Sehenswertes

  • Berichte: Brasiliens Präsident Bolsonaro wieder im Krankenhaus


    Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ist am Montag nach Medienberichten erneut zu Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht worden. Bolsonaro habe ein Unwohlsein im Magen verspürt, berichteten etwa das Nachrichtenportal "G1" und die Zeitung "Folha de S. Paulo" unter Berufung auf den Regierungssprecher Fabio Faria.


    29.03.2022 06:32


    Demnach war der Staatschef unterwegs zu einer Parteiveranstaltung der Republicanos in Brasília, erschien dort aber nicht, sondern machte sich auf den Weg ins Militärkrankenhaus. Seine Frau Michelle wurde damit zitiert, es gehe ihm gut.


    Der rechtspopulistische Politiker hatte sich erst im Januar wegen eines Darmverschlusses aus dem Urlaub zur Behandlung in eine Klinik nach Sao Paulo begeben müssen. Nach zwei Tagen wurde er entlassen. Bereits im Juli war ein Darmverschluss festgestellt worden. Bolsonaro wurde daraufhin mehrere Tage lang in einer Klinik in Sao Paulo behandelt.


    Bei einer Wahlkampf-Veranstaltung im September 2018 hatte ein geistig verwirrter Mann auf Bolsonaro eingestochen und ihn schwer im Bauch verletzt. Der Ex-Militär hatte den Wahlkampf dann aus dem Krankenhaus fortgeführt. Im Monat darauf wurde er zum Präsidenten gewählt. Bolsonaro musste sich mehreren Operationen unterziehen, auch noch nach seinem Amtsantritt Anfang 2019. Unter anderem musste sein Darmtrakt wiederhergestellt werden./mfa/DP/zb


    (AWP)

  • Viktor Vekselbergs Yacht in Spanien beschlagnahmt


    Die spanische Polizei hat auf Ersuchen der USA eine Yacht des russischen Oligarchen Viktor Vekselberg festgesetzt.


    05.04.2022 05:44


    Das Schiff mit dem Namen "Tango" liegt jetzt in Mallorca. Den Wert der "Tango" schätzt das amerikanische Justizministerium (DOJ) auf mindestens 90 Millionen US-Dollar, wie das DOJ am Montag mitteilte.


    Vekselberg war mit dem russischen Einmarsch in die Ukraine ins Visier der USA geraten. Er war vor zwei Wochen vom dortigen Justizministerium sanktioniert worden. Neben der "Tango" wurde seinerzeit auch ein Flugzeug von Vekselberg blockiert, das auf der Karibikinsel Aruba registriert ist.


    Die USA werfen Vekselberg Steuerbetrug, Geldwäsche und Urkundenfälschung zur Umgehung von Sanktionen vor, indem er das Eigentum an der Yacht verschleiert habe, wie die spanische Polizei schrieb. Bei der von einem spanischen Richter genehmigten Durchsuchung seien unter anderem Unterlagen und Computer beschlagnahmt worden.


    Spanien hat im Zusammenhang mit EU-Sanktionen gegen russische Oligarchen wegen des Krieges in der Ukraine bereits mindestens drei Jachten an die Leine gelegt. Die Behörden betonten allerdings, dass es im Einzelfall schwierig sei, wegen der komplizierten Firmengeflechte die tatsächlichen Eigentümer zu identifizieren.


    USA: Korrupte russische Oligarchen


    "Heute beschlagnahmt unsere Taskforce zum ersten Mal einen Vermögenswert, der einer sanktionierten Person mit engen Verbindungen zum russischen Regime gehört. Es wird nicht die letzte sein", wurde Generalstaatsanwalt Merrick B. Garland in der Mitteilung des DOJ zitiert.


    "Die Aktion machet deutlich, dass korrupte russische Oligarchen sich nicht den Sanktionen entziehen können, um ein Leben im Luxus zu führen, während unschuldige Ukrainer leiden", sagte die stellvertretende Justizministerin Lisa O. Monaco.


    In der Schweiz hält Vekselberg Beteiligungen an den Industriekonzernen Oerlikon und Sulzer, dem Stahlhersteller Swiss Steel und der Immobiliengruppe Züblin.


    Viktor Vekselberg hat einen Wohnsitz im Kanton Zug. Er war schon 2018 wegen seiner Verbindungen zur russischen Führung auf der Sanktionsliste der USA gelandet. Versuche, mithilfe der Unterstützung von Wirtschaftsführern das US-Justizministerium umzustimmen, waren bisher nie von Erfolg gekrönt.


    (AWP)

  • G7 will Preisanstieg bei Lebensmitteln dämpfen - Hungersnot droht


    Die Märkte offenhalten, von Russland blockierte Getreidelieferungen aus der Ukraine herausbekommen und Hamstern vermeiden - so will die G7-Gruppe der führenden demokratischen Industriestaaten den Anstieg der Nahrungsmittelpreise dämpfen. "Wir haben alle miteinander, gerade die grossen Exportnationen, auch eine Verantwortung für den Rest der Welt", sagte Agrarminister Cem Özdemir (Grüne) am Samstag in Stuttgart nach Abschluss des Treffens mit seinen G7-Amtskollegen. "Wir sprechen uns gegen Exportstopps aus und rufen dazu auf, die Märkte offen zu halten." Zur Ankündigung Indiens, keinen Weizen mehr exportieren zu wollen, sagte Özdemir: "Wenn jetzt alle anfangen, solche Exportbeschränkungen zu machen oder gar Märkte zu schliessen, wirkt das krisenverschärfend."


    15.05.2022 14:45


    Nach dem Willen der Ressortchefs sollen die G7-Staats- und Regierungschefs nun über das Thema beraten, berichtete Özdemir. Indien sei beim Gipfel auf Schloss Elmau in Bayern Ende Juni zu Gast. Deutschland führt derzeit die Staatengruppe. Die internationalen Getreidemärkte sind wegen des Russland-Ukraine-Kriegs besonders angespannt, die Preise gehen nach oben. Der Höhenflug bedroht insbesondere arme Länder, die auf Importe angewiesen sind.


    Der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Mathias Mogge, sieht die Gefahr von Hungersnöten. "Länder wie Ägypten, Kenia, der Südsudan, der Libanon und viele andere Staaten waren bislang direkt oder indirekt stark von russischen und ukrainischen Exporten abhängig", sagte Mogge dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Diese Länder erhalten jetzt nicht die bestellten Mengen oder müssen dafür sehr viel mehr bezahlen." Leidtragende seien besonders arme Menschen, die einen hohen Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben müssten. Auch für Hilfsorganisationen wie die Welthungerhilfe seien die gestiegen Preise ein riesiges Problem.


    Die G7 sprechen sich Özdemir zufolge grundsätzlich gegen Exportstopps aus. "Wir rufen dazu auf, die Märkte offen zu halten." Indien als weltweit zweitgrösster Weizenproduzent hatte zuvor angekündigt, die Ausfuhr des Getreides mit sofortiger Wirkung zu verbieten. Die Entscheidung sei angesichts des Anstiegs der weltweiten Weizenpreise getroffen worden, wodurch Neu Delhi die Lebensmittelsicherheit Indiens gefährdet sieht. In dem Land hatte in den vergangenen Monaten eine Hitzewelle Teile der Ernte vernichtet.


    Die G7 wollen laut Özdemir die Preise für Produktions- und Lebensmittel stärker überwachen als bisher, dabei gehe es beispielsweise um Düngemittel. Dazu solle das Agrarinformationssystem der G20-Gruppe der Industrie- und Schwellenländer gestärkt werden.


