Deflation oder Inflation?

  • Deflation oder Inflation?

    Nun weiss ich wer Schuld hat....*wink*


    Ron Paul: «Das Fed ist verantwortlich für die Konjunkturzyklen. Es ist verantwortlich für Teuerung, Rezession, Depression und exzessive Schulden. (…) Seine Politik ist immer destruktiv. Ohne Gegenwehr führt die Politik einer Notenbank ins finanzielle Chaos, etwas, das wir gegenwärtig erleben.» :idea:

  • Deflation oder Inflation?

    Bullish wrote:

    Quote


    Ob 2.5mal oder 10mal, das ändert doch nur die Fallhöhe. Btw, mit "Einlagen" meinst Du die Einlagen der Banken bei der Zentralbank und nicht die Einlagen der Kunden bei der Bank, richtig?


    1. Bei Faktor 10 Kredit zu Spareinlagen kann sich die Bank theoretisch einen Kreditausfall von 10% leisten, bevor sie die Wasserlinie erreicht. Bei Faktor 2.5 entsprechend 40%. Das heisst, die Bank ist stabiler aufgestellt, je niedriger dieser Faktor ist.

    2. Ich meine die Kundeneinlagen. Dass eine Bank Einlagen bei der ZB hat ist eher die Ausnahme und kam vor 2009 praktisch nie vor.




    Bullish wrote:

    Quote

    MarcusFabian wrote:



    Genauso wie heute. Es bestand lediglich eine Nachschusspflicht, berechnet auf dem Nennwert und nicht auch dem Marktpreis.


    Falsch, denn: Ein Banker, der für seine Misswirtschaft auch finanziell gerade stehen muss, prüft Investitionen viel kritischer und ist weitaus weniger risikobereit als ein Banker, der weiss, dass ihm - falls der Deal schief geht - der Staat wieder auf die Beine hilft.


    Bullish wrote:

    Quote


    Nun, wenn Du als Sparer geschützt wirst, wenn Du auf unrealistische Angebote von Banken eingehst, dann ist dies ein Systemfehler. Privathaftende Kleinbankiers hätten so riesige Nachteile.


    Stimmt. Wenn ich mich als dummer Kleinanleger verspekuliere und Aktien für Titan-Minen auf dem Mond kaufe, dann habe ich 100% Verlust und alle lachen micht aus.

    Wenn ich als Banker einem Joe Sixpack mit 15k Jahreseinkommen eine 720k Villa finanziere und der erwartungsgemäss nicht zahlen kann, kommt die ZB mit TARP und "bailt" mich aus.




    Bullish wrote:

    Quote

    Quote:


    Nochmals: Federal deficit spending = Inflation im ursprünglichen Sinn des Wortes, nämlich "Ausweitung der Geldmenge".

    Steigende Ölpreise = Inflation im Sinne von Teuerung.


    Wie oben bereits geschrieben: Von temporären Ausnahmen mal abgesehen besteht zwischen beiden ein Zusammenhang.

  • Deflation oder Inflation?

    Elias wrote:

    Quote


    Sagenhafte 2 Jahre hat es bei dir gedauert, bis du das mit der Deflation soweit begriffen hast, dass du sie als existierend wahrgenommen hast.


    Japan hatte eine Inflation im Sinn von steigender Geldmenge.

    Japan hatte eine Deflation im Sinn von sinkenden Preisen.


    Ich habe Infla/Defla als monetäres Phänomen verstanden, Du als preisliches.

    Wir haben also lediglich denselben Begriff unterschiedlich definiert und in unserer jeweiligen Definition richtig interpretiert.


    Dieses Missverständnis haben wir - so meine ich - mittlerweile geklärt. Deshalb könntest Du vielleicht langsam Deine täglichen Wiederholungen dieses Missverständnisses einstellen.

  • Deflation oder Inflation?

    Victor Sperandeo, ehemaliger Trader von Soros:


    Hyperinflation hat einen einzigen Grund: Sie stellt sich ein, wenn ein Staat keine Kredite mehr aufnehmen kann, da seine Schulden schon so stark angestiegen sind, dass Investoren der Meinung sind, dieser Staat werde seine Schulden nicht annähernd mit derselben Kaufkraft zurückzahlen können. In Folge einer solchen Vertrauensflucht sieht sich der betreffende Staat gezwungen, Geld zu drucken, damit er seinen Verpflichtungen nachkommen kann. Dies untergräbt den Wert der Währung noch stärker, was häufig in einem rasanten Zusammenbruch gipfelt. Das ist Hyperinflation, und sie wird allein durch Regierungen und Zentralbanken ausgelöst.

    http://www.goldseiten.de/conte…php?storyid=15193&seite=0

  • Deflation oder Inflation?

