"Roboter"-Aktien

  • Kuka-Vorstandschef verhandelt mit chinesischem Eigner über Ablösung


    Knapp zwei Jahre nach der Übernahme durch chinesische Investoren zeichnet sich beim deutschen Roboterhersteller Kuka überraschend ein Abgang von Vorstandschef Till Reuter ab. Aufsichtsratschef Andy Gu und Reuter führen Gespräche "über die vorzeitige Beendigung der Vorstandstätigkeit", wie das börsennotierte Unternehmen in der Nacht zum Samstag mitteilte.


    25.11.2018 14:11


    Nähere Angaben wurden nicht gemacht. Der Aufsichtsrat habe darüber noch nicht beraten und beschlossen, hiess es in einer Börsen-Pflichtmitteilung über "mögliche Veränderungen im Vorstand" lediglich. Aus Unternehmenskreisen verlautete, die Chinesen wollten im Tagesgeschäft stärker durchgreifen. Reuter ist seit 2009 Vorstandschef der Kuka AG. Sein Vertrag wurde im Frühjahr 2017 bis Ende März 2022 verlängert.


    Kuka ist einer der technologisch führenden Hersteller von Robotern für die Industrie und war Anfang 2017 nach langem Ringen mehrheitlich vom chinesischen Hausgeräte-Hersteller Midea übernommen worden. Der Fall hatte für Schlagzeilen gesorgt, da chinesische Unternehmen verstärkt in deutsche Hightech-Unternehmen investieren. Politiker in Brüssel und Berlin hatten sich dagegen ausgesprochen, dass Spitzentechnologien in chinesische Hände fallen.


    Im Bundeswirtschaftsministerium hiess es am Sonntag zu der jüngsten Entwicklung: "Zu Personalspekulationen äussern wir uns nicht." Bei der IG Metall war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.


    Aus Unternehmenskreisen verlaute, die Chinesen wollten die Integration vorantreiben und die Kontrolle auch auf das operative Geschäft von Kuka ausweiten. Die Eigentümer wollten ihre Vorstellungen durchsetzen und stärker die Führung übernehmen. Midea hält nach Angaben des Unternehmens fast 95 Prozent der Kuka-Anteile.


    Zuletzt hatte das Augsburger Unternehmen mit 13 710 Beschäftigten nach einer langen Wachstumsphase seine Jahresprognose wegen eingetrübter Aussichten gesenkt. Zu einer schlechteren Entwicklung im Geschäft mit Autos kämen Unwägbarkeiten im chinesischen Automatisierungsmarkt hinzu, hatte Kuka bei Vorlage der Quartalszahlen Ende Oktober mitgeteilt.


    Für 2018 werde ein Umsatz von rund 3,3 Milliarden Euro erwartet statt der zuvor angepeilten Erlöse von mehr als 3,5 Milliarden Euro. Vorstandschef Reuter hatte angekündigt, "auf die verschärften konjunkturellen Rahmenbedingungen" zu reagieren und einen "stärkeren Fokus" auf das Effizienzprogramm zu legen.


    Vor der endgültigen Übernahme hatten Kuka und die Chinesen Ende Juni 2016 eine Vereinbarung unterzeichnet, die Midea bis Ende 2023 vertraglich an weitreichende Zusagen bindet. Dazu gehören nach der damaligen Mitteilung Standort- und Beschäftigungsgarantien, das Bekenntnis zur Strategie von Kuka sowie zur Unabhängigkeit des Vorstands. Ferner ging es um Vereinbarungen zum Schutz von Geschäftspartner-Daten sowie die Zusage, keinen Beherrschungsvertrag anzustreben und die Börsennotierung bestehen zu lassen.


    Kuka-Chef Reuter sagte seinerzeit zu der Abschirmungs- und Investorenvereinbarung, die vereinbarte Laufzeit von 7,5 Jahren gehe weit über das übliche Mass hinaus. "Sie schützt die Interessen unseres Unternehmens, unserer Geschäftspartner, unserer Mitarbeiter und unserer Aktionäre bis weit ins nächste Jahrzehnt hinein."/sl/DP/he


    (AWP)

  • Wdh: Neuer Kuka-Chef gibt Mitarbeitern Standortgarantie bis 2023


    (Im zweiten Satz wurde der Erscheinungstag berichtigt: Freitag.) - Nach dem Führungswechsel beim Augsburger Roboterbauer Kuka hat der neue Unternehmenschef Peter Mohnen den 4000 Mitarbeitern eine Standortgarantie gegeben und den chinesischen Hauptinvestor Midea verteidigt. "Kuka ist und bleibt ein deutsches Unternehmen", sagte Mohnen der "Augsburger Allgemeinen" (Freitag). Midea habe bekräftigt, dass die Investorenvereinbarung, die bei der Übernahme von Kuka durch Midea geschlossen wurde, bis 2023 gilt. "Das sichert den Standort Augsburg mit seinen rund 4000 Arbeitsplätzen ab", sagte der neue Vorstandschef, der kommende Woche den bisherigen Kuka-Chef Till Reuter ablösen wird.


