Was ist mit der SNB los???????

  • MarcusFabian hat am 22.02.2015 - 21:29 folgendes geschrieben:

    Eptinger hat am 07.02.2015 - 15:16 folgendes geschrieben:

    MarcusFabian hat am 06.02.2015 - 15:44 folgendes geschrieben:

    Elias hat am 06.02.2015 - 14:39 folgendes geschrieben:

    Wenn die SNB nach Aufhebung des Mindestkurses massiv gekauft hat, darf man sich schon die Frage stellen, warum sie nicht am Mindestkurs festgehalten hat.

    Stichwort: Flexibilität!

    Die SNB verunsichert damit die Märkte, ohne ein klares Statement (aka. Mindestkurs) abzugeben. Somit hält sie Spekulanten fern.

    Welche Spekulanten? Eventuell diejenigen Kollegen, die bereits Bescheid wussten über die Aufhebung des Euro-Mindestkurses bei der jordanschen Nebelaktion? Dirol

    Nein, im Gegenteil: Weder EZB noch Fed noch IWF wussten etwas von dem Entscheid der SNB. Entsprechend angepisst fühlen sie sich.

    Da hat hat die SNB also erstaunlich dicht gehalten.

    Bezüglich Flexibilität = neuzeitlicher Begriff für unlauteres Vorgehen im Sinne von anlügen und die Nation dreinlaufen lassen?

    Unlauteres Vorgehen : Nein

    Anlügen : Nein

    Dreinlaufen lassen : Ja

    Das Problem von Ankündigungen besteht darin, dass der Markt unmittelbar in Richtung der Ankündigung spekuliert.

    Beispiel: Angenommen Jordan hätte am 10. Januar durchblicken lassen, dass er am 15. Januar die Parität zum Euro aufkündigt. Dann hätte weltweit jeder Spekulant noch Euro-Kredit aufgenommen, Franken gekauft, um diese Franken eine Woche später mit sicherem Gewinn wieder gegen Euros zu verkaufen. Da wären hunderte von Milliarden von Euros in die Schweiz geströmt und die SNB hätte diesem Druck wohl kaum standhalten können.

    Zur Klärung: Ich meinte mit Kollegen weder den IWF noch die EZB und auch nicht die FED sondern den eigenen Finanzfilz, Banken, die üblichen, massgebenden, die die Finger bei so mancher Sauerei drin haben. In Treuhandkreisen auch bekannt. Warum konnte die so überraschende 'Meinungsänderung', nun doch nicht am Zugesagten festzuhalten, die Euro-Untergrenze beizubehalten, nicht beispielsweise am Wochenende vollzogen werden? Hätte nicht soviel eingetragen wohl. Das Wort Lügen werde ich nicht ersetzten, aber ich gestehe zu, dass es heutzutage salonfähig geworden ist, flexibel zu sein, wie du das auf diplomatische Weise versuchst zu umschreiben. Ich bin nicht diplomatisch und war es nie. Drum käme ich in der Politik vermutlich nicht weit. Höchstens würde ich mal einem dieser Herren die Visage polieren, was mir bestimmt nicht zum Vorteil gereichen würde. (Zu meiner Jugendzeit hätte man solche wohl mal kalt gebadet im Dorfbrunnen). Allerdings, das darf ich sagen, soviel Unfähige an wichtigen, massgebenden Stellen hatten wir in früheren Zeiten nicht in diesem Land. Als Nestbeschmutzer sehe ich mich nicht gern, aber als Kritiker, der sich schämt für die zahlreichen dubiosen, schmierigen landesinternen Machenschaften. Aber darüber nachzudenken ist ja unbequem und bringt Verlorenes nicht zurück. Mit dem Verlorenen meine ich nicht nur Geld.

  • Bei dem Wort "Lügen" darfst Du auch durchaus bleiben. Schliesslich hat Jordan noch 2-3 Tage vorher in einer Rede bekräftigt, dass die SNB zur Euro-Bindung steht. Und damals wusste er schon genau, dass er sie aufheben würde.


    Der Euro-Mindestkurs war eine versteckte Subventionierung der Schweizer Exportwirtschaft und des Schweizer Tourismus. Zulasten der SNB und zulasten der Kaufkraft des Franken. Jordan hatte diese Bindung von seinem Vorgänger Hildebrand übernommen und nie einen Hehl daraus gemacht, dass er mit dieser Art Eingriff nicht glücklich war.