    MarcusFabian wrote:

    Quote

    1. Bei Faktor 10 Kredit zu Spareinlagen kann sich die Bank theoretisch einen Kreditausfall von 10% leisten, bevor sie die Wasserlinie erreicht. Bei Faktor 2.5 entsprechend 40%. Das heisst, die Bank ist stabiler aufgestellt, je niedriger dieser Faktor ist.


    Wie soll eine Bank Kredit mit Faktor 10 der Spareinlagen vergeben? Ich denke immer noch, Du meinst die Einlage der Bank bei der Zentralbank.


    Die Wasserlinie erreicht sie, wenn ihr Eigenkapital dahingeschmolzen ist. Spareinlagen sind aber kein Eigenkapital, sondern Verbindlichkeiten.


    MarcusFabian wrote:

    Quote


    2. Ich meine die Kundeneinlagen. Dass eine Bank Einlagen bei der ZB hat ist eher die Ausnahme und kam vor 2009 praktisch nie vor.


    Sie muss sogar. Die Einlagen bei der ZB stehen im Verhältnis zu den Kundeneinlagen der GB. In den USA 10%, in der Schweiz 2.5%.

    Quote:

    Quote


    http://de.wikipedia.org/wiki/Mindestreserve


    Die Mindestreserve ist eine minimale Einlage von Geschäftsbanken bei der Zentralbank, zu welcher sie von dieser verpflichtet werden. [...] Sie wird von der Zentralbank festgelegt in Prozent der Einlagen der Kunden der jeweiligen Geschäftsbank.


    Mit einer ZB, die 100% Mindesteinlagen forderte, hättest Du Staatspapiergeld, das je nach Disziplin einem Goldstandard gleichkommen würde.




    MarcusFabian wrote:

    Quote

    Bullish wrote:


    Falsch, denn: Ein Banker, der für seine Misswirtschaft auch finanziell gerade stehen muss, prüft Investitionen viel kritischer und ist weitaus weniger risikobereit als ein Banker, der weiss, dass ihm - falls der Deal schief geht - der Staat wieder auf die Beine hilft.



    Davon sprach ich, als ich von Privatbankiers in Personengesellschaften sprach. Die haften unbeschränkt und meist sogar solidarisch.


    Hier war aber von Aktiengesellschaften die Rede und von Banker, die in den USA leichtfertige Kredite vergeben hatten. Ich argumentierte, dass diese Banker völlig rational handelten und dieses Handeln auch für die Aktionäre von Vorteil war, wenn sie die Aktien lediglich traden.

    Als Konklusion brachte ich den Einwand, dass solche Bank-Aktiengesellschaften nur durch die Bankkunden kontrolliert werden können, indem diese die Gefahr des Einlagenverlustes bedenken, wenn sie eine Bank wählen. So hätten kleinere Banken, mit persönlich haftenden Bankiers wieder eine Chance, denn die sind nicht mehr wettbewerbsfähig, wenn die Ausfälle auf Einlagen ihrer als Aktiengesellschaft firmierenden Konkurrenten zu 100% sozialisiert werden. Eigentlich sind die Einlagen auch nur beschränkt geschützt, doch ein Bailout der Bank schützt die Einlagen zu 100%.




    MarcusFabian wrote:



    Dieser Banker ist ein Arbeitnehmer. Gestern war er Hypothekenverkäufer, heute ist er in einem Unternehmen für Zwangsversteigerungen. Der Bailout interessiert ihn doch nicht.

    Der Bailout stützt alle, die nicht in Bargeld sind. Sogar Goldbugs wurden gebailoutet. Ohne Bailout gibt es eine deflationäre Depression.


    MarcusFabian wrote:



    Soviel zu den verschiedenen Definitionen.

    Die erste Definition ist nur relevant, wenn man mit der Quantitätsgleichung operiert: M*V = P*Y (Geldmenge * Umlaufgeschw. = Preisniveau * Output) http://de.wikipedia.org/wiki/Q…n_.28Einkommensversion.29

    und meint die "Ausweitung im Verhältnis" zu etwas. Nur funktioniert unser System nicht mehr so, resp hat es nie so funktioniert.

  • Deflation oder Inflation?

    Mich als 0815 Konsument (repräsentierend rund 90% der CH Bevölkerung) interessiert es nicht ob nun mehr Geld gedruckt oder die Preise gestiegen bzw. gesunken sind. Mich interessiert nur, wieviel ich für meinen Franken kaufen kann....mich interessiert nur die Kaufkraft meines aktuellen und zukünftigen Vermögens!!


    Ich weiss, dass ich heute für einen Franken in CH weniger kriege als vor einem Jahr.

