Schuldenkrise Europa

  • GfK-Konsumklima in Deutschland auf niedrigem Niveau stabilisiert

    Nach dem Absturz des Konsumklimas zeichnet sich nach Daten der Nürnberger Marktforscher GfK etwas Besserung ab. Die Verbraucherstimmung sei zwar weiterhin sehr schlecht. Aber der Konsumklima-Index stieg von minus 41,9 Punkten im November auf minus 40,2 Punkte für Dezember, teilte die Gfk am Freitag mit. Die Anschaffungsneigung sei zwar noch etwas geringer geworden, aber die Konjunkturerwartung und die Einkommenserwartung der Verbraucher hätten sich leicht verbessert. Volkswirte hatten allerdings im Durchschnitt einen etwas grösseren Anstieg erwartet.


    25.11.2022 08:09


    "Die langanhaltende Furcht der Verbraucher bezüglich explodierender Energiepreise hat sich aktuell etwas abgeschwächt", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Solange Zweifel an einer problemlosen Energieversorgung bestünden und die Inflation hoch bleibe, werde sich das Konsumklima allerdings nicht spürbar und nachhaltig erholen. Die Gfk hatte zwischen 3. und 14. November rund 2000 Verbraucher befragt.

    Die Einkommenserwartung stieg nach dem Rekordtief im September zum zweiten Mal und legte im November um gut 6 Zähler auf -54,3 Punkte zu. Die Energiepreise seien in den vergangenen Wochen gesunken. Die stabile Beschäftigungslage und Tariferhöhungen in der Metallindustrie bestärkten die Hoffnung vieler Verbraucher, dass die realen Einkommenseinbussen nicht ganz so heftig ausfallen, betonten die Konsumforscher. Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher verbesserten sich um rund 4 Punkte auf -17,9 Zähler.

    Bei der Anschaffungsneigung dagegen gab es einen kleinen Rückschlag. Sie sank um einen Punkt auf -18,6 Punkte. Auf viele Haushalte kämen in den nächsten Monaten stark gestiegene Energiekostenabrechnungen zu, für die sie bereits jetzt Geld auf die Seite legen müssten. "Diese Mittel fehlen für andere Anschaffungen und Käufe", teilten die Nürnberger Konsumforscher weiter mit.

    Das GfK-Konsumklima bezieht sich auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht etwa 30 Prozent davon aus. "Der Rest sind Dienstleistungen, Reisen, Miete, Gesundheitsdienstleistungen sowie der gesamte Wellness-Bereich."/rol/DP/mis

    (AWP)

  • Ein Fünftel der Deutschen muss wegen Inflation Erspartes anbrechen

    Die Rekordinflation in Deutschland setzt die Menschen zunehmend unter Druck.


    26.11.2022 08:10


    Fast jeder Fünfte muss auf seine Ersparnisse zurückgreifen, um die Kosten des Alltags stemmen zu können, wie am Dienstag aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar unter 2000 Personen hervorgeht. Demnach erklärten 57,4 Prozent, mit ihrem Einkommen klarzukommen, ohne an das Ersparte gehen zu müssen. Demgegenüber verfügen 12,3 Prozent zwar über keine Reserven, "kommen aber nach eigener Aussage klar, wenn sie den Gürtel enger schnallen", hiess es zur Erhebung für den Verband der Privaten Bausparkassen. Gut acht Prozent der Befragten müssen sich aber um einen Zusatzjob oder staatliche Hilfe bemühen, weil sie keine Reserven haben.

    Die Inflation in Deutschland ist in Folge des Ukraine-Kriegs und der anhaltenden Lieferengpässe im Oktober auf 10,4 Prozent geklettert. Dies ist der höchste Wert seit 1951. Vor allem der Anstieg der Lebensmittelpreise um über 20 Prozent zum Vorjahresmonat belastet die Bürgerinnen und Bürger im Alltag. Zudem hat sich Energie deutlich verteuert. Die Regierung will die privaten Haushalte und Unternehmen deshalb mit Preisbremsen für Strom und Gas entlasten. Diese sollen nun bereits ab Januar 2023 greifen.

    (Reuters)

  • Was für ein Abflauen der Inflation in Deutschland spricht

    Haben die inflationsgeplagten deutschen Verbraucher das Schlimmste bald hinter sich? Es mehren sich zumindest die Anzeichen dafür.