    "Es darf keine übermässige Lagerhaltung von Agrarprodukten in einzelnen Ländern geben - das ist unsolidarisch und führt zu weiteren Preissteigerungen", sagte Özdemir. Der G7-Gruppe gehören neben der Bundesrepublik die USA, Kanada, Frankreich, Grossbritannien, Italien und Japan an.


    Die Umweltschutzorganisation Greenpeace zeigte sich unzufrieden mit den Ergebnissen der G7-Agrarministerkonferenz. "Die Ministerinnen und Minister sind Erklärungen schuldig geblieben, welche konkreten Massnahmen sie ergreifen, um die Märkte zu stabilisieren", sagte Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Matthias Lambrecht den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "So steht noch kein Gramm Weizen bereit, um die Menschen zu versorgen, die vom Hunger bedroht sind, wenn die Exporte aus der Ukraine ausfallen."


    Deutschland sollte demnach in Europa vorangehen und die Beimischung von Biosprit zu Diesel und Benzin umgehend beenden. "Wenn Millionen Menschen hungern, ist nicht vertretbar, dass in den reichen Ländern wertvolle Lebensmittel in Verbrennungsmotoren verheizt werden."


    Die G7 prüft Alternativen zum Schiffstransport von Getreide aus der Ukraine, um die russische Blockade zu brechen. Nachdem es beim Schienentransport über Rumänien wegen der unterschiedlichen Spurbreite der Bahnen Probleme gebe, prüfe man etwa die Ausfuhr über die baltischen Häfen, sagte Aussenministerin Annalena Baerbock (Grüne) am Samstag zum Abschluss eines G7-Treffens nahe dem Weissenhäuser Strand an der Ostsee.


    Die Gruppe der G7 forderte Russland auf, die Blockade ukrainischer Getreideexporte zu beenden. Russlands grundloser Krieg in der Ukraine habe die globalen Wirtschaftsaussichten mit stark steigenden Nahrungsmittel-, Kraftstoff- und Energiepreisen verschlechtert, hiess es in einer beim Treffen der Aussenminister verabschiedeten Erklärung. Rund 43 Millionen Menschen stünden nur einen Schritt entfernt von einer Hungersnot. Es drohe Ernährungsunsicherheit und Unterernährung.


    Russland wies die Verantwortung für die hohen Lebensmittelpreise und die Gefahr einer Hungerkrise zurück. Die Preise stiegen wegen der westlichen Sanktionen, schrieb die russische Aussenamtssprecherin Maria Sacharowa am Samstag auf ihrem Telegram-Kanal. "Wenn man das nicht versteht, ist das entweder ein Zeichen von Dummheit oder für die bewusste Irreführung der Öffentlichkeit."/hgo/cb/bk/aha/DP/he


    (AWP)

  • Schweiz zieht bei Filmförderung über Streamingdienste nach


    Mit dem Ja des Stimmvolkes zum Ausbau der Filmförderung über Streamingdienste verkleinert die Schweiz ihren Rückstand im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Seit 2018 haben die meisten europäischen Länder eine Umsatzsteuer oder eine Investitionspflicht eingeführt.


    15.05.2022 15:04


    Einige Länder wenden beide Instrumente an. Hinter dem Effort des Europäischen Parlamentes von 2018 steckt die Idee, dass Webgiganten gleich wie öffentliche und private Fernsehsender die nationale Filmproduktion unterstützen müssen.


    In Italien sind Video-on-Demand-Dienste verpflichtet, mindestens 20 Prozent ihrer Nettoeinnahmen der europäischen Produktion zuzuweisen. In Frankreich sind es 26 Prozent. Ausserdem erhebt das Nachbarland eine Steuer von zwei Prozent für die einheimische Filmproduktion.


    In Spanien beträgt die obligatorische Investition fünf Prozent, was nahe an dem nun in der Schweiz durchgekommenen Ansatz liegt. Streaming-Plattformen sind ebenfalls verpflichtet, 30 Prozent europäische Produktionen zu zeigen. In Portugal, das keine Steuer kennt, liegt die Investitionsquote bei einem Prozent.


    In Deutschland zahlen Plattformen mit einem Umsatz von mehr als 20 Millionen Euro eine Filmsteuer von 2,5 Prozent, während für kleinere Dienste eine Abgabe von 1,8 Prozent fällig wird. Eine Investitionspflicht wird in Deutschland derzeit diskutiert.


    In Finnland, Schweden, Norwegen, Irland und den Niederlanden gibt es eine nicht näher spezifizierte Investitionspflicht. Die Streamingdienste müssen europäische Produktionen im Rahmen ihrer Möglichkeiten fördern, wenn ihnen das möglich ist.


    Österreich und das Vereinigte Königreich kennen weder eine Steuer noch eine Investitionspflicht. Belgien oder die Tschechische Republik lassen den Diensten die Wahl zwischen einer Investitions- oder einer Steuerpflicht.


    (AWP)

  • Organspende: Haltung zur Spende kann in nationales Register eingetragen werden


    Bei der Regelung von Organspenden kommt es zum Paradigmenwechsel. Wer nach dem Tod keine Organe oder Gewebe spenden will, muss dies ausdrücklich festhalten. Geplant ist dafür ein neues nationales Register.


    15.05.2022 15:04


    Eingetragen werden kann dort ein generelles Nein zur Spende oder auch ein Ja zur Entnahme von Spenderorganen und -geweben nach dem Tod. Ebenso kann vermerkt werden, welche Organe man zu spenden bereit ist. Grundlage für das neue Register ist das geänderte Transplantationsgesetz. Die Umstellung auf die neue Regelung soll frühestens 2023 erfolgen.


    Allerdings kann die Haltung zur Organentnahme auch auf anderen Wegen dokumentiert werden, oder es können Angehörige oder dafür bezeichnete Vertrauenspersonen über die Spendeabsicht respektive den Spendeunwillen informiert werden. Wer zum Kreis der nahen Angehörigen zählt, muss noch festgelegt werden.


    Jederzeit widerrufbar


    Registereinträge müssen jederzeit widerrufen werden können, und auf das Register zugreifen können sollen für Organspenden zuständige Personen in den Spitälern. Abfragen sind erst erlaubt, wenn ein Patient oder eine Patientin eine aussichtslose Prognose hat und entschieden worden ist, lebenserhaltende Massnahmen abzubrechen.


    Nun ist der Bundesrat am Zug. Bevor das Gesetz in Kraft tritt, muss er festlegen, welche Daten im Register bearbeitet werden und was die Voraussetzungen für das Aufbewahren und Löschen der Daten sind. Wer Daten ins Register eintragen will, muss sich identifizieren - auch hier muss der Bundesrat nun festlegen, wie dies zu geschehen hat.


    Das Register werde vom Bund erstellt, und es werde die hohen Anforderungen des Bundes punkto Datensicherheit erfüllen müssen, schreibt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) vor der Abstimmung. Bevor die neuen Regeln in Kraft treten, muss das Register bereit sein. Auch eine Information der Bevölkerung sieht das Gesetz vor.


    Auftrag an Swisstransplant


    Erstellt und verwaltet wird das Register vom Bund und betrieben von Swisstransplant unter Aufsicht des BAG, wie die Stiftung auf Anfrage mitteilte. Swisstransplant habe als Zuteilungsstelle für Organe einen Leistungsauftrag vom Bund, der per 1. Januar 2023 erneuert werde.


