• UBS wirbt 5-Milliarden-Dollar-Team von JPMorgan in Miami ab


    Im Rennen um Talente für die Betreuung von Superreichen hat die UBS der amerikanischen Konkurrenz ein fünfköpfiges Team abspenstig gemacht.


    01.02.2021 11:02


    Informierten Kreisen zufolge wechselt eine Gruppe aus dem Private-Wealth-Büro von JPMorgan in Miami mit einem verwalteten Vermögen von fünf Milliarden Dollar zum Schweizer Wettbewerber, darunter Brian Beraha und Vicente del Rio. Sie gehen am 16. Februar bei der UBS an Bord und berichten dort im Private Wealth Management an Karl Ruppert.


    Nach Angaben einer informierten Person wechseln zudem Alexis Audisio, Jared Pillar und Michelle Gonzalez von JPMorgan zur UBS. Sprecherinnen von UBS und JPMorgan lehnten Stellungnahmen ab. Die fünf Mitarbeiter reagierten zunächst nicht auf Anfragen.


    (Bloomberg/cash)

  • UBS schliesst Aktienrückkaufprogramm 2018-2021 ab


    Die UBS hat das im März 2018 gestartete dreijährige Aktienrückkaufprogramm am (gestrigen) 2. Februar abgeschlossen. Insgesamt wurden im Rahmen dieses Programms 156,6 Millionen Aktien für 2 Milliarden Franken über eine separate Handelslinie an der SIX Swiss Exchange zurückgekauft. Dies entspricht 4,06 Prozent des aktuellen Aktienkapitals der UBS Group, wie die Bank mitteilte.


    03.02.2021 07:15


    Die Aktionäre sollen an der nächsten Generalversammlung im April einer Vernichtung dieser Aktien zustimmen.


    Der Abschluss des Rückkaufprogramms kommt nicht überraschend. Die Bank hatte letzte Woche anlässlich der Zahlenbekanntgabe die Wiederaufnahmen der Aktienrückkäufe angekündigt und dies gleich am Tag darauf auch umgesetzt. Im alten Programm waren zudem lediglich noch 100 Millionen Franken offen.


    Dafür hat die Bank gleichzeitig ein neues Rückkaufprogramm über 4 Milliarden Franken über die nächsten drei Jahre angekündigt. Insgesamt will sie laut eigenen Angaben im ersten Quartal dieses Jahres Aktien in Höhe von 1,1 Milliarden US-Dollar zurückkaufen.


    uh/rw


    (AWP)

  • UBS startet nächsten Aktienrückkauf Anfang nächster Woche


    Den letzten Aktienrückkauf hat die UBS vor wenigen Tagen abgeschlossen, den nächsten wird sie am kommenden Montag starten.


    05.02.2021 07:24


    Ab dem 8. Februar wird die Grossbank via eine zweite Handelslinie an der Schweizer Börse SIX eigene Aktien im Wert von maximal 4 Milliarden Franken erwerben.


    Wie die UBS am Freitag mitteilte, wird sie maximal 10 Prozent der ausstehenden Aktien zurückkaufen. Gemäss früheren Angaben will die Bank im ersten Quartal 2021 Aktien im Wert von 1,1 Milliarden US-Dollar zurückkaufen.


    (AWP)

  • UBS will Investmentbank-Bonuspool stark ausdehnen


    Die UBS will den Bonuspool für ihre Investmentbanker informierten Kreisen zufolge um bis zu 20 Prozent ausweiten. Boomende Handelserträge hatten der Bank zum höchsten Gewinn seit fünf Jahren verholfen.


    08.02.2021 06:35


    Im Wealth Management ist, wie zu hören ist, indessen mit unveränderten oder nur leicht steigenden Boni zu rechnen. Abhängig von den Regionen gebe es dabei erhebliche Unterschiede. 2019 hatte die UBS insgesamt rund 2,7 Milliarden Dollar an variablen Vergütungen gezahlt.


    Ein UBS-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Der Vergütungsbericht der Bank wird am 5. März vorgelegt.


    (Bloomberg)

  • UBS-Chef Hamers schafft Doppelspitze in der Investmentbank ab


    Der neue UBS-Chef Ralph Hamers eliminiert die Doppelspitze in der Investmentbank ab. Deren Co-Leiter Piero Novelli tritt ab.


    Aktualisiert um 08:01


    Piero Novelli habe sich entschieden, seine aktuelle Funktion Ende März abzugeben, teilte die UBS am Montag mit. Der 1965 geborene Italiener wird neuer Aufsichtsratschef von Euronext, wie der Börsenbetreiber mitteilte. Bereits heute ist Novelli Dozent am Imperial College in London, am MIT in den USA sowie einer Universität in Rom.


    Der gegenwärtige Co-Chef des UBS-Investmentbankings, Robert Karofsky, werde zum alleinigen Leiter des Geschäfts. Er kommt aus dem Aktienhandel, Novelli aus dem Fusionsgeschäft. Die Leitung des Investmentbankings hatten die beiden im September 2018 übernommen, nachdem Andrea Orcel die Firma verlassen hatte, um Chef des spanischen Geldhauses Santander zu werden. Doch die Spanier zogen ihr Angebot zurück, weil sich beide Seiten nicht auf das Gehalt einigen konnten. Daraufhin verklagte Orcel Santander. Orcel soll Mitte April den Chefposten bei der italienischen Großbank UniCredit übernehmen.


