strategie, zweitens folgt die Stärkung des Risikomanagements und drittens der Fokus auf die Kunden."


    cf/rw


    (AWP)

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  • Credit Suisse prüft Kapitalschritt, Finma besorgt


    Die krisengeplagte Credit Suisse prüft Insidern zufolge Massnahmen zur Stärkung des Kapitals.


    31.05.2022 07:12


    Die Überlegungen befänden sich in einem frühen Stadium, wie zwei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Eine Option sei dabei eine Kapitalerhöhung. Eine solche Transaktion würde voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne gehen.


    Das Volumen stehe noch nicht fest, dürfte aber die Schwelle von einer Milliarde Franken überschreiten, sagte eine der Personen. Im Vordergrund stehe dabei, bestehende Grossaktionäre anzuzapfen. Mit einer Kapitalerhöhung wolle die Bank nicht nur die Bilanz aufpolstern, sondern auch ein positives Signal nach aussen senden. Denn wenn bekannte Investoren der Bank frisches Kapital zukommen liessen, könnte das als Vertrauensbeweis gewertet werden.


    Credit Suisse machte in den vergangenen zweieinhalb Jahren mit einer Reihe von Fehlschlägen Schlagzeilen. Alleine der Kollaps des Hedgefonds Archegos kostete die Bank 2021 rund fünf Milliarden Franken. Aber auch im Rest des Geschäfts zeigen sich Bremsspuren, im ersten Quartal brachen die Erträge um 42 Prozent ein, und unter dem Strich standen mit einem Verlust von 273 Millionen Franken erneut rote Zahlen. Bis Ende März sank die Kernkapitalquote auf 13,8 Prozent von 14,4 Prozent Ende 2021 und verfehlte damit den für 2024 angepeilten Wert von 14 Prozent. Je höher diese Quote ist, desto kapitalstärker ist eine Bank.


    "Die Credit Suisse erwägt derzeit keine Aufnahme von zusätzlichem Eigenkapital", erklärte die Bank. Mit einer Kernkapitalquote von 13,8 Prozent und einer Verschuldungsquote (Leverage Ratio) von 4,3 Prozent sei die Gruppe solide kapitalisiert.


    Kein gutes Zeugnis von der Finma


    Auch die Schweizer Finanzmarktaufsicht stellt dem Institut kein gutes Zeugnis aus, wie eine der Personen sagte. Im jährlichen "Assessment Letter" habe die Behörde der Bank die tiefste Note vier gegeben. Das bedeute, dass die Finma die Bank intensiv und laufend überwache. Die Behörde sorge sich unter anderem über die Kapitalisierung auf Konzernebene. Die Finma wollte sich nicht äussern. Im vergangenen Jahr hat die Credit Suisse mehr als ein Fünftel ihres Börsenwertes verloren.


    Eine Entscheidung zur Stärkung des Kapitals sei noch nicht gefallen, sagten die Personen. Mögliche Alternativen zu einer Kapitalerhöhung seien ein Bereichsverkauf oder die Umschichtung von Kapital aus den teilweise komfortabel ausgestatteten Tochtergesellschaften in die Gruppe. Die Credit Suisse erklärte aber, das Asset Management sei ein wesentlicher Bestandteil der im vergangenen November vorgestellten Gruppenstrategie.


    Die Rating-Agenturen Standard&Poor`s (S&P) und Fitch hatten Credit Suisse kürzlich zurückgestuft und dies unter anderem mit der im Konkurrenzvergleich schwachen operativen Rentabilität begründet. Ein niedriges Rating verteuert üblicherweise die Finanzierung der Bank. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor stellt einem der Insider zufolge die Ernennung eines neuen Rechtschefs zum 1. Juli dar. Es sei nicht auszuschliessen, das Markus Diethelm bei anhängigen Rechtsfällen schnellere Vergleiche suchen könnte als sein Vorgänger. Dies würde aber wieder Geld kosten und könnte der Kapitalquote zusetzen.


