Sehenswertes

  • Viel Reiseverkehr auf der Strasse, auf der Schiene und in der Luft


    Kilometerlange Staus vor dem Gotthard, volle Züge in den Süden und viel Betrieb auf den Flughäfen: Der Samstag und der Sonntag sind ganz im Zeichen des Reiseverkehrs gestanden.


    17.07.2022 18:07


    Denn nach dem Schulferienstart in den Kantonen Zürich und Aargau befindet sich nun seit diesem Wochenende die gesamte Schweiz in den Sommerferien.


    Dies zeigte sich erwartungsgemäss unter anderem auf der A2 in Richtung Süden. Vor dem Gotthardtunnel stockte und staute es das gesamte Wochenende über. Am Sonntagnachmittag bildete sich zwischen Erstfeld und Göschenen ein Stau, der eine Länge von bis zu zehn Kilometern erreichte. Wer darin steckte, verlor gemäss Angaben des Touring Club Schweiz (TCS) bis zu 90 Minuten.


    Die längste Kolonne vermeldete der TCS am Samstagvormittag, als sich die Autos, Wohnwagen und Lastwagen auf einer Länge von bis zu 13 Kilometern stauten. Mehr als zwei Stunden verloren die Reisenden da auf ihrer Fahrt in den Süden.


    Überlastung und Unfall


    Auch in Richtung Norden kam es zwischen Quinto und Airolo wegen Überlastung immer wieder zu Staus. Diese blieben aber meist im tiefen einstelligen Kilometerbereich.


    Zudem musste die A2 am Sonntagmorgen in Richtung Norden für rund zwei Stunden gesperrt werden. Ein 35-Jähriger hatte im Riedtunnel die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren; dieses geriet ins Schleudern, kollidierte mit der Tunnelwand und kam nach rund 150 Metern auf dem Dach liegend zum Stillstand. Alle drei Insassen wurden leicht verletzt und wurden mit der Rega ins Spital geflogen.


    Annäherung ans Vor-Corona-Niveau


    Ferienstimmung kam auch im Flughafen Zürich auf: Am Samstag waren über 80'000 Passagiere über ihn abgeflogen, angekommen oder umgestiegen. Am Sonntag waren es fast 90'000 - so viele wie noch nie seit Beginn der Corona-Pandemie, wie eine Mediensprecherin der Flughafen Zürich AG auf Anfrage sagte.


    An den bisherigen Rekord am Flughafen Zürich - rund 115'000 Passagiere an einem einzigen Spitzentag - kommen diese Zahlen zwar noch nicht heran. Zu einzelnen Tageszeiten sei inzwischen aber wieder ein Passagieraufkommen erreicht, wie es vor der Pandemie verzeichnet wurde, hiess es beim Flughafen. Dies ist unter anderem auf gut ausgelastete Flugzeuge zurückzuführen.


    Auch auf dem EuroAirport Basel-Mülhausen herrscht in diesem Sommer wieder Hochbetrieb, wie dieser auf Anfrage mitteilte. Genaue Zahlen liegen noch keine vor, doch nähern sich diese ebenfalls der Vor-Pandemiezeit an. Die Verantwortlichen rechnen für Juli und August mit "bis zu 90 Prozent des Verkehrsaufkommens von 2019".


    Flughafen und Passagiere sind vorbereitet


    Da sich im trinationalen Einzugsgebiet des Flughafens die Sommerferien über einen längeren Zeitraum verteilen, sind die einzelnen Wochenend-Spitzen weniger ausgeprägt. Dennoch: "Der Betrieb war an diesem Wochenende stark ausgelastet und es gab zum Teil wie erwartet längere Wartezeiten", hält der EuroAirport fest.


    Am Flughafen Zürich führte der Grossandrang nicht zu wesentlichen Problemen, wie es dort auf Anfrage weiter hiess: "Betrieblich lief es für derartige Spitzentage sehr gut."


    Dies sei auch auf die Vorbereitung zurückzuführen, hielt die Mediensprecherin diesbezüglich fest. Einerseits habe der Flughafen angesichts des erwarteten Ansturms entsprechend geplant und genügend Personal eingesetzt. Andererseits hätten sich auch die Reisenden vorbereitet und sich beispielsweise rechtzeitig - bis zu drei Stunden vor dem Abflug - eingefunden.


    Auch die SBB haben den Ferienbeginn in den Kantonen Zürich und Aargau gespürt. Es seien über das Wochenende viele Reisende in den Zügen Richtung Süden unterwegs gewesen, hiess es auf Anfrage bei den SBB. Zu Problemen sei es deswegen aber nicht gekommen.


    (AWP)

  • Störungen am Londoner Flughafen Luton wegen extremer Hitze


    Am Londoner Flughafen Luton hat die extreme Hitze für erhebliche Störungen gesorgt. Durch die hohen Temperaturen sei die Oberfläche des Rollfeldes beschädigt worden, teilte der Flughafen am Montagnachmittag mit. Derzeit seien Reparaturarbeiten in Gange. Berichten zufolge mussten mehrere Flüge gestrichen oder umgeleitet werden.


    18.07.2022 18:10


    Für grosse Teile Englands und die Hauptstadt London wurde Anfang der Woche mit Temperaturen von über 40 Grad gerechnet. In Wales wurde bereits am Montag ein Hitzerekord gemeldet. Mit 37,1 Grad in der walisischen Grafschaft Flintshire verzeichnete der Landesteil seinen bislang heissesten Tag seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch für ganz Grossbritannien wurde mit Rekordwerten gerechnet.


    Sky News zufolge soll auch der Militärflughafen Brize Norton am Montag Flüge ausgesetzt haben. Die Landebahn sei "geschmolzen", sagte eine Militärquelle dem Sender./swe/DP/ngu


    (AWP)

  • Irreguläre Migration in die Schweiz ist angestiegen


    Die Anzahl rechtswidriger Aufenthalte in der Schweiz ist im Vergleich zu den Vormonaten und zum Vorjahr angestiegen. 3468 Fälle registrierte das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) im Juni - fast 900 Fälle mehr als im Mai.


    18.07.2022 18:17


    Hauptsächlich sei der Anstieg auf illegal über die Ostgrenze in die Schweiz einreisende Migrantinnen und Migranten zurückzuführen, wie das BAZG am Montag in einer Mitteilung schrieb.


    Im Juni letzten Jahrs verzeichneten die Behörden 1023 rechtswidrige Aufenthalte, ein Jahr zuvor waren es 920 irreguläre Migrationen. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) führte dies auf die einschränkenden Massnahmen der Corona-Pandemie zurück, wie es auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Dieser Effekt falle in diesem Jahr weg.


    Die Anzahl Übergaben an ausländische Behörden ist laut BAZG ebenfalls angestiegen. Hingegen gab es im Juni mit 33 Fällen etwa gleich viele Verdachtsfälle in Bezug auf Schleppertätigkeiten wie im Vormonat und im Juni 2021.


