Hypothek abschliessen oder warten..?

  • Comparis rechnet auch 2021 mit scharfem Wettbewerb am Hypo-Markt


    Die Haus- und Wohnungsbesitzer können auch im kommenden Jahr vom scharfen Wettbewerb der Hypothekenanbieter und den Zinsschwankungen profitieren. Davon geht Comparis bei seiner Prognose für das kommende Jahr aus.


    17.12.2020 07:29


    "Die Richtzinsen für eine zehnjährige Festhypothek dürften sich 2021 zwischen 0,9 bis 1,2 Prozent bewegen", schreibt Comparis-Finanzexperte Frédéric Papp. Für fünfjährige Festhypotheken wird der Richtsatz bis Dezember 2021 zwischen 0,7 und 1 Prozent gesehen.


    Der Ausbruch der Corona-Pandemie im März hatte die Richtzinsen für zehnjährige Festhypotheken vom Rekordtief bei 0,98 Prozent bis auf 1,20 Prozent anziehen lassen. Derzeit liegt der Richtzins wieder tiefer bei 1,05 Prozent (Stand: 15.12.20), wie es weiter heisst.


    Hypotheken seien für Banken, Versicherungen und Pensionskassen eine attraktive Anlageklasse und der Wettbewerb habe deshalb an Intensität gewonnen. Der Rat an die Konsumenten lautet deshalb: Schwankungen bei Swap-Sätzen nutzen, auf Aktionen bei Laufzeiten achten und nicht den erstbesten Zinssatz akzeptieren.


    Zinsdifferenzen von 0,2 bis 0,3 Prozent würden bei den Verhandlungen absolut im Bereich des Machbaren liegen. Bei einer Hypothek über 850'000 Franken würde ein um 15 Basispunkte günstigerer Zinssatz über eine Laufzeit von 10 Jahren fast 13'000 Franken ausmachen.


    (AWP)

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  • Schweizer Hypothekarzinsen im vierten Quartal trotz zweiter Welle stabil


    Die Hypothekarzinsen haben sich gegen Jahresende 2020 kaum von der Stelle bewegt. Die zweite Coronawelle lässt die Richtzinsen von Schweizer Festhypotheken weitgehend kalt.


    05.01.2021 07:00


    Dies geht aus dem Hypotheken-Barometer des Vergleichsportals Comparis hervor.


    Der Seitwärtstrend bei den Zinsen am Hypothekarmarkt hat sich damit auch im vierten Quartal fortgesetzt. Festhypotheken mit einer Laufzeit von zehn Jahren lagen laut der Mitteilung von Comparis vom Dienstag im Schnitt bei 1,05 Prozent und damit auf dem gleichen Niveau wie im Vorquartal. Sie stünden also noch knapp über der "psychologisch wichtigen" Marke von 1 Prozent, heisst es.


    Auch die Zinsen für fünfjährige und zweijährige Festhypotheken bewegten sich mit 0,90 Prozent respektive 0,86 Prozent kaum. Während der ersten Coronawelle hätten die Hypothekarzinsen noch deutlich grössere Schwankungen gezeigt, so die Experten von Comparis. Zum Ende des erste Quartals hätten sich die Richtzinsen für zehnjährige Hypotheken innert weniger Tage vom Rekordtief bei 0,98 auf fast 1,20 Prozent verteuert.


    Geringe Unterschiede zwischen Laufzeiten


    Während sich die Hypothekarzinsen kaum verändert haben, blieben auch die Unterschiede zwischen den Laufzeiten in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres entsprechend gering. Die Differenz zwischen zwei- und fünfjährigen Hypotheken hat sich laut dem Hypothekenbarometer von Comparis von 5 auf 4 Basispunkte sogar noch etwas verringert.


    Bei den fünf- und zehnjährigen Festhypotheken wurde die Differenz hingegen von 14 auf 15 Basispunkte leicht vergrössert. Der Unterschied zwischen zwei- und zehnjährigen Hypotheken blieb mit 19 Basispunkten gleich wie im Vorquartal.


    2021 mehr Bewegung erwartet


    Innerhalb der einzelnen Laufzeiten sind die Unterschiede hingegen gross, so die Experten weiter. So gebe es beispielsweise bereits ab 0,61 Prozent zehnjährige Hypotheken - und damit weit günstiger als zum Richtwert von 1,05 Prozent.


    In den kommenden Monaten ist laut den Experten von Comparis nun wieder etwas mehr Dynamik im Hypozinsmarkt zu erwarten. Das habe aber weniger mit der Coronapandemie zu tun, als vielmehr mit der Hypothekarpolitik der Anbieter. Diese legten zu Jahresbeginn ihre Umsatz- und Ertragsziele fest, erklärte Comparis-Finanzexperte Frédéric Papp gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Dehsalb würden zu dieser Zeit oft attraktive Offerten unterbreitet. Dadurch intensiviere sich auch die Konkurrenz unter den Anbietern. Mit zunehmendem Konkurrenzkampf werde sich auch die Bandbreite der Hypothekarzinsen 2021 tendenziell wieder vergrössern.


    tv/tt


    (AWP)

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  • Kurz- und mittelfristige Richtsätze für Festhypotheken auf Rekordtief


    Die durchschnittlichen Hypothekarsätze sind im Dezember weiter gesunken. Zwei- und fünfjährige Laufzeiten sind damit auf rekordtiefem Niveau. Bei langer Laufzeit ist der Tiefpunkt allerdings noch etwas entfernt.


    06.01.2021 09:56


    Die Richtsätze, also die durchschnittlichen Sätze für Hypotheken von 100 Banken, Versicherungen und Pensionskassen, nahmen bei allen Laufzeiten ab, wie aus einer Mitteilung von Moneypark vom Mittwoch hervorgeht. Zehnjährige Festhypotheken liegen mit einem Richtsatz von 1,14 Prozent noch rund zehn Basispunkte vom Tiefpunkt entfernt. Die Richtsätze für Festhypotheken über zwei Jahre (0,90 Prozent) und fünf Jahre (0,95 Prozent) liegen allerdings auf dem Allzeittief, das letztmals im August 2019 erreicht wurde, wie es in der Mitteilung heisst.


    Die Bandbreite zwischen den Top-Sätzen, also den von Moneypark am besten ausgehandelten Sätzen, und dem Richtsatz ist allerdings im Vergleich zum Rekordtief 2019 enger geworden. Das heisst, dass der Kampf um die besten Zinssätze etwas abgenommen hat.


    Tiefere Top-Sätze erwartet


    Dass die Richtsätze für Hypotheken auf Allzeittief sind, während die Kapitalmarktzinsen gleichzeitig gestiegen sind, deutet laut Moneypark aber auf einen weiterhin intensiven Konkurrenzdruck zwischen den Anbietern von Hypotheken hin. Und dieser Wettbewerbsdruck dürfte laut dem Communiqué auch weiter bestehen.


    Denn alternative Kapitalgeber wie Pensionskassen und Anlagestiftungen würden neu in Hypotheken investieren oder planten, ihre Bestände in den nächsten Monaten aufzustocken. Gleichzeitig wollen Banken und Versicherungen aber ihre Marktanteile halten oder noch weiter auszubauen. Das dürfte laut Moneypark zu tendenziell tieferen Topkonditionen führen.


    Für die nächsten Wochen gebe es keine Anzeichen, dass die Hypothekarzinsen steigen werden, so die Experten von Moneypark. Trotzdem müsse wegen der Unsicherheit über den Verlauf der Coronakrise mit gewissen Schwankungen gerechnet werden.


    (AWP)

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  • Stärkster Zinsanstieg seit März 2020: Hypotheken werden teurer


    Die steigende Inflationserwartung schlägt sich nicht nur in den Renditen der Staatsanleihen nieder, sondern auch auf die Hypotheken. Insbesondere die Kosten für die langfristige Finanzierung steigen.


    22.02.2021 10:49


    Von Manuel Boeck


    Seit Jahresbeginn ist die Rendite der Schweizer Bundesobligationen mit zehnjähriger Laufzeit stark angestiegen – insgesamt um 4648 Basispunkte. Damit befindet sich der Zinssatz wieder auf dem März-Niveau des vergangenen Jahres. Am Anleihenmarkt widerspiegelt sich die Erwartung einer steigenden Inflation, die durch das geplante US-Konjunkturpaket im Umfang von 1900 Milliarden Dollar weiter befeuert wird.


    [Blocked Image: https://www.cash.ch/sites/default/files/public/uploads/210222_bundesobli.jpg]


    Rendite der Schweizer Bundesobligationen mit zehnjähriger Laufzeit seit einem Jahr (Quelle: cash.ch).


    Der jüngste Zinsanstieg bei den Schweizer Bundesobligationen hat unmittelbar Konsequenzen auf die mittel- und langfristigen Zinsen für Hypotheken. Die Bauzinsen werden massgeblich von den Renditen der Bundesobligationen beeinflusst. In den letzten drei Wochen ist der Zinsindex für Wohnimmobilien von Hypotheke.ch um 0,07 Prozent auf 1,07 Prozent gestiegen. Nichts Dramatisches – und doch ist dies eine stärkere Bewegung nach oben als üblich. Es ist der stärkste Anstieg seit März 2020.


    [Blocked Image: https://www.cash.ch/sites/default/files/public/uploads/210222_hypo.jpg]


    Entwicklung des Zinsindex von Hypotheke.ch seit einem Jahr (Quelle: Hypotheke.ch).


