Schuldenkrise Europa

  • Das EZB-Zeitfenster für grosse Zinsschritte schliesst sich allmählich

    Die Kreditkosten in der Eurozone nähern sich einem Niveau, das der Wirtschaft nicht mehr hilft. Das stellt die EZB vor Probleme.


    Konjunktur - Das EZB-Zeitfenster für grosse Zinsschritte schliesst sich allmählich
    Die Kreditkosten in der Eurozone nähern sich einem Niveau, das der Wirtschaft nicht mehr hilft. Das stellt die EZB vor Probleme.
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  • Marktkonzentration im deutschen Onlinehandel hat weiter zugenommen

    Die Platzhirsche Amazon und Otto dominieren weiter den Onlinehandel in Deutschland. Die beiden Internetriesen hätten auch im Jahr 2021 ihre Position als umsatzstärkste Onlinehändler in der Bundesrepublik behauptet, sagte der Leiter des Forschungsbereichs E-Commerce des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI, Lars Hofacker, der Deutschen Presse-Agentur. Den dritten Platz im Ranking der Online-Händler sicherte sich der Elektronikhändler mediamarkt.de und verdrängte damit den Online-Modehändler Zalando auf den vierten Rang.


    12.10.2022 06:33


    Die 1000 grössten Onlineshops hätten im vergangenen Jahr ihren Umsatz noch einmal um 16,1 Prozent auf 79,9 Milliarden Euro gesteigert, sagte Hofacker. Den Löwenteil des Geschäfts - immerhin 41,1 Prozent der Umsätze - sicherten sich dabei die zehn grössten E-Commerce-Händler, zu denen laut EHI neben Amazon, Otto und Media Markt auch Zalando, Ikea, Saturn, Apple , Lidl, H&M und die Internet-Apotheke Doc Morris gehören. Damit fiel der Marktanteil der Top-10 noch einmal höher aus als im Vorjahr. Da lag er noch bei 40 Prozent. "Insgesamt hat die Marktkonzentration im deutschen Onlinehandel weiter zugenommen", sagte Hofacker.

    Allein der Marktführer Amazon beanspruchte fast ein Fünftel des Umsatzes der Top-1000 für sich. Dabei sank sein Marktanteil gegen den Trend um 0,6 Prozentpunkte auf 19,6 Prozent. Das stärkste Wachstum unter den Top-10 verzeichnete Ikea. Der schwedische Möbelhersteller, konnte seinen E-Commerce-Umsatz in Deutschland binnen Jahresfrist mehr als verdoppeln. Auch Apple und Doc Morris wuchsen überdurchschnittlich.

    Insgesamt gab es im Ranking der grössten Onlinehändler 2021 nur wenig gravierende Verschiebungen. Einziger Neuzugang unter den Top 20 war der Modehändler Breuninger, der den Baumarktbetreiber Hornbach verdrängte.

    Beliebt bleiben Hofacker zufolge in Deutschland weiterhin Online-Marktplätze. Hier dominierte Amazon mit 46,2 Milliarden Euro Umsatz den Markt. Erst mit weitem Abstand folgten Ebay und Otto. Von den 1000 grössten Onlineshops hatten 544 auch stationäre Ladengeschäfte./rea/DP/zb

    (AWP)

  • Billig war gestern - Preise für Flugtickets in Europa auf Höhenflug

    Zu wenige Flugzeuge, Personalengpässe und teures Kerosin: Die Zeit der Billigflüge ist vorerst vorbei. Reisende müssen sich angesichts stark gestiegener Produktionskosten und dauerhafter Corona-Probleme wohl über Jahre auf höhere Ticketpreise einrichten. Selbst der irische Preisbrecher Ryanair will angesichts des teuren Sprits die Preise anheben.


    12.10.2022 07:18


    Gerade zu den Herbstferien spüren viele Verbraucher, dass sich am europäischen Himmel einiges verändert hat. 750 Euro für den Trip nach Zypern oder 200 Euro für das Oneway-Ticket zum deutschen Lieblingsziel Mallorca sind dieser Tage keine Seltenheit und weit entfernt vom einstmaligen Marketing-Schlager des 10-Euro-Tickets. Ryanair-Chef Michael O'Leary sieht für derartige Spottpreise in den kommenden Jahren keinen Spielraum mehr. Europas grösster Billigflieger kündigte stattdessen via BBC-Interview an, dass der durchschnittlich erzielte Ticketpreis um 25 Prozent auf rund 50 Euro pro Strecke steigen werde.

    Auf deutlich höhere Durchschnittspreise kommt das Vergleichsportal Check24 für den Zeitraum der deutschen Herbst-Schulferien vom 4. Oktober bis zum 6. November. So kostet beispielsweise ein Hin- und Rückflug auf die Kanaren im Schnitt 464 Euro und damit 21 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und sogar 30 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum vor der Corona-Krise. Für einen Trip an die türkische Riviera müssen Sonnenhungrige 385 Euro zahlen. Das sind 27 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, Hin- und Rückflug nach Bodrum an der türkischen Ägäis verteuern sich innerhalb eines Jahres sogar um 44 Prozent.

    Der Kreditversicherer Allianz Trade sieht vor allem die seit dem russischen Angriff auf die Ukraine stark gestiegenen Kerosinkosten als Grund für die Hochpreisphase an. Für das Gesamtjahr rechnet die Allianz bei den Tickets mit einer weit überdurchschnittlichen Preissteigerung von 21 Prozent. Angesichts der Treibstoffpreise hätten die Fluggesellschaften derzeit zudem nur geringe Anreize, ihr in der Krise kräftig abgebautes Personal wieder aufzustocken.

    "Das Angebot hinkt der Nachfrage immer noch hinterher", stellt Gerald Wissel von der Beratungsgesellschaft Airborne fest. "Die Airlines schaffen es teils aus organisatorischen Gründen nicht, sämtliche Flugzeuge wieder in die Luft zu bekommen. Sie sind wegen der Unsicherheiten rund um Corona aber auch mit angezogener Handbremse unterwegs. Das ist sehr schwer abzuschätzen."

