Sehenswertes

  • Ex-Fifa-Chef Sepp Blatter: "Die Wahl von Katar war ein Irrtum"

    Ex-Fifa-Präsident Sepp Blatter bereut rückblickend den WM-Austragungsorts: "Die Wahl von Katar war ein Irrtum." Das Land sei zu klein.


    08.11.2022 07:18


    "Der Fussball und die WM sind dafür zu gross", sagte Blatter in einem am Montag veröffentlichten Interview mit den "Tamedia"-Titeln. Es es sei eine schlechte Wahl gewesen. "Und dafür trug ich als damaliger Präsident die Verantwortung", so Blatter.

    Ursprünglich habe das Exekutivkomitee die WM 2018 an Russland und jene 2022 an die USA vergeben wollen. "Es wäre eine Geste des Friedens gewesen, wenn die beiden politischen Kontrahenten nacheinander die WM ausgetragen hätten", sagte Blatter. Wichtige Stimmen seien dann aber zu Katar gewandert.

    "Kein Freispruch zweiter Klasse"

    Sein Betrug-Freispruch vor dem Bundesstrafgericht vom Juli ist für den Ex-Fifa-Präsidenten eindeutig: "Das war kein Freispruch zweiter Klasse." Im Oktober hatte die Bundesanwaltschaft allerdings definitiv Berufung gegen den Freispruch im Prozess gegen Blatter und Ex-Uefa-Chef Michel Platini eingelegt. Sie beantragte bei der Berufungskammer die vollständige Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils.

    Dass lediglich die Bundesanwaltschaft und nicht auch die Fifa Rekurs gegen das Urteil vom Bundesstrafgericht von Anfang Juli einlegte, sieht Blatter nicht als Friedenszeichen. "Im Gegenteil! Infantino meidet mich." Der Weiterzug des Urteils sei zudem unverständlich, alles sei transparent verlaufen. "Das Gericht hat entschieden, dass die Summe von zwei Millionen eine zulässige Entschädigung war für Dienste, die Michel Platini für die Fifa geleistet hatte."

    Dass es überhaupt zu Ermittlungen gekommen war, liegt laut Blatter am Groll ennet des Atlantiks. "Die Amerikaner, mit denen die Bundesanwaltschaft kooperierte, waren wütend, weil das WM-Turnier nicht an sie, sondern nach Katar gegangen war." Das sei zwar nicht erhärtet, räumte der Ex-Fifa-Chef ein. "Die Geschichte wird zeigen, wie es war."

    mk/

    (AWP)

  • Parlament macht Weg frei für die Pflege-Ausbildungsoffensive

    (Zusammenfassung) - Die Pflege-Ausbildungsoffensive, die den Schweizer Spitälern und Heimen zum benötigten Pflegepersonal verhelfen soll, kann starten. Das Parlament hat die nötigen Gelder dafür freigegeben und die Gesetzesgrundlagen bewilligt.


    28.11.2022 19:21


    Die Förderung der Aus- und Weiterbildung in der Pflege kostet den Bund bis zu 502 Millionen Franken. Nach dem Ständerat hat am Montag auch der Nationalrat zugestimmt.

    Die Offensive soll acht Jahre lang laufen und von Bund und Kantonen mit bis zu einer Milliarde Franken alimentiert werden. Sie war ein Teil des indirekten Gegenvorschlages zur 2021 angenommenen Pflege-Initiative. Es gelte, keine Zeit zu verlieren mit Abhilfen gegen den Personalnotstand in der Pflege, lautete der Tenor.

    Beiträge an Ausbildungskosten

    Der Nationalrat hiess die Vorlage, die einen Teil der vor einem Jahr an der Urne angenommenen Pflege-Initiative umsetzen soll, am Montag mit 132 zu 47 Stimmen gut, bei sieben Enthaltungen. Die Nein-Stimmen kamen aus der SVP-Fraktion. Allerdings sind die Arbeitsbedingungen in Spitälern und Heimen nicht Gegenstand der Vorlage.

    Die Räte haben konkret beschlossen, dass sich die Kantone an den Kosten der praktischen Ausbildung in den Gesundheitseinrichtungen finanziell beteiligen. Angehende Pflegefachpersonen in Ausbildung an einer höheren Fachschule (HF) oder an einer Fachhochschule (FH) erhalten Ausbildungsbeiträge.

