Rating-Agenturen

  • 7 hat am 09.02.2012 - 14:35 folgendes geschrieben:

    Quote

    Ist nicht auch Gold bezogen auf das Einkommen billiger geworden?

    So betrachtet durchaus: Wir hatten technischen Fortschritt und können somit mehr mit weniger Arbeitsaufwand produzieren. Alles was sich durch Automatisation produzieren lässt ist somit billiger geworden. Technischer Fortschritt ist ja immer deflationär.


    Was gleich teuer geblieben ist (im Verhältnis) sind nicht-automatisierbare Dienstleistungen. Nehmen wir z.B. den Coiffeur, ärztliche Leistungen, Pflege etc.

  • MarcusFabian hat am 09.02.2012 - 23:36 folgendes geschrieben:

    Quote

    7 hat am 09.02.2012 - 14:35 folgendes geschrieben:

    So betrachtet durchaus: Wir hatten technischen Fortschritt und können somit mehr mit weniger Arbeitsaufwand produzieren. Alles was sich durch Automatisation produzieren lässt ist somit billiger geworden. Technischer Fortschritt ist ja immer deflationär.


    Was gleich teuer geblieben ist (im Verhältnis) sind nicht-automatisierbare Dienstleistungen. Nehmen wir z.B. den Coiffeur, ärztliche Leistungen, Pflege etc.

    Nonsens.


    Für den heutigen Goldpreis arbeit man länger als 1970. Dafür bekommt man heute 2 Anzüge zu 900$. Entweder sind nun die Anzüge billiger geworden oder das Metall hat an Wert gewonnen. Beim Coiffeur sind die Preise wieder auf den Stand der 90er Jahre gesunken. Ärztliche Leistung ist ein noch weiterer Begriff als "Anzug". Ich tauche und mache jährlich den Tauchcheck. Es ist nicht teurer geworden. Die Reiseapotheke ist sogar billiger geworden. Die Krankenkassen werden teurer, weil öfters zum Arzt gegangen wird. 80% der Gesundheitskosten entstehen in den letzten 2 Lebensjahren.


    Eine Unze Gold kostet 1970 rund 37 Dollar. Ein Anzug + Gurt + Schuhe koste dazumal also nach deinen Aussagen umgerechnet Fr. 150

  • Sprechen wir jetzt darüber, wie die Preisentwicklung in den letzten 40 Jahren in Gold war, in Franken oder in Arbeitszeit?


    Das ist ja nicht dasselbe.


    In Arbeitszeit gerechnet:


    Was ich aussagen wollte ist, dass grundsätzlich Dinge billiger werden, die automatisch hergestellt werden können. Computer, Elektroschrott sind klassische Beispiele.
    Andererseits werden Dinge, die auch heute noch vor allem auf manueller menschlicher Arbeitsleistung basieren nicht billiger. Grob gesagt: Sie bleiben in Arbeitszeit gerechnet etwa gleich, da ja die Arbeitszeit auch beim Dienstleister den Grossteil der Kosten ausmacht.
    Klassische Beispiele - neben der Elektronik - für sinkende Preise dank Technologie:
    * Lebensmittel, dank Mähdrescher, Traktoren (ein Mähdrescher ersetzt 200 Landarbeiter)
    * Textilien dank Webmaschine (19. Jh. eine Webmaschine ist 70 mal effizienter als ein manuell betriebener Webstuhl).
    * Transport: Eisenbahn vs. Ochsenkarren


    Im Umkehrschluss: Dienstleistungen, die zu nahe 100% von menschlicher Arbeit abhängen (Coiffeur, Spitalpflege) und nicht rationalisiert werden können, könnten nur dann billiger werden, wenn die Löhne der entsprechenden Dienstleister sinken würden. Beispiel: Dein Lohn hat sich seit 19xx verdreifacht, jener der Krankenschwester nur verdoppelt. Dann ist - in Arbeitszeit gerechnet - die Spitalpflege für Dich billiger geworden.


    Soweit einverstanden?

  • MarcusFabian hat am 10.02.2012 - 13:23 folgendes geschrieben:

    Quote
    Im Umkehrschluss: Dienstleistungen, die zu nahe 100% von menschlicher Arbeit abhängen (Coiffeur, Spitalpflege) und nicht rationalisiert werden können, könnten nur dann billiger werden, wenn die Löhne der entsprechenden Dienstleister sinken würden.

    Soweit o.k.


    Der Lohn ist ein Faktor.


    Firmen ziehen um, wenn sie einen günstigeren Standort finden. Längere Öffnungszeiten bei gleicher Miete oder tiefere Einkaufspreise, Ärztegemeinschaften, etc. ergeben auch eine höhere Wertschöpfung.