    Flucht über den Land- oder den Seeweg


    Für dieses Jahr rechnet das SEM mit rund 16'500 Asylgesuchen. Die Schutzsuchenden aus der Ukraine seien darin nicht einkalkuliert. Am meisten Asylsuchende in Europa kommen laut SEM aus Afghanistan, Syrien und Venezuela. Bei den Personen, die irregulär in die Schweiz einwanderten, handelte es sich laut BAZG mehrheitlich um afghanische Staatsangehörige.


    Im Vergleich zum Vorjahr seien die drei Routen über das Mittelmeer ähnlich oder weniger stark frequentiert, schrieb das SEM. Mehr Migrantinnen und Migranten als im Vorjahr reisten über die Route Türkei-Italien und über die Seeroute Türkei-Griechenland. Dennoch bleibe die Migration aus der Türkei nach Griechenland weiterhin auf tiefem Niveau, schrieb das SEM. Es sei unwahrscheinlich, dass die türkische Regierung die Grenzen zu Griechenland erneut öffne.


    (AWP)

  • Hitze legt Bahnverkehr in Teilen Grossbritanniens lahm


    Extreme Temperaturen haben am Dienstag den Bahnverkehr in Teilen Grossbritanniens lahmgelegt. Wie der Streckennetzbetreiber Network Rail mitteilte, wurde der Betrieb auf den Hauptbahntrassen entlang der englischen Ostküste und in die Midlands komplett eingestellt. Die Menschen wurden aufgerufen, ihre Reisepläne zu ändern.


    19.07.2022 09:55


    "Wir treffen diese Entscheidungen nicht leichtfertig. Unsere Techniker arbeiten sehr hart daran, die Infrastruktur auf ihre Widerstandsfähigkeit angesichts dieser Rekordhitze zu prüfen und wir haben beschlossen, dass wir keine andere Wahl hatten, als sie zu sperren", sagte der zuständige Network-Rail-Manager Jake Kelly der BBC am Dienstagfrüh.


    Erwartet wurden in Teilen Englands im Laufe des Dienstags bis zu 42 Grad Celsius. Sollte sich das bestätigen, wäre es die höchste je gemessene Temperatur in Grossbritannien. Der bisherige Temperaturrekord in Grossbritannien liegt bei 38,7 Grad und wurde 2019 in Cambridge gemessen. Der britische Wetterdienst Met Office hatte Ende vergangener Woche erstmals eine rote Wetterwarnung wegen Hitze ausgegeben. Die Nacht zum Dienstag war laut Met Office bereits die wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen./cmy/DP/mis


    (AWP)

  • US-Repräsentantenhaus stimmt für Recht auf gleichgeschlechtliche Ehe


    Das US-Repräsentantenhaus hat dafür gestimmt, das Recht auf gleichgeschlechtliche Ehe per Bundesgesetz zu schützen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde am Dienstag überparteilich mit 267 zu 157 Stimmen verabschiedet. Alle Gegenstimmen kamen von Republikanern - allerdings stimmten auch 47 republikanische Abgeordnete dafür. Dennoch hat das Vorhaben aufgrund der knapperen Mehrheitsverhältnisse keine grossen Chancen im Senat.


    20.07.2022 06:33


    Hintergrund für die Abstimmung ist die jüngste Entscheidung des Obersten Gerichts der Vereinigten Staaten, das Recht auf Abtreibung zu kippen. Da dieses Recht nicht per Bundesgesetz geschützt ist, können die Bundesstaaten nun weitreichende Einschränkungen und Verbote erlassen. In zahlreichen Bundesstaaten ist dies bereits geschehen.


    Mit ihrem Versuch, das Recht auf die gleichgeschlechtliche Ehe per Bundesgesetz festzuschreiben, wollen die Abgeordneten verhindern, dass dieses Recht auf ähnliche Weise wie das Abtreibungsrecht gekippt werden könnte. Mit einem Urteil (Obergefell v. Hodges) hat das Gericht zwar 2015 das Recht auf gleichgeschlechtliche Ehe als von der US-Verfassung gedeckt erklärt. Doch inzwischen hat das Gericht eine deutliche rechtskonservative Mehrheit - und mit ihr könnte es diese und andere Entscheidungen auch wieder kippen. Sollte das passieren und keine Bundesgesetzgebung entgegenstehen, könnten Bundesstaaten sich weigern, die gleichgeschlechtliche Ehe anzuerkennen. Das Gesetz soll auch die Ehe zwischen Menschen verschiedener Ethnien schützen.


    Grosses Entsetzen hatte zuletzt eine Stellungnahme des erzkonservativen Richters Clarence Thomas ausgelöst, die er im Zuge des Abtreibungsurteils veröffentlich hatte. Er schrieb, dass auch Entscheidungen, die das Recht auf Verhütung, die gleichgeschlechtliche Ehe oder Sex unter gleichgeschlechtlichen Partnern verankern, auf den Prüfstand gehörten. Dabei nannte er auch explizit den Fall Obergefell v. Hodges. Zwar betonten die restlichen konservativen Richter, dass das aktuelle Urteil zur Abtreibung diese Präzedenzfälle nicht infrage stelle. Doch viele Menschen in den USA befürchten, dass es auch hier einen Sinneswandel am Supreme Court geben könnte.


    Hinzu kommt, das ein Bundesgesetz aus dem Jahr 1996 die Ehe als Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau definiert und weitere Einschränkungen vorsieht. Der damalige demokratische US-Präsident Bill Clinton hatte es unterzeichnet. Mit Urteilen des Supreme Courts


    - wie etwa Obergefell v. Hodges - ist dieses Gesetz zwar de facto


    aufgehoben. Seit Jahren versuchen Abgeordnete aber ein Bundesgesetz zu verabschieden, dass das Recht auf gleichgeschlechtliche Ehe festschreibt und damit das Gesetz aus dem Jahr 1996 ein für alle mal verbindlich aufhebt. Bisher sind sie damit immer gescheitert.


    Besonders gut dürften die Chancen auch dieses Mal nicht stehen. Unwahrscheinlich ist, dass der Entwurf auch den Senat passieren wird. Dort haben die Demokraten nur eine hauchdünne Mehrheit und sind bei zahlreichen Vorhaben auf Stimmen der Republikaner angewiesen, um ein Gesetz überhaupt zur Abstimmung zu bringen. Offen war auch, wann der Senat sich überhaupt mit dem Entwurf befassen wird. Der demokratische US-Präsident Joe Biden hatte deutlich gemacht, dass er den Gesetzesentwurf unterstützt.


