• Hochstufung von Zürcher Kantonalbank

    Patrick Schwendimann, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank stuft Aryzta von «Marktgewichten» auf «Übergewichten» hoch. Er sieht ein Kurspotenzial von gut 30%, verweist aber darauf, dass sich die Aktien wegen der hohen Risiken weniger für Privatinvestoren eignen.


    16.11.2018 – 09:07 (fuw)

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  • gertrud

    Eine weitere Methode wäre die einfache Ertragswert-Berechnung:


    420 angenommener, nachhaltiger EBITA (Grundlage FY 2017)


    5'250 mit 8% kapitalisiert (3% Zins + 5% Risikozuschlag) Bruttowert


    ./. 3'800 Schulden inkl. Hybrid


    1'450 Nettowert auf 1 Mia Aktien = 1.45 pro Aktie......was dem heutigen Kurs inetwa entsprechen würde.


    Wie Du geschrieben hast, nur eine weitere, einfache Sichtweise. Eine DCF Methode wäre genauer, kann aber hier nicht ausgeführt werden.

  • Ja, so kann man das rechnen

    Ja, so kann man das auch rechnen. Wenn bei der ersten Methode die Unsicherheit in der Werthaltigkeit liegt, ist sie bei der Ertragswertmethode in der Wahl des Kapitalisierungssatzes. Wenn da 1-2% weniger genommen werden, sieht die Rechnung gleich ganz anders aus.


    Morgen kommen 900Mio. Titel neu dazu, da werden wohl Positionen abgerundet und ARYN kommt nochmals unter etwas Druck.
    Ich schätze mal, gut 10% der Aktionäre sind jetzt neu bei ca. CHF 1.30 eingestiegen. Dann vielleicht 20%, die einen Einstand bis CHF 2.00 (entspricht CHF 12 vor der KE) haben. Unter 1.30 wird also kaum wer verkaufen, während gegen 1.80 zunehmend Gewinnmitnahmen einsetzen und einige mit +/- null einen Schlussstrich unter ihr abenteuerliches Investment in die Bäckerei ziehen.

    Nichts ist wie es scheint, wenn man nur mit einem Auge sieht

  • "sieht die Rechnung gleich anders aus"

    auch das stimmt, Gertrud. Praxisbezogen würde man aber eine Mischrechnung der verschiedenen Werte machen. Den effektiven Wert zu eruieren, ist bei solchen Grossunternehmen jedoch fast ein Ding der Unmöglichkeit. Die getätigten Übernahmen von diversen börsenkotierten Unternehmungen, oder auch kleinerer Firmen, haben sich im Nachhinein praktisch nie als Schnäppchen herausgestellt, sondern mehrheitlich als überzahlt, was ja auch die in vielen Fällen nicht werthaltigen Goodwills erklären. Die Übernahme Picard durch Aryzta ist dafür ein einleuchtendes Paradebeispiel.

  • Bewertungen

    Also nur noch als Ergänzung:


    Das wär mir ganz neu, dass bei der Ertragswertmethode die Schulden abgezogen werden (das nicht betriebsnotwendige Kapital wird abgezogen, aber nicht die Schulden).


    Das Steueramt bewertet jede juristische Person in der Schweiz jedes Jahr nach folgendem Faktor:


    2 x Ertragswert + 1 x Substanzwert, geteilt durch 3 (sogenannte Praktikermethode)


    Der Kapitalisierungssatz beim Ertragwert ist derzeit rund 7%. Macht Aryzta einen Gewinn von 200 Mio im Jahr (nach Steuern und allen Kosten) sind wir bei 2.85 Milliarden Ertragswert (sprich bei Fr. 2.85 Aktienkurs).


    Da wären wir dann näher bei Kapitalist, 15-20% des Gewinnes.


    Man kann auch die DCF-Methode anwenden, was bei börsenkotierten Gesellschaften gemacht wird, aber das geht zu lange. Schlussendlich kommst du dort auf noch einen höheren Wert, wobei alles Zukunftsannahmen sind.


    Auch wenns kurzzeitig noch rumpeln sollte, denke, dass wir dauf die Fr. 2.- zulaufen werden.


