• WEF 2022: UBS-CEO sieht abwartende Haltung bei Kunden an den Finanzmärkten


    Mit Blick auf die derzeit äusserst unsichere Lage an den Finanzmärkten sind auch die Kunden der UBS zurückhaltender geworden.


    23.05.2022 14:07


    "Die Kunden warten ab und schauen, wie sich das Marktumfeld entwickelt", fuhr Hamers fort. Die starke Korrektur von Tech-Aktien sieht der UBS-Chef nicht als eine grundsätzliche Absage an den Tech-Sektor. Die digitalen Geschäftsmodelle seien wahre Modelle, die Wert generierten. "Vielmehr stellt sich aber die Frage nach der korrekten Bewertung dieser Modelle", sagte Hamers.


    Auf die Frage, wie es um die juristischen Untersuchung zu seiner früheren Tätigkeit bei der niederländischen Grossbank ING steht, die Hamers bis im Sommer 2020 geführt hatte, gab sich der UBS-Chef optimistisch: "Ich bin zuversichtlich, dass der Rechtsstreit zu einem "guten Ende" kommt."


    (AWP)

  • UBS muss in Frankreich wegen Streit mit zwei Whistleblowern vor Gericht


    Die französische Niederlassung der UBS hat vor dem Kassationsgericht des Lanes eine Niederlage erlitten. Sie wird nun wegen Belästigung von zwei Whistleblowern, die Steuerbetrug enthüllt haben, vor Gericht erscheinen müssen.


    16.06.2022 22:17


    Dies geht aus einem Entscheid des Gerichts hervor, den die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag einsehen konnte. Das höchste Gericht Frankreichs wies in einem Urteil vom Dienstag Rechtsmittel der Bank gegen ihre Vorladung vor das Pariser Strafgericht zurück.


    Der ehemalige Leiter der internen Revision der UBS in Frankreich sowie eine ehemalige Marketingangestellte - beide wurden inzwischen entlassen - hatten Ende der 2000er Jahre dazu beigetragen, Praktiken des Schweizer Konzerns in dem Land aufzudecken. Die Folge waren Ermittlungen wegen Steuerbetrug.


    2017 hatte ein Untersuchungsrichter angeordnet, dass die UBS wegen des Vorwurfs des Mobbings gegen die beiden Ex-Angestellten vor Gericht erscheinen muss. Er hatte aber die Verfolgung zweier anderer Straftaten ausgeschlossen.


    Nach viel verfahrensrechtlichem Hin und Her verwies die Ermittlungskammer des Pariser Berufungsgerichts die Bank Anfang März schliesslich wegen Mobbing, aber auch wegen Behinderung der ordnungsgemässen Arbeit der paritätischen Instanz für Gesundheitsfragen sowie wegen Zeugenbeeinflussung vor Gericht. Dieser Entscheid ist nun endgültig.


    Ein Anwalt von UBS Frankreich reagierte nicht auf Anfragen der französischen Nachrichtenagentur AFP.


    kw/


    (AWP)

  • UBS-Aktie springt an: UBS offenbar an US-Investmenthäusern als Grossaktionäre interessiert


    Die UBS-Führung hat sich laut einem Medienbericht in den vergangenen Monaten mit einer Reihe von einflussreichen US-Fondsmanagern getroffen.


    Der neue Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher und CEO Ralph Hamers wollen die US-Investmentgesellschaften dazu zu bewegen, ihre Anteile an der Bank zu erhöhen, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf Personen, die mit den Gesprächen vertraut sind.


    Bei den von der UBS angegangenen Investoren soll es sich um US-Schwergewichte wie Capital Group, T. Rowe Price, Wellington und Fidelity handeln. Sie sollen laut dem Bericht vor allem davon überzeugt werden, dass es sich bei der UBS um eine globale Bank und nicht um eine europäische Institution handelt.


    Der Verwaltungsrat sei nämlich frustriert darüber, dass der weltgrösste Vermögensverwalter mit einem Abschlag gegenüber den Wall-Street-Banken gehandelt werde. Und er sei der Ansicht, dass die Marktkapitalisierung das Doppelte des Buchwerts betragen könnte, sagten mit den Überlegungen vertraute Personen der "Financial Times".


    Die UBS lehnte gegenüber der Zeitung eine Stellungnahme ab.


    Im Schweizer Handel gewinnen UBS-Aktien zeitweise 0,91 Prozent auf 16,14 Franken.


    ys/uh


    Zürich (awp)

  • UBS: Iqbal Khan soll alleiniger Vermögensverwaltungs-Chef werden


    Der UBS-Manager Iqbal Khan könnte laut einem Agenturbericht zum alleinigen Leiter der Vermögensverwaltungs-Division werden.


    11.07.2022 07:01


    Die UBS erwäge derzeit einen entsprechenden Plan, schrieb Bloomberg am Sonntag. Khan würde laut dem Bericht so in Stellung als möglicher Nachfolger von CEO Ralph Hamers gebracht.