    Erst in der vergangenen Woche hatte das Repräsentantenhaus für ein Gesetz gestimmt, dass das Recht auf Abtreibung schützt. Dieser Entwurf dürfte im Senat höchstwahrscheinlich scheitern./nau/DP/zb


    (AWP)

  • Sommaruga sagt wegen drohender Energiekrise Ferien ab


    Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat wegen der angespannten Lage bei der Energieversorgung der Schweiz auf einen Ferienaufenthalt im Ausland verzichtet. Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) bestätigte einen entsprechenden Medienbericht.


    22.07.2022 12:25


    Sommaruga habe ursprünglich in Erwägung gezogen, diese Woche einige Tage im italienischen Triest zu verbringen, teilte Emanuela Tonasso, Mediensprecherin des Uvek, am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.


    Die Energieministerin stehe zurzeit in engem Kontakt mit Fachleuten und ihren Amtskolleginnen und Amtskollegen im Ausland, schrieb das Uvek weiter. Über die Änderung der Ferienpläne Sommarugas hatte zuerst die "Schweizer Illustrierte" berichtet.


    (AWP)

  • US-Behörden erstatten 380'000 Dollar an Betrogene in Schweiz zurück


    Die US-amerikanische Konsumentenschutzbehörde (FTC) wird Personen in der Schweiz, die durch die Firma Next-Gen betrogen wurden, insgesamt 380'000 US-Dollar zurückerstatten. Betroffen sind laut Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) 1278 Personen.


    25.07.2022 18:51


    Die Betrogenen werden demnach im Durchschnitt 96 US-Dollar erhalten, wie das Seco auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Die US-Behörden hatten das Seco informiert, dass sie Betroffene anschreiben würden.


    Millionen von Menschen auf der ganzen Welt wurden laut Mitteilung des Seco seit 2013 von Next-Gen mit falschen Gewinnversprechen in die Irre geführt. Die Firma hatte die Anleger und Anlegerinnen schriftlich kontaktiert, und diese reagierten auf das Angebot, das ihnen gegen einen bescheidenen finanziellen Vorschuss hohe Gewinne in Aussicht stellte. Sie erhielten jedoch keinen Rappen.


    Die FTC hatte 2018 in den USA ein Gerichtsverfahren gegen die Geschäftsführung von Next-Gen eingeleitet, wie das Seco weiter schrieb. Das Unternehmen erklärte sich im Rahmen einer aussergerichtlichen Einigung bereit, eine hohe Geldsumme zu zahlen. Somit stehen der FTC nun fast 25 Millionen US-Dollar zur Verfügung, um die Opfer des Betrugs zu entschädigen.


    Die Rückerstattungen werden über den Zahlungsdienst Paypal abgewickelt. Die FTC wird die Geschädigten in den nächsten Monaten anschreiben und sie über die Modalitäten informieren. Die Frist, um die Rückerstattung einzufordern, läuft bis 17. Oktober.


    Die FTC hat das Seco im Rahmen des International Consumer Protection and Enforcement Network (ICPEN) kontaktiert. Beide Organisationen sind Teil dieses Netzwerks, bestehend aus 70 Mitgliedern, das gegen unlautere Geschäftspraktiken im grenzüberschreitenden Handel vorgeht. Die weltweite Zusammenarbeit zwischen den Behörden innerhalb dieses Netzwerks soll den Verbraucherschutz über die Grenzen hinweg verbessern.


    (AWP)

  • 14'000 Prozent Plus seit IPO: Winzige Firma von Ex-UBS-Banker plötzlich grösser als Goldman Sachs


    Weitgehend unbemerkt von den Märkten ist an der New Yorker Börse ein neuer Finanzriese entstanden.


    Aktualisiert um 15:41


    Es handelt sich um AMTD Digital, ein in Hongkong ansässiges Unternehmen, das vor weniger als drei Wochen an der New Yorker Börse notiert wurde.Der Börsenwert der Aktien der Klassen A und B lag am Mittwoch bei mehr als 203 Milliarden Dollar. Der auf digitale Geschäfte spezialisierte Finanzdienstleister ist damit mehr wert als Wells Fargo, Morgan Stanley und Goldman Sachs - obgleich er im abgelaufenen Geschäftsjahr nur auf Einnahmen von 25 Millionen Dollar kam.


    Zumindest auf dem Papier ist AMTD damit das fünftgrösste Finanzunternehmen der Welt. Wertvoller sind lediglich Berkshire Hathaway, JPMorgan Chase, Bank of America und die Industrial & Commercial Bank of China. Dabei bechäftigt AMTD Digital bloss 50 Mitarbeiter.


    Die Eigentümerstruktur von AMTD Digital scheint verworren. Letztlich führt sie zu Calvin Choi, einem ehemaligen Banker der UBS, dem in Hongkong vorgeworfen wird, gegen die Pflicht zur Offenlegung von Interessenskonflikten verstossen zu haben.


    Trotzdem stand Choi am 15. Juli auf dem Parkett der New Yorker Börse und läutete die Glocke, als die Aktien von AMTD Digital ihre spektakuläre Reise antraten. Seitdem sind sie gegenüber dem Erstausgabepreis von 7,80 Dollar um 14'000 Prozent bis auf 2555 Dollar am Mittwoch gestiegen. Auch am Mittwoch legte sie zeitweise 26 Prozent zu, schloss dann jedoch 34 Prozent im Minus. Das will nichts heissen. Schon am 25. Juli fiel die Aktie in ähnlichem Ausmass zurück.


    Die AMTD Group wurde 2003 mit Unterstützung der CK Hutchison von Milliardär Li Ka-shing gegründet. Die AMTD Group ist die Mutter von AMTD Digital und der AMTD Idea Group, die sowohl in Singapur als auch in den USA börsennotiert ist. Zu den Unterstützern des Konzerns gehört die Century City International, die im Besitz der Familie Lo ist, die zu den grossen Immobilienbesitzern in Hongkong gehört.


    Grund für Rally unbekannt


    Der Grund für die rasante Rallye der Aktie ist unklar. Einige Analysten weisen auf den winzigen Streubesitz hin. Unklar ist auch, warum die Investmentbank AMTD Idea Group, eine weitere Aktie unter dem Dach der AMTD Group, an der Rallye teilgenommen hat und zwischen dem 15. Juli und dem Schlusskurs am Mittwoch um 458 Prozent gestiegen ist. Die AMTD-Idea-Aktie war am Mittwoch trotz eines Rückgangs von 11 Prozent der am viertmeisten gekaufte Wert auf der Handelsplattform von Fidelity. Dies signalisiert, dass sie ein Favorit unter Kleinanlegern ist.


    Der in Hongkong geborene Choi ist inzwischen Bürger Kanadas. Er studierte an der University of Waterloo Bilanzwesen. Er wurde 2016 Chairman und CEO bei der AMTD Group, zuvor war er fünf Jahre für die UBS tätig. Er ist alleiniger Eigentümer einer Gesellschaft, die 32,5 Prozent der AMTD-Gruppe kontrolliert. Auch sein Vater ist beteiligt. Die AMTD Group besitzt 50,6 Prozent der AMTD Idea, die wiederum 88,7 Prozent der AMTD Digital besitzt.