  • Elias hat am 10.02.2012 - 09:18 folgendes geschrieben:

    Quote

    Nonsens.


    Für den heutigen Goldpreis arbeit man länger als 1970. Dafür bekommt man heute 2 Anzüge zu 900$. Entweder sind nun die Anzüge billiger geworden oder das Metall hat an Wert gewonnen. Beim Coiffeur sind die Preise wieder auf den Stand der 90er Jahre gesunken............ Ein Anzug + Gurt + Schuhe koste dazumal also nach deinen Aussagen umgerechnet Fr. 150

    Ja, vieles ist billiger geworden!


    Ich habe Angestellte in dem Alter das ich 1970 hatte. Die müssen halb so lange arbeiten für ein kg Gold als ich in ähnlicher Position 1970. Zum Glück tragen diese keine Ramschanzüge für 450.-. Ein gutgemachter, gutgeschnittener Anzug kostet heute minimum das doppelte, Topqualität auch locker das vierfache und ähnliches war schon 1970 für 450.- nicht zu haben. Da hat es auch immer mehr billigen Ramsch auf dem Markt, Globalisierung und technischer Fortschritt sei dank. Stil und Qualität bleibt auf der Strecke.


    Man kann heute für 1kg Gold mehr Top- Anzüge kaufen als 1970, weiter reisen und öfters zum Arzt gehen und muss dafür weniger lange arbeiten.

  • 7 hat am 10.02.2012 - 15:16 folgendes geschrieben:

    Quote

    Man kann heute für 1kg Gold mehr Top- Anzüge kaufen als 1970, weiter reisen und öfters zum Arzt gehen und muss dafür weniger lange arbeiten.

    Das darf man jetzt nicht auf die Goldwaage legen. In diesem Punkt hat Elias auch recht (wie ich gestern bestätigt habe): Auch Gold hat kurz- bis mittelfristig Über- und Unterbewertungen:


    1970 war Gold eindeutig unterbewertet ($35). Das war ja auch der Grund, weshalb Frankreich seine Dollars in den USA gegen Gold eingetauscht hat. Deutschland ist dem Beispiel Frankreichs gefolgt, und als die Briten das dann auch noch wollten, hat Nixon das Goldfenster geschlossen, denn noch ein paar Jahre und Amerika hätte kein Gold mehr gehabt (die Reserven sind innert weniger Jahre von 22'000t auf die heute noch bestehenden 8'000t zusammengeschmolzen).


    Demgegenüber war Gold 1981 bei im Schnitt $650, zu Spitzenzeit $834, eindeutig zu teuer.


    Elias hat also recht, dass ein Anzug 1981 nicht 24 mal mehr gekostet hat als 1970. Egal ob in Dollar, Franken oder Arbeitszeit.


    Entsprechen richtig: Vergleichen wir Gold und Teuerung über Jahrhunderte dann ist Gold bis 50% unterbewertet oder 100% überbewertet. Der Vergleich 1970 vs. 1981 ist also der Vergleich zweier Extreme.


    Der Punkt auf den ich aber hinaus will: Über sehr lange Perioden von >100 Jahren, folgt der Goldpreis sehr gut dem CPI, bietet also einen besseren Inflationsschutz als Papiergeld.

  • MarcusFabian hat am 10.02.2012 - 15:25 folgendes geschrieben:

    Quote

    Der Punkt auf den ich aber hinaus will: Über sehr lange Perioden von >100 Jahren, folgt der Goldpreis sehr gut dem CPI, bietet also einen besseren Inflationsschutz als Papiergeld.

    Da bin ich absolut gleicher Meinung.


    Aber als Nichtökonom vermute ich, dass die Löhne in den hochentwickelten Staaten gegenüber dem Goldpreis zu hoch sind oder ist der Goldpreis zu tief. Wie hat sich der Goldpreis in den letzten 20 Jahren im Betzug auf das Welt-Bip verändert? Oder ist das irrelevant?

  • 7 hat am 10.02.2012 - 15:16 folgendes geschrieben:

    Quote
    Ich habe Angestellte in dem Alter das ich 1970 hatte. Die müssen halb so lange arbeiten für ein kg Gold als ich in ähnlicher Position 1970.

    Der Goldpreis ist heute bei 60'000 pro kg, 1970 war er gegen 5'000


    Für 60'000 müssen die heute halb so lange arbeiten wie damals für 5'000?


    In welcher Branche &. Position?