    Ein weiteres Ziel der Vorlage ist es, über Beiträge der Kantone und des Bundes die Anzahl Abschlüsse in Pflege an den HF und den FH zu erhöhen.

    Umstritten war im Nationalrat, ob Pflegefachleute bestimmte Leistungen direkt ohne ärztliche Anordnung abrechnen können sollten. Die Mehrheit wollte dies zulassen und setzte sich durch. Sprecherin Barbara Gysi (SP/SG) sprach von einer Aufwertung des Pflegeberufes und einer Chance, Ärzte und Ärztinnen zu entlasten.

    Selbstständige Abrechnung möglich

    SVP und FDP wollten diesen Passus streichen, unterlagen aber mit 74 gegen 109 Stimmen. Mit mehr Leistungserbringern gebe es auch mehr Gesundheitskosten, die die Prämien nach oben trieben, gab Thomas de Courten (SVP/BL) zu bedenken.

    Die Frage der selbstständigen Abrechnung solle erst mit dem zweiten Umsetzungspaket beraten werden, forderte de Courten. Da die Prämien stark stiegen, sei es der falsche Zeitpunkt, um die Zahl der abrechnenden Leistungserbringer zu erhöhen, doppelte Philippe Nantermod (FDP/VS) nach.

    Der vom Parlament genehmigte indirekte Gegenvorschlag zur Initiative habe die selbstständige Abrechnung von Leistungen ebenso wie die Ausbildungsoffensive beinhaltet, rief Gesundheitsminister Alain Berset in Erinnerung. Der neue Antrag entspreche fast aufs Komma genau den damaligen Beschlüssen.

    Das Bundesgesetz über die Förderung der Ausbildung im Bereich der Pflege ist nach dem Nationalratsentscheid für die Schlussabstimmung bereit. Parlamentarisch bereits unter Dach und Fach sind die Verpflichtungskredite von 502 Millionen Franken für die Ausbildungsbeiträge.

    Zweite Etappe in Arbeit

    Die weiteren Punkte der vor einem Jahr an der Urne angenommenen Verfassungsbestimmung will die Landesregierung in einer zweiten Etappe angehen. Dazu gehören bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege, die berufliche Weiterentwicklung und die bessere Abgeltung für Pflegeleistungen. Diese Arbeiten seien am Laufen, sagte Berset.

    Erst am Samstag forderten mehrere Hundert Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen mit einer Kundgebung von Bund und Kantonen, den "Pflege-Exodus" zu stoppen. Jeden Monat drehten über 300 Pflegende ihrem Beruf den Rücken, hiess es seitens der Gewerkschaften Unia, VPOD und Syna und des Berufsverbandes SBK.

    (AWP)

  • Ärztinnen und Ärzte sollen in der Schweiz Rezepte digital ausstellen

    Ärztinnen und Ärzte sollen künftig Rezepte für Heilmittel digital ausstellen und übermitteln. Der Nationalrat hat am Montag eine Motion von Ständerat Damian Müller (FDP/LU) an den Bundesrat überwiesen.


    29.11.2022 06:29


    Müller hatte argumentiert, die Digitalisierung von Rezepten erhöhe deren Lesbarkeit. Zudem steige die Patientensicherheit, wenn es bei der Weitergabe von Rezepten zu keinen "Medienbrüchen" komme, also das Rezept nicht beispielsweise vom Papier auf den Computer übertragen werden müsse.

    Die Selbstbestimmung der Patientinnen und Patienten sowie die freie Wahl der Apotheke seien weiterhin zu gewährleisten. Personen mit weniger grossen digitalen Kompetenzen müssten eine Kopie des digitalen Rezepts in Papierform verlangen können.

    Der Bundesrat wandte sich gegen die Motion. Bundesrat Alain Berset sagte, die rechtlichen Grundlagen für die elektronische Ausstellung und Weitergabe von Medikamenten seien schon vorhanden. Mit 128 zu 41 Stimmen bei 8 Enthaltungen stimmte aber der Nationalrat für die Motion und folgte damit seiner Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit (SGK-N).

