• CS von US-Behörde wegen Verstössen gegen Anlegerschutz gebüsst


    Die Credit Suisse (CS) ist von der US-Finanzmarktaufsicht Finra mit 9 Millionen Dollar gebüsst worden. Die CS-Tochter Credit Suisse Securities habe Vorschriften zum Schutz der Anleger nicht eingehalten, heisst es in einer Mitteilung der Financial Industry Regulatory Authority vom Donnerstag.


    20.01.2022 16:10


    Unter anderem habe die Grossbank Vorschriften nicht eingehalten, nach denen sie bei der Veröffentlichung von Research-Berichten potenzielle Interessenkonflikte offenlegen muss, so die Mitteilung. Als Teil des Vergleichs habe die FINRA von der CS eine Bestätigung verlangt, dass sie Aufsichtssysteme und -verfahren zur Einhaltung der Kundenschutzes eingeführt habe.


    Insgesamt hat die CS laut Finra zwischen 2006 und 2017 mehr als 20'000 Research-Berichte herausgegeben, die ungenaue Angaben zu potenziellen Interessenkonflikten enthielten. Gemäss Finra hat es die CS aber auch versäumt, die im Kundenhandel vorgeschriebenen Reserven stets wie verlangt aufrecht zu erhalten. Zudem habe sie in zahlreichen Fällen die vorgeschriebenen Kundenreserven nicht genau berechnet.


    Die Credit Suisse habe mit der Beilegung dieser Angelegenheit die Feststellungen der FINRA akzeptiert - ohne sie allerdings zuzugeben oder zu bestreiten.


    tp/ra


    (AWP)

  • «Anfängerfehler»: Oswald Grübel kritisiert Management der Credit Suisse scharf


    Der frühere Credit-Suisse-Chef Oswald Grübel geht mit dem gegenwärtigen Management der Grossbank hart ins Gericht. Die Aktionärinnen und Aktionäre sollten mehr Druck ausüben, sagt er.


    23.01.2022 06:25


    "Wenn ein Unternehmen über Jahre so viele Krisen erlebt, dann liegt der Grund im schlechten Management", sagte der 78-jährige Bankier der "NZZ am Sonntag".


    Weil die Führung nicht funktionierte, hätten viele hervorragende Manager die Bank mit 50'000 Beschäftigten verlassen, sagte Grübel, der von 2003 bis 2007 selber CEO der CS war. Die Abgänge hätten auch zu den Milliardenverlusten im letzten Jahr geführt. Die jüngsten Skandalen um den US-Hedgefonds Archegos und um die "Greensill"-Anlagefonds gehörten in die Kategorie "Anfängerfehler". Mit einer guten Risikokontrolle hätten diese niemals passieren dürfen.


    Die Aktionäre der Bank müssten mehr Druck auf die Führung ausüben, forderte Grübel, insbesondere bei der Besetzung des Verwaltungsrates. "Es braucht auch hier Personen, welche das Geschäft à fond kennen."


    Die Bank brauche eine glaubwürdige Identifikationsfigur, welche die Belegschaft hinter sich scharen könne, meinte Grübel. Die Credit Suisse leide gegenwärtig unter internen Spannungen zwischen der schweizerisch geprägten Kultur und dem angelsächsischen Geschäftsverständnis.


    Trotz der Schwäche der Bank glaubt Grübel nicht an eine Übernahme. Die Finanzmarktaufsicht würde nach seiner Einschätzung ihr Veto gegen einen solchen Verkauf einlegen.


    Zudem würden viele Privatkunden ihr Geld bei der CS wegen der Stabilität in der Schweiz anlegen. Wenn ein ausländischer Konzern die Bank kaufe, würden wohl viele Kunden dann zu einer anderen Schweizer Bank wechseln, erklärte der Bankenfachmann.


    (AWP)

  • Credit Suisse mit hohen Rückstellungen im vierten Quartal


    Das Resultat der Credit Suisse wird auch im vierten Quartal von bedeutenden Sonderfaktoren beeinflusst.


    25.01.2022 07:57


    Negativ beeinflusst wird das Resultat des vierten Quartals insbesondere durch Rückstellungen für bedeutende Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 500 Millionen Franken, teilte die CS am Dienstag mit. Dabei gehe es um eine Reihe von Fällen, in denen die Gruppe bereits Vergleiche angestrebt habe und die vor allem ältere Rechtsstreitigkeiten der Investment Bank beträfen, so die CS. Teilweise ausgeglichen werden die Rückstellungen durch Immobilienverkäufe in Höhe von 225 Millionen Franken.


    Verlust in Investment Bank


    Doch auch das eigentliche Geschäft lief im Schlussquartal nicht mehr so gut. So verminderten sich insbesondere die transaktionsbasierten Erträge. Der Rückgang betreffe sowohl die Investment Bank als auch die Vermögensverwaltungsgeschäfte. Dies spiegle die übliche saisonale Abschwächung. Allerdings war laut der CS auch die "Rückkehr zu normaleren Handelsbedingungen" nach dem aussergewöhnlichen Umfeld, das den grössten Teil der Jahre 2020 und 2021 geprägt hatte, zu spüren.


    Für die Investment Bank resultiert im Schlussquartal - auch vor der umfangreichen Goodwill-Wertverminderung - ein Verlust. Der Grund liege in einer Kombination der Rückgänge mit einer Verringerung der allgemeinen Risikobereitschaft, einschliesslich der Entscheidung, das Prime-Services Geschäft signifikant zu reduzieren.