  • @ Es war 1974, ich meinte 1970er nicht 1970. Ich glaube mich zu errinnern, mein Gold 1974 damals zu Fr. 14700.-/kg verkauft zu haben. Habe das aber nicht verifiziert. Sollte ich mich geirrt haben, entschuldige ich mich und behaupte ich ab sofort das Gegenteil!

  • 7 hat am 10.02.2012 - 17:42 folgendes geschrieben:

    Quote

    @ Es war 1974, ich meinte 1970er nicht 1970. Ich glaube mich zu errinnern, mein Gold 1974 damals zu Fr. 14700.-/kg verkauft zu haben. Habe das aber nicht verifiziert. Sollte ich mich geirrt haben, entschuldige ich mich und behaupte ich ab sofort das Gegenteil!

    Beides ist plausibel: Als Nixon 1971 den Dollar von Gold entkoppelt hat, ist der logischer Weise innert kürzester Zeit abgeschmiert. Und die Derivate-Währungen, die am Dollar hängen natürlich ebenso ;)

  • MarcusFabian hat am 10.02.2012 - 15:25 folgendes geschrieben:

    Quote
    Der Punkt auf den ich aber hinaus will: Über sehr lange Perioden von >100 Jahren, folgt der Goldpreis sehr gut dem CPI, bietet also einen besseren Inflationsschutz als Papiergeld.

    ..wer "rechnet" als Anleger den schon wirklich über einen Zeitraum von >100 Jahren (ausser absolute Dummies die Verzweifelt und Hilflos "ihre Theorie" zurechtbiegen wollen und weltfremde Statistiker) .. :mamba:



    weico

  • s. oben

    :bomb:


    s. oben:biggrin:


    Berkshire Hathaway: Warren Buffett hat seinen Nachfolger gefunden


    Kategorie: US-Markt News | Uhrzeit: 09:28



    Omaha (BoerseGo.de) - Starinvestor Warren Buffett hat einen Nachfolger für den Chefposten bei der Investmentholding Berkshire Hathaway gefunden, wie er im jährlichen Brief an seine Aktionäre schreibt.Buffett nannte allerdings keinen Namen.„Das Direktorium ist genauso begeistert von dem neuen Chef wie ich“, teilte Buffett lediglich mit.

    Es wird vermutet, dass Ajit Jain als Buffetts Nachfolger auserkoren wurde. Jain leitet bisher das Rückversicherungsgeschäft bei Berkshire Hathaway. Außerdem wurden zwei weitere Ersatzkandidaten aufgestellt, dessen Namen aber ebenfalls nicht genannt wurden.

    Zugleich kündigte der 81-jährige Buffett an, trotz seines fortgeschrittenen Alters solange wie möglich weitermachen zu wollen. An einen Rücktritt denke er noch nicht, so die Investment-Legende. Buffett leitet bereits seit 47 Jahren die Geschicke des Unternehmens.

    Analysten sehen trotzdem das Nachfolgeverfahren eingeleitet. „Es gibt vermutlich einen Zeitplan für einen Rücktritt von zwei, drei Jahren“, sagte Michael Yoshikami von Destinaton Wealth Management. Im Vorjahr war noch David Sokol langjähriger Favorit bei der Nachfolge Buffetts. Sokol schied nach einem umstrittenen Aktienkauf aber überraschend aus dem Konzern aus.

    Außerdem teilte Berkshire Hathaway mit Sitz in Omaha (US-Bundesstaat Nebraska) am Wochenende Zahlen zum vierten Quartal 2011 mit. Demnach konnte das Konglomerat einen Nettogewinn von 3,05 Milliarden Dollar einfahren, was jedoch deutlich unter dem Gewinn des Vorjahres mit 4,38 Milliarden Dollar liegt. Der Gewinn je Aktie sank von 2.656 Dollar im vierten Quartal des Vorjahres auf 1.846 Dollar.



    :cool:

  • So kann es nicht weitergehen

    Endlich geraten diese Agenturen in die Kritik. So viele Jahre war ihr Wort Gesetz. Ich will mir ja nicht mal vorstellen wie vie Geld da unter der Hand geflossen ist. Natürlich seien die seriösen der Gattung aus diesem Vorwurf ausgeschlossen. Trotzdem es ist Zeit, dass sich etwas ändert.

  • «Mit jeder Abstufung sind wir dem Triggerpunkt einen Schritt näh

    Moody's hat in der Nacht 15 Grossbanken abgestuft, darunter UBS und CS. Banken-Analyst Roger Degen von Julius Bär über die Folgen, die Reaktion der Schweizer Banken – und das Kreuz mit den Ratingagenturen.



