Schuldenkrise Europa

  • Deutsche fordern von Griechen Vertragstreue

    Nach dem Wahlsieg des Linksbündnisses Syriza fordern die CDU und die SPD von der künftigen griechischen Regierung, die mit den internationalen Geldgebern geschlossenen Vereinbarungen einzuhalten.

    Unionsfraktionsvize Hans-Peter Friedrich (CSU) warnte die Regierung vor einer Aufgabe des Sparkurses. "Die Griechen müssen jetzt die Konsequenzen selber tragen und können sie nicht dem deutschen Steuerzahler aufbürden", sagte er der "Bild"-Zeitung (Montag).


    Auch der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach, mahnte: "Vertragsuntreue darf nicht honoriert werden." Das wäre nach seinen Worten auch ein völlig falsches Signal an andere Krisenländer, die dann Gleiches erwarten würden, warnte er in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag). Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) sagte Spiegel Online: "Griechenland muss seinen Reformkurs fortsetzen, um am Ende erfolgreich zu sein - sonst wird es nicht nur für die Griechen sondern für ganz Europa teuer."


    Reformen auch mit Syriza


    SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann forderte Syriza zu neuen Reformen und zur Bekämpfung von Korruption und Vetternwirtschaft auf. "Klar ist: Deutschland wird weiterhin solidarisch mit Griechenland sein", sagte er der "Rheinischen Post" (Montag). Allerdings sei auch die neue griechische Regierung an die Vereinbarungen mit der EU und der Troika aus Europäischer Zentralbank (EZB), EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds (IWF) gebunden. "Es gibt auch künftig keine Leistung ohne Gegenleistung", fügte der SPD-Politiker hinzu.


    Auch FDP-Chef Christian Lindner warnte die künftige Athener Regierung davor, überzogene Forderungen an die Euro-Partner zu stellen. "Jede neue Regierung in Athen muss wissen, dass die europäische Hilfe an die Gegenleistung von Reformen gebunden ist", sagte Lindner der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ, Montag).


    Linke ist glücklich


    Nach Ansicht der Grünen-Bundesvorsitzenden Simone Peter darf die EU im Umgang mit Krisenstaaten wie Griechenland allerdings nicht nur auf "einen rigorosen Sparkurs" setzen und "die Schlinge weiter zuziehen". Der Sparzwang lasse den Griechen keine Luft für Investitionen in die Zukunft", sagte sie dem "Hamburger Abendblatt" (Montag).


    Linkspartei-Chefin Katja Kipping wertete den Wahlausgang in der "Bild"-Zeitung als "klare Absage an das Kürzungsdiktat, das eine soziale Katastrophe und volkswirtschaftlich unverantwortlich ist". "Wir hoffen jetzt auf einen roten Frühling für Europa."


    (AWP)

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  • Euro-Partner lehnen Schuldenschnitt für Griechenland ab

    27.01.2015 06:32

    ATHEN/BRÜSSEL (awp international) - Syriza-Chef Alexis Tsipras drückt bei der Regierungsbildung in Griechenland aufs Tempo. Zwei Tage nach dem Sieg seiner Linkspartei bei der Parlamentswahl werden am Dienstag die Bekanntgabe der Kabinettsliste und die Vereidigung der Minister erwartet. Stunden nach seinem Erfolg hatte Tsipras bereits den Amtseid als neuer Ministerpräsident abgelegt und ein umstrittenes Regierungsbündnis mit den rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen geschmiedet.

    Syriza hatte die absolute Mehrheit knapp verpasst und ist daher auf einen Juniorpartner angewiesen. Gemeinsamer Nenner beider Parteien ist die strikte Ablehnung der Sparprogramme und die Forderung eines Schuldenerlasses durch die internationalen Kreditgeber.


    Die Euro-Partner lehnen einen neuen Schuldenschnitt ab. Für einen Forderungsverzicht gegenüber Athen gebe es nicht viel Unterstützung, sagte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem in Brüssel. Die Eurogruppe habe schon viel unternommen, um die Schuldenlast zu mindern, beispielsweise über niedrige Zinsen und gestreckte Kreditlaufzeiten. "Es ist die Frage, ob wir noch mehr dazu tun müssen", meinte Dijsselbloem.