    Bis einschliesslich August nutzten knapp 105 Millionen Passagiere die deutschen Flughäfen, so dass immer noch ein gutes Drittel (-36,5 Prozent) zum Vorkrisenniveau aus dem Jahr 2019 fehlte. Laut dem Flughafenverband ADV stieg die Nachfrage seit März aber deutlich an und erreichte im August 74,8 Prozent im Vergleich zum August 2019.

    Nach Daten des Statistischen Bundesamtes stiegen die Ticketpreise im Reisemonat August im Schnitt um bis zu 12,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Vergleich zum Vorkrisenmonat August 2019 verteuerten sich Flüge um mehr als 20 Prozent.

    Lufthansa -Chef Carsten Spohr macht keinen Hehl aus den derzeit sehr auskömmlichen Ticket-Erlösen seines vom Staat geretteten Konzerns. Die Plätze in den Flugzeugen gehen häufiger zu den Höchstpreisen der oberen Buchungsklassen weg. Das automatisierte Buchungssystem setzt die Ticketpreise für jeden einzelnen Flug mehrmals täglich fest und schliesst die preisgünstigeren Klassen schnell, wenn bis zum Abflug erfahrungsgemäss noch eine ausreichende Nachfrage zu erwarten ist.

    "Der Wunsch, unser Produkt zu erwerben ist so stark, dass wir mit der Produktion nicht hinterherkommen", sagte Spohr vor einigen Tagen. Und selbst der anstehenden Rezession könne man begegnen, indem man einen grösseren Teil der Tickets in den USA verkauft. "Wir gewinnen dort Marktanteile und verkaufen zu Preisen, die wir sonst nicht kennen", berichtete der Lufthansa-Chef.

    Experte Wissel weist auf die Preissetzungsmacht der Airlines hin. "Insbesondere auf Monopolstrecken nutzen die Gesellschaften ihren Vorteil aus, so lange der Wettbewerb mitspielt." Innerdeutsch ist es vor allem die Bahn, die den Ticketpreisen der Lufthansa Grenzen setzen kann. Bei einem entsprechenden Ausbau der Gleise sei dies auch im europäischen Netz zu erwarten, meinen die Experten der Allianz.

    Antje Monshausen von Tourism Watch bei Brot für die Welt verweist auf klimaschonende Alternativen in Europa, insbesondere den Schienen- und Busverkehr. Steigende Kerosinpreise könnten einen Beitrag zur notwendigen Verkehrswende leisten. "Wenn zusätzlich die Subventionen des Flugverkehrs für die Verbesserung und den Ausbau des Schienenverkehrs genutzt werden, ist die Verkehrswende möglich, ohne dabei die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen zu sehr einzuschränken."/ceb/mar/DP/zb

    (AWP)

  • Ungarn bekommt mehr Zeit um Kürzung von EU-Milliarden abzuwenden

    Ungarn bekommt nach einem Beschluss der EU-Staaten zwei Monate mehr Zeit, um eine Kürzung von EU-Zahlungen in Milliardenhöhe zu verhindern. Neue Frist ist nach der Entscheidung vom Donnerstag der 19. Dezember. Bis dahin müssen die EU-Länder darüber entscheiden, ob sie dem Vorschlag der EU-Kommission folgen, dem mitteleuropäischen Land Zahlungen in Höhe von 7,5 Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt vorzuenthalten.


    13.10.2022 18:38


    Die Brüsseler Behörde hatte diesen Schritt Mitte September wegen Korruption und anderer Verstösse gegen den Rechtsstaat vorgeschlagen. Ohne Fristverlängerung hätten die EU-Staaten bis Mitte kommender Woche entscheiden müssen.

    Um die Mittelkürzung zu verhindern, hatte Ungarn 17 Gegenmassnahmen vorgeschlagen. Das Parlament in Budapest beschloss mittlerweile mehrere Gesetze, die unter anderem die Gründung eines neuen Amtes für Integrität vorsehen, das den Missbrauch von EU-Förderungen aufdecken und unterbinden soll.

    Weil all das Zeit kostet, hatte die EU-Kommission sich von vornherein dafür ausgesprochen, die Frist für eine Entscheidung zu verschieben. Eine erneute Verlängerung über den 19. Dezember hinaus ist nicht möglich./wim/DP/stw

    (AWP)

  • Giorgia Meloni übernimmt Regierung Italiens

    In Italien regiert seit dem Wochenende eine rechte Regierung. Mit Giorgia Meloni ist erstmals eine Frau in der Geschichte des Mittelmeerlandes im Amt der Ministerpräsidentin. Am Samstag vereidigte Staatspräsident Sergio Mattarella die Parteichefin der rechtsradikalen Fratelli d'Italia samt ihres Kabinetts. Am Sonntag übergab der nunmehr Ex-Ministerpräsident Mario Draghi seiner Nachfolgerin im Regierungssitz Palazzo Chigi in Rom symbolisch ein Glöckchen und verliess den Palast unter Applaus seiner ehemaligen Mitarbeiter. Die neue Meloni-Regierung bestehend aus den Fratelli, der rechtspopulistischen Lega und der konservativen Berlusconi-Partei Forza Italia hielt danach ihren ersten Ministerrat ab.


    24.10.2022 06:36


    Fragen von Journalisten wich Meloni seit Samstag bislang aus und kommunizierte stattdessen über ihre Social-Media-Kanäle. Nach der Vereidigung wurden sie und Politiker anderer Parteien bei der Beerdigung eines jungen Mannes in Rom gesehen, der in den Tagen zuvor von einem Auto überfahren wurde. Die Geschichte erlangte in den Medien grösseres Aufsehen. Das Kabinett der 45 Jahre alten Römerin benötigt nun noch die Bestätigung per Vertrauensvotum in den beiden Parlamentskammern, wo die Rechtsallianz seit der Wahl am 25. September die absolute Mehrheit hat. Erwartet wird die Abstimmung für Anfang der Woche.

