Atomenergie; Wie weiter? Ausstieg oder .....................

  • CH Energiefirmen beziehen keinen Strom mehr aus Fessenheim

    Alpiq, Axpo und BKW werden ab Ende Jahr keinen Strom mehr aus dem französischen AKW Fessenheim beziehen. Der Strombezugsvertrag wird aufgelöst. Finanziell ist dies für die drei Firmen von Vorteil.


    egen der immer tieferen Strompreise im europäischen Grosshandel sind die in den siebziger Jahren mit französischen Atomkraftwerken vereinbarten Bezugsrechte für die Schweizer Versorger zu kostspieligen Knebelverträgen geworden. Aus diesem Grund werden Alpiq, Axpo und BKW erleichtert sein, dass sie Ende dieses Jahres die entsprechenden Verträge auslaufen lassen können. Sie hatten einst über die Kernkraftwerk-Beteiligungsgesellschaft (KBG) vereinbart, 15% der Jahresproduktion des AKW Fessenheim zu beziehen. Ob der Ausstieg per Ende 2017 – ursprünglich lief die Vereinbarung über die ganze Betriebsdauer des Kraftwerks – die Schweizer Firmen etwas gekostet hat, ist offen. Die Bedingungen seien «vertraulich», hiess es vonseiten der BKW. Weil die vorzeitige Stilllegung des ältesten französischen Meilers vorherzusehen war, seien die getätigten Investitionen bereits voll amortisiert worden, erklärte Alpiq die Situation. Aus Fessenheim bezog das Konsortium im Durchschnitt 1,7 TWh pro Jahr. Zu den derzeitigen Spottpreisen in Europa kann diese Menge am Markt günstiger erworben werden. Die Schweizer Stromfirmen bleiben jedoch stark am französischen Nuklearpark beteiligt, einerseits über die Aktiengesellschaft für Kernenergiebeteiligungen (Akeb), die Anteile an Cattenom und Bugey (4 TWh/Jahr) hält, anderseits via langfristige Lieferverträge, welche die Energiefinanzierungs AG (Enag) mit den Franzosen abgeschlossen hat. Die zum derzeit stark gedrückten Preisniveau unattraktiv gewordenen Verträge von z. B. bei Axpo von nach wie vor rund 9 TWh werden den Firmen also noch einige Jahre auf dem Magen liegen.


    https://www.nzz.ch/wirtschaft/…aus-fessenheim-ld.1315767

  • AKW Leibstadt muss wegen Störung vom Netz


    Das AKW Leibstadt ist am Samstag wegen einer technischen Störung vom Stromnetz getrennt und abgeschaltet worden. Es ist die dritte Reaktorschnellabschaltung innert acht Monaten.


    28.12.2019 18:25


    Das teilte die Betreiberin mit. Nach der Klärung der Ursache soll die Anlage baldmöglichst wieder in Betrieb genommen werden.


    Die Abschaltung erfolgte laut der Betreiberin um 07.48 Uhr. Zuvor habe es "eine technische Störung im nichtnuklearen Teil des Kraftwerks" gegeben, hiess es in einer Mitteilung. Wann die Anlage wieder hochgefahren werden kann, ist unklar.


    Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi), das die Kernanlagen in der Schweiz beaufsichtigt, teilte mit, dass der Schutz von Mensch und Umwelt zu jeder Zeit gewährleistet gewesen sei. Der Reaktor sei automatisch abgeschaltet worden, es handle sich um eine sogenannte Schnellabschaltung.


    "Die Anlage befindet sich in einem sicheren Zustand", schreibt das Ensi weiter. Das Messnetz zur automatischen Überwachung in der Umgebung der Kernkraftwerke habe keinen Anstieg der Radioaktivität gezeigt.


    Umformer ausgetauscht


    Im April und im Mai 2019 war es bereits zu zwei Reaktorschnellabschaltungen in Leibstadt gekommen. Beide hatten die gleiche Ursache. Laut der Aufsichtsbehörde führte ein fehlerhaftes Verhalten eines Messwertumformers damals zu falschen Messwerten in einem Kanal der Frischdampfdruckmessung. Diese lösten ein schnelles Schliessen der Turbineneinlassventile aus. Die Anlage reagierte daraufhin mit einer Reaktorschnellabschaltung, die normal verlief.


    Nach dem zweiten Vorkommnis tauschte das Kernkraftwerk Leibstadt den ganzen Umformer aus. Untersuchungen zeigten Kontaktprobleme zwischen übereinander angebrachten Platinen als Ursache für die temporären Messwertschwankungen. Da die Messwertschwankungen aufgrund der Kontaktprobleme bei den folgenden Prüfungen des Umformers nicht mehr auftraten, wurde der Fehler als behoben betrachtet.


    Personalabbau führt zu Problemen


    Doch nicht nur die Technik, auch der Abbau von Personal hat im zu Ende gehenden Jahr für Probleme im Aargauer Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) geführt. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht des Bundes, der Ende August publik wurde.


    Demnach ist der Personalabbau seit 2015 einer der "wesentlichen Gründe für die Probleme im KKL". Menschliche und organisatorische Faktoren hätten einen "wesentlichen Anteil" an den Vorkommnissen. Das KKL will die Zahl der Mitarbeitenden bis 2022 von rund 500 auf 470 Stellen senken, vor allem bei nicht sicherheitsrelevante Posten, wie das KKL betonte.


    Die Werksleitung muss der Aufsichtsbehörde nun belegen, wie sie die Sicherheit trotz weniger Personal gewährleisten will. Das Ensi prüft derzeit den Vorschlag, den die Leitung des KKL Mitte August eingereicht hat. Zudem unterstellte das Ensi das KKL aufgrund seiner Vorbehalte gegen die Sicherheitskultur einer verschärften Aufsicht.


    (AWP)

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  • Chinas Atomaufsicht bestätigt Probleme mit Brennstäben in Atomreaktor


    Chinas Atomaufsicht hat ein Leck im südchinesischen Atomkraftwerk Taishan bestritten, aber Probleme mit Brennstäben eingeräumt. Die Behörde für nukleare Sicherheit teilte am Donnerstag über den Kurznachrichtendienst Weibo mit, es seien schätzungsweise fünf der 60 000 Brennstäbe beschädigt. Dadurch gebe es in Reaktor 1 einen erhöhten Wert an Radioaktivität, der aber innerhalb erlaubter Grenzen liege. "Die Betriebssicherheit des Atomkraftwerkes ist garantiert", hiess es.