    Nach Angaben des BAG erhält Swisstransplant als nationale Zuteilungsstelle pro Jahr eine Million Franken. Das Parlament habe den Bund verpflichtet, den Betrieb des Registers der Stiftung Swisstransplant zu übertragen.


    (AWP)

  • Frontex: Klares Resultat laut Ja-Komitee Bekenntnis zur Sicherheit


    Für das Ja-Komitee ist die klare Zustimmung des Volkes zur Finanzierung von Frontex ein Bekenntnis zur Sicherheit der Schweiz und zur Weiterführung der bestehenden Zusammenarbeit mit der EU. Das Schweizer Stimmvolk habe verstanden, dass Sicherheitspolitik nicht isoliert möglich sei, sagte FDP-Nationalrätin Maja Riniker.


    15.05.2022 15:05


    "Ich bin sehr erfreut und erleichtert darüber", sagte Riniker, Mitglied der sicherheitspolitischen Kommission, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Die Zusammenarbeit im Rahmen von Schengen/Dublin habe sich seit mehreren Jahren bewährt. Bei den Menschenrechtsverletzungen in Bezug auf Frontex müsse man hinschauen, sagte sie.


    Da sei jedoch schon ein Prozess der Verbesserung innerhalb von Frontex im Gange. Das zeige etwa der Rücktritt des Frontex-Chef nach schweren Vorwürfen im Zusammenhang mit der Zurückweisung von Migranten im Mittelmeer, sagte Riniker.


    (AWP)

  • USA wollen wegen Engpass bei Säuglingsnahrung mehr Pulver importieren


    Wegen dramatischer Engpässe bei Säuglingsmilchnahrung in den USA will die Regierung mehr Importe dieser Produkte zulassen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA kündigte am Montag (Ortszeit) an, geltende Regeln für die Einfuhr zu diesem Zweck flexibler zu gestalten. FDA-Chef Robert Califf sagte: "Wir hoffen, dass dieser Aufruf an den Weltmarkt erhört wird und dass internationale Unternehmen die Gelegenheit nutzen, um die Versorgung mit Produkten zu verbessern, die für viele Kleinkinder die einzige Nahrungsquelle darstellen."


    17.05.2022 06:34


    Hintergrund der Engpässe ist der Ausfall einer Fabrik des grössten Herstellers von Säuglingsmilchnahrung in den USA, Abbott . Der Produzent hatte mehrere Produktlinien zurückgerufen, nachdem womöglich wegen bakterieller Verunreinigungen vier Säuglinge erkrankt und zwei gestorben waren. Die Produktion in einem Werk der Firma im Bundesstaat Michigan wurde vorerst komplett gestoppt. Die FDA einigte sich nach eigenen Angaben mit dem Hersteller nun auf diverse Vorkehrungen für eine Wiedereröffnung der Fabrik, wie die Behörde weiter mitteilte. Bis die Produktion dort aber wieder anlaufe und Säuglingsmilchnahrung in den Handel ausgeliefert werden könne, werde es mehrere Wochen dauern, teilte das Unternehmen mit.


    Wegen des Mangels an Babymilchpulver im Land hatte sich zuletzt US-Präsident Joe Biden eingeschaltet und die Regierung angewiesen, dafür zu sorgen, dass Säuglingsmilchnahrung verfügbar ist. Laut FDA werden normalerweise 98 Prozent der verbrauchten Säuglingsnahrung in den USA selbst hergestellt. Importe stammten bislang hauptsächlich von Handelspartnern in Mexiko, Irland und den Niederlanden, hiess es./jac/DP/ngu


    (AWP)

  • Engpass bei Babynahrung: Biden greift zu ungewöhnlichen Mitteln


    Wegen dramatischer Engpässe bei Babymilchnahrung in den USA greift die Regierung zu ungewöhnlichen Mitteln, um Familien mit Milchpulver zu versorgen.


    19.05.2022 06:38


    US-Präsident Joe Biden entschied, das ursprünglich für Kriegszeiten eingeführte Gesetz "Defense Production Act" anzuwenden, um die Produktion von Babynahrung anzukurbeln, wie das Weisse Haus am Mittwochabend (Ortszeit) mitteilte. Konkret ordnete Biden an, dass Hersteller von Säuglingsmilchnahrung von Lieferanten bevorzugt vor anderen Kunden mit den nötigen Zutaten versorgt werden.


    Das Gesetz erlaubt es US-Präsidenten, im Interesse der nationalen Sicherheit in die Privatwirtschaft einzugreifen. In der Corona-Pandemie war die Regelung zuletzt bereits zum Einsatz gekommen, um Unternehmen zur verstärkten Herstellung von medizinischen Geräten und Schutzmasken zu verpflichten.


    Um den Import von Babymilchpulver zu beschleunigen, habe Biden nun ausserdem angewiesen, dass Verkehrsflugzeuge des Verteidigungsministeriums genutzt werden könnten, um Säuglingsnahrung aus dem Ausland in die USA zu bringen, hiess es weiter. Wie schon zu Beginn der Corona-Pandemie, werde das Pentagon seine Verträge mit kommerziellen Luftfrachtunternehmen nutzen, um Produkte aus ausländischen Produktionsstätten zu transportieren. Die Umgehung der regulären Luftfrachtrouten spare viel Zeit.


    Hintergrund des Mangels ist der Ausfall einer Fabrik des grössten Herstellers von Säuglingsmilchnahrung in den USA, Abbott. Der Produzent hatte mehrere Produktlinien zurückgerufen, nachdem womöglich wegen bakterieller Verunreinigungen vier Säuglinge erkrankt und zwei gestorben waren. Die Produktion in einem Werk der Firma im Bundesstaat Michigan wurde vorerst komplett gestoppt.


    Erst am Montag hatte die US-Regierung angekündigt, wegen der Engpässe mehr Importe von Babymilchpulver zuzulassen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA einigte sich nach eigenen Angaben auch mit Abbott auf diverse Vorkehrungen, um die betroffene Fabrik wieder zu eröffnen. Bis die Produktion dort aber wieder angelaufen sei und Säuglingsmilchnahrung in den Handel ausgeliefert werden könne, werde es mehrere Wochen dauern, teilte das Unternehmen mit.


    (AWP)

  • USA fliegen wegen Engpässen Babynahrung über Ramstein ein


    (Ausführliche Fassung) - Wegen dramatischer Engpässe in den USA fliegt die US-Regierung über ihren Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz Säuglingsmilchnahrung ein. Am Samstagabend sei eine erste Maschine mit medizinischer Spezial-Babynahrung von Ramstein aus in Richtung USA gestartet, sagte der Direktor des Nationalen Wirtschaftsrates im Weissen Haus, Brian Deese, am Sonntag im US-Sender CNN. Weitere Flüge seien in den kommenden Tagen geplant. US-Präsident Joe Biden schrieb während seiner Asien-Reise auf Twitter, an Bord der ersten Militärmaschine seien mehr als 70 000 Tonnen Säuglingsmilchnahrung. "Unser Team arbeitet rund um die Uhr, um allen, die es brauchen, sichere Babynahrung zukommen zu lassen."


    22.05.2022 16:57


    Hintergrund der Engpässe ist der Ausfall einer Fabrik von Abbott, dem grössten Hersteller von Säuglingsmilchnahrung in den USA. Abbott hatte mehrere Produktlinien zurückgerufen, nachdem möglicherweise wegen bakterieller Verunreinigungen vier Säuglinge erkrankt und zwei gestorben waren. Die Produktion in einem Werk der Firma im Bundesstaat Michigan wurde im Februar vorerst gestoppt. Biden hat die Engpässe zur Chefsache erklärt und unter anderem ein für Kriegszeiten gedachtes Gesetz aktiviert, um die Produktion anzukurbeln.