    Karofsky und Novelli hatten die UBS-Investmentbank umgebaut, das Geschäft stärker mit anderen Teilen der Bank verzahnt und das Jahr 2020 mit einer Eigenkapitalrendite von fast 20 Prozent abgeschlossen, wie die UBS schrieb.


    Hamers, der im vergangenen Herbst das Steuer bei der UBS übernommen hatte, will am Wertpapierhandel und der Beratung von Unternehmen bei Firmenzusammenschlüssen und Börsengängen festhalten. "Unsere Investmentbank ist zentral für den Erfolg unserer Konzernstrategie", erklärte er. "Ich bin überzeugt, dass Rob Karofsky die richtige Führungspersönlichkeit ist, die uns dabei unterstützt, unsere gemeinsamen strategischen Ambitionen zu erreichen."


    Der frühere ING-Chef hat sich bei Neubesetzungen von Spitzenpositionen bisher zurückgehalten. Im Dezember ernannte er Sabine Keller-Busse zum 1. Februar zur Leiterin des Geschäfts im Heimatmarkt.


    (Reuters)

  • Milliardenprozess in Paris: UBS will mit völkerrechtlichem Vertrag argumentieren


    Beim anstehenden Prozess in Frankreich will die Grossbank UBS ihre Verteidigung laut eines Medienberichts auf das Zinsbesteuerungsabkommen von 2004 abstützen.


    21.02.2021 17:12


    Prominente Europapolitiker will das Institut aber nicht als Zeugen auftreten lassen. In gut zwei Wochen, am 8. März, beginnt in Paris der Berufungsprozess im Steuerstreit zwischen Frankreich und der UBS. Ein französisches Gericht hatte die Grossbank vor zwei Jahren in erster Instanz zu einer Busse von 3,7 Milliarden Euro wegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung verdonnert. Ausserdem soll die UBS dem französischen Staat 800 Millionen Euro Schadensersatz zahlen, wie es damals im Urteil hiess.


    Im Berufungsverfahren will sich die Bank nun auf einen völkerrechtlichen Vertrag abstützen, den die EU mit der Schweiz abgeschlossen hat, wie die "NZZ am Sonntag" berichtete. Konkret gehe es um das Zinsbesteuerungsabkommen von 2004.


    «Es war legal»


    "Dieses Abkommen erlaubte es den Schweizer Banken, ausländische Kundengelder zu verwalten und gleichzeitig das Bankgeheimnis zu wahren", liess sich Rechtsprofessor Peter Nobel, der für die UBS als Berater mitwirke, im Bericht zitieren.


    Somit sei es für die UBS legal gewesen, Gelder von Kunden aus Frankreich zu verwalten. "Wenn die französische Justiz dies rückwirkend als Geldwäscherei kriminalisiert, verletzt sie einen völkerrechtlichen Vertrag", so Nobel gegenüber der Zeitung.


    Juncker und Schäuble nicht im Zeugenstand


    Ein UBS-Sprecher wollte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP die Aussagen von Nobel nicht kommentieren. Ein Dementi gab es hingegen zu einem weiteren kolportierten Bestandteil der Verteidigungsstrategie. "Die Behauptung, wonach Europapolitiker im Prozess als Zeugen auftreten werden, ist falsch", so ein Sprecher der Bank.


    Gemäss dem Bericht der "NZZ am Sonntag", der sich auf mehrere nicht namentlich genannte Quellen abstützte, konnte die UBS bekannte EU-Politiker als Zeugen gewinnen. Die Rede war unter anderem vom ehemaligen EU-Präsidenten Jean-Claude Juncker sowie den deutschen Finanzpolitikern Theo Waigel und Wolfgang Schäuble.


    (AWP)

  • UBS erwägt angeblich Verkauf der spanischen Wealth-Management-Einheit


    Die Grossbank UBS Group soll die Veräusserung ihrer Wealth-Management-Präsenz in Spanien erwägen.


    23.02.2021 20:57


    Entsprechende Überlegungen seien Teil der Überprüfung der globalen Präsenz der Bank durch den neuen Chef Ralph Hamers, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstagabend. Sie berief sich dabei "auf Personen mit Kenntnis der Angelegenheit".


    Die grösste Schweizer Bank prüfe Optionen, die entweder zu einem Verkauf oder zu einem Exit aus Spanien führen könnten. Als mögliche Käufer kämen "inländische spanische Banken in Betracht", hätten die Quellen gesagt. Ein Sprecher der UBS lehnte eine Stellungnahme gegenüber Bloomberg ab. Eine entsprechende Anfrage von AWP wurde noch nicht beantwortet.


    (AWP)

  • Fitch bestätigt UBS-Rating von 'A+' und erhöht Ausblick auf 'stabil'


    Die Ratingagentur Fitch hat das langfristige Herausgeber-Rating (IDR) der UBS Group mit "A+" und die entsprechenden Ratings von UBS AG und UBS Schweiz AG (UBS CH) mit "AA-" bestätigt. Die Viablity Ratings (VRs) aller drei Einheiten werden mit "a+" bestätigt. Der Ausblick wird hingegen neu mit 'stabil' bewertet.


