Rating-Agenturen

  • Standard & Poor's in Australien verurteilt

    in Bundesgericht in Australien hat die US-Rating-Agentur Standard & Poor's wegen irreführenden Bewertungen von Finanzprodukten zur Zahlung von Schadenersatz verurteilt. Das Urteil könnte als Präzedenzfall auch Auswirkungen auf Europa haben.

    (dapd) Wegen irreführenden Bewertungen von Finanzprodukten hat ein Bundesgericht in Australien die Rating-Agentur Standard & Poor's am Montag zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt.

    Berufung gegen das Urteil

    Die Agentur hatte komplizierte Finanzprodukte mit der Höchstnote «AAA» und damit als sichere Anlage bewertet, berichtete die Zeitung «The Australian» auf ihrer Internet-Seite. Standard & Poor's kündigte an, Berufung gegen das Urteil einzulegen, meldete die Rundfunkanstalt ABC News.


    Mehrere Städte und Gemeinden kauften die Derivate und verloren während der Finanzkrise rund 16 Mio. australische Dollar (12,8 Mio. €) mit der Investition. :bravo: Neben Standard & Poor's müssen auch die Investmentbank ABN Amro und der Finanzdienstleister LGFS für die Schadensersatz-Forderungen aufkommen.

    Mögliche Auswirkungen auf Europa

    Das Urteil könnte als Präzedenzfall auch Auswirkungen auf Europa haben, wo ähnliche Finanzprodukte im Wert von 2 Mrd. australischen Dollar verkauft wurden, zitierte ABC News aus einer Stellungnahme des Unternehmens IMF Australia, das die Sammelklage finanziert hatte. http://www.nzz.ch/aktuell/wirt…ien-verurteilt-1.17759228

    ----


    Fiat pecunia, et pereat mundus!

  • Märkte glauben Ratings immer weniger

    Die weltweiten Anleihemärkte haben 2012 so oft wie noch nie entgegen den Bonitätsänderungen von Rating-Agenturen reagiert.


    Die Ratingagenturen änderten seit Jahresbeginn 32-mal das Bonitätsurteil bzw. den Ausblick für staatliche Schuldner. In 53 Prozent der Fälle bewegten sich die Renditen von Anleihen der betroffenen Emittenten anschließend in die Gegenrichtung dessen, was man nach der Einschätzung der Bonitätswächter hätte erwarten müssen.


    Damit unterschied sich das Urteil der Märkte 2012 deutlicher von dem der Agenturen als im langjährigen Durchschnitt. Gegenläufige Beurteilungen durch die Märkte ergaben sich bei über 300 Änderungen der Bonitätsbewertungen durch die Ratingagenturen seit 1974 in durchschnittlich 47 Prozent der Fälle. In diesem Jahr ignorierten die Märkte 56 Prozent der Rating- und Ausblickänderungen von Moody’s und 50 Prozent der Änderungen, die S&P vornahm.


    Agenturen laufen realen Daten hinterher


    Die Renditeentwicklung von Staatsschuldtiteln kann demnach zuverlässiger per Münzwurf ermittelt werden als durch das Beachten der Vorhersagen der Ratingagenturen. Denen drohen zwar juristische Auseinandersetzungen und verschärfte Regulierung, nachdem sie zur schwersten Finanzkrise seit der Weltwirtschaftskrise der 20er und 30er Jahre beigetragen haben. Doch Politiker berufen sich vor dem Hintergrund der Rezession gerne auf die Bonitätsnoten, wenn sie Sparmaßnahmen begründen.


    “Die Entscheidungsträger sollten sich mehr um die Märkte kümmern als um die Ratingagenturen, denn dort fallen die tatsächlichen Kreditkosten an”, sagt Brett Wander, Chief Investment Officer Festverzinsliche bei Charles Schwab Investment Management in San Francisco. “Agenturen, die die Kreditwürdigkeit beurteilen, laufen den realen wirtschaftlichen Fundamentaldaten hinterher. Die Märkte hingegen sind ihnen voraus.”


    Moody’s, ein Unternehmen, das 1909 das Geschäftsfeld der Bewertung von Firmen nach ihrer Fähigkeit zur Rückzahlung von Schulden mit begründete, hat in den USA und in Europa in diesem Jahr für jedes Land, das heraufgestuft wurde, 6,4 herabgestuft. Das Übergewicht der Herabstufungen ist damit so ausgeprägt wie mindestens seit 2002 nicht mehr, geht aus Bloomberg-Daten hervor. S&P hat für jede Besserbewertung 4,3 Länder herabgestuft.


    Gleichzeitig erleben europäische Anleihen mit Erträgen von 11,5 Prozent ihr bestes Jahr seit 1998, wie der Bank of America Merrill Lynch Euro Government Index zum Stichtag 14. Dezember belegt. Weltweit am besten entwickelten sich griechische Staatsanleihen, die um 84 Prozent stiegen, sowie portugiesische mit einem Plus von 55 Prozent, zeigen Indizes der European Federation of Financial Analyst Societies.