    Biden hatte zudem vergangene Woche die "Operation Fly Formula" (in etwa: "Operation Babynahrung Fliegen") ausgerufen. Verteidigungsminister Lloyd Austin hatte am Freitag Flüge dazu angeordnet. Das Weisse Haus hatte mitgeteilt, wegen der Dringlichkeit würden dafür zunächst Militärflugzeuge aus Ramstein eingesetzt, weil am Wochenende keine kommerziellen Flüge verfügbar gewesen seien. Künftig würden die meisten Lieferungen aber mit kommerziellen Fliegern abgewickelt. Deese sagte auf die Frage, wieso in den USA - einem der reichsten Länder der Welt - überhaupt Babynahrung knapp werden könne: "Es ist frustrierend."


    Abbott-Chef Robert Ford drückte am Samstag sein Bedauern aus. "Es tut uns leid für jede Familie, die wir im Stich gelassen haben, seit unser freiwilliger Rückruf den Mangel an Babynahrung in unserem Land verschärft hat", schrieb Ford in Gastbeitrag in der "Washington Post". Man glaube dennoch, dass der Rückruf richtig gewesen sei. "Wir werden keine Risiken eingehen, wenn es um die Gesundheit von Kindern geht." Man wisse, dass wegen fehlender Abbott-Spezialnahrung einige Kinder, die andere Nahrung und Milch nicht verdauen könnten, ins Krankenhaus gekommen seien. "Das ist tragisch und herzzerreissend."


    Ford kündigte Massnahmen an, um die Engpässe zu überwinden. Der Herstellung dieser Spezialnahrung werde die höchste Priorität eingeräumt, schrieb der Abbott-Chef. Den betroffenen Familien solle mit einem Fonds von 5 Millionen Dollar geholfen werden. Ausserdem sei nun ein anderes Abbott-Werk, das sonst Produkte für Erwachsene herstelle, auf Babynahrung umgestellt worden. Zusätzlich werde Babynahrung von einer Fabrik in Irland eingeflogen. Man gehe davon aus, das Werk in Michigan in der ersten Juniwoche wieder öffnen zu können. Abbott investiere ausserdem in Massnahmen, damit es nicht wieder zu solchen Engpässen komme./cy/DP/jha


    (AWP)

  • Blatter und Platini wegen Betrugsvorwurfs vor Bundesstrafgericht


    Die Ex-Präsidenten von Fifa und Uefa, Joseph Blatter und Michel Platini, stehen ab nächster Woche wegen einer verdächtigen Zwei-Millionen-Zahlung vor dem Bundesstrafgericht. Die Bundesanwaltschaft beschuldigt sie des Betrugs. Die Verteidigung spricht von einem Komplott.


    01.06.2022 08:55


    Die beiden Beschuldigten werden sich ab dem 8. Juni vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona verantworten müssen: Der 86-jährige Joseph Blatter als einstiger Präsident des Weltfussballverbands Fifa mit Sitz in Zürich, und der 66-jährige Michel Platini als Ex-Präsident des europäischen Fussballverbands Uefa mit Sitz in Nyon.


    Die Bundesanwaltschaft (BA) erhob im November 2021 Anklage. Im Mittelpunkt steht eine Zahlung von 2 Millionen Franken, welche die Fifa 2011 an Platini für angebliche Beraterdienste zwischen Juli 1998 und Juni 2002 überwiesen hatte. Die Zahlung war von Blatter gutgeheissen worden - mehr als acht Jahre nach Beendigung der Beratertätigkeit. Für die BA gibt es keine rechtliche Grundlage für diese Zahlung.


    Wie der Anklageschrift zu entnehmen ist, hatte Platini ab 1999 auf der Grundlage eines Vertrages für seine vierjährige Beratertätigkeit bereits eine Entschädigung von 300'000 Franken pro Jahr erhalten. Die Zahlung erfolgte nach Rechnungsstellung ohne einen Abzug von Sozialversicherungsbeiträgen.


    Die BA ist überzeugt, dass die beiden Funktionäre "zu einem nicht bestimmbaren Zeitpunkt übereinkamen, dass Platini aus dem Vereinsvermögen der FIFA ein substanzieller, nicht geschuldeter Betrag zukommen sollte." Die Beschuldigten selbst sprachen von einer aufgeschobenen Restzahlung von jeweils 500'000 Franken pro Jahr. Es habe eine mündliche Vereinbarung gegeben. Platini stellte aus Sicht der BA "eine fiktive Rechnung".


    Arglistiges Vorgehen


    Ein wichtiges Detail: Bei der zweiten Tranche bezahlte die Fifa auch Sozialversicherungsbeiträge auf das Zwei-Millionen-Honorar von 229'000 Franken - wie bei einem Angestellten. Der Gesamtschaden zu Lasten der Fifa betrug demnach mehr als 2,2 Millionen Franken.


    Blatter hat laut BA mit Arglist gehandelt. Der ihm unterstellte Finanzdirektor habe nicht von einer Täuschung ausgehen können, als er die Zahlungsanweisung ausgeführt habe. Die Zahlung war gemäss BA hingegen rechtswidrig und diente zur Bereicherung Platinis.


    Die BA sieht den Tatbestand des Betrugs erfüllt und wird im Rahmen der Hauptverhandlung die Strafanträge stellen. Sollte das Gericht keine Arglist feststellen können, wird auf Veruntreuung oder auf ungetreue Geschäftsbesorgung plädiert. Zudem wird der Vorwurf der Urkundenfälschung erhoben.


    Blatter optimistisch


    Die Beschuldigten haben die Vorwürfe stets zurückgewiesen. In einer kurzen schriftlichen Stellungnahme, die Keystone-SDA vorliegt, erklärt Joseph Blatter: "Ich blicke der Verhandlung vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona mit Optimismus entgegen."


    Die Lohnzahlung an Platini aus dem Jahr 2011 sei geschuldet gewesen. Der Vorgang sei korrekt deklariert, entsprechend abgerechnet und von allen zuständigen Instanzen der Fifa genehmigt gewesen. Blatter wird vom bekannten Rechtsanwalt Lorenz Erni verteidigt.


    Platinis Verteidiger Dominic Nellen spricht seinerseits von einem politisch motivierten Vorgang, in dem es darum gegangen sei, Platini als Fifa-Präsidenten zu verhindern. "Das Verfahren gegen Herrn Platini ist das Ergebnis eines Komplotts", sagte er auf Anfrage von Keystone-SDA.


    Sechs Zeugen


    Es stellt sich die Frage, ob durch die Eröffnung des Strafverfahrens der Weg für Gianni Infantino frei gemacht werden sollte, der 2016 die Nachfolge von Blatter als Fifa-Präsident antrat.


    Insgesamt werden sechs Zeugen befragt, darunter am zweiten Verhandlungstag Olivier Thormann, der damals die Leitung für Wirtschaftskriminalität bei der BA inne hatte. Inzwischen ist er selbst als Richter am Bundesstrafgericht tätig - als Präsident der Berufungskammer.


    Nellen erklärt die Präsenz der zahlreichen Zeugen wie folgt: "Für die Hauptverhandlung sind Zeugen geladen, die die Bundesanwaltschaft im Vorverfahren trotz des Antrags der Verteidigung nicht einvernehmen wollte."