    02.03.2021 22:11


    Bisher hatte die Ratingagentur der Grossbank nur ein 'negativ' gegeben. Die Anpassungen des Ausblicks spiegelten die Ansicht von Fitch wider, dass das starke Unternehmensprofil und das geringe Bilanzrisiko der UBS es dem Konzern ermöglichen sollten, solide operative Erträge zu erwirtschaften, heisst es in einem Communiqué vom Dienstagabend.


    Die Kapitalisierung werde die Bank wohl auf einem Niveau halten können, das dem "a+"-VR entspreche, selbst unter einer Reihe von Abwärtsszenarien gegenüber der aktuellen Baseline von Fitch. Die starke Leistung der Gruppe im Jahr 2020 bedeute ausserdem, dass sie mit erheblichen Kapitalpuffern in das Jahr 2021 starte. Diese würden einen weiteren Puffer gegen mögliche ungünstige wirtschaftliche Entwicklungen oder das Eintreten rechtlicher Risiken bieten.


    kw/


    (AWP)

  • Korr: UBS passt Gewinn für 2020 um 72 Millionen US-Dollar nach unten an


    (Währung US-Dollar statt Franken, zudem ergänzt, wo die 72 Mio angefallen sind) - Die UBS passt ihre Gewinnzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2020 geringfügig nach unten an. So beträgt der Jahresgewinn nun 6,557 Milliarden US-Dollar, wie die Grossbank am Freitag in einer Mitteilung zur Veröffentlichung des Geschäftsberichtes mitteilte.


    05.03.2021 08:11


    Damit liegt das Ergebnis 72 Millionen unter dem zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Viertquartalsergebnis Ende Januar genannten Betrag. Bei den 72 Millionen handelt es sich um zusätzliche Rückstellungen im Bereich Global Wealth Management.


    gab/uh


    (AWP)

  • UBS: Boni steigen im Corona-Jahr um fast ein Viertel auf über 3 Milliarden Dollar


    Der gute Geschäftsverlauf treibt die Gehälter bei der Grossbank UBS hoch.


    Aktualisiert um 08:05


    Der konzernweite Bonus-Pool wuchs für das vergangene Jahr um 24 Prozent auf 3,3 Milliarden Dollar, wie dem Geschäftsbericht des weltgrössten Vermögensverwalters für reiche Privatkunden am Freitag zu entnehmen war.


    "Wir haben 2020 alle Finanzziele erreicht oder übertroffen", erklärte die Vorsitzende des Vergütungsausschusses im Verwaltungsrat, Julie Richardson. Die Widerstandsfähigkeit des Geschäfts und ein diszipliniertes Risikomanagement hätten dafür gesorgt, dass die Bank auch während der Pandemie erfolgreich gewesen sei.


    Konzernchef Sergio Ermotti, der das Steuer Ende Oktober abgab, strich eine Gesamtvergütung von 13,3 Millionen Franken ein, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. "Der Verwaltungsrat würdigt die erfolgreiche Führungsarbeit von Sergio Ermotti in einem sehr herausfordernden Jahr", hieß es im Geschäftsbericht. Im Vorjahr hatte eine Rekordstrafe für die Bank in einem französischen Gerichtsfall wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung zu einer Kürzung seines Gehalts geführt.


    Ermottis Nachfolger Ralph Hamers bekam für seinen viermonatigen Einsatz bei der Bank 4,2 Millionen Franken. Als Chef der niederländischen ING hatte er wesentlich schlechter verdient. Die Gesamtvergütung der 13-köpfigen Geschäftsleitung stieg um 13 Prozent auf 115,9 Millionen Franken.


    An die gesamte Geschäftsleitung der Grossbank wurden im vergangenen Jahr total 115,9 Millionen vergütet, gegenüber 102,1 Millionen Franken im Jahr davor. Da die Anzahl Geschäftsleitungs-Mitglieder in den Jahren jeweils nicht korrespondieren, sind die Zahlen nur bedingt vergleichbar. Per Ende Jahr waren aber jeweils 13 Mitglieder in der Geschäftsleitung vertreten.


    Verwaltungsratspräsident Axel Weber erhielt für 2020 wie bereits im Vorjahr 5,2 Millionen. Der gesamte Verwaltungsrat verdiente 11,8 Millionen und damit etwas weniger als 2019 mit 12,5 Millionen.


    Schweizer Firmenbosse gehören bei den Gehältern traditionell zu den Spitzenreitern in Europa. Im Vorjahr wurden Ermotti und der Lenker des Basler Roche-Konzerns, Severin Schwan, nur noch von Linde-Chef Steve Angel übertroffen, wie Daten der Vergütungsberatung hkp zeigen.


    Dank des Börsenbooms hatte die UBS den Gewinn 2020 um 54 Prozent auf 6,6 Milliarden Dollar gesteigert und damit das beste Ergebnis seit 2015 eingefahren. Rivale Credit Suisse verbuchte dagegen einen Rückgang. Entsprechend kürzte das Institut auch die Boni um sieben Prozent.


    (Reuters/AWP)

  • UBS kämpft vor Gericht gegen Rekord-Strafe in Frankreich


    Ab Montag sitzt die UBS in einem Prozess wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Geldwäsche auf der Anklagebank eines französischen Berufungsgerichts.