    Meloni war bei der Parlamentswahl im September mit ihren Fratelli mit 26 Prozent der Stimmen als deutliche Wahlsiegerin hervorgegangen. Die Ultrarechten mit faschistischen Wurzeln waren zuvor lediglich eine kleine Oppositionspartei im Parlament. Unter der neuen rechten Regierung dürfte Italiens Haltung beim Thema Migration ablehnender werden. Das Bündnis betonte zudem, sich stärker für die Interessen Italiens einsetzen zu wollen. Melonis Haltung zur EU bereitete Europa Sorgen. Unlängst erklärte Meloni aber, Italien werde voll und ganz Teil Europas und der Atlantischen Allianz bleiben.

    Am Samstag erreichten Meloni Glückwünsche aus der internationalen Politik - vom ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban über Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki bis zum ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Bundeskanzler Olaf Scholz gratulierte ihr per Twitter und schrieb, er freue sich darauf, die enge Zusammenarbeit mit Italien in der EU, in der Nato und den G7 fortzusetzen. Meloni antwortete, sie sei bereit, gemeinsame Lösungen in Energie-, Wirtschafts- und Sicherheitsfragen zu finden, vor denen Europa stehe.

    EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beglückwünschte Meloni für ihre Ernennung und dafür, die erste Frau in dem Amt zu sein. "Das ist kein Feminismus", kritisierte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Auch in anderen Beiträgen äusserten Nutzer Kritik an den Glückwünschen für Meloni und ihre rechte Regierung. Unter den Gratulanten war auch Israels Premier Jair Lapid, der sich eine Stärkung der Beziehungen zwischen Israel und Italien und im Kampf gegen den Antisemitismus in Europa wünschte. US-Präsident Joe Biden sprach in seiner Nachricht von Italien als wichtigem Nato-Verbündeten und engem Partner, "da unsere Länder gemeinsame globale Herausforderungen angehen".

    Beobachter warten nun gespannt auf die ersten Schritte der neuen Meloni-Regierung. Medienberichten zufolge haben sich Meloni und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron am Sonntagabend in Rom getroffen. Der 44-Jährige ist am Montag bei Papst Franziskus zu einer Audienz im Vatikan geladen. Italienische Medien spekulierten ausserdem über einen möglichen Blitz-Besuch Melonis in Brüssel in den kommenden Wochen.

    Im neuen Kabinett haben die Fratelli mit neun Posten die meisten Minister. Lega und Forza Italia erhielten je fünf. Aussenminister und Melonis Stellvertreter wird der EU-Politiker Antonio Tajani (Forza Italia). Lega-Chef Salvini ist ebenfalls Vize-Premier und musste sich mit dem Infrastrukturministerium zufrieden geben. Zunächst hatte er das Innenministerium beansprucht, das er 2018 in der Regierung Conte mit einer harten Anti-Migrationspolitik leitete. Innenminister wird nun stattdessen der Präfekt Roms, Matteo Piantedosi - einer von fünf parteilosen Experten des Kabinetts.

    Der umkämpfte Posten im Justizministerium ging an den Fratelli und Ex-Staatsanwalt Carlo Nordio. Forza-Italia-Chef Silvio Berlusconi hatte lange darum gerungen, seine Vertraute Maria Elisabetta Casellati dort einzusetzen. Sie wird nun Reform-Ministerin. Das wichtige Finanzministerium übernimmt der Lega-Politiker Giancarlo Giorgetti. Verteidigungsminister wird der Fratelli-Mitbegründer Guido Crosetto, der zuvor wegen möglicher Interessenskonflikte als Unternehmer in der Rüstungsbranche in der Kritik stand. Am Freitag erklärte er, die Leitungsrolle bei jedem privaten Unternehmen bereits abgelegt zu haben./jon/DP/zb

    (AWP)

  • Slowenen entscheiden in Stichwahl über neuen Staatspräsidenten

    Bei der ersten Runde der Präsidentenwahl in Slowenien hat am Sonntag keiner der sieben Kandidaten eine absolute Mehrheit erreicht. Deshalb wird am 13. November eine Stichwahl zwischen dem Konservative Anze Logar und der parteilosen Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin Natasa Pirc Musar notwendig.


    24.10.2022 06:38


    Logar, ein Parteifreund des im April dieses Jahres abgewählten Ministerpräsidenten Janez Jansa, lag mit 33,92 Prozent der Stimmen in Führung, gefolgt von Musar mit 26,89 Prozentan. Das teilte die Nationale Wahlkommission nach Auszählung von 99,39 Prozent der Stimmen mit.

    Der erst seit Mai amtierende linksliberale Ministerpräsident Robert Golob signalisierte am Sonntagabend, dass er in der zweiten Runde Pirc Musar unterstützen werde: "Wer von der linken Mitte gewinnt, ist weniger wichtig als die linke Mitte selbst", sagte er. Der von Golobs Bündnis unterstützte Präsidentschaftskandidat Milan Brglez wurde mit grossem Abstand (15,43 Prozent) Dritter und schied aus dem Rennen aus.

    Pirc Musar betonte, es sei höchste Zeit, dass Slowenien eine Frau als Staatsoberhaupt bekomme. Seit Jahrzehnten engagiere sie sich für die Rechte nicht-heterosexueller Menschen.

    Der in Führung liegende Logar versprach am Wahlabend unter anderem "null Toleranz gegenüber Korruption". Sein Parteifreund Jansa, dessen Aussenminister Logar war, wurde 2014 wegen Korruption zu zwei Jahren Haft verurteilt, von denen er knapp sechs Monateb absass. Der Nationalist Jansa betrieb eine Politik nach dem Modell des ungarischen Rechtspopulisten Viktor Orban und setzte unter anderem Medien und Justiz unter Druck.