    Der Niederländer begrüsste, dass die neue Regierung von Tsipras in der Eurozone bleiben wolle. Er rief Athen auf, sich an entsprechende Regeln und Verpflichtungen zu halten. "Die Probleme sind immer noch da", sagte Dijsselbloem, "es gibt noch viel Arbeit zu tun."


    Die Staatsschulden in Griechenland werden im laufenden Jahr knapp 169 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen, erlaubt sind höchstens 60 Prozent, so die EU-Kommission. Vor drei Jahren hatten Privatgläubiger wie Banken einen Schuldenschnitt von 50 Prozent hinnehmen müssen.


    EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sieht "keinen dringenden Handlungsbedarf" für einen erneuten Schuldenschnitt. Dies sei derzeit "nicht auf dem Radarschirm" der EU-Kommission, sagte er den ARD-"Tagesthemen". "Griechenland wird sich an den Auflagen orientieren müssen, die Griechenland übernommen hat."


    Für Elmar Brok (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Europäischen Parlament, ist ein weiterer Schuldenerlass keine Option. "Einem weiteren Schuldenschnitt werden wir nicht zustimmen. Das wäre das absolut verkehrte Signal", sagte Brok der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag). Auch ein Zurückdrehen der Reformen könne die EU nicht hinnehmen, sonst habe Griechenland spätestens in zwei Jahren wieder eine hohe Neuverschuldung.


    Die Vizechefin der Linksfraktion, Sahra Wagenknecht, verteidigte derweil die Koalition von Syriza mit den Rechtspopulisten. "Die Unabhängigen Griechen sind ganz sicher kein Front National, und deshalb sollte man hier auch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen", sagte sie "Spiegel Online" mit Blick auf die rechtsextreme Partei von Marine Le Pen in Frankreich.


    Der Linkenvorsitzende Bernd Riexinger sagte "Spiegel Online" zum Bündnis in Athen: "Es schmälert die Freude über den historischen Sieg und die Chance auf ein Ende der Sparpolitik nicht." Die Linkspartei ist seit Jahren eng mit Syriza verbunden./cb/mt/ttr/DP/stk


    (AWP)

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  • Billiges Öl sorgt für beste Konsumlaune in Deutschland seit 13 Jahren

    28.01.2015 08:12

    (Ausführliche Fassung)

    NÜRNBERG (awp international) - Günstige Energiepreise haben den Optimismus der deutschen Verbraucher zu Beginn des Jahres weiter angeheizt und für die beste Konsumlaune seit 13 Jahren gesorgt. Das vom Forschungsunternehmen GfK für Februar erhobene Konsumklima stieg um 0,3 Punkte auf 9,3 Zähler und erreichte damit den höchsten Wert seit November 2001, wie das Konsumforschungsinstitut GfK am Mittwoch mitteilte. Bankvolkswirte hatten zwar mit einem Anstieg gerechnet, aber nur auf 9,1 Zähler.


    Während zahlreiche internationale Krisen die Stimmung der Verbraucher im vergangenen Herbst noch etwas trübten, hat sich die Lage seit dem Winter grundlegend geändert. "Der Auslöser ist die Entwicklung der Ölpreise", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Der rasante Einbruch der Ölpreise habe eine Kette positiver Entwicklungen ausgelöst.


    Weniger Ausgaben für Benzin und Heizöl erhöhten die verfügbaren Einkommen und sorgten für die stärkste Anschaffungsneigung seit acht Jahren. Im Gegenzug sei die Sparneigung der Deutschen auf ein neues Rekordtief gefallen, so Bürkl. Ausserdem zeigte die GfK-Umfrage, dass die Verbraucher auch in den kommenden Monaten mit einem Aufschwung in der deutschen Wirtschaft rechnen.


    Ausschlaggebend für die positive Entwicklung der Konsumstimmung ist die Tatsache, dass die Ölpreise seit dem vergangenen Sommer um mehr als die Hälfte eingebrochen sind. Die günstigen Energiepreise wirken nach Einschätzung des GfK-Experten Bürkl gemeinsam mit der deutlichen Abwertung des Euro wie ein Konjunkturprogramm für die deutsche Wirtschaft. "Sicherlich wird die Abwertung des Euro von den Verbrauchern positiv bewertet, weil es unsere Exporte stärkt und damit Arbeitsplätze sicherer macht", sagte Bürkl.