    Von den Aufsichtsbehörden in Hongkong wurde Choi unlängst für zwei Jahre die Arbeit in der Wertpapierbranche untersagt. Er habe Interessenkonflikte bei Transaktionen, an denen er während seiner Zeit bei der UBS beteiligt war, nicht offengelegt, hiess es. Choi ist gegen die Entscheidung in Berufung gegangen.


    Der AMTD-Investor China Minsheng Investment, der Choi als CEO installiert hatte, hat sich inzwischen gegen ihn gestellt und ihn zeitweise sogar auf Transparenten im Zentrum Hongkongs des Betrugs bezichtigt. Der Leerverkäufer Hindenburg Research verwies im April 2021 in einer Analyse zum chinesischen Kryptounternehmen Ebang International Holdings Inc. darauf, dass die Erfolgsbilanz von AMTD “miserabel” sei. Bei 87 Prozent der vom Unternehmen betreuten US-IPOs habe es Verluste gegeben.


    Am heutigen Donnerstag kündigte die CK Group von Li Ka-shing an, ihren verbliebenen Anteil an AMTD zu verkaufen. Sie ist noch mit einem Anteil von unter 4 Prozent an Bord.


    (Bloomberg/cash)

  • Schweizer vererben ihre Religionslosigkeit


    Jede neue Generation in der Schweiz ist etwas weniger religiös. Dies ist einer der Hauptbefunde der Studie "Religionstrends in der Schweiz". Denn auch Religionslosigkeit werde in der Familie weitergegeben.


    07.09.2022 13:42


    Gleichwohl fühlen sich gut zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung einer Religionsgemeinschaft zugehörig. Dies teilten die Studienautorinnen und Studienautoren um das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut (SPI) in St. Gallen am Mittwoch mit. Die Studie ist die vierte ihrer Art.


    Die kirchliche Religiosität nehme seit Jahrzehnten ab, konstatieren die Verfasserinnen und Verfasser. Nicht nur die Zugehörigkeit zu einer Religion werde in der Familie weitergegeben, sondern auch die Religionslosigkeit.


    Ein besonderes Augenmerk haben die Autoren, die sich für ihre Studie auf bestehende Datensätze stützten, auf die Familien gerichtet. Sie kommen zum Schluss: "Die auf die Familienphase mit Kindern und Jugendlichen bezogenen Ritualangebote der Kirche fördern keine nachhaltige, die gesamte Biografie prägende persönlicheIdentifikation mit kirchlich gefasster Religiosität." Sie führten deshalb zu keiner dauerhaften Stabilität der Kirchenbindung.


    "Spirituell" weniger negativ als "religiös"


    Die Bindung der Gläubigen an ihre Kirchen werde insgesamt immer schwächer, halten die Verfasser fest. Das Vertrauen in die Institution sinke, und die Austrittsneigung steige.


    Ferner haben die Forschenden eine Veränderung in der Wahrnehmung einschlägiger Begriffe festgestellt. Während früher der Ausdruck "spirituell" eher negativ besetzt gewesen sei, so gelte dies heute für den Begriff "religiös".


    (AWP)

  • Beben mit Stärke von 4,7 in Frankreich in der Schweiz spürbar


    In der Nähe von Mulhouse in Frankreich hat am Samstagabend kurz vor 18 Uhr die Erde mit einer Stärke von etwa 4,7 gebebt. Es war gemäss ETH Zürich "verbreitet spürbar" - auch in weiten Teilen der Schweiz.


    11.09.2022 10:25


    Der Schweizerische Erdbebendienst an der ETH Zürich (SED) registrierte das Beben um 17.58 Uhr ungefähr zwölf Kilometer südöstlich von Mulhouse und etwa 15 Kilometer nördlich von Basel, wie dieser in einer Meldung schrieb. "Leichte bis mittlere Schäden sind bei einem Erdbeben dieser Stärke in der Nähe des Epizentrums möglich."


    Die Erschütterungen des Bebens waren demnach in der gesamten Nordschweiz deutlich zu spüren. In der ersten Stunde nach dem Beben sind beim SED tausende Meldungen aus der Bevölkerung eingegangen, wie dieser auf seiner Webseite mitteilte.


    Nachbeben nach zehn Minuten


    Rund zehn Minuten nach dem Hauptstoss ereignete sich bereits ein erstes Nachbeben mit einer Stärke von 2.8, das in der Nähe des Epizentrums ebenfalls verspürt werden konnte. Die Beben stehen gemäss SED in tektonischem Zusammenhang mit dem seismisch aktiven Rheingraben, der sich zwischen den Vogesen und dem Schwarzwald in nord-südlicher Richtung erstreckt.


    Erdbeben sind laut SED in dieser Region nichts Aussergewöhnliches, wobei ein Beben der Magnitude 4,7 in diesem Gebiet nur etwa alle zehn bis zwanzig Jahre auftritt. Der SED hält es für wahrscheinlich, dass sich in den nächsten Stunden und Tagen weitere, womöglich auch spürbare Nachbeben ereignen werden.


    Keine Verbindung zu kleinen Beben im Wallis


    Bereits vor dem Beben im Elsass war es zu kleineren Erdstössen in der Schweiz gekommen. In Orsières VS in der Nähe des Petit Combin hat am Samstagnachmittag gegen 17 Uhr die Erde gebebt. Das Beben erreichte eine Stärke von 2,7. Dieses war möglicherweise spürbar. Zuvor hatte um 12.30 Uhr die Erde bei Orsières bereits mit einer kaum spürbaren Stärke von 2,1 gebebt.


    Zwischen den beiden Erdbeben, die sich am Samstag im Wallis ereigneten, und den Beben im Elsass besteht nach Einschätzung des SED keine Verbindung.


    Der Erdbebendienst registriert in der Schweiz und im nahen benachbarten Ausland durchschnittlich drei bis vier Erdbeben pro Tag beziehungsweise 1000 bis 1500 Beben pro Jahr. Von der Bevölkerung tatsächlich verspürt werden pro Jahr etwa 10 bis 20 Erdstösse mit Magnituden ab etwa 2,5.


    mk/


    (AWP)

  • Französische Justiz startet Verfahren gegen Macron-Vertrauten

    Frankreichs Finanzstaatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den Élysée-Generalsekretär und Vertrauten von Präsident Emmanuel Macron, Alexis Kohler, eingeleitet. Der Vorwurf lautet auf rechtswidrige Interessenübernahme und beruht auf einer Anzeige der Antibestechungs-Organisation Anticor, wie die Staatsanwaltschaft am Montag in Paris mitteilte. Streitpunkt ist, ob Kohler sich in einer früheren Funktion im Wirtschaftsministerium unzulässigerweise für die Belange des Schifffahrtsunternehmen Mediterranean Shipping Company (MSC) einsetzte, mit dessen Eigentümerfamilie er über seine Mutter verwandtschaftlich verbunden ist.