    Dabei ist der Zinsanstieg weniger bei Hypotheken mit kürzeren Laufzeiten zu beobachten. Der Anstieg des Index auf Hypotheke.ch ist vielmehr auf Zinserhöhungen bei Laufzeiten ab fünf Jahren zurückzuführen – je länger die Laufzeit, desto stärker der Zinsanstieg.


    Die Folge: Die Zinskurve hat sich nicht insgesamt nach oben verschoben, sondern ist steiler geworden. Als Konsequenz haben sich in den letzten sechs Wochen zehnjährige Hypotheken um 0,11 und fünfzehnjährige Hypotheken um 0,17 Prozent verteuert.


    Schneller Anstieg eher unwahrscheinlich


    Allerdings gehen die Experten von Hypotheke.ch nicht davon aus, dass sich der Trend akzentuiert. Folgende vier Punkte sprächen gegen einen Zinsanstieg:

    • Negativzinsen werden bestehen bleiben, da die Staaten kein Interesse an steigenden Zinsen haben. Zu gross sind die Staatsschulden.
    • Auf dem Schweizer Hypothekenmarkt wird der Verdrängungskampf grösser. Immer mehr Pensionskassen und Anlagestiftungen geben selbst Hypotheken heraus. Dies hält das Zinsniveau tief.
    • Die Immobilienpreise sind in den vergangenen Jahren - und insbesondere in der Corona-Krise - gestiegen. Dies spricht gegen die Erhöhung der Risikoprämien bei den Hypotheken.
    • Die SNB wird nicht von ihrer Währungspolitik abkehren. Um einen stärkeren Franken zu verhindern, sind tiefe Zinsen ein effektives Instrument.

    Trotzdem spricht vieles dafür, dass die Rekordtiefs bei den Festhypotheken der Vergangenheit angehören. Wer sich aktuell Planungssicherheit schaffen will, sollte dies in der nächsten Zeit tun. Da ein weiterer starker Anstieg im Moment eher unwahrscheinlich erscheint, ist Eile aber nicht angebracht.

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  • Steigende Hypothekarzinsen: Die Gründe und die Folgen


    Bei mittleren und langen Laufzeiten stiegen die Zinssätze in den letzten Wochen deutlich an: Ist das ein Ausrutscher oder eine Trendwende?


    04.03.2021 16:30


    Die durchschnittlichen Hypothekarsätze sind in letzter Zeit wieder deutlich angestiegen. Inflationsängste in den USA befeuerten einen raschen Anstieg der Kapitalmarktzinsen weltweit. Diesem Sog konnten sich auch die mittel- und langfristigen Hypozinsen in der Schweiz nicht entziehen.


    Die Richtsätze, also die durchschnittlichen Hypothekarsätze von 150 Banken, Versicherungen und Pensionskassen, stiegen laut dem Vergleichsdienst Moneypark in der mittleren und langen Laufzeit an. Bei den zehnjährigen Festhypotheken waren es 13 Basispunkte. Sie erreichten mit einem Richtsatz von 1,30 Prozent wieder das Niveau vom März 2020 kurz nach Ausbruch der Corona-Krise.


    Einen weniger starken Anstieg gab es bei den fünfjährigen Laufzeiten, nämlich um 6 Basispunkte auf 1,00 Prozent. Zweijährige Hypotheken zeigten sich unverändert auf 0,90 Prozent.


    Die Folge: Schärferer Wettbewerb


    Aktuell werde eine Stabilisierung der Langfristzinsen auf dem derzeitigen Niveau und kein nachhaltiger Anstieg erwartet, so Moneypark. Die Inflationsängste in den USA und die dadurch ausgelösten Zinsanstiege rund um den Globus seien heftig und unerwartet gewesen.


    Viele Ökonomen seien von der "hysterischen Reaktion" einiger Marktteilnehmer überrascht worden. Insofern dürfte es sich eher um ein Strohfeuer als um einen fundamentalen Kurswechsel handeln. Entsprechend dürften sich die Hypothekarzinsen auf dem aktuellen Niveau einpendeln.


    Wettbewerb zwischen den Anbietern


    Zudem werde sich der Wettbewerb unter den Anbietern dadurch eher verstärken. Auch der Einstieg alternativer Kapitalgeber wie Pensionskassen und Anlagestiftungen in den Hypomarkt dürfte dafür sorgen, dass gerade bei problemlosen Finanzierungen ein weiterer Zinsanstieg ausbleibe.


    Von einer Inflation sei die Schweiz und auch Europa derzeit weit entfernt, so ein weiteres Argument. Zudem dürften die Währungshüter vor dem Hintergrund der riesigen Schuldenberge nur Zinserhöhungen beschliessen, wenn die Preisstabilität stark gefährdet sei. Schliesslich stehe der Konjunkturaufschwung weiterhin auf schwachen Beinen.


    (AWP – rap)

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  • Inflationsanstieg: Fährt der Zug für günstige Hypothekarzinsen allmählich ab?


    Wirtschaftserholung und Inflationssignale treiben Obligationenrenditen nach oben. Weil dies auch Wohnkredite beeinflusst, fragen sich Wohneigentümer, ob man jetzt noch günstig eine Langfristhypothek abschliessen muss.


    30.03.2021 21:45


    Von Manuel Boeck


    Steigende oder fallende Anleihezinsen sind ein wichtiger Gradmesser für die konjunkturelle Entwicklung. Und da tut sich weltweit einiges, auch in der Schweiz.


    Zwischen Jahresbeginn und Ende Februar stieg die Rendite der Schweizer Bundesobligationen mit zehnjähriger Laufzeit von -0,525 Prozent auf -0,229 Prozent stark an. Daraufhin ging die Rendite auf -0,265 Prozent wieder leicht zurück. Damit befindet sich der Zinssatz aber immer noch auf dem März-Niveau des vergangenen Jahres.


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    Rendite der Schweizer Bundesobligationen mit zehnjähriger Laufzeit seit Januar 2020 (Quelle: cash.ch).


    Am Obligationenmarkt spiegelt sich damit die Erwartung der Märkte einer steigenden Inflation. Eine Entwicklung, die durch das US-Konjunkturpaket im Umfang von 1900 Milliarden Dollar und die anhaltende Geldschwemme der Notenbanken weiter befeuert wird. Zu sehen ist diese Entwicklung an der Rendite der US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit. Diese hat sich seit Jahresbeginn von 0,917 auf 1,774 Prozent beinahe verdoppelt.


    Rendite der Bundesobligationen beeinflusst Hypozinsen


    Warum sollte diese Entwicklung am Anleihemarkt bestehende oder zukünftige Immobilienbesitzer überhaupt interessieren? Denn die Zinsen für Wohnungs- und Hauskredite werden massgeblich von den Renditen der Bundesobligationen beeinflusst. Der Zinsindex für Wohnimmobilien des Vergleichsportals Hypotheke.ch stieg im Februar von 1,01 auf 1,1 Prozent an. Daran ist zunächst nichts dramatisch - und doch war dies eine stärkere Bewegung nach oben als üblich. Im März ist der Index im Gleichschritt mit den Renditen der Schweizer Bundesobligationen leicht zurückgekommen.


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    Entwicklung des Zinsindex von Hypotheke.ch seit Jahresbeginn (Quelle: Hypotheke.ch).


    Dabei ist der Zinsanstieg weniger bei Hypotheken mit kürzeren Laufzeiten zu beobachten. Der Februar-Anstieg des Index von Hypotheke.ch ist vielmehr auf Zinserhöhungen bei Laufzeiten ab fünf Jahren zurückzuführen – je länger die Laufzeit, desto stärker der Zinsanstieg.


    Die Rendite bei den US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit könnten bis Jahresende auf 2 Prozent oder mehr ansteigen, sagt Bantleon-Chefökonom Daniel Hartmann im Gespräch mit cash.ch. Bei den Schweizer Bundesobligationen mit gleicher Laufzeit stehe ebenfalls ein weiterer Renditeanstieg gegen die Nullgrenze an.


    Zehn-Jahres-Hypotheken bieten Sicherheit


    Dies wird Auswirkungen auf die Immobilienfinanzierung haben. Was heist: Die absoluten Tiefststände bei den Hypothekarzinsen dürften der Vergangenheit angehören. Dies sagt Florian Schubiger, Mitbegründer Plattform Hypotheke.ch. Der Experte erwartet grundsätzlich keinen starken Zinsanstieg, wie er zu cash.ch sagt. Schubiger schliesst aber gleichzeitig nicht aus, dass die Inflation wegen einer massiven Geldschwemme plötzlich stark einsetzen kann und damit die Hypothekarzinsen nach oben treibt.


    Wohneigentümer, die über längere Zeit in einer Liegenschaft bleiben wollen, empfiehlt Schubiger als Inflationsabsicherung eine Hypothek mit zehnjähriger Laufzeit. Mit einer guten Bonität erhält man aktuell einen Hypothekarzins unter 0,7 Prozent. Pensionskassen und Anlagestiftungen sind laut Schubiger derzeit die attraktivsten Hypothekenfinanzierer.


    Wer eine langfristige Hypothek zu tiefen Zinsen abschliesst, profitiert als Hausbesitzer im Endeffekt sogar von der Inflation. Steigt nämlich diese, gehen langfristig auch die Immobilienpreise nach oben. Die Hypothek ist ein sogenannter Nominalwert. Das bedeutet: Bei steigender Inflation wertet sich die Hypothek und damit die Schuld real ab.