    Der heutige Co-Leiter der Vermögensverwaltungsdivision, Tom Naratil, würde dagegen seine Position als regionaler Leiter für die amerikanischen Geschäfte behalten, schrieb Bloomberg unter Berufung auf eingeweihte Personen. Allerdings seien noch keine Entscheidungen getroffen worden und die Pläne könnten noch ändern. Unklar sei auch, ob Naratil in einem solchen Fall weiterhin Mitglied der UBS-Geschäftsleitung bleiben würde, heisst es weiter.


    Khan ist heute neben seiner Funktion als Co-Leiter Vermögensverwaltung auch für die Regionen Europa, Mittlerer Osten und Afrika zuständig. Der 46-jährige Schweizer war 2019 von der Credit Suisse zur UBS gewechselt, wobei der Wechsel damals wegen der "Spionageaffäre" viel Staub aufgewirbelt hatte.


    Eine Nachfolge von CEO Ralph Hamers scheint allerdings derzeit nicht bevorzustehen. Der Holländer ist erst seit Herbst 2020 im Amt.


    Die Bank wollte den Medienbericht gegenüber Bloomberg nicht kommentieren. Auf AWP-Anfrage war am Sonntagabend zunächst niemand bei der Grossbank für eine Stellungnahme erreichbar.


    (AWP)

  • Ex-UBS-Whistleblowerin Gibaud erhält zweite Chance auf Zahltag


    Eine ehemalige Mitarbeiterin der UBS, die zur Whistleblowerin wurde, bekommt eine weitere Chance, von den französischen Behörden eine Entschädigung für ihre Hilfe zu verlangen.


    11.07.2022 11:03


    Stephanie Gibaud, die bis zu ihrer Entlassung vor zehn Jahren Veranstaltungen für vermögende Kunden der UBS Frankreich organisierte, erhielt am Freitag Rückenwind durch eine Entscheidung französischer Richter. Diese haben festgestellt, dass die Steuerbehörden zu Unrecht argumentieren, dass Gibauds Beitrag nicht belohnt werden könne, weil er vor dem Inkrafttreten eines Gesetzes im Jahr 2017 geleistet wurde, das solche Zahlungen erlaubt.


    Gibaud half bei der Aufdeckung von rund 9,6 Milliarden Euro, die Steuerzahler auf Schweizer Bankkonten versteckt hatten.


    "Die Steuerverwaltung bestreitet nicht, dass sie noch die von Frau Gibaud zur Verfügung gestellten Informationen verwendete", als sie ihren Antrag auf Entschädigung Ende 2020 ablehnte, so die Richter eines Verwaltungsgerichts in der Nähe von Paris in einem Urteil vom 7. Juli, das am Freitag veröffentlicht wurde.


    Die Richter setzten eine dreimonatige Frist für die erneute Prüfung des Antrags auf Entschädigung in Höhe von 3,5 Millionen Euro, erklärten jedoch, dass ihr Urteil nicht bedeute, dass Gibaud zwangsläufig eine Entschädigung verdiene. Sie erklärten, dass es den Steuerbehörden obliege, eine Entscheidung zu treffen und einen Betrag festzulegen.


    Langjähriger Rechtsstreit


    Der Rechtsstreit um die UBS in Frankreich dauert bereits seit mehr als zehn Jahren an. Die Schweizer Bank wurde letztes Jahr in einem Berufungsverfahren für schuldig befunden, wohlhabenden französischen Kunden geholfen zu haben, nicht deklarierte Gelder auf Schweizer Konten zu deponieren. Die UBS hat das Urteil und die damit verbundene Strafe in Höhe von 1,8 Milliarden Euro vor dem obersten Gericht angefochten.


    Die französische UBS-Tochter muss sich ebenfalls vor Gericht verantworten, weil sie Gibaud und einen ehemaligen Revisionsleiter, der die strafrechtliche Untersuchung mit ausgelöst hat, schikaniert haben soll. UBS Frankreich bestreitet dies.


    Gibaud hat verschiedenen Ermittlungseinheiten geholfen, und es ist nicht das erste Mal, dass sie sich mit Behörden anlegt, die nicht bereit sind, sie zu belohnen. Zuvor hatte sie 3,5 Millionen Euro für ihre Mühen gefordert, nachdem sie bei den strafrechtlichen Ermittlungen gegen die UBS geholfen hatte. Die Richter hatten ihr 2018 allerdings lediglich 4500 Euro zugesprochen.


    "Wir zählen darauf, dass die Behörden gesunden Menschenverstand und Einsicht zeigen, um Stephanie Gibaud auf gerechte und faire Weise zu entschädigen", erklärte ihr Anwalt Antoine Reillac in einer E-Mail.


    Während der Berufungsverhandlung im Steuerstrafverfahren im vergangenen Jahr sagte ein Staatsanwalt, dass die französischen Behörden fast 900 Millionen Euro an unbezahlten Steuern aus dem versteckten 9,6-Milliarden-Euro-Schatz zurückerhalten hätten.