    F1 hat am 18.11.2018 18:02 geschrieben:

  • spesenmoos

    ok, villeicht hast du aber übersehen, dass ich von Bruttowert UND Nettowert ausging.Beim letzteren muss ich das Fremdkapital abziehen. Aber wir wollen hier nicht über des "Kaisers Bart" streiten. Hoffen wir, dass sich Aryzta wieder in die richtige Richtung bewegt.

  • Weiterer Ausverkauf bei den Aktien. Die neuen Aktien scheinen nun in die Depots eingebucht worden zu sein bzw dessen Depotinhaber haben Kenntnis davon erlangt dass etwas was sie füßr 1 Fr gekauft haben nun an der Börse zu 1.30 Fr veräusserbar ist.

  • Nö! Jeder, der das BZR ausgeübt hat, konnte zu 1 Fr. kaufen.


    Ich beisse mir in den Allerwertesten, dass ich bereits gestern eine Handtaschenposition um 1.36 Fr. erworben habe. Dachte eigentlich, die neuen Aktien sind bereits in den Depots verbucht worden. Anscheinend sind die CH Banken wie üblich lahm.

  • pee1983 hat am 22.11.2018 11:17 geschrieben:

    Quote

    Was meint ihr? Ist dies ein geeigneter Tag zum Aufstocken? Es sieht danach aus...

    Ich stocke erst auf, wenn der Sell out vorbei ist. Kaum kauft man eine Aktie, schon fliegt einem das Zeug wieder um die Ohren...

  • otti hat am 22.11.2018 11:20 geschrieben:

    Quote

    Nö! Jeder, der das BZR ausgeübt hat, konnte zu 1 Fr. kaufen.


    Ich beisse mir in den Allerwertesten, dass ich bereits gestern eine Handtaschenposition um 1.36 Fr. erworben habe. Dachte eigentlich, die neuen Aktien sind bereits in den Depots verbucht worden. Anscheinend sind die CH Banken wie üblich lahm.


    Da hast Du natürlich Recht. Aber diejenigen, die ihr BZR ausgeübt haben, können mit ihrem EP heute kaum mit Gewinn verkaufen...;-)

  • Nach der KE

    Weil es so eindrücklich ist, auch nach der KE nochmals den Graph der diese gigantische, praktisch vollständige Aktionärswertvernichtung (6 Milliarden!) dokumentiert:


    [Blocked Image: https://www.swissquote.ch/sqi_ws/ChartServlet?isin=CH0043238366&currency=CHF&exchangeId=4&w=620&h=440&frequence=daily&period=custom&from=20140523&to=20181123]


    Gratuliere allen, die der Versuchung widerstanden, Brot vom Vortag zu erstehen, nur weil es billig angeschrieben war.
    Aber auch die Empfehlung, den Fall Aryzta zu studieren. Denn der wird wieder vorkommen, wenn Firmen auf Schulden basiert expandieren, wenn gleichzeitig die Margen schrumpfen oder das Geschäft wegbricht.


    Kudelski, zum Beispiel ist gefährdet. Auch da besteht der Aktionärswert nur noch aus immateriellen Assets.
    Oder eine andere Hi-Tech Firma, die ich jetzt mit Rücksicht auf Chuck Norris nicht namentlich aufführen will.


    Also, bin jetzt auch sehr gespannt auf Montag, was Aryzta zu berichten hat. Die Zahlen werden schlecht sein, aber kann das Management glaubwürdig einen Weg nach vorne aufzeigen? Und darlegen, wie es wieder Aktionärswert aufbauen will? Das selbe Management, das noch vor ein paar Wochen überzeugt war, eine Kapitalerhöhung sei gar nicht notwendig?

    Nichts ist wie es scheint, wenn man nur mit einem Auge sieht

  • Oder eine andere Hi-Tech Firma, die ich jetzt mit Rücksicht auf

    gertrud hat am 23.11.2018 18:04 geschrieben:

    Na ja Getrud, die nichtgenannte Firma besitzt ja nicht nur immaterielle Werte. Diese sind ja physisch nicht greifbar, was man mit der Herstellung von Sensorprodukten ja nicht unbedingt behaupten kann = ein Produkt physisch hergestellt und an Handyhersteller ausgeliefert. Das ist m.M. nach schon ein erheblicher Unterschied zu einer reinen Softwarefirma wie die von dir erwähnten Kudelski.