    Und auf längere Sicht gesehen, welche Folgen drohen?
    Mit jeder Abstufung kommen wir der Schwelle, wo es heikel wird, einen Schritt näher. Wir sprechen vom Triggerpunkt. Wenn das Rating unter eine bestimmte Marke fällt, dann sind es vor allem die institutionellen Investoren, welche sich aus diesem Engagement zurückziehen müssen. Und das führt dann zu diesen raschen Abwärtsbewegungen. Passiert ist das zum Beispiel beim amerikanischen http://www.tagesanzeiger.ch/wi…itt-naeher/story/31905438

  • EU nimmt Ratingagenturen unter die Lupe

    Verschärfen die Ratingagenturen mit ihren Urteilen die Krise oder sind sie nur die Überbringer schlechter Nachrichten? Die EU-Finanzmarktaufsicht geht dieser Frage nach.


    Nach der Herabstufung zahlreicher europäischer Banken nimmt die EU-Finanzmarktaufsicht (Esma) die drei grossen Rating-Agenturen unter die Lupe. Konkret soll geprüft werden, ob die Methoden der Agenturen ausreichend stringent und transparent sind.


    Als Grund für die Überprüfung der Bewertungsmethoden von Standard & Poor's (S&P), Fitch und Moody's nannte Esma-Chef Steven Maijoor in der Zeitung «Financial Times» vom Montag explizit die jüngsten Bewertungen europäischer Finanzinstitute. Diese hätten Anlass zur Sorge gegeben, dass die Ratingagenturen nicht über ausreichend analytische Ressourcen verfügten.


    Standard & Poor's kooperiert


    Die Untersuchung der Esma solle bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. S&P kündigte an, seine Methoden erläutern zu wollen. Die anderen beiden Rating-Agenturen lehnten eine Stellungnahme ab.


    Moody's hatte in den vergangenen Monaten die Bewertung für eine ganze Reihe europäischer Banken herabgestuft. Zuvor waren die Rating- Agenturen auch schon im Zuge der europäischen Schuldenkrise massiv in die Kritik geraten. So hatten sie mehrfach ihre Note für angeschlagene Staaten wie Spanien und Italien heruntergestuft.


    Europäische Politiker werfen den Agenturen vor, mit ihren Urteilen die Krise verschärft zu haben. Daraufhin hatten die Behörden weltweit ein genaueres Auge auf die Bonitätswächter geworfen. Die Agenturen entgegnen, dass sie lediglich die Überbringer schlechter Nachrichten seien. Die Verantwortung für die Finanzmisere trügen die Staaten selbst. http://www.20min.ch/finance/ne…n-unter-die-Lupe-25038651

  • Europäische Rating-Agentur kommt

    Die nötigen 100 Mio. € Startkapital für die neue europäische Rating-Agentur würden bis Ende Jahr zusammen sein, erklärte der Roland-Berger-Aufsichtsratschef gegenüber den Medien. Die Idee war aus Unzufriedenheit mit den drei führenden US-Agenturen entstanden.

    Die geplante europäische Rating-Agentur wird nach Worten von Roland-Berger-Aufsichtsratschef Burkhard Schwenker demnächst startklar sein. «Das Konzept ist umsetzungsreif», sagte er dem Magazin «Wirtschaftswoche». Die Initiative sei zwar von der Beratungsfirma gelöst worden, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Ein Ex-Partner der Gesellschaft treibe das Projekt aber mit seiner persönlichen Unterstützung weiter voran, sagte er in einem am Samstag veröffentlichten Interview. Er sei zuversichtlich, dass die nötigen 100 Mio. € Startkapital bis Jahresende von privaten Investoren eingesammelt seien. Zustimmung aus der Politik gebe es, das Kapital müsse aber privat aufgebracht werden, um eine politische Vereinnahmung der Agentur zu verhindern.


    Die Idee einer europäischen Rating-Agentur kam aus Unzufriedenheit mit den drei führenden US-Agenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch auf. Diese haben im Zuge der Staatsschuldenkrise die Kreditwürdigkeit europäischer Staaten reihenweise gesenkt und damit deren Kredite verteuert, was europäische Politiker als ungerechtfertigt bezeichnet hatten. Sie verwiesen auf die Reformanstrengungen der Krisenländer sowie auf die vergleichsweise höhere Verschuldung anderer Staaten wie etwa der USA.


    Im April hatte es Meldungen gegeben, wonach das Projekt der europäischen Rating-Agentur wegen Finanzierungsproblemen vor dem Aus stehe. Damals war allerdings von einem nötigen Startkapital von 300 Mio. € die Rede gewesen. Roland Berger hatte jedoch seinerseits betont, man sei weiter optimistisch. http://www.nzz.ch/aktuell/wirt…gagentur-kommt-1.17466748