    08.03.2021 07:04


    Markus Diethelm ist ein eisiges Klima gewohnt. Frühmorgens schwimmt der Chefjurist der Schweizer UBS jeweils im See vor seinem Haus - das ganze Jahr, bei jedem Wetter. Ab Montag wird er ebenfalls ein dickes Fell brauchen. Dann sitzt die Schweizer Grossbank in einem Prozess wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Geldwäsche auf der Anklagebank eines Berufungsgerichts. In dem Verfahren will die UBS eine vor zwei Jahren verhängte Rekordstrafe von 4,5 Milliarden Euro in einen Freispruch drehen. Der Fall könnte auch für andere Banken in Europa richtungsweisend sein, wo die Strafen für Steuer- und andere Vergehen in der Vergangenheit niedriger waren als in den USA.


    Im Februar 2019 hatte ein französisches Gericht die UBS zu einer Busse von 3,7 Milliarden Euro und Schadenersatz von 800 Millionen Euro verdonnert. Dem Institut und einigen früheren Mitarbeitern wurde vorgeworfen, Steuerflüchtlingen aus Frankreich zwischen 2004 und 2012 systematisch geholfen zu haben, Geld in der Schweiz zu verstecken. So habe die UBS Schweizer Kundenberater zu Golfturnieren, klassischen Konzerten und Jagdveranstaltungen gesandt, um illegal neue Kunden anzuwerben. Die UBS - der weltweit grösste Vermögensverwalter für Reiche - bestritt jegliches strafrechtliche Fehlverhalten und kündigte umgehend Berufung an.


    Mit einem neuen Strafverteidiger, dem Prominenten-Anwalt Hervé Temime, hofft die UBS nun das Berufungsgericht von ihrer Unschuld überzeugen zu können. Ob die drei Richter einer auf Finanzangelegenheiten spezialisierten Fachkammer auf die Argumentation des Instituts eingehen, ist unter Experten umstritten. Zumindest bei der Bemessung der Höhe der Strafzahlung hat die Bank aber einen Trumpf in der Hand. Denn 2019 entschied das französische Kassationsgericht in einem anderen Fall, dass Strafen nur an den hinterzogenen Steuern bemessen werden dürfen. Beim UBS-Urteil stützte sich das Gericht dagegen auf die um ein Vielfaches höhere Zahl der gesamten Vermögenswerte der betroffenen UBS-Kunden.


    Nach dem Prozess, der bis zum 24. März dauern soll, könnte es mindestens drei Monate gehen, bis ein Urteil vorliegt. Auch das muss nicht das Ende des Falles sein. Die nächste Instanz ist dann das Kassationsgericht.


    Fall trübt Analysten-Einschätzung


    Anleger drängen derweil auf eine rasche Klärung. "Die UBS sollte das Thema zügig abarbeiten", fordert Johannes Böhm, Nachhaltigkeits-Analyst der deutschen Fondsgesellschaft Union Investment. "Damit würde das Institut aus Anlegersicht attraktiver." Bei dem UBS-Aktionär steht die Bank wegen des Steuer-Falls in Frankreich und anderen Kontroversen auf der Beobachtungs-Liste. "In unserer Nachhaltigkeits-Beurteilung schneiden derzeit 85 Prozent der Finanzwerte besser ab." In der Aktie sei ein Schuldspruch eingepreist. Die Konsens-Schätzung der Anleger für die Geldstrafe liege aber deutlich unter den 4,5 Milliarden Euro des ersten Urteils, so der Analyst.


    In einem anderen prominenten Fall war die UBS im Rückblick glimpflich davongekommen, auch wenn das Institut damals scharf kritisiert worden war. Im Steuerstreit mit den USA hatte sich die Bank mit den dortigen Behörden 2009 auf eine Vergleichszahlung von 780 Millionen Dollar geeinigt, Rivale Credit Suisse legte einige Jahre später in einem ähnlichen Fall ein Mehrfaches auf den Tisch. An den juristischen Schalthebeln sass bei der UBS auch damals schon Markus Diethelm. Sollten die bisher für den Frankreich-Fall beiseite gelegten 450 Millionen Euro ausreichen, wäre dies zumindest aus Anlegersicht ein Erfolg für ihn und die Bank. Falls die UBS schliesslich doch Milliarden bezahlten müsste, wären nach dem Abgang von Konzerchef Sergio Ermotti ausser Diethelm nicht mehr viele Manager im Amt, die die Verantwortung dafür übernehmen könnten.


    (Reuters)

  • UBS droht in Frankreich-Fall Geldstrafe von mindestens drei Milliarden Euro


    Das Steuerverfahren gegen die UBS könnte die Schweizer Großbank selbst im Fall eines Schuldspruchs weniger teuer zu stehen kommen als bislang befürchtet.


    Aktualisiert um 13:29


    Die Staatsanwälte beantragten in dem Berufungsprozess wegen möglicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung und Geldwäsche eine Busse von mindestens zwei Milliarden Euro, wie es in einer Mitteilung des Pariser Gerichts hieß. Zudem fordere der französische Staats Schadenersatz von einer Milliarde Euro. Die Summe von mindestens drei Milliarden Euro liegt damit aber immer noch unter der vor zwei Jahren verhängten Rekordstrafe von 4,5 Milliarden Euro.


    Dem Institut und einigen früheren Mitarbeitern war vorgeworfen worden, Steuerflüchtlingen aus Frankreich zwischen 2004 und 2012 systematisch geholfen zu haben, Geld in der Schweiz zu verstecken. Die UBS - der weltweit größte Vermögensverwalter für Reiche - bestreitet jegliches strafrechtliche Fehlverhalten und fordert einen Freispruch. Bisher hat das Institut für den Fall 450 Millionen Euro beiseitegelegt. Der Prozess endet am Mittwoch. Bis ein Urteil vorliegt, könnten mehrere Monate verstreichen. Auch das muss nicht das Ende des Falles sein. Die nächste Instanz ist dann das Kassationsgericht.