    Fünf-Jahres-Hypothek als Saron-Alternative


    Wer mehr Risiko eingehen will und vermögend ist, fährt aktuell mit der Saron-Hypothek mit unbefristeter Laufzeit und variablem Zinssatz sehr gut - aktuell 0,35 Prozent bei einer Top-Bonität. Erst wenn der Saron-Zins die Nulllinie überschreitet, ist bei bereits laufenden Saron-Hypotheken mit einem Zinsanstieg zu rechnen. Der Saron-Zins beträgt aktuell minus 0,73 Prozent.


    Die Zinssätze für Geldmarkthypotheken wie der Saron-Hypothek orientieren sich an den kurzfristigen Zinsen, die von der Nationalbank gesteuert werden. Senkt die Nationalbank ihren Leitzins, sinken in aller Regel auch die kurzfristigen Zinsen und umgekehrt. Seit 2015 beträgt der Leitzins in der Schweiz -0,75 Prozent. Eine weitere Leitzinssenkung ist derzeit unwahrscheinlich.


    Saron-Hypothekennehmer spekulieren aber auch darauf, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) die Leitzinsen noch lange nicht erhöhen wird. Doch Daniel Hartmann vom Vermögensverwalter Bantleon geht davon aus, dass die Notenbanken bereits 2023 mit Leitzinserhöhungen auf die steigende Inflation werden reagieren müssen. Die SNB werde dann "dankend" mit der Europäischen Zentralbank (EZB) gleichziehen.


    Ob die Saron-Wette aufgeht, hängt daher in erster Linie von der Inflationsentwicklung und der Reaktionsstärke der Zentralbanken ab. Wem dies zu riskant ist und sich trotzdem nicht auf zehn Jahre binden will, empfiehlt sich daher eine Hypothek über fünf Jahre. Diese ist ebenfalls bei einem Zinssatz ab 0,35 Prozent erhältlich.

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  • Inflationsängste lässt Hypothekarzinsen ansteigen


    Die Furcht vor einer Inflation lässt die Hypothekarzinsen steigen. So habe der Richtzins für zehnjährige Festhypotheken den höchsten Stand seit einem Jahr erreicht.


    06.04.2021 06:42


    Das stellte das Vergleichsportal Comparis in seinem jüngsten Hypotheken-Barometer fest. Der Richtzins für zehnjährige Festhypotheken habe Ende des ersten Quartals 2021 einen Wert von 1,20 Prozent erreicht, teilte Comparis am Dienstag mit. Anfang Jahr hätten zehnjährige Hypotheken etwas mehr als 1 Prozent gekostet.


    In der Spitze sei der Richtzins gar auf 1,21 Prozent geklettert. Im Vorjahresquartal waren die Hypothekarzinsen - angetrieben durch den Corona-Schock- maximal auf 1,19 Prozent angestiegen.


    Weniger deutlich hätten die Richtzinsen fünf- und zweijähriger Hypotheken angezogen. Mit 0,92 und 0,86 Prozent lagen diese leicht unter den Werten des Vorjahresquartals.


    Inflationsängste


    "Viele glauben an ein baldiges Ende der Pandemie. Das befeuert die Aussicht auf einen globalen Wirtschaftsboom", stellte Comparis-Experte Frédéric Papp in der Mitteilung fest. Die Kehrseite: Inflationsängste keimten auf und die Kapitalmarktzinsen stiegen. Und höhere Kapitalmarktzinsen verteuern wiederum die Refinanzierungskosten von Hypotheken.


    Die aufgeflammten Inflationsängsten liessen sich gut an den sich ausweitenden Zinsdifferenzen zwischen kurzen, mittleren und langen Laufzeiten ablesen, so Papp weiter. Gleichzeitig zeigten die Daten der Comparis-Tochter HypoPlus, dass Hypothekarinstitute den Swap-Anstieg bei weitem nicht voll abwälzen würden. Das gehe auf Kosten der Marge der Hypothekargeber.


    Die Angaben zu den Zinssätzen des Hypothekenbarometers von Comparis basieren gemäss den Angaben auf den Richtzinssätzen von über 50 Kreditinstituten.


    (AWP)

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  • Hypothekarzinsen in der Schweiz stabilisieren sich


    Nach einem stärkeren Anstieg im Frühjahr haben sich die Schweizer Hypothekarzinsen zuletzt stabilisiert.


    09.06.2021 07:40


    Aktuell stehen die Zinssätze gemäss Hypotheken-Index von Moneyland bei durchschnittlich 0,96 Prozent für fünfjährige und bei 1,23 Prozent für zehnjährige Hypotheken. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber dem 1. März aber mehr als am 1. Januar.


    Am 1. März hatten die zehnjährigen Hypotheken noch 1,28 Prozent gekostet, anfangs Jahr aber lediglich 1,10 Prozent, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Die fünfjährigen Festhypos sind mit 0,96 Prozent gleich teuer wie Anfang Januar.


    Trotz des Anstiegs seien Festhypotheken im historischen Rückblick immer noch günstig, schrieb Moneyland weiter. Zu Beginn der Coronakrise Anfang März 2020 hatten die Hypothekarzinssätze fast das historische Zinstief von August 2019 erreicht. Eine fünfjährige Festhypothek gab es seinerzeit für durchschnittlich 0,94 Prozent, eine zehnjährige für 1,02 Prozent. Danach zogen die Hypothekarzinsen wieder kurzfristig stark an.


    (AWP)

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  • SNB veröffentlicht neue Daten zum Hypothekarmarkt


    Der Schweizer Hypothekarmarkt wird transparenter. Denn die Schweizerische Nationalbank (SNB) veröffentlich zusätzliche Statistiken, wie sie am Montag mitteilte.


    21.06.2021 10:00


    So würden neu Zeitreihen zum Umfang neu vergebener Hypothekarkredite, zu den Einkommen der Kreditnehmer, den Nettomietzinsen und zur Bewertung der Pfandobjekte publiziert. Zudem weise die SNB Kennzahlen zum Belehnungsgrad und zur Tragbarkeit aus, die auf Grundlage dieser Daten berechnet würden.


    Das Datenangebot umfasst laut den Angaben auch Untergliederungen für verschiedene Segmente wie Wohnimmobilien privater Haushalte, durch private Haushalte vermietete Wohnimmobilien oder durch Unternehmen vermietete Wohnimmobilien. Die publizierten Daten basieren auf einer Einzelkrediterhebung, welche die SNB bei den grössten Hypothekarbanken durchführt, wie es weiter heisst.


    Ergebnisse aus dieser Erhebung fliessen gemäss der Mitteilung in die Beurteilung der Risiken für die Finanzstabilität durch die SNB ein. Die Nationalbank hatte erst letzte Woche erklärt, sie werde die Entwicklungen an den Hypotheken- und Immobilienmärkten weiterhin genau beobachten. Konkret werde auch regelmässig die Notwendigkeit einer Reaktivierung des sogenannten antizyklischen Kapitalpuffers geprüft.


    Die SNB hatte den Puffer im Zuge der Corona-Krise im Frühjahr 2020 aufgehoben, damit die hiesigen Banken mehr Liquidität erhalten und die hiesige Wirtschaft besser mit Krediten versorgen können. Das Instrument war vor rund neun Jahren eingeführt worden und sollte die Risiken einer Immobilienblase eindämmen.


    rw/uh


    (AWP)

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  • Wenig Bewegung bei Hypothekarzinsen im Juni


    Die Hypothekarzinsen in der Schweiz haben sich im Juni kaum bewegt. Es habe einen "Stillstand auf tiefem Niveau" gegeben, teilte der Hypothekendienstleister Moneypark am Donnerstag mit.


    01.07.2021 08:30


    So sei einzig der durchschnittliche Richtsatz für zehnjährige Hypotheken leicht gesunken, und zwar auf 1,22 von 1,24 Prozent. Bei allen anderen Laufzeiten habe es keine Veränderung gegeben. So liege der Richtsatz für fünfjährige Festhypotheken nach wie vor bei 0,94 Prozent und für zweijährige Festhypotheken bei 0,83 Prozent.


    Die Bandbreite bei den untersuchten über 150 Banken, Versicherungen und Pensionskassen bleibe jedoch nach wie vor gross, betonte Moneypark. So seien zum Beispiel zehnjährige Festhypotheken schon für 0,70 Prozent zu haben.


    Moneypark geht davon aus, dass sich an den tiefen Zinsen in den nächsten Wochen nichts ändern werde. Dazu trage auch der Wettbewerb unter den Hypothekaranbietern bei, der sich weiter intensivieren dürfte. Um Marktanteile zu gewinnen oder zu halten, müssten attraktive Konditionen gewährt werden. Dies gelte insbesondere auch für neue Anbieter.


    rw/jb


    (AWP)

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  • Wie Hypotharzinsen entstehen – und wie man mit diesem Wissen Geld spart


    Die Hypothekarzinsen sind historisch tief, aber: Wie genau eigentlich wird ein so ein Zins festgelegt? Dies zu verstehen hilft, bei der Finanzierung eines Hauses oder einer Wohnung Geld zu sparen.


    18.07.2021 18:30


    Von Marc Forster


    Wenn die Federal Reserve, das amerikanische Pendant zur Schweizerischen Nationalbank (SNB), die Zinsen erhöht, dann kann dies Menschen in der Schweiz mit eigenem Haus oder eigener Wohnung direkt Geld kosten. Aber warum eigentlich? Die Fed ist weit weg und die Schweiz hat ja ihre eigenen Zinsen.