    Die GfK-Umfrage zeigt ausserdem, dass die niedrige Inflation eine Triebfeder für die gute Konsumstimmung ist. "Die Abwesenheit von Inflation ist aus Sicht des Verbrauchers zunächst eine positive Entwicklung", so Bürkl. Zuletzt war die Teuerung in Deutschland im Dezember wegen der fallenden Ölpreise auf nur noch 0,2 Prozent gesunken, Tendenz weiter fallend. Mögliche Deflationsgefahren spielen in den Überlegungen der Verbraucher nach Einschätzung des GfK-Experten derzeit keine grössere Rolle.


    Allerdings warnte GfK-Experte Bürkl vor möglichen Rückschlägen bei der Konsumlaune. Vor allem eine Verschärfung die Krise in der Ukraine könnte für einen Dämpfer sorgen. Dagegen hatten die vorgezogenen Parlamentswahlen in Griechenland noch keinen Einfluss auf das Umfrageergebnis, weil die Befragung zum Zeitpunkt des Urnengangs bereits abgeschlossen war. Die Entwicklung in Griechenland könnte sich aber zu einem Problem für die Konsumlaune entwickeln: "Wenn die Verbraucher die Gefahr sehen, dass sie beispielsweise durch einen Schuldenschnitt finanziell belastet werden, könnte das die Konsumlaune eintrüben", sagte Bürkl.


    jkr/fr


    (AWP)

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  • Griechisches Kabinett kommt zu erster Sitzung zusammen

    28.01.2015 06:37


    ATHEN (awp international) - Das griechische Kabinett kommt am Mittwoch in der Hauptstadt Athen zu seiner ersten Sitzung zusammen. Es wird erwartet, dass der neue Regierungschef Alexis Tsipras wie traditionell üblich seinen Ministern erste Vorgaben macht und den politischen Kurs umreisst. Tsipras hatte sein Kabinett nur zwei Tage nach dem Wahlsieg seines Linksbündnisses Syriza ernannt, das nun zusammen mit einer rechtspopulistischen Partei regiert.

    Am Donnerstag wird EU-Parlamentspräsident Martin Schulz in Athen erwartet, Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem am Freitag. Die Politiker wollen schnell aus erster Hand erfahren, was Tsipras genau plant, denn das griechische Rettungsprogramm läuft auf der europäischen Seite Ende Februar aus.


    Tsipras hat in seinem Kabinett zwei scharfen Kritikern der Sparpolitik die Zuständigkeit für Finanzen gegeben. Der Ökonom Giannis Varoufakis (53) soll als Finanzminister Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern führen. Giannis Dragasakis (66) wird als stellvertretender Regierungschef die Aufsicht über den gesamten Bereich Finanzen und Wirtschaft haben und auch an den Verhandlungen mit den Geldgebern teilnehmen.


    Beide streiten vehement für das sofortige Ende der Sparpolitik und sehen einen Schuldenschnitt als einzige Lösung für den 320 Milliarden Euro grossen Schuldenberg Griechenlands. Die Euro-Partner lehnen einen neuen Schuldenschnitt dagegen ab.


    Neuer griechischer Aussenminister wird ein Technokrat, der Politik-Professor der Universität Piräus, Nikos Kotzias. Damit wolle Tsipras signalisieren, dass er einen ruhigen Kurs in aussenpolitischen Themen fahren wolle, erklärten Analysten in Athen.


    Die neue Regierung besteht neben Tsipras und seinem Vize Dragasakis aus weiteren 13 Ministern. Damit erfüllt Tsipras ein Wahlversprechen, ein "kompaktes" Regierungsteam zu bilden. Unter dem am Sonntag abgewählten konservativen Regierungschef Antonis Samaras hatte es 20 Ministerien gegeben./tt/asa/DP/stk


    (AWP)

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  • Ermahnung für Defizitsünder Frankreich

    EU-Kommissionsvize Jyrki Katainen hat den Defizitsünder Frankreich ermahnt, seine Reformbemühungen voranzubringen.

    "Es bekommt nur der einen Aufschub beim Defizitabbau, der währenddessen Strukturreformen umsetzt", sagte Katainen der "Stuttgarter Zeitung" (Mittwoch). Die Reformen müssten im Parlament verabschiedet sein, gute Absichten allein zählten nicht mehr.