    Anklagepunkte bestätigt


    Die Staatsanwälte sehen es als erwiesen an, dass die UBS zwischen 2004 und 2012 Mitarbeiter nach Frankreich geschickt haben, um reiche Kunden in Frankreich anzuwerben, wie die Nachrichtenagentur AFP vom Prozess am Montag berichtet. Die Kunden sollen von der UBS dazu animiert worden sein, ihr Geld in der Schweiz und damit in Sicherheit vor dem französischen Fiskus zu platzieren.


    Die UBS habe damals ein grosses Interesse daran gezeigt, viel Geld einzusammeln, indem sie den Kunden eine effiziente Vermögensverwaltung angeboten hatte, resümierte die Staatsanwältin Muriel Fusina. Doch das besagte Vermögen oder zumindest Teile davon seien auch vor den französischen Steuerbehörden versteckt worden.


    Strafe gegen Raoul Weil gefordert


    Laut der Mitteilung der Staatsanwaltschaft wird auch an den Strafen für die verurteilen Mitarbeiter Hervé D'Halluin, Patrick de Fayet, Dieter Kiefer, Philippe Wick und Olivier Baudry festgehalten. Ausserdem fordert die Anklage nun für den vor zwei Jahren in erster Instanz freigesprochenen früheren Chef der weltweiten Vermögensverwaltung, Raoul Weil, eine bedingte Gefängnisstrafen von 18 Monaten und eine Busse von 300'000 Euro.


    Der Berufungsprozess dauert seit dem 8. März. Die Bank verlangt für sich einen Freispruch.


    (Reuters/AWP)

  • UBS-Aktie nach Archegos-Belastung beim Gewinn tiefer gestellt


    Die Grossbank UBS hat im ersten Quartal mit ihrem Resultat die Prognosen nicht ganz erreicht. Auch die UBS hat wegen der Archegos-Pleite Geld verloren. Die Aktie fällt vorbörslich.


    Aktualisiert um 08:11


    Den Kollaps des Hedgefonds Archegos Capital bekommt auch die UBS zu spüren. Der Zahlungsausfall drückte den Gewinn der grössten Schweizer Bank im ersten Quartal 2021 um 434 Millionen Dollar, wie die UBS am Dienstag mitteilte. Dank guter Erlöse im Kerngeschäft mit reichen und superreichen Privatkunden verdiente das Institut unter dem Strich dennoch mehr als in der Vorjahresperiode. Der Gewinn stieg um 14 Prozent auf 1,82 Milliarden Dollar.


    Vorbörlich fällt der Kurs um 1,1 Prozent.


    Die UBS hat im ersten Quartal von der guten Entwicklung an den Finanzmärkten profitiert und mehr verdient als im Vorjahr. Der Quartalsgewinn belief sich auf 1,8 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 14 Prozent zum Vorjahr. Ein noch besseres Ergebnis wurde indes durch einen Verlust im Zusammenhang mit dem US-Hedgefund Archegos verhindert.


    Nun also auch die UBS. Wie bereits im Markt spekuliert, ist auch die grösste Schweizer Bank von der Pleite des US-Hedgefund Archegos betroffen. Der Verlust ist mit 774 Millionen US-Dollar beträchtlich, allerdings deutlich geringer als die 5 Milliarden bei der Credit Suisse. Den Reingewinn der UBS schmälert der Zusammenbruch von Archegos noch um 434 Millionen.


    Trotz dieses grossen Verlustes verdiente die UBS in der Periode von Januar bis März 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor Steuern erzielte sie einen Gewinn von 2,3 Milliarden nach 2,0 Milliarden im entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst. Die Schätzungen von Analysten gemäss AWP-Konsens wurden damit nicht ganz erreicht, was angesichts des Verlustes in den USA allerdings nicht überrascht.


    Kunden sind sehr aktiv


    Die gute Stimmung an den Finanzmärkten und die jüngste Konjunkturerholung lassen sich bei den Erträgen ablesen, die um 10 Prozent auf 8,7 Milliarden US-Dollar zulegten. Bei Aufwendungen von 6,4 Milliarden ergibt sich eine Cost-/Income-Ratio von 73,8 Prozent. Diese für Banken wichtige Kennzahl war damit besser als der eigene Zielwert von 75 bis 78 Prozent.


    Alle Kundensegmente hätten rekordhohe Aktivitäten verzeichnet, zeigte sich der neue CEO Ralph Hamers grundsätzlich erfreut. Tief enttäuscht gab er sich zum Verlust in den USA. "Wir nehmen dies sehr ernst", so Hamers wörtlich. Die Bank führe eine detaillierte Prüfung der entsprechenden Prozesse im Riskmanagement durch und ergreife geeignete Massnahmen, um solche Vorfälle künftig zu vermeiden.


    Dank anhaltender Neugeldzuflüsse kletterten die verwalteten Vermögen um mehr als 100 Milliarden Dollar auf 4,2 Billionen Dollar. Hinzu kamen die günstigen Marktbedingungen und die aufgehellte Anlegerstimmung. "Unter dem Strich verzeichneten wir in all unseren Kundensegmenten rekordhohe Aktivitäten", erklärte der neue Konzernchef Ralph Hamers.