    Zwar hat der Staatschef in Slowenien eher protokollarische Befugnisse. Jedoch galt die Wahl als erster Test für die neue Regierung. Der derzeit amtierende Staatspräsident, der Sozialdemokrat Borut Pahor, durfte nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren./kl/DP/zb

    (AWP)

  • Hannover Rück erwartet deutliche Preiserhöhungen in Deutschland

    BADEN (awp international) - Der weltweit drittgrösste Rückversicherer Hannover Rück will wegen hoher Grossschäden und der hohen Inflation in Deutschland deutlich an der Preisschraube drehen. "Während uns allen die Bilder der verheerenden Flutkatastrophe des vergangenen Jahres immer noch sehr präsent sind, zeigen Winterstürme, Dürren und Waldbrände in diesem Jahr, dass Naturkatastrophen in Europa zunehmen", sagte Deutschlandchef Michael Pickel laut Mitteilung anlässlich des Branchentreffens am Montag in Baden-Baden. "All dies macht weitere Preiserhöhungen sowohl in der Erst- als auch in der Rückversicherung unverzichtbar."


    24.10.2022 07:53


    Zudem wirke sich der deutliche Anstieg der Inflation negativ auf die Profitabilität der gesamten Branche aus. Die Hannover-Rück-Deutschlandtochter E+S Rück verwies dabei auf die Winterstürme "Ylenia" und "Zeynep", die nach Schätzung des deutschen Versichererverbandes GDV versicherte Schäden von rund 1,4 Milliarden Euro verursacht haben. Daher gehe das Unternehmen von "deutlichen Preis- und Konditionsanpassungen" in der Sachsparte aus - auch über reine Naturkatastrophendeckungen hinaus. So seien die Kosten für Kfz-Ersatzteile und -reparaturen gestiegen, und der Sanierungsdruck im Industrie- und Gewerbegeschäft halte an. Ausserdem nähmen Schäden durch Cyber-Attacken auf Computersysteme zu./stw/stk

    (AWP)

  • Misstrauensvoten gegen französische Regierung gescheitert

    In der französischen Nationalversammlung sind zwei Misstrauensvoten gegen die Regierung wegen des Staatshaushalts gescheitert. Trotz der Stimmen des rechtsnationalen Rassemblement National (RN) bekam der Antrag des Linksbündnisses Nupes am Montagabend wie erwartet nicht die nötige absolute Mehrheit in der Nationalversammlung, wie die französischen Fernsehsender franceinfo und BFMTV berichteten. Auch der eigene Misstrauensantrag des RN - den die Linken nicht unterstützten - wurde abgelehnt.


    24.10.2022 20:04


    Damit gilt der Haushalt, der seit Wochen ein Zankapfel zwischen den Parteien ist, in erster Lesung als angenommen. Für den Abend wurde noch ein Misstrauensantrag zum Sozialversicherungshaushalt angekündigt, dem aber ebenfalls wenige Chancen eingeräumt werden.

    Anlass für die Misstrauensvoten war die Ankündigung der Regierung, den Haushalt für das kommende Jahr ohne Abstimmung durch die Nationalversammlung drücken zu wollen. Premierministerin Élisabeth Borne hatte angesichts der festgefahrenen Debatten einen entsprechenden Sonderartikel in der Verfassung genutzt. Die Diskussion in der Unterkammer wurde damit vorzeitig beendet.

    Seit den Parlamentswahlen im Juni hat das liberale Lager um Präsident Emmanuel Macron und die Regierung von Borne in der Nationalversammlung keine absolute Mehrheit mehr. Sie sind daher für ihre Vorhaben auf Stimmen der Opposition angewiesen und mahnen immer wieder zum Kompromiss.

    (AWP)

  • EU-Bericht: Fast 31 000 Unternehmen haben Eigentümer aus Russland

    Russische Geschäftsleute sind nach Angaben der EU-Kommission noch immer in erheblichem Ausmass in Europa aktiv. Laut einer kürzlich durchgeführten Studie gebe es in Europa fast 31'000 Unternehmen, bei denen die wirtschaftlichen Eigentümer aus Russland stammten, heisst es in einem neuen Bericht zu Risiken der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung. Tätig seien sie vor allem in der Immobilien-, Bau- und Hotelbranche sowie im Finanz- und Energiesektor.


    28.10.2022 06:35


    In dem Bericht an den Rat der Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament bewertet die Kommission die Risiken der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung in der EU. In einem Abschnitt zu Russlands Krieg gegen die Ukraine heisst es, die ordnungsgemässe Umsetzung von EU-Massnahmen zum Einfrieren von Vermögenswerten erfordere die wirksame Durchsetzung der Transparenzvorschriften zum wirtschaftlichen Eigentum. Zudem plädiert die Behörde unter anderem für einen besseren Informationsaustausch und eine "angemessene" Aufdeckung und Überwachung von Vermögenswerten, die vor den Steuerbehörden verborgen werden.

    Demnach ist die Gründung von Briefkastenfirmen noch immer relativ einfach, so dass diese dazu genutzt würden, "Hunderte von Millionen Euro durch undurchsichtige Transaktionen zu verschieben". Mit Hilfe von Briefkastenfirmen könnten Straftäter nicht nur Herkunft und Bestimmungsort von Geldern verbergen, sondern auch den tatsächlichen Nutzniesser der Transaktion verschleiern. Die betreffenden Gelder könnten deswegen sowohl zur persönlichen Bereicherung als auch zur Destabilisierung ganzer Länder verwendet werden.

    "Die Aufdeckung von Schwarzgeldströmen trägt also nicht nur zur Verteidigung der Demokratie und der Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger der EU bei, sondern hilft auch, den Einfluss von Autokratien zu bekämpfen", konstatiert die Kommission.

    Von den 31 000 Unternehmen mit wirtschaftlichen Eigentümern aus Russland haben laut dem Bericht der EU-Behörde mindestens 1400 Unternehmen Eigentümer, gegen die jüngst Sanktionen verhängt wurden. Konkret geht es demnach um 33 Personen. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass einige Oligarchen ihr Eigentum an oder ihre Kontrolle über Unternehmen durch in Drittländern eingetragene zwischengeschaltete Gesellschaften oder lokale nominelle Anteilseigner verschleiern könnten./aha/DP/zb

    (AWP)

  • Frankreich: Wirtschaft wächst weiter

    Die Wirtschaft Frankreichs ist in den Sommermonaten trotz der Energiekrise und einer allgemeinen schwachen Konjunktur in der Eurozone weiter gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,2 Prozent, wie das Statistikamt Insee am Freitag in Paris mitteilte. Analysten hatten diesen Zuwachs für die Monate Juli bis September im Schnitt erwartet.