    Ganz so einfach ist es nicht. Die in der Regel monatlich fälligen Zinsen für den Kauf eines eigenen Hauses oder einer Eigentumswohnung sind von mehreren Faktoren beeinflusst. Diese ändern sich immer wieder. Die Fed-Zinsen sind tatsächlich ein Faktor, der die Hypothekarzinsen beeinflusst. Damit haben Hypothekarnehmerinnen und -nehmer auch einen Orientierungspunkt, der hilft, eine Entscheidung zur Aufnahme eines Kredits zu treffen.


    cash.ch nennt weitere Punkte, die zur Preisbildung beim Hypothekarzins beitragen und sagt, wo der "Hebel" für einen günstigen Wohnkredit liegt.


    Leitzinsen der Notenbanken


    Als Folge der Finanzkrise 2008 und der Staatsschuldenkrise seit 2010 sind die Leitzinsen der grossen Notenbanken der Welt auf sehr tiefe und teils negative Level gesunken. Um eine Differenz zur Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) aufrechtzuerhalten, behält die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Leitzins seit dem 15. Januar 2015 auf -0,75 Prozent. Dies dürfte sich in naher Zukunft auch nicht ändern, weil diese Politik eine Aufwertung des Frankens verhindern soll.


    Die Null- und Minuszinsen sind ein entscheidender Grund dafür, dass auch Hypothekarzinsen sehr tief sind. Der Leitzins ist eine Richtschnur für die Banken für die Refinanzierung ihrer Ausleihungen. 2008 wurden die Zinsen mit der Absicht gesenkt, die Kreditvergabe zu erleichtern. Wenn Finanzunternehmen einen sehr tiefen Zins bei der Notenbank bezahlen, dann können auch tiefere Zinsen für Firmen oder Personen festlegen, die Hypotheken oder andere Kredite aufnehmen.


    Anleihenrenditen und Swap-Sätze


    Die Fed ist die wichtigste Notenbank der Welt. Eine Zinserhöhung in den USA triggert zwar nicht automatisch eine Zinserhöhung bei der EZB oder der SNB. Aber die Fed, die nicht nur Zinsen festlegt, sondern auch Anleihen am Markt aufkauft, beeinflusst vieles an den Finanzmärkten. So auch den Dollar-Kurs und damit weltweit die Währungsbewegungen sowie die Kurse und Renditen an den Anleihenmärkten.


    Zumindest grob orientieren sich die Hypothekarzinsen an der Rendite von Anleihen, in der Schweiz ist dabei die Bundesobligation mit zehn Jahren Laufzeit zentral: Der so genannte "Eidgenoss". Würde die SNB ihren Leitzins erhöhen, hätte dies sogar noch direkteren Einfluss auf die Hypothekarzinsen, wie Giampiero Brundia, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Oxifina, erklärt: "Der Leitzins beeinflusst zunächst die kurzfristigen Zinsen, aber wenn diese weiterrollen, entsteht eine Art Zinseszinseffekt: Dieser beeinflusst dann auch Zinsen mit längerer Laufzeit und damit auch die Bundesobligationen."


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    Zinsen für fünfjährige Festhypotheken seit 2013 (Grafik: Moneypark).


    Einen direkten Einfluss auf die Hypothekarzinsen haben auch Swaps, mithilfe derer Hypothekenfinanzierer das Risiko sich ändernder Zinsen absichern. Swaps sind Zinssätze, die an den internationalen Finanzmärkten entstehen, respektive durch die Refinanzierungsbedingungen der Banken weltweit untereinander. Wenn die Finanzmärkte höhere Zinsen erwarten, werden die Swaps teurer: Ein Hypothekenfinanzierer bezahlt dann mehr dafür, beispielsweise eine Hypothek mit zehn Jahren Laufzeit abzusichern. Dies schlägt sich schliesslich in der Preissetzung der Hypotharzinsen nieder.


    Auf diese Weise hat die Fed-Geldpolitik also Einfluss auf die Höhe der Hypothekarzinsen in der Schweiz. Im Moment stehen in den USA die Zeichen auf Zinserhöhung. Die Notenbank Federal Reserve hat angedeutet, im Laufe von 2023 die Zinsen vom heutigen Niveau von 0,25 Prozent abzuweichen. Ob das so kommt, ist eine andere Frage, denn geldpolitische Projektionen können schnell über den Haufen geworfen werden. Aber für die Finanzmärkte spielt es bereits eine Rolle, wenn über Zinserhöhungen gesprochen wird.


    Und weil die Inflation in den USA stark gestiegen ist, urteilen manche, dass die Fed bei Zinserhöhungen sogar noch unter einen Druck geraten könnte, schneller zu handeln. Nach dieser Logik dürften Hypothekarzinsen in den nächsten Monaten eher steigen.


    Fest- oder Geldmarkthypotheken sowie Laufzeiten


    Für Hypothekarkundinnen und -kunden ist die Wahl einer Laufzeit wichtig. Bei kürzeren Laufzeiten profitiert man von einem tiefen Zins, könnte aber bei einem steigenden Zinsniveau vor der Situation zu stehen, die Hypothek zu einem höheren Zinssatz erneuern zu müssen. Eine Hypothek, die für fünf Jahre einen fixen Zins hat, kann es schon laut dem Vergleichsportal Hypotheke.ch für 0,55 Prozent geben. Bei einer Festhypothek über zehn Jahre beginnt es mit 0,9 Prozent.


    Hypothekenfinanzierer wie Banken, Versicherungen oder Pensionskassen begründen den höheren Zinssatz bei längeren Laufzeiten mit einem grösseren Zinsänderungsrisiko. Hier spielen also die Swapsätze und damit im Hintergrund die Leitzinsen eine Rolle.


    Sehr günstig sind die Zinsen auch bei den Geldmarkthypotheken, der Alternative zu Festhypotheken. Es gibt diese laut Hypotheke.ch schon ab 0,49 Prozent. Lange basierten Schweizer Geldmarkthypotheken auf dem Libor, einem in London ermittelten Referenzsatz für den Zinsmarkt im weltweiten Bankensystem. Mittlerweile verwenden mehr und mehr Banken den Saron, ein in der Schweiz erstellter Interbanken-Zins. Bei Libor- und Saronhypotheken ändern sich die Zinsen alle drei, sechs oder zwölf Monate. Damit reagieren sie schnell auf sinkende oder steigende Zinsen an den Finanzmärkten. Gegen diese Schwankungen lassen sich Geldmarkthypotheken zwar absichern. Bei Absicherungen – im Wesentlichen eine Verknüpfung von gegensätzlich laufenden Finanzpositionen, die Kursschwankungen dämpfen – gilt stets: Sie kosten etwas.


    Fazit: Auch bei der Wahl von Laufzeiten beziehungsweise der Hypothekenart ist eine eigene Einschätzung zur Entwicklung der allgemeinen Zinsen eine wichtige Stütze.


    Die Margenpolitik der Anbieter


    Was als Hypothekarzins "im Schaufenster" einer Bank oder Versicherung steht, ist die Kombination aus einem Richtzins, der von den schon erwähnten externen Faktoren mitbestimmt wird, und der Marge des Anbieters. Dass Hypothekenfinanzierer etwas verdienen wollen, ist ja nun vollkommen legitim. Die Preisgestaltung als solches ist allerdings nicht immer allzu transparent.


    Aber dies funktioniert auf zwei Seiten. Hypothekarnehmerinnen und -nehmer können den Margenfokus der Anbieter ausnutzen. Die Banken und Versicherer stehen in enormer Konkurrenz zueinander und müssen bei der Hypotheken-Marge Abstriche machen, um am Markt wachsen zu können. Alle Banken und vielleicht noch etwas mehr Regionalbanken kommen bestehenden Kunden beim Hypothekarzins schnell einmal entgegen, weil sie ein Interesse haben, diese an sich zu binden.


    Bei der Saron-Hypothek können Hypothekarnehmerinnen und -nehmer über die Marge verhandeln, sagt Oxifina-Geschäftsführer Brundia: "Der Saron-Satz ist mit dem Leitzins der SNB vergleichbar, also rund -0,75 Prozent – darüber setzen die Hypothekengeber ihre Marge. Usus ist allerdings, dass die Hypothekengeber den Basiszins im Falle von Negativzinsen auf Null setzen und die Zinsmarge dazu schlagen." Bei Festhypotheken rät Brundia, Angebote weit herum zu vergleichen.


    Die Immobilie


    Zudem will der Hypothekenfinanzierer wissen, was für ein Haus erworben wird und ob es sich an einer attraktiven Lage befindet. Denn das erworbene Objekt ist für die Kreditgeber ein Pfand, solange eine Hypothek drauf läuft.


    Die Hypothekenanbieter bewerten Kunden und Objekte durchaus unterschiedlich. So kann es letztlich zu spürbar abweichenden Offerten kommen. Und deswegen müssen Hypothekarangebote unbedingt gut verglichen werden, auch wenn dies Zeit und Nerven kostet. Kleine Prozentabweichungen können über die Jahre tausende von Franken ausmachen.


    Vermögensverhältnisse und Bonität


    Der Hypothekenfinanzierer will das Risiko kennen, das Geldausleihen für ihn bedeutet. Einkommen, berufliche Aussichten, Vermögen und mögliche Sicherheiten als Eigenkapital der am Hauskauf Interessierten fliessen in die Überlegungen der kreditgebenden Finanzinstitution ein, ob und mit welchem Zins eine Hypothek vergeben wird.


