Deflation oder Inflation?

  • europa am abgrund

    "Professor Dr. Heiner Flassbeck Direktor der Abteilung für Globalisierung und Entwicklungsstrategien, UNCTAD
    Warum gibt es eine Euro-Krise? Sind "die Griechen" Schuld? Sind es die "Probleme einiger kleiner Länder an der Peripherie Europas"? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Zinsniveau und Staatsschulden? Wird Inflation erzeugt, wenn die EZB Geld in "den Markt" pumpt? Wer genau profitiert von den Entwicklungen der letzten Jahre? Und gibt es möglicherweise auf all diese Fragen zu viele falsche Antworten?
    Prof. Dr. Heiner Flassbeck verhilft dem interessierten Euro-Krisen-Beobachter mit seiner erfrischenden Art zu Einsichten, die auch bei vielen Talk-Show-Experten scheinbar noch nicht angekommen sind."


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    ich habe daraus gehört, dass gesamthaft gesehen die deflation herrscht und dass in den kommenden jahren deutsche unternehmen weiterhin marktanteile (zumindest in europa) gewinnen werden.

  • aprecio hat am 08.08.2012 - 15:38 folgendes geschrieben:

    Quote

    ich habe daraus gehört, dass gesamthaft gesehen die deflation herrscht und dass in den kommenden jahren deutsche unternehmen weiterhin marktanteile (zumindest in europa) gewinnen werden.

    Der Beitrag erhält von mir das Prädikat: sehenswert


    Deflation war ein Szenario, das er angeschnitten hat. Was er sagte: Die einen haben mehr als das Inflationsziel, die anderen weniger. Deutschland würde selbst bei jährlichen Lohnsteigerungen von 4.5% noch 10 Jahre lang Marktanteile gewinnen.


    Mit Griechenland bin ich nicht ganz seiner Meinung. Fakelaki, fehlendes Katasteramt, steuerbefreite Reeder, hohe Beamtenanteil, etc. sind schon auch ein wesentlicher Teil der griechischen Probleme.




    Unsere Lohnstückkosten in der Schweiz sind unter anderem so "niedrig", weil wir länger arbeiten, weniger Ferien machen, weniger Streiktage haben, funktionierende Infrastruktur haben. etc.

  • elias: meine daumen hoch auch für dich! dieses video habe ich gefunden als ich "machtfaktorerde" bei youtube geschaut habe.


    betreffend deflation meinte ich, das bild anbei so verstehen zu dürfen, dass die preise sowie die lohnstückkosten nur noch am sinken sind (weltweit?).


    werde wikipedia noch zu rate ziehen: http://de.wikipedia.org/wiki/Lohnst%C3%BCckkosten


    kann ich nun behaupten, dass die geldmenge, die der bürger in umlauf bringt, gesunken ist?

  • Deflationistisch ist es seit 20 Jahren in Japan. Dort sinken auf breiter Front die Löhne, Preise und z.T. die Immobilienpreise. Aber sonst würde ich im Fall von der Schweiz nur von rückläufiger Teuerung reden. Der Rest der Industriestaaten hat mehr oder weniger Teuerung.


    Die Geldmenge ist von Land zu Land unterschiedlich. Wie in deinem Video gezeigt wird, ist auch Flassbeck der Meinung, dass das Geld auf dem Sparkonto nichts nützt und letztendlich von der Bank im schlimmsten Fall noch im Ausland investiert wird und dort dann flöten geht.


    Mit Schildenschnitt und Konkursen löst sich auch immer wieder mal Geld auf. Wie in deinem Video angesprochen: wichtig ist, was der Konsument damit macht. Ob er intelligent konsumiert (Solaranlage) oder nicht. Es deckt sich mit meiner Meinung, dass bei uns in der Schweiz genau darum keine Teuerung entsteht, weil der Markt überwiegend gesättigt ist und viele angefangen haben, nachhaltig zu investieren.


    So einfach,wie es Flassbeck aufgezeigt hat ist die ganze Sache nun aber auch wieder nicht. Er hat sich überwiegend mit der €-Währungsunion aufeinandergesetzt und das verständlich auf den Punkt gebracht. Das Wirtschaftssystem, die Verflechtungen und Ursachen (Schulden) sind komplex. Es reicht nicht, dass Deutschland keine Überschüsse mehr macht. Damit verschwinden die Schulden Deutschlands auch nicht.