    17.06.2021 06:31


    Es habe nichts mit einem Leck zu tun, da alles innerhalb der Schutzhülle des Reaktors geschehe. Messungen ausserhalb des Atomkraftwerks hätten gezeigt, dass alle Werte normal seien. Einen Bericht des US-Nachrichtensenders CNN, demzufolge die Atomaufsicht eine Erhöhung des Grenzwerts erlaubt haben soll, nannte ein Verantwortlicher "nicht wahr".


    Das Atomkraftwerk liegt südlich von Hongkong an der Küste der Provinz Guangdong, rund 40 Kilometer südlich der Millionenstadt Taishan. Die beiden mit französischer Hilfe und im neuen Design gebauten Druckwasserreaktoren wurden 2018 und 2019 in Betrieb genommen. Beteiligt ist das französische Atomunternehmen Framatome.


    Es sei nicht ungewöhnlich, dass neue Brennstäbe in einem Atomreaktor Schäden erlitten, sagte Najmedin Meshkati, Professor für nukleare Sicherheit an der amerikanischen University of Southern California, der "New York Times". Seltener sei aber, dass sich radioaktive Gase im Wasser um die Brennstäbe bis zu dem Punkt ansammelten, dass überprüft werden müsse, welche Menge sicher sei. Eine ernsthafte Bedrohung liege aber wahrscheinlich nicht vor.


    Die Framatome-Mutter EDF hatte mitgeteilt, man sei über eine erhöhte Edelgaskonzentration im Primärkreis in einem der Reaktoren informiert worden. Dass es dort überhaupt Edelgase gebe, sei bekannt und vorgesehen. Die Erhöhung deute auf eine mögliche Verschlechterung der Brennstoffhüllen hin. Die Menge liege unterhalb der Grenzwerte. Auch Framatome hatte mitgeteilt, der Reaktor funktioniere derzeit entsprechend der geltenden Sicherheitsparameter.


    Zuvor hatte CNN berichtet, dass die US-Regierung einem Hinweis von Framatome über ein mögliches Leck und eine "bevorstehende radiologische Bedrohung" nachgegangen sei. Die Regierung gehe aber davon aus, dass ein "Krisenpunkt" noch nicht erreicht sei./lw/DP/zb


    (AWP)

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  • AKW Beznau trotz spät entdeckter Mängel erdbebensicher


    Seit Inbetriebnahme 1992 und 1993 fehlte den Notstromdieseln des Atomkraftwerks Beznau ein für die Erdbebenfestigkeit nötiger Teil. Entdeckt wurde dieser Mangel erst im Dezember 2020. Dank Nachrüstungen und anderem erfüllte das AKW die Erdbeben-Anforderungen mit Ausnahme der Monate April und Mai 2012 aber immer.


    17.06.2021 19:10


    Das bescheinigt ihm das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi), wie es am Donnerstagabend mitteilte. Das Ensi hatte Vorkommnisse vom Dezember 2020 überprüft. Damals hatte das AKW Beznau nach Entdecken des Fehlens von sogenannten Anschlagbegrenzer an den Schwingungsdämpfern der Generatoren umgehend beide Blöcke abgestellt, um den bereits bei der Montage entstandenen Mangel zu beheben.


    Der vom Ensi als Montageabweichung bezeichnete Mangel wurde ordnungsgemäss behoben, wie die Atomenergieaufsicht schreibt. So hatten die Ensi-Experten keine Einwände gegen das Wiederanfahren der Reaktoren der Kraftwerke Beznau 1 und 2 in Döttingen AG am 21. Dezember letzten Jahres.


    Bei den ursprünglichen Berechnungen der Erbebensicherheit war nach Ensi-Angaben angenommen worden, in den Schwingungsdämpfern der Notstromgeneratoren seien die Begrenzer eingebaut worden. Diese fehlten aber seit Inbetriebnahme. Dies zeigten Belege aus der Überholung durch die Lieferfirma 2009 und 2010.


    Jahrzehntelang unbemerkt


    Das wurde auch nach der Überholung in diesen beiden Jahren nicht erkannt. Für das Betriebspersonal stellte das Fehlen der Begrenzer nämlich keinen Mangel dar, da diese sowohl in der Dokumentation als auch in den Instandhaltungsbestimmungen fehlten.


    Dennoch hätte sich das Problem etwa bei der Grundüberholung der Dieselgeneratoren oder bei einer Nachrüstung erkannt werden können, schreibt das Ensi. Die Aufsicht verlangte deshalb eine vertiefte Abklärung.


    Im Nachgang zur Atomkatastrophe von Fukushima verfügte das Ensi am 1. April 2011 die Überprüfung der AKW auf Basis stark erhöhter Erdbebenanforderungen bis zum 31. März 2012. Diese erhöhten Anforderungen hätten die Notstromdiesel ohne die Anschlagbegrenzer nicht erfüllt.


    Bereits Ende Mai 2012 installierte das AKW aber zwei zusätzliche Dieselgeneratoren. Diese sind nach Angaben des Ensi nach einem schweren Erdbeben in der Lage, die zur Kühlung des Reaktorkerns benötigte elektrische Energie für beide Blöcke zu liefern.


    Somit bestand seit diesem Termin eine erdbebenfeste Alternative zu den mangelhaften Notstanddieseln. Im Jahr 2015 rüstete das AKW Beznau mit vier weiteren erdbebenfeste Dieselgeneratoren nach.


    mk/


    (AWP)

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  • Drei deutsche Atomkraftwerke abgeschaltet - Protest gegen EU-Pläne


    Countdown für den Atomausstieg in Deutschland: Am Silvesterabend sind drei der sechs verbliebenen Kernkraftwerke in Deutschland abgeschaltet worden. Die letzten drei Meiler sollen in genau einem Jahr vom Netz gehen - dann wäre der Ausstieg offiziell beendet.


    02.01.2022 11:44


    Diese Abkehr von der Kernenergie hatte im Jahr 2011 die damalige deutsche Regierung aus CDU/CSU und FDP nach dem Atomunglück im japanischen Fukushima besiegelt. Neuerdings äussern sich allerdings wieder mehr Befürworter der Kernenergie, weil dadurch - anders als bei der Stromproduktion etwa aus Kohle - deutlich weniger klimaschädliches Kohlendioxid entstehe.


    So will die EU-Kommission Investitionen in Gas- und Atomkraftwerke unter bestimmten Bedingungen als klimafreundlich einstufen. Das geht aus einem Entwurf für einen Rechtsakt der Brüsseler Behörde hervor, der am Neujahrstag kurz nach dem Versand an die EU-Mitgliedstaaten öffentlich wurde. Eine Umsetzung kann nur verhindert werden, wenn sich eine qualifizierte Mehrheit der Mitgliedstaaten dagegen ausspricht.