    Auch das Alter der Kunden spielt eine Rolle, denn Teile der Hypothek müssen zurückbezahlt werden. Bei der Wohnfinanzierung verbreitet ist immer noch, zwei Hypotheken für ein Objekt aufzunehmen. Die erste Hypothek geht oft nur bis zu einem Belehnungsgrad von zwei Dritteln der Hypothekarsumme. Die zweite Hypothek, die den Rest der Hypothek abdeckt und die bis zum Pensionsalter amortisiert werden soll, verteuert die Hypothek insgesamt etwas.


    Wie jemand finanziell dasteht, ist entscheidend wichtig, wenn sie oder er ein Haus oder eine Wohnung finanzieren will. Je besser die Ausgangslage ist, desto leichter lässt sich ein tieferer Hypothekarzins aushandeln. Kaltblütig, wenn’s nötig ist.

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  • Hypothekarzinsen in der Schweiz dürften 2022 laut Comparis steigen


    Vor dem Hintergrund einer Zinswende an den internationalen Finanzmärkten dürften die Hypothekarzinsen in der Schweiz in der zweiten Jahreshälfte 2022 steigen. Leicht zunehmen dürfte die Bandbreite der Schwankungen, wie der Online-Vergleichsdienst Comparis schreibt.


    16.12.2021 07:00


    Bei den zehnjährigen Festhypotheken dürfte sich die Bandbreite zwischen 0,85 und 1,35 Prozent bewegen. Aktuell beträgt der Richtzins 1,16 Prozent. Der Impuls für höhere Zinsen dürfte von der Europäischen Zentralbank ausgehen. Der Schweizer Kapitalmarkt dürfte sich diesem Trend nicht ganz entziehen können.


    Vor allem steigende Energiepreise hätten im vierten Quartal 2021 Inflationsängste geschürt. Comparis rechnet für das nächste Jahr mit einem leichten Preisanstieg. Die Teuerung in der Schweiz dürfte sich bei rund 0,7 Prozent einpendeln. Der Anstieg der Energiepreise dürfte jedoch nur temporär sein.


    Signifikant höhere Zinsen seien daher 2022 unwahrscheinlich. Hypothekarnehmer sollen dennoch die Schwankungen am Markt nutzen, um den richtigen Zeitpunkt für den Abschluss von Hypothekarverträgen zu erwischen. Derzeit sei eine steigende Nachfrage nach Hypotheken mit längerer Laufzeit zu beobachten, teilte Comparis weiter mit.


    mk/


    (AWP)

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  • Preise für Festhypotheken in der Schweiz auf höchstem Stand seit 2018


    Seit einigen Wochen bewegen sich die Hypothekarzinsen in der Schweiz nach oben. Nun haben sie den höchsten Stand seit 2018 erreicht. Grund dafür ist die Angst vor einer höheren Inflation.


    08.02.2022 08:13


    Am 7. Februar 2022 standen die Moneyland erhobenen Richtzinssätze für fünfjährige Hypotheken bei 1,28 Prozent und für die zehnjährigen bei 1,55 Prozent. Damit stiegen die Zinssätze seit Mitte Dezember um 0,31, beziehungsweise um 0,38 Prozentpunkte, wie der Vergleichsdienst am Dienstag mitteilte.


    In den USA und in Europa hat zuletzt die anhaltend hohe Inflation die Zentralbanken auf den Plan gerufen. Dabei dürfte die US-Notenbank Federal Reserve Fed in diesem Jahr den Leitzins mehrmals anheben, schreibt Moneyland. Denn die Inflation mache der internationalen Impulsgeberin Fed zu schaffen.


    SNB nicht unter Druck


    Dagegen hätten weder die Europäische Zentralbank (EZB) noch die Schweizerische Nationalbank (SNB) baldige Zinsanhebungen kommuniziert. Allerdings deutete die EZB vergangene Woche nach den jüngsten Inflationszahlen eine etwas weniger lockerere Geldpolitik an. Entsprechend sind auch im Euroraum Zinserhöhungserwartungen merklich gestiegen.


    Bei der SNB bestehe aber noch wenig Druck. Die Inflation sei hierzulande vergleichsweise tief, erklärte Moneyland. Zwar zeige die Richtung vorerst nach oben, das Aufwärtspotenzial für Schweizer Hypothekarzinsen scheine aber beschränkt zu sein.


    Grosse Unterschiede


    Auch nach dem jüngsten Zinsanstieg gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Anbietern, schrieb Moneyland weiter. So betrage die Differenz zwischen dem günstigsten Richtzinssatz für zehnjährige Festhypotheken und dem teuersten aktuell 0,69 Prozentpunkte.


    Überdurchschnittlich günstig seien nach wie vor die Online-Hypotheken: Während der Durchschnitt aller analysierten Richtzinssätze für zehnjährige Festhypotheken bei aktuell 1,55 Prozent liege, kosteten Online-Hypotheken mit durchschnittlich 1,33 Prozent deutlich weniger.


    (AWP)

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  • Folge des Ukraine-Kriegs: Hypothekarzinsen steigen weiter


    Die Zinsen für Hypotheken sind teilweise auf ein Mehrjahreshoch gestiegen. Gründe für diese Entwicklung sind der Krieg in der Ukraine und mögliche Leitzinserhöhungen.


    16.03.2022 07:47


    Mit Beginn des Ukraine-Kriegs gingen die Zinsen für Festhypotheken zunächst deutlich zurück. Seit ungefähr einer Woche gehen die Zinssätze aber stark nach oben, wie der Vergleichsdienst Moneyland am Mittwoch mitteilte.


    Seit Anfang des Monats stieg der mittlere Zinssatz für fünfjährige Hypotheken um 0,15 Prozentpunkte auf 1,35 Prozent. Der Zinssatz für zehnjährige Hypotheken liegen im Schnitt 0,18 Prozentpunkte höher bei 1,73 Prozent. Laut Moneyland ist es der höchste Wert bei zehnjährigen Hypotheken seit 2018 und die fünfjährigen sind auch nicht mehr weit von diesem Höchststand entfernt.


    Insgesamt sind die Zinsen seit Jahresbeginn deutlich angestiegen. So lagen fünfjährige Hypotheken Anfang 2022 noch bei rund 1 Prozent, also mehr als 0,3 Prozentpunkte niedriger. Die zehnjährigen Hypotheken schnellten im gleichen Zeitraum sogar um mehr als 0,5 Prozentpunkte nach oben.


    "Der Krieg in der Ukraine heizt die ohnehin schon hohe Inflation weiter an, was für eine Straffung der Geldpolitik beziehungsweise für Zinsanhebungen spricht", sagt Moneyland-Analyst Felix Oeschger. Er erwartet daher auch in der Schweiz bald eine Leitzinserhöhung. Dies werde die Zinsen für Hypotheken weiter in die Höhe treiben.


    (AWP)

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  • Immobilien und Zinsen - «Für die Saron-Hypothek wird es schwierig»


    Steigende Inflation und Ukraine-Krieg schlagen sich auf die Hypothekarzinsen nieder. Vor allem die Kosten für die kurzfristige Immobilien-Finanzierung dürften steigen.


    04.04.2022 20:00


    Von Manuel Boeck


    Seit letztem Dezember hat die Rendite der Schweizer Bundesobligationen mit zehnjähriger Laufzeit einen steilen Aufwärtstrend eingeschlagen. Sie ist aus dem Minusbereich herausgebrochen und auf über 0,6 Prozent vorgestossen. Das ist das höchste Niveau seit Juli 2014.


    Hintergrund: Am Obligationenmarkt spiegelt sich damit die Erwartung einer steigenden Inflation wider, die durch den Krieg in der Ukraine zusätzlich befeuert wurde. Die Inflation in der Schweiz ist zwar tief im Vergleich zu den USA und der EU, ist aber mit 2,2 Prozent ebenfalls so hoch wie lange nicht mehr.


    [Blocked Image: https://www.cash.ch/sites/defa…ads/040422_bundesobli.jpg]


    Rendite der Schweizer Bundesobligationen mit zehnjähriger Laufzeit seit Januar 2021 (Quelle: cash.ch).


    Steile Zinskurve


    Die Entwicklung am Obligationenmarkt hat für bestehende oder zukünftige Immobilienbesitzer bereits finanzielle Konsequenzen. Denn die Zinsen für Wohnungs- und Hauskredite werden massgeblich von den Renditen der Bundesobligationen beeinflusst.


    Doch ebenso bedeutsam sind für den Hypothekenexperten und Geschäftsführer von Oxifina, Giampiero Brundia, die Zinsdifferenzen vom Franken zum Dollar. "Hier haben wir extreme Diskrepanzen. Die Zinsunterschiede sind viel zu gross im Vergleich zur Währungsparität. Es ist die Inflation auf der einen und die Geldpolitik auf der anderen Seite, wo sich der Franken zinsmässig anpassen muss," sagt Brundia gegenüber cash.ch.


    So ist es kein Zufall, dass der Zinsindex für Wohnimmobilien des Vergleichsportals Hypotheke.ch seit letztem Dezember von 1,06 auf 1,63 Prozent angestiegen ist. Der happige Anstieg um 57 Basispunkte (+0,57 Prozentpunkte) bedeutet eine Verteuerung der Zinskosten für eine Hypothek von 800'000 Franken um 4560 Franken pro Jahr oder 380 Franken pro Monat.