    In den Vermögensverwaltungsgeschäften hat sich die Transaktionsaktivität in den Divisionen "International Wealth Management" und "Asia Pacific" deutlich verlangsamt. Im Asien-Geschäft reduzierten die Kunden vor allem aufgrund der ungünstigen Marktbedingungen die Fremdfinanzierung. Infolgedessen verzeichnete die Bank im vierten Quartal 2021 einen leichten Abfluss von Geldern in den Vermögensverwaltungsgeschäften. Dies werde jedoch durch Neugeldzuflüsse im Asset Management mehr als ausgeglichen, so die Grossbank.


    Milliarden-Wertberichtigung führen zu hohem Verlust


    Bezüglich Kapitalisierung geht das CS-Management davon aus, dass die Quote des harten Kernkapitals (CET1) zum Jahresende 2021 voraussichtlich das eigene Ziel von 14 Prozent übertreffen wird, wie die CS am Dienstag betont. Die Tier 1 Leverage Ratio werde Ende 2021 voraussichtlich über 6 Prozent liegen.


    Unter dem Strich wird die Credit Suisse auch im vierten Quartal tief in die roten Zahlen fallen, wie bereits seit Anfang November 2021 bekannt ist. Grund dafür sind Wertberichtigungen in Hohe von 1,6 Milliarden Franken auf dem noch vorhandenen Goodwill in der Investmentbank. Diese stammen zur Hauptsache aus dem Erwerb der US-Investmentbank Donaldson, Lufkin & Jenrette im Jahr 2000. Die Wertberichtigung seien allerdings nicht liquiditätswirksam, wie die Grossbank bereits früher betont hatte.


    Die CS wird ihre detaillierten Ergebnisse für das vierte Quartal am Donnerstag, 10. Februar 2022 vorlegen


    (AWP)

  • «Die Credit Suisse entwickelt sich weiterhin schlechter als ihre Mitbewerber»


    Die Credit Suisse-Aktien haben am Dienstag im frühen Handel an einer sich leicht erholenden Börse weitere Verluste erlitten.


    25.01.2022 10:17


    Die Grossbank hatte am Morgen erneute Sonderbelastungen für das Resultat im vierten Quartal angekündigt sowie über ein sich verschlechterndes Marktumfeld berichtet. Die Analysten zeigen sich insgesamt negativ überrascht.


    In einem sehr volatilen Handel notieren Credit Suisse um 0,9 Prozent schwächer auf 8,20 Franken. Nachdem die CS-Aktie bereits am Vortag um knapp 7 Prozent abgesackt war, hat sie nun am Dienstag im frühen Handel mit 8,16 Franken einen weiteren Tiefstwert seit März 2020 erreicht - damals hatte die Börsen wegen der Corona-Pandemie einen Kurssturz erlitten.


    Das Aufräumen der Altlasten im Investment Banking der Credit Suisse drohe schon fast zur "unendlichen Geschichte" zu werden, meint ZKB-Analyst Michael Kunz am Dienstag in einem ersten Kommentar. "Zur Ruhe kommen" würde für eine Bank sicherlich weiterhin ganz anders aussehen. Nach den bereits im November angekündigten milliardenschweren Goodwill-Wertminderungen dürfte nun folglich unter dem Strich im vierten Quartal ein Vorsteuerverlust von 1,6 Milliarden Franken resultieren - bisher war der ZKB-Experte "lediglich" von einem Minus von 693 Millionen ausgegangen.


    Auch die Bank Vontobel muss nun ihre Prognosen für das Resultat im vierten Quartal nach unten revidieren. Insgesamt werde der Verlust doppelt so hoch ausfallen als von ihm erwartet, so Vontobel-Analyst Andreas Venditti. Obwohl er Rückgänge in den Transaktionserträgen erwartet habe, schienen diese nun noch schwächer ausgefallen zu sein. "Die Credit Suisse entwickelt sich weiterhin schlechter als ihre Mitbewerber", so der Bankenexperte.


    Die Verlangsamung in den transaktionsbasierten Erträgen in der Investment Bank und der Vermögensverwaltung sei nicht nur von der Saisonalität getrieben, schreiben die UBS-Experten in einem ersten Kommentar. Die Credit Suisse leide auch unter der Normalisierung in den Handelsbedingungen nach den aussergewöhnlichen Quartalen im 2020 und 2021. Zudem sei der Rückgang im Investment Banking auf die Verringerung des Risikoappetits zurückzuführen, während das Vermögensverwaltungsgeschäft zusätzlich unter rückläufigen Krediten an die Kunden in Asien leide.


    Die Credit Suisse erfahre weiterhin Gegenwind, stellen auch die Analysten der Royal Bank of Canada (RBC) fest. Dies sei offensichtlich zum einen auf ein schwieriger werdendes Geschäftsumfeld aber auch auf spezifische Faktoren des Finanzinstituts zurückzuführen. Insgesamt lägen die zu erwarteten Geschäftszahlen unter ihren Schätzungen, heisst es auch bei den Experten des kanadischen Instituts.


    (AWP)

  • Klingt jetzt zwar lapidar. Aber aktuell haben so viele "Experten" die Kursziele reduziert, dass ich nun seit Jahren erstmals optimisch gestimmt bin. Meine persönliche Erfahrung mit Kurszielen ist nämlich jene, dass diese selten eintreffen. Wir werden sehen.

  • CS ernennt Christian Huber zum COO der Division Wealth Management


    Die Credit Suisse hat Christian Huber zum operativen Chef ihrer Vermögensverwaltungssparte ernannt. Eine Sprecherin bestätigte am Montag entsprechende Medienberichte.