    Vom 8. Juni bis 22. Juni sind für die Hauptverhandlung vor der Strafkammer elf Verhandlungstage angesetzt. Allerdings wird jeweils nur am Vormittag debattiert - bis spätestens 13.30 Uhr. Der Gesundheitszustand von Joseph Blatter lässt maximal vier Stunden pro Tag zu. Die Fifa tritt im Verfahren als Privatkläger auf. Die Urteilseröffnung ist auf den 8. Juli festgelegt. (SK.2021.48)


    (AWP)

  • Ex-Fifa-Chef Blatter weist alle Anschuldigungen zurück


    Die Hauptverhandlung vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona gegen Ex-Fifa-Präsident Joseph Blatter und Ex-Uefa-Präsident Michel Platini hat am zweiten Verhandlungstag mit der Befragung von Blatter begonnen. Der Ex-Fifa-Präsident wies alle Anschuldigungen von sich.


    09.06.2022 10:40


    In der Einvernahme wies Blatter die in der Anklageschrift enthalten Vorwürfe entschieden zurück, insbesondere den Vorwurf, dass Platini rechtswidrig im Jahr 2011 zwei Millionen Franken plus Sozialabgaben überwiesen worden seien. Dieses Geld sei geschuldet gewesen. Er verstehe nicht, warum es ein Strafverfahren für einen administrativen Vorgang in einem Verein wie der FIFA gebe.


    Blatter rekonstruierte die Zusammenarbeit mit Michel Platini, die 1998 nach seiner Wahl zum Fifa-Präsidenten begonnen hätte. "Platini sagte mir, er sei als Berater eine Million Franken pro Jahr Wert, und ich sagte Ja", erläuterte Blatter. Dies sei so mündlich in einem Gentleman-Agreement festgehalten worden.


    1999 sei in einem schriftlichen Vertrag die Summe von 300'000 Franken festgehalten worden, weil sich die Fifa in einer schlechten finanziellen Lage befunden habe. "2002 waren wir praktisch pleite", so Blatter.


    Warum die Nachforderungen von Platini für seine Beraterdienste zwischen 1998 und 2002 erst 2011 gekommen seien, könne er nicht sagen. Er bestritt, dass die in seinem Schreibtisch gefundene Rechnung von Platini ein "Faustpfand" sein sollte, um diesen als Fifa-Präsidenten zu verhindern.


    Keine Antwort auf Fifa-Fragen


    Auf eine Nachfrage der Fifa-Verteidigerin antwortet Blatter nicht: "Fifa-Präsident Gianni Infantino antwortet mir sei 2016 nicht, daher antworte ich auch nicht auf Fragen der Fifa." Die Fifa hatte wissen wollen, warum die Überweisung der 2 Millionen Franken nicht in den Unterlagen und Protokollen vermerkt sei, obwohl Blatter behauptete, die Zahlung sei von allen Gremien der FIFA abgesegnet worden.


    Blatter kritisierte auch, dass man ihn nach der Aktion der Bundesanwaltschaft von 2015 schon medial vorverurteilt habe, obwohl der nur seinen Pflichten nachgekommen sei: "Ich bin schon bestraft - und das seit sieben Jahren." Die ganze Familie habe darunter gelitten - selbst seine Enkelin habe Mobbing erleiden müssen. Er sei froh, dass nun die Geschehnisse von damals vom Gericht beurteilt würden.


    Blatter erklärte zu seiner persönlichen Situation, dass er in Visp eine Wohnung habe, aber sein soziales Leben sich in Zürich abspiele. Er lebe von der AHV und seinen Ersparnissen, die er nicht näher bezifferte. Seinen monatlichen Finanzbedarf gab er mit rund 25'000 Franken an.


    (AWP)

  • Mercedes 300 SRL: Wie das teuerste Auto der Welt versichert wird


    Noch immer ist unklar, wer 142 Millionen Dollar ausgegeben hat, um den Mercedes 300 SRL zu ersteigern. Hingegen ist klar, was die Versicherung kostet.


    12.06.2022 06:30


    Am 5. Mai wurde ein Mercedes-Benz 300 SLR Uhlenhaut-Coupé von 1955 bei einer Auktion im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart für 142 Millionen Dollar versteigert. Es war der höchste Preis, der je für ein Auto bei einer Auktion gezahlt wurde, und schlug die achtstelligen Ferrari-Verkäufe, die lange die höchsten Preise generierten, deutlich.


    Die Identität des Käufers des silbernen Einzelstücks mit Flügeltüren und glänzenden Auspuffrohren, die aus der rechten Seite herausragen, bleibt ein Rätsel. Ungeachtet hartnäckiger Branchengerüchte bestreiten Vertreter von Ernesto Bertarelli, dem schweizerisch-italienischen Milliardär, gegenüber Bloomberg, dass der langjährige Mercedes -Benz-Kenner den glücklichen Zuschlag gemacht habe.


    "Der Käufer ist in erster Linie ein Enthusiast und kein Investor", sagt Simon Kidston, der den Zuschlag im Namen eines Kunden abgegeben hat, den er nicht nennen will. "Es ist jemand, der das Auto liebt. Der Käufer hat mich nie gefragt, was das Auto meiner Meinung nach in Zukunft wert sein könnte."


    Sicher ist, dass ein so wertvolles Objekt eine grundsolide Versicherungspolice braucht – wenn der neue Besitzer damit fahren will. Laut Analysten von Hagerty, einer Firma, die Versicherungen für Sammelfahrzeuge und Sammlungen im Wert von bis zu 1 Milliarde US-Dollar anbietet, ist technisch gesehen keine Versicherung erforderlich, wenn das Auto nie gefahren wird.


    "Es gibt Teile der Welt, in denen die Menschen hochwertige Fahrzeuge nicht versichern", sagt Jack Butcher, President of Global Markets bei Hagerty. "Sie wollen sie von den Büchern fernhalten."


    Wie ein Kunstwerk


    Ein Sprecher von Mercedes-Benz sagte, das Unternehmen werde sich hinsichtlich der Versicherung im Hinblick auf das Rekord-Coupé nicht äussern. Aber laut Abe Barnett, Vizepräsident von Signature Services, Hagertys höchstem Versicherungssegment, wäre die naheliegendste Methode für den neuen Besitzer, es im Rahmen einer Schifffahrtsversicherung abzusichern, die hochwertige Gegenstände abdeckt, die normalerweise von einer ordnungsgemässen Deckung ausgeschlossen sind .


    Zahlreiche Faktoren spielen bei der Festlegung der Raten und der Struktur einer solchen Police eine Rolle – Dinge wie Standort, Lagerung und Fahrzeugtyp –, aber im Allgemeinen kostet die Versicherung eines Fahrzeugs im Wert von 100 Millionen US-Dollar weit über 100'000 US-Dollar pro Jahr.


    "Das würde es im Wesentlichen wie ein Schmuck- oder Kunststück behandeln", sagt Barnett. "Die Police bietet eine viel breitere Form der Deckung im Gegensatz zu einer Standard-Autoversicherung. Wenn sie ihr Fahrzeug herumführen, egal ob sie es zu einem Concours oder auf eine Strassenrallye mitnehmen wollen, deckt das diese Police angemessen ab."