    (Bloomberg)

  • UBS zahlt Anleihen in Höhe von 3,25 Milliarde US-Dollar zurück


    Die Grossbank UBS will zwei Anleihen zum ersten möglichen Rückzahlungsdatum per 15. August vollständig zurückzahlen.


    12.07.2022 09:01


    Es handelt sich um eine 2,859 Prozent-Anleihe in Höhe von ausstehenden 2,0 Milliarden US-Dollar sowie eine Anleihe mit variablem Zins mit ausstehendem Betrag von 1,25 Milliarden Dollar. Beide Anleihen wurden von der UBS am 15. August 2017 begeben und sind an der Schweizer Börse SIX kotiert, wie die Bank am Dienstag mitteilte.


    (AWP)

  • Haben die nervösen Finanzmärkte die UBS ausgebremst?


    Die UBS publiziert am Dienstag das Geschäftsergebnis zum zweiten Quartal. Neben den Auswirkungen des eingetrübten Marktumfelds auf den Geschäftsgang stehen Aussagen mit Blick in die Zukunft im Fokus.


    25.07.2022 13:45


    Analysten rechnen für die Grossbank UBS mit einem weiteren soliden Quartal. Allerdings dürfte auch diese nicht von dem sich eintrübenden Marktumfeld unbehelligt gewesen sein. "Wir erwarten, dass auch die UBS sich nicht vor den Marktverwerfungen verstecken konnte, trotz des widrigen Umfeldes jedoch ihre Strategie konsequent fortsetzen konnte", heisst es etwa bei der ZKB.


    Im wichtigen Vermögensverwaltungsgeschäft dürften die Vermögen vom weiteren Rücksetzer an den Aktienmärkten im zweiten Quartal belastet worden sein. Auch muss sich zeigen, wie stark der Risikoappetit der Kunden im Berichtszeitraum gelitten hat und wie stark die Margen unter Druck geraten sind. Die sich eintrübende Konjunktur hat auch nicht Halt vor dem Beratungsgeschäft gemacht, was sich auch bei der UBS im Investment Banking bemerkbar gemacht haben dürfte.


    Gemischtes Bild bei den US-Grossbanken


    Einige grosse US-Institute haben bereits ihre Ergebnisse zum zweiten Quartal vorgelegt. Dort zeigte sich ein gemischtes Bild. Die Häuser wappnen sich allesamt für eine Rezession und erhöhten die Rückstellungen für Kreditausfälle, die bei einem stärkeren Wirtschaftsabschwung drohen. Die grösste US-Bank JPMorgan setzte gar erst im April angekündigte milliardenschwere Aktienrückkäufe vorerst wieder aus. Die Gewinne der Banken sind daraufhin massiv eingebrochen. Teilweise schnitten sie jedoch dennoch besser ab als am Markt erwartet.


    Und operativ lief es gar nicht schlecht. Kreditvergabe und Zinsüberschuss etwa legten zu, und auch das Handelsgeschäft mit Aktien und Anleihen florierte. Im Investment Banking harzte es allerdings weiterhin. Börsengänge und Fusionen, an denen Banken über Gebühren verdienen, waren angesichts der nervösen Finanzmärkte auch im vergangenen Quartal eher rar.


    Wie stark das auch die UBS ausgebremst haben könnte, muss sich zeigen. Im ersten Quartal hatte die Schweizer Bank den Markt überrascht und sich dem allgemeinem Trend entzogen und sich von der US-Konkurrenz abgehoben. Die Erwartungen der Analysten wurden massiv übertroffen: Experten waren für das erste Quartal von einem deutlichem Gewinnrückgang zum Vorjahr ausgegangen; die UBS erzielte allerdings das beste Quartalergebnis seit der Finanzkrise.


    Kunden an der Seitenlinie


    Auch ein Vergleich mit der hiesigen Wettbewerberin Credit Suisse führt aktuell nicht weit. Zum einen wird die kleinere Grossbank erst einen Tag nach der UBS, am Mittwoch, Resultate zum zweiten Quartal vorlegen. Obschon sie bereits einen weiteren Verlust in Aussicht gestellt hat. Begründet wurde dies vor allem mit einer schlechten Performance im Investment Banking. Und mit Blick auf die Regionen harzte es offenbar besonders in Asien. Die von Skandalen gebeutelte CS hat zurzeit aber eher mit ihren unternehmensinternen Problemen am Kämpfen.


    Das UBS-Management selbst äusserte sich zuletzt vor circa zwei Monaten zum Geschäftsgang. CEO Ralph Hamers sagte am WEF in Davos, dass auch die Kunden des grössten Vermögensverwalters der Welt angesichts der unsicheren Lage an den Finanzmärkten zurückhaltender geworden seien. Sie hätten sich zwar nicht ganz zurückgezogen, sich aber an die Seitenlinie begeben. "Die Kunden warten ab und schauen, wie sich das Marktumfeld entwickelt."