    "Die französische Regierung muss also demonstrieren, dass sie all ihre schönen Pläne auch durch die Nationalversammlung bekommt und nicht nur ankündigt", betonte der Vizechef der Brüsseler Behörde. "Italien tut schon ziemlich viel - Frankreich muss nachlegen."


    Dementsprechend werde es auch keine Vorzugsbehandlung geben: "Die EU-Kommission trägt dafür Sorge, dass unsere europäischen Regeln glaubwürdig bleiben und für alle gelten", erklärte Katainen weiter.


    Die Kommission räumt Defizitsündern unter ganz bestimmten Bedingungen mehr Spielraum beim Sparen ein. Falls Länder mit einem überhöhten Defizit von mehr als drei Prozent einen glaubwürdigen Reformplan anbieten, kann die EU-Behörde ihnen mehr Zeit geben, um die Staatsfinanzen in den Griff zu bekommen. Brüssel hatte den teilweise hoch verschuldeten Euro-Ländern Frankreich, Italien und Belgien ultimativ bis März Zeit gegeben, ihre Budgets in Ordnung zu bringen./rad/DP/stk


    (AWP)

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  • Griechenlands Finanzmärkte nach ersten Regierungsmassnahmen stark unter Druck

    28.01.2015 11:10

    FRANKFURT (awp international) - Mit den ersten Massnahmen der neuen Regierung in Griechenland unter Ministerpräsident Alexis Tsipras sind die Finanzmärkte des Landes stark unter Druck geraten. Am Montag sind sowohl die Aktien als auch die Kurse von Staatsanleihen abgerutscht. Am Vormittag brach der Leitindex ASE in Athen 4,93 Prozent auf 744,94 Punkte ein.

    Eine spürbare Reaktion zeigte sich auch im Handel mit griechischen Staatsanleihen. Bei Papieren mit einer Laufzeit von zehn Jahren sorgten starke Verkäufe im freien Handel für einen Anstieg der Rendite um 0,52 Prozentpunkte auf 9,75 Prozent. Damit liegt der Zinssatz für zehnjährige Anleihen in etwa wieder auf dem Niveau, das er vor der Ankündigung des massiven Kaufprogramms von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) erreicht hatte.


    Vor der ersten Sitzung des neuen Kabinetts an diesem Mittwoch waren erste Pläne der neuen Regierung zum Stopp von Privatisierungen bekannt geworden. Zunächst betreffe dies die Elektrizitätsgesellschaft DEI, sagte der griechische Energie- und Umweltminister Panagiotis Lafazanis dem Rundfunksender Skai. Zudem sollen auch die griechischen Staatseisenbahnen nicht verkauft werden. Ausserdem gibt es Meldungen, dass eine 320 Millionen Euro schwere chinesische Investition im Container-Hafen von Piräus gestoppt werden soll.


    Ausserdem hatte Tsipras in seinem Kabinett einem scharfen Kritikern der Sparpolitik die Zuständigkeit für Finanzen gegeben. Der Ökonom Giannis Varoufakis soll als Finanzminister Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern führen./jkr/bgf


    (AWP)

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  • Laut ILO sind Millionen neue Jobs durch Juncker-Plan möglich

    28.01.2015 15:42

    GENF (awp international) - Der sogenannte Juncker-Plan könnte nach Einschätzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zur Jobmaschine für Europa werden. 2,1 Millionen Arbeitsplätze könnten bis Mitte 2018 entstehen, wenn das Vorhaben konsequent umgesetzt werde, erklärte die ILO in einer am Mittwoch in Genf vorgelegten Studie.

    Mit Hilfe des im Dezember lancierten EU-Investitionsplans, der als Prestigeobjekt von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker gilt, sollen strategische Neuinvestitionen ermöglicht werden. Die 28 EU-Staaten sollen einen Fonds mit einer Kapitalbasis von 21 Milliarden Euro bilden. Damit sollen bis 2017 Investitionen von 315 Milliarden Euro angestossen werden, die zum Grossteil aus privaten Mitteln stammen.


