Sehenswertes

  • Schweizer Evakuierungsflug nach Taschkent steht weiter aus


    Der geplante Flug der Swiss nach Taschkent zur Rückführung von Schweizer Staatsangehörigen, die aus Afghanistan evakuiert worden waren, steht weiter aus. Die Situation rund um den Flughafen in der Hauptstadt Kabul sei nach wie vor schwierig, teilte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Sonntag mit.


    22.08.2021 17:03


    Der Flug war eigentlich für Samstag geplant, musste aber kurzfristig verschoben werden. Die Evakuierungsbemühungen der Schweiz und der internationalen Gemeinschaft liefen intensiv weiter, hiess es am Sonntagnachmittag vom EDA auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.


    "Es gelingt immer wieder, einzelne Menschen aus Kabul zu evakuieren. Um die laufenden Bemühungen vor Ort nicht zu gefährden, macht das EDA zum jetzigen Zeitpunkt keine genaueren Angaben", hiess es weiter. Insgesamt warten rund 230 Personen, Entwicklungshelfer des Bundes und deren Angehörige, auf eine Rückführung.


    Schwerpunktland der Entwicklungshilfe


    Afghanistan war zuletzt ein Schwerpunktland der Schweizer Entwicklungshilfe. Die Ausgaben des Bundes in dem zentralasiatischen Binnenstaat beliefen sich in den letzten zwanzig Jahren auf rund 500 Millionen Franken, wie das EDA gegenüber Keystone-SDA Berichte in den Zeitungen "Sonntags-Blick" und "Sonntags-Zeitung" bestätigte. Zuletzt waren es jährlich über 30 Millionen Franken.


    Seit 2002 ist die Schweiz mit einem Kooperationsbüro vor Ort, das die Programme der Schweizer Entwicklungshilfe umsetzt. Vergangene Woche wurde das Büro aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage geschlossen. Es werde aktuell geprüft, wie den Bedürfnissen in Afghanistan nachgekommen werden kann, so das EDA.


    Wann und in welcher Form die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) ihre Arbeit in Kabul wieder aufnehmen kann, sei offen. Die Schweiz hat laut EDA im Moment keinen Kontakt mit den islamisch-fundamentalistischen Taliban, die vor einer Woche die Macht in Afghanistan übernommen hatten.


    Sondersitzung des Uno-Menschenrechtsrats


    An der Sondersitzung des Uno-Menschenrechtsrats zu Afghanistan vom kommenden Dienstag wird sich die Schweiz an den Diskussionen beteiligen, wie das EDA gegenüber Keystone-SDA mitteilte. Die Einberufung der Sitzung habe die Schweiz unterstützt.


    Die Schweiz verurteile nachdrücklich alle Angriffe auf Personen, die sich für die Menschenrechte einsetzten, sowie auf Journalistinnen und Journalisten, teilte das EDA mit. Die Schweiz fordere alle beteiligten Akteure auf, die Menschenrechte und das humanitäre Völkerrecht in vollem Umfang zu respektieren, insbesondere die Rechte von Frauen, Kindern und Minderheiten.


    Keller-Sutter verteidigt Bundesratsentscheid


    Justizministerin Karin Keller-Sutter und Staatssekretär Mario Gattiker haben den Entscheid des Bundesrats gegen die Aufnahme von Kontingentsflüchtlingen aus Afghanistan verteidigt. Derzeit gebe es keine Massenflucht aus Afghanistan, sagte Keller-Sutter am Samstag in einem Interview.


    Die Schweiz habe zudem gar keine Möglichkeit, solche Menschen ausser Landes zu bringen, sagte Keller-Sutter den Zeitungen des "CH Media"-Verlags (Samstagausgabe). "Wir können auch nicht einfach willkürlich 10'000 Menschen auswählen und aus dem Krisengebiet evakuieren."


    Der Bundesrat hatte am Mittwoch beschlossen, dass die Schweiz vorerst keine afghanischen Kontingentsflüchtlinge aufnimmt. Auch die Vergabe von humanitären Visa sollte vorerst nicht erleichtert werden.


    (AWP)

  • Weltbank friert Zahlungen für Projekte in Afghanistan ein


    Nach der Machtübernahme der Taliban friert die Weltbank neue Auszahlungen für ihre Hilfs- und Entwicklungsprojekte in Afghanistan vorerst ein. "Wir sind tief besorgt angesichts der Lage in Afghanistan und der Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung des Landes, insbesondere für Frauen", erklärte ein Sprecher der Weltbank am Dienstag (Ortszeit).


    25.08.2021 06:40


    Das weitere Vorgehen werde mit der internationalen Gemeinschaft und Partnern der Entwicklungszusammenarbeit abgestimmt werden. Es gehe darum, Wege zu finden, wie die in Afghanistan mit harter Arbeit erzielten Fortschritte bewahrt werden könnten und wie man die Menschen dort weiter unterstützen könne, erklärte der Sprecher der internationalen Organisation weiter.


    Die Weltbank war für Afghanistan - eines der ärmsten Länder der Welt - bislang ein wichtiger Geldgeber für Entwicklungsprojekte. Sie unterstützte Afghanistan von 2002 bis April dieses Jahres nach eigenen Angaben mit Hilfen von fast fünf Milliarden US-Dollar. Im Februar gab es demnach zwölf Projekte in Afghanistan mit einem Volumen von rund 940 Millionen Dollar, hinzu kamen weitere Vorhaben in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Fonds für den Wiederaufbau.


    Der ebenfalls in Washington ansässige Internationale Währungsfonds (IWF) hatte bereits vergangene Woche angekündigt, die Zusammenarbeit mit Afghanistan bis auf Weiteres zu pausieren. Die Taliban haben Mitte August die Macht in Afghanistan übernommen, werden bislang aber noch nicht international als neue Regierung anerkannt./jbz/DP/stk


    (AWP)

  • Schweiz liefert «Cum-Ex»-Schlüsselfigur Hanno Berger an Deutschland aus


    Der wegen dubioser «Cum-Ex»-Geschäfte zu Lasten der deutschen Staatskasse in der Schweiz festgenommene deutsche Anwalt Hanno Berger soll ausgeliefert werden.