    Für das laufende zweite Quartal rechnet das UBS-Management im Vergleich zur abgelaufenen Periode mit einer sich abschwächenden Kundenaktivität. Dies dürfte die Ertragslage beeinflussen.


    (AWP/Reuters/cash)

  • UBS will Kosten bis 2023 um eine Milliarde senken und digitaler werden


    Die Grossbank UBS will in den kommenden Jahren digitaler und gleichzeitig deutlich effizienter werden.


    27.04.2021 08:03


    So will die UBS-Führung unter Ralph Hamers die jährlichen Kosten bis 2023 um 1 Milliarde senken, wobei die Einsparungen zur Finanzierung von Wachstumsinitiativen verwendet werden sollen.


    Die UBS solle einfacher und effizienter werden und so weiteres Wachstum ermöglichen, heisst es in einer am Dienstag veröffentlichten Präsentation zum Quartalsergebnis. Bei der weiteren Optimierung von Prozessen bei der Grossbank sollen auch Automation und Roboter-Technologie wie auch die Datenverarbeitung eine wichtige Rolle spielen.


    Künftig will sich die UBS gegenüber den Kunden und den Mitarbeitenden durch den Einsatz von Technologie von der Konkurrenz unterscheiden, heisst es in der Präsentation. Die Technikumsetzung soll deutlich beschleunigt werden, wobei die Mittelzuteilung durch quartalsweise Budgetierung statt jährlicher Mitteilzuweisung deutlich "agiler" werden soll.


    Digital-Chef in der Geschäftsleitung


    Unterstrichen wird die Bedeutung der Technologie in der Grossbank auch durch die direkte Vertretung in der Geschäftsleitung. Die UBS hatte am Dienstag separat bekannt gegeben, dass ab Anfang Mai neu ein "Chief Digital and Information Officer" (CDIO) in der Geschäftsleitung Platz nehmen wird. Besetzt wird dieser Posten von Mike Dargan, der seit 2016 als "Head Group Technology" bei der UBS arbeitet.


    Die Grossbank werde ihre Strategie und ihre Finanzpläne auch weiterhin entwickeln und im Verlauf des Jahres 2021 weitere Informationen dazu liefern, verspricht die Grossbank. Ein umfassendes strategisches Update einschliesslich finanzieller Ziele will die Bankführung dann mit der Präsentation der Jahreszahlen 2021 vorlegen.


    (AWP)

  • UBS-CEO: Gab keinen Fall, in dem Warnsignale überstimmt wurden


    Die UBS kann laut CEO Ralph Hamers ihre Risikokultur "stets weiterentwickeln". Allerdings habe es keinen Fall gegeben, in dem Warnsignale überstimmt worden seien, sagte Hamers gegenüber der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ) vom Freitag. "Wir wurden schon dafür kritisiert, zu konservativ zu sein."


    30.04.2021 08:28


    Eine der Lehren aus dem Fall des zusammengebrochenen US-Hedgefonds Archegos sei, dass die Bank den Mangel an Transparenz nicht hätte akzeptieren dürfen, sagte der UBS-Chef im Interview mit NZZ (Freitagsausgabe). Als die Transparenz später hergestellt wurde, habe sich gezeigt, dass vergleichbare Positionen in denselben Aktien mit anderen Banken aufgebaut worden seien.


    Dies habe zudem zu einem "Konzentrationsrisiko" geführt: Wenn etwas schieflaufe, reagierten alle gleichzeitig und es gebe eine "extreme Marktreaktion" bei den Aktienpreisen. "Bei Kunden, die konzentrierte Positionen aufgebaut haben, verlangen wir nach mehr Sicherheiten, reduzieren den Hebeleffekt oder führen die Beziehung nicht weiter", sagte Hamers.


    Das Geschäft mit den Hedgefonds, das sogenannte "Prime Brokerage", will die UBS aber nicht aufgeben. "Prime-Brokerage ist für uns strategisch wichtig, weil die vermögendsten Privatpersonen und Family-Offices Dienstleistungen nachfragen, die eigentlich auf institutionelle Kunden ausgerichtet sind." Allerdings überprüfe die UBS ihre Prozesse und Kundenbeziehungen, mit Family-Offices und im Prime-Brokerage-Geschäft.


    Corona-Auswirkungen noch unklar


    Dass sich der neue UBS-CEO bisher mit konkreten Finanzzielen zurückgehalten hat, begründete er im Interview nicht zuletzt mit der Corona-Pandemie. Deren Auswirkungen auf die Wirtschaft seien noch immer unklar - viele Unternehmen hätten ja erleichterten Zugang zu Krediten bekommen, die sie nach Corona zurückzahlen müssten. "Es ist noch völlig unklar, wie diese Firmen ohne Unterstützung in der neuen Normalität überleben werden."


    Zudem wolle die UBS ihre Strategie noch weiter konkretisieren. Das werde in den nächsten neun Monaten geschehen. "Dann werden die Pläne vorliegen, und wir werden in der Lage sein, neue harte Finanzziele zu formulieren."


    tp/pre


    (AWP)

  • Die UBS dürfte Hunderte Arbeitsplätze in der Schweiz abbauen


    Die UBS hat offenbar mit dem Arbeitsplatzabbau im Rahmen ihrer angekündigten Kostensenkungen begonnen.