    Um den erwünschte Effekt zu erreichen, müsse der Juncker-Plan den am 22. Januar von der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlossenen Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen in Höhe von 60 Milliarden Euro monatlich ergänzen, sagte ILO-Forschungschef Raymond Torres. Die UN-Sonderorganisation rief die Privatwirtschaft auf, diese Möglichkeiten für Investitionen zu nutzen. Sie müssten allerdings gezielt in Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit erfolgen, um das starke Arbeitsmarkt-Gefälle innerhalb der EU auszugleichen./bur/DP/das


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  • Deutschland: Arbeitslosenzahl steigt auf 3,032 Millionen

    29.01.2015 10:14

    NÜRNBERG (awp international) - Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar um 268 000 auf 3,032 Millionen gestiegen. Das sind 104 000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,6 Punkte auf 7,0 Prozent.

    Saisonbereinigt sank die Arbeitslosenzahl in Deutschland im Januar um 9000 auf 2,836 Millionen. Volkswirte hatten einen Rückgang um 10 000 erwartet. Die um jahreszeitliche Einflüsse bereinigte Erwerbslosenzahl ging im Westen Deutschlands um 5000 zurück, im Osten sank sie um 4000.


    Der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte: "Der Arbeitsmarkt knüpft an die gute Entwicklung des letzten Jahres an. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar hat vor allem jahreszeitliche Gründe." Eine Zunahme sei im Zuge der Winterpause üblich, das Plus fiel in diesem Januar aber geringer aus als in den vergangenen Jahren./kts/eri/DP/jkr


    (AWP)

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  • Italien: Verbraucherstimmung hellt sich überraschend stark auf

    29.01.2015 11:20

    ROM (awp international) - Die Stimmung italienischer Verbraucher hat sich zum Jahresauftakt stärker als erwartet aufgehellt. Der entsprechende Indikator stieg im Januar von revidiert 99,9 Punkten auf 104,0 Zähler, wie das Statistikamt Istat am Donnerstag mitteilte. Dies ist der erste Zuwachs seit vergangenen September. Bankvolkswirte hatten nur einen Anstieg auf 100,0 Punkte erwartet. Ursprünglich hatte Istat für Dezember einen Wert von 99,7 Punkten gemeldet./jkr/fr

    (AWP)

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  • Eurozone: Geschäftsklima zum Jahresauftakt besser als erwartet

    29.01.2015 11:05

    BRÜSSEL (awp international) - Das Geschäftsklima in der Eurozone ist zu Beginn des Jahres etwas besser ausgefallen als erwartet. Der Business Climate Indicator (BCI) stieg im Januar um 0,01 Punkte auf 0,16 Zähler, wie die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Volkswirte hatten nur mit 0,12 Punkten gerechnet. Die Kommission revidierte den Wert aus dem Vormonat deutlich von zunächst 0,04 Punkte auf 0,15 Zähler nach oben. Im September hatte der Wert bei 0,07 Punkten noch den niedrigsten Stand seit Oktober 2013 erreicht./jkr/bgf

    (AWP)

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  • Dänemark kämpft mit Zinssenkung um Euro-Anbindung

    29.01.2015 16:53

    (Ausführliche Fassung)

    FRANKFURT (awp international) - Die dänische Notenbank stemmt sich mit aller Macht gegen die neue Geldschwemme aus dem Euroraum. Konkret geht es um Spekulationen, sie könnte wie die Schweizerische Nationalbank SNB die Anbindung ihrer Währung an den Euro aufgeben. Am Donnerstag reduzierte sie einen ihrer Leitzinsen zum dritten Mal in weniger als zwei Wochen. Der Zins auf Einlagen bei der Notenbank sinkt um weitere 0,15 Prozentpunkte auf minus 0,5 Prozent. Der Schritt folgt auf zwei Reduzierungen am 19. und 22. Januar.


    Seit die EZB vor einer Woche ihre neue Geldschwemme verkündet hat, hat der Euro zu vielen Währungen stark an Wert verloren. Die Krone steht seither unter Aufwertungsdruck. Mit ihrem negativen Leitzins versucht die dänische Notenbank, Anlagen in Dänemark unattraktiver zu machen. Damit will sie die Krone schwächen. Die Währung Dänemarks ist an den Euro gebunden. Sie darf nur in einer Bandbreite von 2,25 Prozent nach oben und unten zum Zentralkurs von 7,46 Kronen je Euro schwanken.