    Auf Rekordtief im November


    Renditen auf alle Staatsanleihen sanken am 28. November auf ein Rekordtief von 1,36 Prozent, zeigen Datenreihen der Bank of America Merrill Lynch, die bis ins Jahr 1996 zurückgehen. In diesem Jahr brachten die Anleihen 4,5 Prozent ein.


    “Wenn es je einen eindeutigen Beweis gegeben hat, dass Ratings ein nachlaufender Indikator sind, dann war das gewiss die Art, wie die Agenturen auf die” europäische Schuldenkrise reagiert haben, sagt Bonnie Baha, Leiterin Festverzinsliche Industrieländer bei DoubleLine Capital in Los Angeles. Der Unterschied zwischen Treasury-Renditen und denen anderer Anleihen sei zuverlässiger, sagte Baha.


    S&P und Moody’s halten dem entgegen, dass sie keine Vorhersagen über Renditen machen.


    “Ratings sind eigentlich nichts weiter als eine Rangordnung, die unsere Meinung über die relative Kreditwürdigkeit auf der Grundlage unserer Kriterien wiedergibt,” sagte Peter Rigby, Kreditanalyst bei S&P in New York, im August in einem Telefoninterview. “Sie erlauben weder objektiv noch ihrer Intention nach Vorhersagen über Renditen oder Preise. Investoren treffen solche Vorhersagen, indem sie eine Menge unterschiedlicher Informationen in Betracht ziehen.”


    Kredite zuverlässig bewerten


    Eduardo Baker, ein Sprecher für Moody’s, wollte keinen Kommentar abgeben. Richard Cantor, Chief Credit Officer bei Moody’s, teilte im Mai per E-Mail mit, “wir haben nur ein Ziel, nämlich Bonitätsnoten abzugeben, die das relative Risiko von Zahlungsausfällen und Verlusten bewerten”.


    Den Ratingagenturen droht eine schärfere Regulierung, nachdem ein amerikanischer Senats-Ausschuss feststellte, dass sie riskante Hypothekenanleihen zu wohlwollend begutachtet hatten, was zum Ausbruch der Kreditkrise 2007 und 2008 beitrug. Die japanische Finanzaufsicht gab vorige Woche bekannt, sie habe die Japan-Sparte von S&P angewiesen, ihr System zur Verifizierung und Aktualisierung von Ratings zu verbessern.


    Weltweit suchen die Entscheidungsträger nach einem Weg, um sicherzustellen, dass Kredite zuverlässig bewertet sind, nachdem das Dodd-Frank-Gesetz in den USA in 2010 die Regulierer anwies, sich nicht auf die Ratingurteile zu verlassen und eine strengere Aufsicht über die Agenturen anmahnte.http://www.cash.ch/news/top_news/maerkte_glauben_ratings_immer_weniger-3009801-771

    ----


    Fiat pecunia, et pereat mundus!

  • Die EU nimmt Rating-Agenturen an die Kandare

    Bereits ab Frühling dürfen Agenturen Ratings von EU-Staaten nur an drei vorher festgesetzten Terminen bekannt geben. Für grobe Fehlurteile werden sie haftbar gemacht.


    Das Europaparlament hat am Mittwoch mit grosser Mehrheit strengere Regeln für Ratingagenturen verabschiedet. Besonders wichtig: Die Agenturen dürfen Ratings von EU-Staaten nur an drei vorher festgelegten Terminen verkünden.


    Dies darf nur ausserhalb der Geschäftszeiten sein und rechtzeitig, bevor in Europa die Börsen öffnen. So will die EU nervöse Reaktionen der Märkte abmildern. Die neuen Bestimmungen können im Frühjahr in Kraft treten. Sie gelten für Bonitätswächter wie Moody's, Fitch oder Standard & Poor's. Künftig sollen Ratingagenturen auch für grobe Fehlurteile haftbar sein. http://www.20min.ch/finance/ne…n-an-die-Kandare-24549178

    ----


    Fiat pecunia, et pereat mundus!

  • Die USA wollen Standard & Poor's verklagen

    Das US-Justizministerium und eine Reihe von US-Bundesstaaten planen juristische Schritte gegen die Ratingagentur. Gegen S&P soll wegen der Vergabe zweifelhafter Bonitätsnoten Zivilklage eingereicht werden.


    Wegen der Vergabe zweifelhafter Bonitätsnoten vor der Finanzkrise droht der Ratingagentur Standard & Poor's ein Gerichtsverfahren. Standard & Poor's bestätigte in New York, dass das US-Justizministerium eine Zivilklage vorbereite. Auch mehrere US-Bundesstaaten planen juristische Schritte gegen die Ratingagentur. Die Klagen könnten dem «Wall Street Journal» zufolge noch in dieser Woche eingereicht werden.