    31.01.2022 22:10


    Huber soll die operative Leitung der Division am 1. März übernehmen. Aktuell ist Huber COO des Private Banking der Credit Suisse in der Schweiz.


    tv/rw


    (AWP)

  • Bundesstrafgericht: Credit Suisse und bulgarische Mafia auf der Anklagebank


    Die Credit Suisse muss sich ab Montag vor dem Bundesstrafgericht für ihre Beziehungen zu einem kriminellen bulgarischen Netzwerk verantworten.


    02.02.2022 09:38


    Dieses betrieb einen grossangelegten Kokainhandel und war in Geldwäscherei verwickelt. Neben der Bank und einer ihrer Anlageberaterinnen sind zwei Bulgaren und ein ehemaliger Angestellter der Bank Julius Bär angeklagt. Der auf fast einen Monat angesetzte Prozess ist der Abschluss des schweizerischen Teils eines Verfahrens, das seit rund 15 Jahren insbesondere in Bulgarien, Italien, Rumänien, Spanien und Portugal geführt wurde.


    Im Visier der Bundesanwaltschaft (BA) stehen die Credit Suisse und vier Angeklagte, die in unterschiedlicher Weise mit Evelin Banev zusammengearbeitet haben sollen. Banev ist der Chef eines kriminellen Netzwerks, das Dutzende Tonnen von Kokain aus Lateinamerika nach Europa importierte.


    Mit Hilfe der Bank und der anderen Angeklagten soll Banevs Organisation einen Teil des Geschäfts-Erlöses gewaschen haben. Zwischen 2004 und 2007 sollen es über 70 Millionen Franken gewesen sein. In den beiden Anklageschriften der BA zu diesem Fall, die zusammen mehr als 600 Seiten umfassen, wird davon ausgegangen, dass der Gewinn pro Tonne Kokain 30 Millionen Euro betrug.


    Banevs Vertrauensmänner


    Die Credit Suisse muss sich im Rahmen der Unternehmens-Strafbarkeit wegen qualifizierter Geldwäscherei verantworten. Die BA ist der Ansicht, die Bank habe nicht alle notwendigen organisatorischen Massnahmen ergriffen, um zu verhindern, dass die Gelder kriminellen Ursprungs auf Konten eingezahlt wurden, die von Banevs Vertrauensleuten eröffnet worden waren.


    Zu diesen Vertrauten gehörten die beiden mitangeklagten Bulgaren - Banevs Finanzberater und ein im Wallis niedergelassener ehemaliger Ringer. Die beiden Männer sind wegen qualifizierter Geldwäscherei und Beteiligung an einer kriminellen Organisation angeklagt.


    Die ebenfalls wegen qualifizierter Geldwäscherei angeklagte ehemalige Mitarbeiterin der Credit Suisse verwaltete die für den Banev-Clan eröffneten Konten. Laut BA ignorierte die in Bulgarien geborene Frau die starken Hinweise auf den kriminellen Ursprung der Gelder. Sie habe es auch versäumt, die Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) zu informieren. Darüber hinaus habe sie die Identifizierung, Entdeckung und Beschlagnahmung des Geldes behindert.


    Der letzte Angeklagte war ein Freund von Banevs Finanzberater. Als Mitarbeiter bei der Bank Julius Bär hatte er zwei Konten für Briefkastenfirmen von Banev und eines für seinen Freund eröffnet.


    Holding des "Bosses"


    Als die Zürcher Bank sich weigerte, diese Beziehungen weiterzuführen, kündigte der Mann und stellte sich in den Dienst des bulgarischen Netzwerks. Laut Anklageschrift traf er sich persönlich mit Banev in Sofia/Bulgarien. Dann begann er, eine Holding nach Schweizer Recht zu gründen, um die Offshore-Firmen des "Bosses" zu verwalten.


    Der Ex-Banker wurde von den Bulgaren fallen gelassen, als die Justiz sich für Banev zu interessieren begann. Der Mann muss sich wegen qualifizierter Geldwäscherei, Unterstützung einer kriminellen Organisation und Urkundenfälschung verantworten.


    Vom Spitzensport zur Mafia


    Wie die BA in der Anklageschrift ausführt, hat der bulgarische Staat seine Unterstützung für den Spitzensport mit dem Ende des Kommunismus stark zurückgefahren. Viele Sportler der früheren bulgarischen Spitzen-Disziplin Ringen seien damals von mafiösen Clans angesprochen worden.


    Auch Banev war einer von ihnen. Er baute jedoch seine eigene Organisation auf, indem er sich auf andere Ringer stützte. Dabei konzentrierte er sich vor allem auf solche, die wie er aus Topolovgrad stammten.


    Das Schweizer Verfahren wurde 2008 von der BA eingeleitet, nachdem Bulgarien im Jahr zuvor ein Rechtshilfegesuch gestellt hatte. Die Ermittler konzentrierten sich zunächst auf den ehemaligen Ringer und folgten schliesslich den Verzweigungen des Netzwerks in der Schweiz.


    Banev wurde in Bulgarien, Italien und Rumänien zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Er war seit 2015 auf der Flucht und wurde im September 2021 in der Ukraine festgenommen. Er soll an mehreren Morden in Bulgarien beteiligt gewesen sein.


    (AWP)

  • Prozess: Credit Suisse und bulgarische Mafia auf der Anklagebank


    Die Credit Suisse muss sich ab heute Montag vor dem Bundesstrafgericht für ihre Beziehungen zu einem kriminellen bulgarischen Netzwerk verantworten.