    Bereits bei der Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal Ende April hatte sich die Bank mit Blick in die Zukunft zurückhaltend gegeben. Sie verwies damals schon auf eine gestiegene Unsicherheit und viele Fragezeichen bezüglich der weiteren Konjunkturentwicklung.


    Ausblick im Fokus


    Besonders im Fokus werden daher am Dienstag Aussagen mit Blick in die Zukunft sein - im aktuellen Umfeld mit den grossen Unwägbarkeiten; die Stichworte sind der weitere Verlauf der Konjunktur, Inflation, Zinserhöhungen, Ukraine-Krieg. Besonders eine schwächer als erwartete Wirtschaftsleistung in den USA könnte die UBS treffen, heisst es etwa bei JPMorgan.


    Es stellt sich die Frage, ob die Bank ihre Mittelfristziele bestätigen kann und auch ihre Pläne zur Kapitalrückführung. Seit Ende März 2022 läuft ein Programm, das den Rückkauf von Namenaktien im Umfang von bis zu 6 Milliarden US-Dollar bis 2024 vorsieht. Bis dato (letzter Kauf am 15. Juli) wurden im Rahmen dieses Programms bereits 111,8 Millionen Aktien für 1,87 Milliarden Franken zurückgekauft, der Durchschnittpreis lag bei 16,70 Franken.


    Die meisten Experten sehen die Rückkäufe angesichts der soliden Kapitalisierung denn auch nicht in Gefahr. Andere befürchten, dass es für die UBS im kommenden Jahr schwieriger werden könnte, das Aktienrückkaufprogramm im gleichen Ausmass beizubehalten.


    Im Asset Management hat, wie bereits bekannt, ein Verkauf einen ausserordentlichen Gewinn von rund 900 Millionen Dollar in die Kassen gespült. Veräussert wurde im April der Anteil an einem japanischen Immobilien-Joint-Venture zwischen UBS Realty und Mitsubishi.


    Personalien und Rechtsstreitigkeiten


    Die UBS hat in der vergangenen Woche Iqbal Khan zum alleinigen Chef der Vermögensverwaltung ernannt. Co-Leiter Tom Naratil, der seit rund 40 Jahren bei der UBS tätig ist, verlässt die Grossbank Anfang Oktober. Khan war 2019 von der Konkurrentin Credit Suisse zur UBS gekommen. Der Wechsel hatte damals wegen der "Spionageaffäre" viel Staub aufgewirbelt, was schlussendlich zum Rücktritt des damaligen Credit-Suisse-CEO Tidjane Thiam geführt hatte.


    Als Nachfolgerin für Naratil als Leiter der Region "Americas" ernannte die UBS zudem Naureen Hassan. Sie war zuletzt bei der Federal Reserve Bank of New York First Vice President und Chief Operating Officer und damit die Nummer 2 einer der bedeutendsten Regionalbanken im Fed. Ausserdem diente sie auch als alternierendes stimmberechtigtes Mitglied des Federal Open Market Committee (FOMC) der US-Notenbank.


    Die UBS hat es immer wieder mit Rechtsstreitigkeiten zu tun. Im Steuerstreit mit Frankreich steht ein endgültiges Urteil noch aus. Nach einer Niederlage vor Gericht im Februar 2019 wurde die Bank im Dezember 2021 auch in zweiter Instanz vom Berufungsgericht in Paris wegen unerlaubter Geldgeschäfte und der Beihilfe zur Geldwäsche schuldig gesprochen worden. Das Gericht verlangt eine Zahlung von insgesamt 1,8 Milliarden Euro, wogegen die UBS erneut Berufung eingelegt hat.


    Neben dem Fall in Frankreich wartet die Bank zudem noch auf ein Urteil in den USA im Fall der sogenannten Ramsch-Hypotheken aus der Zeit der Finanzkrise (RMBS-Papiere). Es ist einer der letzten anhängigen Fälle dieser Art. Zahlreiche andere grosse Banken in den USA und Europa - unter anderem die CS - haben ähnliche Verfahren bereits beigelegt. Analysten rechnen mit möglichen Kosten für die UBS von mehreren Milliarden Dollar. Insgesamt waren bei der Bank Ende März rund 2,8 Milliarden Dollar für Rechtsfälle, regulatorische Angelegenheiten und ähnliches zurückgestellt.


    UBS-Verwaltungsrat frustriert über Abschlag zu den Wall-Street-Banken


    Laut einem Medienbericht soll sich die UBS-Führung in den vergangenen Monaten mit einer Reihe von einflussreichen US-Fondsmanagern getroffen haben und für eine Aufstockung der Beteiligung geworben haben. Ende Juni schrieb die "Financial Times" unter Berufung auf Insider, der neue Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher und CEO Hamers wollen US-Investmentgesellschaften wie Capital Group, T Rowe Price, Wellington und Fidelity davon überzeugen, dass es sich bei der UBS um eine globale Bank und nicht um eine europäische Institution handelt. Der Verwaltungsrat sei nämlich frustriert darüber, dass der weltgrösste Vermögensverwalter mit einem Abschlag zu den Wall-Street-Banken gehandelt wird. Er sei der Ansicht, dass die Marktkapitalisierung das Doppelte des Buchwerts betragen könnte, hiess es in dem Bericht. Die UBS lehnte eine Stellungnahme ab.