    Standard & Poor's erklärte, vom US-Justizministerium über die bevorstehende Klage informiert worden zu sein. Dabei gehe es um die Bewertung von auf faulen US-Immobilienkrediten basierenden Wertpapieren vor der Finanzkrise von 2007. Standard & Poor's sowie die beiden anderen grossen Ratingagenturen Moody's und Fitch hatten die Papiere lange als unbedenklich eingestuft und stehen nun in der Kritik, Anleger damit in die Irre geführt zu haben.


    Klage «vollkommen ungerechtfertigt»


    Das Platzen der Immobilienblase in den USA hatte eine weltweite Krise ausgelöst, weil die faulen Papiere von Bank zu Bank als Geldanlage weitergereicht worden waren. Die US-Regierung legte einen Bankenrettungsfonds in Höhe von bis zu 700 Milliarden Dollar auf, um einen Kollaps des Finanzsystems zu verhindern.


    Standard & Poor's weist die Vorwürfe zurück. Die bevorstehende Klage des Justizministeriums sei «vollkommen ungerechtfertigt», hiess es in einer Erklärung. Auch die US-Regierung habe im Jahr 2007 in ihren eigenen Einschätzungen noch öffentlich kundgetan, dass die Probleme mit den Immobilienpapieren kontrolliert werden könnten. Standard & Poor's ist eine Tochter des US-Medienunternehmens McGraw-Hill. http://www.tagesanzeiger.ch/wi…-verklagen/story/13633765




    Das hätte ich den USA nicht zugetraut. Immerhin sind sie die Hüter der besten Steueroase der Welt.

    ----


    Fiat pecunia, et pereat mundus!

  • Ratingagentur S&P im Visier der US-Aufsicht

    Die US-Börsenaufsicht SEC erwägt offenbar drastische Schritte gegen die Ratingagentur Standard & Poor's. Der Vorwurf: Aufweichung der Rating-Kriterien, um die Geschäfte auszuweiten.


    Die Behörde plane, das Unternehmen von Kreditbewertungen für durch Gewerbeimmobilien besicherte Anleihen auszuschliessen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag unter Berufung auf eine eingeweihte Quelle.


    Es wäre die härteste Strafe, die die SEC jemals gegen eine grosse Ratingagentur beschlossen hätte. Derzeit verhandle die S&P-Mutter McGraw Hill Financial aber noch mit den Börsenaufsehern über eine Einigung. Die SEC wirft den Kreditwächtern vor, die Rating-Kriterien aufgeweicht zu haben, um die Geschäfte auszuweiten. S&P und SEC wollten sich nicht äussern.


    http://www.cash.ch/news/top_ne…er_usaufsicht-3273414-771

    ----


    Fiat pecunia, et pereat mundus!

  • Standard & Poor's muss Milliardenstrafe zahlen

    Wegen der Vergabe zweifelhafter Bonitätsnoten für Ramschanleihen aus der US-Immobilienkrise muss die Ratingagentur Standard & Poor's eine Strafe von 1,37 Milliarden Dollar zahlen.

    Das US-Unternehmen teilte am Dienstag mit, einen Vergleich geschlossen zu haben. Den Vergleich schloss Standard & Poor's mit dem US-Justizministerium, mit 19 US-Bundesstaaten und der Hauptstadt Washington. Nun muss die Agentur gut 687 Millionen Dollar an das US-Justizministerium überweisen, die Bundesstaaten und Washington erhalten ebenfalls gut 687 Millionen Dollar. Die Ratingagentur betonte, sie habe mit der aussergerichtlichen Einigung keine Gesetzesverstösse eingeräumt.


    Standard & Poor's wurde vorgeworfen, Investoren über die Qualität von Wertpapieren getäuscht zu haben, in denen schlecht abgesicherte Hypotheken gebündelt waren. Ab 2007 hatten sich in den USA die Fälle gehäuft, in denen einkommensschwache Hausbesitzer ihre Darlehen wegen steigender Zinsen nicht mehr abzahlen konnten. In einer Art Domino-Effekt löste dies eine weltweite Finanzkrise aus, weil die faulen Kredite von Bank zu Bank als Geldanlage weitergereicht worden waren.


    Aus Eigeninteresse gehandelt


    Das US-Justizministerium hatte im Februar 2013 Klage gegen Standard & Poor's eingereicht. Die Ratingagentur wies diese als "vollkommen ungerechtfertigt" zurück.


    Zwar bedauerte das Unternehmen damals, dass es nicht gelungen sei, die "rapide Verschlechterung der Bedingungen auf dem US-Hypothekenmarkt einzuschätzen". Gleichwohl seien die S&P-Experten nicht die Einzigen, die das Ausmass der Krise falsch eingeschätzt hätten.


    Die Klage hatte sich unter anderem auf interne E-Mails gestützt, in denen S&P-Mitarbeiter Zweifel an der Bewertung der Ramschpapiere vorbringen. Aus eigenem Geschäftsinteresse habe das Unternehmen den Anlegern aber die Kreditwürdigkeit der Papiere vorgegaukelt, lautete der Vorwurf.


    (SDA)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!