    Ich weiss, dass ich heute für einen Franken im nahen Ausland mehr kriege als vor einem Jahr.

    Das sind Fakten.


    Begriffe wie Deflation, Inflation, Stagnation sind nicht geeignet komplexe Sachverhalte einer international völlig vernetzten Ökonomie zu beschreiben....immerhin das haben wir nach 2 Jahren und mehr als 500 posts gelernt, immerhin!


    Fine-Tuner

  • Deflation oder Inflation?

    Bullish wrote:

    Quote


    Wie soll eine Bank Kredit mit Faktor 10 der Spareinlagen vergeben? Ich denke immer noch, Du meinst die Einlage der Bank bei der Zentralbank.


    Was ich meine ist die Kombination aus Fractional Banking und Geldschöpfung:

    Wenn Du als Spareinlage Fr. 1000 auf das Konto legst, kann die Bank davon 900 als Kredit vergeben.

    Von den 900 wieder 810 etc. Somit werden aus Fr. 1000 Spareinlagen bis zu Fr. 100'000 Kredit generiert.




    Bullish wrote:

    Quote


    Als Konklusion brachte ich den Einwand, dass solche Bank-Aktiengesellschaften nur durch die Bankkunden kontrolliert werden können, indem diese die Gefahr des Einlagenverlustes bedenken, wenn sie eine Bank wählen.


    Reden wir aneinander vorbei?

    Wenn die Bank den Kunden falsche Papiere verkauft und diese Papiere wertlos werden, verlieren die Kunden. Aber nicht die Bank.

    Die Banken sind ja nur deshalb in Schwierigkeiten gekommen, weil sie entweder mit eigenem Geld oder mit Spareinlagen - und ohne Wissen der Sparer - hochriskante Geschäfte gemacht haben, die schlussendlich in die Hose gegangen sind.

    Soweit einig?




    Bullish wrote:

    Quote


    Eigentlich sind die Einlagen auch nur beschränkt geschützt, doch ein Bailout der Bank schützt die Einlagen zu 100%.


    Wobei sich mir dann folgende Frage stellt:

    Warum garantiert der Staat nicht einfach die Spareinlagen statt gleich die ganze Bank zu "bailouten"?

    Ich meine, unter den Milliardenverlusten waren ja auch Verpflichtungen im Derivatemarkt, bei CDS, ABS etc, die den Sparer nicht interessieren und die auch keinen Volkswirtschaftlichen Schaden anrichten würden, wenn sie hopps gehen.


    Anders ausgedrückt und mit Phantasiezahlen:

    Die UBS hat Fr. 100 Spareinlagen bekommen und weitere Fr. 1000.- in hochriskanten Spekulationen.

    Finanzkrise, alles in Gefahr, UBS bekommt vom Staat Fr. 1100 bailout.

    Den Staat interessieren aber nur seine Bürger und somit die 100 Spareinlagen. Somit hätte der Staat auch nur die 100 Spareinlagen decken müssen. Wäre billiger gewesen.



    Bullish wrote:

    Quote


    Sogar Goldbugs wurden gebailoutet. Ohne Bailout gibt es eine deflationäre Depression.


    Goldbugs haben das nicht nötig, denn Gold trägt seinen Wert in sich und ist das einzige schuldenfreie Geld!




    Bullish wrote:


    An die Quantitätsgleichung habe ich ohnehin nie geglaubt, obschon sie allgemein sehr akzeptiert ist und soweit ich weiss immer noch gelehrt wird.

    http://www.weissgarnix.de/2008…-die-quantitatsgleichung/

  • Deflation oder Inflation?

    Fine-Tuner wrote:

    Quote
    Mich interessiert nur, wieviel ich für meinen Franken kaufen kann....


    Darf ich mal ganz ketzerisch sein und sagen: "Falsch, nicht einmal das interessiert Dich!":

    http://www.cash.ch/node/2934#comment-374153




    Fine-Tuner wrote:

    Quote


    Begriffe wie Deflation, Inflation, Stagnation sind nicht geeignet komplexe Sachverhalte einer international völlig vernetzten Ökonomie zu beschreiben....immerhin das haben wir nach 2 Jahren und mehr als 500 posts gelernt, immerhin!


    Es ist mir bewusst, dass es überall Definitionsspiele gibt.

    Ich meine, wenn wir von "100 Franken", "1 kg Kupfer" oder "2 Megabyte" sprechen, meinen wir alle dasselbe.

    Sprechen wir aber über Liebe, Glück, Moral, Ethik, Gerechtigkeit ... dann meint jeder etwas anderes.


    Dass es für so häufig verwendete Begriffe wie Inflation/Deflation mindestens drei unterschiedliche offizielle Definitionen gibt ist - gelinde ausgedrückt: - unglücklich.