    Nach dem die SNB den Leitzins Mitte Juni deutlich um 0,50 Prozentpunkte auf -0,25 Prozent angehoben hat, passte die UBS per 1. Juli die Guthabengebühren für Franken-Konten entsprechend an. Für Privatkunden mit einem Guthaben ab 250'000 Franken sanken diese auf -0,25 Prozent von -0,75 Prozent. Abhängig vom Kredit- und Anlagegeschäft wird aber ein Freibetrag bis zu 1 Million gewährt. Bei Unternehmen und institutionellen Kunden gelten individuelle Gebühren.


    Die UBS-Aktie kostet rund 16 Franken und notiert damit knapp 3 Prozent unter dem Stand von Ende 2021. Damit können sich die Titel im Vergleich zum Gesamtmarkt gut (SMI: -14 Prozent), im Vergleich zu CS sehr gut halten (-40 Prozent). Den Rücksetzer von Ende Februar/Anfang März mit Beginn des Ukraine-Kriegs haben UBS aber nicht wieder ganz wettmachen können. Zuvor - am 10. Februar - hatten die Titel ein neues Mehrjahreshoch bei 19,90 Franken markiert.


    (AWP/cash)

  • UBS enttäuscht trotz hohem Gewinn


    Die UBS hat im zweiten Quartal etwas mehr verdient als im Vorjahr. Die verwalteten Vermögen sind wegen der negativen Entwicklung an den Finanzmärkten indes deutlich zurückgegangen.


    26.07.2022 06:55


    Die grösste Schweizer Bank machte in der Periode von April bis Juni 2022 einen Gewinn von 2,11 Milliarden US-Dollar nach 2,01 Milliarden im zweiten Quartal 2021. Vor Steuern erzielte sie einen Gewinn von 2,62 Milliarden Dollar nach 2,59 Milliarden.


    Dabei hat ein Verkauf im Asset Management - wie bereits angekündigt - einen ausserordentlichen Gewinn von 848 Millionen Dollar in die Kassen gespült. Veräussert wurde im April der Anteil an einem japanischen Immobilien-Joint-Venture zwischen UBS Realty Inc und Mitsubishi Corp.


    «Schwieriges Quartal»


    Ohne den ausserordentlichen Gewinn wäre das Ergebnis damit klar rückläufig gewesen. "Das zweite Quartal war für Anleger eine der schwierigsten Phasen der letzten zehn Jahre", liess sich denn auch CEO Ralph Hamers in einer Mitteilung vom Dienstag zitieren. "Die Inflation bleibt auf hohem Niveau, der Krieg in der Ukraine dauert an, und in Teilen Asiens wird weiterhin eine strenge Coronapolitik verfolgt."


    Die Einnahmen und Kosten hat die UBS in etwa stabil gehalten: Bei Erträgen von 8,92 Milliarden Dollar (+0,2 Prozent) und einem Aufwand von 6,30 Milliarden (-1,4 Prozent) ergab sich eine Cost-/Income-Ratio von 70,6 Prozent. Dies sind 1,2 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr, wobei diese für Banken wichtige Kennzahl bei der UBS mittelfristig im Bereich von 70 bis 73 Prozent liegen soll.


    Mit den Ergebnissen ist die UBS etwas hinter den Markterwartungen (AWP-Konsens) zurückgeblieben.


    Vermögen unter Druck


    Die verwalteten Vermögen nahmen wegen der rückläufigen Aktienmärkte weiter deutlich ab. Insgesamt verwaltete die Bank per Ende Juni noch 3912 Milliarden Dollar - 468 Milliarden weniger als Ende März.


    Auch bei den Geldzuflüssen spürt man die schwierige Lage an den Finanzmärkten. Im Kerngeschäft der globale Vermögensverwaltung (Global Wealth Management) waren es netto lediglich 0,4 Milliarden US-Dollar sogenannter gebührengenerierender Vermögen. Dabei verzeichnete die Bank Abflüsse in Amerika und EMEA, aber Zuflüsse in der Schweiz und Asien-Pazifik. Insgesamt sank der Vorsteuergewinn der Division um 11 Prozent auf noch 1,16 Milliarden Dollar.


    Auch das Ergebnis der Investment Bank war angesichts des schwierigen Umfeldes rückläufig. Der Vorsteuergewinn sank um 39 Prozent auf noch 410 Millionen US-Dollar.


    Für den weiteren Ausblick gibt sich die Bank vorsichtig optimistisch. Die Bank sei zu Beginn des zweiten Halbjahres gut aufgestellt, sagte CEO Hamers in der Mitteilung. Sie will im zweiten Halbjahr auch weitere Aktien zurückkaufen, und zwar für rund 1,7 Milliarden nach 3,3 Milliarden im ersten Halbjahr. Für das Gesamtjahr wären das somit rund 5 Milliarden.