    26.11.2022 18:21


    Es mehren sich zumindest die Anzeichen dafür, dass der Höhepunkt der Teuerungswelle in Deutschland in Reichweite rückt, die Preise künftig langsamer steigen. Aktuell liegt die Inflationsrate mit 10,4 Prozent auf dem höchsten Stand seit 1951, weil vor allem Energie und Nahrungsmittel deutlich mehr kosteten. Was für einen Rückgang der Teuerungsrate spricht:

    • Erzeugerpreise

    Sie sind im Oktober nicht nur zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren im Vergleich zum Vormonat gesunken, sondern mit 4,2 Prozent zugleich so stark wie seit Beginn der Erhebung 1949 nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag das Plus mit 34,5 Prozent immer noch sehr hoch, aber zugleich weit unter dem September-Wert von 45,8 Prozent. Was die Produzenten draufschlagen, kommt in der Regel mit Verzögerung und zu etwa einem Drittel bei den Verbrauchern an. Die jüngste Entwicklung macht nach den Worten von Commerzbank-Ökonomen Ralph Solveen "Hoffnung, dass auch bei den Verbraucherpreisen bald der Hochpunkt der Inflationsrate erreicht wird".

    • Grosshandelspreise

    Auch die Grosshändler haben zuletzt nicht mehr so stark an der Preisschraube gedreht. Die Grosshandelspreise legten im Oktober mit 17,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat so langsam zu wie seit Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine nicht mehr. Der Grosshandel gilt als Scharnier zwischen Herstellern und Endkunden, höhere Kosten landen am Ende zumindest teilweise bei den Konsumenten. Die geringere Teuerungsrate in diesem Bereich ist daher auch eine gute Nachricht für die Verbraucher.

    • Staatliche Hilfen

    Die Übernahme der Abschlagszahlung auf Erdgas im Rahmen der Gaspreisbremse dürfte im Dezember zumindest zu einem vorübergehenden Rückgang der Inflationsrate unter die Zehn-Prozent-Marke sorgen, erwartet das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). Im März 2023 soll dann die zweite Stufe der Gaspreisbremse wirken, die dann rückwirkend auch schon für Januar und Februar gelten soll. Der Preis für ein Grundkontingent der Privathaushalte von 80 Prozent des geschätzten Verbrauchs wird damit auf zwölf Cent nach unten subventioniert. "Wir rechnen damit, dass die Inflationsrate im Dezember unter zehn Prozent fällt, dann im Januar und Februar noch einmal nach oben springt und ab März dann endgültig in den einstelligen Bereich zurückfällt", sagt der wissenschaftliche Direktor des IMK, Sebastian Dullien. Für das Gesamtjahr 2023 rechnet er dann mit deutlich niedrigeren Inflationsraten als im laufenden Jahr.

    • Rezession

    Ein Drittel der Weltwirtschaft dürfte bis 2023 in eine Rezession abrutschen, sagt der Internationalen Währungsfonds (IWF) voraus. Das dämpft die weltweite Nachfrage nach Waren und Rohstoffen. Preiserhöhungen auf den Weltmärkten lassen sich in einem solch schwierigen Umfeld viel schlechter durchsetzen als in einem Aufschwung. "Recession brings inflation down", sagt LBBW-Ökonom Jens-Oliver Niklasch. Die deutschen Importpreise sind im September sogar erstmals seit knapp zweieinhalb Jahren gesunken, und zwar um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Auch im Vergleich zum Vorjahresmonat schwächte sich diese Teuerungsrate auf 29,8 Prozent ab, nachdem im August mit 32,7 Prozent noch der höchste Wert seit 1974 ermittelt worden war. LBBW-Ökonom Niklasch sieht in der Abschwächung der Erzeuger- und Einfuhrpreise "das erste Signal eines gewissen konjunkturbedingten Nachlassens des Preisdrucks".

    (Reuters)

  • Ifo-Institut sieht 'kleinen Hoffnungsschimmer' für deutsche Exportindustrie

    Ungeachtet der schwierigen wirtschaftlichen Lage sind die Exporterwartungen der deutschen Industrie ein weiteres Mal leicht gestiegen. Nach der monatlichen Konjunkturumfrage des Münchner Ifo-Instituts lag der Saldo der Exporterwartungen im November bei plus 0,4 Punkten, nach minus 4,6 Punkten im Vormonat. Für die deutsche Exportindustrie zeichneten sich "kleine Hoffnungsschimmer" ab, hiess es am Montag. Zuwächse erwartet laut Ifo-Präsident Clemens Fuest die Autoindustrie. Mit rückläufigem Geschäft hingegen rechnet unter anderem die unter hohen Energiepreisen leidende Chemie.