    Galerien und Kunstmessen nutzen diese Form der Deckung oft, um Gemälde, Skulpturen, Drucke, Sammlungen und kulturelle Artefakte zu schützen, und Elite-Werkstätten tun es mit Autos. Dazu gehört auch der Schutz vor Schäden oder Verlusten durch Diebstahl, Unfall oder unsachgemässe Handhabung oder im Falle eines ungeklärten Verschwindens von Eigentum. Es würde auch helfen, die Kosten für die Reparatur oder den Ersatz von Eigentum zu decken, das durch Feuer, Wind, Hagel oder Wasser beschädigt wurde.


    Schiffahrts-Policen decken jedoch keine Schäden durch Krieg, Nuklear- oder andere Schäden ab. Sie decken keine mechanischen Ausfälle oder Probleme ab, die durch regelmässigen Gebrauch entstehen, wie zum Beispiel Reifenplatzer, Schlauchreparaturen oder Bremsenwechsel. Die jährliche Wartung solcher Fahrzeuge kann Zehntausende von Dollar für Lagerung, Kraftstoff, Teile und Service kosten.


    "Es ist allgemein üblich, dass Versicherungen nicht versuchen, das zu versichern, was sie als normale Abnutzung betrachten", sagt Butcher.


    Knackpunkt ist die Bewertung


    Am wichtigsten beim Abschluss einer solchen Police ist es, sich auf den Wert zu einigen, für den das Fahrzeug versichert wird. Diese Zahl kann weit über dem liegen, was dafür bezahlt wurde; es kann auch steigen, wenn ein Auto restauriert wird. Kidston lehnte es ab, Einzelheiten über den Wert zu besprechen, für den das Fahrzeug seines Kunden versichert wäre.


    Die Erhaltung oder Restaurierung eines einzelnen Millionen-Dollar-Fahrzeugs kann dessen Wert erheblich steigern, was beim Uhlenhaut-Coupé nicht der Fall war.


    "Da das Auto schon immer ein Juwel des Mercedes-Benz Museums war, wurde es immer akribisch in hervorragendem Zustand gepflegt", sagt Haynes. "Soweit wir wissen, gab es wirklich keine Arbeiten am Auto, bevor es zum Verkauf angeboten wurde."


    Bei Fahrzeugen, die repariert werden müssen, meldet sich der Versicherungsanbieter häufig vierteljährlich bei vermögenden Eigentümern, um den Fortschritt des Projekts zu ermitteln und den Wert der Versicherungspolice entsprechend anzupassen.


    Es sicher halten


    Wie und wo das Auto gelagert wird, wirkt sich wahrscheinlich mehr als alles andere auf den Preis der Versicherungspolice aus. "Viele wohlhabende Menschen leben in wunderschönen Gegenden, die oft katastrophal exponiert sind", sagt Butcher und nennt Privatinseln, bewaldete Berge und steile Klippen.


    Es ist von entscheidender Bedeutung, ein Fahrzeug von Waldbrandgebieten und Hurrikanzonen fernzuhalten. Dies gilt auch für die Lagerung in einer temperaturkontrollierten Umgebung mit effektiven Sicherheitskameras, Einbruchsalarmen und Sprinkleranlagen, die feuerhemmenden Schaum versprühen können. Einige Sammler gehen so weit, dass sie in einem Umkreis von 50 Metern um den Ort, an dem sie das Auto lagern, vorsorglich Gebüsch räumen und Rückhaltebecken graben, um Flammen zu dämpfen, falls sich ein Feuer nähert – alles, um die Investition zu schützen.


    Eine zusätzliche Überlegung: "Die Versicherer werden das Alter der Personen wissen wollen, die ihn wahrscheinlich fahren werden", sagt Kidston. "Und wenn das Auto transportiert wird, verlangen sie oft, dass zwei Fahrer auf dem Lkw sitzen und dass er nicht für längere Zeit unbewacht bleibt." Der Transport kostet normalerweise 2000 bis 10'000 US-Dollar oder mehr, je nachdem, ob das Fahrzeug mit einem Pritschenwagen, einem überdachten Transporter, einem Boot oder einem Frachtflugzeug transportiert wird.


    Bei ultraseltenen Autos entfällt in der Regel ein Selbstbehalt. Wenn ein Besitzer darauf besteht, könnten es 1 Prozent oder 5 Prozent oder 10 Prozent des gesamten Versicherungswerts des Autos sein, sagt Butcher. Ein Selbstbehalt ist eine Möglichkeit, um zu vermeiden, dass bei kleineren Zwischenfällen wie Dellen oder gerissenen Rädern Versicherungsansprüche geltend gemacht werden müssen.


    "Wenn jemand die Kosten tragen möchte, möchte er es vielleicht selbst reparieren", sagt Barnett. "Sie könnten sagen: Nun, es sind 50'000 oder 100'000 Dollar. Das bezahle ich gerne aus eigener Tasche."


    Wie bei Ihrer alltäglichen Kfz-Versicherung trägt der Wegfall der Schadensmeldung dazu bei, die Versicherungsprämie so gering wie möglich zu halten. "Keine verrückte Menge, aber es senkt es genug", sagt Barnett. Aus ethischen Gründen sollte jeder, der ein Fahrzeug verkauft, selbst kleine Vorfälle offenlegen, die damit passiert sind – unabhängig davon, ob der Vorfall der Versicherung gemeldet wurde oder nicht.


    (Bloomberg/hec)

  • Schweizer Luftverkehr durch Skyguide-Netzwerkfehler stundenlang lahmgelegt


    (Zusammenfassung nach Ende der Störung) - Der Luftverkehr in der Schweiz ist am Mittwoch durch eine IT-Störung bei der Flugsicherung Skyguide stundenlang lahmgelegt worden. Wegen eines Netzwerkfehlers musste der Luftraum ausgerechnet in der Morgenwelle gesperrt werden. Rund 100 Flüge wurden annulliert oder umgeleitet. Tausende Passagiere waren betroffen.


    15.06.2022 12:54


    Die Störung wurde gegen 4 Uhr morgens festgestellt, wie Skyguide bekannt gab. Aus diesem Grund wurde der Luftraum aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Flughäfen Zürich und Genf waren damit lahmgelegt. Es konnten weder Flugzeuge starten noch landen. Auch Überflüge über die Schweiz waren nicht möglich.


    Laut einer Skyguide-Sprecherin mussten vorübergehend andere Flughäfen angeflogen werden. In der Schweiz war dies der Flughafen Basel, welcher der französischen Flugsicherung untersteht. Im Ausland seien die Maschinen an den nächsten Flughafen umgeleitet worden.


    Tausende Reisende betroffen


    Am Flughafen Zürich wurden 77 Flüge gestrichen und 15 Flieger landeten anderswo. In Genf warteten 2000 Menschen auf ihre Maschine.


    Bei der Swiss wurden bis am Mittag 30 Kurzstreckenflüge von und nach Zürich und Genf annulliert. Davon waren rund 6400 Passagiere betroffen. Für diese Kunden suchte die Swiss nach Lösungen, beispielsweise in Form von Umbuchungen. Zu den finanziellen Auswirkungen wollte sich die Lufthansa-Tochter nicht äussern.


    Auch der Flugverkehr am EuroAirport Basel-Mulhouse war wegen der Panne bei Skyguide und der damit verbundenen Sperrung des Schweizer Luftraums vorübergehend stark betroffen, wie es auf Anfrage hiess.


    Am Flughafen Bern waren Flüge nach Instrumentenflugregeln (IFR) nicht möglich. Dazu gehören alle Linienflüge. Private Flüge nach Sichtflugregeln hingegen waren weiterhin möglich. Dies sagte Urs Ryf, Flughafenchef des Bern Airport, auf Anfrage von Keystone-SDA.