    Von dem jüngsten Anstieg sind insbesondere Hypotheken mit einer Laufzeit von mehr als drei Jahren betroffen. Deutlich ist dies bei den Zinsen für eine Hypothek mit einer zehnjährigen Laufzeit, die seit dem Dezember um ein Prozent gestiegen sind. Damit habe der Markt die geldpolitische Trendwende bereits vorweggenommen, sagt Brundia gegenüber cash.ch. Die Zinskurve sei als Folge "brutal steil" geworden.


    SNB muss nachziehen


    Seit Januar 2015, als die Schweizerische Nationalbank SNB die Wechselkurs-Parität zum Euro abgeschafft hatte, sind die Zinsen getaucht. "Die Schweizer Nationalbank hat lange eine ultra-lockere Geldpolitik betrieben und den Moment noch nicht gefunden, dies zu korrigieren. Die US-Notenbank Fed hat im März einen ersten Schritt vollzogen, aber Europa und die Schweiz müssen das Gleiche tun", sagt Brundia.


    Die SNB werde ihre Geldpolitik wegen der Zinsdifferenzen weniger expansiv machen müssen. Brundia rechnet damit, dass die SNB Ende dieses Jahr oder Anfang nächstes Jahr einen ersten Zinsschritt vollziehen und den Leitzins in der Folge in Richtung 0 Prozent anheben muss.


    Dieser Schritt dürfte viele Hypothekenbesitzer nicht kalt lassen. Wenn die SNB die Leitzinsen anhebt, wird schlussendlich der Saron steigen - dieser liegt heute bei minus 0,7 Prozent. Dieser wird sich in Richtung 0 oder über 0 Prozent bewegen. Dann werden auch die Geldmarkthypotheken oder sogenannten Saron-Hypotheken teurer.


    Saron-Hypotheken werden unattraktiver


    Die sogenannten Kurzläufer (Hypotheken mit einer ein- bis sechsmonatigen Laufzeit) seien ohnehin viel zu günstig im Verhältnis zu den Festhypotheken, die stark angestiegen sind. "Ich rechne mit einer Abflachung der Zinskurve. Ich glaube nicht, dass die Festhypotheken zurückkommen, sondern dass sich die kurzlaufenden Hypotheken angleichen müssen."


    Was nicht heisst, dass die Festhypotheken keinen Raum nach oben haben. Für den Finanzierungsexperten wird sich das Zinsniveau für Festhypotheken in den nächsten Jahren zwischen 1,5 und 2,5 Prozent einpendeln. Höher werde es nicht gehen, da dies die Verschuldungssituation nicht zulässt.


    Das Abflachen der Zinskurve dürfte aber eine bis anhin erfolgreiche Wette schwieriger machen: In der Vergangenheit fuhr man mit einer Saron-Hypothek immer besser als mit einer Festzinshypothek. "Nur in der Vergangenheit kamen wir von einem höheren Zinsniveau. Heute sind wir in einem tieferen Zinsniveau. Wenn man sich heute langfristig günstig einloggen kann, wird es für die Saron-Hypothek schwierig", argumentiert Brundia.


    Kein Grund zur Panik


    Viele Wohneigentümer in der Schweiz sind bequem und scheuen den Aufwand vor einer neuen Hypothek. Brundia beobachtet aber gerade jetzt, da die Zinsen angestiegen sind, eine gewisse Unruhe bei vielen Immobilienbesitzern. Viele würden auf die Schnelle Festhypotheken mit langer Laufzeit abschliessen.


    "Das führt dazu, dass Banken, Versicherungen oder Pensionskassen von dieser Situation profitieren. Denn ein Kreditabschluss bei der Hausbank ist einfach und rasch realisierbar, was seinen Preis hat. Daher sage ich, nicht übereilt oder panikartig reagieren, sondern sich Zeit nehmen," so Brundia.


    Denn sowohl bei den kurzlaufenden wie auch den langlaufenden Hypotheken gebe es Opportunitäten am Markt. Deshalb rät Brundia dazu, verschiedene Angebote anzuschauen, zu prüfen und zu verhandeln. Die Zinsdifferenz beträgt bis zu einem halben Prozent. Bei einer Hypothek von 800'000 Franken machen ein halbes Prozent 4000 Franken pro Jahr aus. Auf zehn Jahre gesehen sind dies 40'000 Franken, was ein beträchtlicher Betrag ist.

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  • Hypotheken auf Acht-Jahres-Hoch: Das sagen Expertinnen und Experten


    Die Hypothekarzinsen in der Schweiz sind sehr deutlich angestiegen. Eine Expertin und drei Experten sagen, was die Gründe dafür sind und wie man sich bei der Wohnfinanzierung jetzt verhalten sollte.


    24.04.2022 17:10


    Von Marc Forster


    Hypothekarzinsen um 1 Prozent - hervorragende Zustände für Hypothekarnehmerinnen und -nehmer in der Schweiz. Aber dies war bis vor kurzem.


    Die Hypothekarzinsen fielen über zehn Jahre lang. Der Zinsindex des Vergleichsportals Hypotheke.ch zeigt für 2011 ein Niveau von fast 3 Prozent, das Mitte 2019 auf ein Niveau bei rund 1 Prozent absank. Erst seit Anfang 2022 steigen die Zinsen für die Finanzierung von Häusern und Wohnungen wieder. Und zwar so stark, dass der Hypotheke.ch-Zinsindex jetzt ein Level von fast 1,9 Prozent anzeigt. Dies entspricht dem Niveau von 2014.


    In Zahlen: Im Vergleich zum 1. Januar 2022 sind die jährlichen Zinskosten einer Hypothek, die eine Million Franken umfasst, um 8000 Franken gestiegen.


    Der Hintergrund ist klar: Die amerikanische Notenbank Federal Reserve macht mit ihren Zinserhöhungen Nägel mit Köpfen. Der Zug rollt, und weil die Inflation in den USA hoch ist, wird die unter Druck geratene Notenbank auch Zinsschritte von 0,5 Prozentpunkten aufs Mal vornehmen. Auch in der Schweiz steigen die Zinsen. Zwar nicht wie in den USA der Leitzins, denn hierzulande steht dieser seit 2015 und weiterhin unverändert bei -0,75 Prozent. Aber Finanzmarktzinsen wie die Rendite für 10-jährige Bundesobligationen sind bereits deutlich höher als vor einem Jahr (siehe Grafik weiter unten).


    Banken nehmen derzeit höhere Margen ein


    Höhere Zinserwartungen beeinflussen Swaps, mit denen sich Banken refinanzieren. Das heisst: Die Absicherungen der Banken werden teurer, und damit auch die Hypothekarzinsen. "Dies ist aber nur ein Teil der Wahrheit", sagt Adriel Jost, Ökonom beim Beratungsunternehmen WPuls.


    Wenn sich Hypothekenfinanzierer wie Banken über den Finanzmarkt refinanzieren, steigen deren Kosten in der Tat. Refinanzieren sie sich aber über die Spareinlagen ihrer Kundinnen und Kunden, profitieren sie weiterhin von der Tiefzinspolitik der Schweizerischen Nationalbank SNB: Die Hypothekarzinsen steigen, aber die Bankguthaben werden weiter sehr tief verzinst. Die Marge der Banken weitet sich damit aus.


    "Seit Anfang Jahr sind die Margen deutlich angestiegen", sagt Jost. Hebt hingegen die SNB im laufenden oder nächsten Jahr den Negativzins auf, werde auf diese Weise Druck auf die Sparzinsen entstehen, so Jost. Dann schrumpfen die Margen der Banken wieder, und sie könnten mit weiteren Hypothekarzinserhöhungen reagieren.


    Zinsen, Refinanzierungs-Kennzahlen und Bankkonto-Zinsen im Vergleich


    [Blocked Image: https://www.cash.ch/sites/default/files/public/uploads/grafikhyposwapoblizinsen.jpg]


    Während sich Hypothekarzinsen (rot), Obligationen-Renditen (grau) und Swapsätze (blau) in letzter Zeit ähnlich entwickelten, sinken die Zinsen auf Sparkonten (orange) seit Jahren.


    Für die nächsten Monate sieht der Ökonom aber vor allem die Inflationsraten und die Entwicklung der Finanzmarktzinsen als wichtigsten Faktor für die Hypothekarzinsen: "Wenn die Inflation in der Schweiz längere Zeit auf dem heutigen Niveau bei 2,4 Prozent verweilt, ist ein weiterer Anstieg der Rendite von zehnjährigen Bundesobligationen von aktuell etwas unter 1 Prozent auf beispielsweise 2 Prozent realistisch, und damit wird auch der Aufwärtsdruck auf die Hypothekarzinsen grösser."


    Allerdings, so Jost, sei auch mit mehr Volatilität zu rechnen und die mittelfristige Inflations- und Zinsentwicklung in der Schweiz darum nicht präzise vorauszusagen.


    Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind grösser geworden


    Wichtig sehen ist: Auch wenn die Zinsen nach einer extremen Tiefphase wieder stark gestiegen sind, sind sie immer noch tief. Schon 2014 wurden Hypothekarzinsen verlangt, die im historischen Vergleich sehr günstig waren. Ungewöhnlich ist die heutige Situation aber schon, wie Florian Schubiger von Hypotheke.ch sagt.


    "Bei langen Hypo-Laufzeiten war der Anstieg stärker als bei kurzen Laufzeiten. Für eine zehnjährige Hypothek bezahlte man Mitte Dezember 2021 im Schnitt 1,12 Prozent, heute sind es 2,20 Prozent, also 1,08 Prozentpunkte mehr", so Schubiger. Die Zinskurve sei klar steiler geworden. Das hängt auch damit zusammen, dass die kurzfristigen Zinsen eher von den Zentralbanken gesteuert werden können, während die langfristigen Zinsen frei vom Markt bestimmt werden.