    07.02.2022 07:00


    Dieses betrieb einen grossangelegten Kokainhandel und war in Geldwäscherei verwickelt. Neben der Grossbank und einer ihrer Anlageberaterinnen sind zwei Bulgaren und ein ehemaliger Angestellter der Bank Julius Bär angeklagt. Die Credit Suisse weist die gegen sie erhobenen Vorwürfe in aller Form zurück, wie sie gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte. Sie sei auch von der Unschuld ihrer ehemaligen Mitarbeiterin überzeugt.


    Die von der Bundesanwaltschaft (BA) angeklagten Parteien sollen in unterschiedlicher Weise mit Evelin Banev zusammengearbeitet haben. Banev ist der Chef eines kriminellen Netzwerks, das Dutzende Tonnen von Kokain aus Lateinamerika nach Europa importierte.


    Mit Hilfe der Angeklagten soll Banevs Organisation einen Teil des Geschäfts-Erlöses gewaschen haben. Zwischen 2004 und 2007 sollen es über 70 Millionen Franken gewesen sein. Die BA geht davon aus, dass der Gewinn pro Tonne Kokain 30 Millionen Euro betrug.


    Banevs Vertrauensmänner


    Die Credit Suisse muss sich im Rahmen der Unternehmens-Strafbarkeit wegen qualifizierter Geldwäscherei verantworten. Die BA ist der Ansicht, die Bank habe nicht alle notwendigen organisatorischen Massnahmen ergriffen, um zu verhindern, dass die Gelder kriminellen Ursprungs auf ihre Konten eingezahlt werden konnten.


    Bei den beiden angeklagten Bulgaren handelt es sich um Banevs Finanzberater und einen im Wallis niedergelassenen ehemaligen Ringer. Die beiden Männer sind wegen qualifizierter Geldwäscherei und Beteiligung an einer kriminellen Organisation angeklagt.


    Die ebenfalls wegen qualifizierter Geldwäscherei angeklagte Ex-Mitarbeiterin der Credit Suisse verwaltete die für den Banev-Clan eröffneten Konten. Der letzte Angeklagte war ein Freund von Banevs Finanzberater. Als Mitarbeiter bei der Bank Julius Bär hatte er zwei Konten für Briefkastenfirmen von Banev und eines für seinen Freund eröffnet. Als die Zürcher Bank sich weigerte, diese Beziehungen weiterzuführen, kündigte der Mann und stellte sich in den Dienst des bulgarischen Netzwerks.


    Das Schweizer Verfahren wurde 2008 von der BA eingeleitet, nachdem Bulgarien im Jahr zuvor ein Rechtshilfegesuch gestellt hatte. Banev wurde in Bulgarien, Italien und Rumänien zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. (Fälle SK.2020.62 und SK.2020.10)


    (AWP)

  • Credit Suisse schreibt Jahresverlust von 1,6 Milliarden Franken - Aktie sackt vorbörslich ab


    Die krisengeschüttelte Credit Suisse ist 2021 erstmals seit vier Jahren wieder in die roten Zahlen gerutscht.


    Aktualisiert um 08:04


    Vor allem eine Milliardenbelastung im Hedgefonds-Geschäft und eine überteuerte Übernahme brockten der Grossbank im vergangenen Jahr einen Verlust von 1,6 Milliarden Franken ein, wie das Institut am Donnerstag mitteilte. Vor Jahresfrist hatte Credit Suisse wegen Altlasten einen Gewinnrückgang auf 2,7 Milliarden Franken verbucht.


    Die Aktie der Credit Suisse wird im vorbörslichen Handel am Donnerstag 2,6 Prozent tiefer gesehen.


    2022 werde ein Jahr des Übergangs, erklärte die Bank weiter. Restrukturierungskosten und ein höherer Vergütungsaufwand dürften das Ergebnis beeinträchtigen. Die Vorteile der Umschichtung von Kapital in das Kerngeschäft der Vermögensverwaltung und Kosteneinsparungen dürften größtenteils ab 2023 zum Tragen kommen.


    Credit Suisse wolle sich darauf konzentrieren, die bestehende Strategie umzusetzen. "Ich bin überzeugt, dass wir gut positioniert sind, um eine stärkere und kundenorientiertere Bank aufzubauen, die das Risikomanagement fest in ihrer DNA verankert, um nachhaltiges Wachstum und nachhaltigen Wert für unsere Investorinnen und Investoren, unsere Kundinnen und Kunden sowie unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen", erklärte Konzernchef Thomas Gottstein.


    Nachdem der Schweizer 2020 als Chef einen guten Start hingelegt hatte, erschütterten mehrere Fehlschläge das Institut im Frühjahr 2021. So kostete der Zusammenbruch des Hedgefonds Archegos die Bank fünf Milliarden Franken. Dazu kamen die Notabwicklung von zusammen mit Greensill geführten Fonds sowie eine Reihe von Rechtsfällen und Untersuchungen der Regulatoren. Und im Januar musste Verwaltungsratspräsident Antonio Horta-Osorio wegen Verstössen gegen Quarantäne-Regeln zurücktreten.


    Auch im Tagesgeschäft kämpft Credit Suisse mit Gegenwind. Während der Erzrivale UBS im Schlussquartal 2021 erneut viele Kundengelder einsammelte, zogen Millionäre und Milliardäre bei der Nummer zwei des Landes in Asien und im Heimmarkt Milliarden Franken an Vermögen ab. Im Investmentbanking resultierte wegen Archegos im Gesamtjahr ein Verlust von 3,9 Milliarden Dollar.