    28.11.2022 08:30


    Der Saldo wird gebildet aus den jeweiligen Prozentsätzen der Unternehmen, die in den kommenden Monaten bessere beziehungsweise schlechtere Auslandsgeschäfte erwarten. Ist der Saldo negativ, sind die Pessimisten in der Mehrheit. Der Exporterwartungsindex hatte seit Juli vier Monate kontinuierlich im Minusbereich gelegen, im November war er nun erstmals wieder ganz leicht positiv./cho/DP/stk

    (AWP)

  • EU-Einigung auf strengeren Verbraucherschutz bei Online-Käufen

    Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten haben sich auf strengere Regeln zum Schutz von Verbraucherinnen und Verbrauchern bei Käufen im Internet geeinigt. So sollen Online-Händler und andere Unternehmen in der Lieferkette künftig mehr Verantwortung für die von ihnen verkauften Produkte tragen, wie aus einem in der Nacht zu Dienstag vereinbarten Kompromiss hervorgeht. Ziel ist unter anderem, dass gefährliche Produkte zügig vom Markt zurückgerufen werden.


    29.11.2022 06:48


    Dabei geht es zum Beispiel um Waren, die online - etwa bei Amazon - gekauft und aus einem Nicht-EU-Land angeliefert werden. "Dadurch landen im Binnenmarkt Produkte, die nicht unseren Sicherheitsstandards entsprechen", betonte die Vorsitzende des Binnenmarktausschusses im EU-Parlament, Anna Cavazzini (Grüne). Sie sprach von einer überfälligen Anpassung an die Anforderungen des Online-Shoppings.

    Künftig muss eine sogenannte verantwortliche Person überprüfen, ob Herstellerinfos zu EU-Sicherheitsstandards korrekt angegeben sind und diese auch erfüllt werden. Unter gewissen Umständen müsste diese Person dann auch für Schäden durch mangelhafte Produkte haften, sagte der SPD-Europaabgeordnete René Repasi. Damit sollen verantwortliche Unternehmen dazu gebracht werden, ihre Kunden etwa bei Rückrufen besser und schneller zu informieren. Für Käufer ist zudem ein verlängerter Garantiezeitraum vorgesehen, in dem sie Anspruch darauf haben, sich gefährliche Produkte ersetzen, reparieren oder den Kaufpreis erstatten zu lassen.

    Mithilfe der neuen Vorschriften dürften Verbraucherinnen und Verbraucher in der EU nach Darstellung des Europaparlaments im ersten Jahr rund eine Milliarde Euro und in den nächsten zehn Jahren etwa 5,5 Milliarden Euro einsparen. Der Kompromiss muss noch formell von den EU-Staaten und dem Europaparlament angenommen werden. Die neuen Regeln sollen nach einer Übergangsfrist von 18 Monaten in Kraft treten./mjm/DP/zb

    (AWP)

  • Reallöhne in Deutschland sinken wegen hoher Inflation immer stärker

    Die anhaltend hohe Inflation entwertet die Gehälter der Menschen in Deutschland immer stärker. Im dritten Quartal waren die Einkommen zwar nominal 2,3 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, wurden aber von den um 8,4 Prozent gestiegenen Verbraucherpreisen mehr als aufgezehrt. Daraus ergibt sich nach weiteren Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ein realer, also um die Preisentwicklung bereinigter Lohnverlust von 5,7 Prozent. Dies ist der höchste Verlust seit Einführung der Statistik im Jahr 2008, wie die Behörde am Dienstag berichtete.


    29.11.2022 08:37


    Bereits in den drei Quartalen zuvor hatten die Menschen Reallohnverluste hinnehmen müssen. Die Werte steigerten sich dabei von -1,4 Prozent im Schlussquartal 2021 über -1,8 Prozent zum Jahresbeginn auf -4,4 Prozent im zweiten Quartal 2022. Auch ein derart langer Zeitraum mit Reallohnverlusten ist statistisch bislang noch nicht vorgekommen. In den Nominallöhnen sind die Bruttogehälter einschliesslich Sonderzahlungen enthalten.

    Das Statistische Bundesamt wollte im Laufe des Tages erste Schätzungen zur Entwicklung der Verbraucherpreise im November mitteilen./ceb/DP/mis

    (AWP)

  • Chip-Produktion: EU-Länder einig bei Position zu Milliardenhilfen

    Die EU-Staaten haben sich auf ihre Linie zu einem geplanten Milliardenprogramm zur Förderung der EU-Mikrochipproduktion geeinigt. Das Vorhaben soll 43 Milliarden Euro aus öffentlichen und privaten Quellen mobilisieren, um die EU weniger abhängig von Importen vor allem aus Asien zu machen. "Wir schliessen uns jetzt in Europa zusammen, um die Produktionsbedingungen zu verbessern", sagte Sven Giegold (Grüne), Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, am Donnerstagabend. "Das ist gut für Deutschland. Das ist gut für den Industriestandort Europa."