    03.10.2022 18:48


    2018 in der Sache bereits eingeleitete Ermittlungen waren eingestellt worden. Kohler hatte die Vorwürfe schon damals als vollkommen unbegründet zurückgewiesen. Macron, der in der fraglichen Zeit Wirtschaftsminister war, hatte Kohler während der ersten Ermittlungen in einem Schreiben bestätigt, dass dieser beim Antritt im Ministerium schriftlich über seine familiären Verbindungen zu MSC informiert habe. Ausserdem habe er darum gebeten, nicht mit Dossiers in Bezug auf MSC betraut zu werden. 2016 liess Kohler sich freistellen und wurde für einige Monate Finanzdirektor von MSC, bis Macron ihn nach seinem Sieg bei der Präsidentschaftswahl in den Élyséepalast holte.

    Wie die Finanzstaatsanwaltschaft mitteilte, erhielt Kohler den Status eines Zeugen mit Rechtsbeistand. Weitere Auflagen gab es nicht./evs/DP/he

    (AWP)

  • Immer noch Kunden mit ungültigem Einzahlungsschein auf der Post

    Die Umstellung auf die QR-Rechnung ist aus Sicht der Post sehr gut angelaufen. Nach zwei Tagen zieht sie ein positives Fazit. Es kommen aber immer noch Kunden mit herkömmlichen Einzahlungsscheinen an die Schalter.


    04.10.2022 08:31


    Die Kunden hätten den Post-Mitarbeitenden noch etliche Fragen zur neuen Rechnung gestellt, und noch immer würden Kunden mit alten Einzahlungsscheinen an die Schalter kommen, heisst es von der Post auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Da in den ersten zwei Tagen aber mehr Mitarbeitende als üblich an den Schaltern standen, sei es nur vereinzelt zu längeren Wartezeiten gekommen.

    Seit Samstag, dem 1. Oktober, ist Schluss mit den orangen und roten Einzahlungsscheinen. Diese sind nicht mehr gültig und wurden durch Rechnungen mit digitalem QR-Code ersetzt. Kunden mit herkömmlichen Einzahlungsscheinen werden daher wieder nach Hause geschickt.

    Ganz kleiner Anteil

    Am Samstag und Sonntag sei an den Schaltern insgesamt 183'000 mal eine Rechnung bezahlt worden, heisst es von der Post. An diesen beiden Tagen seien 646 vorgefertigte Schreiben an Kunden abgegeben worden, die noch mit alten Einzahlungsscheinen gekommen waren. Die Schreiben können den Rechnungsstellern geschickt werden - mit der Bitte, ihnen eine QR-Rechnung zu schicken.

    Ausserdem gab es auch mit manchen QR-Rechnungen Probleme. 140 Schreiben an die Rechnungssteller gab die Post an Kunden ab, die mit einer fehlerhaften QR-Rechnung an den Schalter gekommen waren. Insgesamt seien aber nur wenige Kunden unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt worden.

    Auf jedem Einzahlungsschein müssen neben dem prominent sichtbaren QR-Code alle Angaben auch weiterhin in Textform erfasst sein. Er besteht wie die bisherigen Einzahlungsscheine aus einem Zahlteil und einem Empfangsschein. Entwickelt wurde die QR-Rechnung gemeinsam vom Bund, dem Schweizer Finanzplatz, der Wirtschaft und Konsumentenvertretern.

    "Run auf das letzte Stündchen"

    Am Freitag, dem letzten Tag vor der Umstellung, kam es noch zu einem Einzahlungs-Ansturm. Die Post zählte den Angaben zufolge 390'000 Einzahlungen an den Schaltern (QR- und alte Einzahlungsscheine). Das seien fast 50'000 mehr als erwartet gewesen. Die Post vermutet, dass sich die Kunden dessen bewusst waren, "dass das letzte Stündchen der bunten Einzahlungsscheine geschlagen hatte".

    Noch rund 9,5 Prozent aller Einzahlungen am Schalter erfolgten am Freitag "auf den letzten Drücker" mit roten oder orangen Einzahlungsscheinen. Man sei optimistisch, dass der Anteil an Kunden, die nach Hause geschickt werden müssen, in den nächsten Tagen und Wochen weiter abnimmt, heisst es. Auch in den kommenden Tagen werde auf den Poststellen jedoch noch etwas mehr Personal als üblich arbeiten.

    ys/kw

    (AWP)

  • 12,1 Milliarden Franken Umsatz im Jahr 2020 in 17'000 Arztpraxen und Zentren

    Im Jahr 2020 haben die Arztpraxen und ambulanten Zentren in der Schweiz 12,1 Milliarden Franken umgesetzt. Insgesamt zählte das BFS Ende des Berichtsjahres 16'876 dieser Einrichtungen. Mehr als jede zweite von ihnen führte das Krankendossier elektronisch.


    04.10.2022 10:18


    Im Vergleich zu 2019 sank die Zahl der Arztpraxen und ambulanten Zentren bis Ende 2020 um 294 Einrichtungen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag in seiner Strukturdatenerhebung mitteilte. Die Fachleute unterhielten 17'452 Standorte.

    In den Praxen und Zentren erfolgten 66,4 Millionen Konsultationen bei einer Ärztin oder einem Arzt. 60,6 Millionen dieser Besuche gingen zu Lasten der obligatorischen Krankenversicherung. Die Entwicklung während der Covid-19-Pandemie will das BFS im November in einer neuen Publikation vorlegen.

    Höheres Alter in Einzelpraxen

    Über das ganze Jahr 2020 hin arbeiteten in den Praxen und Ambulatorien 23'031 Ärztinnen und Ärzte und damit 279 weniger als 2019. In 84,2 Prozent dieser Einrichtungen war im Jahresverlauf lediglich eine Ärztin oder ein Arzt tätig. Deren Durchschnittsalter belief sich auf 54,2 Jahre.

    Der Altersdurchschnitt lag damit 5,2 Jahre über jenem der in Gemeinschaftspraxen oder ambulanten Zentren tätigen Ärzteschaft. Zudem waren 59,8 Prozent der allein arbeitenden Ärzte Männer. In Gemeinschaftseinrichtungen lag der Männeranteil dagegen bei 52,7 Prozent.

    Elektronisches Patientendossier legt zu

    53,4 Prozent der ärztlichen Einrichtungen führten die Krankengeschichten der Patientinnen und Patienten vollständig elektronisch, ein Plus von 3,7 Prozentpunkten gegenüber 2019. 21,8 Prozent verfassten die Dossiers ausschliesslich auf Papier, 24,8 Prozent hatten eine Mischform.