    Ab 8.30 Uhr Luftraum wieder offen


    Ab 8.30 Uhr war die Störung bei Skyguide behoben und der Luftraum wurde wieder geöffnet. Es könne aber den ganzen Tag über noch Verspätungen von Flügen geben, sagte die Skyguide-Sprecherin. Sofern das Netzwerk keine weiteren Probleme mache, sollte der Flugbetrieb am (morgigen) Donnerstag wieder normal laufen.


    Der Flughafen Zürich gab bekannt, dass seit 10 Uhr der Flugbetrieb wieder auf voller Kapazität laufe. Aber "wir empfehlen Passagieren weiterhin, sich bei ihrer Airline über den Status ihres Fluges zu informieren", schrieb der grösste Airport des Landes.


    Die Swiss nahm den Flugbetrieb schrittweise wieder auf. Die Airline erklärte aber, dass es noch zu Unregelmässigkeiten kommen könne.


    Netzwerkfehler Ursache der Störung


    Die Ursache für die stundenlange IT-Störung war ein Netzwerkfehler, wie die Skyguide-Sprecherin sagte: "Ein Cyberangriff ist definitiv ausgeschlossen."


    Der Netzwerkfehler sei im Skyguide-Rechenzentrum in Genf aufgetreten. Und weil der Fehler im Netzwerk aufgetreten sei, habe das zweite Skyguide-Zentrum in Dübendorf den Betrieb nicht überbrücken können, hiess es weiter. Deshalb habe die Flugsicherung entschieden, aus Sicherheitsgründen den ganzen Luftraum zu sperren, sagte die Skyguide-Sprecherin.


    jb/tv/rw


    (AWP)

  • Überschallknalle bei Luftpolizeieinsatz der Schweizer Armee


    Die Schweizer Armee hat am Donnerstagabend einen Luftpolizeieinsatz vorgenommen. Dabei seien zu Überschallknalle entstanden, sagte ein Armeesprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.


    16.06.2022 22:08


    Zuvor hatte die Kantonspolizei Zug auf Twitter mitgeteilt, ihre Einsatzzentrale habe mehrere Meldungen wegen zwei lauter Knallgeräusch und spürbaren Druckwellen erhalten. Es bestehe keine Gefahr, teilte die Zuger Polizei weiter mit. Es habe sich um einen Luftpolizeieinsatz der Schweizer Armee gehandelt, die mit ihren Kampfjets die Überschallgeschwindigkeit erreichten.


    Die Armee habe um 18.50 Uhr eine Alarmmeldung erhalten, sagte der Armee-Sprecher der Keystone-SDA. Darauf seien zwei F/A-18-Kampfflugzeuge aufgestiegen. Sie hätten ein Flugzeug durch den Schweizer Luftraum begleitet bis zur sicheren Landung auf dem Flughafen Zürich. Dort sei es vor 20 Uhr eingetroffen. Bei dem Einsatz habe es über Luzern einen Doppelüberschallknall gegeben.


    Nach Angaben von "20 Minuten" handelte es sich bei dem begleiteten Flugzeug um eine Swiss-Maschine, die von Pristina im Kosovo auf dem Weg nach Zürich war.


    (AWP)

  • Lunch mit US-Investor Buffett für 19 Millionen Dollar


    Rund 19 Millionen Dollar berappt ein unbekannter Bieter für ein Mittagessen mit dem legendären US-Investor Warren Buffett. Die Auktion auf dem Onlineportal Ebay hatte am vergangenen Sonntag mit einem Startpreis von 25'000 Dollar begonnen.


    19.06.2022 09:34


    Bis am Freitag gab es Gebote in schwindelerregender Höhe. Der anonyme Sieger darf für 19 Millionen Dollar bis zu sieben Gäste zu dem Lunch mit dem Milliardär in ein New Yorker Steakhaus mitbringen.


    Seit 1999 versteigert Buffett alljährlich ein Essen in seiner Gesellschaft dort. Den Erlös spendet er für Obdachlose im kalifornischen San Francisco.


    Wegen der Corona-Pandemie war der kostspielige Lunch mit der Investoren-Legende zwei Mal ausgefallen. In diesem Jahr soll es das letzte Event dieser Art mit dem 91-Jährigen sein.


    In den Jahren zuvor habe er dank der Aktion interessante Leute aus der ganzen Welt kennengelernt, sagte Buffett laut einer Ebay-Erklärung. "Ihre Gemeinsamkeit ist, dass sie den Eindruck haben, dass das Geld gut verwendet wird."


    mk/


    (AWP)

  • Immer teurer: Soviel kosteten Mittagessen mit Warren Buffett früher - und heute


    Für eine Wohltätigkeitsaktion versteigert Starinvestor Warren Buffett ein Essen. Die diesjährige Auktion brach Rekorde.


    02.07.2022 16:00


    Starinvestor Warren Buffett trinkt bekanntlich gerne Cherry Coke. Mindestens einmal im Jahr nimmt der 91-Jährige aber auch deutlich sättigendere Kalorien zu sich: Er isst ein saftiges Steak.


    Die Fleischdelikatesse gönnt es sich aber nicht nur aus purer Lust am Genuss – der Milliardär verspeist sie vielmehr für einen guten Zweck: für eine Wohltätigkeitsaktion der Stiftung Glide aus San Francisco: Einmal im Jahr wird die Einladung zum Steak auf der Online-Plattform Ebay versteigert, heuer geschah dies zum zwanzigsten Mal. Mit dem Erlös unterstützt die Stiftung unter anderem Obdachlose.


    [Blocked Image: https://www.cash.ch/sites/default/files/public/uploads/buffett_2-2.jpg]


    19 Millionen Dollar spielte die Auktion dieses Jahr ein. Für diese Summe – ein Rekord – darf die unbekannte Bieterin oder der unbekannte Bieter bis zu sieben Freunde und Freundinnen ans Steak-Dinner im New Yorker Restaurant "Smith & Wollensky" einladen. Buffett ist bereit, über alles zu sprechen – einzig ein Thema ist an dem Abend tabu: Wo er als Nächstes investieren wird.


    Bei der ersten Versteigerung, 1999, war das Abendessen deutlich günstiger zu haben: Lediglich 25’000 Dollar kamen damals herein, wie unsere Grafik der Woche zeigt. Die diesjährige Auktion wird die letzte gewesen sein: Buffett, mit seinen 91 Jahren nicht mehr ganz jung, will die Serie nun nicht mehr weiterführen.


    (mbü)

  • Weltbevölkerung wächst laut Uno-Bericht immer langsamer


    Die Zahl der Menschen auf der Erde wächst einem neuen UN-Bericht zufolge immer langsamer.


    11.07.2022 06:56


    "Im Jahr 2020 ist die Wachstumsrate der Weltbevölkerung erstmals seit 1950 auf unter ein Prozent pro Jahr gesunken", teilten die Vereinten Nationen am Montag in einem Bericht mit, der der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorab vorlag.


    Für John Wilmoth, Direktor der UN-Bevölkerungsabteilung, stecken in dieser globalen Entwicklung - trotz aller regionalen Unterschiede - viele Chancen vor allem für Entwicklungsländer. Dies gelte neben der Bekämpfung von Armut und Hunger vor allem für das Thema Bildung: Weniger Nachwuchs erhöhe die Aufmerksamkeit pro Kind. "Wenn die durchschnittliche Familiengrösse sinkt, wird es sowohl Familien als auch Gesellschaften möglich, mehr in jedes Kind zu investieren, die Qualität der Bildung zu verbessern und das Humankapital der Bevölkerung zu entwickeln", sagte Wilmoth der dpa.