    01.12.2022 18:33


    Die ursprünglichen Pläne hatte die EU-Kommission bereits im Februar vorgestellt. Das Ziel ist ambitioniert: Der EU-Anteil auf dem Weltmarkt für Chips soll bis 2030 von knapp 10 auf 20 Prozent wachsen. Dafür müsste sich die Produktion vervierfachen, da erwartet wird, dass sich der Markt bis zum Ende des Jahrzehnts verdoppelt. Der sogenannte Chips Act soll verhindern, dass Europa von anderen Regionen wie Asien oder Amerika weiter abgehängt wird. Auch Staaten wie die USA oder China investieren viel Geld in diesen Industriezweig.

    Das Europaparlament muss seine Position zum Chips Act noch beschliessen. Danach können die EU-Staaten und das Parlament Verhandlungen über die finale Version des Vorhabens aufnehmen./mjm/DP/jha

    (AWP)

  • Deutschland: Einfuhrpreise steigen erneut schwächer

    Die Preise von nach Deutschland importierten Gütern sind im Oktober erneut weniger stark gestiegen. Die Einfuhrpreise erhöhten sich zum Vorjahresmonat um 23,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Im September hatte der Anstieg 29,8 Prozent betragen, im August waren es 32,7 Prozent gewesen. Im Monatsvergleich gingen die Importpreise im Oktober um 1,2 Prozent zurück.


    02.12.2022 08:31


    Nach wie vor verteuert sich Energie erheblich, allerdings mit abnehmender Tendenz. Gegenüber Oktober 2021 war importierte Energie knapp 85 Prozent teurer. Im Monatsvergleich sanken die Energiepreise dagegen um 5,2 Prozent. Erdgas war im Jahresvergleich rund 151 Prozent teurer, im Monatsvergleich aber 7,4 Prozent günstiger. Allein Erdöl verteuerte sich im Energiebereich im Monatsvergleich. Strom war dagegen rund 56 Prozent günstiger als im September.

    Die Einfuhrpreise beeinflussen auch die Verbraucherpreise, an denen die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik ausrichtet. Im Kampf gegen die hohe Inflation hat die EZB ihre Leitzinsen bereits deutlich angehoben. Es werden weitere Erhöhungen erwartet./bgf/mis

    (AWP)

  • Deutscher Aussenhandel entwickelt sich schwach

    Der deutsche Aussenhandel hat sich im Oktober schwach entwickelt. Die Ausfuhren gingen spürbar zurück, die Einfuhren noch deutlicher. Die Exporte sanken gegenüber dem Vormonat um 0,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Die Einfuhren gingen um 3,7 Prozent zurück. Die Entwicklung war jeweils schlechter als von Analysten erwartet. Die Handelsbilanz wies einen Überschuss von 6,9 Milliarden Euro auf./bgf/mis

    02.12.2022 08:36

    (AWP)

  • Deutscher Handelsverband: Etwas mehr Schwung im Weihnachtsgeschäft

    Das Weihnachtsgeschäft beim Einzelhandel hat in der Woche vor dem zweiten Advent etwas zugelegt, läuft aber nach wie vor nicht wie erhofft. Laut einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland sind 40 Prozent der Händlerinnen und Händler unzufrieden mit der Umsatzentwicklung. In der Woche vor dem ersten Advent galt das für gut die Hälfte. Es sei etwas mehr Schwung im Weihnachtsgeschäft erkennbar, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth laut einer Mitteilung am Sonntag. Die Zahl der Kunden sei aber meist hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Überdurchschnittlich gut lief es demnach im Vergleich zum Rest der Branche vor allem bei grösseren Handelsunternehmen.


    04.12.2022 15:25


    "Mit Blick auf die vergangenen beiden Wochen ist noch Luft nach oben für das diesjährige Weihnachtsgeschäft", sagte Genth. "Die Kundinnen und Kunden sind noch deutlich zurückhaltend unterwegs, die allgemeine unsichere Lage mit hohen Energiepreisen dämpft die Stimmung nach wie vor erheblich."

    Demnach berichteten zwei Drittel der Händlerinnen und Händler von gesunkenen Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr. Erst jedes fünfte Unternehmen ist der HDE-Umfrage mit dem Weihnachtsgeschäft bisher zufrieden. Auch die Einschätzung für die kommenden Wochen ist verhalten: Die Hälfte der Befragten blickt pessimistisch auf die weitere Entwicklung.