    Je jünger die Ärzteschaft, desto höher war die Nutzung des Computers. 82,5 Prozent der 35- bis 44-jährigen Ärztinnen und Ärzte in den Praxen und Ambulatorien führten ihre Dossiers ausschliesslich elektronisch. Bei den 55- bis 64-Jährigen taten das 51,3 Prozent. In beiden Alterskategorien stieg aber die Digitalisierung.

    165 Franken pro Arztbesuch

    Die Umsätze der ärztlichen Einrichtungen beliefen sich 2020 auf 12,1 Milliarden Franken. 1,2 Milliarden erzielten Unternehmen in gemieteten Liegenschaften mit ebenfalls gemieteten Ausstattungen. 10,9 Milliarden Franken erwirtschafteten Einrichtungen mit eigenen Räumen und eigener Infrastruktur.

    Pro Patientenkontakt nahmen die Arztpraxen und ambulanten Zentren durchschnittlich 165 Franken ein. Facharztpraxen ohne chirurgische Tätigkeit verbuchten den höchsten pro-Kopf-Betrag von 318 Franken. Am günstigsten war ein Arztbesuch in einer Grundversorgungspraxis mit 115 Franken.

    mk/

    (AWP)

  • Trotz Krieg: Selenskyj will die Fussball-WM - Die Nacht im Überblick

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj richtet den Blick ungeachtet des Kriegs in seinem Land weit nach vorn: Zusammen mit Spanien und Portugal will die Ukraine die Fussball-Weltmeisterschaft 2030 ausrichten. Das kündigte Selenskyj am Mittwochabend an. Kremlchef Wladimir Putin wiederum machte dem Rückzug der eigenen Truppen zum Trotz mit seiner Unterschrift die Annexion der besetzten Gebiete zumindest in Russland amtlich und verstaatlichte nebenbei auch gleich noch das Atomkraftwerk Saporischschja.


    Trotz Krieg: Selenskyj will die Fussball-WM - Die Nacht im Überblick
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    classic.cash.ch

  • Prinz Harry und Elton John reichen Klage gegen Zeitungsverlag ein

    Prinz Harry (38), Popstar Elton John (75) und weitere britische Prominente haben eine gemeinsame Klage gegen den Verlag der "Mail on Sunday" und der "Daily Mail" eingereicht. Wie die britische Nachrichtenagentur PA am Donnerstagabend unter Berufung auf die Anwaltskanzlei Hamlins meldete, geht es um mutmassliche Eingriffe in die Privatsphäre der Kläger.


    06.10.2022 21:09


    Die Gruppe habe "überwältigende und äusserst verstörende Beweise, dass sie Opfer einer fruchtbaren kriminellen Aktivität und schwerer Verletzungen der Privatsphäre wurden", zitierte PA aus einer Mitteilung der Kanzlei. Unter anderem sollen den Klägern zufolge Privatdetektive im Auftrag der Journalisten Abhörgeräte in Autos und Wohnungen installiert haben. Auch sollen angeblich auf unrechtmässige Wege gesundheitliche und finanzielle Informationen der Kläger erlangt worden sein.

    Der beklagte Verlag, Associated Newspapers Limited (ANL), wies die Anschuldigungen umgehend zurück. Es handle sich um "groteske Anwürfe" und einen geplanten und orchestrierten Versuch, die "Mail"-Titel in den Abhörskandal hineinzuziehen, hiess es in einer Stellungnahme, aus der PA zitierte.

    Vor mehr als zehn Jahren wurden die britischen Medien von einem massiven Skandal um abgehörte Telefone und anderweitig illegal erlangte Informationen von Prominenten und Verbrechensopfern erschüttert. Im Zentrum stand damals die 2011 eingestellte Wochenzeitung "News of the World", die zu dem mit der ANL konkurrierenden Imperium von Medienmogul Rupert Murdoch gehörte./cmy/DP/he

    (AWP)

  • Deutscher Staatsschutz ermittelt zur Bahn-Sabotage - Motiv weiter unklar

    Im Fall der folgenschweren Sabotage des deutschen Bahnverkehrs hat der Staatsschutz beim Berliner Landeskriminalamt die Ermittlungen übernommen. Es sei zwar nicht auszuschliessen, dass es einen politischen Hintergrund gebe, ermittelt werde aber in alle Richtungen, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte "Der Spiegel" berichtet.


    09.10.2022 15:13


    Unbekannte hatten am Samstag wichtige Kommunikationskabel der Deutschen Bahn in Berlin und auch in NRW zerstört und so für Chaos gesorgt. Über Stunden stand der Bahnverkehr in Norddeutschland grösstenteils still.

    Zu den möglichen Tätern gibt es bislang keine offiziellen Informationen. Dass es ein gezielter Angriff war, scheint aber gesichert. "Wir haben einen Tatort in Berlin-Hohenschönhausen", sagte ein Sprecher der Bundespolizeidirektion Berlin der Deutschen Presse-Agentur. "Ein weiterer befindet sich in Nordrhein-Westfalen." Aus Sicherheitskreisen hiess es, es seien in Berlin und in Herne in NRW vorsätzlich so genannte Lichtwellenleiterkabel beschädigt worden. Auch das Backup-System sei damit ausgefallen.

    Die "Bild" berichtete am Sonntag, das Bundeskriminalamt (BKA) halte in einer internen Einschätzung auch staatliche Sabotage für denkbar. Demnach setze die Aktion auch "das Abfliessen sensibler Informationen über das Streckennetz der Deutschen Bahn AG" voraus. Das BKA und das Bundesinnenministerium kommentierten den "Bild"-Bericht auf Nachfrage nicht.

    Nach Einschätzungen aus Sicherheitskreisen setzt das Vorgehen Insiderwissen über die Bahn voraus. Als Indiz gegen Täter aus der linksextremistischen Szene, denen in der Vergangenheit Anschläge gegen die Bahn zugeschrieben wurden, gilt, dass bislang kein Bekennerschreiben aufgetaucht ist.

    Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsbundestagsfraktion, Thorsten Frei (CDU), sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): "Dass an zwei unterschiedlichen Stellen in Deutschland nahezu zeitgleich ein Anschlag auf die kritische Infrastruktur verübt wird, der ein hohes Mass an Insiderwissen voraussetzt, weist auf einen Organisationsgrad der Angreifer hin, mit dem wir bislang in dieser Form noch nicht konfrontiert waren."

    Sicherheitsexperte Peter Neumann hält einen Angriff Russlands auf die kritische Infrastruktur in Deutschland für denkbar. "Russland hat schon ein Interesse daran, in Europa Panik zu verursachen und zu signalisieren, dass es ganz heftig das Leben lahmlegen kann", sagte der Forscher dem Sender RTL. Es benötige erhebliches Wissen, um diese Knotenpunkte anzugreifen. "Es waren wahrscheinlich nicht Amateure oder Einzeltäter, sondern es war etwas, das von Profis durchgeführt wurde."