    27.08.2021 10:49


    Die Verfügung erging am 20. August, wie das Bundesamt für Justiz der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Das Schweizer Anwaltsbüro von Berger wollte sich am Freitag auf Anfrage nicht dazu äussern, ob es in Berufung gehen wird. "Wir haben aktuell nichts zu kommunizieren", teilte es mit. Auch das "Handelsblatt" hatte berichtet.


    Berger ist unter anderem vor dem Landgericht Wiesbaden wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Cum-Ex-Geschäften angeklagt. Für schwere Steuerhinterziehung drohen bis zu zehn Jahre Haft. Zu Prozessbeginn in Wiesbaden im März blieb Berger aber fern, weshalb das Verfahren gegen ihn abgetrennt wurde. Berger wird zudem wegen des Verdachts auf gewerbsmässigen Bandenbetrug verfolgt. Nun rückt ein Prozess gegen ihn näher.


    Berger, der als Schlüsselfigur in der Cum-Ex-Affäre gilt, war nach Auslieferungsgesuchen aus Deutschland am 7. Juli im Kanton Graubünden festgenommen worden. Berger wehrt sich gegen die Auslieferung und die Anklage. Am 5. August hatte das schweizerische Bundesstrafgericht seine Beschwerde gegen die Auslieferungshaft zurückgewiesen.


    Gegen die Auslieferungsverfügung vom 20. August kann laut Bundesamt für Justiz Beschwerde beim Bundesstrafgericht erhoben werden. Gegen Entscheidungen des Bundesstrafgerichts wiederum könne das Bundesgericht angerufen werden, wenn es um einen besonders wichtigen Fall gehe, so eine Sprecherin des Bundesamtes für Justiz. Das Bundesgericht würde dann in letzter Instanz entscheiden. Das Prozedere kann mehrere Monate dauern.


    Bei den "Cum-Ex"-Geschäften handelt es sich um einen der grössten Steuerskandale der deutschen Nachkriegsgeschichte. Investoren nutzten eine Gesetzeslücke, um den deutschen Staat über Jahre hinweg um Geld zu prellen. Rund um den Dividendenstichtag schoben mehrere Beteiligte Aktien mit ("cum") und ohne ("ex") Ausschüttungsanspruch hin und her. In der Folge erstatteten Finanzämter Kapitalertragsteuern, die gar nicht gezahlt worden waren. Dem Staat entstand so ein Milliardenschaden. 2012 wurde das Steuerschlupfloch geschlossen.


    (AWP)

  • EU führt neue Gift-Grenzwerte für Lebensmittel ein


    Im Zuge des europäischen Plans zur Krebsbekämpfung treten in dieser Woche neue Grenzwerte für bestimmte Schwermetalle in einer Vielzahl von Lebensmitteln in Kraft. Für zum Beispiel Säuglingsnahrung, Gewürze, Weine und Salz gelten von Montag an strengere oder zusätzliche Höchstgehalte für Blei. Ab Dienstag gibt es zudem neue Cadmium-Grenzwerte für etliche Obst-, Gemüse- und Getreidesorten sowie Ölsaaten.


    29.08.2021 15:16


    "Im Rahmen des europäischen Krebsbekämpfungsplans haben wir uns verpflichtet, den Gehalt karzinogener Inhaltsstoffe weiter zu verringern", sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides zum Inkrafttreten der neuen Regeln der Deutschen Presse-Agentur. Der Schritt sei ein weiteres konkretes Beispiel dafür, dass in der EU der Verbraucher bei Lebensmitteln immer an erster Stelle stehe.


    Hintergrund der neuen Grenzwerte für das Schwermetall Blei sind Erkenntnisse, nach denen es keine Schwelle gibt, unterhalb derer gesundheitliche Schädigungen für den Menschen sicher ausgeschlossen werden können. Zudem äusserte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit zuletzt Besorgnis darüber, dass die derzeitige ernährungsbedingte Exposition gegenüber Blei die neurologische Entwicklung von Föten, Kleinkindern und Kindern beeinträchtigen könnte.


    Vergleichsweise hohe Bleigehalte wurden in der Vergangenheit in Algen, Fisch, Meeresfrüchten und Nahrungsergänzungsmitteln nachgewiesen. Laut Bundesumweltministerium können aber auch andere Lebensmittel wie zum Beispiel Getreideprodukte oder Gemüse trotz vergleichsweise geringer Bleigehalte einen nennenswerten Anteil zur Bleiaufnahme beitragen, da diese viel verzehrt werden. Künftig gilt so zum Beispiel auch für die meisten Salzsorten ein Höchstgehalt von 1,0 Milligramm je Kilogramm. Für Weine wird er ab der Ernte 2022 von 0,15 auf 0,10 Milligramm je Kilogramm abgesenkt.


    Hintergrund der neuen Grenzwerte für Cadmium sind Daten, die nach der Umsetzung von 2014 empfohlenen Risikominderungsmassnahmen über das Vorkommen erhoben wurden. Diese zeigen nach Angaben der zuständigen EU-Kommission, dass es möglich ist, den Cadmiumgehalt in vielen Lebensmitteln zu verringern.


    Das Schwermetall gelangt insbesondere durch Verbrennungsprozesse oder als Bestandteil von Klärschlamm in die Umwelt. Zudem kann es auch durch Phosphatdüngung in den Boden eingetragen werden. Wie auch Blei ist Cadmium giftig und krebserregend.