    (AWP)

  • UBS mit Rückstellungen für Rechtsfälle von 2,8 Milliarden Dollar


    Die Grossbank UBS hat nach wie vor hohe Rückstellungen für offene Rechtsfälle in den Büchern. Diese sind im zweiten Quartal per Saldo um rund 40 Millionen US-Dollar gestiegen.


    26.07.2022 08:15


    Per Ende Juni 2022 weist das Finanzinstitut Rückstellungen für Rechtsfälle und regulatorische und ähnliche Angelegenheiten im Wert von 2,80 Milliarden US-Dollar aus, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Zweitquartalsbericht hervorgeht. Konkret sind es 41 Millionen mehr als Ende März. Da der Betrag im ersten Quartal allerdings um 40 Millionen gesunken war, liegt der Gesamtbetrag praktisch auf dem gleichen Niveau wie Ende 2021.


    Im Berichtsquartal wurden insgesamt 235 Millionen Dollar an Rückstellungen neu gebildet. Derweil wurden 195 Millionen für ihren Zweck verwendet oder wieder aufgelöst, wobei auch Wechselkursveränderungen mit hineinspielen.


    Von den neu gebildeten Rückstellungen fiel mit 129 Millionen bzw. 101 Millionen der Grossteil auf die beiden Division GWM (Global Wealth Management) und Investment Bank. Genaue Details dazu gibt die Bank meist nicht bekannt, ausser wenn es sich um grössere Beträge handelt.


    Offener Frankreich-Prozess


    Rund die Hälfte der Rückstellungsbestands betrifft mit 1,29 Milliarden Dollar die Division GWM, wobei da wiederum der Prozess in Frankreich den Hauptposten bildet. Bekanntlich war die UBS im letzten Dezember auch in zweiter Instanz vom Berufungsgericht in Paris wegen unerlaubter Geldgeschäfte und der Beihilfe zur Geldwäsche schuldig gesprochen worden.


    Das Gericht verlangt eine Zahlung von insgesamt 1,8 Milliarden Euro, wogegen die UBS erneut Berufung eingelegt hat. Insgesamt sind gemäss früheren Angaben 1,1 Milliarden Euro für den ungelösten Rechtsfall in den Büchern zurückgestellt. Bei einem Wechselkurs von 1,05 war der Betrag Ende Juni in Dollar gerechnet etwas höher.


    Die breite Spanne möglicher Ausgänge des Verfahrens sorge für eine hohe Unsicherheit, heisst es im Quartalsbericht nach wie vor. Die Rückstellungssumme widerspiegle jedoch die beste Schätzung möglicher finanzieller Auswirkungen.


    (AWP)

  • Analysten sind von er UBS enttäuscht - Der Aktienkurs fällt stark


    Aktien der UBS werden am frühen Dienstag massiv verkauft. Die Grossbank hat mit ihren Zweitquartalszahlen das Vorjahresergebnis zwar leicht übertroffen, dies allerdings lediglich wegen Sondereffekts.


    26.07.2022 09:42


    Gegen 10 Uhf fällt der Kurs der UBS um 6,6 Prozent auf 15,10 Franken. Der Swiss Performance Index notiert derweil de facto unverändert.


    Im Ergebnis ohne einen Sondereffekt - ein Verkauf eines Joint-Ventures mit Mitsubishi - zeigt sich die schwierige Situation an den Finanzmärkten mit hoher Inflation, anhaltendem Ukraine-Krieg und erneuten Corona-Lockdowns in China. Die Erträge bzw. die Gewinnzahlen in den meisten Bereichen fielen denn auch (deutlich) tiefer aus als im entsprechenden Vorjahresquartal. Zwar war ein Rückgang im Markt erwartet worden, allerdings fiel dieser deutlich stärker aus als die Experten erwartet hatten.


    Auf breiter Basis enttäuschend


    Für die Analysten der kanadischen RBC etwa war das Ergebnis auf diversen Ebenen enttäuschend. Zudem bleibe auch der Ausblick vorsichtig, heisst es in einem ersten Kommentar. Die deutlich tieferen Vermögenswerte der Kunden - die AuM sind allein im zweiten Quartal um 468 Milliarden gesunken - würden auch die zukünftigen Gewinne beeinträchtigen.


    Bei Jefferies zeigt man sich überrascht, dass die UBS auf allen Ebenen schwächer abgeschnitten hat als erwartet. Es sei klar gewesen, dass die Erträge im aktuellen Umfeld sinken würden, meinen die Analysten des US-Brokers, sie seien aber stärker gesunken als erwartet.


    Und auch Goldman Sachs spricht von Zahlen unter den Erwartungen, dies vor allem wegen der tieferen Vermögen (AuM) und tieferen Erträgen. Während die Erträge insgesamt um 6 Prozent unter den Erwartungen geblieben seien, seien es beim Vorsteuergewinn sogar 14 Prozent weniger gewesen, rechnen die Analysten der US-Bank vor.