    Mit ihrem Abschluss hinkt Credit Suisse den vergleichbaren Instituten deutlich hinterher. Die UBS fuhr 2021 konzernweit mit 7,5 Milliarden Dollar den höchsten Gewinn seit der Finanzkrise ein. Die Deutsche Bank, die vor wenigen Jahren an einem ähnlichen Punkt stand wie Credit Suisse jetzt, erzielte 2021 den zweiten Jahresgewinn in Folge und stellte erstmals seit drei Jahren eine Dividende in Aussicht. Credit Suisse will für das vergangene Jahr 0,1 Franken je Aktie ausschütten.


    (AWP)

  • Credit-Suisse-Chef Gottstein sieht «deutlich schwächeres» erstes Quartal


    Der Chef der Credit Suisse, Thomas Gottstein, sieht im ersten Quartal eine sich erholende Kundenaktivität. Dennoch wird der Jahresauftakt deutlich unter dem ersten Quartal 2021 bleiben.


    10.02.2022 08:20


    "Wir hatten einen langsamen Start im Januar, aber in den letzten Wochen haben wir einen Aufschwung bei Transaktionen, Aktivitäten und Kundenengagement gesehen, und wir haben positive Netto-Neugelder gesehen", sagte Gottstein in einem Interview mit Bloomberg Television. "Es geht in die richtige Richtung, aber es ist klar, dass das erste Quartal deutlich niedriger ausfallen wird als letztes Jahr, wie bei allen Banken."


    DieCredit Suisse verzeichnete im Schlussquartal des Jahres 2021 den grössten Quartalsverlust seit etwa vier Jahren, was vor allem auf Restrukturierungskosten im Investmentbanking zurückzuführen ist. Der Abgang des bisherigen Verwaltungsratschefs Antonio Horta-Osorio hatte die von ihm im November vorgestellte neue Strategie in Frage gestellt.


    "Wir halten an der Strategie fest", stellte Gottstein in dem Interview am Donnerstag klar. "Die Organisation ist stark auf die Umsetzung der Strategie fokussiert. Es gibt eine klare Übereinstimmung zwischen Verwaltungsrat und Geschäftsleitung, diese Strategie umzusetzen."


    (Bloomberg)

  • alpenland hat am 10.02.2022 17:33 geschrieben:

    Quote

    Pessimismus überbordend ?


    Die Frage ist wohl, gibt es weitere Strafen und Rückstellungen ?


    Irgendwann muss damit wohl Ende sein.


    Aktie der Credit Suisse sackt weiter ab


    Der Swiss Marktet Index (SMI) wird bei Julius Bär vorbörslich 0,9 Prozent tiefer gesehen. Die Aktie der Credit Suisse sinkt mit 3,2 Prozent am deutlichsten.

  • Investoren sehen bei der Credit Suisse kein Licht am Ende des Tunnels


    Nach dem enttäuschenden Jahresabschluss der Credit Suisse stellen sich die Anleger auf eine lange Durststrecke ein.


    14.02.2022 08:25


    Die Aktien, die am Vortag bereits 6,7 Prozent in Tiefe gerauscht waren, mussten am Freitag weiter Federn lassen. Inzwischen ist das Traditionsinstitut gerade noch 22 Milliarden Franken wert, das ist der halbe Jahresgewinn der US-Investmentbank JP Morgan. Aufgeschreckt von der Warnung von Konzernchef Thomas Gottstein, dass 2022 ein "Übergangsjahr" werde, kürzte eine ganze Reihe von Analysten ihre Kursziele für die Aktien der Schweizer Grossbank. "Es wird enorm Zeit brauchen, die Reputation nach all den Vorfällen wieder herzustellen", sagt ein Fondsmanager.


    Ein Fünf-Milliarden-Franken-Flop mit dem Kunden Archegos, mögliche Klagen von Anlegern in den Greensill-Fonds, Millionenbussen von Regulatoren, ein Geldwäsche-Strafverfahren und schlagzeilenträchtige Wechsel an der Konzernspitze; Credit Suisse eilt von Krise zu Krise. "Aus Investorensicht fällt bei Credit Suisse die lange Liste von Skandalen und Problemen auf", erklärt Stefan Sauerschell, Renten-Fondsmanager bei Union Investment. "Man hat immer wieder gedacht, dass die Managementprozesse verbessert wurden, und dann kam der nächste Tiefschlag. Credit Suisse ist eine grosse Baustelle."


    Als Reaktion auf die Fehlschläge fuhr die Bank im vergangenen Jahr durchs Band die Risiken zurück. Die Folge: Die Erträge des Instituts stagnierten und Altlasten sorgten neben Archegos für einen Milliardenverlust. "Es fällt schwer, in diesen Ergebnissen etwas Positives zu finden", erklärten die Citi-Analysten. Besonders enttäuschend war die Entwicklung im Kerngeschäft mit Millionären und Milliardären, wo die Bank lediglich rund elf Milliarden an neuem Geld einsammelte. Erzrivale UBS kam auf ein Vielfaches und ist in dem Geschäft inzwischen vier Mal grösser. Einem Insider zufolge verzeichnete die Bank beträchtliche Abflüsse im Zusammenhang mit der Beendigung der Private-Banking- und Investment-Banking-Beziehungen zu der japanischen SoftBank und dessen Gründer Masayoshi Son, nachdem die beiden Seiten in Zusammenhang mit Greensill in Streit geraten waren.