    Der europäische Plan zur Krebsbekämpfung wurde im Februar vorgestellt und sieht neben neuen Grenzwerten noch etliche andere Massnahmen vor. Zu ihnen gehören zum Beispiel ein EU-Krebsvorsorgeprogramm und ein EU-weites Netz von Krebszentren. "2020 wurde bei 2,7 Millionen Menschen in der EU Krebs diagnostiziert. Weitere 1,3 Millionen Menschen starben an der Krankheit, darunter über 2000 junge Menschen", erklärt die EU-Kommission das mit vier Milliarden Euro ausgestattete Projekt. Wenn man nicht entschlossen handele, werde es bis 2035 sogar noch rund 24 Prozent mehr Krebsfälle geben./aha/DP/he


    (AWP)

  • SwissSign zählt über zwei Millionen Nutzer bei der SwissID


    Die 2018 lancierte elektronische Identität SwissID ist im August 2021 bereits von mehr als zwei Millionen Nutzern verwendet worden. Nun soll die Einsatzmöglichkeit der SwissID erweitert werden, wie die Betreiberin SwissSign Group am Dienstag mitteilte.


    14.09.2021 12:45


    So sollen künftig etwa Betreibungsauskünfte via SwissID App bestellt werden können oder der Zugriff zum elektronischen Patientendossier (EPD) ermöglicht werden. Zudem wird den Plänen zufolge die qualifizierte elektronische Unterschrift (SwissID Sign) direkt via Smartphone, ohne Medienbrüche und ohne Ausdrucke auf Papier, ermöglicht.


    Derzeit werde die digitale Unterschrift aufgrund der bestehenden Regulierung vorwiegend noch von Geschäftskunden angeboten, welche die Signaturlösung in ihre bestehenden Prozesse integrieren möchten, heisst es weiter. SwissSign geht jedoch von einer baldigen Anpassung dieser Regulierung aus (voraussichtlich im vierten Quartal 2021). Man werde sich dann umgehend den notwendigen Zertifizierungen unterziehen, schreibt das Unternehmen.


    sig/mk


    (AWP)

  • Armee überschreitet Informatikbudget um 100 Millionen Franken


    Die Schweizer Armee kämpft mit grossen strukturellen Problemen in der Informatik. Das Budget wird im laufenden Jahr um rund 100 Millionen Franken überschritten. Der Armeechef spart unter anderem bei der Munition und bräuchte eigentlich viermal soviel IT-Personal.


    18.10.2021 08:20


    Hauptgrund für die Probleme sei die schiere Menge von Informatikprojekten, die die Armee derzeit gleichzeitig meistern müsse, bestätige Armeesprecher Stefan Hofer am Montag einen entsprechenden Bericht der Tamedia-Zeitungen.


    Man habe zwar bereits im Herbst 2020 Engpässe bei den IT-Kosten bemerkt. Das volle Ausmass sei jedoch erst im Laufe des Jahres 2021 zu Tage getreten. Das Informatikbudget für das laufende Jahr werde um rund 100 Millionen Franken überschritten, sagte Hofer. Budgetiert waren 460 Millionen Franken.


    Zudem bräuchte es rund 400 Vollzeitstellen, um alle derzeit laufenden Informatik-Projekte wie geplant umzusetzen. Armeechef Thomas Süssli verfügt indes nur über rund 100 Vollzeitstellen. Die fehlenden Informatiker müsse man jetzt extern anheuern, mit den entsprechenden Kostenfolgen.


    Hofer bestätigte weiter, dass der Armeechef die Mehrkosten mit Umschichtungen im Budget auffangen wolle. So spare er rund 60 Millionen Franken bei geplanten Munitionskäufen und anderem Ersatzmaterial. Die Munitionsvorräte würden dann in einem anderen Jahr wieder aufgefüllt, erklärte der Armeesprecher. Weitere 40 Millionen spare man mit dem Stopp von geplanten IT-Projekten.


    (AWP)

  • Weltweite Rüstungsverkäufe trotz Pandemie weiter gestiegen (AF)


    (Ausführliche Fassung) - Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie haben kein Loch in die Kassen der führenden Rüstungskonzerne der Welt gerissen. Im Gegenteil: Die 100 grössten Waffenverkäufer der Erde haben im Jahr 2020 Rüstungsgüter und Militärdienstleistungen im Wert von 531 Milliarden US-Dollar verkauft, was einem währungsbereinigten Anstieg um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entsprach. Das teilte das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in einem am Montag veröffentlichten Bericht mit. Zwar handelte es sich demnach um den geringsten Anstieg seit drei Jahren, allerdings um den sechsten jährlichen Zuwachs in Folge.


    06.12.2021 06:33


    "Obwohl das globale Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 um gut 3,1 Prozent gefallen ist, hat es die Rüstungsindustrie dennoch geschafft, um 1,3 Prozent zuzulegen", sagte die deutsch-österreichische Sipri-Forscherin Alexandra Marksteiner der Deutschen Presse-Agentur in Skandinavien. Es handle sich zwar nicht um einen so grossen Anstieg der Waffenverkäufe wie in den Vorjahren. "Aber wir interpretieren das dennoch als Hinweis darauf, dass sich die globale Rüstungsproduktion als recht widerstandsfähig gegenüber dem Schock der Covid-19-Pandemie und dem daraus resultierenden wirtschaftlichen Abschwung erweist."


    Bereits ein im Frühjahr veröffentlichter Sipri-Bericht hatte gezeigt, dass die Länder der Erde im abgelaufenen Jahr trotz der Pandemie 2020 mehr Geld in ihre Militärapparate gesteckt haben als zuvor. In weiten Teilen der Welt seien die Militärausgaben gewachsen, sagte die Rüstungsexpertin Marksteiner nun. Manche Regierungen hätten ihre Zahlungen an die Rüstungsindustrie gar beschleunigt, um die Auswirkungen der Corona-Krise abzufedern.


    Das Nonplusultra auf dem internationalen Rüstungsmarkt bleiben auch diesmal die USA. Seit 2018 nehmen US-Konzerne durchweg die fünf Toppositionen in dem Sipri-Ranking ein. Die 41 in den USA ansässigen Unternehmen unter den Top 100 setzten 2020 bei einem Anstieg um 1,9 Prozent Waffen im Gesamtwert von 285 Milliarden Dollar um. Das entsprach einem Anteil von 54 Prozent aller Verkäufe unter den 100 führenden Unternehmen. Auf Platz zwei folgt China mit einem Anteil von rund 13 Prozent, dahinter dann Grossbritannien mit 7,1 Prozent.