    Der Verband erwartet für das Weihnachtsgeschäft im November und Dezember im Einzelhandel einen Gesamtumsatz von gut 120 Milliarden Euro. Verglichen mit dem Vorjahr wäre das ein reales Minus von vier Prozent./ah/DP/he

    (AWP)

  • Von der Leyen will mit EU-Investitionen auf US-Subventionen reagieren

    Das milliardenschwere US-Programm zur Förderung klimafreundlicher Technologien in Amerika erfordert nach Ansicht von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen einen Kurswechsel bei der Investitionspolitik in Europa. Um Wettbewerbsnachteile abzufedern, müssten die EU-Vorschriften für öffentliche Investitionen gelockert werden, sagte die Deutsche am Sonntag bei einer Rede an der Hochschule College of Europe in Brügge. Zudem müsse man den Bedarf an europäischen Finanzmitteln zur Förderung sauberer Technologien neu bewerten und weiter mit den USA daran arbeiten, um einige "der am meisten Besorgnis erregenden Aspekte" des US-Investitionsprogramms anzugehen.


    04.12.2022 15:26


    Bei dem Programm der USA, das offiziell Gesetz zur Verringerung der Inflation (IRA) genannt wird, handelt es sich um einen Investitionsplan im Umfang von rund 369 Milliarden Dollar, mit dem ein neues industrielles Ökosystem in strategischen Sektoren für saubere Energie aufgebaut werden soll. Subventionen und Steuergutschriften sind daran geknüpft, dass Unternehmen US-Produkte verwenden oder in den USA produzieren./aha/DP/he

    (AWP)

  • US-Gesetz: EU-Handelsausschuss-Chef für Klage bei WTO

    Im Streit zwischen der EU und den USA mit Blick auf das US-Inflationsbekämpfungsgesetz rechnet der Chef des Handelsausschusses im EU-Parlament, Bernd Lange (SPD), nicht mehr mit einer Verhandlungslösung. Die EU müsse daher zügig in den nächsten Monaten eine Klage bei der Welthandelsorganisation WTO anstrengen, sagte Lange den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag). "Damit werden wir Klarheit bekommen, dass das Vorgehen der USA eindeutig nicht kompatibel mit den WTO-Vorschriften ist", fügte Lange hinzu. Am Montag trifft sich der europäisch-amerikanische Handels- und Technologierat.


    04.12.2022 15:41


    Das US-Inflationsbekämpfungsgesetz sieht milliardenschwere Investitionen in den Klimaschutz vor. Subventionen und Steuergutschriften sind daran geknüpft, dass Unternehmen US-Produkte verwenden oder in den USA produzieren. Daran gibt es in Europa viel Kritik.

    Lange sagte, er gehe davon aus, dass in den Gesprächen zwischen EU und USA zwar noch einige kleine Änderungen für die Umsetzung des US-Gesetzes vereinbart werden könnten. "Aber ich glaube nicht, dass sich substanziell noch viel ändert, denn das Gesetz ist ja bereits beschlossen." Die Grundstruktur werde bleiben. Lange forderte daher auch, dass die EU nun ihrerseits die Förderung der heimischen Industrie verstärkt. "Wir müssen auch prüfen, ob und wie wir die Energiepreise für die Industrie senken können, im Moment sind sie bis zu zehnmal so hoch wie in den USA", fügte Lange hinzu./red/DP/he

    (AWP)

  • Start von Klimaschutz-Förderprogramm für deutsche Industrie 2023 geplant

    Die Bundesregierung will eine milliardenschwere Förderung für den Umstieg auf klimafreundlichere Produktionsprozesse in der deutschen Industrie im neuen Jahr an den Start bringen. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte am Sonntag vor dem Abflug zu einer Afrika-Reise: "Die Industrie wird dabei unterstützt, auf erneuerbare Energien oder vor allem auf Wasserstoff umzustellen." Die "Differenzkosten" gleiche dann der Staat aus. Die entsprechenden Verträge sollen eine Laufzeit von 15 Jahren haben. Das geht aus einem Richtlinienentwurf hervor, zu dem nun Abstimmungen beginnen.


    04.12.2022 17:41


    Habeck sagte: "Wir sind eigentlich sehr zuversichtlich, dass wir dann mit Beginn des nächsten Jahres diese Verträge abschliessen können". Das Förderinstrument könne dann etwa für die Stahl-, Chemie-, Zement- und Glasindustrie angewendet werden. Der Minister betonte in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntag): "Die Transformation der Industrie ist für den Klimaschutz genauso entscheidend wie für die Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft."