    Nachdem die SNB die Bindung des Franken an den Euro Mitte Januar aufgegeben hatte, wird darauf spekuliert, dass es die dänische Notenbank ihr gleichtun könnte. Die Ökonomen vom Analysehaus Capital Economics wollen diesen Schritt zwar nicht ganz ausschliessen. Allerdings sei die Lage in Dänemark nicht mit der Situation in der Schweiz gleichzusetzen, heisst es in einer Studie.


    "Das Kursziel des Franken war immer als übergangsweise Massnahme gedacht, die dänische Krone ist aber dauerhaft an den Euro gebunden", schreibt Expertin Jessica Hinds. Zwar seien die Devisenreserven der dänischen Notenbank infolge von Euro-Käufen ebenfalls stark angestiegen, allerdings bei weitem nicht so stark wie die Reserven der SNB.


    Um die Bindung der Krone an den Euro zu verteidigen, müsse die Notenbank den Einlagenzins vermutlich weiter senken, meint Hinds. Falls dies nicht ausreiche, könnte sie - wie die Europäische Zentralbank - zu breit angelegten Wertpapierkäufen greifen./bgf/fr


    (AWP)

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  • Umsatz im deutschen Einzelhandel legt weiter zu

    30.01.2015 08:01

    WIESBADEN (awp international) - Der deutsche Einzelhandel hat im Dezember den dritten Monat in Folge besser abgeschnitten. In den Unternehmen seien die Umsätze im Monatsvergleich real, also preisbereinigt, um 0,2 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Analysten hatten einen etwas stärkeren Zuwachs um 0,3 Prozent erwartet. Nominal stiegen die Erlöse im Dezember um 0,1 Prozent zum Vormonat.

    Im Jahresvergleich stiegen die Umsätze im Dezember laut Bundesamt real um 4,0 Prozent und nominal um 3,5 Prozent. Allerdings hatte der Dezember 2014 mit 25 Verkaufstagen einen Verkaufstag mehr als der Vorjahresmonat.


    Im gesamten Jahr 2014 hätten die Einzelhandelsunternehmen real 1,4 Prozent sowie nominal 1,7 Prozent mehr umgesetzt als im Jahr 2013, hiess es weiter./jkr/fbr


    (AWP)

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  • Russland bereit zu Finanzhilfe für Athen

    Russland hat sich grundsätzlich bereiterklärt, Griechenland finanziell zu unterstützen.

    Sollte eine derartige Bitte an die Regierung herangetragen werden "würden wir das definitiv prüfen", sagte Finanzminister Anton Siluanow am Donnerstag dem Sender CNBC. Dabei würde man allerdings "alle Faktoren der bilateralen Beziehung zwischen Russland und Griechenland berücksichtigen".


    In den vergangenen Tagen ist über eine Annäherung der neuen Regierung in Athen an Russland spekuliert worden. So hat sich Griechenland zurückhaltend zu dem Vorschlag einiger EU-Partner gezeigt, wegen der Ukraine-Krise neue Sanktionen gegen Russland zu verhängen. Regierungschef Alexis Tsipras hatte sich noch am Tag seiner Vereidigung mit dem russischen Botschafter in Athen getroffen.


    (Reuters)

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  • Spanien mit stärkstem BIP-Wachstum seit sieben Jahren

    30.01.2015 09:17

    MADRID (awp international) - Die spanische Wirtschaft kommt immer stärker in Schwung. Nach Zahlen des Statistikamts INE vom Freitag wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr. Die Wirtschaftsleistung erhöhte sich von Oktober bis Dezember verglichen mit dem Vorquartal um 0,7 Prozent. Das ist der stärkste Zuwachs seit dem Schlussquartal 2007. Der Anstieg lag 0,2 Punkte über den Markterwartungen. Im Jahresvergleich erhöhte sich das BIP um 2,0 Prozent./bgf/jkr

    (AWP)

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  • Konsum springt in Frankreich im Weihnachtsgeschäft an

    30.01.2015 09:10

    PARIS (awp international) - Die französischen Verbraucher waren vor Weihnachten ausgabefreudig. Wie das Statistikamt Insee am Freitag mitteilte, lagen die Konsumausgaben im Dezember 1,5 Prozent höher als im Vormonat. Das ist der stärkste Zuwachs seit Februar 2012. Der Anstieg fiel dreimal so stark aus wie erwartet. Allerdings waren die Ausgaben im November mit 0,2 Prozent weniger stark gestiegen, als zunächst ermittelt. Im Jahresvergleich gaben die Verbraucher im Dezember 0,5 Prozent mehr aus./bgf/fbr

    (AWP)

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  • Eurozone: Arbeitslosigkeit geht überraschend etwas zurück

    30.01.2015 11:03

    LUXEMBURG (awp international) - In der Eurozone hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Dezember überraschend etwas verbessert. Die Arbeitslosenquote sei auf 11,4 Prozent gesunken, teilte das europäische Statistikamt Eurostat am Freitag mit. Zuvor hatte sie vier Monate lang bei 11,5 Prozent verharrt. Volkswirte hatten auch im Dezember einen unveränderten Wert erwartet.