    Russland auf Rang vier erlebte im Gegensatz zu den drei Topländern keinen Zuwachs, sondern einen deutlichen Rückgang um 6,5 Prozent. Damit setzt sich der Abwärtstrend seit dem Höchststand russischer Rüstungsverkäufe im Jahr 2017 fort. Sipri hat für den diesjährigen Rückgang zwei Gründe ausgemacht: Zum einen sei das staatliche russische Aufrüstungsprogramm 2020 zu Ende gegangen. Es gebe zum anderen aber auch einige Anhaltspunkte dafür, dass sich die Pandemie hier ausgewirkt habe. Einige russische Konzerne hätten ihre Waffenlieferungen verschieben müssen - und wird nichts geliefert, wird auch nicht gezahlt. Auch die französischen Unternehmen verzeichneten einen Rückgang um insgesamt 7,7 Prozent.


    Und Deutschland? Liegt mit einem Gesamtzuwachs um 1,3 Prozent im internationalen Durchschnitt. Zugleich gibt es bei den vier deutschen Konzernen in den Top 100 deutliche Unterschiede: Zwei haben Zuwächse und zwei Rückgänge verzeichnet. Die Rüstungsverkäufe von Rheinmetall auf Rang 27 sowie Hensoldt auf Platz 78 wuchsen Sipri zufolge um 5,2 beziehungsweise 7,9 Prozent. Der Schiffsbauer ThyssenKrupp (Platz 55) kam dagegen auf ein Minus um 3,7 Prozent, Krauss-Maffei Wegmann (Platz 70) auf minus 7,5 Prozent. Insgesamt belaufen sich die Rüstungsverkäufe der vier Konzerne diesmal auf 8,9 Milliarden Dollar.


    Der Flugzeugbauer Airbus wird von Sipri als transeuropäischer Konzern betrachtet. Mit einem Anstieg um 5,7 Prozent auf Rüstungsverkäufe in Höhe von nunmehr knapp 12 Milliarden Dollar stieg der Konzern unter den 100 führenden Rüstungsunternehmen von Rang 13 auf Platz 11.


    Sipri zählt zu den Waffenverkäufen der 100 grössten Rüstungskonzerne der Erde jeglichen Verkauf von schweren Waffen und militärischen Dienstleistungen an militärische Abnehmer im In- und Ausland. Seit 2015, als Sipri erstmals Daten chinesischer Unternehmen in seinem Bericht ergänzt hatte, betrug der Zuwachs demnach 17 Prozent./trs/DP/zb


    (AWP)

  • Milliarden an D-Mark, Pesetas und Lira: So viel Bargeld wurde nicht in Euro umgetauscht


    Zwei Jahrzehnte nach der Einführung des Euro werden noch immer Milliarden an Bargeld in den alten nationalen Währungen gehortet.worden.


    28.12.2021 11:00


    Am 1. Januar 2022 feiert die Europäische Union nicht nur den Jahreswechsel, sondern auch ein Jubiläum: 20 Jahre ist es her, seit der Euro eingeführt wurde. Damals musste die Bevölkerung ihre nationalen Währungen - wie die deutsche Mark oder den französischen Franc - umtauschen. Das haben aber weitaus nicht alle gemacht.


    Umgerechnet sind etwa 8,5 Milliarden Euro nicht gewechselt worden, wie Berechnungen von Bloomberg zeigen. Die Gründe sind unklar: Mögliche Erklärungen reichen von vergessenen Ersparnissen, dem Bargeldversteck unter der Matratze bis hin zu Motiven als Erinnerungsstücke.


    Grosse Mehrheit in Deutschland


    Die grosse Mehrheit des Bargeldes befindet sich in Deutschland, wo die Beliebtheit der D-Mark anhält (siehe Tabelle unten). Dort sind D-Mark im Wert von über 6 Milliarden Euro nicht umgetauscht worden. Die deutsche Bundesbank hat denn auch erklärt, sie werde den Umtausch von D-Mark auf unbegrenzte Zeit fortsetzen.


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    Andere Länder sind nicht so geduldig: Frankreich, Spanien und Italien haben alle den Umtausch von altem Geld eingestellt. In Portugal kann man nur noch Papiergeld tauschen - ab Februar 2022 soll damit aber ebenfalls Schluss sein.


    Der Euro wurde erstmals am 1. Januar 2002 eingeführt, drei Jahre nach der Einführung der gemeinsamen Währungsunion. Die Gemeinschaftswährung wurde zunächst von zwölf der Mitgliedstaaten des Euroraums verwendet. Zypern, Estland und andere führten den Euro erst einige Jahre später ein.


    Die Europäische Zentralbank will nun neue Banknoten entwerfen. Diese sollen bis 2024 neu gestaltet werden. Die Institution könnte zudem noch in diesem Jahrzehnt einen digitalen Euro einführen.


    (Bloomberg/cash)

  • Rekordeinnahmen am Suezkanal trotz tagelangem Unterbruch


    Der Suezkanal hat im vergangenen Jahr Rekord-Einnahmen eingebracht. Dies, obwohl die Wasserstrasse im Osten von Ägypten durch das Containerschiff "Ever Given" im März tagelang blockiert war.


    02.01.2022 20:13


    Mit 6,3 Milliarden Dollar sei der grösste jemals erzielte Jahresumsatz verzeichnet worden, erklärte die staatliche Suezkanal-Behörde SCA am Sonntag. 20'694 Schiffe durchfuhren den Kanal demnach - rund 56 am Tag. Im Vorjahr waren es insgesamt 18'830 Schiffe gewesen.


    Der Rekord wurde erzielt, obwohl die Wasserstrasse ab dem 23. März sechs Tage lang gesperrt gewesen war, weil das Containerschiff "Ever Given" sich festgefahren und die Durchfahrt blockiert hatte. Der Vorfall verursachte bedeutende Störungen im internationalen Schiffsverkehr.


    Nach Angaben von SCA entstanden dem ägyptischen Staat dadurch Verluste in Höhe von 12 bis 15 Millionen Dollar pro Tag. Bei den Arbeiten zur Freilegung des Schiffes verunglückte zudem ein Mitarbeiter der Behörde tödlich.


    Rund zehn Prozent des weltweiten Seehandels verläuft durch den Suezkanal, der das Rote Meer mit dem Mittelmeer verbindet. Die SCA hatte im November für Anfang des neuen Jahres eine Erhöhung der Passage-Gebühren mit Ausnahme von Schiffen, die Touristen oder Flüssiggas transportieren, um sechs Prozent beschlossen.


    (AWP)

  • USA wollen 5G-Einführung wegen möglicher Risiken für Flugzeuge verzögern


    Die US-Regierung dringt wegen möglicher Risiken für die Luftfahrt auf eine geringfügige Verzögerung der Einführung des schnellen 5G-Internets für Mobiltelefone. Verkehrsminister Pete Buttigieg und der Leiter der Luftfahrtbehörde FAA, Steve Dickson, appellierten an die Netzwerkbetreiber AT&T und Verizon , die für den 5. Januar geplante Einführung um maximal zwei Wochen zu verschieben. Zudem solle die Einführung des sogenannten C-Bandes - also ein bestimmter Frequenzbereich - rund um wichtige Flughäfen noch bis Ende März eingeschränkt werden, um an den Airports genügend Zeit für nötige Tests und Upgrades zu haben.


    02.01.2022 14:14


    Buttigieg und Dickson schrieben am Freitag, ohne eine Verzögerung drohten insbesondere bei schlechtem Wetter und schlechten Sichtverhältnissen "weitreichende und inakzeptable Unterbrechungen" des Luftverkehrs. Diese könnten zur Umleitung und zur Streichung zahlreicher Flügen führen und damit rasch Auswirkungen auf den gesamten Luftverkehr haben, warnten sie.


    Die FAA befürchtet, die 5G-Technik könnte zu Interferenzen mit bestimmter Flugzeugelektronik führen. Insbesondere müssten die Auswirkungen auf Funkhöhenmesser der Flugzeuge geprüft werden, hatte die FAA etwa kurz vor Weihnachten erklärt. Der Grund ist, dass die Funkfrequenzen, die in den USA für 5G genutzt werden sollen, recht nahe an jenen liegen, die auch für die Höhenmesser der Flugzeuge eingesetzt werden. Die Telekommunikationskonzerne habe die Rechte zur Nutzung der Funkfrequenzen für viele Milliarden US-Dollar erworben und setzen auf eine schnelle Inbetriebnahme./jbz/DP/he


    (AWP)

  • Hacker richten Ransomware zunehmend gegen zahlungskräftige Firmen


    Hacker fahren beim Einsatz von Verschlüsselungstrojanern ("Ransomware") nach Beobachtungen von Ermittlern verstärkt Angriffe auf zahlungskräftige Unternehmen. Die letzten Monate hätten sehr deutlich bewiesen, "dass die Täter mit grossen technischen Möglichkeiten auch vor grossen Opfern nicht mehr zurückschrecken", sagte Thomas Goger von der Zentralstelle Cybercrime in Bamberg.


    02.01.2022 14:18


    Die Masche habe sich in den vergangenen fünf, sechs Jahren zunehmend weg von Privatleuten als Opfern verschoben: "Von "Wir treffen möglichst viele und kassieren jeweils 500 Dollar ab" hin zu "Uns reicht schon einer, bei dem wir 70 Millionen abkassieren können"".


    Bei einem Ransomware-Angriff wird ohne das Wissen des Opfers Schadsoftware installiert, die Daten verschlüsselt. Geschädigte können so nicht mehr auf diese zugreifen. Die Täter verlangen Lösegeld (englisch "ransom") für die Entschlüsselung.


    Man beobachte, dass sich Täter ganz gezielt wirklich zahlungskräftige Unternehmen suchten und sich Zeit nähmen, diese auszukundschaften, sagte Goger. So traf es in diesem Jahr etwa das Modehaus Hirmer und die Elektromärkte Media Markt und Saturn. In den Fällen führe die Zentralstelle Ermittlungen, sagte Goger.


    Bei Ransomware handle es sich um organisierte Kriminalität. Viele Spuren führten nach Russland, auch in der Ukraine habe es Festnahmen gegeben. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, 2021 wurde seitens der Zentralstelle in dem Bereich niemand festgenommen. "Wenn das ein 100-Meter-Lauf ist, dann sind wir gerade erst aus dem Startblock rausgekommen", sagte Goger. "Da hat man noch eine Aufholjagd vor sich." Im Umgang mit Bitcoin - der Kryptowährung, die die Betrüger oft verwenden - haben die Ermittler zumindest keine Schwierigkeiten mehr. Das Verständnis und der "Werkzeugkasten" der Behörden sei viel besser geworden, sagte Goger.


    Die Täter nutzten oft Schwachstellen in weit verbreiteter Standardsoftware aus. "Teils ist man überrascht, welche Sicherheitslücken noch offen sind, die eigentlich schon seit Jahren hätten geschlossen werden können", sagte er. Meistens sei das Einfallstor aber trotzdem immer noch der Mitarbeiter, der unbedacht auf irgendwas klicke./gba/DP/he


    (AWP)

  • Oxfam: Vermögen der zehn Reichsten Männer in Pandemie verdoppelt


    Die zehn reichsten Männer der Welt haben ihr Vermögen seit Beginn der Corona-Pandemie laut einem Bericht von Oxfam verdoppelt. Die Wohltätigkeitsorganisation erklärte am Montag, dass deren Vermögen von 700 Milliarden Dollar auf 1,5 Billionen Dollar angestiegen sei.


    17.01.2022 06:35


    Das entspricht einem Durchschnittszuwachs von 1,3 Milliarden Dollar pro Tag. Demnach stieg das Vermögen der Milliardäre während der Pandemie stärker als in den gesamten 14 Jahren zuvor.


    Die Organisation bezeichnete die weltweite Vermögensungleichheit als "wirtschaftliche Gewalt". Während die Superreichen immer reicher würden, habe die Pandemie 160 Millionen Menschen in die Armut gestürzt. Davon seien insbesondere nicht-weisse Minderheiten sowie Frauen betroffen.


    Oxfam forderte Steuerreformen, um damit die weltweite Impfstoff-Produktion sowie die Gesundheitsversorgung im Kampf gegen die Pandemie zu finanzieren. Ausserdem sollten damit die globale Anpassung an den Klimawandel und der Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt angeschoben werden.


    Oxfam erstellte den Bericht anlässlich eines virtuellen Gipfels von Staats- und Regierungschefs unter der Schirmherrschaft des Weltwirtschaftsforums. Die Gruppe erklärte, sie habe sich für den Bericht auf die aktuellsten und umfassendsten verfügbaren Datenquellen gestützt und die vom US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" erstellte Liste der Milliardäre 2021 verwendet.


    Die "Forbes"-Liste wird von Tesla- und SpaceX-Chef Elon Musk sowie Amazon-Gründer Jeff Bezos angeführt. Ebenfalls vertreten sind die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin, Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, die ehemaligen Microsoft-Chefs Bill Gates und Steve Ballmer, der ehemalige Oracle-Chef Larry Ellison, der US-Investor Warren Buffet und der Chef des französischen Luxuskonzerns LVMH, Bernard Arnault.


    (AWP)

  • Von Jakarta in den Dschungel - Indonesien beschliesst Hauptstadt-Verlegung


    Das Parlament von Indonesien hat am Dienstag ein Gesetz zur Verlegung der Hauptstadt - derzeit Jakarta - an einen Ort tief im Dschungel von Kalimantan auf der Insel Borneo verabschiedet.


    18.01.2022 15:12


    Das neue Hauptstadtgesetz, das den rechtlichen Rahmen für das ehrgeizige 32-Milliarden-Dollar-Megaprojekt von Präsident Joko Widodo bildet, legt fest, wie die Entwicklung der Hauptstadt finanziert und verwaltet werden soll. "Die neue Hauptstadt hat eine zentrale Funktion und ist ein Symbol für die Identität der Nation", sagte Planungsminister Suharso Monoarfa.


    Die Verlegung soll zwischen 2022 und 2024 beginnen, wobei Strassen und Häfen Vorrang haben, um den Zugang zu der neuen Hauptstadt zu ermöglichen. Einige Projekte sollen dabei nach Angaben des Finanzministeriums als öffentlich-private Partnerschaften umgesetzt werden.


    Pläne zur Umsiedlung der Regierung aus Jakarta, einer Megastadt mit mehr als zehn Millionen Einwohnern, die unter chronischer Überlastung, Überschwemmungen und Luftverschmutzung leidet, wurden bereits von mehreren Präsidenten ins Spiel gebracht. Aber keiner hat es so weit gebracht wie Widowo. Der Präsident, der auch als Jokowi bekannt ist, kündigte seinen Plan erstmals 2019 an, er wurde aber durch die Corona-Pandemie verzögert.


    Kein Zeitrahmen


    Der Namen der neuen Hautstadt - Nusantara, ein javanischer Begriff für die indonesische Inselgruppe - wurde von Jokowi ausgewählt. Noch wurde kein Zeitrahmen für die Fertigstellung des Projekts festgelegt. Jakarta wird Hauptstadt bleiben, bis ein Präsidialdekret zur Formalisierung der Änderung erlassen wird.


    Die grösste Volkswirtschaft Südostasiens stellt sich ihre neue Hauptstadt als kohlenstoffarmes "Superzentrum" vor, das den Pharma-, Gesundheits- und Technologiesektor unterstützen und nachhaltiges Wachstum über die Insel Java hinaus fördern soll. Kritiker bemängeln jedoch, dass das Gesetz im Eiltempo ohne öffentliche Konsultation und Umweltverträglichkeitsprüfung verabschiedet wurde.


    (Reuters)

  • Jeder EU-Bürger legt sich knapp 15 Kilogramm Textilien pro Jahr zu


    Jeder Einwohner der Europäischen Union konsumiert pro Jahr im Durchschnitt knapp 15 Kilogramm an Bekleidung und weiteren Textilien. Trotz eines deutlichen Rückgangs aufgrund der Corona-Pandemie belief sich der Pro-Kopf-Textilverbrauch in der EU im Jahr 2020 auf schätzungsweise 14,8 Kilogramm, wie die in Kopenhagen ansässige EU-Umweltagentur EEA in einer am Donnerstag veröffentlichten Analyse schrieb. 6,1 Kilogramm davon entfielen auf Kleidungsstücke, 6,0 Kilogramm auf Haushaltstextilien wie zum Beispiel Bettwäsche und 2,7 Kilogramm auf Schuhe.


    10.02.2022 06:37


    All das geht mit einem gehörigen Preis für Klima und Umwelt einher: Der jährliche Textilkonsum erfordert laut der EU-Behörde pro Person 391 Kilogramm Rohstoffe, 9 Kubikmeter Wasser und 400 Quadratmeter Landfläche. Zudem verursacht er demnach einen CO2-Abdruck von rund 270 Kilogramm pro Person. Vor der geplanten Vorstellung einer entsprechenden Strategie der EU-Kommission im März mahnte die Umweltagentur an, es sei angesichts der hohen Umwelt- und Klimabelastung durch Textilien unerlässlich, den Sektor auf zirkuläre Geschäftsmodelle umzustellen und stärker auf langlebige, zeitlose Designs zu setzen./trs/DP/stk


    (AWP)

  • Bericht: Premier-League-Clubs erwirtschaften noch mehr Geld


    Den Clubs der englischen Premier League winkt einem Medienbericht zufolge ein weiterer Geldsegen. Wie die Nachrichtenagentur AP am Donnerstag berichtete, wurden die Vereine über eine geplante erhebliche Steigerung der Medienerlöse informiert. Demnach soll der internationale Verkauf der Medienrechte für den kommenden Dreijahreszyklus umgerechnet 6,29 Milliarden Euro einbringen, was eine Steigerung um knapp 1,5 Milliarden Euro bedeuten würde. Die internationalen Erlöse würden die aus dem nationalen Rechteverkauf (6,05 Milliarden) erstmals übertreffen.