    Die Kollegen der ZKB finden immerhin einen positiven Punkt. Erfreulicherweise sei der Nettoneuzufluss an Vermögenswerten im Global Wealth Management (GWM) mit 0,4 Milliarden Dollar leicht positiv gewesen, insbesondere in der APAC-Region stark positiv mit 3 Milliarden an Zuflüssen. Das kontrastiere mit der Entwicklung bei Julius Bär, die in Asien ein starkes Deleveraging (Abbau der fremdfinanzierten Risikopositionen der Kunden) erfahren habe.


    (AWP)

  • Wdh: UBS (CH) Property Fund Europe plant Publikumsöffnung im November 2022


    (Mit vollständigem Namen des Fonds wiederholt: "UBS (CH) Property Fund - Europe") - Die UBS Fund Management-Einheit plant für den "UBS (CH) Property Fund - Europe" die Publikumsöffnung und Kotierung an der Schweizer Börse. Der Schritt soll laut einer Mitteilung vom Mittwoch im November über die Bühne gehen.


    07.09.2022 19:04


    Damit solle das bestehende Portfolio für das Publikum und auch für nicht qualifizierte Anleger geöffnet werden, erklärte die UBS. Weiteren Details sowie das genaue Kotierungsdatum würden Ende September oder Anfang Oktober kommuniziert.


    Besagter Fonds wurde im Mai 2018 lanciert und verfügt den Angaben zufolge mittlerweile über ein Portfolio mit 12 Liegenschaften in verschiedenen europäischen Ländern. Dazu gehören aktuell Deutschland, die Niederlande, Belgien, Norwegen, Spanien und Italien.


    ra/mk


    (AWP)

  • Ex-UBS-Chef: Inlandmarkt ist nicht von zwei Grossbanken abhängig


    (Meldung mit weiteren Ermotti-Aussagen ergänzt) - Ex-UBS-CEO Sergio Ermotti sieht keinen zwingenden volkswirtschaftlichen Nutzen in zwei Grossbanken wie UBS und Credit Suisse. Auch 24 Kantonalbanken brauche die Schweiz nicht, sagte der heutige Präsident des Rückversicherers Swiss Re der "NZZ am Sonntag" im Interview.


    11.09.2022 14:49


    Die Stärke des Finanzplatzes sei die Diversifizierung. Das sei wichtiger als die Zahl der Grossbanken, so Ermotti weiter. Auch wenn es schön sei, dass die Schweiz zwei erfolgreiche Grossbanken habe: "Der Inlandmarkt ist nicht von den beiden Grossbanken abhängig." Ihre Marktanteile im Kredit- und Hypothekargeschäft seien nicht grösser als die von anderen Banken.


    In den letzten Jahren seien Kantonalbanken, die Raiffeisen- und die Regionalbanken "enorm gewachsen." Auch Privatbanken legten zu, so Ermotti weiter.


    Das härtere Umfeld für Grossbanken wie die Credit Suisse fordere harte Entscheidungen. Der Credit Suisse riet der frühere Banker, sich auf ihre Stärken zu fokussieren und die nötigen Reformen einzuleiten. Dann habe sie gute Chancen als eigenständige Bank zu überleben. Die Frage der "NZZ am Sonntag", ob er für den CEO-Posten bei der Credit Suisse angefragt wurde, beantwortete Ermotti mit: "Kein Kommentar."


    Wetterextreme nehmen zu


    Mit Blick auf die Rückversicherungsbranche rechnet Ermotti aufgrund des Klimawandels mit einer weiteren Zunahme der Wetterextreme rund um den Globus. "Wenn wir keine Gegenmassnahmen ergreifen und die globale Durchschnittstemperatur bis 2050 um 3,2 Grad ansteigen sollte, wird dies die Weltwirtschaft bis zu 18 Prozent kosten", warnte Ermotti.


    Die Folgen des Klimawandels gehen laut Ermotti aber weit über das Finanzielle hinaus. "Hunderte Millionen von Menschen,


    die heute dem Mittelstand angehören, würden ihre Existenz verlieren und in die Armut zurückfallen. Die Folge wären soziale


    Unruhen und Flüchtlingsströme. Das zeigt, dass wir dringend handeln müssen."


    Ob 2022 nach Katastrophen wie der Hitzewelle in Indien, den Überschwemmungen in Australien oder der Sommerdürre in Europa gemessen an den Katastrophenschäden zu einem Rekordjahr werde, muss sich laut Ermotti noch zeigen. "Wir stehen derzeit mitten in der Hurrikansaison, und es kann noch viel passieren." Der Trend halte aber schon länger an: Im letzten Jahrzehnt seien die versicherten Schäden jährlich um 5 bis 7 Prozent gestiegen.


    mk/


    (AWP)

  • UBS will Dividende erhöhen


    Die Grossbank UBS stellt ihren Aktionären wachsende Ausschüttungen in Aussicht. Als Dividende für das Geschäftsjahr 2022 etwa werde man 0,55 US-Dollar pro Aktie vorschlagen, teilte die UBS am Dienstag mit. Im Vorjahr hatte es 0,51 Dollar je Aktie gegeben. Die Rückstellung hierfür werde entsprechend angepasst, erklärte die Bank.