    Die Quote erreichte damit im Dezember den niedrigsten Wert seit August 2012. Ende 2014 waren im Euroraum laut Eurostat 18,129 Millionen Menschen arbeitslos und damit 157 000 weniger als im Vormonat. Dennoch: Im langfristigen Vergleich liegt die Arbeitslosigkeit im Währungsraum aber weiter auf hohem Niveau.


    Die niedrigsten Arbeitslosenquoten gab es in Deutschland (4,8%) und Österreich (4,9%). Am schwierigsten ist die Lage nach wie vor in Griechenland (letzter Wert Oktober 25,8%) und Spanien (23,7%)./jkr/fr


    (AWP)

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  • Sollten die Devisenmärkte zur Normalität zurückfinden, steht unserer SNB allerdings schon die nächste Herausforderung bevor: Wie lässt sich die durch die Interventionen der letzten Jahre aufgeblasene Bilanz wieder auf ein vernünftiges Mass zurückfahren?

    Schliesslich sitzen unsere Währungshüter Spekulationen zufolge mittlerweile auf Fremdwährungsreserven im Gegenwert von nicht weniger als 550 Milliarden Franken.


    http://www.cash.ch/news/boerse…nkenschwaeche-3288675-450



    Verstehe ich das richtig, wenn die SNB ihre Fremdwährungsreserven, welche sie hauptsächlich in Staatsanleihen der Euroländer hält verkaufen wird (zumindest zu einem Teil), dann wäre das in einem Umfang von etwa 33% der gesamten Staatsanleihen (jetzt mal geschätzt 400Mia. vs 1200 Mia Umfang des QE), welche Draghi im Rahmen des QE überhaupt aufkaufen will!?!


    Das hat doch dann sicher dauerhafte Effekte auf den EUR/CHF Wechselkurs, oder? Also ich würde annehmen, die SNB würde durch die Verkäufe den CHF dauernd weiter stärken und so selber zu einem Teil der Misere der Exportsituation in den nächsten Monaten/Jahren beitragen..

  • Richtig. Wenn die SNB Europäische Staatsanleihen verkauft bekommt sie dafür Euros und damit kauft sie die jetzt ins Ausland verkauften Franken zurück.


    Euros verkaufen, Franken kaufen ==> Franken werden gg. Euro knapper, Kurs steigt.

  • Danke MF! Das ist für mich dann ein weiterer Grund wieso ich denke, dass wir die Parität in den nächsten Wochen bald wieder sehen und mir eine Spekulation gegen den EUro wert. Besonders nach dieser News:



    http://www.finanzen.ch/nachric…des-Sparkurses-1000475364


    Im Schuldendrama steuert die neue griechische Regierung auf einen Konflikt mit den internationalen Geldgebern zu. Noch vor dem Treffen von Finanzminister Gianis Varoufakis mit Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem bekräftigte Athen, dass der Sparkurs beendet werden soll.



    Deutschland wird bald seine Gelassenheit verlieren und die Lage wird sich verbal zuspitzen, was heisst Euro sinkt und sicherer Hafen CHF wird wieder steigen.. (ich weiss, gäbe eigentlich einen Euro Thread, aber ist ja auch Schuldenkrise gleichzeitig, sorry!)



    Um auf das Fremdwährungsthema zurück zu kommen, krass finde ich einfach, bzw. war mir nicht bewusst, dass die SNB mit ihren 200Mia Euro eigentlich einen Sechstel des QE von Draghi neutralisieren könnte, bzw. die EZB müsste eigentlich ja nur schon über 3 Monate lang die SNB Staatsanleihen aufkaufen, würden die alle auf den Markt werfen bis Ende 2016 (solange dauert ja das QE)! :shock: