• CS-Schweiz-Chef räumt angeschlagenen Ruf der CS nach Pannenserie ein


    Die Pannenserie und die anhaltend schlechten Finanzergebnisse der CS-Gruppe führen auch bei den Kunden der Schweizer Bankeinheit zu Unverständnis. "Unser Ruf hat sehr gelitten", räumte Schweiz-Chef André Helfenstein in einem Interview mit der Online-Plattform "Finews" vom Dienstag ein.


    13.09.2022 12:14


    Die CS Schweiz habe sehr loyale und langjährige Kunden, die das Recht hatten zu verstehen, was in der Bank vor sich gehe, sagte Helfenstein. "Am häufigsten interessiert die Kunden, wie es bei der CS zu einer solchen Verkettung von Problemen kommen konnte."


    Zuversicht gebe ihm, dass die grosse Mehrheit der Kunden mit ihren Beraterinnen und Beratern sowie mit den CS-Lösungen zufrieden seien, betonte er.


    Stimmung angeschlagen


    Die Ereignisse führten auch oft zu einer gedämpften Stimmung bei den Angestellten, sagte Helfenstein. "Zuweilen gibt es auch Frustration und Verärgerung, weil die Situation schon länger andauert." Viele seien aber auch stolz, dass in der Schweiz erfolgreich gearbeitet werde. Die Schweizer Bank mache einen guten Job: Auch dieses Jahrs stehe sie einem Halbjahresergebnis von 648 Millionen Franken gut da.


    Die angekündigten gruppenweiten Milliardeneinsparungen dürften aber auch die Schweizer Bank treffen. Allerdings habe die CS die Schweizer Bank seit 2016 die Schweizer Bank effizienter gemacht und sie stärker auf Wachstum ausgerichtet, so Helfenstein. Deshalb habe sie die Investitionen kontinuierlich gesteigert, und der Personalbestand habe auch in diesem Jahr nochmals zugenommen.


    Aber auch die Schweizer Bank wolle immer effizienter werden. "Entsprechend werden wir im Rahmen des Kostenprogrammes auch bei uns Einsparungen vornehmen, aber insgesamt sind wir nicht zuoberst auf der Prioritätenliste für Anpassungen."


    Marktführerschaft angestrebt


    Im Schweizer Markt setze die CS zum einen den Schwerpunkt auf vermögende und sehr vermögende Privatkunden sowie die grösseren und grossen Unternehmen sowie die Institutionellen. "In diesem mittleren bis oberen Marktsegment wollen wir möglichst Marktführer sein."


    Andererseits habe die CS aber auch im breiten Geschäft, wo die Kunden "zunehmend telefonisch oder digital bedient werden wollen", zum ersten Mal seit Jahren Firmen- wie Privatkunden dazugewonnen. "Bis Ende Jahr erwarten wir beispielsweise über 200'000 Kunden auf der CSX-Plattform." Die CS-"Digitalbank" solle nun noch um Produkte im Anlage-, Finanzierungs- und Vorsorgebereich erweitert werden.


    Das Firmenkundengeschäft der Schweizer Bank laufe "gut", sagte Helfenstein. Im Zinsdifferenzgeschäft führe die geldpolitische Straffung kurzfristig zu einem Margendruck. "Sollten die Leitzinsen in positives Terrain vorstossen, wird sich diese Situation aber wieder entspannen."


    Für die CS-Angestellten bleibt derweil Homeoffice weiterhin "auf breiter Front und flexibel" möglich, wobei Mitarbeitende und Vorgesetzte jeweils individuelle Lösungen finden müssten. Mit dieser Regelung werde sich der Anteil von Homeoffice bei etwa 30 Prozent einpendeln.


    tp/rw


    (AWP)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • Die Grossbank Credit Suisse erwägt einem Medienbericht zufolge, die Investmentbank in drei Teile aufzuteilen. Die Hoffnung wäre, dass durch den Verkauf profitabler Bereiche eine Kapitalerhöhung verhindert werden könnte.