    Es war somit abzusehen, dass der Mindestkurs irgend wann aufgegeben werden musste. Das wusste eigentlich jeder.


    Ich bin aber mit Dir einverstanden, dass die Art und Weise der Aufgabe ausserordentlich unglücklich war.


    Dass so eine Entscheidung unerwartet passieren muss, liegt auf der Hand. Aber Jordan hätte auch - ebenso überraschend - den Mindestkurs auf 1.15 senken können. Das wäre für die Wirtschaft schonender gewesen. Keine Frage!

  • 04-03-2015 17:21 Presse: Finanzministerin Widmer-Schlumpf will neuen Mindestkurs



    Zürich (awp) - Im Bundesrat wird offenbar ein neuer Mindestkurs des Euros gegenüber dem Franken "erwogen". Zudem wird scheinbar darüber diskutiert, dass die Landesregierung mit regelmässigeren und intensivierten Aussprachen mehr Einfluss auf die Entscheide der Schweizerischen Nationalbank (SNB) nehmen will, wie die "Handelszeitung" mit Bezug auf ein vertrauliches Aussprachepapier schreibt (Vorabdruck der Ausgabe vom 5.3.). Explizit genanntes "Ziel" müsse sein, "die Geldkonjunktur und die allgemeine Wirtschaftspolitik inhaltlich und kommunikativ zu koordinieren", heisst es offenbar in diesem Papier.



    Diese brisanten Forderungen, unterschrieben von Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf, hätten im Bundesrat letzte Woche zu kontroversen Diskussionen geführt, schreibt die "Handelszeitung" weiter. Thema der Erörterungen waren Vorschläge zu möglichen politischen Reaktionen auf die Frankenstärke. Zwar habe der Bundesrat das Papier noch nicht abgesegnet, aber die Stoss- und Marschrichtung sei skizziert, so der Bericht. Die Politik in Bern sei unzufrieden mit der überraschenden Aufhebung der garantierten Wechselkurses von minimal 1,20 CHF zum Euro und wolle öffentlich Kraft demonstrieren und Handlungsmacht zurückgewinnen.



    Die von Widmer-Schlumpf und Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann dem Gremium gemeinsam vorgelegte Analyse stelle zudem eindeutig fest: Weder finanzpolitische noch wirtschaftspolitische oder organisatorische Massnahmen seien geeignet, die neue, für die gesamte Volkswirtschaft als schwierig eingeschätzte Situation entscheidend zu beeinflussen oder gar zu überwinden, so die "HaZ". Der zentrale Faktor für die Entwicklung der Schweizer Wirtschaft, so das Fazit der Ökonomen des Bundes, sei und bleibe die Geldpolitik der SNB.



    Bravo Bundesrat - es lebe das Primat der Politik und ran an die Druckmaschinen! ;)



    Nachsatz: ....jetzt wird bereits dementiert....


    http://www.cash.ch/news/top_ne…lsche_aussage-3300886-771

  • MarcusFabian hat am 12.03.2015 - 21:20 folgendes geschrieben:

    Quote
    Aber ist es nicht so, dass de facto (nicht de jure) die deutschen und französischen Steuerzahler für die griechischen Staatsschulden haften?

    Nein. Man sie dies deutlich an den unterschiedlichen Zinsraten der jeweiligen Staatsanleihen.




    weico

  • MarcusFabian hat am 12.03.2015 - 21:20 folgendes geschrieben:

    Quote
    Wieder mal ein sehr schöner und lesenswerter "Heinsohn" smiley

    ...das schöne an Heinsohn ist,dass er unaufgeregt und simpel auf kapitale Fehler UND Chancen hinweist.Sei es im Geldwesen oder in der Zuwanderung.



    Meiner Meinung nach,wird die kommende Rezession und der stetig steigender Immigrationsdruck ...das EU-Gebilde "sprengen" .



    Andere Länder erkennen die Gefahr UND die Chancen der Immigration und machen es deutlich besser,als die EU :


    http://www.achgut.com/dadgdx/i…tralien_du_hast_es_besser



    weico

  • Von Träumen bis zur Realsatire

    Nachwehen zum SNB-Entscheid


    Therapeutische Debatte zur Nationalbank


    Wenn der Nationalrat sogenannt «dringliche» Debatten anberaumt, ist oft das einzig Dringliche das Bedürfnis der Politiker, Dampf abzulassen und dabei gesehen zu werden. Ein Musterbeispiel ist die Nationalratsdebatte am kommenden Mittwoch zur Nationalbank (SNB) und zur Frankenstärke. Im Vordergrund steht auch hier der selbsttherapeutische Charakter. Man hat zwar nichts zu sagen, aber wichtig ist, dass man es trotzdem gesagt hat. Die Geldpolitik ist nicht Sache des Parlaments, und das ist auch vernünftig so. Man stelle sich nur vor, das Parlament hätte während sechs Monaten in aller Öffentlichkeit das Pro und Contra einer Wechselkursfreigabe debattiert; der Marktdruck hätte die Debatte rasch ad absurdum geführt.

    Schlechte Erklärungen

    Wie jeder Drogenentzug verursacht die Wechselkursfreigabe zunächst Ärger. Und die Nationalbank hat vor allem zu Beginn den Entscheid schlecht erklärt und sich damit zusätzliche Kritik eingehandelt. Das heisst aber nicht, dass der Entzug ein Fehler war. Die Kosten und Risiken der Kursgrenze waren im Gefolge der jüngsten Euro-Krise und der Interventionen der Europäischen Zentralbank rapid gestiegen, während der Nutzen am Sinken war. Die SNB wollte zunächst nicht so direkt sagen, dass die Kursgrenze aus ihrer Sicht nicht mehr zu vernünftigen Kosten zu halten war. Dieser Hinweis hätte innenpolitisch geholfen, doch das Eingeständnis von Schwäche ist an den Devisenmärkten nicht hilfreich. Die SNB konnte zudem nicht gut sagen, dass ihr Entscheid auch ein krasses Misstrauensvotum gegenüber dem Euro-Raum bedeutete; das wäre zwar innenpolitisch populär gewesen, entspräche aber nicht diplomatischen Gepflogenheiten.


    Dringliche Nationalratsdebatte hin oder her: Es gibt keinen gesetzlichen Handlungsbedarf in Sachen Nationalbank. Die SNB ist zwar unabhängig, lebt aber nicht im luftleeren Raum. Sie muss sich regelmässig erklären. Die Stichworte: jährlicher Rechenschaftsbericht, jährliche Aussprache im Bundesrat, vierteljährliche Besprechungen im Wirtschaftsausschuss des Bundesrats, zusätzliche bilaterale Ad-hoc-Treffen mit Bundesräten, Auftritte des SNB-Chefs vor Parlamentskommissionen auf deren Wunsch (wie auch nach der Wechselkursfreigabe geschehen), regelmässige Pressekonferenzen, Medieninterviews und sonstige öffentliche Auftritte. Wie geschickt oder ungeschickt sich die SNB-Spitzen dabei äussern, ist eine andere Frage, doch per Dekret verordnen lassen sich Kommunikationsfähigkeiten ebenso wenig wie Vertrauensverhältnisse zwischen SNB-Chefs und Bundesräten. Die vereinzelt vorgebrachte Idee von öffentlichen Anhörungen in Parlamentskommissionen nach amerikanischem Muster würde derweil vor allem den Parlamentariern Gelegenheit zu Showeinlagen geben, aber mit wesentlichen Erkenntnisgewinnen wäre kaum zu rechnen.


    Die Nationalbank ist gesetzlich verpflichtet, den Bundesrat vor wichtigen Entscheiden zu informieren. Für gewisse Irritationen im Finanzdepartement und im Wirtschaftsdepartement sorgte die Tatsache, dass die beiden Departementschefs erst relativ kurz vor der Öffentlichkeit über die Wechselkursfreigabe informiert wurden (die Angaben sind zum Teil widersprüchlich, doch die Rede ist von ein bis zwei Stunden). Dies lag vor allem an der Furcht der SNB vor Indiskretionen, die weltweit massive Spekulationen hätten auslösen können. Man versteht diese Furcht, die durch häufige Indiskretionen aus der Regierung genährt war – obwohl es bedenklich stimmen mag, wenn nicht einmal der Finanzministerin oder dem Wirtschaftsminister persönlich zugetraut werden kann, eine heikle Information zum Beispiel einen halben Tag unter dem Deckel zu halten. Die Irritationen in den zwei Departementen mögen zum Teil erklären, weshalb die beiden Bundesräte im Februar in einem Aussprachepapier einen verstärkten Informationsaustausch zwischen SNB und Bundesrat sowie eine Koordination von Geldpolitik und Wirtschaftspolitik empfohlen haben. Die allgemein gehaltenen Formulierungen lassen viel Interpretationsspielraum offen. Solange die Versicherung des Aussprachepapiers stimmt, dass die Unabhängigkeit der Nationalbank nicht infrage gestellt sei, muss sich nichts Düsteres hinter Begriffen wie «Informationsaustausch» und «Koordination» verbergen.

    Von Träumen bis zur Realsatire

    Der Nationalrat wird bei seiner Debatte kaum wesentliche Beschlüsse fassen, sind doch fast nur Anfragen der Parteien an den Bundesrat traktandiert. In diesen Fragelisten schimmern gewisse Spezialitäten der Parteien durch. So träumt die SP weiterhin von einer neuen Euro-Kurs-Untergrenze, die CVP will den Sondersatz der Mehrwertsteuer für den Tourismus dauerhaft verankern, die Grünliberalen wollen keine strukturerhaltenden Subventionen, und die FDP will das Wachstum der Staatsausgaben stoppen. Die SVP übt sich derweil in Realsatire, indem sie ihre Wunschliste von Massnahmen für ein «Deregulierungs- und Kostensenkungspaket» mit dem Posten «schnelle Umsetzung der SVP-Masseneinwanderungsinitiative inklusive Höchstzahlen, Kontingenten und Inländervorrang» beginnt. Mit einem solch kreativen Sprachgebrauch lassen sich künftig locker nicht nur Kontingente als Deregulierungen verkaufen, sondern auch Verluste als Gewinne, Steuererhöhungen als Steuersenkungen, Niederlagen als Siege, Kosten als Erträge sowie Rezessionen als Hochkonjunktur. Da soll noch einer sagen, die Politik schaffe keine Werte.


    http://www.nzz.ch/meinung/komm…r-nationalbank-1.18502731

  • SNB kann Kehrtwende nicht erklären

    Mindestkurs doch nicht absolut notwendig


    Der Mindestkurs sei absolut notwendig, hatte die SNB jeweils erklärt. Damit könne sie ihr Mandat erfüllen, die Preisstabilität zu gewährleisten. Sie müsse sich gegen den Deflationsdruck stemmen, denn ein noch stärkerer Franken würde Importe vergünstigen und das Preisniveau weiter nach unten drücken. Am Donnerstag und ohne Mindestkurs hat die SNB nun ihre Inflationsprognose deutlich herabgesetzt, für dieses Jahr von –0,1 auf –1,1% und für nächstes Jahr von 0,3 auf –0,5%.


    Da der Mindestkurs nicht mehr existiert, müsste die Nationalbank konsequenterweise andere Massnahmen ergreifen, um ihr Mandat zu erfüllen. Doch den Leitzins respektive das Zielband für den Dreimonatszins Libor lässt sie unverändert auf –0,25 bis –1,25%, und in der Mitte verharrt der Zins auf Sichteinlagen bei der SNB bei –0,75%. Die Ökonomen von UniCredit kommentieren, in einem deflationären Umfeld könne eine Notenbank ihre Inflationsprognose nicht beliebig oft herabsetzen ohne Auswirkung auf ihre Glaubwürdigkeit.


    Ganzer Beitrag http://www.fuw.ch/article/snb-belasst-zins-bei-075/



    Von den Hildebrand-Bashern hört man auch schon lange nichts mehr

  • Medienkonferenz

    Wie hiess es gestern so schön während der Medienkonferenz? Der Franken ist überbewertet :lol:


    Bei jedem Mal als der Satz über die Lippen von Jordan huschte, wurde der Franken noch ein wenig stärker gegenüber dem Euro! Soviel zur Glaubwürdigkeit der SNB.

  • SNB kaufte Ende 2014 Devisen für 25,8 Mrd CHF

    26.03.2015 09:32

    (Meldung erweitert)

    Zürich/Bern (awp/sda) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat die Summe für die Ende 2014 nötig gewordenen Devisenkäufe zur Durchsetzung des damals noch gültigen Euro-Mindestkurses publik gemacht: Insgesamt kaufte sie gegen Ende Jahr Fremdwährungen für 25,8 Mrd CHF.


    Dies geht aus dem am Donnerstag publizierten Jahresbericht der SNB hervor. Der Euro hatte sich ab Mitte November wieder sehr nahe bis an den Mindestkurs von 1,20 CHF heran abgeschwächt. Erstmals seit September 2012 mussten die Währungshüter dann im Devisenhandel intervenieren, um den Mindestkurs zu garantieren, ehe sie ihn am 15. Januar 2015 fallen liessen.


    Bereits bekannt ist, dass die Devisenanlagen 2014 insgesamt um rund 67 Mrd auf 510 Mrd CHF. angeschwollen sind. In der ersten Januarhälfte habe sich der Druck auf den Mindestkurs "massiv erhöht", halten Direktoriumspräsident Thomas Jordan und Bankratspräsident Jean Studer im Geschäftsbericht fest. Eine Summe zu den in dieser Periode getätigten Devisenkäufen nannten sie nicht.


    Es sei aber deutlich geworden, dass sich der Mindestkurs nur noch mit anhaltenden Interventionen am Devisenmarkt durchsetzen lassen würde. "Dies hätte zu einer nicht mehr kontrollierbaren Ausdehnung der Bilanz - potenziell auf ein Mehrfaches des schweizerischen Bruttoinlandprodukts - geführt", schreiben die Währungshüter.


    Sie seien deshalb zum Schluss gekommen, dass ein Mindestkurs von 1,20 CHF pro Euro "nicht mehr nachhaltig und somit geldpolitisch nicht mehr zu rechtfertigen" sei. Mit einem Festhalten hätte die SNB nach ihrer Darstellung riskiert, wegen der massiv steigenden Devisenkäufe "in der längeren Frist die Kontrolle über die Bilanz und damit die monetären Bedingungen zu verlieren".


    Die Durchsetzung sei nicht mehr zu verantworten gewesen und die Kosten eines weiteren Festhaltens am Mindestkurs "wären in keinem Verhältnis zu dessen Nutzen für die Wirtschaft gestanden". Wegen der Frankenaufwertung nach der Aufgabe des Mindestkurses nahm die SNB aber die Prognose für das Wachstum der Schweizer Wirtschaft im laufenden Jahr kürzlich von rund 2 auf noch knapp 1% zurück.


    MEHR PERSONAL


    Wie dem Geschäftsbericht weiter zu entnehmen ist, beschäftigte die SNB Ende des letzten Jahres 868 Personen. Das sind 36 mehr als ein Jahr zuvor. Der wiederum deutlich erhöhte Personalbedarf sei nicht nur auf die Umsetzung der Geldpolitik zurückzuführen, schreiben die Währungshüter.


    Auch die Neuausrichtung des Bereichs Bargeld und Aufgabenerweiterungen in den Bereichen Finanzstabilität, Statistik und Internationale Währungskooperation hätten zusätzliche Ressourcen erfordert.


    Die Aufwände für Löhne, Gehälter und Zulagen stiegen um 5,6% auf 116,7 Mio CHF. Die Gesamtvergütung von Direktoriumspräsident Thomas Jordan inklusive Sozialbeiträge des Arbeitgebers nahm von 1,052 Mio auf 1,135 Mio zu. Ohne Sozialbeiträge betrug sie unverändert 895'000 CHF.


    rt


    (AWP)

  • Devisenreserven der SNB sind mehr Wert

    Der Wert der Devisenreserven der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist im März weiter gestiegen.

    Per Ende des Berichtsmonats lag er bei 522,3 Milliarden Franken, Ende Februar waren es noch 509,3 Milliarden gewesen. Der Gesamtbestand der Reserven (exkl. Gold) erreichte am Ende des Berichtsmonats 528,0 Milliarden nach 515,1 Milliarden im Vormonat, wie die SNB am Dienstag auf ihrer Homepage mitteilt. Die Daten wurden gemäss dem sogenannten Standard zur Verbreitung von Wirtschafts- und Finanzdaten (Special Data Dissemination Standard, SDDS) des Internationalen Währungsfonds (IWF) erstellt.


    Nachdem im Dezember noch ein Anstieg von über 30 Milliarden Franken zu verzeichnen war, kamen im Januar lediglich noch gut 3 Milliarden Franken hinzu. Mit einem Plus von rund 11 Milliarden war das Wachstum im Februar wieder höher und nahm mit plus 13 Milliarden im März noch mehr zu.


    Hierbei ist allerdings zu beachten, dass sich der Franken im Verlauf des vergangenen Monats klar zum US-Dollar abgeschwächt und damit der Wert der Reserven in Fremdwährungen entsprechend zugenommen hat. Zum Euro hat sich der Franken im März-Schnitt marginal verstärkt gegenüber Februar.


    (AWP)

  • SNB-Aktie macht Bocksprünge


    Die Aktie der Schweizerischen Nationalbank legt am Donnerstagnachmittag 13 Prozent zu und ist auf den höchsten Stand seit fast vier Jahren gestiegen.

    Von Daniel Hügli

    Die Aktie der Schweizerischen Nationalbank steigt am Donnerstag 13 Prozent auf 1206 Franken. Das ist der höchste Stand seit Herbst 2011 und wahrscheinlich einer der höchsten Tagesgewinne, welche die wenig gehandelte Aktie jemals erzielt hat.


    Bereits am Mittwoch legte die Aktie ungewöhnliche 3 Prozent zu. Im Nachgang zur Aufhebung der Kursuntergrenze Mitte Januar war der Titel unter die Marke von 1000 Franken abgesackt, da der SNB-Schritt wohl zu Verlusten in der Nationalbankrechnung führen wird und somit die Gefahr besteht, dass keine Dividende ausgeschüttet wird.


    Der Anstieg der SNB-Aktie am Donnerstag lässt sich vielleicht damit erklären, dass ein Investor sein Geld parkieren will. Tatsächlich eignen sich die SNB-Titel nur für Liebhaber und für auf höchste Sicherheit bedachte Anleger.


    Das mag sich auch der deutsche Multi-Verwaltungsrat Theo Siegert gedacht haben, als er in der Finanzkrise seinen Anteil an der SNB auf knapp 6 Prozent erhöhte. Damit ist Siegert noch immer der zweitgrösste Aktionär der SNB. Womöglich hat Siegert selber seinen SNB-Anteil ausgebaut.


    Immer wieder bizarre Kurssprünge

    Grösste SNB-Aktionärin ist der Kanton Bern mit 6,63 Prozent. Insgesamt befinden sich 62 Prozent der SNB-Aktien in Besitz von Kantonen und Kantonalbanken. Die übrigen verteilen sich auf 2236 Privataktionäre. Für sie gelten Stimmrechtsbeschränkungen.


    Die Aktie der SNB ist ein Exot im Tableau des Swiss Performance Index. Sie wird kaum gehandelt, und sie folgt auch nicht wirtschaftlichem oder profitorientiertem Handeln des Unternehmens SNB, weil das nicht die Aufgabe der Nationalbank ist. Die Aktie ist eigentlich auch keine Aktie, sondern, wie sie der emeritierte Wirtschaftsprofessor Max Boemle einmal nannte, ein "Perpetual Bond". Die Inhaber kommen in den Genuss einer Rendite von relativ bescheidenen 1,5 Prozent.


    Die SNB-Aktie macht immer wieder bizarre Kurssprünge. So stieg sie im Jahr 2006 auf einen Stand von 1520 Franken. Weil Investoren von der irrigen Annahme ausgingen, dass sie vom Erlös der SNB-Goldverkäufe teilhaben könnten.

    CASH

  • Am vergangenen Freitagnachmittag galt der Euro zum ersten Mal seit Ende Januar wieder weniger als 1,04 Franken. Wie mir aus dem Devisenhandel berichtet wird, wurden prompt einige grössere Stopp-Loss-Verkäufe losgetreten. Letztere liessen die europäische Einheitswährung vorübergehend in die Nähe von 1,0370 Franken fallen.

    Es überrascht nicht, dass erste Händler bereits wieder von einem möglichen Angriff auf die Euro-Franken-Parität sprechen. Für rote Köpfe dürften solche Aussagen vor allem in den Handelsräumen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) sorgen. Denn sollten die Händler Recht behalten, befinden sich unsere Währungshüter im berüchtigten "Auge des Sturms".

    Zumindest für die Ökonomen der Credit Suisse steht fest: Wertet sich der Franken weiter auf, ist die SNB wieder zu Interventionen gezwungen. Die Experten rechnen dann nicht nur mit Offenmarkttransaktionen, sprich Fremdwährungskäufen, sondern auch mit einer Erhöhung der negativen Einlagezinsen.

    Selbst radikalere Massnahmen wie die Ankündigung von Wertpapierkäufen nach dem Vorbild der Europäischen Zentralbank (EZB) schliessen die Ökonomen nicht aus, sollte der Deflationsdruck zu gross werden. Zu einem solchen Vorgehen rät der SNB mittlerweile übrigens auch der Internationale Währungsfonds (IWF), um dem erstarkten Franken Herr zu werden.

    Um der Erwartung weiterer Interventionen Nachdruck zu verleihen, prognostiziert die Credit Suisse für den Euro bis in drei Monaten einen Stand von 1,08 Franken. Auf eine Sicht von zwölf Monaten rechnet sie hingegen mit einem Rückschlag auf 1,05 Franken. Den Euro sieht die Grossbank bis in einem Jahr auf 0,98 Dollar fallen. Davon lässt sich ein Anstieg des Dollars auf 1,07 Franken innerhalb eines Jahres ableiten.

    Die Prognosen der für die Credit Suisse tätigen Experten werden längst nicht von allen Berufskollegen geteilt. Immer mehr von ihnen rechnen mit einem gegenüber dem Euro wieder stärkeren Franken (siehe Kolumne vom 2. April).

    Ich plädiere an dieser Stelle einmal mehr für die Gründung eines eigenen Staatfonds. Ende März hielt die SNB Fremdwährungsreserven im Umfang von umgerechnet 522 Milliarden Franken. Das entspricht fast der Schweizer Wirtschaftsleistung eines ganzen Jahres.

    Für unser kleines Land ist die Bilanz der SNB so aufgebläht wie bei keiner anderen Zentralbank. Jetzt dem Vorschlag des IWF Folge zu leisten und Wertpapierkäufe nach europäischem Vorbild zu tätigen, käme einer Verzweiflungstat gleich. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Fremdwährungsreserven schon heute vorwiegend in negativ verzinsten europäischen Staatsanleihen angelegt sind.

    Damit machen wir uns noch viel abhängiger von Europa. Doch wäre es nicht klüger, Europa von uns abhängig zu machen? Beispielsweise in Form rentabler Infrastrukturprojekte in den umliegenden Nachbarländern? Solche Projekte liessen sich mit einem Staatsfonds ohne weiteres realisieren.


    CASH INSIDER

  • Erhöht die SNB die Negativzinsen?

    Seit fünf Monaten verlangt die Schweizerische Nationalbank Strafzinsen auf ihren Girokonten. Dennoch bleibt der Franken stark. Hebt die SNB die Negativzinsen noch mehr an? Machen Sie mit an der cash-Online-Umfrage.

    Von Daniel Hügli

    Diese Woche nimmt die Schweizerische Nationalbank ihre vierteljährlich stattfindende geldpolitische Lagebeurteilung vor. Die Entscheide rund um Negativ- und Leitzinsen werden am Donnerstagmorgen um 9:30 Uhr bekanntgegeben. Mit einer Änderung am geldpolitischen Kurs wird an den Märkten zunächst nicht gerechnet.


    Doch werfen wir einen Blick zurück auf die letzten sechs turbulenten Monate. Um die Frankenstärke abzuschwächen, kündigte die Schweizerische Nationalbank (SNB) im Dezember 2014 Negativzinsen auf ihren Girokonten an. Diese sollten ab Ende Januar 2015 mit 0,25 Prozent belastet werden. Die Ankündigung wurde jedoch von den Ereignissen am 15. Januar überholt. Mit der abrupten Abschaffung der Kursuntergrenze zum Euro setzte die SNB den Negativzins gleich auf 0,75 Prozent.


    Zwar setzt die SNB darauf, dass sich der Franken dank der Negativzinsen abschwächen wird. Der Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken ist in den letzten Monaten aber nicht kleiner geworden. Gegenüber dem Euro hat sich die Schweizer Währung in einem Band zwischen 1,03 und 1,05 eingependelt.


    Erhöht die SNB den Negativzins auf Einlagen bei der Zentralbank in Zukunft weiter? Die Frage drängt sich auf, weil das Nationalbank-Direktorium mit Thomas Jordan an der Spitze kaum mehr andere Mittel hat, um die Frankenstärke zu bekämpfen (zur cash-Online-Umfrage). Denn Interventionen am Devisenmarkt mittels Euro-Aufkäufen sind in der Regel nur kurzfristig von Erfolg gekrönt, darüberhinaus wird mit solchen Interventionen die Bilanzsumme weiter aufgebläht.