    13.09.2022 06:59


    Gleichzeitig schreiten die Aktienrückkäufe stetig voran. Die Bank geht davon aus, dass die Rückkäufe das für das laufende Jahr gesetzte Ziel von 5 Milliarden Dollar übersteigen werden. Per 9. September habe die UBS eigene Aktien im Umfang von 4,1 Milliarden zurückgekauft. Seit Ende März 2022 läuft bei der UBS ein Programm, das den Rückkauf von Namenaktien im Umfang von bis zu 6 Milliarden bis 2024 vorsieht.


    Mit der Kommunikation der Jahreszahlen will die Bank weitere Details zur Kapitalrückführung für das kommende Jahr bekannt geben, hiess es weiter. Das Institut rechne mit weiteren Aktienrückkäufen sowie einer progressiven Dividendenpolitik.


    ra/rw


    (AWP)

  • UBS-Aktien gesucht nach positivem Update zu Dividende und Aktienrückkauf


    Die Aktien der UBS ziehen am Dienstag im frühen Handel klar an. Die Grossbank will für das laufende Jahr eine um 10 Prozent je Aktie höhere Dividende ausschütten. Auch dürften die Aktienrückkäufe im laufenden Jahr den bis dato angepeilten Wert von 5 Milliarden US-Dollar übersteigen. Analysten sehen das im Zusammenhang mit dem abgeblasenen Verkauf von Wealthfront in den USA.


    13.09.2022 09:44


    UBS legen gegen 9.30 Uhr 1,7 Prozent auf 16,385 Franken zu, während Credit Suisse zeitgleich nur moderat zulegen (+0,3%). Der SMI steht 0,53 Prozent im Plus.


    Die Analystengemeinde zeigt sich überrascht von dem Update zur Kapitalrückführung am Morgen. Die Experten bewerten die Neuigkeiten jedoch allesamt als positiv und begrüssen diese. Die Ankündigungen bestätigten den "Investment Case", heisst es etwa bei Vontobel.


    Verschiedenen Analysten vermuten, dass die Erhöhung mit dem freigewordenen Kapital wegen des Abbruchs der Wealthfront-Akquisition in Zusammenhang steht. Die angekündigte Dividende ergebe eine Rendite von 3,4 Prozent zum Schlusskurs vom Montag. Diese liege damit leicht unter dem Durchschnitt der europäischen Peers und leicht über der Konsenserwartung, kommentiert die ZKB.


    Vor gut einer Woche war bekanntgeworden, dass die UBS den 1,4 Milliarden Dollar schweren Kauf des amerikanischen Online-Vermögensverwalters Wealthfront absagt. Die Übernahme war im Februar gross angekündigt worden. Eine Begründung für den Schritt lieferte die Grossbank jedoch nicht.


    Analysten hatten den hohen Preis als Problem vermutet - angesichts der jüngst stark rückläufigen Bewertungen an den Aktienmärkten, vor allem bei Fintechunternehmen. Am Markt wurde bereits damals eine stärkere Kapitalrückführung an die Aktionäre als gute Alternative diskutiert.


    ys/ra


    (AWP)

  • Globale Finanzkonzerne, die noch immer unter milliardenschweren Verlusten in Russland leiden, überprüfen nach der Eskalation der Spannungen im Zusammenhang mit Taiwan nun die Risiken von Geschäften im Grossraum China.


    26.09.202206:32


    Wie zu hören ist, haben unter anderem Societe Generale, JPMorgan und UBS ihre Mitarbeiter in den letzten Monaten aufgefordert, zur Beherrschung diesbezüglicher Risiken ihre Notfallpläne zu überprüfen.

    Globale Versicherer ziehen sich unterdessen aus dem Abschluss neuer Policen zur Absicherung von Unternehmen zurück, die in China und Taiwan investieren. Die Kosten für die Deckung politischer Risiken sind seit Russlands Einmarsch in der Ukraine um mehr als 60 Prozent gestiegen.

    "Politische Risiken im Zusammenhang mit möglichen US-Sanktionen und die Wahrscheinlichkeit, dass China mit einer Einschränkung des Kapitalflusses reagiert, beschäftigen die Risikomanager", so Mark Williams, Professor an der Boston University. "Ein Sanktionskrieg würde die Kosten für die Geschäftstätigkeit erheblich erhöhen und die US-Banken veranlassen, ihre China-Strategie zu überdenken."

    US-Parlamentarier haben vergangene Woche den Druck auf die Banken erhöht, auf die Frage zu antworten, ob sie sich aus China zurückziehen würden, wenn Peking in Taiwan einmarschieren würde.

    (Bloomberg)