    Die Union warnte davor, das Förderprogramm auf einen ausgewählten Kreis grosser Unternehmen zu beschränken. "Wenn wir die Energie- und Klimawende in Deutschland schaffen wollen, müssen wir alle mitnehmen", sagte die wirtschaftspolitische Sprecherin, Julia Klöckner (CDU). Der Minister dürfe gerade den Mittelstand, die kleinen und mittleren Unternehmen, nicht links liegen lassen./sam/DP/he

    (AWP)

  • Lage der deutschen Autoindustrie verbessert sich etwas

    Die Lage der deutschen Autohersteller und ihrer Zulieferer hat sich dem Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo zufolge etwas verbessert. Im November stieg der entsprechende Index auf minus 2,2 Punkte nach minus 4,3 im Vormonat, wie das Institut am Montag unter Berufung auf eine eigene Umfrage mitteilte. Die Erwartungen für die kommenden Monate stiegen demnach auf minus 13,3 Punkte - nach minus 35,3 im Oktober. "Das Risiko einer Gasmangellage im Winter und damit einer tiefen Rezession hat sich verringert", kommentierte Ifo-Experte Oliver Falck. Das stimme die Autoindustrie zuversichtlicher. Die Autohersteller planten mit einer steigenden Produktion./sey/DP/zb

    05.12.2022 08:21

    (AWP)

  • Signale für weniger aggressive Zinserhöhung der EZB mehren sich

    In der Führungsetage der Europäischen Zentralbank mehren sich die Stimmen, die für die nächste Zins-Sitzung eine weniger aggressive Gangart erwarten.


    05.12.2022 16:25


    Der irische Zentralbankchef Gabriel Makhlouf rechnet damit, dass auf der EZB-Ratssitzung am 15. Dezember wahrscheinlich eine Zinserhöhung um einen halben Prozentpunkt beschlossen wird. Für ihn persönlich sei dies das "Minimum", sagte er am Montag. Die EZB habe aber noch nicht die Phase erreicht, in der sie zuversichtlich sein könne, die Inflation unter Kontrolle zu haben. 2023 würden daher weitere Zinserhöhungen nötig werden.

    Frankreichs Zentralbankchef Francois Villeroy de Galhau sprach sich jüngst dafür aus, den Leitzins nicht mehr so stark wie zuletzt anzuheben. Im September und Oktober hatte die EZB den geldpolitischen Schlüsselsatz um jeweils 0,75 Prozentpunkte erhöht. Der Einlagensatz, den Banken für das Parken überschüssiger Gelder von der Notenbank erhalten, liegt damit bei 1,50 Prozent.

    Lagarde will sich alle Türe offenhalten

    Nun mehren sich die Zeichen einer Abschwächung des hohen Preisdrucks. Die Produzentenpreise in der Industrie erhöhten sich im Oktober um 30,8 Prozent. Im September lag das Plus noch bei 41,9 Prozent. Und auch die Verbraucherpreise steigen nicht mehr so rasant: Die Inflationsrate hat sich im November auf 10,0 von 10,6 Prozent im Oktober verringert. Die Abschwächung vom bisherigen Rekordniveau dürfte den Währungshütern Argumente liefern, bei den Zinserhöhungen den Fuss etwas vom Gas zu nehmen.

    Laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde hält sich die Notenbank im Kampf gegen die Inflation alle Türen für Zinserhöhungen offen. Wie viel weiter die EZB noch gehen und wie schnell sie dahin kommen müsse, hänge von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehörten die Wirtschaftsprognosen der EZB-Volkswirte, das Ausmass der wirtschaftlichen Krise, die Entwicklung der Löhne sowie die Inflationserwartungen. Von Reuters befragte Experten gehen davon aus, dass der Höchststand beim Einlagensatz bei 2,50 Prozent liegen wird und beim Leitzins bei 3,00 Prozent. Laut Makhlouf sind allerdings auch Szenarien denkbar, in denen die Drei-Prozent-Marke überschritten werden könnte. Er sei sich nicht sicher, ob die Inflation in der Euro-Zone ihren Höhepunkt bereits erreicht habe.

    (Reuters)

  • Scholz will Deutschland zum Garanten europäischer Sicherheit machen

    (Zusammenfassung) - Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will Deutschland mit einem neuen strategischen Konzept zu einem der Hauptgaranten europäischer Sicherheit machen. "Deutschlands neue Rolle erfordert eine neue strategische Kultur, und die Nationale Sicherheitsstrategie, die wir in wenigen Monaten beschliessen werden, wird diesem Umstand Rechnung tragen", schreibt Scholz in einem am Montag veröffentlichten Beitrag für das US-Medium "Foreign Affairs".