  • Deflation oder Inflation?

    Elias wrote:

    Quote
    Darum gibt es keine Hyperinflation hier in der Schweiz. Es ist Nonsens, was man bezüglich Hyperinfaltion und Schweiz hier im Thread postet.

    Japan ist ein G-20 Staat und selbst wenn der kippt, trifft es uns nicht. Die Aussage mit den Dominosteinen ist ein totaler Schmarren.


    Teilweise einverstanden. Japan alleine könnte wohl nicht die Dominosteine Europa und USA zu Fall bringen. Und damit auch nicht die Schweiz.

    Japan ist ja - wie wir beide uns mittlerweile einig sind - ein Spezialfall.


    Weiterhin ist die Aussage: "es gibt keine Hyperinflation hier in der Schweiz." absolut korrekt. Aber wir reden ja nicht darüber, was ist (= Gegenwart) sondern was sein wird oder sein könnte. Und selbst wenn die Schweiz selbst nicht auf dem Weg der Hyperinfla ist, einige Länder, bei denen wir unser Geld parkiert haben, sind es.




    Dennoch die Fragen nochmals, denen Du geflissentlich ausweichst:


    Dürfen Staaten ungebremst Geld drucken, ohne gewärtigen zu müssen, dass sich das rächt?


    Wenn Deine Antwort (wie ich erwarte) "ja" lautet, Zusatzfrage: Was, wenn nicht Gelddruckerei, hat Deiner Meinung nach die vergangenen Hyperinflationen ausgelöst?




    Und weiter,

    Wenn die USA in eine Hyperinflation gerät, der Dollar also komplett entwertet wird, wird das dann Auswirkungen auf Europa haben?

    Und wenn Europa als nächster Dominostein in eine Hyperinflation gerät, wird die Schweiz das dann unbeschadet überstehen?

  • Inflation: Der Sprit ist immer schuld

    Das Leben in Deutschland ist im letzten Jahr kaum teurer geworden, sagen Statistiker – nur um 1,1 Prozent. Soweit die offizielle Zahl. Im Eurogebiet zogen die Preise stärker an, um 1,6 Prozent, meldet die Statistikbehörde Eurostat. Der Einzelne wird das vielleicht etwas anders empfunden haben…


    Sind das nicht gute Nachrichten? Nachrichten, nach denen man sich richten kann? Ich weiß nicht. Vielleicht hatte der offizielle Warenkorb ein Loch. Vielleicht ist ein billiger gewordener Plasmabildschirm auf ihn gefallen? Wer weiß?


    Doch zunächst ein Wort des Trost für ein Wort, das inflationär oft missbraucht wird: Inflation. Welch bedauernswertes Wort… Es wird immer benutzt, wenn es um steigende Preise geht. Dabei ist es so falsch, wie das Benutzen einer Klobürste für das Hinterteil. Inflation ist ein Begriff aus der Wissenschaft des Geldes und bedeutet Aufblähen einer Geldmenge. (lat: inflare), und nicht steigende Preise. Meldungen mit „Inflation“ in Überschriften müssten eigentlich alle auf „Teuerung“ abgeändert werden. Doch wer soll das tun, wenn kaum ein Schreiber von Überschriften den Unterschied zwischen dem einen und dem anderen kennt. Selbst Experten haben mit den Begriffen so ihre Schwierigkeiten, sogar die Zentralbanker, das aber vielleicht sogar bewusst. Abriss wird heute ja auch als Rückbau bezeichnet.


    weiter ... http://frank-meyer.eu/wp-blog/?p=1203

  • Deflation oder Inflation?

    MarcusFabian wrote:

    Quote
    Inflation ist ein Begriff aus der Wissenschaft des Geldes und bedeutet Aufblähen einer Geldmenge.
    Richtig. Und neben der Teuerung gibt es dann noch die Kaufkraft.


    Quote:

    Quote
    Eine Erklärung für das Ansteigen des Preisniveaus allgemein bietet die Quantitätsgleichung von Irving Fisher:

    Transaktionsanzahl * Preisniveau = Geldmenge * Umlaufgeschwindigkeit

    Quelle Hyperinflation http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperinflation


    Das Preisniveau und die Hyperinflation....


    MarcusFabian wrote:

    Quote

    Elias wrote:

    Teilweise einverstanden. Japan alleine könnte wohl nicht die Dominosteine Europa und USA zu Fall bringen. Und damit auch nicht die Schweiz.