    Deutschlands Wirtschafts- und Energieminister Robert Habeck (Grüne) teilte am Samstag für Deutschland mit, eine Zustimmung zu den neuen Vorschlägen der EU-Kommission "sehen wir nicht". Österreichs Klimaschutzministerin Leonore Gewessler drohte sogar mit rechtlichen Schritten. Allerdings setzt etwa Frankreich traditionell und auch im Rahmen der Energiewende stark auf die Atomkraft.


    Die Atomkraftwerke in Brokdorf (Schleswig-Holstein), Grohnde (Niedersachsen) und Gundremmingen (Bayern) wurden nach Angaben der Betreiber in den letzten Stunden von 2021 stillgelegt. Der gesetzlich vorgeschriebene Rückbau der Atomkraftwerke wird noch viele Jahre in Anspruch nehmen - in Brokdorf etwa bis 2040.


    In Grohnde sei die Anlage nach rund 36 Betriebsjahren abgeschaltet worden. Mit fast 410 Milliarden Kilowattstunden habe sie so viel Strom produziert wie kein anderer Kraftwerksblock weltweit, teilte der Betreiber PreussenElektra mit. Knapp 100 Atomkraftgegner feierten den historischen Moment der Abschaltung mit Anti-Atomkraft-Fahnen und Wunderkerzen.


    In Gundremmingen trennte die Schichtmannschaft den Generator von Block C um 20.00 Uhr vom Stromnetz. Nikolaus Valerius, Kernenergievorstand des Betreibers RWE Power, erklärte dazu: "Mit der Abschaltung des letzten Siedewasserreaktors in Deutschland wurde am Standort Gundremmingen eine Ära beendet."


    Vor allem Brokdorf galt als Symbol der Anti-AKW-Bewegung. Beharrlich hatten Atomkraftgegner seit 1986 jeweils am 6. Tag jeden Monats mit Mahnwachen vor den Werkstoren "sofort stilllegen" gefordert - in Erinnerung an den Atombombenabwurf über Hiroshima am 6. August 1945. Gegen den Bau des Meilers hatten im Februar 1981 bereits rund 100 000 Menschen demonstriert.


    Nach den Schliessungen liefern bis Ende 2022 nur noch drei Atomkraftwerke Strom: Isar 2 in der Nähe von Landshut (Bayern) sowie die Reaktoren im Emsland in Niedersachsen und Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg. Auch danach weiter betrieben werden dürfen allerdings zwei Anlagen, die Brennstoff und Brennelemente für den Export herstellen.


    (AWP)

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  • VSE-Präsident fordert mehr Tempo um Versorgungslücken zu decken


    Die Schweiz braucht einen rascheren Zubau von erneuerbaren Energien, den Ausbau der Wasserkraft und weitere Massnahmen im Winter, wenn zu wenig Energie produziert wird. Michael Wider, Präsident des Verbandes der Elektrizitätsunternehmen (VSE), fordert ein rascheres Handeln.


    30.01.2022 12:32


    Noch sei Zeit, das Szenario abzuwenden, laut dem der Bund ab 2025 vor Energie-Engpässen in den Wintermonaten warnt, erklärte der VSE-Präsident, der auch Geschäftsleitungsmitglied beim Stromkonzern Alpiq ist, im Interview mit dem "SonntagsBlick". Speicherkraftwerke in den Alpen könnten zwischen Februar bis April Wasser zurückhalten und damit dann Strom produzieren, wenn er knapp sei.


    Die 15 Wasserkraft-Projekte, die die Kantone, Umweltministerin Simonetta Sommaruga und Umweltverbände für eine zügige Realisierung ausgemacht hätten, seien 2025 nicht vollendet, gab Wider zu bedenken. "Jetzt müssen Taten folgen. Wir sind nicht gerade die Geschwindigkeits-Champions", sagte Wider.


    Könnten erneuerbare Energien die absehbaren Lücken nicht füllen, kämen weniger attraktive Lösungen zum Zug. Gaskraftwerke seien bei Engpässen nicht ausgeschlossen.


    Kernkraft keine Option


    Wider stellte fest, dass das Stimmvolk 2017 entschieden habe, dass die Schweiz keine Kernkraftwerke mehr baue. Ein Technologie-Verbot sei seiner Meinung nach nie eine gute Entscheidung.


    "Aber selbst wenn man heute ein neues AKW bauen wollte, dauert das zu lange. Für die anstehenden Versorgungsengpässe könnte es keinen Beitrag leisten", so Wider. Zudem müsste eine "neue Generation der Kraftwerke" die Schwächen der alten ausmerzen, nämlich die Kernschmelze und die Entsorgung der Abfälle.


    Für die Versorgungssicherheit müssten jetzt wichtige Entscheide gefällt werden. Es wäre laut Wider "wirklich zu bedauern, wenn die Diskussion über die Kernenergie diesen Prozess verzögert".


    Ein Drittel der Schweizer Stromproduktion stammt heute aus der Kernenergie. Diese soll Schritt für Schritt reduziert werden.


    (AWP)

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  • Macron kündigt 'Renaissance der französischen Atomkraft' an


    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat einen massiven Ausbau der Atomkraft angekündigt. Sechs neue Atomkraftwerke sollten gebaut sowie die Errichtung von acht weiteren Kraftwerken bis 2050 geprüft werden, sagte Macron am Donnerstag im ostfranzösischen Belfort. "Das ist die Renaissance der französischen Atomkraft." Zugleich werde die Laufzeit aller bestehenden Kraftwerke verlängert, wenn die Sicherheit es erlaube. Es solle kein Kraftwerk mehr vom Netz gehen, wenn es keine zwingenden Sicherheitsgründe dafür gebe. Der Stromkonzern EDF sei angewiesen worden zu prüfen, ob die Laufzeit der Atomkraftwerke über 50 Jahre hinaus verlängert werden kann. Parallel kündigte Macron einen Ausbau der erneuerbaren Energie an./evs/DP/men


    10.02.2022 18:10


    (AWP)

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  • Bundesrat will Wasserkraft und Gaskraftwerke für Strom-Notlagen


    (Zusammenfassung) - Mit einer Wasserkraftreserve will der Bundesrat allfällige Ausfälle in der Stromversorgung verhindern. Ergänzend dazu, sozusagen als zweite Rückfallebene, will er auf klimaneutral betriebene Gaskraftwerke setzen. Betrieben werden sollen sie aber nur ausnahmsweise in Notlagen.