    Deren Sprecherin Regine Sauter (FDP/ZH) sagte im Rat, die Digitalisierung im Gesundheitswesen sei dringend voranzutreiben. Es brauche eine Verpflichtung der Ärzteschaft, um bei der elektronischen Verschreibung von Medikamenten die Digitalisierung zu fördern. Der Ständerat hatte der Motion schon im Mai zugestimmt.

    (AWP)

  • UEFA ermittelt gegen Juventus wegen Finanz-Verstössen

    Die Europäische Fussball-Union UEFA hat ein formelles Ermittlungsverfahren gegen Italiens Rekordmeister Juventus Turin eingeleitet. Grund seien mögliche Verstösse gegen die Bestimmungen zur Clublizenzierung und zum Financial-Fair-Play, teilte die UEFA am Donnerstag mit. Die Untersuchungen finden durch die Erste Kammer des Club Financial Control Body (CFCB) der UEFA.


    01.12.2022 20:12


    Hintergrund sind Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Turin und der italienischen Börsenaufsichtsbehörde gegen den Club. Am Montagabend war der Juventus-Vorstand mit Präsident Andrea Agnelli an der Spitze zurückgetreten und hatte mit dem Schritt auf die finanzielle Schieflage des Vereins und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen möglicher Bilanzfälschung reagiert. Im September hatte Juve für die vorige Saison einen Rekordverlust von 254,4 Millionen Euro vermeldet.

    Die Staatsanwaltschaft Turin führt 16 Beschuldigte - darunter Agnelli, dessen Vizepräsidenten Pavel Nedved und Geschäftsführer Maurizio Arrivabene - und wirft ihnen Bilanzfälschung und Aktienmanipulation vor. In der Causa geht es um fingierte Spielerbewertungen. Dem Rekordmeister wird vorgeworfen, einigen seiner Profis bewusst falsche Marktwerte zugeschrieben zu haben - allein 2018, 2019 und 2020 soll die Bilanz so um 115 Millionen Euro geschönt worden sein.

    Der italienische Fussball-Verband hatte Juve und anderen Vereinen von diesen Vorwürfen freigesprochen - durch neue Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft wird das Verfahren möglicherweise wieder aufgenommen.

    Die UEFA-Untersuchungen würden sich auf diese mutmasslichen Verstösse konzentrieren. Am 23. August hatte die CFCB nach eigenen Angaben eine Vergleichsvereinbarung mit Juventus getroffen. Diese Vergleichsvereinbarung sei auf Grundlage der zuvor vom Verein vorgelegten Finanzinformationen für die Geschäftsjahre 2018 bis 2022 geschlossen worden.

    Sollten sich im Zuge der UEFA-Ermittlungen neue Erkenntnisse ergeben, die der Ersten Kammer zum Zeitpunkt des Vergleichsabschlusses nicht vorlagen, könnten rechtliche Schritte und Disziplinarmassnahmen erfolgen, hiess es in der UEFA-Mitteilung./clu/DP/jha

    (AWP)

  • Weltweite Waffenverkäufe laut Sipri weiter gestiegen

    Trotz pandemiebedingter Lieferkettenprobleme sind die weltweiten Rüstungsverkäufe im Jahr vor dem Ukraine-Krieg weiter angestiegen. Die 100 grössten Rüstungskonzerne der Erde verkauften 2021 schwere Waffen und Militärdienstleistungen im Wert von 592 Milliarden Dollar (rund 570 Milliarden Euro), wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in einem am Montag veröffentlichten Bericht mitteilte. Das bedeutete einen währungsbereinigten Anstieg um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die erneute Zunahme war damit höher als 2020, lag aber unter dem durchschnittlichen Anstieg der vier Jahre vor der Corona-Pandemie.


    05.12.2022 06:32


    Die mit Abstand meisten Rüstungsgüter kommen nach Sipri-Angaben weiterhin von US-Konzernen. Die 40 gelisteten amerikanischen Unternehmen - darunter die Top fünf des Rankings - kommen insgesamt auf einen Anteil von 51 Prozent aller Rüstungsverkäufe unter den 100 führenden Konzernen. Auf Platz zwei folgt China mit einem kräftig auf 18 Prozent angestiegenen Anteil, mit weitem Abstand dahinter dann Grossbritannien (6,8 Prozent) und Frankreich (4,9 Prozent). Deutschland kommt demnach auf einen Anteil von 1,6 Prozent./trs/DP/zb

    (AWP)