    Die Offerten für Hypotheken unterscheiden sich neuerdings aber stärker: "Die Unterschiede bei den einzelnen Anbietern von Hypotheken sind aktuell grösser als noch vor dem Zinsanstieg", sagt Schubiger. Dies liegt an der unterschiedlichen Praxis, wie sich die Anbieter finanzieren, aber auch daran, dass "träge" Hypothekenfinanzierer ihre Zinsen verzögert an die jeweilige Marktsituation anpassen. "Vergleichen lohnt sich deshalb noch mehr", so der Experte.


    Jenen, die in den nächsten zwölf Monaten eine Hypothek erneuern müssen, rät Schubiger, jetzt gut zu beobachten, alle Unterlagen bereitzuhalten und so in der Lage zu sein, nach Bedarf schnell zu reagieren.


    «Keine Entscheide aus Panik treffen»


    In einem Umfeld steigender Zinsen fragen sich viele Hypothekarkundinnen und -kunden, wie sie sich positionieren sollen - eher mit langfristigen, fixen Hypotheken, wo Zinsschwankungen für die Laufzeit weitestgehend ausgeblendet sind, oder mit Geldmarkthypotheken wie der Saron-Hypothek, die sich in kurzen Fristen ans Zinsniveau anpassen.


    Die aktuelle geopolitische Lage mache eine Voraussage der der Zinsentwicklung schwer, sagt Gabriela Seiler, Leiterin des Credit Research bei der Immobilienplattform Property Captain. "Sicherlich sind übereilte oder von Panik getriebene Entscheide beim Abschluss einer Hypothek auch heute nicht gegeben", sagt die Hypothekenexpertin.


    Die Konditionen seien langjährigen Vergleich tief, betont auch Seiler. Bei den Geldmarkt- respektive Saron-Hypotheken seien bisher keine nennenswerten Anstiege zu verzeichnen und diese böten daher, bei der entsprechenden Risikobereitschaft der Hypothekarkunden, immer noch eine gute Alternative zu Festhypotheken.


    Saron-Hypotheken auch langfristig günstiger?


    Giampiero Brundia vom Beratungsunternehmen Oxifina sieht die Saron-Hypotheken im Vergleich zu Festhypotheken im Vorteil. "Der Saron liegt derzeit bei -0,71 Prozent, während der 10-Jahres-Swap bei 1,3 Prozent liegt. Die daraus resultierenden 2 Prozent Zinsunterschied sind extrem hoch und können nicht so bestehen bleiben - das ist gewissermassen eine Gesetzmässigkeit des Marktes."


    Der Saron-Zinssatz, der mit dem Negativzins der Nationalbank korreliert, werde dank Leitzinserhöhungen in den nächsten zwei Jahren ungefähr auf ein Niveau von 0,2 Prozent und in den nächsten zehn Jahren auf rund 1 Prozent steigen. Auch wenn bei der Saron-Hypothek noch die Marge der Bank dazukommt, geht Brundia von einem tieferen Zins aus als bei Festhypotheken. "Der Unterschied dürfte in einer Zehn-Jahres-Modellrechnung bei rund 0,5 Prozent pro Jahr liegen. Bei einer Hypothek von 1'000'000 Franken und einer Kreditlaufzeit von zehn Jahren beträgt der Kostenunterschied 50'000 Franken."


    Bei den Festhypotheken sei mit den heutigen Niveau ein oberes Ende erreicht, so Brundia: "Wenn Sie sehr gut verhandeln, bekommen sie eine zehnjährige Festhypothek für rund 1,7 Prozent. Normalerweise bezahlt man derzeit über 2 Prozent."

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  • Festhypothek oder Saron? Worauf cash-Leserinnen und -Leser im Zinsanstieg setzen


    Der Zinsanstieg seit Jahresbeginn ist auch in der Schweiz ausgeprägt und macht Immobilienbesitzer zunehmend nervös. Das cash-Publikum hat trotzdem eine klare Meinung, auf welche Hypothek man jetzt setzen soll.


    09.05.2022 18:55


    Von Manuel Boeck


    Erst vergangene Woche hob die US-Notenbank Fed ihren Leitzins um einen halben Prozentpunkt auf die neue Spanne von 0,75 bis 1,00 Prozent an. Die Rendite der US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit zogen in der Folge auf ein Niveau an, das zuletzt im November 2018 erreicht wurde. Zwar dürfte die Schweizerische Nationalbank SNB den ersten Zinsschritt frühestens Ende Jahr vornehmen, doch die Zinsen der Bundesobligationen steigen auch hierzulande: Die "Eidgenossen" mit einer zehnjähriger Laufzeit sind seit Jahresbeginn um gut 100 Basispunkte auf über 0,9 Prozent angestiegen.


    Die Entwicklung am Schweizer Obligationenmarkt hat für bestehende oder zukünftige Immobilienbesitzer finanzielle Konsequenzen. Denn die Zinsen für Wohnungs- und Hauskredite werden massgeblich von den Renditen der Bundesobligationen beeinflusst. Der Zinsindex für Wohnimmobilien des Vergleichsportals Hypotheke.ch ist dieses Jahr von 1,07 auf 1,95 Prozent angestiegen. Der Anstieg um 88 Basispunkte verteuert die Zinskosten für eine Hypothek von 800'000 Franken um 7040 pro Jahr oder 587 Franken pro Monat. Ein Umstand, der bei Immobilienbesitzern die Nervosität ansteigen lässt.


    Wie verhält sich die cash-Leserschaft angesichts steigender Hypothekarzinsen? Die Antwort in der nicht-repräsentativen Umfrage ist durchaus überraschend: 58 Prozent bevorzugen weiterhin eine Saron-Hypothek. In der Schweiz schliessen hingegen je nach Anbieter nur 15 bis 25 Prozent eine solche ab. Für Festhypotheken sprechen sich in der cash-Umfrage 42 Prozent aus, wobei insbesondere die Festhypothek mit einer zehnjährigen Laufzeit mit 28 Prozent unterrepräsentiert ist - in der Schweiz setzt jeder zweite Immobilienbesitzer auf diese Variante.


    Festhypotheken oder Saron-Hypothek: Welche Variante bevorzugen Sie?


    26.04.2022 15:39


    Festhypotheken bieten bei steigenden Zinsen mehr Sicherheit. Doch Geldmarkt-Hypotheken, basierend auf dem Saron, sind immer noch deutlich günstiger. Was für eine Hypothek würden Sie im Moment abschliessen?


    Festhypothek mit 10 Jahren Laufzeit


    28% (2383 Stimmen)


    Festhypothek mit 5 Jahren Laufzeit


    9% (787 Stimmen)


    Festhypothek mit einer anderen Laufzeit


    5% (445 Stimmen)


    Saron-Hypothek


    58% (4971 Stimmen)


    Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der 5-jährigen Festhypothek, auf die 9 Prozent der cash-Leser setzen. Je nach Anbieter schliessen in der Schweiz bis zu 15 Prozent eine solche Hypothek ab. Die Festhypotheken mit einer anderen Laufzeit liegen mit 5 Prozent hingegen nur geringfügig unter dem erwarteten Wert von 7 Prozent.


    cash-Leserschaft profitiert bei Saron-Hypothek von Zinsersparnis


    Die cash-Leserschaft setzt damit in überdurchschnittlich stark auf die günstige Saron-Hypothek. Diese beginnen bei rund 0,4 Prozent und stehen nicht viel höher als Anfang Jahr. Eine Festhypothek mit zehnjähriger Laufzeit ist ab etwa 1,8 Prozent Zins erhältlich, nachdem die Sätze zu Weihnachten 2021 noch bei 0,63 Prozent lagen. Die jährliche Zinsersparnis einer Saron-Hypothek gegenüber einer 10-jährigen Festhypothek hat sich für einen Kredit von 800'000 Franken damit innert kurzer Frist von 1840 auf 11'200 Franken ausgeweitet.


    Marktexperten gehen von einem weiteren Anstieg der Rendite von zehnjährigen Bundesobligation aus, was die Zinsen für Festhypotheken weiter nach oben treiben dürfte. Damit könnte der Vorteil der Saron-Hypothek, deren Zinssatz vor allem vom Leitzinssatz der SNB beeinflusst wird, im Verlauf des Jahres noch grösser werden. Denn eine Leitzinserhöhung durch die SNB dürfte erst dann Auswirkungen haben, wenn diese in den positiven Bereich steigen. Dies, weil die Margen der Banken auf Hypotheken bereits heute ab einem Leitzins von null Prozent gerechnet werden.


    Da der Leitzins der SNB bei minus 0,75 Prozent liegt, hat die Saron-Hypothek noch einen Puffer von 0,75 Prozentpunkten. Doch dieses beruhigende Polster könnte sich in relativ kurzer Frist in Luft auflösen. So ist, wie die Handelszeitung berichtet, der Saron-Vorgänger Libor von Mitte 1999 bis September 2000 von 2,7 auf 4,7 Prozent gestiegen. Es kann daher sehr schnell gehen, bis die Saron-Sätze über den heutigen Zinsen für eine 10-jährige Festhypothek zu liegen kommen.