    Nichtsdestotrotz erwarten die UN, dass die Weltbevölkerung die Marke von acht Milliarden Menschen noch in diesem Jahr knackt - voraussichtlich um den 15. November. Für 2030 sagen die Forscher 8,5 Milliarden Menschen auf dem Planeten voraus, für 2050 9,7, bevor es 2080 eine Spitze von 10,4 Milliarden Menschen geben soll, die den Schätzungen zufolge bis etwa 2100 hält.


    (AWP)

  • Häufige Flugabsagen könnten laut Studie Normalzustand werden


    Flugpassagiere müssen sich in Europa nach Analyse des Kreditversicherers Allianz Trade auf anhaltend harte Zeiten einstellen. Einer am Dienstag vorgestellten Studie zufolge steigen in diesem Jahr die Ticketpreise zwar kräftig. Die Fluggesellschaften hätten dennoch keinen finanziellen Spielraum, ihre Personalmisere zu beheben. Die im Moment so häufigen Flugstreichungen könnten so zum Normalzustand werden. Mittelfristig rechnen die Finanzexperten im Europaverkehr zudem mit Vorteilen für die umweltfreundlichere Eisenbahn.


    12.07.2022 06:34


    Die Fluggesellschaften haben in Folge der seit Jahresbeginn stark gestiegenen Kerosinpreise (plus 89 Prozent) die Ticketpreise bereits deutlich nach oben gesetzt, wie die Studie ergab. "Die Fluggesellschaften versuchen, die Verluste von zwei Jahren Corona-Pandemie wettzumachen", erklärte der Allianz-Trade-Chef für den deutschsprachigen Raum, Milo Bogaerts. Man rechne für das Gesamtjahr mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.


    Zusammen mit dem höheren Passagieraufkommen sollten sich die Umsätze der Gesellschaften im Vergleich zum coronageprägten Vorjahr so mehr als verdoppeln, aber bei weitem nicht ausreichen, um die Verluste seit 2020 auszugleichen. Die Rückkehr in die Gewinnzone sei bei den meisten Gesellschaften erst 2023 zu erwarten.


    Im Gegensatz zu den verbrauchsabhängigen Kerosinkosten sind die Personalkosten bei den Unternehmen fix. Angesichts der Treibstoffpreise hätten die Fluggesellschaften derzeit wenig Anreize, ihr in der Krise kräftig abgebautes Personal wieder aufzustocken. Die Folgen liegen für Allianz Trade auf der Hand: "Flugstreichungen nehmen zu und trüben die Urlaubsfreude von Reisenden noch etwas länger."


    Mittelfristig werde die Branche bei Europaverbindungen mehr Konkurrenz durch die umweltfreundlichere Bahn erhalten, erwarten die Autoren. Während die Entwicklung CO2-neutraler Flugantriebe noch lange dauern werde, fehle den hochverschuldeten Fluggesellschaften auch Geld, um in der Zwischenzeit neue, sparsamere Maschinen zu kaufen. Die politische Vorgabe, zunehmend nachhaltige Kraftstoffe beizumischen, werde die Treibstoffkosten weiter in die Höhe treiben und die Gewinnmargen drücken./ceb/DP/zb


    (AWP)

  • Waldbrandgefahr in der Schweiz steigt wegen Hitze und Trockenheit


    Wegen der anhaltenden Trockenheit wächst die Waldbrandgefahr in der Schweiz. In Teilen von Wallis und Südbünden herrscht grosse Gefahr, Stufe 4 von 5. In der Romandie riefen die Kantone Freiburg und Neuenburg die Bevölkerung am Donnerstag zu besonderer Vorsicht auf.


    14.07.2022 14:09


    Das Freiburger Amt für Wald und Natur empfiehlt, in und in der Nähe von Wäldern kein Feuer zu entfachen, wie es in einer Medienmitteilung schreibt. Es sei Pflicht, nur die dafür vorgesehenen Feuerstellen zu benutzen. Der Kanton Neuenburg empfiehlt, bei starken und böigen Winden auf Feuer im Freien zu verzichten.


    Beide Kantone erklärten zudem, dass bei einer Erhöhung der Gefahr auf Stufe 4 von 5 ein Feuerverbot ausgesprochen werde. "Sollte diese Wetterlage anhalten, ist es wahrscheinlich, dass die Gefahrenstufe für Waldbrände in nächster Zeit ansteigt", teilte die Neuenburger Staatskanzlei mit.


    Nur in Genf und Ausserhoden gering


    Der Kanton Baselland hat derweil die Waldbrandgefahrenstufe 3, die für eine "erhebliche" Gefahr steht, ausgerufen. Das Entfachen von Feuer im Freien ist nur noch auf bestehenden Feuerstellen erlaubt und bedingt hoher Vorsicht.


    Gemäss der Karte des Bundes bestand am Donnerstag in fast der ganzen Westschweiz ausser Genf sowie den Deutschschweizer Kantonen Bern, Baselland, Solothurn, Basel-Stadt, Schaffhausen und Teilen der Kantone Aargau, Zürich, Graubünden erhebliche Gefahr. In weiten Teilen der Deutschschweiz war die Gefahr mässig, in Appenzell Ausserhoden und Genf gering.


    Massnahmen wie Feuerverbote ordnen die Kantone an. Diese können je nach Kanton unterschiedlich sein.


    (AWP)

  • Erste E-Fähre für den Bodensee auf den Namen "Insel Mainau" getauft


    Fast 200 Jahre nach Beginn der Passagierschifffahrt auf dem Bodensee: Am Sonntag ist in Konstanz (D) die erste Elektro-Fähre auf den Namen "Insel Mainau" getauft worden.


    17.07.2022 14:15


    Den Bau des Elektroschiffs für die Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB) sei ein wichtiges Signal "für deutlich mehr klimaneutrale Mobilität auf dem Bodensee", sagte Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann bei der Feier auf der Insel Mainau.


    Nach Angaben der BSB soll die gesamte Flotte bis 2035 klimaneutral unterwegs sein. Die Geschäftsführerin der Blumeninsel Mainau, Bettina Gräfin Bernadotte, bezeichnete die Namensgebung der E-Fähre als "besondere Ehre".


    Die E-Fähre soll künftig bis zu 300 Menschen von Uhldingen über den See zur Insel Mainau bringen. Dazu verfügt das Schiff über eine 1'000 Kilowattstunden umfassende Batterie, die in der Mittagspause und nachts aufgeladen wird. Für einen möglichst sparsamen Verbrauch ist das Schiff mit 15 Kilometern pro Stunde im Wasser unterwegs.


    Leck bei letzten Arbeiten


    Eigentlich sollte das 3,6 Millionen Euro teure Schiff vom 18. Juli an zu ersten Begrüssungsfahrten aufbrechen. Wegen eines Lecks bei letzten Arbeiten wird die Fähre aber einige Wochen später in Betrieb gehen als geplant.


    Durch den Schaden an der Schiffshülle sei Wasser in einen der Batterieräume gelangt, sagte ein Sprecher der Werft Ostseestaal in Stralsund, bei der das Schiff in Auftrag gegeben wurde. Deshalb müsse man nun beschädigte Batteriemodule ersetzen.


    (AWP)