    28.10.2022 08:02


    Damit konnte die zweitgrösste Volkswirtschaft der Eurozone das zweite Quartal in Folge zulegen, nachdem die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal gefallen war. Allerdings hat sich der private Konsum im dritten Quartal abgeschwächt und stagnierte im Quartalsvergleich./jkr/jha/

    (AWP)

  • Meloni in Brüssel: 'Die Stimme Italiens in Europa wird stark sein'

    Die neue italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat bei ihrem Antrittsbesuch in Brüssel eine wichtige Rolle ihrer Rechtsregierung in der Europäischen Union angekündigt. "Die Stimme Italiens in Europa wird stark sein", sagte die rechtsradikale Politikerin am Donnerstag. Ihre Gesprächspartner aus den EU-Institutionen beschworen wiederum den Zusammenhalt der Staatengemeinschaft.


    03.11.2022 21:01


    Seit ihrer Wahl Ende September war mit Spannung erwartet worden, wie die Europa-Skeptikerin Meloni sich in Brüssel positioniert. Setzt sie auf Konfrontation wie zu ihrer Zeit als Oppositionsführerin? Oder schlägt sie einen gemässigteren Ton an, wie zuletzt angedeutet?

    Seit knapp zwei Wochen führt die 45-Jährige die drittgrösste Volkswirtschaft in der EU. Neben ihren rechtsradikalen Fratelli d'Italia sind auch die konservative Partei Forza Italia von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi und die rechte Lega von Matteo Salvini in der Regierung - nach dem allseits geschätzten Vorzeige-Europäer Mario Draghi an der Spitze eines breiten Bündnisses ist das ein ziemlicher Wechsel.

    "Ich bin mit der Atmosphäre, die ich hier vorgefunden habe, sehr zufrieden", sagte Meloni am Abend nach ihren Treffen. Sie habe über die Herausforderungen für Europa und Italien gesprochen, angefangen beim Ukraine-Krieg und der sich daraus ergebenden Energiekrise und den Gaspreisdeckel. Andere Themen seien "Migrationsströme" gewesen. Ihre Regierung habe dazu eine andere Sicht. Es gehe darum, die Aussengrenzen zu verteidigen. "Dabei bin ich auf offenes Gehör gestossen." EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dankte Meloni per Twitter für ein "starkes Signal", weil sie auf ihrer ersten Auslandsreise nach Brüssel gekommen sei.

    Noch kurz vor der Wahl hatte Meloni gen Brüssel gerufen: "Das schöne Leben ist vorbei." Hinzu kommt, dass Berlusconi nicht von Kremlchef Wladimir Putin abrückt, den er weiter "Freund" nennt. Salvini machte in der Vergangenheit ebenfalls mit seiner Nähe zu Russland Schlagzeilen. Meloni unterstrich zuletzt jedoch, dass Italien die Ukraine weiter unterstützen werde. Dass ihre erste Auslandsreise zur EU ging, kann ebenfalls als Zeichen der Entspannung gelesen werden. In Brüssel standen auch Treffen mit der Präsidentin des Europaparlaments, Roberta Metsola, und EU-Ratschef Charles Michel auf dem Programm. Gemeinsame Pressekonferenzen gab es nicht.

    Auf Twitter schrieb Meloni: "Wir sind bereit, die grossen Fragen anzugehen, angefangen von der Energie-Krise, indem wir für eine nachhaltige Lösung zur Unterstützung von Familien und Unternehmen zusammenarbeiten und um Spekulation auszubremsen." Zusammenarbeiten - das klingt aus Brüsseler Perspektive erst einmal gut. So appellierte auch die Präsidentin des EU-Parlaments Metsola an den Zusammenhalt in dem Staatenbund. "Wir sind stärker, wenn wir zusammenstehen", schrieb sie auf Twitter. Dazu ein Foto: Metsola und Meloni händeschüttelnd vor einer EU-Flagge.

    Ist aus der Europa-Skeptikerin Meloni eine überzeugte Pro-Europäerin geworden? Ihre Überzeugungen hat sie kurz nach Amtsantritt wohl kaum über Bord geworfen. Viel mehr dürfte ihre neue Bereitschaft zu Kooperation der Einsicht geschuldet sein, dass sie mit Konfrontation und Blockade nicht weit kommt. Ihre Rechtsregierung feilt derzeit am Haushalt 2023. Das Land ist masslos überschuldet - zugleich erfordert die Energiekrise mehr Entlastungen. Wie weit also darf Italien die Stabilitätskriterien der EU dehnen? Italien wird auf das Wohlwollen der EU-Kommission angewiesen sein.

    Gleiches gilt für die Milliarden aus dem EU-Fonds zur Bewältigung der Corona-Krise. Rom braucht das Geld, muss für die Auszahlung aber bestimmte Kriterien erfüllen. Meloni würde gern nachverhandeln - auch hier sitzt Brüssel am längeren Hebel. Und dann ist da noch das Thema Migration. Vor der Küste des Mittelmeerlandes warteten in den vergangenen Tagen annähernd 1000 Migranten auf Schiffen ziviler Seenotretter auf einen sicheren Hafen. Italien weigerte sich, die Schiffe wie zuletzt einfahren zu lassen./jon/DP/he

    (AWP)

  • PwC-Studie: Europa wird 2025 zum Autoimporteur - Mehr und mehr aus China

    Europa wird nach Einschätzung der Unternehmensberatung PwC ab 2025 mehr Autos importieren als exportieren.


    04.11.2022 06:39


    "China wird zum E-Auto-Exporteur", schreiben die Branchenexperten in einer am Freitag veröffentlichten Studie: "Während chinesische Hersteller immer mehr BEVs in Europa verkaufen, verlagern sowohl europäische als auch amerikanische Hersteller ihre BEV-Produktion zunehmend nach China." BEV ist die englische Abkürzung für elektrisch angetriebene Autos.