    11.02.2022 06:36


    Es sei nach dieser Saison mit Gesamterlösen aus Rechteverkauf und Sponsoring für einen Dreijahreszyklus in Höhe von 12,46 Milliarden Euro zu rechnen. Laut AP würde das für den englischen Fussball-Meister 2023 bedeuten, dass dieser statt 181,55 Millionen Euro aus diesem Topf dann 208,84 Millionen Euro erhalten würde. Die Deutsche Fussball Liga schüttet derzeit aus dem Verkauf der nationalen Medienrechte im Schnitt 1,1 Milliarden Euro pro Saison aus, die Erlöse aus dem Verkauf der internationalen Rechte liegen deutlich darunter./mj/DP/stk


    (AWP)

  • Im letzten Jahr 40 Prozent mehr illegale Medikamente eingeführt


    Im vergangenen Jahr sind am Zoll 9421 Pakete mit illegalen Arzneimitteln sichergestellt worden. Das sind 40 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei drei Vierteln handelte es sich um Potenzmittel. Und bei jedem zweiten Präparat war nicht drin, was draufstand.


    21.02.2022 09:22


    Neben illegalen Erektionsförderern wurden andere rezeptpflichtige Arzneimittel wie Hormone oder Entzündungshemmer (17 Prozent) und Schlaf- und Beruhigungsmittel (5 Prozent) sichergestellt, wie die Arzneimittelbehörde Swissmedic am Montag mitteilte.


    Auch im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie bestellten Schweizerinnen und Schweizer unerlaubte Arzneimittel in die Schweiz. Jedoch wurden "nur" 150 Sendungen beschlagnahmt, unter anderem mit dem Wurmmittel Ivermectin, das in der Schweiz nur für Tiere zugelassen ist. Auch Arzneimittel mit Hydroxychloroquin oder Antibiotika aus Indien waren darunter.


    122 Strafverfahren


    In 183 Fällen kam es zu einem Verwaltungsmassnahmeverfahren, bei dem den Bestellern geringere Bussen drohen. In 122 Fällen wurde aber ein Strafverfahren eröffnet. Das ist der Fall, wenn es sich um grosse Mengen oder wiederholte Bestellungen handelt. Bei 8607 Fällen kam es nur zu einem vereinfachten Verfahren, bei dem die Ware vernichtet wurde.


    Neu steht Polen an der Spitze der Herkunftsländer: 35 Prozent der illegalen Produkte wurden aus dem osteuropäischen Land eingeführt. In den Sendungen befanden sich jedoch Potenzmittel aus Indien. Swissmedic geht davon aus, dass nach einer internationalen Aktion gegen den Transitweg via Singapur neue Vertriebskanäle aufgebaut wurden.


    Falsche Schweizer Online-Apotheken


    Hinter den Medikamenten aus dubiosen Quellen steckten oft kriminelle Netzwerke, schrieb Swissmedic. Wer Arzneimittel über unkontrollierte Online-Angebote bestelle, gehe ein grosses gesundheitliches Risiko ein. Denn diese könnten einen falschen Wirkstoffgehalt oder gesundheitsgefährdende Bestandteile beinhalten.


    Gewisse Online-Shops für Heilmittel täuschten die Kundinnen und Kundinnen auf ihren Webseiten gezielt. Mit Schweizer Flaggen, der Anzeige von Schweizer Fimen-Logos wie der Post oder erfundenen Kunden-Feedbacks versuchten sie, den Eindruck zu vermitteln, dass es sich um legale Angebote aus der Schweiz handle.


    (AWP)

  • Swift-Rechenzentrum in Diessenhofen TG unter Polizeischutz


    Das Rechenzentrum des Finanzdienstleisters Swift in Diessenhofen TG steht seit dem Ausschluss Russlands aus dem Zahlungssystem Anfang März unter erhöhtem Schutz. Die Thurgauer Kantonspolizei hat ein Sicherheitsdispositiv erstellt.


    08.03.2022 11:06


    Das Swift-Rechenzentrum soll vor Sabotage-Gefahr geschützt werden. Die Kantonspolizei habe in Absprache mit dem Unternehmen und unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklung eine Lagebeurteilung durchgeführt, teilte die Polizei am Dienstag auf Anfrage mit. "Aus naheliegenden Gründen geben wir dazu keine Einzelheiten bekannt."


    Sicherheitsmassnahmen innerhalb und auf dem Gelände von Unternehmen seien grundsätzlich durch diese selber umzusetzen und sicherzustellen, schreibt die Kantonspolizei. Das Rechenzentrum in Diessenhofen ist eines von drei Zentren, die Swift weltweit betreibt. Es wurde vor etwa 20 Jahren gebaut.


    Swift steht für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication. Über diese Gesellschaft wickeln mehr als 11'000 Finanzdienstleister aus über 200 Ländern ihr Transaktionen ab. Das mehrheitlich unterirdische Rechenzentrum in Diessenhofen ist umgeben von Stacheldraht, hohen Mauern und Überwachungskameras.


    (AWP)

  • Weinernte 2021 ist völlig ins Wasser gefallen


    So wenig Trauben wie 2021 haben die Winzer seit 1957 nicht mehr geerntet. Das widrige Wetter mit Frost im April, starkem Regen und viel Hagel im Sommer sowie Mehltau in den Reben liessen die Weinernte im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent einbrechen.