    19.05.2021 09:51


    So berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf informierte Kreise über einen Abbau von 700 Arbeitsplätzen in der Schweiz. Die Grossbank hatte im April angekündigt, bis 2023 ihre jährlichen Kosten um 1 Milliarde Dollar zu senken.


    Gemäss der Bloomberg-Meldung soll der grösste Teil des Abbaus in der Schweiz im Corporate Center erfolgen. Rund 200 der abzubauenden Arbeitsplätze entfielen aber auf die Vermögensverwaltung sowie auf das Privatkunden- und Unternehmensgeschäft der UBS Schweiz. Zu diesem Abbau komme auch noch eine schon früher angekündigte Streichung von 125 Stellen in der Vermögensverwaltung dazu.


    Die UBS hatte bei der Bekanntgabe des Quratalsergebnisses angekündigt, bis 2023 insgesamt 1 Milliarde Dollar pro Jahr einsparen zu wollen. Diese Einsparungen will die Grossbank zur Finanzierung der Wachstumsinitiativen verwenden. Für das zweite Quartal dürften nach den damaligen Angaben Restrukturierungskosten von 300 Millionen Dollar anfallen.


    Die Bankverantwortlichen hatten im April auch erklärt, dass die Restrukturierung weltweit einen Abbau von Arbeitsplätzen zur Folge haben werden. Die UBS mache auch weiterhin keine Angaben zu konkreten Zahlen, erklärte eine Sprecherin der Grossbank am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur AWP.


    (AWP)

  • EU-Kommission büsst UBS, Nomura und Unicredit wegen Anleihenkartell


    Die EU-Kommission hat gegen die Grossbanken UBS, Nomura und Unicredit Bussen über insgesamt 371 Millionen Euro verhängt. Sie wirft den drei Instituten sowie vier weiteren Banken die Teilnahme an einem Handelskartell im Markt für europäische Staatsanleihen vor.


    20.05.2021 12:24


    Damit sende die EU-Kommission eine klare Botschaft, dass sie ein solches Verhalten nicht toleriere, wird EU-Kommissarin Magrethe Vestager in einer Mitteilung vom Donnerstag zitiert. Händler der Institute hatten gemäss den Angaben zwischen 2007 und 2011 in Chatrooms gegenseitig sensitive Informationen ausgetauscht und etwa auch ihre Strategien bei Auktionen von Regierungsanleihen von EU-Mitgliedsstaaten abgesprochen.


    Neben den drei gebüssten Banken waren gemäss den Angaben auch die Institute Bank of America, Natixis, RBS (heute NatWest) und WestLB (heute Portigon) Teil des Handelskartells. NatWest wurde allerdings von einer Busse ausgenommen, weil es das Kartell angezeigt hatte. Bank of America und Natixis entkamen wegen Verjährung einer Busse, und die WestLB habe in dem für die Bussenbemessung massgeblichen Zeit keinen Umsatz erzielt.


    tp/kw


    (AWP)

  • Digital-Vermögensverwaltung MyWay der UBS zieht Milliarden an


    Ein neues, teil-automatisiertes Vermögensverwaltungsangebot mausert sich bei der UBS zum Renner. Seit dem Start vor gut einem Jahr hat die digitale Plattform MyWay der Grossbank rund 3,7 Milliarden Dollar angezogen


    07.06.2021 08:04


    Dies sagte eine mit der Situation vertrauten Person der Nachrichtenagentur Reuters. Innerhalb der kommenden zwölf Monate habe MyWay das Potenzial, auf 30 Milliarden Dollar zu kommen. Ein Sprecher der Bank bestätigte die Zahlen. "MyWay ist extrem wichtig für die Bank", erklärte UBS-Manager Roberto Rango.


    Im Vergleich zu den 3,1 Billionen Dollar, die die Bank von vermögenden Kunden insgesamt verwaltet, ist das Volumen des neuen Produkts zwar überschaubar. Und doch hat MyWay, das Kunden ab einem Anlagevolumen von 250.000 Franken zur Verfügung steht, eine weitergehende Bedeutung für die bisher vor allem auf Superreiche ausgerichtete Bank. Bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen verkündete Konzernchef Ralph Hamers überraschend, dass die UBS verstärkt auch Kunden im Segment von bis zu fünf Millionen Dollar angehen wolle.


    "(Dies) ist ein Trend, von dem wir weiteres Wachstum und schnelles Wachstum erwarten", sagte er damals. Dort werde die Bank auch investieren.


    Deutschland und Italien im Visier


    Über die Hälfte der Milliardäre weltweit zählt bereits zu den Kunden des Zürcher Instituts. Die UBS könne bei den Milliardären zwar weiter wachsen, aber ihr Marktanteil ausserhalb dieses Segments sei viel geringer, erklärte Vontobel-Analyst Andreas Venditti. "Das Wachstumspotenzial dort ist nach wie vor riesig."


    Das Potenzial ausschöpfen können Firmen wie die UBS oder der Rivale Credit Suisse aber nur mit einem neuen Ansatz. "Die Schweizer Grossbanken müssen ihr Digitalangebot ausbauen, weil die jüngeren Kunden danach verlangen und ihre Kosten zu hoch sind", sagt Ingo Rauser von der Unternehmensberatung Capco. Gleichzeitig bleibe der persönliche Kontakt zum Bank-Berater wichtig. Viele dieser Kunden wollten keine Produkte von der Stange, sondern Massanfertigungen.