    Potenzieller Zerfall des Euroraums


    Für eine Erhöhung der SNB-Negativzinsen könnte auch eine Verschärfung der Griechenland-Krise und ein potenzieller Zerfall des Euroraums sprechen. Die Nachfrage nach dem "sicheren Hafen" Schweizer Franken könnte sich dadurch nochmals sprunghaft erhöhen - mit entsprechenden negativen Folgen für die exportorientierte Schweizer Volkswirtschaft.


    Gegen eine Ausweitung der Negativzinsen spricht dagegen die Gefahr einer höheren Nachfrage nach Bargeld. Jetzt schon bestehen Tendenzen, dass Privatanleger, aber auch Institutionelle Anleger wie Versicherer oder Pensionkassen immer mehr Cash horten, weil ihnen die Banken die Negativzinsen überwälzen. Hinzu kommt, dass das Risiko von Fehlinvestitionen und sich die Gefahr von spekulativen Übertreibungen auf den Finanz- und Immobilienmärkten durch Negativzinsen erhöht und auch vermehrt Geld ins Ausland abfliesst.


    Die SNB befindet sich bei den Negativzinsen also in einem Dilemma. Wird sie die Negativzinsen in Zukunft weiter erhöhen? Nehmen Sie an unserer cash-Online-Umfrage teil.

    CASH

  • Frankenaufwertung


    Zurück von einem Italienaufenthalt habe ich erneut ein bedrohliches Preisgefälle Franken zu Euro festgestellt.
    Mit der Freigabe des Wechselkurses können wir zur Fluchtwährung werden. Eine weitere Aufwertung wird durch
    Negativzinsen kaum zu verhindern sein.
    Unsere Nationalbank kann die Wechselkurse offenbar nicht nachhaltig steuern. Aber die Frankenaufwertung hat
    nicht inländische Sparer, Pensionskassen und Anleger reicher gemacht, sondern ausländische Anleger in der Schweiz.
    Dabei sind viele unserer Arbeitsplätze durch ausländische Konkurrenz gefährdet; Preise und Löhne senken, ist
    gefährlich, weil Schulden aufgewertet werden und in eine Rezession führen können.
    Der schweizerische Alleingang wird im globalen Wirtschaftumfeld immer schwieriger. Unsere Nationalbank muss
    Lösungen für einen konkurrenzfähigen Franken finden. Wie ? das kann ich leider nicht auch nicht sagen...

  • Die Währungen von Europa vor dem EUR (DM, GBP, LIT, FF, PTAS etc.) und den USA (USD) sowie nun der EUR haben dem CHF gegenüber in den letzten Jahrzehnten permanent an Wert verloren und der Export hat verhältnismässig perfekt funktioniert, da die Stärkung des Frankens langsam vor sich ging und sich die Exportwirtschaft hat darauf einstellen können. Die Arbeitslosigkeit war um 1% herum. Als tragisch würde ich es ansehen, wenn der CHF gleich dem EUR zur wertlosen Konfettiwährung verkommen würde, egal wie tief der EUR aufgrund der Unfähigkeit Brüssels und Frankfurts sinken mag. Eine starke Wirtschaft braucht eine starke Währung, die dem Markt ausgesetzt ist und sich am Markt auch behaupten kann und die SNB soll sich hüten, exzessiv Geld aus dem Nichts zu produzieren und sich künstlich am Absturz des EUR anzubinden. Dafür werden die Typen in Bern nicht bezahlt. Sie sollen den Markt spielen lassen oder den Platz räumen. Schafft das Monopoly- Geld ab und wir brauchen keine Zentralbanken mehr.

  • Crocc hat am 15.06.2015 - 20:02 folgendes geschrieben:

    Genau !


    Es ist zum Kotzen dass eine UBS 3% Negativzinsen erheben kann, tut oder wird.


    Die Pensionskassen werden gezwungen ein Teil von ihrem (UNSEREM) Geld bei Grossbanken zu deponieren, mit Negativzins!


    Die kleinen Banken müssen einen Teil ihres Bestandes bei Grossbanken parkieren, mit Negativzins.
    Darum werden nämlich auch die Hypotheken teurer.


    Und alles wird von unserer korrupten Regierung durchgewinkt.


    Bravo !


    Wie immer das Urteil, zu Gunsten der Banken zu Lasten des Mittelstandes.
    Und noch einmal besten Dank an den Bundesrat fürs Zuschauen !