    Der Stimmrechtsberater Ethos kritisierte die Entscheidung des Instituts, die Untersuchung der Greensill-Affäre unter Verschluss zu halten. "Das die Bank den Bericht oder zumindest der wichtigsten Ergebnisse nicht veröffentlicht, lässt noch mehr Zweifel an der Führung aufkommen", erklärte Ethos-Chef Vincent Kaufmann.


    Vertrauensvorschuss aufgebraucht


    "Sie befinden sich in einer sehr schwierigen Situation", erklärte Vontobel-Analyst Andreas Venditti. Die Ratingagentur Moody's zeigte sich besorgt, dass die spärlich fliessenden neuen Gelder die Erträge in Zukunft schmälern könnten. Restrukturierungskosten und die höhere Gehälter, um Mitarbeiter zu halten, könnten den Ergebnissen ebenfalls zusetzen. "Sie müssen... sicherstellen, dass sie keine Leichen mehr im Keller haben", sagte ein Analyst. "Sie haben sich selbst in eine Position gebracht, in der man ihnen keinen Vertrauensvorschuss mehr gibt."


    Auch Fondsmanager Sauerschell ist bei Credit Suisse bei der Auswahl der Wertpapiere vorsichtig. Ein Risiko seien Rating-Änderungen. "Falls Standard&Poor`s ihr Rating senken würde, wäre das für uns ein Signal, unsere Positionen weiter abzubauen", erklärt der Experte von Union Investment. Die Kapitalquoten der Bank hätten gegenwärtig einen Puffer. "Es wäre eine Katastrophe, wenn es nochmals zu einem Milliardenverlust käme." Das könnte eine weitere Kapitalspritze notwendig machen. "Als eigenständiges Unternehmen wäre es für Credit Suisse schwierig, am Markt nochmals Kapital aufzunehmen."


    (Reuters)

  • Credit Suisse soll Kriminelle als Kunden akzeptiert haben


    Die Schweizer Bank Credit Suisse soll nach einem Medienbericht über Jahre Autokraten, Drogendealer sowie mutmassliche Kriegsverbrecher und Menschenhändler als Kunden akzeptiert haben.


    20.02.2022 19:01


    Das belegen nach Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" Daten aus dem Geldinstitut, die dem Blatt nach eigenen Angaben von einer anonymen Quelle zugespielt wurden. Die Unterlagen wertete die "SZ" zusammen mit dem NDR und WDR aus sowie mit mehreren weiteren internationalen Medienpartnern, darunter "Guardian", "Le Monde" und "New York Times".


    Bank weist Vorwürfe zurück


    In einer Stellungnahme, die der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vorliegt, weist die Credit Suisse die Vorwürfe und Unterstellungen über "angebliche Geschäftspraktiken der Bank entschieden zurück".


    Die dargestellten Sachverhalte seien überwiegend historisch bedingt und reichten teilweise bis in die 1940er Jahre zurück. Sie würden auf unvollständigen oder selektiven Informationen beruhen, die aus dem Zusammenhang gerissen worden seien.


    Die Credit Suisse könne sich aus rechtlichen Gründen nicht zu potenziellen Kundenbeziehungen äussern. Die Bank nehme die Anschuldigung sehr ernst und werde die Untersuchungen mit einer internen Task Force unter Einbeziehung spezialisierter externer Experten fortsetzen.


    30'000 Kunden


    Die Unterlagen geben dem Bericht zufolge Aufschluss über die Konten von mehr als 30'000 Kunden aus aller Welt. Den Daten zufolge hätten Kriminelle Konten eröffnen beziehungsweise Konten auch dann behalten können, "wenn die Bank längst hätte wissen können, dass sie es mit Straftätern zu tun hat".


    Laut den internen Bankdaten waren zahlreiche Staats- und Regierungschefs, Minister und Geheimdienstchefs ebenso wie Oligarchen und Kardinäle Kunden der Credit Suisse.


    Unbekannte Quelle


    "Ich glaube, dass das Schweizer Bankgeheimnis unmoralisch ist", erklärte dem Bericht zufolge die Quelle der Suisse-Secrets-Daten, die der "SZ" und ihren Recherchepartnern nicht bekannt ist. "Der Vorwand, die finanzielle Privatsphäre zu schützen, ist lediglich ein Feigenblatt, um die schändliche Rolle der Schweizer Banken als Kollaborateure von Steuerhinterziehern zu verschleiern."


    Die "Süddeutsche Zeitung" hat die Credit-Suisse-Daten nach eigenen Angaben zusammen mit dem Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) sowie 46 Medienpartnern aus aller Welt ausgewertet.


    Schweizer Medien wie Tamedia hätten bei der Recherche auf die Teilnahme verzichtet, denn seit 2015 drohe Journalistinnen und Journalisten ein Strafverfahren, wenn sie über geleakte Bankdaten schreiben, twitterte der "Tagesanzeiger" am Sonntagabend.


    (AWP)

  • CS-Aktien fallen wegen 'CS-Leaks' gegen den Trend leicht zurück


    Die Aktien der Credit Suisse zählen am Montag in einem insgesamt leicht freundlichen Markt zu den wenigen Verlierern. Auslöser sind Medienberichte vom Wochenende, wonach die Grossbank über Jahre Autokraten, Drogendealer sowie mutmassliche Kriegsverbrecher und Menschenhändler als Kunden akzeptiert haben soll.


    21.02.2022 09:39


    Gegen 9.20 Uhr werden die Papiere mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 8,27 Franken gehandelt. Der Leitindex SMI gewinnt zeitgleich 0,51 Prozent hinzu. Letztlich fallen die Kursverluste damit weniger dramatisch aus, als zunächst befürchtet. Immerhin hatten die Titel im frühen Handel kurzzeitig gar ins Plus gedreht.