    Japan ist ja - wie wir beide uns mittlerweile einig sind - ein Spezialfall.
    Nein, da sind wir uns nicht einig. Es ist kein Spezialfall, nur weil er bisher nur in Japan aufgetreten ist. Jedes Land kann davon betroffen sein, bei dem die Bevölkerung schrumpft und überaltert. Habe ich auch schon mehrfach geschrieben. Wir haben das Dusel, dass wir Zuwanderung haben und so der Effekt sich länger herauszögert, als in anderen Ländern. Das Blatt kann sich aber auch hier schneller wenden, als uns lieb ist.


    MarcusFabian wrote:

    Quote
    Dennoch die Fragen nochmals, denen Du geflissentlich ausweichst:

    Dürfen Staaten ungebremst Geld drucken, ohne gewärtigen zu müssen, dass sich das rächt?

    Ich beantworte diese Frage auch schon geflissentlich zum x-ten Mal:

    1. es wird (mindestens in der Schweiz) nicht ungebremst Geld gedruckt. Habe auch schon mehrfach geschrieben: das ist ein Märchen. Den folgenden Link habe ich auch schon mehrfach reingestellt: http://www.snb.ch/de/iabout/cash/id/cash_circulation


    2. Wo ist den die ausgeweitete Geldmenge hier in der Schweiz? Das ist eine Frage, der du geflissentlich ausweichst: Wäre sie im Wirtschaftskreislauf, wäre das Phänomen der "Flucht in die Sachwerte" schon lange gekommen. Dazu kommt es eben auch seit geraumer Zeit auch in Japan nicht, trotz Schulden in der Höhe von 200% des BIP. Und das ist ein weiterer Grund, warum Japan kein Spezialfall ist.


    MarcusFabian wrote:

    Quote
    Wenn Deine Antwort (wie ich erwarte) "ja" lautet, Zusatzfrage: Was, wenn nicht Gelddruckerei, hat Deiner Meinung nach die vergangenen Hyperinflationen ausgelöst?


    Also nochmals den Link von gestern:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperinflation#Chronologie

    Beispiel Russland 1992 http://www.bpb.de/publikatione…folge_der_Asienkrise.html


    Es gibt unterschiedliche Gründe und Auslöser.

    Quote:

    Dort, wo das Geld in Umlauf gebracht wurde, führte es in den im folgenden Link aufgeführten Ländern zur Hyperinflation

    Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperinflation




    Interessant noch zu sehen, dass in den 50er, 60 und 70er Jahren nirgends Hyperinflation gab, in den Nuller-Jahren nur in Zimbabwe. Warum :?: weil Zimbabwe das Geld in Umlauf gebracht hat


    MarcusFabian wrote:

    Quote
    Und weiter,

    Wenn die USA in eine Hyperinflation gerät, der Dollar also komplett entwertet wird, wird das dann Auswirkungen auf Europa haben?

    Und wenn Europa als nächster Dominostein in eine Hyperinflation gerät, wird die Schweiz das dann unbeschadet überstehen?
    Das ist eben Nonsens. Da eine Hyperinflation nur dadurch entstehen kann, wenn Geld in Umlauf gebracht wurde oder die Umlaufgeschwindigkeit ansteigt oder die Transaktionsanzahl abnimmt


    Wenn der Dollar also massiv an Wert verliert, kommt nicht mehr Geld in Umlauf, sondern es werden Vermögen vernichtet (= Defaltion), falls nicht die Flucht in Sachwerte gelingt. Es kann keinen Dominoeffekt geben, weil für eine Hyperinflation mehrere Faktoren zusammenspielen müssen.


    Der Zusammenbruch der Immobilienpreise (nicht nur in den USA) ist deflationierend, genau so wie jede Finanzkrise.

  • Deflation oder Inflation?

    Elias wrote:

    Quote


    Quote:

    Quelle Hyperinflation http://de.wikipedia.org/wiki/Hyperinflation


    Die Quantitätsgleichung ist mir durchaus geläufig. Aber ich bezweifle, dass sie stimmt.


    Ganz einfach deshalb, weil der Preis beim Kauf und nicht beim Bezahlen festgelegt wird.


    Beispiel: Ein Maschinenhersteller bietet eine Maschine für 100 an. Ein Fabrikant ist bereit, für die Maschine 100 zu bezahlen, kann aber erst in 6 Monaten bezahlen. Der Preis wird also festgelegt, bevor auch nur ein einziger Franken geflossen ist, oder?

    Fein, nun kommt ein zweiter Fabrikant, der bereit ist, 120 für die Maschine zu bezahlen. Allerdings erst in einem Jahr.

    Nun haben wir eine Teuerung um 20% aufgrund gestiegener Nachfrage, ohne dass sich an der Geldmenge irgend etwas geändert hätte.