  • Elias hat am 09.08.2012 - 10:12 folgendes geschrieben:

    Quote

    Und das trotz der Geldmenge .... smiley

    Nicht "trotz" sondern "wegen":


    Blödes Beispiel: Die Geldmenge wird um Faktor 10 erhöht. Logisch, dass dann (grob) auch die Preise von Sachwerten um Faktor 10 steigen.

  • MarcusFabian hat am 10.08.2012 - 17:38 folgendes geschrieben:

    Quote

    Elias hat am 09.08.2012 - 10:12 folgendes geschrieben:

    Nicht "trotz" sondern "wegen":


    Blödes Beispiel: Die Geldmenge wird um Faktor 10 erhöht. Logisch, dass dann (grob) auch die Preise von Sachwerten um Faktor 10 steigen.

    Unterwartet gute Inflationsdaten .... :stop:


    Das heisst: Die Geldmenge wird um Faktor 10 erhöht. Es wäre dann logisch, dass dann (grob) auch die Preise von Sachwerten um Faktor 10 steigen. Das ist aber eben nicht passiert. Die Inflationsdaten sind unerwartet besser. Und das trotz der Geldmenge.

  • Elias hat am 10.08.2012 - 17:54 folgendes geschrieben:

    Quote

    Das heisst: Die Geldmenge wird um Faktor 10 erhöht. Es wäre dann logisch, dass dann (grob) auch die Preise von Sachwerten um Faktor 10 steigen. Das ist aber eben nicht passiert. Die Inflationsdaten sind unerwartet besser. Und das trotz der Geldmenge.

    Stimmt. Und über die Hintergründe sind wir uns ja weitgehend auch einig: Wir sind in einem grundsätzlich deflationären Umfeld (Asset-Deflation und sinkende Preise), in dem die Zentralbanken mit Inflation der Geldmenge gegensteuern bzw. dies zumindest versuchen.
    Beides Zusammen ==> Reflation.


    Offen bleibt die Frage, was die Banken mit diesen Geld dereinst tun. Werden sie es weiterhin in riskante oder unrentable Staatsanleichen investieren?
    Du stellst jetzt berechtigt die Frage nach Auslösern eines Teuerungsschubs.
    Gemäss Dirk Müller planen JPM und Black Rock einen Kupfer-ETF mit physischer Einlagerung des Kupfers. Der ETF würde 1/3 des aktuell verfügbaren Kupfers sofort absorbieren und die Preise entsprechend steigen lassen.
    Was, wenn die Pumpenkohle auch in Spekulationen in Reis oder Weizen fliessen?

    Siehe

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    (etwa ab 3:30)

  • MarcusFabian hat am 18.08.2012 - 15:10 folgendes geschrieben:

    Quote

    Was, wenn die Pumpenkohle auch in Spekulationen in Reis oder Weizen fliessen?

    Vor dem Schweinzyklus habe ich keine Angst. Hohe Preise locken Produzenten an.


    Wenn die Banken mit dem geliehenen Geld in was investieren, müssen sie es irgendwann zurück zahlen. Wenn die Spekulation nicht aufgeht, wird es teuer. Noch teurer wird es, wenn dann auch noch die Zinsen gestiegen sind.


    Ich sehe die Teuerung eher von der Lohn-Preispirale her kommen. Der Arbeitsmarkt wird 2020 austrocknen. Die Deutschen versuchen jetzt schon, mit der Bluecard Fachleute anzulocken. Bis jetzt mit mässigem Erfolg. Bei uns herrscht ein eklatanter Mangel an Lehrern und Ärzten. Man schätzt, dass im Jahr 2020 ca. 30'000 Informatiker in der Schweiz fehlen werden.



    Das wird auch noch interessant werden.

  • masin hat am 19.03.2009 - 23:43 folgendes geschrieben:

    Quote

    Also mit anderen Worten meinst Du, wir sollten die zwei Steine und den Knebel sparen und in ein paar Jahren damit zur Bank gehen und auf gar keinen Fall die Schubkarre vergessen, denn was er dann als Gegenwert bekommt kann er nicht tragen.

    :evil:*good*

  • MarcusFabian hat am 20.08.2011 - 16:13 folgendes geschrieben:

    Quote

    Elias wrote:

    Na also, geht doch!


    Mit der Deflation werden wir dereinst beide Recht bekommen. Es wird eine Deflation geben. 99% an einem einzigen Tag und ihr Name wird sein "Währungsreform".