    Einen solchen Hybrid-Ansatz ist MyWay. Zusammen mit ihrem Berater können die Kunden elektronisch aus einer vordefinierten Palette von Anlagen auswählen, die in ihrem jeweiligen Land zugelassen sind. Das resultierende Portfolio wird zudem automatisch auf Risiken abgeklopft. Bisher hätten sich Kunden von der Fülle an Investitionsmöglichkeiten bisweilen überfordert gefühlt, erklärte UBS-Anlageexperte Bruno Marxer. "Aber die Möglichkeit, per Drag & Drop mit verschiedenen Elementen zu spielen, die zu ihren persönlichen Bedürfnissen und Vorlieben passen, ist für viele Menschen eine viel intuitivere und offen gesagt angenehmere Art, ein Anlageportfolio aufzubauen."


    Der Löwenanteil der MyWay-Vermögen stamme bisher von Schweizer Kunden, aber auch auf Asien entfalle fast eine Milliarde Dollar, erklärte Rango. Als nächstes werde das Produkt auch Kunden in Deutschland und Italien zur Verfügung gestellt. Insgesamt hat die UBS mindestens fünf neue Digital-Produkte auf den Weg gebracht, die den Kunden und Beratern das Leben erleichtern sollen. Vorbild sind Konzernchef Hamers dabei branchenfremde Firmen wie die Streaming-Anbieter Netflix oder Spotify. "Diese Unternehmen schaffen es, auf eine einfache, intuitive Weise mit ihren Kunden zu interagieren", sagte er der "Neuen Zürcher Zeitung". "Netflix weiss, was mir gefällt. Das müssen wir mit unseren Angeboten auch können."


    (Reuters)

  • SNB sieht Grossbanken gut aufgestellt für aktuelle Herausforderungen


    (Erweiterte Fassung) - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) sieht die beiden Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse im aktuellen Umfeld mit Corona-Pandemie und globaler Rezession gut aufgestellt. Trotzdem brauche es die Kapitalanforderungen, um eine angemessene Widerstandsfähigkeit zu gewährleisten.


    17.06.2021 07:34


    "Die beiden global tätigen Schweizer Banken sind gut aufgestellt, um die Herausforderungen des aktuellen Umfelds zu meistern und die Realwirtschaft zu unterstützen", schreibt die SNB in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Bericht zur Finanzstabilität 2021.


    Gleichzeitig sei das Verlustpotenzial der beiden Banken unter Stressszenarien weiterhin beträchtlich, dies insbesondere im Szenario einer Rezession in den USA und einer lang anhaltenden Rezession im Euroraum.


    Wiederkehrendes Merkmal


    Darüber hinaus habe die Pandemie erneut gezeigt, dass massive Schocks und unerwartete Unsicherheitsspitzen ein wiederkehrendes Merkmal des Bankgeschäfts seien. So habe der Archegos-Vorfall gezeigt, dass grosse Verluste auch ohne einen makroökonomischen oder systemweiten Finanzschock eintreten könnten. Der US-Hedgefonds Archegos brach bekanntlich im Frühling zusammen und hinterliess vor allem bei der Credit Suisse einen massiven Verlust von mehreren Milliarden Franken, aber auch die UBS kam nicht ungeschoren davon.


    Dies wiederum unterstreiche, dass die Kapitalanforderungen gemäss dem "Too-Big-to-Fail"-Regime (TBTF) notwendig seien, um eine angemessene Widerstandsfähigkeit dieser beiden Banken zu gewährleisten. Die TBTF-Regulierungen wurden im Nachgang zur Finanzkrise in den Jahren ab 2007 eingeführt und brachten das Eigenkapital der Banken auf einen deutlich höheren Stand als vor der Krise.


    Überdurchschnittliche Profitabilität


    Der Stabilitätsbericht der SNB beleuchtet insbesondere die Entwicklung des Bankensektors in den letzten zwölf Monaten. Seit dem letzten Bericht hätten die beiden global tätigen Banken ihre Kapitalposition verbessert, schreibt die Nationalbank.


    UBS und CS hätten 2020 trotz Corona-Pandemie eine Profitabilität über dem historischen Durchschnitt erreicht. Dazu hätten die globalen Unterstützungsmassnahmen und die schnelle Erholung der Finanzmärkte beigetragen. Zudem trage die diversifizierte Ertragsstruktur der Institute positiv zu ihrer Widerstandsfähigkeit im aktuellen Umfeld bei.


    Obwohl die Rückstellungen für Kreditverluste infolge der Pandemie deutlich angestiegen seien, blieben sie im internationalen Vergleich niedrig. Dies liege, so die SNB, vor allem daran, dass UBS und CS weniger stark auf das Kreditgeschäft angewiesen seien und eine andere Zusammensetzung des Kreditportfolios hätten. Die Archegos-Verluste hätten durch eine ansonsten starke Performance im Investmentbanking- und Vermögensverwaltungsgeschäft aufgefangen werden können.


    Insgesamt seien die regulatorischen Kapitalquoten der beiden Institute auf das Niveau vor der Pandemie zurückgekehrt und erfüllten vollständig die Kapitalanforderungen der Schweizer "TBTF-"-Regulierung, heisst es im Bericht.


    uh/rw


    (AWP)