    Festhypothek gibt finanzielle Sicherheit, Saron-Hypothek bietet Flexibilität


    "Wer also jetzt schon ein knappes Budget hat, sollte eher eine zehnjährige Festhypothek abschliessen", sagt Florian Schubiger vom Vergleichsportal Hypotheke.ch gegenüber der Handelszeitung. Denn ein Zinssatz von 2 Prozent müsse sich eigentlich jeder Wohneigentümer leisten können. Stiegen diese dann mal auf 4 oder 5 Prozent, sähe die Situation anders aus.


    Bei einer Saron-Hypothek wird der Zinssatz meist alle drei Monate angepasst. Die Dauer beträgt häufig drei bis fünf Jahre, wobei man zumeist beim selben Anbieter vor dem Ende der Laufzeit auch von einer Saron- in eine Festhypothek wechseln kann. Bei einer laufenden Festhypothek ist dies Vorhaben schwieriger. Wenn diese noch vier Jahre läuft, muss der Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung bezahlt werden, die oft höher ist als der ganze ausstehende Zins bis zum Laufzeitende.


    Wenn jedoch die Restlaufzeit der bestehenden Festhypothek noch ein Jahr beträgt, gibt es eine Lösung: Eine sogenannte Forward-Hypothek. Bei dieser werden die Konditionen für die neue Hypothek in einem Jahr bereits heute bestimmt werden. Der Zinsaufschlag beträgt aber in der Regel 0,2 Prozentpunkte.


    Bei hohen Leitzinsen droht bei Immobilien ein Preisrückgang


    Steigen die Leitzinsen in der Schweiz auf 2 Prozent, erwartet UBS-Experte Matthias Holzhey zudem erhöhten Druck auf die Immobilienpreise. Dies würde insbesondere für Immobilienbesitzer mit hohem Verschuldungsgrad zu einem Problem werden. Wird die Belehnungsgrenze durch den Preisrückgang überschritten, können Banken einen Nachschuss verlangen.


    Der fällige Betrag kann bereits bei einer kleinen Preiskorrektur ein hohes Niveau erreichen: Wer eine Hypothek von 800'000 Franken für ein Objekt im Wert von einer Million Franken aufgenommen hat, muss bei einer Wertminderung von 4 Prozent 32’000 Franken nachschiessen, damit die maximal zulässige Belehnung von 80 Prozent wieder erfüllt ist. Wer ein knappes Budget hat, sollte daher auf eine Festhypothek setzen und vorsichtshalber einen finanziellen Puffer aufbauen.


    Wer hingegen die entsprechende Risikobereitschaft mitbringt und über den notwendigen finanziellen Puffer verfügt, kann weiterhin Saron-Hypotheken setzen und erwarten, dass dies finanziell einen Nutzen bringt. Solange die Inflation in der Schweiz nicht noch deutlicher ansteigt, wird die SNB wohl von ihrem eher zurückhaltendem Kurs nicht abkommen. Das Szenario von der Jahrtausendwende ist zumindest aus heutiger Sicht noch eher unwahrscheinlich.

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  • Zinsen für Hypotheken in der Schweiz im Rückwärtsgang: Trendwende oder nicht?


    Seit der deutlichen Leitzinserhöhung der Schweizerischen Nationalbank sind die Hypozinsen hierzulande zurückgekommen. Was dies für die Finanzierung von Wohneigentum jetzt bedeutet.


    25.07.2022 13:37


    Von Manuel Boeck


    Mit der Leitzinserhöhung der Schweizerischen Nationalbank SNB Mitte Juni erreichten die Hypozinsen in der Schweiz den höchsten Stand seit Juni 2011. Der Zinsindex für Wohnimmobilien des Vergleichsportals Hypotheke.ch wies am 22. Juni einen durchschnittlichen Zins von 2,58 Prozent aus - ein happiger Anstieg von 151 Basispunkten gegenüber Anfang Januar.


    Die Kosten für Hypotheken sind, nachdem eine erste Panik entstanden war, aber bereits wieder im Rückgang. Der Durchschnittswert ist auf 2,26 Prozent zurückgekommen. Damit folgen die Zinsen der Entwicklung der Bundesobligationen mit zehnjähriger Laufzeit. Deren Renditen haben sich seit Mitte Juni von 1,45 Prozent auf 0,72 Prozent halbiert. Sie gelten als Indikator für Wohnungs- und Hauskredite.


    [Blocked Image: https://www.cash.ch/sites/default/files/public/uploads/220725_hypozinsen.jpg]


    Rendite der Schweizer Bundesobligationen mit zehnjähriger Laufzeit seit Anfang Jahr (Quelle: cash.ch).


    Diese Entwicklung erstaunt, da die SNB im September die Zeit negativer Zinsen nach fast siebeneinhalb Jahren beendet und den Leitzins um mindestens 0,5 Prozentpunkte angehoben hat. Noch ist der SNB-Leitzins mit -0,25 Prozent negativ. Das Überschreiten der Null-Prozent-Marke würde sich insbesondere auf die Geldmarkthypothek Saron durchschlagen, die bislang vom Zinsanstieg verschont geblieben ist. Aktuell gibt es noch Angebote, die eine Saron-Hypothek mit einem Zins von nur 0,44 Prozent anbieten.


    Christa Janjic-Marti, Finanzexpertin vom Beratungsunternehmen WPuls, rechnet mit weiteren Leitzinsanhebungen und dem Ende der Negativzinsen in der Schweiz. "Die Zinsen sind auch in der Schweiz noch immer deutlich unter dem Inflationsniveau. Die Realzinsen sind so tief wie nie in den letzten 40 Jahren, und dies bei heisslaufender Konjunktur und überhitztem Immobilienmarkt. Will die SNB ihre langfristige Glaubwürdigkeit erhalten, so sind weitere Leitzinserhöhungen angebracht", sagt sie gegenüber cash.ch.


    Langfristige Zinsen könnten bereits 2023 wieder zurückgehen


    Doch es gibt auch Anzeichen, dass die grossen Zinssprünge bei den Festhypotheken bereits vollzogen sind. So legten die kurz- und mittelfristigen Hypotheken im zweiten Quartal stärker zu als die langfristigen, was die Zinskurve abflachen liess. Zudem dürfte die Leitzinserhöhung der SNB im September bereits in den Hypothekarzinsen eingepreist sein.


    Grosse Unbekannte in dieser Betrachtung ist allerdings die Inflation. Sollte diese weltweit und insbesondere in der Schweiz weiter ansteigen, dürften sich auch die Hypothekarzinsen weiter nach oben orientieren. Dem steht gegenüber, dass die geldpolitische Bekämpfung der Inflation weltweit in einem starken wirtschaftlichen Dämpfer enden könnte. In diesem Szenario dürften die Notenbanken inklusive der SNB ihre geplanten Zinserhöhungen hinauszuzögern oder sogar auf Eis legen.


    Für ein Ende des Zinsanstiegs in der Schweiz braucht es aber nicht einmal einen wirtschaftlichen Dämpfer: "Wenn es der SNB gelingt, die Inflation mit einer kurzen, aber starken Leitzinsanhebung zu beruhigen, dürfte sie bereits Mitte des nächsten Jahres auf weitere Zinsschritte verzichten", schrieben die Ökonomen der UBS in ihrem jüngsten Ausblick.


    Ein frühes Ende der SNB-Zinsanhebungen würde sich auch auf die längerfristigen Zinsen auswirken. Diese dürften sich in der zweiten Jahreshälfte mit grösseren Schwankungen seitwärts bewegen und sie könnten 2023 gar wieder zurückgehen, so die Experten der Grossbank. Für 2023 rechnet Daniel Kalt, Chefökonom der UBS Schweiz, gemäss seinem Kommentar im Ausblick der Bank mit einer 1,5 Prozent Inflation, nach 2,7 Prozent in diesem Jahr.


    Auch Janjic-Marti schätzt die Lage so ein, dass die Gesamtinflationsrate in der Schweiz nahe ihrem Höhepunkt ist. Doch: "Die Kerninflationsrate kann in den nächsten Monaten aber durchaus noch weiter ansteigen. Schon die Anpassung des Referenzzinssatzes und die entsprechenden Auswirkungen auf die Mieten werden in der Zukunft für zusätzlichen Preisschub im Landesindex der Konsumentenpreise sorgen", warnt die Finanzexpertin.


    Saron bleibt im Vorteil


    Die Finanzmärkte hätten innert Wochen von Inflationsangst hin zu Rezessionsangst gewechselt – mit entsprechender Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen und einem Rückgang der Verfallrenditen. "Angesichts der hartnäckigen Inflation dürfte das Pendel auch wieder in die andere Richtung schwingen und die Kapitalmarktzinsen nochmals steigen lassen", sagt Janjic-Marti.


    In diesem Umfeld müssen sich Besitzerinnen und Besitzer von Wohneigentum auf mittlere Frist auf weiterhin steigende Zinsen einstellen. Doch es gilt weiterhin: Man sollte nicht übereilt oder panikartig reagieren, sondern sich Zeit nehmen. Denn es gibt weiterhin - und insbesondere bei Korrekturen - Opportunitäten am Markt. Eine Hypothek mit einer zehnjährigen Laufzeit ist bereits wieder unter 2 Prozent Zins erhältlich.


    Und wer eine entsprechende Risikofähigkeit mitbringt, hat mit der Saron-Hypothek weiterhin eine Alternative. Auch wenn auch diese eher früher als später teurer werden sollte, dürfte sie im Vergleich zu langfristigen Festhypotheken weiterhin besser abschneiden - insbesondere dann, wenn die SNB ihren Zinsanhebungs-Kurs tatsächlich schon Mitte 2023 beendet.

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