    22.09.202206:52


    Dies schreibt die "Financial Times".Den jüngsten Vorschlägen zufolge, die derzeit geprüft würden, soll die Investmentbank in drei Teile aufgeteilt werden: das Beratungsgeschäft der Gruppe, das zu einem späteren Zeitpunkt ausgegliedert werden könnte, eine "Bad Bank" für risikoreiche Vermögenswerte, die abgewickelt werden sollen, und der Rest des Geschäfts, schreibt die Zeitung unter Berufung auf mit den Plänen vertrauten Personen.

    Unter dem früheren CEO Tidjane Thiam hatte es bereits einmal eine Abwicklungseinheit gegeben, die so genannte Strategic Resolution Unit. In ihr wurden Unternehmensbereiche zusammengefasst, welche nicht profitabel waren oder auch aus anderen Gründen mittelfristig abgestossen werden sollten.


    Grosser Stellenabbau

    Die Bank plane zudem den Abbau von Tausenden von Arbeitsplätzen, mehr als 10 Prozent der weltweit 45'000 Mitarbeiter könnten betroffen sein, heisst es gemäss den nicht namentlich genannten Quellen. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung würden die Strategie bei der Vorlage der Drittquartalsergebnisse am 27. Oktober vorzustellen wollen.

    "Wir haben angekündigt, dass wir bei der Bekanntgabe des Ergebnisses für das dritte Quartal über die Fortschritte bei unserer umfassenden Strategieüberprüfung berichten werden", wird die CS selbst in der FT zitiert. "Es wäre verfrüht, sich vor diesem Zeitpunkt zu möglichen Ergebnissen zu äussern."

    Erst vergangene Woche hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg geschrieben, die CS erwäge, wieder den Namen "First Boston" für Aktivitäten der US-Investmentbank zu verwenden. Führende Manager hätten diese Idee intern aufgebracht, hiess es unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

    Die Investment-Banking-Einheit war ab Mitte der 1990er Jahre unter dem Namen "Credit Suisse First Boston" aufgetreten, nachdem die Schweizer Grossbank zuvor die US-Investmentbank ganz übernommen hatte. 2006 hatte die Schweizer Grossbank der Zusatz "First Boston" aber wieder aufgegeben.

    (AWP)

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  • Die Führung der Credit Suisse hat die Belegschaft der Grossbank nach einer turbulenten Woche mit nicht abreissenden Medienspekulationen und einem massiv sinkenden Aktienkurs in einem internen Memo zu beruhigen versucht. In dem von CEO Ulrich Körner und Verwaltungsratspräsident Axel Lehmann unterzeichneten Memo bekräftigten sie den Zeitplan für die "umfassende Strategieüberprüfung" der Grossbank.


    25.09.202218:47 Uhr


    Die Spekulationen in den Medien und am Markt hätten "verständlicherweise" Fragen von Kunden und Kollegen aufgeworfen, die sich Klarheit über die zukünftige Ausrichtung der Bank wünschten, räumt die CS-Führungsspitze in dem Memo ein, das der Nachrichtenagentur AWP vorliegt. "Wir sind uns darüber im Klaren, dass dies eine Zeit grosser Unsicherheit für das gesamte Unternehmen ist, was für unsere Mitarbeiter eine zusätzliche Belastung darstellen kann." Eine CS-Sprecherin bestätigte am Wochenende den Inhalt des Schreibens, über das zuerst die Nachrichtenagentur Bloomberg am späten Freitagabend berichtet hatte.