    Im vergangenen Jahr hatten europäische Autobauer lediglich 35 000 BEVs aus China nach Europa exportiert, dieses Jahr dürften es schon 66 000 sein. In drei Jahren könnten in Europa knapp 800 000 Autos aus chinesischer Produktion verkauft werden, davon rund 330 000 aus den chinesischen Werken europäischer Autokonzerne. "Diese Entwicklung führt dazu, dass Europa 2025 bereits einen Importüberschuss von mehr als 221 000 Fahrzeugen (Verbrenner und Elektroautos) erreichen könnte", heisst es in der PwC-Studie. 2015 hatte Europa noch einen Exportüberschuss von 1,7 Millionen Fahrzeugen gehabt.

    Der Automobilstandort Europa gerate von mehreren Seiten unter Druck, sagte Jörn Neuhausen, Leiter Elektromobilität bei PwC Strategy& Deutschland: "Neben den gestörten Lieferketten machen den Herstellern in Europa vor allem die gestiegenen Energiepreise zu schaffen." Hinzu komme aktive Industriepolitik in den USA und anderen Staaten, die bestimmte Branchen fördern und Lieferketten lokalisieren.

    Die europäischen Hersteller kämpften mit Lieferproblemen und setzten vor allem auf teure BEV-Modelle. Die chinesischen Hersteller dagegen brächten inzwischen günstige Elektro-Modelle mit neuer Technik und neuen Konzepten nach Europa. "Als Ergebnis sehen wir, dass es kein europäisches Modell in die Top 5 der meistverkauften E-Autos weltweit schafft", sagte PwC-Branchenexperte Felix Kuhnert.

    Die deutschen Autobauer hätten ihre Marktanteile in China in den ersten drei Quartalen dieses Jahres zwar auf 4,1 Prozent ausgebaut. Doch zuhause spürten sie wachsende Konkurrenz durch chinesische Hersteller: "Obwohl diese in Europa bislang nur eine untergeordnete Rolle spielen, könnten sie 2030 etwa 5 Prozent des europäischen BEV-Marktanteils erobert haben."

    (AWP)

  • Deutsche Industrie erhält erneut weniger Aufträge

    Die deutsche Industrie hat im September erneut einen Dämpfer beim Auftragseingang verzeichnet. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Freitag lag der Auftragseingang 4,0 Prozent niedriger als im Monat zuvor. Analysten hatten zwar mit einem Rückgang gerechnet, aber nur um 0,5 Prozent.


    04.11.2022 08:13


    Im Jahresvergleich fiel der Auftragseingang im September gar um 10,8 Prozent, wie es weiter in der Mitteilung hiess. Allerdings war der Wert vor einem Jahr durch Corona-Nachholeffekte bei gleichzeitig starker Knappheit an Vorprodukten aussergewöhnlich hoch gewesen. Dennoch hatten Ökonomen nur mit einem Rückgang von 7,2 Prozent gerechnet.

    Die Entwicklung im August war dagegen nicht so schwach, wie bislang bekannt. Der Rückgang wurde von 2,4 Prozent im Monatsvergleich auf nur noch 2,0 Prozent revidiert.

    /jkr/mis

    (AWP)

  • Renten in Deutschland sollen steigen

    Die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland können mit mehr Geld im kommenden Jahr rechnen. Nach einer offiziellen Schätzung sollen die gesetzlichen Renten im Juli in Westdeutschland um rund 3,5 Prozent und in Ostdeutschland um gut 4,2 Prozent steigen. Das geht aus dem Entwurf des Rentenversicherungsberichts 2022 hervor, über den zuerst die "Bild am Sonntag" berichtete. Er liegt auch der Deutschen Presse-Agentur vor. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte der "Bild am Sonntag": "Nach den jetzt vorliegenden Daten können die Rentnerinnen und Rentner im Sommer erneut mit einer spürbaren Rentenerhöhung rechnen."


    06.11.2022 14:28


    Die voraussichtliche Erhöhung im Jahr 2023 bedeutet bei einer Rente von 1000 Euro ein Plus von rund 35 Euro im Westen und 42 Euro im Osten. Dem Bericht zufolge sollen die Renten bis zum Jahr 2036 um insgesamt knapp 43 Prozent steigen. Dies entspreche einer durchschnittlichen Steigerungsrate von 2,6 Prozent pro Jahr.

    Die Schätzung für 2023 liegt unter dem Niveau der Erhöhung, von der die Rentnerinnen und Rentner zum 1. Juli dieses Jahres profitiert haben. Im Westen stiegen die Renten im Sommer um 5,35 Prozent, im Osten um 6,12 Prozent. 2021 waren die Auswirkungen der Pandemie auch bei der Rente noch deutlich zu spüren: Im Westen hatte es eine Nullrunde gegeben, im Osten ein Plus von lediglich 0,72 Prozent.

    Die Berechnungen bis 2027 stützen sich auf die Wirtschaftsannahmen der Bundesregierung vom 12. Oktober. Die hatte ihre Prognosen zur Konjunktur deutlich heruntergeschraubt und etwa für 2023 ein Schrumpfen der Wirtschaft um 0,4 Prozent projiziert. Die Ergebnisse der Steuerschätzung, die am 27. Oktober veröffentlicht worden waren, seien ebenfalls in den Schätzungen zur Rente berücksichtigt worden.

    Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung soll nach der vorläufigen Berechnung bis 2026 beim aktuellen Wert von 18,6 Prozent bleiben. Minister Heil sagte der "Bild am Sonntag", es sei - entgegen vieler Prognosen - gelungen, den Beitragssatz länger als erwartet stabil zu halten. Es sei in der aktuellen Kostenkrise eine gute Nachricht, "dass sich arbeitende Menschen darauf verlassen können, dass der Beitragssatz nicht steigt".

    Der Rentenversicherungsbericht 2022 soll nach den aktuellen Plänen am 30. November im Kabinett beschlossen werden. Anschliessend müssen sich noch Bundestag und Bundesrat mit den Daten befassen./faa/DP/he

    (AWP)

  • Produktion in Deutschland steigt stärker als erwartet

    Die deutsche Industrie hat ihre Produktion im September stärker als erwartet ausgeweitet. Gegenüber dem Vormonat stieg die Gesamtherstellung um 0,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet. Allerdings war die Produktion im August mit -1,2 Prozent (zunächst -0,8 Prozent) stärker als zunächst ermittelt gesunken.