    Es wäre wirklich so langsam an der Zeit dass es so wird ja...

  • MarcusFabian hat am 09.09.2012 - 20:13 folgendes geschrieben:

    Quote

    "Deflation" auf japanisch bedeutet einfach: Geringere Inflation als alle anderen Papiergelder.

    Nein. Wenn sie mal Inflation gehabt haben, wurde das jeweils immer wieder als das Ende der Deflation gefeiert.


    In Japan gingen und gehen nicht nur - wie bei uns - die Preise zurück, bei denen sanken und sinken auch die Löhne und Vermögenswerte wie Immobilien. Sowas nennt sich Deflation. Unabhängig davon, ob die Zentralbank die Geldmenge ausweitet oder einengt.


    Richtig und wichtig ist deine Erkenntnis, dass das bei den Japaner schon viel früher angefangen hat als bei uns.


    Japan ist auch das erste Industrieland, wo der Verbrauch von Seniorenwindeln erstmals höher ist als der Verbrauch an Babywindeln.


    Japan hat aber zum Unterschied zu der Schweiz und USA keine Masseneinwanderung. Deutschland war bis. vor 10 Jahren ein Einwanderungsland und hatte seither rund 1% Abwanderung.



    Aus dem Jahr 2008

    Quote

    Japan will kein Einwanderungsland sein

    In Japan macht sich die Schrumpfung der Bevölkerung bemerkbar. Die Suche nach Lösungen führt von einem Überdenken der Zuwanderungspolitik bis zum Verfeinern der Roboter-Technologie.

    http://www.nzz.ch/aktuell/star…derungsland-sein-1.767972

    Zuwanderung hat Vor- und Nachteile.

  • Bugatti hat am 05.10.2012 - 18:07 folgendes geschrieben:

    Quote

    DER ÖLPREISANSTIEG TREIBT ZWISCHENZEITLICH INFLATION


    Der scharfe Anstieg des Ölpreises um fast 30% zwischen Ende Juni und Anfang September 2012 hat zudem Inflationssorgen wieder auf die Tagesordnung gesetzt.

    Interessant..... zuvor war der Preis von rund 123 Dollar Anfangs April scharf auf 90 Anfangs Juli gefallen. 123 Dollar im April waren kein Problem. Der scharfe Fall auch nicht. Und jetzt macht man sich Sorgen und schreibt von Beinahe-Rekordniveau, wenn der Kurs bei 111 steht.


    Anfang Juli war der Dollar pari zum Franken. Anfangs April und jetzt nahe bei 90 Rappen.


    Quote

    so wie es die klassische Quantitätstheorie des Geldes unterstellt.....

    Eben, man unterstellt es. Das Geld müsste erst mal nach M3 gelangen. In einem gesättigten Markt landet es via M3 wieder bei M2, weil man nicht weiss, was man noch alles kaufen soll. Vielviele Handys und Fernseher will man denn noch kaufen?



    Quote

    China auf der Überholspur

    Die chinesische Wirtschaft wächst und mit ihr die Motorisierung der Massen: Individuelle Mobilität ist Wunschtraum Nummer Eins fast aller Chinesen. Doch die Gegensätze zwischen Stadt und Land... http://www.zdf.de/ZDFmediathek…hina-auf-der-Ueberholspur

    Prädikat: sehenswert. In Sachen Elektroauto tun sich dort ungeeahnte Dinge.



    Wie schon mehrfach geschrieben: wir befinden uns in vielerlei Hinsicht auf Neuland. Technologisch, demographisch, wirtschaftlich,.....



    Wer nur zurückschaut sieht nicht, was auf ihn zukommt. Laotse

  • Die Gefahr von populären Geschichten

    Steht uns eine lange globale Konjunkturflaute oder gar eine Depres­sion bevor? Ein Problem der derzeitigen Prognosen ist, dass die eigentlichen Ursachen der Wirtschaftsabkühlung psychologischer und soziologischer Natur sind.


    Erneut deuten Anzeiche­n auf eine ­Abschwächung der Weltkonjunktur hin. Viele beginnen sich zu fragen, wie sehr die schwache Wirtschaftsleistung die kommenden Jahre beherrschen wird. Steht uns eine lange globale Konjunkturflaute bevor oder gar eine Depres­sion?