    Information soll Ende Oktober erfolgen

    Die Bank habe sich aber einem "ehrgeizigen Zeitplan" verpflichtet und gleichzeitig deutlich gemacht, dass alle Optionen für die Credit Suisse gründlich und sorgfältig geprüft würden, heisst es weiter. Die Grossbank hatte im Juli angekündigt, über die Fortschritte der Strategieüberprüfung bei der Bekanntgabe der Ergebnisse des dritten Quartals am 27. Oktober zu informieren. Der Prozess erfordere Zeit und "erhebliche Anstrengungen in vielen Bereichen der Organisation". "Daher wäre es verfrüht, sich vor diesem Zeitpunkt zu möglichen Ergebnissen zu äussern", so die CS-Führung.

    "Unsere Priorität liegt nach wie vor bei unseren Kunden und der Erbringung erstklassiger Dienstleistungen für diese, der Wiederherstellung der Reputation und der finanziellen Leistungsfähigkeit Credit Suisse und der Positionierung der Bank für eine erfolgreiche Zukunft, in der wir ihr Potenzial voll ausschöpfen können", heisst es in dem Memo weiter.

    Zahlreiche Medienberichte

    In der vergangenen Woche hatten zahlreiche Medienberichte für grosse Unruhe am Markt gesorgt. So war unter anderem über eine Zerschlagung der Investmentbank spekuliert worden. Auch eine mögliche Wiederbenennung der Investmentbank in "First Boston" und ein Ausstieg der Investmentbank aus dem US-Geschäft waren ins Spiel gebracht worden - den US-Ausstieg hatte die CS-Medienstelle allerdings dementiert.

    Beunruhigung unter den Investoren dürfte aber vor allem eine Bericht über eine mögliche milliardenschwere Kapitalerhöhung gesorgt haben. Gemäss einem Reuters-Bericht vom Freitag soll die Credit Suisse bereits vor einigen Wochen damit begonnen haben, bedeutende Anleger auf eine solche Massnahme einzustimmen. Der CS-Aktienkurs war am Freitag in der Folge um über 12 Prozent abgesackt und schloss bei einem Allzeittief von 4,07 Franken, nachdem er zuvor ein Allzeittief von 4,04 Franken markiert hatte.

    tp/

    (AWP)

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  • Die Credit Suisse sieht sich mit der laufenden Strategieüberprüfung auf Kurs.


    26.09.202208:16


    Angesichts zahlreicher spekulativer Medienberichte in den vergangenen Tagen sah sich die Grossbank offenbar dazu veranlasst, einen Zwischenstand zu kommunizieren.

    Man komme mit der umfassenden strategischen Überprüfung, einschliesslich möglicher Veräusserungen und Verkäufe von Vermögenswerten, gut voran, heisst es in einer Mitteilung vom Montag. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung würden Alternativen erwägen, welche über die letztjährige Strategieüberprüfung hinaus gingen. Einige strategische Initiativen würden derzeit umgesetzt, welche auch potentielle Verkäufe umfassten.

    Wie bereits mehrfach angekündigt, will die Bank über die Ergebnisse der Strategieüberprüfung bei der Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartals am 27. Oktober informieren.

    Die CS hatte das Strategie-Update bereits Ende Juli zusammen mit dem Austausch des CEO angekündigt. Seither brodelt die Gerüchteküche: So war in den vergangenen Tagen über verschiedenste Strategieanpassungen spekuliert worden - unter anderem über eine mögliche Wiederbenennung der US-Investmentbank in "First Boston", über einen grossen Stellenabbau oder eine Aufspaltung der Investmentbank in drei Teile. Einen Ausstieg der Investmentbank aus dem US-Geschäft hatte die CS-Medienstelle allerdings dementiert.

    (AWP)

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  • Sehr schön aus einem fallenden Keil gefallen: Obere Begrenzung vom Jan 22 bei 9.7. jetzt bei 5.20 / Untere Begrenzung bei 8.70 vom April 21 jetzt bei 4.40. Schlecht fürs Handling ist jedoch, dass selbst das Schliessen des GAP von letzter Woche +15% bedingt.

  • Wenn das so weiter geht, bezahlt die CS wenn ich Aktie von der CS möchte. :huh:

    Nein im ernst: Wenn CS 4 Milliarden neues Geld braucht sind das heute über 1 Milliarde neue Aktien, das sind ca. 50% vom alten Bestand.