    Auf dem aktuellen Niveau rückt das bisherige Jahrestief von 8 Franken immer näher. Dieses hatten die Papiere gegen Ende Januar markiert. Seit dem Erholungshoch im ersten Quartal 2021 und dem jähen Kurssturz haben sich die Papiere nicht mehr wirklich erholt, wie die überwiegend einstelligen Kurse zeigen.


    Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) und weiterer Medien enthüllen Daten aus dem Geldinstitut, die nach eigenen Angaben von einer anonymen Quelle zugespielt wurden. In einer Stellungnahme, die der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vorliegt, weist die Credit Suisse die Vorwürfe und Unterstellungen über "angebliche Geschäftspraktiken der Bank entschieden zurück", über die das Recherche-Netzwerk unter dem Titel "Suisse Secrets" berichtete.


    Die Unterlagen geben dem Bericht zufolge Aufschluss über die Konten von mehr als 30'000 Kunden aus aller Welt. "Suisse Secrets" stützt sich laut eigenen Angaben auf Akten von 18'000 Konten im Umfang von 100 Milliarden Dollar. Den Daten zufolge hätten Kriminelle Konten eröffnen beziehungsweise Konten auch dann behalten können, "wenn die Bank längst hätte wissen können, dass sie es mit Straftätern zu tun hat".


    In einem ersten Kommentar attestiert RBC-Analystin Anke Reingen denn auch, dass "diese Artikel kein gutes Licht auf das Schweizer Private-Banking-Geschäft insgesamt werfen."


    "Selbst wenn die Anschuldigungen unbegründet sind, wirft dies für die CS Fragen zu ihren Geschäftspraktiken in der Vermögensverwaltung auf und dürfte das Management zwingen, Zeit mit der Brandbekämpfung zu verbringen, anstatt voranzukommen", so die Expertin weiter.


    Die CS-Leaks sind ein weiterer Baustein in der Serie nicht enden wollender Negativ-Schlagzeilen über die Grossbank. Seit Jahren hangelt sich die CS von Skandal zu Skandal, wie etwa die Beschattung mehrerer Topmanager unter Ex-CEO Tidjane Thiam, die Probleme mit Greensill Capital oder auch der Zusammenbruch des Hedgefonds Archegos.


    hr/kw


    (AWP)

  • Finma steht mit CS in Kontakt hinsichtlich "Suisse Secrets"


    (Im ersten Abschnitt nach dem Lead muss es richtig heissen "bestätigen" (nicht: betätigen) - Die Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma befasst sich ebenfalls mit "Suisse Secrets" und der Credit Suisse. Die neuesten Enthüllungen eines internationalen Recherche-Netzwerkes werfen der zweitgrössten Schweizer Bank vor, über Jahre Autokraten, Drogendealer sowie mutmassliche Kriegsverbrecher und Menschenhändler als Kunden akzeptiert zu haben.


    21.02.2022 13:28


    Die Finma habe Kenntnis von den Artikeln, äussere sich aber nicht zu einzelnen Medienberichten, sagte Sprecher Tobias Lux gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. "Wir können aber bestätigen, dass wir in diesem Kontext mit der Bank in Kontakt stehen", so Lux weiter.


    Schwerpunkt der Aufsicht


    Die Einhaltung der Geldwäschereibestimmungen bilde seit Jahren einen Schwerpunkt der Aufsichtstätigkeit der Finma. Die Behörde verweist in diesem Zusammenhang auch auf Massnahmen und Verfahren der Finma im Rahmen der Bekämpfung der Geldwäscherei in den letzten Jahren.


    So hat die Finma beispielsweise im Herbst 2018 zwei sogenannte Enforcementverfahren gegen die Credit Suisse abgeschlossen. Im ersten Verfahren hatte sie Mängel bei der Einhaltung der Sorgfaltspflichten im Bereich der Geldwäschereibekämpfung festgestellt, wobei es um Korruptionsfälle rund um den internationalen Fussballverband FIFA, den brasilianischen Ölkonzern Petrobras sowie den venezolanischen Ölkonzern PDVSA ging.


    Das zweite Verfahren betraf laut den damaligen Finma-Informationen eine für die Bank bedeutende Geschäftsbeziehung mit einer sogenannt "politisch exponierten Person" (PEP). Hier hatte die Finma ebenfalls Mängel im Geldwäschereidispositiv festgestellt, jedoch insbesondere auch im Kontrollsystem und im Risikomanagement. Die Finma hatte deshalb Massnahmen zur weiteren Verbesserung des Geldwäschereidispositivs und zur beschleunigten Umsetzung der von der der Bank selber ergriffenen Massnahmen getroffen und einen unabhängigen Beauftragten zur Überwachung eingesetzt.


    (AWP)

  • Links-Grün reagiert scharf auf neue Enthüllungen bei der CS


    (Neu im vierten Abschnitt nach dem Lead Reaktion von Impressum und im achten Abschnitt die Stellungnahme der Europäischen Volkspartei.) - Links-grüne Parteien haben am Montag scharf auf die Enthüllungen von "Suisse Secrets" bei der Grossbank Credit Suisse reagiert. Die SP will mit Vorstössen erreichen, dass die Skandale bei den Banken endlich ein Ende haben. Zudem soll der "Maulkorb"-Artikel im Bankengesetz fallen.


    21.02.2022 16:16


    Schweizer Journalistinnen und Journalisten müssen nämlich Sanktionen befürchten, wenn sie über Enthüllungen aufgrund gestohlener oder geleakter Daten berichten. Das Strafmass für Zuwiderhandlungen beläuft sich auf bis zu drei Jahre Haft.