    Setzen wir das in die Formel ein:

    Transaktionsanzahl * Preisniveau = Geldmenge * Umlaufgeschwindigkeit


    Im ersten Fall:

    1 * 100 = 1000 * Umlaufgeschwindigkeit

    Die Umlaufgeschwindigkeit wäre in diesem Fall 0.1 (können wir ausrechen).

    Also 1* 100 = 1000 * 0.1


    Im zweiten Fall:

    1 * 120 = 1000 * 0.12


    Somit müsste - rein mathematisch und damit die Formel stimmt - die Umlaufgeschwindigkeit gestiegen sein, obschon zum Zeitpunkt des Kaufvorganges noch gar kein Geld geflossen ist?


    Erklär mir das mal.





    Elias wrote:


    Ich habe nicht behauptet, dass die Schweiz unbegrenzt Geld druckt. Die Frage war allgemein formuliert:

    Dürfen Staaten ungebremst Geld drucken, ohne gewärtigen zu müssen, dass sich das rächt?


    Nach Deiner Logik laufen die USA mit ihrer Gelddruckerei keinerlei Gefahr, in eine Hyperinflation zu geraten, weil ja das Geld nicht fliesst, die Umlaufgeschwindigkeit also sehr niedrig bleibt. Habe ich Dich soweit korrekt verstanden?


    Elias wrote:

    Quote


    2. Wo ist den die ausgeweitete Geldmenge hier in der Schweiz? Das ist eine Frage, der du geflissentlich ausweichst:


    Diese Frage ist eindeutig zu beantworten:

    In M1.

    Quelle http://www.snb.ch/ext/stats/st…df/deen/B2_Geldmengen.pdf


    Was ist M1?

    Quote:



    Quelle: http://www.snb.ch/de/mmr/refer…tz_geldmengen_book/source , Seite 11




    Elias wrote:

    Quote


    Wäre sie im Wirtschaftskreislauf, wäre das Phänomen der "Flucht in die Sachwerte" schon lange gekommen.


    Das ist richtig. Aber was hindert die Leute denn daran, das Geld auch auszugeben, wenn sie es für sinnvoll erachten? Der psychologische Auslöser kann recht marginal sein und innert kurzer Zeit kann eine Lawine von Geld losgetreten werden, das Sachwerten nachjagt.

    Das Geld ist potentiell vorhanden und kann wie ein brechender Staudamm jederzeit die Gütermärkte überschwemmen. Je mehr Geld vorhanden ist um so wahrscheinlicher, dass das eines Tages passiert und um so höher dann die Teuerung, wenn es passiert.




    Elias wrote:

    Quote


    Dazu kommt es eben auch seit geraumer Zeit auch in Japan nicht, trotz Schulden in der Höhe von 200% des BIP. Und das ist ein weiterer Grund, warum Japan kein Spezialfall ist.


    Der Spezialfall Japan besteht darin, dass der Yen stark an Wert gewonnen hat. Das gilt weder für den Dollar noch den Franken.



    Elias wrote:

    Quote


    Es gibt unterschiedliche Gründe und Auslöser.

    Quote:


    Das sind alles Argumente, die ausschliesslich auf der umstrittenen Quantitätsgleichung basieren. Eine gefährliche Ausgangslage!


    Warum kam es z.B. in Simbabwe oder Jugoslavien zur Hyperinflation?

    Deine Antwort: Weil Simbabwe das Geld in Umlauf gebracht hat.

    Soweit ok. Und? Tun die USA das nicht auch? Bei QE1 könnte ich Dir noch Recht geben. QE1 ging ja an die Banken und die haben das Geld wiederum bei der FED parkiert.

    Aber QE2 geht an den Staat und der wird es definitiv ausgeben. Ähnlich notabene Simbabwe, das Geld gedruckt hat, um damit die Löhne von Beamten, Polizei und Militär zu bezahlen.

    Und wer garantiert, dass China oder Indien die Erlöse der Treasury-Verkäufe nicht ausgeben?

    China z.B. ist bereits weltweit auf Einkaufstour um Land und Minen zu kaufen.




    Elias wrote:

    Quote


    Wenn der Dollar also massiv an Wert verliert, kommt nicht mehr Geld in Umlauf, sondern es werden Vermögen vernichtet (= Defaltion), falls nicht die Flucht in Sachwerte gelingt.


    Ich behaupte, dass der Dollar massiv an Wert verliert, weil die Geldmenge so stark erhöht wird. Das Verhältnis Geld zu Güter nimmt zu und es ist nur eine Frage der Zeit, bis das gehortete Geld auch ausgegeben wird.

    Spätestens dann, wenn die Leute sehen, dass es ihnen mehr bringt, in Rohstoffe und Sachwerte zu investieren als zuzusehen, wie ihr Geld auf dem Konto stetig an Wert verliert.