    Das geht doch nicht auf! ;( Da muss sehr schnell etwas anderes kommen, sonst werden viele Banker neue Stellen suchen.

    Ein Leben ohne Dalmatiner ist möglich aber sinnlos

  • Noch ist eine Kapitalerhöhung keine beschlossene Sache.

    Also mich reizt es sehr einzusteigen...dass (noch) unter CHF 4.00.

  • Fast überall Panik pur.... Der "innere Wert" der Aktie liegt etwas unter 30% Selbst wenn jetzt etwas weniger als 50% neue Aktien ausgegeben würden (aufgrund von noch tieferen Aktienkursen...), ist die Chance um einiges höher als das Risiko, dass der Kurs "mittelfristig" wieder steigen könnte. Es sei denn, Putin zündet einige Atombomben in/über der Ukraine...

  • Hierzu gibt es immer wieder verschiedene Zahlen. Ich habe diesen Link gefunden:

    Buch-/Kurswert CS


    Rechnet man diesen Wert auf den heutigen Kurs um und berücksichtigt gewisse Bewertungsänderungen, so schätze ich den Kurs-/Buchwert < 30%. Die Methode ist sehr rudimentär und ungenau, gibt aber ein grobes Bild über die aktuelle Situation. Natürlich kann sich der Buchwert im Laufe der Zeit auch gegen unten ändern, aber es geht ja um eine Einschätzung der aktuellen Situation. Wie die Zukunft von CS aussehen könnte, da werden sich die verschiedenen Akteure ihr eigenes Bild machen.

  • @starlight. Nie blind kaufen. Zukünftige Entwicklungen und Risiken, unverhofft auftauchende "Leichen", die lange im Keller lagen etc. können "plötzlich" auftauchen. Man weiss nie, was sonst noch passieren wird. Ich selbst gehe davon aus, dass es die CS schaffen kann. Der Inside Paradeplatz Artikel schreibt ja sehr negativ über die CS. Wie viel davon der Realität entspricht, weiss ich nicht. CS ist momentan nur für Zocker.

  • Morgen wird die Aktie vermutlich abheben.

    Gemäss NZZ gab es nie Gespräche mit Investoren bezüglich einer Kapitalerhöhung🙄

  • CS-Fonds Real Estate Fund Green Property verschiebt Kapitalerhöhung

    Der Immobilienfonds Credit Suisse Real Estate Fund Green Property verschiebt eine angekündigte Kapitalerhöhung. Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass Immobilienfonds einer anhaltend schwierigen Phase mit hoher Volatilität am Markt unterworfen seien, wird der Schritt in einer Mitteilung vom Montag begründet.


    03.10.2022 08:36


    Und wegen dieser Marktbedingungen, die sich seit dem Zeitpunkt der Ankündigung von Ende August deutlich verschlechtert hätten, könne eine erfolgreiche Emission im vierten Quartal 2022 nicht sichergestellt werden, so im Communiqué weiter. Die Fondsleitung werde die Entwicklung am Markt nun aufmerksam verfolgen und zu gegebener Zeit über eine Durchführung der Kapitalerhöhung entscheiden.

    Geplant war eine Neuemission mit einem Volumen von 140 bis 170 Millionen Franken. Der CS REF Green Property fokussiert laut eigenen Angaben auf nachhaltiges Bauen. Er investiert in Neubauprojekte, die sich in starken schweizerischen Wirtschaftsregionen befinden. Ziel sei es, dass Objekte und Neubauprojekte die strengen Anforderungen des Gütesiegels "greenproperty" für nachhaltige Immobilien erfüllen, welches qualitative und quantitative Kriterien in den Dimensionen Nutzung, Infrastruktur, Energie, Materialien und Lebenszyklus bewertet.

    rw/ys

    (AWP)

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