    Der Gesetzesartikel geht auf Bestrebungen der FDP zurück. Die Partei hatte ursprünglich sogar fünf Jahre Freiheitsstrafe gefordert. Wegen dieses sogenannten "Maulkorb"- oder "Zensur"-Artikels konnte etwa der "Tages-Anzeiger" nicht im internationalen Recherche-Netzwerk mitarbeiten, welches die "Suisse Secrets" aufdeckte.


    Forderung nach Abschaffung des Zensur-Artikels


    Am Montag nach den Enthüllungen über die Gelder von Potentaten, Kriegsverbrechern und Drogenhändlern bei der Credit Suisse, verlangten SP und Grüne die Streichung des "Zensur"-Artikels. Sie reichten entsprechende Vorstösse ein.


    Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" erinnerte daran, dass der Artikel sowohl der Bundesverfassung als auch der europäischen Menschenrechtskonvention widerspricht. Der Schweizer Journalistenverband Impressum teilt diese Ansicht.


    Die FDP teilte mit, der Rechtsstaat müsse auch bei Datendiebstahl durchgesetzt werden. Auch bei den "Suisse Secrets" stehe Datendiebstahl am Anfang der Recherche. Grundsätzlich richtig sei, dass über gestohlene personenbezogene Daten nicht berichtet werden dürfe. Die Partei widersetze sich einer Evaluation des Artikels aber nicht, etwa im Sinne einer Ausnahme von der Strafbarkeit bei übergeordnetem öffentlichen Interesse.


    SP hat die Nase voll


    Die SP hat nach eigenen Angaben genug von den häufigen Bankskandalen. Co-Präsident und Aargauer Nationalrat Cédric Wermuth erklärte, die Reputationsschäden für das Land dürften nicht mehr hingenommen werden. Die Banken profitierten von Intransparenz und einer Politik des Wegschauens.


    Nationalrätin Prisca Birrer-Heimoz (SP/LU) verlangte schärfere Sanktionsmöglichkeiten für die Finanzmarktaufsicht (Finma). Ihre Ratskollegin Samira Marti (SP/BL) forderte, jetzt müssten die wirtschaftlichen Berechtigten von Finanzkonstruktionen in einem öffentlichen Register offengelegt werden.


    Auch die Finanzflüsse der Banken an Parlamentarier gehörten ausgeleuchtet. Das forderten auch die Grünen und zwar insbesondere für die Finanzflüsse zwischen Grossbanken und FDP.


    Die Europäische Volkspartei (EVP), die im Europaparlament die grösste Fraktion stellt, schrieb, angesichts der Recherche sollte die EU-Kommission bei der nächsten Revision überlegen, die Schweiz auf die Liste der Hoch-Risikoländer für Geldwäsche zu setzen.


    Finma hat Kontakt zur CS


    Die Finanzmarktaufsicht Finma befasst sich ebenfalls mit "Suisse Secrets". Die Finma habe Kenntnis von den Recherchen, äussere sich aber nicht zu einzelnen Medienberichten, sagte Sprecher Tobias Lux. "Wir können aber bestätigen, dass wir in diesem Kontext mit der Bank in Kontakt stehen."


    Die Einhaltung der Geldwäscherei-Bestimmungen bilde seit Jahren einen Schwerpunkt der Aufsichtstätigkeit der Finma. Die Behörde verweist in diesem Zusammenhang auch auf Massnahmen und Verfahren der Finma im Rahmen der Bekämpfung der Geldwäscherei in den letzten Jahren.


    Aktie verliert


    Die Aktien der Credit Suisse zählten am Montag in einem insgesamt leicht freundlichen Gesamtmarkt zu den wenigen Verlierern. Am Nachmittag wurden die Papiere an der Schweizer Börse mit einem Minus von 3,5 Prozent und damit unter acht Franken gehandelt.


    Recherchen der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) und weiterer Medien hatten Daten aus dem Geldinstitut enthüllt, die den Zeitungen nach eigenen Angaben von einer anonymen Quelle zugespielt wurden. In einer Stellungnahme wies die Credit Suisse die Vorwürfe und Unterstellungen über "angebliche Geschäftspraktiken der Bank entschieden zurück".


    mk/


    (AWP)

  • Geldwäscherei-Prozess: Bulgarischer Mafia-Boss versetzt das Gericht


    Der bulgarische Mafiaboss Evelin Banev ist im Prozess gegen die Credit Suisse und weitere Angeklagte nicht zu der vom Bundesstrafgericht anberaumten Videokonferenz erschienen. Er sollte von der Ukraine aus zugeschaltet und befragt werden.


    22.02.2022 12:50


    Banev wurde von der ukrainischen Justiz vorgeladen. Er reagierte jedoch nicht darauf. Das Bundesstrafgericht wartete den ganzen Vormittag vergeblich.


    Die Verteidiger waren der Ansicht, der Prozess könne nicht fortgesetzt werden, wenn Banev, der Anführer eines Drogenhändlerrings war, nicht angehört werde. Sie beantragten die Aussetzung des Verfahrens. Die Strafkammer wird ihre Entscheidung voraussichtlich am frühen Nachmittag verkünden.


    Der Prozess gegen die Credit Suisse und vier weitere Angeklagte begann am 7. Februar. Die Bundesanwaltschaft wirft ihnen vor, zig Millionen Franken für das Banev-Netzwerk gewaschen zu haben. (Fälle SK.2020.62 und SK.2020.10)


    (AWP)