    Dann kriegst Du übrigens auch Deine Umlaufgeschwindigkeit.



    Elias wrote:

    Quote


    Es kann keinen Dominoeffekt geben, weil für eine Hyperinflation mehrere Faktoren zusammenspielen müssen.


    Einer dieser Faktoren ist, dass wir Geld-Vermögen in der sterbenden Währung haben und deshalb die Kaufkraft dieser Vermögen sinkt. Das für sich genommen - da gebe ich Dir Recht - ist deflationär.

    Nun ist es aber leider so, dass die EZB die Parität zum Dollar und die SNB die Parität zum Euro aufrecht erhalten will. Wird also der Dollar geschwächt folgen zeitversetzt immer auch der Euro und der Franken.

    Wie also wird die SNB reagieren, wenn der Dollar extrem geschwächt wird? Wird sie ihre Paritätspolitik auf einmal aufgeben und den Franken stark halten (aller Proteste der Exportindustrie zum Trotz) oder wird sie die Politik der letzten 10 Jahre weiterführen und den Franken parallel zu Dollar und Euro ebenso extrem schwächen?


    Ich weiss es auch nicht. Es ist Spekulation. Aber mir scheint die Fortführung der 2000 eingeschlagenen Geldpolitik wahrscheinlicher als ein Sinneswandel.


    Elias wrote:

    Quote
    Der Zusammenbruch der Immobilienpreise (nicht nur in den USA) ist deflationierend, genau so wie jede Finanzkrise.


    In Gold gerechnet auf alle Fälle. So gesehen stecken wir derzeit auch in den USA, Europa und der Schweiz in einer Deflation.

    Aber in Papiergeld gemessen dürften wir kaum eine Deflation erleben. Schliesslich kann Papiergeld elektronisch viel schneller generiert werden als jeder Zusammenbruch des Marktes es zu vernichten in der Lage ist.

  • Deflation oder Inflation?

    Elias wrote:

    Quote


    2. Wo ist den die ausgeweitete Geldmenge hier in der Schweiz? Das ist eine Frage, der du geflissentlich ausweichst: Wäre sie im Wirtschaftskreislauf, wäre das Phänomen der "Flucht in die Sachwerte" schon lange gekommen.


    In diesem Zusammenhang interessiert mich mehr, wo die CHF sind, mit denen die SNB EUR gekauft hat.


    Sind sie:


    1.) In der EZB, weil die EZB der SNB neugeschaffene EUR verkauft hat? :D Dann hätte die SNB Übung überhaupt keine Wirkung.


    2.) Irgendwo bei Banken, die die CHF bei der SNB einlegen?


    3.) Wurden sie bereits für Käufe benutzt, zB CH Aktien und Immos und haben so den Preis beeinflusst?


    4.) Werden sie bald in der CH angelegt werden, zB in Obligationen, wo sie die Renditen weiter drücken oder in Aktien und Immos, wo die Preise weitersteigen würden?


    Wie kann man dies herausfinden?

  • Deflation oder Inflation?

    Also das läuft doch so:


    Hildebrand und Trichet gehen jeweils in den Keller ihrer Zentralbank, werfen den Farbdrucker an, drucken einen Stapel buntes Papier, tauschen es aus und lachen sich einen Schranz ;)


    Nein, im ernst:

    Eine Schwächung des Franken kann nur erreicht werden, wenn die SNB die Geldmenge erhöht.

    D.h. die SNB kauft bestehende Euros mit neu gedruckten Franken. Es erhöht sich also die Menge an Franken bei gleichbleibender Euro-Geldmenge, was den Franken gegenüber dem Euro schwächt.


    Das Geld liegt dann grundsätzlich in den Tresoren der Zentralbank und bleibt dort auch.

    In den Büchern wird es als Devisenreserve geführt.

  • Deflation oder Inflation?

    MarcusFabian wrote:

    Quote


    Das Geld liegt dann grundsätzlich in den Tresoren der Zentralbank und bleibt dort auch.

    In den Büchern wird es als Devisenreserve geführt.


    Nein, nicht wer hat die EUR. Wer hat die CHF?

  • Deflation oder Inflation?

    felix.w wrote:

    Quote
    Jared Lee Loughner hatte ähnliche Ideen wie du.