    07.11.2022 08:19


    Im Jahresvergleich stieg die Produktion im September um 2,6 Prozent. Hier war ein Zuwachs von 2,0 Prozent erwartet worden./jsl/stk

    (AWP)

  • Ire Donohoe will Eurogruppenchef bleiben

    Der irische Politiker Paschal Donohoe will auch nach seinem Aus als Finanzminister seines Landes Chef der Eurogruppe bleiben. Donohoes wahrscheinlicher Nachfolger im Finanzministerium, Michael McGrath, sagte, er befürworte die Bewerbung seines Kabinettskollegen. "Er hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren einen herausragenden Job gemacht und hat deshalb die Unterstützung der irischen Regierung für eine zweite Amtszeit", sagte McGrath in Dublin.


    10.11.2022 06:42


    Damit würde Irland künftig zwei Minister in die Eurogruppe der EU-Finanzminister entsenden. McGrath betonte zugleich, dass der amtierende Ressortchef die irischen Interessen in dem Gremium vertreten werde. Donohoes Rolle als Vorsitzender, die er seit Juli 2020 inne hat, werde deutlich separiert davon sein.

    Hintergrund der Debatte ist, dass in Irland Mitte Dezember die Koalitionspartner Fianna Fail und Fine Gael ihre Posten rotieren werden. So übernimmt Fine-Gael-Parteichef Leo Varadkar vom Fienna-Fail-Vorsitzenden Micheal Martin das Amt des Regierungschefs. Wer Finanzminister wird, entscheide die Parteiführung, sagte Martins Parteifreund McGrath. Es gilt aber in Dublin als ausgemacht, dass der aktuelle Minister für öffentliche Ausgaben dann seinen Posten mit Fine-Gael-Kollege Donohoe tauscht./bvi/DP/zb

    (AWP)

  • Deutsche Medizintechnik-Industrie meldet Wachstumsflaute

    Die deutsche Medizintechnik-Industrie erwartet 2022 einen Anstieg des Branchenumsatzes um nominal 3,5 Prozent auf 37,7 Milliarden Euro.


    10.11.2022 06:59


    "Ein Grund zur Freude ist das aber nicht", sagte Marcus Kuhlmann, Leiter der Medizintechnik im Industrieverband Spectaris am Donnerstag. "Die Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit und damit die Existenz vieler kleinerer und mittelständischer Medizintechnikhersteller ist derzeit definitiv gefährdet."

    Lieferkettenstörungen, die EU-Medizinprodukteverordnung und steigende Material-, Energie- und Logistikkosten belasteten das Geschäft zunehmend. Für das kommende Jahr rechnet der Verband mit einem Wachstum, das noch "schwächer ausfallen wird als 2022". Spectaris veröffentlichte Zahlen und Ausblick vor der Medizintechnik-Leitmesse Medica, die am Montag (14. November) in Düsseldorf beginnt.

    Die Branche erwirtschaft zwei Drittel ihrer Umsätze im Ausland. Im ersten Halbjahr sanken die Exporte nach Asien um 3,7 Prozent, vor allem wegen der Corona-Lockdowns in China. Die Ausfuhren nach Nordamerika stiegen um 8,5 Prozent. Für das Gesamtjahr rechnet der Branchenverband im Exportgeschäft mit vier Prozent Wachstum, im Inland mit nominal drei Prozent. Die Zahl der Beschäftigten dürfte um drei Prozent auf 159'000 stiegen.

    Laut Ifo-Konjunkturumfrage rechnen die meisten Betriebe der Branche mit einer Verschlechterung der Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten. 90 Prozent berichteten von Produktionsbehinderung durch Materialknappheit, 40 Prozent durch Fachkräftemangel. Der Fachverband Medizintechnik im Industrieverband Spectaris vertritt rund 130 vorwiegend mittelständische Mitgliedsunternehmen.

    Von der Politik forderte Kuhlmann eine Dämpfung der Energiekosten, Finanzhilfen für den Mittelstand und "dringende Anpassungen" der EU-Medizinprodukteverordnung. Die forschende Medizintechnik-Industrie müsse Versorgungs- und Gesundheitsdaten nutzen dürfen. Und "die Unternehmen benötigen schnellere Genehmigungen von Ausfuhren sowie raschere Bewilligungen von Förderanträgen, etwa im Bereich Energieeffizienz", sagte Kuhlmann. Angesichts der weltweit alternden Bevölkerung, der Zunahme chronischer Erkrankungen und des medizinischen Fortschritts blieben die Wachstumsperspektiven grundsätzlich positiv.

    (AWP)

  • Finanzsystem laut Bundesbank verwundbar gegenüber steigenden Risiken

    (Ausführliche Fassung) - Die Bundesbank mahnt Geldinstitute angesichts wachsender Risiken für die Finanzstabilität zu mehr Vorsorge. "Die Banken sollten Verluste aus eigener Kraft auffangen können", sagte Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch am Donnerstag bei der Vorstellung des Finanzstabilitätsberichts 2022 in Frankfurt. Sonst könne es zu einer Kreditklemme kommen, die eine realwirtschaftliche Krise verschärfe.


    24.11.2022 12:32


    Insgesamt sieht die Bundesbank ein deutlich verschlechtertes Umfeld: Für 2023 sagen Volkswirte eine Rezession voraus. Seit Monaten macht die extrem hohe Teuerung Verbrauchern und Unternehmen zu schaffen. Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass Schuldner Kredite nicht zurückzahlen können. "Die realwirtschaftlichen Risiken haben deutlich zugenommen", fasste Buch zusammen. Das Finanzsystem bleibe verwundbar gegenüber diesen Risiken. "Das heisst, wir müssen jetzt wirklich Sorge tragen, dass aus den Verwundbarkeiten, die wir schon gesehen haben, keine Verletzungen werden, die dann später nur sehr schwer zu heilen sind", sagte Buch.