    Über zwei Pflichtwandelanleihen hatte Konzernchef Thomas Gottstein im Anschluss an das Archegos-Debakel im vergangenen Jahr bereits rund 1,75 Milliarden Franken eingesammelt. Gottsteins Vorgänger Tidjane Thiam hatte in seiner Amtszeit mit zwei Kapitalerhöhungen rund zehn Milliarden Franken aufgenommen.


    (Reuters)

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  • Presse: CS-Aktionär Harris erachtet Kapitalerhöhung als nicht notwendig


    Der CS-Grossaktionär Harris Associates erachtet eine erneute Kapitalerhöhung bei der Schweizer Grossbank als nicht notwendig. Angesichts der Stärke der Bilanz stimme er mit der Aussage der Bank überein, sagte Harris-Partner David Herro am Dienstag zu Reuters.


    31.05.2022 12:19


    Harris Associates ist mit einen Aktienanteil von knapp 5,2 Prozent der bedeutendste CS-Aktionär. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte am Montagabend berichtet, dass die Credit Suisse Massnamen zur Stärkung des Kapitals prüfe. Dazu gehöre eine Kapitalerhöhung, aber auch der Verkauf eines Bereichs oder die Umschichtung von Kapital aus den Tochtergesellschaften in die Gruppe.


    Die CS hatte den Bericht am Montagabend allerdings umgehend dementiert: Sie erwäge derzeit nicht, zusätzliches Eigenkapital aufzunehmen, hiess es in einer Stellungnahme gegenüber der AWP. Zudem sei die Bankengruppe "robust kapitalisiert".


    tp/ys


    (AWP)

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  • CS-Mitarbeitende wegen Mosambik-Affäre im Visier des EFD


    Das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) hat laut einem Medienbericht eine Untersuchung gegen Mitarbeitende der Credit Suisse eingeleitet.


    31.05.2022 11:27


    Gemäss dem Artikel ist das EFD wegen einer Anzeige der Finanzmarktaufsicht Finma aktiv geworden, die bei dem Departement einen möglichen Verstoss gegen die Geldwäscherei-Meldepflicht durch die Bank gemeldet hatte. Eine EFD-Sprecherin wollte am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagenut AWP keine Auskünfte erteilen, da sich die Anfrage auf ein laufendes Verfahren beziehe. Auch die CS wollte sich auf AWP-Anfrage nicht äussern.


    Grund für die Anzeige sei gewesen, dass die CS den Geldwäschereiverdacht im Fall Mosambik erst gemeldet habe, nachdem die US-Justiz bereits Anklage gegen drei CS-Banker in London erhoben hatte, heisst es im Tamedia-Artikel. Ärgerlich für die Bank sei, dass sie selber Dokumente an die Finma geliefert habe, um ein mögliches Strafmass zu vermindern. Diese eigentlich für die aufsichtsrechtliche Untersuchung vorgesehenen Dokumente könnten nun auch bei einer strafrechtlichen Untersuchung verwendet werden, heisst es in dem Artikel.


    Milliardenschwerer Korruptionsskandal


    Der Fall Mosambik nahm seinen Anfang im Jahr 2013. Damals hatten britische Tochtergesellschaften der Credit Suisse zwei mosambikanischen Staatsgesellschaften Kredite in der Höhe von 1 Milliarde Dollargewährt. Damit sollte in dem Land die Küstenwache verstärkt und eine Thunfisch-Fangflotte angelegt werden. Stattdessen wurden mehrere hundert Millionen von korrupten Beamten abgezweigt.


    Zwei CS-Mitarbeitende bekannten sich später in dem Fall in den USA wegen Geldwäscherei schuldig. Vor der US-Justiz war der Mosambik-Fall bereits vergangenen Herbst durch einen Vergleich beigelegt worden. Die Bank musste dafür 547 Millionen US-Dollar in die Hand nehmen.


    Die Finma rügte damals die Bank. Sie habe bereits früher Hinweise darauf gehabt, dass das Geld nicht für den ursprünglichen Verwendungszweck genutzt wurde, argumentierte die Aufsichtsbehörde. Die Bank habe diesen Verdacht aber erst gemeldet, als die US-Justiz bereits hinter ihr her war. Damit habe sie gegen ihre Meldepflicht verstossen.


    (AWP)

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