    15.03.2022 11:37


    Verglichen mit den zehn vergangenen Jahren betrug der Einbruch sogar 36 Prozent, wie das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) am Dienstag mitteilte. So kamen 2021 nur 61 Millionen Liter Wein zusammen. Im Zehnjahresdurchschnitt sind es 95 Millionen Liter. Gegenüber der bereits mageren Ausbeute 2020 sank der Ertrag um knapp 23 Millionen Liter. 1957 fiel die Weinernte mit 41 Millionen Litern noch viel schlechter aus.


    Dennoch reiht sich die Ernte 2021 als dritte ertragsschwache innerhalb der letzten fünf Jahre ein. Auch 2017 und 2020 war die Ausbeute wegen misslicher Wetterbedingungen deutlich unterdurchschnittlich.


    Immerhin bleibt Weinliebhaberinnen und -liebhabern ein Trost: Gemäss dem BLW sind die Trauben 2021 von interessanter Qualität und versprechen "einen knappen, aber feinen Jahrgang". Das ausgewogene Zucker-Säureverhältnis verspreche eine "spannende Aromatik".


    Für den mageren Jahrgang 2021 verantwortlich ist das Wetter. Nach einem milden Winter mit viel Niederschlag trieben wegen des kalten und trockenen Wetters die Reben im April spät aus und wuchsen verzögert. Vielerorts gab es im landesweit kältesten April seit 20 Jahren Frostnächte mit den entsprechenden Schäden.


    Des Elends nicht genug, wüteten im Sommer heftige Gewitter, Starkregen, Hagel und Stürme in den Reben. Hinzu kamen eine schlechte Befruchtung der Blütenstände wegen des kühlen und nassen Wetters im Juni sowie starker Pilzbefall durch echten und falschen Mehltau. Auf einigen Parzellen führte das zum totalen Ernteausfall.


    Immerhin trieb das ideale Spätsommerwetter im September und Oktober die Reife der verbliebenen Trauben voran. Trotzdem begann die Traubenernte in den meisten Regionen etwa zwei Wochen später als üblich.


    Die Anbaufläche der Reben sank 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 67 Hektaren oder 0,5 Prozent. Das entspricht rund 34 Fussballfeldern.


    (AWP)

  • Nationalrat will neue Regeln bei der Serafe-Gebühr


    Der Nationalrat will Unternehmen mit weniger als 125 Mitarbeitenden generell von der Serafe-Gebühr befreien. Er hat am Dienstag einer entsprechenden parlamentarischen Initiative von Fabio Regazzi (SVP/TI) zugestimmt.


    15.03.2022 13:15


    Die grosse Kammer folgte mit 119 zu 71 Stimmen bei 3 Enthaltungen der Mehrheit seiner Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF-N). Die Initiative geht damit erneut an die zuständige Ständeratskommission. Diese hatte sich im April 2021 gegen die Initiative ausgesprochen, als sie diese zum ersten Mal behandelte.


    Heute müssen Unternehmen die Medienabgabe zahlen, sofern sie mehr als 500'000 Franken Umsatz im Jahr erzielen. Regazzi sprach von einer ungerechten Doppelbesteuerung kleiner und mittlerer Unternehmen. Deren Inhaberinnen und Inhaber zahlten bereits als Privatpersonen. Auch Marco Romano (Mitte/TI) sagte namens der Kommissionsmehrheit, die heutige Regelung werde als ungerecht empfunden, die Unzufriedenheit in Wirtschaftskreisen sei gross.


    Matthias Aebischer (SP/BE) betonte hingegen, schon heute seien drei Viertel der Unternehmen von der Abgabe befreit. Zudem müssten Unternehmen in allen Ländern Europas mit Ausnahme Dänemarks und Albaniens Radio- und Fernsehgebühren zahlen.


    Aebischer warf der Befürworterseite Zwängerei vor. Diese akzeptiere weder die Annahme des revidierten Radio- und Fernsehgesetzes im Jahr 2015 noch die klare Ablehnung der "No Billag"-Initiative im März 2018. Die Angriffe auf die SRG kämen "immer aus der selben Ecke". Dabei habe diese gerade in Zeiten von Ukraine-Krieg und Pandemie eine wichtige Rolle.


    (AWP)

  • Nach Flugzeugabsturz in China: Bislang keine Überlebenden gefunden


    Beim Absturz einer Passagiermaschine im Süden Chinas sind vermutlich alle 132 Insassen ums Leben gekommen. Wie der chinesische Staatssender CCTV am Dienstag rund 18 Stunden nach dem Absturz berichtete, wurde das Wrack der Boeing Maschine gefunden, jedoch bislang keine Überlebenden. Mehrere Hundert Feuerwehrleute und Rettungskräfte waren im Einsatz.


    22.03.2022 06:31


    Die Boeing 737 der Fluggesellschaft China Eastern Airlines war am Montag plötzlich mehr als 8800 Meter in die Tiefe gestürzt, wie die Luftfahrtbehörden berichteten. Auf einem Video war zu sehen, wie die Maschine kopfüber abstürzte. An Bord waren 123 Passagiere und neun Crewmitglieder. Das Unglück passierte in einer entlegenen, hügeligen Gegend nahe der Stadt Wuzhou in der südchinesischen Region Guangxi. Das Flugzeug mit der Flugnummer MU5735 war auf dem Weg von Kunming in der Provinz Yunnan nach Guangzhou in der Provinz Guangdong.


    Der US-Flugzeugbauer Boeing kündigte seine Unterstützung an. "Unsere Gedanken sind bei den Passagieren und der Besatzung von China Eastern Airlines Flug MU 5735", teilte der Konzern mit. Technische Experten stünden bereit, um bei der Untersuchung der Unglücksursache unter der Führung der chinesischen Zivilluftfahrtbehörde zu helfen./jpt/DP/zb


    (AWP)