    Ein grundlegendes Problem der derzeitigen Konjunkturprognosen besteht darin, dass die eigentlichen Ursachen der Wirtschaftsabkühlung *good* psychologischer und soziologischer Natur sind und mit den Faktoren «Vertrauen» und «Animal Spirits» zusammenhängen. Gemeinsam mit George Akerlof habe ich «Animal Spirits», die nichtökonomischen Motive und die *secret* irrationalen Verhaltensmuster von Menschen, zum Gegenstand unseres Buches gemacht. Wir behaupten, dass sich in derartigen Verschiebungen Geschichten widerspiegeln, die sich ändern. http://www.handelszeitung.ch/k…on-populaeren-geschichten



    Das Verhaltensmuster .... die Suche nach Mustern .... die selektive Wahrnehmung

  • EZB sieht Inflation wieder sinken


    Die Hyperinfla 2012 ist vom Tisch, diejenige für 2013 faktisch auch schon lange.

  • Deflationsgefahr: Muss EZB Zinsen weiter senken?

    Die Europäische Zentralbank sollte nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds die Zinsen für die vorhersehbare Zukunft niedrig halten. Eventuell müsse sie die Zinsen wegen der Deflationsgefahr sogar weiter senken, sagte der IWF.


    Die Inflation im Euroraum werde sich 2013 auf 1,6 Prozent verlangsamen und “die Risiken bei den heimischen Löhnen und Gewinnen sind nach unten gerichtet”, schrieb der IWF am Dienstag in seinem weltweiten Konjunkturausblick. “Die Wahrscheinlichkeit fallender Preise ist ungewöhnlich hoch und erreicht fast 25 Prozent. Diese Prognose gibt der EZB genügend Rechtfertigung, die Zinsen sehr niedrig zu halten oder sie weiter zu senken.”


    Zwar hat die EZB in Frankfurt den Leitzins am 5. Juli auf ein historisches Tief von 0,75 Prozent gesenkt und den Einlagesatz auf null Prozent zurückgenommen. Jedoch hat EZB- Präsident Mario Draghi in der vergangenen Woche signalisiert, dass eine weitere Senkung nur begrenzte Auswirkungen auf die Wirtschaft haben werde. Der IWF warnte, dass die Euroraum- Schuldenkrise, die jetzt ins dritte Jahr geht, eskalieren könnte und dass die Konjunkturaussichten sich verschlechtert haben.


    Wachstumsprognose gesenkt


    Der IWF hat seine Wachstumsprognose für den Euroraum für 2012 auf 0,2 Prozent gesenkt, im Juli war er noch von einem Plus von 0,7 Prozent ausgegangen. Für dieses Jahr erwartet er eine Schrumpfung von 0,4 Prozent, da die Regierungen die Ausgaben weiter kürzen. Er hat seine Wachstumsprognose für Deutschland, die größte Volkswirtschaft der Region, von 1,4 Prozent auf 0,9 Prozent gesenkt.


    Wenn der EZB-Ankündigung eines unbegrenzten Bondkaufplans keine “proaktivere Politik von andere Seite folgt”, könnten sich die jüngsten Konjunkturprognosen “erneut als zu optimistisch erweisen und der Euroraum könnte in ein Szenario schwacher Politik abgleiten, mit schädlichen Auswirkungen für den Rest der Welt”, schrieb der IWF.


    Euroraum-Krise nicht ausgestanden


    Der Plan der EZB zum Bondankauf sieht unbegrenzte Unterstützung für die Staaten vor, die sich im Rahmen eines Hilfsprogramms des europäischen Rettungsfonds zu Wirtschaftsreformen verpflichtet haben. Die Pläne werden zur Transmission der Geldpolitik in den betroffenen Regionen beitragen, erklärte der IWF.


    Dennoch “bleibt die Wahrscheinlichkeit einer Eskalation der Euroraum-Krise ein größeres Abwärtsrisiko für das Wachstum und die Stabilität im Finanzsektor, bis die zugrunde liegenden Probleme gelöst sind”, sagte der IWF.http://www.cash.ch/news/topnews/deflationsgefahr_muss_ezb_zinsen_weiter_senken-1224186-771




    Ich liebe tiefe Zinsen. Noch nie waren meine Lebenshaltungskosten so niedrig wie heute. Und sie werden es auch ohne tiefe Zinsen bleiben. Und das bei diesem Lebensstandard. Meine Hütte kostet nicht mehr viel mehr als die enge Migros-Genossenschaftswohnung meiner Eltern seinerzeit gekostet hatte.