    05.12.2022 17:17


    Die Nationale Sicherheitsstrategie soll Deutschland auf die neue Bedrohungslage in Europa nach dem russischen Angriff auf die Ukraine einstellen. Sie soll bei der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar kommenden Jahres vorgestellt werden.

    "Die Welt darf nicht zulassen, dass (der russische Präsident Wladimir) Putin seinen Willen durchsetzt. Wir müssen Russlands revanchistischem Imperialismus Einhalt gebieten", schreibt Scholz. Deutschland komme die Aufgabe zu, "als einer der Hauptgaranten für die Sicherheit in Europa Verantwortung zu übernehmen". Dazu müsse Deutschland in die Bundeswehr investieren, die europäische Rüstungsindustrie stärken, die militärische Präsenz an der Nato-Ostflanke erhöhen und die ukrainischen Streitkräfte ausbilden und ausrüsten.

    In den letzten drei Jahrzehnten seien sicherheitspolitische Entscheidungen vor dem Hintergrund eines friedlichen Europas getroffen worden, schreibt der Kanzler. "Jetzt wird man sich an der Frage orientieren, welchen Bedrohungen wir und unsere Verbündeten gegenüberstehen, in erster Linie ausgehend von Russland." Dazu gehörten potenzielle Angriffe auf das Bündnisgebiet, Cyberangriffe "und sogar die entfernte Möglichkeit eines nuklearen Angriffs, mit dem Putin auf wenig subtile Weise gedroht hat".

    Scholz bekräftigt, dass die Bundesregierung ihre Unterstützung für die Ukraine so lange wie nötig aufrechterhalten werde. Er sagt auch zu, dass Deutschland sich weiter an der nuklearen Abschreckung der Nato beteiligen und dafür US-Kampfjets des Typs F-35 kaufen werde. Sie sollen auf dem Fliegerhorst Büchel in der rheinland-pfälzischen Eifel stationiert werden, um im Ernstfall die dort gelagerten US-Atombomben einzusetzen. Die derzeit dafür vorgesehenen Tornados werden ausgemustert.

    "Unsere Botschaft an Moskau ist glasklar. Wir sind entschlossen, jeden Zentimeter des Nato-Gebiets gegen jedwede Aggression zu verteidigen", betont Scholz. Deutschland stehe auch bereit, nach einem Ende des Krieges "Vereinbarungen zu treffen, mit denen die Sicherheit der Ukraine langfristig gewahrt wird". Was das genau bedeuten könnte, sagt er aber nicht. Die rechtswidrigen russischen Annexionen ukrainischen Gebiets würden jedenfalls nicht akzeptiert. "Damit der Krieg beendet wird, muss Russland seine Truppen abziehen."

    Scholz warnt in dem Beitrag auch vor einem neuen Kalten Krieg zwischen China und den USA. "Chinas Aufstieg ist weder eine Rechtfertigung für die Isolation Pekings noch für eine Einschränkung der Zusammenarbeit", schreibt er. Gleichzeitig warnt er China aber vor Hegemonialansprüchen in der Asien-Pazifik-Region. "Kein Land sollte der Hinterhof eines anderen sein - das gilt für Europa ebenso wie für Asien."

    Der Kanzler pocht erneut auch auf gleiche Wettbewerbsbedingungen für europäische und chinesische Unternehmen. Er kritisiert aber, dass Peking zu wenig dafür tue und "erkennbar einen Pfad in Richtung Isolation und weg von Offenheit" eingeschlagen habe./mfi/DP/nas

    (AWP)

  • Deutscher Finanzminister will Kapital für Aktienrente deutlich aufstocken

    Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will das Kapital für die sogenannte Aktienrente, mit der der Beitragssatz für die gesetzliche Rentenversicherung in Schach gehalten werden soll, deutlich aufstocken. "Wir brauchen mittel- bis langfristig eine dreistellige Milliardensumme, damit die Erträge der Aktienanlage einen spürbaren Effekt auf die Stabilisierung der Rentenbeiträge und des Rentenniveaus haben können", sagte Lindner dem "Tagesspiegel" (Dienstag). Für 2023 wurde als Startschuss lediglich eine Summe von zehn Milliarden Euro in den Haushalt eingestellt.