    17.02.2022 12:54


    "Es geht um Vorkehrungen für unvorhersehbare Stresssituationen", sagte Energieministerin Simonetta Sommaruga am Donnerstag in Bern vor den Medien zum Bundesratsentscheid. Die Landesregierung wolle zwei Versicherungen schaffen. "Ziel ist, dass man sie möglichst nicht braucht." Und: Der Bundesrat wolle rasch vorwärtsmachen.


    Die Wasserkraftreserve soll ab dem kommenden Winter zur Verfügung stehen. Die Betreiber von Speicherkraftwerken sollen eine gewisse Menge Wasser zurückhalten für den Fall, dass ein Mangel droht. Dafür erhalten sie ein Entgelt. Gerechnet wird laut Bundesamt für Energie (BFE) mit 15 bis 30 Millionen Franken pro Jahr.


    Die Grundlagen für die Wasserkraftreserve will der Bundesrat auf dem Verordnungsweg erlassen. Ins Gesetz übernommen werden sollen sie im Zug der Revision des Stromversorgungsgesetzes.


    Kraftwerke als zweite Rückfallebene


    Als zweite Rückfallebene - nach der Wasserkraftreserve - will der Bundesrat auf klimaneutral betriebene Gaskraftwerke setzen. Er beauftragte das Umweltdepartement Uvek, umgehend Vorbereitungen für den Bau und Betrieb solcher Anlagen an die Hand zu nehmen.


    Einerseits soll das Uvek eine allfällige Ausschreibung für Kraftwerke vorbereiten. Dazu gehören das Festlegen der Dimensionierung und Details zur Wahl von Technologie und Standort.


    Im Fokus befinden sich nicht mehr genutzte Infrastrukturen. Geprüft werden soll zudem, ob die kantonalen Gesetzgebungen und die Zonenplanung der betroffenen Gemeinde eine Bewilligung überhaupt ermöglichen.


    Nur für Ausnahmelagen


    Zuhanden des Parlaments wird das Uvek gleichzeitig Gesetzesbestimmungen erarbeiten, über die das Parlament bei der laufenden Revision des Stromversorgungsgesetzes befinden kann. Vorgaben - etwa zum verwendeten Brennstoff oder zur Kompensation - sollen gewährleisten, dass die Kraftwerke klimaneutral sind.


    Wie die zwei Rückfallebenen bei Versorgungsengpässen koordiniert werden, ist Sache des Uvek. Beide Reserven sollen nur ausnahmsweise genutzt werden - nämlich dann, wenn der Markt die Nachfrage nicht decken kann. Zu Fehlanreizen im Markt dürfe die Reserve nicht führen, sagte Werner Luginbühl, Präsident der Elektrizitätskommission (Elcom).


    Der Stromkonzern Axpo begrüsste es, dass Notfall-Gaskraftwerke ausserhalb des Marktes bleiben. Dadurch würden Marktverzerrungen vermieden. Als langfristige Option denkbar sind für Elcom und Axpo mit CO2-freien Brennstoffen betriebene Gaskraftwerke.


    Die Reserve-Pläne des Bundesrats ernteten bereits Kritik: Für die sichere Versorgung im Winter genüge eine Strategie aus Stromsparen, Fotovoltaik, Speicherreserven und intelligenter Nachfragesteuerung, schrieb etwa der WWF. Das sei erst noch billiger.


    Die Kosten für die Reserve werden die Endkonsumenten tragen müssen. Die Rede ist von Zuschlägen von je 0,1 Rappen pro Kilowattstunde (KWh) Strom für die Wasserkraftreserve und die Kraftwerke. Ein Schweizer Durchschnittshaushalt bezahlt derzeit 21,2 Rappen pro KWh.


    Bei den Kosten hakt der Gewerbeverband ein: Die Subventionierung der Reservehaltung von Wasserkraft berge die Gefahr, dass Stromunternehmen mit dem Geld "administrative Wasserköpfe" quersubventionierten. Der Verband würde lieber auf Private setzen.


    Elcom geht von Gaskraftwerken aus


    Der Bundesrat fällte seine Entscheide gestützt auf einen Bericht der Elcom. Darin ist die Rede vom Bau von zwei bis drei Kraftwerken mit insgesamt bis tausend Megawatt Leistung. Als zweckmässige Lösung hätten sich Gasturbinenkraftwerke herausgestellt, sagte Luginbühl.


    Die Investitionskosten sollen gemäss dem Bericht maximal 700 bis 900 Millionen Franken betragen. Hinzu kommen Betriebskosten von 6 Millionen Franken im Jahr und Produktionskosten von 138'000 bis 243'000 Franken pro produzierte Gigawattstunde (GWh) Strom.


    Hintergrund der Reserveplanung ist, dass wegen des fehlenden Stromabkommens mit der EU ab 2025 die Risiken für den Stromimport steigen. Im schlimmsten Fall - zum Beispiel, wenn grosse Kraftwerke im In- und im Ausland gleichzeitig ausfallen - könnte es im Winter "während einiger Stunden" zu Versorgungsengpässen kommen.


    Bundesrat setzt aufs Stromsparen


    Der Bundesrat setzt ausserdem auf das Potenzial des Stromsparens, um die Stromversorgung sicherzustellen. Unter anderem will er mit mehr Fördermitteln dafür sorgen, dass Elektroheizungen ersetzt werden.


    Weiter sollen die Mindestanforderungen in Sachen Energieeffizienz von elektrischen Geräten erhöht werden, also etwa für Warmwasserboiler oder Wäschetrockner. "Stromfresser sollen nicht mehr auf den Markt kommen", sagte Sommaruga.


    (AWP)

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  • Europäische Verhandler warnen vor Kollaps von Atomdeal mit dem Iran


    Im Ringen um eine Rettung des Atomabkommens mit dem Iran haben europäische Verhandler am Samstag vor einem Kollaps des eigentlich schon ausgehandelten Deals gewarnt. Die Verhandlungen mussten gerade nach neuen Forderungen Russlands kurz vor der Ziellinie unterbrochen werden. Russland verlangt Garantien, dass westliche Sanktionen im Zusammenhang mit dem Krieg gegen die Ukraine nicht die wirtschaftlichen und militärischen Beziehungen zwischen dem Iran und Russland behindern.


    13.03.2022 15:05


    Das Atomabkommen heisst offiziell "Joint Comprehensive Plan of Action" (JCPoA). "Niemand sollte versuchen, die JCPoA-Verhandlungen auszunutzen, um Zusicherungen zu erhalten, die unabhängig vom JCPoA sind", hiess es am Samstag aus Kreisen der Verhandler aus Deutschland, Frankreich und Grossbritannien. Sie vermitteln zusammen mit Diplomaten aus Russland und China seit elf Monaten zwischen dem Iran und den USA. "Dies birgt die Gefahr, das der Deal platzt." Die Länder riefen dazu auf, das Abkommen "mit äusserster Dringlichkeit" abzuschliessen.


    Die USA waren unter dem früheren Präsidenten Donald Trump aus dem Atomabkommen von 2015 ausgestiegen und hatten den Iran mit neuen Embargos in eine Wirtschaftskrise gestürzt. Teheran reagierte unter anderem mit der Herstellung von hoch angereichertem Uran, dass relativ schnell zu waffenfähigem Material weiterverarbeitet werden könnte. Die neue Übereinkunft sieht vor, dass die Vereinigten Staaten ihre Sanktionen gegen den Iran aufheben. Im Gegenzug soll die Islamische Republik ihr Atomprogramm wieder einschränken, um die Entwicklung von Nuklearwaffen zu unterbinden./oe/DP/he


    (AWP)

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  • Studie sieht Potenzial von Photovoltaik auf neuen Wohnhaus-Dächern


    Solaranlagen auf Dächern neuer Einfamilienhäuser könnten einer Studie zufolge in einigen Jahren den Jahresstrombedarf von mehreren Millionen Privathaushalten in Deutschland decken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Hochrechnung des Energieversorgers Eon und des Beratungsunternehmens Energy Brainpool.


    20.03.2022 11:28


    Für die Berechnung nimmt die Studie an, dass innerhalb der nächsten 15 Jahre jedes neu errichtete Einfamilien-, Doppel- und Reihenhaus mit einer Photovoltaik-Dachanlage (PV) ausgestattet wird. Im Zeitraum 2022 bis 2036 könnten dann insgesamt 78 Terawattstunden grüner Strom erzeugt werden, berichtete Eon. "Allein im Jahr 2036 würden diese Anlagen zusammengenommen genug Strom erzeugen, um rechnerisch den Jahresstrombedarf von mehr als 4,1 Millionen durchschnittlichen Privathaushalten zu decken", hiess es. Zum Vergleich: 2021 speisten Photovoltaik-Anlagen in Deutschland insgesamt rund 45,2 Terawattstunden Strom ins Netz.


    Eon ist Deutschlands grösster Energieversorger und verkauft selbst Solaranlagen für Wohnhäuser. Am vergangenen Mittwoch hatte das Unternehmen dieses Solargeschäft als "zukunftsträchtigen Wachstumsbereich" bezeichnet.


    Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag einen deutlichen Ausbau von Photovoltaik vereinbart. Bei privaten Neubauten soll es demnach "die Regel werden", dass geeignete Dachflächen für Solarenergie genutzt werden./tob/DP/mis


    (AWP)

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  • Kernkraftwerk Leibstadt halbiert 2021 wegen Revision die Stromproduktion


    Das Kernkraftwerk Leibstadt hat im vergangenen Jahr nur rund halb so viel Strom produziert wie im Jahr davor. Grund dafür waren Modernisierungsprojekte, während das AKW für die Revision fast sechs Monate lang stilllag, wie aus einer Mitteilung des Unternehmens vom Mittwoch hervorgeht.


    30.03.2022 18:45


    Insgesamt erzeugte das Kernkraftwerk vergangenes Jahr 4802 Gigawattstunden Strom gegenüber 9050 Gigawattstunden im Vorjahr. Weil das AKW weniger Strom produziert hat, erhöhten sich zudem auch die normalisierten Produktionskosten - also wenn der effektive Renditeeinfluss des Stilllegungs- und Entsorgungsfonds herausgerechnet wird - auf 10,12 Rappen pro Kilowattstunde. Im Vorjahr waren die Produktionskosten mit 4,99 Rappen pro Kilowattstunde noch halb so hoch gewesen. Die normalisierten Jahreskosten erhöhten sich in der Folge auf 485,9 Millionen Franken nach 451,6 Millionen im Jahr 2020.


    Die positive Entwicklung der Finanzmärkte im Berichtsjahr habe sich allerdings auf die Wertentwicklung der beiden Fonds für die Stilllegung und Entsorgung der Kernanlage ausgewirkt. So stieg die Fondsperformance auf 209,5 Millionen Franken, womit die effektiven Jahreskosten nur noch 340 Millionen Franken betrugen und damit fast 80 Millionen weniger als im Vorjahr.


    Die Betreiber gaben insgesamt mit 87,3 Millionen Franken fast 20 Millionen mehr aus für anlagentechnische Modernisierungen, substanzerhaltende Massnahmen und Brennelemente. Zudem waren die operativen Betriebskosten höher als in den Vorjahren, weil wegen der langen und umfangreichen Jahreshauptrevision mehr Material und Fremdleistung benötigt wurde.


    tv/rw


    (AWP)

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  • Schweizer Atomkraftwerke halten Strahlenschutz-Grenzwerte ein


    Die fünf Schweizer Atomkraftwerke haben 2021 die Strahlenschutz-Grenzwerte eingehalten. Das bescheinigte ihnen die Aufsichtsbehörde Ensi am Donnerstag im neuen Strahlenschutzbericht.


    16.06.2022 16:30


    Die AKW hielten die Grenzwerte sowohl für beruflich strahlenexponierte Personen als auch bei der Abgabe radioaktiver Stoffe an die Umwelt ein, teilte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) mit. Trotz Covid-19-Pandemie führte die Aufsicht alle Kontrollen und Messungen lückenlos durch.


    Mit der Inspektion der externen Notfallzentren kontrollierte das Ensi zudem ein weiteres Element der Notfallbereitschaft. Nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima hatte die Behörde den Aufbau solcher Zentren verfügt.


    Die AKW-Betreiber führten im weiteren alle geplanten Arbeiten durch. Das AKW Leibstadt schloss während der 200 Tage dauernden Revision zwei Grossprojekte ab. Beim Abbau des AKWs Mühleberg war die Inbetriebnahme des Zerlegers zur Materialbehandlung aus strahlenschutztechnischer Sicht zentral.


    mk/


    (AWP)

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  • FDP in Deutschland fordert Weiterbetrieb der Atomkraftwerke für fünf Jahre


    Die FDP erhöht den Druck auf die Koalitionspartner SPD und Grüne, angesichts der rasant steigenden Energiepreise die drei letzten Atomkraftwerke weiter laufen zu lassen. "Es ist dringend an der Zeit, den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke für mindestens fünf Jahre zu gewährleisten", sagte der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Zudem sollten wir schnellstmöglich die heimischen Ressourcen an Öl und Gas nutzen, statt dies teuer im Ausland einzukaufen."


    22.06.2022 12:34


    Angesichts einer ökonomischen und Energie-Krise, "die biblische Ausmasse annehmen können", sei es vor allem von den Grünen vollkommen unverantwortlich, die Atomkraft zur Energieerzeugung nicht einmal ansatzweise in Betracht zu ziehen, sagte Kubicki weiter. "Die Angst der Grünen vor einem Gesichtsverlust überwiegt offensichtlich die Verantwortung für die ökonomische Überlebensfähigkeit dieses Landes."


    Es sei aber inakzeptabel, die eigene Ideologie zum Massstab zu nehmen, wenn es darum geht, in der Ausnahmesituation Pragmatismus walten zu lassen, betonte der Bundestag-Vizepräsident. "Es geht nicht um das Wohlgefühl der Grünen, sondern um eine Perspektive für Millionen Menschen in diesem Land."/sk/DP/ngu


    (AWP)

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  • Für Kernkraftwerke gelten neue Extremwetter-Gefährdungsannahmen


    Für die Schweizer Kernkraftwerke gelten neue Gefährdungsannahmen für verschiedene Extremwetter-Ereignisse. Die neu festgelegten Gefährdungsannahmen haben sich insbesondere bezüglich hoher Lufttemperaturen und Tornados erhöht.


    14.07.2022 19:07


    Das Eidgenössische Sicherheitsinspektorat Ensi nahm die Änderungen aufgrund von Analysen der Kraftwerkbetreiber vor, wie es am Donnerstag mitteilte. 2015 hatte die Nuklearsicherheitsbehörde von den Betreibern der Kernkraftwerke eine Überarbeitung ihrer Extremwetter-Gefährdungsanalysen gefordert. Diese Überprüfung ist nun abgeschlossen.


    Neu festgelegt wurden auf der Basis dieser und weiterer Analysen die Gefährdungsannahmen für Ereignisse der Störfallkategorie drei, was einem alle 10'000 Jahre vorkommenden Ereignis entspricht. Ausser um hohe und tiefe Lufttemperaturen und Tornados geht es auch um extremen Wind, hohe und tiefe Wassertemperaturen, Starkregen, Schneelast und Hagel.


    Wie aus einer am Donnerstag publizierten Tabelle hervorgeht, müssen die Schweizer Kernkraftwerke beispielsweise grosser Hitze von über 42 Grad und tiefen Temperaturen von minus 30 Grad standhalten. Auch Hagelkörner mit einem Durchmesser von 15 Zentimetern dürfen ihnen nichts anhaben.


    Seitdem die Kraftwerkbetreiber ihre Gefährdungsanalysen einreichten, ergaben sich nach Angaben des Ensi neue Grundlagen wegen des Klimawandels. Auch diese Erkenntnisse hat es berücksichtigt. Bei Starkregen stützte sich die Nuklearsicherheitsbehörde auf eine Hochwasserstudie namens EXAR, welche das Bundesamt für Umwelt im Februar 2021 vorlegte.


    BKW muss nicht nachlegen


    Die Kraftwerkbetreiber müssen ihre Extremwetter-Gefährdungsannahmen regelmässig überarbeiten. Mit Blick auf die nächste Überarbeitung fordert das Ensi von ihnen unter anderem die Prüfung, ob neuere Ergebnisse zum Klimawandel für die Schweiz vorliegen.


    Die BKW, Betreiberin des Kernkraftwerks Mühleberg BE, welches derzeit stillgelegt wird, muss die Gefährdungsanalyse nicht aktualisieren.


    Zusätzlich zu den Gefährdungsanalysen müssen die KKW Beznau AG, Gösgen SO und Leibstadt AG ihre Sicherheitsnachweise überarbeiten. Letztmals hatten die KKW-Betreiber ihre Sicherheit gegen die 2015 festgelegen Gefährdungsannahmen nachgewiesen.


    (AWP)

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  • Fusionsreaktor: Wendelstein 7-X startet in neue Phase

    5. August 2022, 11:42 Uhr Quelle: dpa Mecklenburg-Vorpommern


    Hinweis: ZEIT ONLINE hat diese Meldung redaktionell nicht bearbeitet. Sie wurde automatisch von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) übernommen.


    Nach der Fertigstellung des Fusionsforschungsreaktors Wendelstein 7-X in Greifswald eröffnet Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) am kommenden Dienstag die nächste Phase der Experimente. Die Kernfusion im Reaktor soll die Prozesse in der Sonne nachvollziehen, die Technologie steckt aber noch im Stadium der Erforschung. Perspektivisch soll die Kernfusion einen Beitrag zur klimaneutralen Energiegewinnung leisten.


    In der «Ostsee-Zeitung» (Freitag) formulierte Thomas Klinger vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald das Ziel der ab Herbst geplanten Experimente. «Wir wollen in der Anlage Plasmapulse von bis zu 30 Minuten Länge bei 50 Millionen Grad erzeugen», sagte er. «Damit würden wir zeigen, dass der Fusionstyp „Stellarator“ für den Dauerbetrieb geeignet ist.» Plasmapulse von dieser Länge und diesen Temperaturen seien bislang nirgendwo auf der Welt erzeugt worden. Die Höchstwerte lägen bei etwa 100 Sekunden.


    Fusionsenergie erzeugt Wendelstein 7-X demnach aber noch nicht. Dafür sei die Anlage zu klein, sagte Klinger in dem Interview. Für die Erzeugung von Energie aus Kernfusion sei eine deutlich größere Maschine nötig. Klinger rechnet nach eigenen Worten Mitte der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts mit einem Fusionskraftwerk, das tatsächlich Städte, Haushalte und Betriebe mit Strom und Wärme versorgt. «Vielleicht schon 2060.»


    © dpa-infocom, dpa:220805-99-284779/2



    Zap Energys Reaktor braucht keine Spulen und Magneten, um Bedingungen wie auf der Sonne zu erzeugen. Mit einem Trick wird das Plasma entsprechend verdichtet.


    Weltweit arbeiten unzählige kleine Unternehmen an kommerziellen Fusionsreaktoren. Die großen internationalen Projekte sind allesamt Tokamak-Reaktoren, deren Grundaufbau wurde von sowjetischen Wissenschaftlern schon in den frühen 1950er berechnet. In einem donutförmigen Ring sollen Magneten das Plasma beschleunigen und verdichten. Doch was in der Theorie die eleganteste Lösung war, erwies sich in der Praxis als tückisch. Bis heute ist es nicht gelungen, diesen Reaktortyp über den Status eines extrem teuren Forschungsprojekts hinaus zu entwickeln. Mit neuartigen Magneten nehmen die Staatsprojekte nun einen neuen Anlauf.


    https://www.stern.de/digital/t…ionsreaktor-32577522.html

  • AKW-Initiative setzt Gegner schon vor Lancierung unter Strom


    Das AKW-Bauverbot soll in der Schweiz aufgehoben werden: Dies fordern Bürgerliche mit einer Initiative "Jederzeit Strom", die auch unter dem Motto "Blackout stoppen" steht. Umweltverbände und AKW-Gegner reagieren empört und sprechen von einer "Nebelpetarde der Atomlobby".


    28.08.2022 14:00


    Das Sammeln der Unterschriften soll bereits in der kommenden Woche starten: Die Initiative wird am Dienstag im Bundesblatt veröffentlicht, bestätigte Vanessa Meury, die Präsidentin des Initiativkomitees, auf Anfrage der der Nachrichtenagentur Keystone-SDA einen Bericht der "SonntagsZeitung".


    Sie würden gemeinsam "eine Volksinitiative für die Stromversorgungssicherheit lancieren", schrieb auch FDP-Nationalrat Marcel Dobler (SG) auf Twitter. In Zukunft brauche die Schweiz "Technologieneutralität ohne Denkverbote, umweltschonenden Strom und klare Verantwortlichkeiten bei der Stromsicherheit".


    Die Initiantinnen und Initianten wollen in der Verfassung unter anderem verankern, dass alle klimaschonenden Arten der Stromerzeugung zulässig seien. Damit wäre auch der Bau von neuen AKW wieder möglich.


    Die Schweiz wolle "die umwelt- und klimafreundliche Kombination von Wasserkraft und Kernkraft ohne Not aufgeben", heisst es auf der Internetseite des Initiativkomitees. Dass im Rahmen der Energiewende nun Gaskraftwerke gebaut werden sollen, um bei Stromlücken auszuhelfen, "ist vor dem Hintergrund des Klimawandels absurd".


    "Unnötige Zwängerei" und "Nebelpetarde"


    Die Ankündigung der Initiativ-Lancierung schreckte am Sonntag bereits zahlreiche Gegner auf. Dabei meldete sich auch eine überparteiliche Allianz von Parlamentarierinnen und Parlamentariern zu Wort, die von einer "unnötigen Zwängerei" sprach.


    Angesichts des Potenzials der erneuerbaren Energie "braucht es keine neuen, nicht finanzierbaren Atomkraftwerke, die niemand bauen will", heisst es in einer Mitteilung der Allianz, die unter anderem von FDP-Ständerat Ruedi Noser (ZH), Mitte-Nationalrat Gerhard Pfister (ZG) sowie GLP-Nationalrat Jürg Grossen (BE) unterzeichnet wurde.


    Von einer "schädlichen Nebelpetarde der Atomlobby" schreibt auch Aeesuisse, die Dachorganisation der Wirtschaft für erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Denn nach langem Zögen sei die Politik nun grossmehrheitlich daran, die Rahmenbedingungen für den dringend nötigen Ausbau der erneuerbaren Energien zu verbessern.


    Innert nützlicher Frist könnte gar kein AKW gebaut werden, wenn es sich denn überhaupt finanzieren liesse. Demgegenüber würden aber täglich erneuerbare Kraftwerke ans Stromnetz angeschlossen, welche Energie liefern und damit einen konkreten Beitrag an die Versorgungssicherheit leisten, schreibt Aeesuise.


    Die Atomenergie sei ein "zentraler Risikofaktor", kritisiert die Schweizerische Energie-Stiftung SES in einer Mitteilung. Die neue Initiative sei destruktiv und biete keine praktikablen Lösungen für die anstehenden Herausforderungen.


    Und die Allianz Atomausstieg spricht von einem Ablenkungsmanöver: "Die unrealistische Forderung nach neuen Atomkraftwerken wird als Pfand dafür verwendet, den gefährlichen Weiterbetrieb der bestehenden Anlagen immer weiter zu strecken."


    (AWP)

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  • Nagra hat sich für Atom-Endlager Nördlich Lägern entschieden


    Das Atommüll-Endlager wird im Gebiet Nördlich Lägern in der Zürcher Gemeinde Stadel gebaut. Dies bestätigte am Samstag die Sprecherin des Bundesamtes für Energie (BFE) der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Für viele Betroffenen bestehen offene Fragen.


    11.09.2022 10:24


    Im Gebiet Nördlich Lägern wird das geologische Tiefenlager entstehen, wie BFE-Sprecherin Marianne Zünd sagte. Die Brennelment-Verpackungsanlage werde beim Zentralen Zwischenlager in Würenlingen AG gebaut.


    Die betroffene Bevölkerung wurde am Samstag von den Behörden direkt informiert. Zuerst hatten die Tamedia-Medien über den Standortentscheid berichtet.


    Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) teilte am Samstagabend mit, die Geologie habe einen eindeutigen Entscheid ermöglicht. Nördlich Lägern sei der Standort mit den grössten Sicherheitsreserven. Am Montag will die Nagra in Bern über den Entscheid informieren.


    In der betroffenen Region kommt der Standortentscheid der Nagra erwartungsgemäss nicht gut an: "Es gibt doch keinen Ort, der ein Tiefenlager auf seinem Gebiet will", sagte Dieter Schaltegger, Gemeindepräsident von Stadel gegenüber Keystone-SDA. Am meisten Sorge bereite der Bau des Tiefenlagers, der etwa für die Zeit von 2045 bis 2060 vorgesehen ist. Das sei ein grosser Eingriff mit einer Grossbaustelle.


    Dass sich die Region wirklich eignet, bezweifelt der Verein Lägern ohne Tiefenlager (Loti). Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb sich die Nagra nun gerade für das Gebiet ausspreche, das sie vor wenigen Jahren noch ausrangieren wollte.


    Drei potenzielle Standorte diskutiert


    Seit fast 50 Jahren wurde in der Schweiz nach einem geeigneten Standort für die Lagerung radioaktiver Abfälle gesucht. Dafür gab es zuletzt drei potenzielle Standortgebiete: Neben Nördlich Lägern waren dies Standorte in der Region Zürcher Weinland sowie in der Region Jura Ost im Aargau (Bözberg). Nördlich Lägern war vorübergehend aus dem Rennen gefallen, wurde aber dann wieder als möglicher Standort ins Auge gefasst.


    In dem Lager sollen schwach-, mittel- und hochradioaktive atomare Abfälle für Zehntausende bis Hunderttausende von Jahren tief im Boden versenkt werden, bis sie zur Unschädlichkeit zerfallen.


    Im Aargau gibt es Erleichterung. Max Chopard, Aargauer SP-Nationalrat und Präsident des Vereins "Kein Atommüll im Bözberg" (Kaib) sagte zum Standortvorschlag der Nagra, man fühle sich im bisherigen Widerstand gegen den möglichen Standort Jura Ost grundsätzlich bestätigt. Man habe immer auf die offenen geologischen Probleme hingewiesen.


    Offene Fragen für Zürcher Parteien


    Sollte sich erweisen, dass die Region Nördlich Lägern für die Lagerung von radioaktiven Abfällen wirklich das sicherste Gebiet in der Schweiz sei, sei dieser Standortentscheid zu akzeptieren, halten die SVP und die SP des Kantons Zürich fest. Doch noch seien Fragen offen, kritisiert insbesondere die SP.


    Die SVP fordert aber vor allem, dass die Ergebnisse der Untersuchungen im Bereich Sicherheit transparent, verständlich und vollständig veröffentlicht werden. "Zur Sicherheit gehören nicht nur das eigentliche Lager, sondern auch die Zubringer-Transportrouten."


    Für die Zürcher SP sind derzeit noch zu viele Fragen offen, die unabhängig untersucht und beantwortet werden müssen, wie sie schreibt. Sie verweist etwa auf den Schutz des Tiefengrundwassers oder mögliche Erdgasvorkommen, die den Bau eines Tiefenlagers in Frage stellen könnten.


    Für die Zürcher Grünen ist klar, dass die Schweiz die Verantwortung für ihre eigenen atomaren Abfälle übernehmen müsse. Als Bedingungen für weitere Planungsschritte fordern sie unter anderem einen verbindlichen Atomausstieg, explizite Abbruchkriterien und externe wissenschaftliche Überprüfung.


    Auch für die Zürcher FDP ist unbestritten, dass in der Schweiz entstandener Abfall auch hier entsorgt werden müsse. Dabei komme der Sicherheit die höchste Priorität zu, sagte Parteipräsident Hans-Jakob Boesch zu Keystone-SDA.


    Die Organisation Greenpeace nimmt den Standortentscheid zu Kenntnis: Dieser sei nur ein kleiner Fortschritt. "Die Langzeitlagerung von Atommüll wird noch Generationen beschäftigen." Weltweit gebe es keine Erfahrungswerte über die Langzeitlagerung von hochradioaktivem Atomabfall, heisst es in einer Stellungnahme.


    mk/


    (AWP)

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  • Atommüll-Lager: Parlamentariergruppe will Einbindung deutscher Bürger


    Die Deutsch-Schweizerische Parlamentariergruppe im Bundestag fordert mit Blick auf das von der Schweiz geplante Atommüll-Endlager direkt an der deutschen Grenze die Einbindung und Entschädigung betroffener deutscher Bürger. "Ohne Transparenz und Einbeziehung der Bürger kann man kein Endlager für Atommüll bauen.


    13.09.2022 06:57


    Und die Menschen in Deutschland wären von einer endgültigen Entscheidung für den Standort unmittelbar an der Grenze genauso betroffen wie die Eidgenossen", sagte der Vorsitzende der Gruppe, Felix Schreiner (CDU), der "Welt" (Montag). Also müssten die Bürger in Deutschland genauso wie die Anwohner auf der schweizerischen Seite angehört werden. "Wir fordern daher Beteiligungsverfahren der betroffenen Bürger auf beiden Seiten der Grenze."


    Schreiner war am Montag nach Bern gereist, um dort mit Parlamentariern und Regierungsvertretern die Lage zu erörtern und den deutschen Standpunkt zu erklären. Im Fall einer Realisierung des Endlagers müssten die deutschen Gemeinden "genauso aus dem Topf des Schweizer Staates entschädigt werden wie die Schweizer selbst". Das fordern der "Welt" zufolge auch die Landräte der betroffenen Kreise. Schreiner forderte zudem im weiteren Verfahren eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung.


    Die Schweizer Behörden wollen in Nördlich Lägern in unmittelbarer Nachbarschaft von Hohentengen in Baden-Württemberg die radioaktiven Abfälle aus Atomkraftwerken, Industrie und Forschung in Hunderten Metern Tiefe in Opalinuston einbetten. Der Bau des Lagers muss noch Genehmigungsverfahren durchlaufen und dürfte frühestens 2031 beginnen, die Einlagerung 2050. Unklar ist bislang, wo genau die Oberflächenbauten erstellt werden sollen./poi/DP/jha


    (AWP)

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  • Schweizer laut Umfrage gegen AKW-Abschaltung bis 2037

    Die Kernkraft hat einen grossen Rückhalt in der Schweizer Bevölkerung. Zu diesem Schluss kommt der "Blick" nach der Auswertung einer von der Zeitung beauftragten Umfrage.


    13.03.2023 07:05


    Einer von der Zeitung "Blick" beauftragten Umfrage des Forschungsinstituts Sotomo zufolge sehen 55 Prozent der insgesamt rund 9000 befragten Stimmberechtigten aus der Deutsch - und Westschweiz eine wichtige Rolle der Atomkraftwerke bei der Behebung des Stromengpasses in der Schweiz.


    Damit liegt die Kernkraft bei den Befragten auf Platz Drei hinter Solaranlagen an Gebäuden mit 77 Prozent und grossen Windkraftanlagen mit 74 Prozent.


    Gemäss der Umfrage lehnen 64 Prozent der Befragten eine von den Grünen geforderte Abschaltung der AKW bis 2037 ab. 56 Prozent der Befragten sprachen sich "dafür oder eher dafür" aus, rasch neue Atomkraftwerken zu bauen, um die Stromversorgung zu sichern. 46 Prozent der Befragten bejahten die Frage nach staatlichen Hilfen für AKW-Betreiber, wenn sich der Betrieb nicht mehr rentiere. 51 Prozent waren dagegen.


    Die 18-25-Jährigen stellten sich demnach mit 60 Prozent am deutlichsten gegen die AKW-Abschaltungen. Ähnlich hoch war der Widerstand bei den 55-Jährigen. Die Altersgruppe dazwischen äusserte sich dem "Blick"-Artikel zufolge skeptischer.


    Aber die Befragten äusserten sich auch positiv zum Ausbau erneuerbarer Energieanlagen. 60 Prozent der Befragten waren für eine Solarpanel-Pflicht bei gewerblichen und öffentlichen Neubauten. Auch an Wohngebäuden sollten demnach künftig Solaranlagen installiert werden.


    Zwei Drittel der Befragten unterstützen gemäss der Umfrage den Ausbau der Wasserkraft in den Alpen durch Grossprojekte. Dabei spielte es keine Rolle, welcher Partei sie nahestanden. Die Zustimmung lag bei allen über 50 Prozent.

    (AWP)

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