    Neumann gibt jedoch zu Bedenken: "Es gibt aber natürlich keine eindeutigen Beweise. Deswegen muss man schon vorsichtig sein. Momentan ist es noch eine Theorie."

    Die Hiobsbotschaft für Reisende hatte am Samstagmorgen gelautet: "Es gibt derzeit keine Reisemöglichkeiten mit dem Fernverkehr von/nach Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen in/aus Richtung Kassel-Wilhelmshöhe, Berlin und NRW." Konkret war beispielsweise der gesamte ICE-Verkehr zwischen Berlin, Hannover und Nordrhein-Westfalen eingestellt, wie die Bahn in ihrem Internetauftritt mitgeteilt hatte. Unzählige Fahrgäste strandeten an den grossen Bahnhöfen. An Auskunftsschaltern bildeten sich lange Warteschlangen.

    Auch internationale Verbindungen waren betroffen. So fuhren keine IC-Züge zwischen Berlin und Amsterdam. IC-Züge von Kopenhagen endeten an der dänisch-deutschen Grenze in Padborg. Stillstand herrschte teils auch bei Regionalzügen.

    Als Alternative schlug das Unternehmen Reisenden vor, Verbindungen des Fernverkehrs mit Umstieg in Erfurt und Frankfurt am Main zu nutzen. "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass die noch verkehrenden Züge teilweise ein sehr hohes Reisendenaufkommen zu verzeichnen haben", hiess es.

    Viele, die etwa von Berlin nach Nordrhein-Westfalen fahren wollten, folgten der Empfehlung der Bahn und nahmen den Umweg mit Umstieg in Frankfurt auf sich. Die Folge waren völlig überfüllte Züge, wie ein dpa-Reporter aus dem ICE 934 auf der Fahrt nach Frankfurt berichtete. "Kein Durchkommen in den Gängen, weil alles mit sitzenden oder dort stehenden Fahrgästen blockiert ist", erzählte er.

    Im Laufe des Vormittags meldete die Bahn dann zwar, dass die Störung behoben sei, es aber weiter zu Beeinträchtigungen kommen könne. Seit Betriebsbeginn am Sonntagmorgen gebe es im Fernverkehr keine Beeinträchtigungen mehr, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. "Alles wieder normal."

    Zur Frage, wie der Sabotage-Akt konkret ausgesehen haben könnte, sagte der Sprecher: "Die Ermittlungen laufen noch, deswegen äussern wir uns dazu nicht. Da bitte ich um Verständnis."/kie/DP/he

    (AWP)

  • Ausbauschritte und "Bahn 2050" stossen auf positive Resonanz

    Die revidierten Ausbaupläne und die Perspektiven für die Schweizer Bahninfrastruktur sind in der Vernehmlassung weitgehend auf Zustimmung gestossen. Die Kantone sind jedoch besorgt darüber, dass es bei wichtigen Grossprojekten zu Verzögerungen kommt.


    14.10.2022 07:21


    Der Bundesrat hatte Ende Juni 2022 die aktualisierten Pläne für die künftige Bahninfrastruktur unter dem Titel "Bahn 2050" in die Konsultation gegeben. So soll das Bahnangebot in den Agglomerationen und zwischen den regionalen Zentren verbessert werden. Bisher stand im Zentrum, Engpässe zu beseitigen und den Takt zu verdichten.

    Die Kantone unterstützen die vorgeschlagenen Massnahmen und Perspektiven des Bundesrates. Gleichzeitig sind sie besorgt, dass sich wichtige Grossprojekte verzögern. Das gelte auch für die negativen Auswirkungen, die sich aus dem Verzicht der SBB auf das schnelle Fahren in Kurven mit Neigezügen ergäben.

    VöV will zeitnahe Umsetzung

    Die Konferenz der kantonalen Direktoren des öffentlichen Verkehrs erwartetet, dass der Bundesrat die vollständige und zeitnahe Umsetzung der Pläne sicherstelle - falls nötig mit zusätzlichen Infrastruktur-Massnahmen. Bei der Umsetzung es Ausbauschritts 2035 zeichneten sich Verzögerungen von drei bis fünf Jahren ab.

    Die Kantone unterstützen den Vorschlag des Bundesrates, 2026 keinen vollwertigen Ausbauschritt zu planen und statt dessen das bestehende Angebotskonzept zu überarbeiten. Die Kantone erwarten, dass der Bundesrat die vollständige und zeitnahe Umsetzung der Angebotsziele auf Basis der bisherigen Ausbauschritte sicherstellt.

    Der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) fordert seinerseits eine lückenlose Umsetzung der vom Parlament beschlossenen Massnahmen. Eine umfassende Gesamtschau sei nötig. Die Entwicklung der Bahn dürfe nicht auf kurz- und mittlere Distanzen beschränkt werden. Richtungsweisend sei es, den ÖV-Anteil am Gesamtverkehr zu erhöhen.

    Baumeister wollen mehr Informationen

    Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) teilt grundsätzlich die Linie des Bundesrates. In der Vernehmlassung werde jedoch zu wenig ausgeführt, dass Erhalt und Ausbau der Infrastruktur eine notwendige Voraussetzung für die effizientere Nutzung der Bahninfrastruktur blieben. Die Verzögerungen bei den Bauprojekten seien zu wenig erklärt. Der SBV suche daher das Gespräch mit den Verantwortlichen.

    Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete stellt ihrerseits mit Besorgnis fest, dass sich die Verkehrspolitik des Bundes zunehmend auf den Agglomerationsverkehr konzentriert. Namentlich für den Tourismus sei es wichtig, dass die Berggebiete und der ländliche Raum mit Strasse und Schiene gut erreichbar seien.

    Parteien mehrheitlich zufrieden

    Unter den grossen Parteien überwiegt bei der SVP die Skepsis. Sie fordert, die Ausbauprogramme und die Perspektive "Bahn 2050" kritisch zu hinterfragen. Den politischen Auftrag, die Randregionen zu erschliessen, anerkennt die grösste Schweizer Partei. Luxuslösungen seien jedoch abzulehnen.

    Die systematische Umverteilung von Strassengeldern auf den Schienenverkehr sei endlich zu beenden. Die SVP fordert den Bundesrat dazu auf, das Augenmerk in der Verkehrspolitik auch auf alternative Antriebe im motorisierten Individualverkehr wie Wasserstoff, synthetische Treibstoffe und Biotreibstoffe zu lenken.

    Die SP begrüsst dagegen, dass der Bundesrat den ÖV-Anteil am Personenverkehr erhöhen will. Allerdings reiche es nicht, den Anteil nur um 3 Prozentpunkte auf 24 Prozent anzuheben, um die Pariser Klimaziele zu erreichen. Laut einer VCS-Studie müsse der Anteil von heute 20 Prozent bis 2040 auf mindestens 40 Prozent steigen.