    ... oder A. Greenspan. Der Klassiker:


    Quote:

    Quote

    Ohne Goldstandard gibt es keine Möglichkeit, Ersparnisse vor der Enteignung durch Inflation zu schützen. ... Wenn es das gäbe, müßte die Regierung seinen Besitz für illegal erklären, wie es ja im Falle von Gold auch gemacht wurde (Goldbesitz war in Amerika bis 1976 für Privatleute verboten, Anm. d. Ü.). ... Die Finanzpolitik des Wohlfahrtsstaates macht es erforderlich, daß es für Vermögensbesitzer keine Möglichkeit gibt, sich zu schützen. Dies ist das schäbige Geheimnis, daß hinter der Verteufelung des Goldes durch die Vertreter des Wohlfahrtsstaates steht.


    http://www.gold-eagle.com/analysis/0003.html

  • Deflation oder Inflation?

    Bullish wrote:

    Quote


    Nein, nicht wer hat die EUR. Wer hat die CHF?


    Na ja, derjenige, dem die SNB die Euros abgekauft hat. Das dürfte also vermutlich die EZB sein, deren Devisenreserven in Franken sich entsprechend erhöhen.

  • Deflation oder Inflation?

    MarcusFabian wrote:

    Das hat nichts mit Hyperinflation und Teuerung zu tun. Die Formel ist aber für die Hyperinflation ausgelegt.


    Wenn jemand - wie du schreibst - gerne bereit ist, mehr zu bezahlen (dazu fallen mir spontan einige Cash-Forumsteilnehmer ein) hat das nichts mit Teuerung zu tun. Entweder ist der Käufer schusselig oder der Verkäufer ist clever.


    Egal, ob nun per Vorauskasse und auf Termin gekauft wird, hat es für diesen Thread keine Relevanz.


    Im Fall des Terminkaufs sind beide Fabrikanten happy, falls es in der Zwischenzeit zu einer Hyperinflation kommt, dann können sie die Maschinen für ein Trinkgeld kaufen.


    Bei einer Hyperinflation wird auch meine lieb gewonnene Kreditkarte nicht mehr akzeptiert, da bis zur Bezahlung der Rechnung zu viel Zeit vergeht.


    Somit kann man sagen: solange auf Kredit ohne nennenswerten Zuschlag gekauft werden, ist keine Hyperinflation in Sicht.

    Siehe Werbung "ich bin doch nöd blöd" 20 Monate Zinsen geschenkt: http://www.mediamarkt.ch/index.php?id=0prozentfinanzierung


    Ich kaufe eh immer via Kreditkarte oder möglichst langen Zahlungsfristen. Schulden können von den Steuern abgezogen werden und lösen sich bei Inflation auf. Auch meine Hypotheken.


    MarcusFabian wrote:

    Quote
    Doch zunächst ein Wort des Trost für ein Wort, das inflationär oft missbraucht wird: Inflation. Welch bedauernswertes Wort… Es wird immer benutzt, wenn es um steigende Preise geht. Dabei ist es so falsch, wie das Benutzen einer Klobürste für das Hinterteil. Inflation ist ein Begriff aus der Wissenschaft des Geldes und bedeutet Aufblähen einer Geldmenge. (lat: inflare), und nicht steigende Preise. Meldungen mit „Inflation“ in Überschriften müssten eigentlich alle auf „Teuerung“ abgeändert werden. Doch wer soll das tun, wenn kaum ein Schreiber von Überschriften den Unterschied zwischen dem einen und dem anderen kennt. Selbst Experten haben mit den Begriffen so ihre Schwierigkeiten, sogar die Zentralbanker, das aber vielleicht sogar bewusst. Abriss wird heute ja auch als Rückbau bezeichnet.[/i]


    weiter ... http://frank-meyer.eu/wp-blog/?p=1203

    Wie sieht es bei der Hyperinflation aus: ist da auch die Hyperteuerung gemeint?


    Quote:

    Quote
    Inflation (von lat.: „das Sich-Aufblasen; das Aufschwellen“) bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre einen andauernden, „signifikanten“ Anstieg des Preisniveaus. Es verändert sich also das Austauschverhältnis von Geldmenge zu „Gütermenge“ – pro Gütereinheit existieren nun mehr Geldeinheiten. Als Folge muss für die Güter nun mehr Geld gezahlt werden, das heißt sie werden teurer. Daher versteht man unter Inflation allgemein auch eine Geldentwertung.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Inflation


    Doch zunächst ein Wort des Trost für ein Wort, das inflationär oft missbraucht wird: Short .

    Erstaunlich, wer hier im Forum alles short geht, obwohl er etwas kauft (Put) und somit long geht.

  • Deflation oder Inflation?

    MarcusFabian wrote:

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    Bullish wrote:


    Na ja, derjenige, dem die SNB die Euros abgekauft hat. Das dürfte also vermutlich die EZB sein, deren Devisenreserven in Franken sich entsprechend erhöhen.


    Das würde dann aber keinen Sinn machen und das weiss auch die SNB. Also muss jemand anderes die CHF haben.