    Die Zeitreihen, mit deren Hilfe Geldhäuser künftige Kreditrisiken abschätzten, könnten sich als zu optimistisch herausstellen, warnte die Bundesbank-Vizepräsidentin: "Wenn wir hier also sehen, dass die Risikovorsorge sehr stark gesunken ist, sollte das noch keine Entwarnung geben für zukünftige Risiken."

    Der für die Bankenaufsicht zuständige Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling bekräftigte: "Kreditrisiken und Kreditausfälle werden ständiger Begleiter von 2023 sein. Und das ist der Grund, warum wir entsprechende Warnungen abgeben." Geldhäuser sollten Spielräume für weitere Vorsorge nutzen, mahnte Wuermeling: "Was uns wundert ist, dass so wenig zusätzliche Risikovorsorge gebildet wird."

    Die zuletzt kräftig gestiegenen Zinsen sind für die Branche nach Jahren negativer Zinsen mittelfristig zwar positiv. Kurzfristig jedoch entstehen auch dort Risiken, weil höhere Zinsen Kreditnehmer zusätzlich belasten. Höhere Zinsen hätten zudem Kurse für Wertpapiere gedrückt, Banken mussten Abschreibungen vornehmen und hätten ihre stillen Reserven bereits weitgehend aufgebraucht, erklärte Buch.

    Bei der Zahlung von Dividenden fordert die Bundesbank Finanzinstitute zu Zurückhaltung auf. Wuermeling betonte: "Angesichts einer hohen Unsicherheit sollten sie umsichtig Risikovorsorge betreiben und nur vorsichtig Gewinne ausschütten." Wichtig sei, für mögliche Verluste so viel Kapital wie möglich im System zu halten, sagte Wuermeling./ben/DP/mis

    (AWP)

  • Rekord-Sozialausgaben in Spanien: Haushalt für 2023 gebilligt

    Neuer Erfolg für die linke Minderheitsregierung in Spanien: Das Unterhaus des Parlaments in Madrid hat den Etatplan für 2023, der unter anderem deutlich höhere Ausgaben für Soziales und Verteidigung vorsieht, gebilligt. 187 Abgeordnete stimmten am Donnerstagabend dafür, 156 dagegen. "Es handelt sich um einen Haushalt mit historisch hohen Sozialausgaben, damit wir auf unserem Weg zu einem egalitären und nachhaltigeren Land vorwärts kommen", schrieb Ministerpräsident Pedro Sánchez auf Twitter. Die noch anstehende Verabschiedung durch den Senat gilt als Formsache. Die Billigung des Etats stand bis zuletzt auf der Kippe.


    24.11.2022 19:59


    Mit 266,7 Milliarden Euro wird Spanien nach Angaben des Finanzministeriums im kommenden Jahr die höchsten Sozialausgaben der Geschichte verzeichnen. Das seien etwa 58 Prozent der Gesamtausgaben, hiess es. Unter Berücksichtigung der Hilfen aus Brüssel klettere dieser Betrag sogar auf gut 274 Milliarden. Das Hauptziel sei die "Stärkung des Wohlfahrtsstaates" sowie der Mittel- und Arbeiterklasse, hatte die Regierung zuvor mitgeteilt.

    Die sozialdemokratisch orientierten Sozialisten von Sánchez (PSOE) hatten sich mit dem linkem Koalitions-Juniorpartner Unidas Podemos (UP) auf einen expansiven Haushalt geeinigt. Die Regierung habe das auch mit Blick auf das Wahljahr 2023 getan, analysierten verschiedene Medien übereinstimmend. Im Mai stehen Regional- und Kommunalwahlen an, im Herbst wird das Parlament neu gewählt.

    Deutlich erhöht werden unter dem Eindruck des Ukraine-Krieges allerdings auch die Militärausgaben, und zwar um mehr als 25 Prozent auf gut 12,8 Milliarden Euro. Die von den USA und der Nato geforderte Mindestmarke von zwei Prozent der Wirtschaftsleistung im Bereich der Verteidigungsausgaben will Spanien 2029 erreichen.

    Um diese Ausgaben zu decken, sieht der Haushaltsplan für das nächste Jahr einen Anstieg der Einnahmen um 7,7 Prozent vor. Das sind insgesamt 18,71 Milliarden Euro mehr als dieses Jahr. Dazu soll unter anderem die neue, äusserst umstrittene "Reichensteuer" beitragen. Das Haushaltsdefizit wird den Plänen zufolge 3,9 Prozent betragen./er/DP/nas

    (AWP)

  • Deutsche Wirtschaft im Sommer gewachsen - Bundesamt nennt Details

    Die deutsche Wirtschaft ist trotz starken Gegenwinds im Sommer gewachsen. Nach vorläufigen Daten des Statistischen Bundesamtes legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent zu. Getragen wurde das Wachstum demnach vor allem von den privaten Konsumausgaben. Details zur Konjunkturentwicklung im Zeitraum Juli bis September gibt die Wiesbadener Behörde an diesem Freitag (08.00 Uhr) bekannt.


    25.11.2022 06:32


    Ökonomen, die im Schnitt mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung gerechnet hatten, sehen in dem Wachstum im Sommer allerdings nur die Ruhe vor dem Sturm. Sorge bereitet vor allem die hartnäckig hohe Inflation, die im Oktober auf 10,4 Prozent stieg.

    Hohe Teuerungsraten belasten Unternehmen und schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Die Menschen können sich für einen Euro weniger leisten. Das kann den Privatkonsum als wichtige Konjunkturstütze dämpfen. Zugleich dürfte die Abschwächung der globalen Konjunktur Volkswirten zufolge den Export belasten.

    Ökonomen rechnen daher damit, dass der deutschen Wirtschaft harte Monate bevorstehen. Viele gehen von einer Rezession im Winterhalbjahr aus, also einem Rückgang der Wirtschaftsleistung. Ein Konjunkturabsturz wie im Corona-Krisenjahr 2020 wird jedoch nicht erwartet. Damals war das Bruttoinlandsprodukt im Gesamtjahr um mehr als vier Prozent geschrumpft./mar/DP/nas

    (AWP)