    30.11.2018 08:02


    Am Montag war bekanntgeworden, dass Reuter rund zwei Jahre nach der Übernahme des Roboterbauers durch die chinesischen Investoren das Unternehmen verlässt. Er war seit 2009 Chef bei Kuka mit Sitz im schwäbischen Augsburg und führte das damals wirtschaftlich angeschlagene Unternehmen aus der Krise./ukm/DP/fba


    (AWP)

  • Nun auch Kuka: Prognosesenkung auch wegen Auto-Tristesse


    (Ausführliche Fassung) - Die Krise der Automobilindustrie macht auch vor dem im Besitz chinesischer Investoren befindlichen Augsburger Roboterhersteller Kuka nicht halt. Das Unternehmen korrigierte am späten Donnerstagabend seine Prognose für das abgelaufene Jahr erneut.


    10.01.2019 22:24


    Nun rechnet Kuka beim Umsatz nur noch mit rund 3,2 Milliarden Euro. Die Ebit-Marge (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Kaufpreisallokationen, Wachstumsinvestitionen und vor Reorganisationsaufwand) soll bei rund 3,0 Prozent liegen. Zuvor hatte das Unternehmen 3,3 Milliarden Euro und 4,5 Prozent angepeilt. Die vollständigen Zahlen für 2018 und einen Ausblick auf das gerade angelaufene Jahr will Kuka am 28. März veröffentlichen.


    Anleger zeigten sich entsetzt. Der Kurs der Kuka-Aktie rauschte in einer ersten Reaktion auf der Handelsplattform Tradegate um zehn Prozent in die Tiefe.


    Kuka machte im "Wesentlichen die verstärkt spürbare Abkühlung der Konjunktur in der Automobil- und Elektronikindustrie im vierten Quartal 2018, die anhaltenden Unwägbarkeiten des chinesischen Automatisierungsmarktes sowie negative Einflüsse aus dem Projektgeschäft" für die Prognosesenkung verantwortlich.


    Angesichts des enttäuschenden Verlaufs 2018 streicht das Unternehmen auch die Ziele für 2020. Ursprünglich hätte der Umsatz dann bei 4 bis 4,5 Milliarden Euro und die Ebit-Marge bei mehr als 7,5 Prozent liegen sollen. Um gegenzusteuern, hat der Kuka-Vorstand ein Sofortprogramm verabschiedet. Dieses umfasst Kosteneinsparungen inklusive Personalmassnahmen, eine engere Zusammenarbeit mit dem chinesischen Eigner Midea, zielgerichtetere Investitionen und Änderungen in der Organisationsstruktur.


    Die Automobilindustrie sorgt seit einiger Zeit immer wieder für negative Schlagzeilen. Erst am Morgen war ein Interview der "Augsburger Allgemeine" mit Osram-Chef Olaf Berlien veröffentlicht worden, in dem dieser die rückläufige Auto-Konjunktur als seine grösste Sorge bezeichnet hatte. Zudem veröffentlichte der VW-Konzern eine wegen eines schwachen Jahresabschlusses nur durchwachsene Verkaufsbilanz 2018. Der US-Konkurrent Ford kündigte zudem wegen schlechter Geschäfte den Abbau Tausender Jobs an./he


    (AWP)

  • Kuka-Chef: Jobabbau bricht

    Kuka-Chef: Jobabbau bricht kein Versprechen der chinesischen Eigner


    Der Interims-Chef des Roboterherstellers Kuka sieht sich bei dem angekündigten Jobabbau nicht an die Beschäftigungsgarantie gebunden, die der chinesische Eigentümer Midea bei der Übernahme abgegeben hat. "Wir als Vorstand haben die Verantwortung und die Pflicht, Entscheidungen zu treffen - und das tun wir unabhängig von Midea", sagte Peter Mohnen der "Augsburger Allgemeinen" (Samstag). "Was wir als Kuka-Vorstand nun machen, hat nichts mit der Beschäftigungsgarantie von Midea zu tun."


    13.01.2019 17:20


    Nicht der chinesische Mehrheitseigner, sondern der Kuka-Vorstand in Augsburg habe eine Kostensenkung um 300 Millionen Euro beschlossen, sagte Mohnen. Wie viele der 4000 Arbeitsplätze in Augsburg abgebaut werden, werde der Vorstand erst nach einer genauen Analyse festlegen.


    Ende November hatte der neue Kuka-Chef in einem Interview der "Augsburger Allgemeinen" noch ausdrücklich auf die Beschäftigungsgarantie hingewiesen und gesagt: "Midea hat ganz klar bekräftigt, dass die Investorenvereinbarung, die wir bei der Übernahme von Kuka durch Midea geschlossen haben, bis 2023 gilt. Das sichert den Standort Augsburg mit seinen rund 4000 Arbeitsplätzen ab."


    Am Donnerstagabend hatte Kuka zum zweiten Mal seine Prognose für 2018 reduziert. Die Chefetage geht nunmehr von 3,2 Milliarden Euro Umsatz aus, 300 Millionen weniger als ursprünglich angepeilt./bl/DP/nas


    (AWP)