    Die SP ist wie die Mitte-Partei der Ansicht, dass der Fokus bei der Bahninfrastruktur nicht nur auf die Agglomerationen gelegt werden sollte. Der Fernverkehr in der Schweiz sowie die Anbindung an Europa seien in der Planung ebenso zu berücksichtigen.

    Mitte für Vollausbau am Lötschberg

    Die Mitte begrüsst die Aufnahme des Vollausbaus des Lötschberg-Basistunnels in den Ausbauschritt 2035. Sie lehnt jedoch den Vorschlag des Bundesrates entschieden ab, auf Vorinvestitionen bei der Abzweigung nach Wädenswil (Zimmerberg- Basistunnel II) zu verzichten. Diese Vorinvestitionen seien unbedingt zu tätigen.

    Die FDP fordert den Bundesrat auf, verstärkt kurzfristige Massnahmen zu ergreifen, um die Effizienz zu steigern und das Bahnangebot zu verbessern. Es sei ferner vertieft zu prüfen, ob grössere Ausbauprojekte angepasst werden könnten. Auf diese Weise könnte ein Marschhalt während mindestens zehn Jahren vermieden werden.

    Der Bundesrat sollte nach Ansicht der FDP bis 2026 Massnahmen vorschlagen, um spätestens bis zum Ende des Jahrzehnts damit zu beginnen, neue Bahnstrecken zur Verkürzung der Reisezeit zwischen Lausanne und Bern sowie zwischen Winterthur und St. Gallen zu bauen.

    (AWP)

  • Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz 78-jährig verstorben

    Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz ist tot. Der gebürtige Steirer, der rund um den Energydrink einen weltweit agierenden Konzern aufgebaut hat, ist am Samstag im Alter von 78 Jahren nach einer kurzen, schweren Krebserkrankung verstorben.


    23.10.2022 09:26


    Das teilte das Unternehmen kurz vor Mitternacht mit. Mateschitz galt als reichster Österreicher und hat sich nicht zuletzt mit seinen Sponsoringaktivitäten im Sportbereich einen Namen gemacht.

    "In diesen Momenten überdeckt Trauer alle anderen Gefühle. Aber schon bald wird die Trauer Platz machen für Dankbarkeit, dafür, was er verändert, bewegt, bewirkt und so vielen Menschen ermöglicht hat", schrieb Red Bull in eine Mitteilung, die zunächst an alle Mitarbeiter ging. "Unser aller Aufgabe und Verantwortung ist es, sein Lebenswerk in seinem Sinn fortzuführen."

    Geboren wurde Dietrich Mateschitz am 20. Mai 1944 in Sankt Marein im Mürztal. Nach einem Betriebswirtschaftsstudium an der Wiener Hochschule für Welthandel, der heutigen Wirtschaftsuniversität, war er zunächst für Jacobs Kaffee und Blendax tätig.

    Im Zuge einer Dienstreise wurde er auf den asiatischen Energydrink "Krating Daeng", auf Englisch "Red Bull", aufmerksam, erwarb die Lizenzrechte und gründete Mitte der 1980er-Jahre gemeinsam mit der thailändischen Herstellerfamilie Yoovidhya das Unternehmen.

    In der Folge fuhr Red Bull eine äusserst offensive Marketingstrategie, was zusehends auch Sponsoring im Sportbereich umfasste. Handelte es sich zunächst eher um Extremsportarten, kam sukzessive der Breitensport in den Fokus - vom Fussballverein Red Bull Salzburg über Eishockey-Mannschaften bis zu eigenen Formel 1-Teams.

    Als Mitbegründer der Stiftung "Wings for Life" setzte sich Mateschitz für die Forschung zur Heilung von Querschnittslähmung ein, und auch am Mediensektor mischte der öffentlichkeitsscheue Milliardär mit - etwa mit dem Fernsehsender ServusTV. Das US-Magazin "Forbes" listete ihn 2022 mit einem Vermögen von 27,4 Milliarden Dollar auf Rang 51 im globalen Milliardärs-Ranking.

    (AWP)

  • Wirklich traurige News! Man kann nichts anderes als vor seinem Lebenswerk den Hut ziehen! Gibt es eigentlich eine gute Dokumentation oder Literatur zu dem Thema Red Bull und der Beginn des Unternehmens?

  • Gematik: Digitale Patientenakte soll automatisch für alle kommen

    Das vom Bundesgesundheitsministerium kontrollierte Unternehmen Gematik strebt an, die elektronische Patientenakte (ePA) für alle Versicherten automatisch einrichten zu lassen. Das beschloss die Gesellschafterversammlung der Gematik am Montag. "Wer das nicht möchte, kann aktiv widersprechen", erklärte das Unternehmen, das für die Digitalisierung des Gesundheitswesens in Deutschland zuständig ist. In der Versammlung sei ein entsprechender Prüfauftrag an die Gematik erteilt worden.


    07.11.2022 18:05


    Die ePA soll beispielsweise Röntgenbilder auf CD, Papierakten und Faxe überflüssig machen. Mediziner, Physiotherapeuten, Pflegekräfte und Hebammen sollen sich mit der digitalen Akte mit wenigen Klicks ein Bild vom Gesundheitszustand ihrer Patienten machen oder eine Krankengeschichte lückenlos einsehen können. Gleichzeitig sollen medizinische Daten in anonymer Form für die Forschung verfügbar gemacht werden. Die ePA wurde als freiwilliges Angebot für die 73 Millionen gesetzlich Versicherten am 1. Januar 2021 in einer Testphase gestartet. Mit dem Gesellschafterbeschluss folgt die Gematik einer politischen Vorgabe der Ampelkoalition.

    Bislang gilt das "Opt-in"-Verfahren: Das heisst, Patientinnen und Patienten müssen sich selbst darum kümmern, eine ePA zu erhalten. Beim von der Bundesregierung und der Gematik favorisierten "Opt-out"-Verfahren erhält man nur dann keine digitale Patientenakte, wenn man der Einrichtung einer ePA widerspricht.

    Bei dem nun ins Auge gefassten Verfahren soll es vier Entscheidungsstufen gehen. In der ersten Stufe geht es um die Einrichtung der ePA an sich. In den weiteren Stufen gehe es um den Zugriff auf die ePA, ihre Befüllung und die pseudonymisierte Datenweitergabe zu Forschungszwecken.

    Das neue Verfahren, das nun von der Gematik geprüft wird, soll noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden. Gesundheitsminister Karl Lauterbach, der letztlich für die inhaltliche Ausrichtung der Gematik verantwortlich ist, riskiert damit einen Konflikt mit dem Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber. Dieser hat sich kritisch zum Opt-out-Verfahren geäussert./chd/DP/stw

    (AWP)