    06.12.2022 06:42


    Die Aktienrente ist kein Angebot für eine zusätzliche Altersvorsorge, sondern ein Instrument, mit dem starke Beitragserhöhungen für die gesetzliche Rentenversicherung verhindert werden sollen, die sich mittelfristig aus der demografischen Entwicklung ergeben könnten. Das Verbraucherportal "Finanztip" hatte ausrechnen lassen, dass die Aktienanlage des Bundes ein Volumen von mehr als 210 Milliarden Euro haben müsste, um eine Beitragssteigerung von einem Prozent zu verhindern. Dabei wird davon ausgegangen, dass sich am Aktienmarkt jährliche Renditen von acht Prozent erwirtschaften lassen - was zwar historisch betrachtet zutreffend, aber keineswegs garantiert ist.

    Zur Finanzierung der dreistelligen Milliardensumme sagte der Finanzminister der Zeitung, er habe dazu Ideen, es gebe aber "noch keine abgeschlossene Willensbildung der Bundesregierung". Lindner verwies dabei auf die Finanzierung der ersten zehn Milliarden Euro, die vollständig über neue Schulden erfolgt und als Darlehen des Bundes an die neue Aktienrücklage fliesst. "Wir machen uns zunutze, dass der Staat für seine Anleihen weniger zahlen muss als die Kapitalmärkte an Rendite bringen."/mi/DP/zb

    (AWP)

  • EZB-Chefvolkswirt sieht Inflation in der Nähe des Höhepunkts

    In der Eurozone hat die Inflation nach Einschätzung des Chefvolkswirtes der Europäischen Zentralbank (EZB), Philip Lane, ihren Höhepunkt wohl nahezu erreicht. Er sei "einigermassen zuversichtlich", dass sich die Teuerung in der Nähe ihres Zenits befinde, sagte Lane in einem am Dienstag auf der Internetseite der Notenbank veröffentlichten Interview mit der italienischen Wirtschaftszeitung "Milano Finanza". Noch sei es aber unsicher, ob die Inflation ihren Höhepunkt bereits erreicht hat, oder ihn erst Anfang 2023 erreichen wird.


    06.12.2022 08:07


    Im November war die Inflationsrate in der Eurozone auf 10,0 Prozent gesunken, nachdem sie im Oktober ein Rekordhoch seit Einführung des Euro bei knapp über zehn Prozent erreicht hatte. Zuletzt hatte die EZB mit starken Zinserhöhungen um 0,75 Prozentpunkte gegen die hohe Inflation angekämpft.

    "Wir gehen davon aus, dass weitere Zinserhöhungen notwendig sein werden, aber es wurde bereits viel getan", sagte Lane. Bei den weiteren Zinsschritten sollte nach Einschätzung des Chefvolkswirts das Ausmass dessen berücksichtigt werden, "was wir bereits erledigt haben".

    Am Markt wird derzeit über das Ausmass der Zinserhöhung auf der kommenden Zinssitzung Mitte Dezember spekuliert. Derzeit ist nicht klar, ob die EZB die Leitzinsen erneut um 0,75 Prozentpunkte oder um 0,50 Punkte anheben will./jkr/jha/

    (AWP)

  • Deutsche Industrie erhält wieder mehr Aufträge

    Die deutsche Industrie hat im Oktober nach zwei Dämpfern in Folge wieder mehr Aufträge bekommen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Dienstag lag der Auftragseingang 0,8 Prozent höher als im Monat zuvor. Ökonomen hatten zwar einen Anstieg erwartet, aber im Schnitt nur um 0,1 Prozent.


    06.12.2022 08:23


    Das Bundeswirtschaftsministerium sprach in einer Stellungnahme von einer Stabilisierung der Bestellungen. "Das leichte Plus im Vormonatsvergleich ist vor allem auf eine Erholung der Auslandsnachfrage zurückzuführen", hiess es.

    Während sich die Aufträge aus dem Inland im Oktober nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Vergleich zum Vormonat um 1,9 Prozent verringert haben, stiegen die Auslandsaufträge hingegen um 2,5 Prozent. Dabei erhöhten sich die Auftragseingänge aus der Eurozone um 2,6 Prozent und die Auftragseingänge aus dem restlichen Ausland um 2,5 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit.

    Im September war der Auftragseingang noch um 2,9 Prozent im Monatsvergleich gefallen und im August um 2,0 Prozent. Allerdings wurde der Wert für September deutlich nach oben revidiert, nachdem zuvor ein Rückgang um 4,0 Prozent gemeldet worden war. Im Jahresvergleich fiel der Auftragseingang im Oktober um 3,2 Prozent, wie es weiter in der Mitteilung hiess./jkr/jha

    (AWP)