• UBS ernennt Sabine Keller-Busse zur neuen Schweiz-Chefin


    Der neue UBS-Chef Ralph Hamers hat einen ersten wichtigen Personalentscheid getroffen.


    04.12.2020 07:00


    Axel Lehmann wird auf seinen Funktionen als Chef von Personal & Corporate Banking und von UBS Schweiz durch Sabine Keller-Busse ersetzt, die aktuell Chief Operating Officer (COO) der Grossbank ist.


    Lehmann habe sich entschieden, per Ende Januar 2021 von seinen gegenwärtigen Funktionen zurückzutreten, heisst es in einer Mitteilung vom Freitag. Er werde das Unternehmen nach einer Übergangsphase per 31. Juli 2021 verlassen.


    Die Nachfolge von Keller-Busse auf dem Posten des COO soll zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden, wie es weiter heisst. Sie war neben ihrer Rolle als COO auch noch Präsident der Region EMEA. Diesen Posten werde Iqbal Khan zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben übernehmen.


    Die Ablösung von Lehmann durch Keller-Busse kommt nicht ganz überraschend. Diese Woche erst hatte das deutsche "Manager Magazin" genau diesen möglichen Schritt aufgeworfen. Lehmann wurde immer wieder - auch in hiesigen Medien - vorgeworfen, dass das Schweiz-Geschäft der UBS zuletzt nicht genügend erfolgreich gewesen sei.


    (AWP)

  • UBS-Chef im Visier niederländischer Justiz - ING-Fall wird neu aufgerollt


    UBS-Chef Ralph Hamers wird von seiner Vergangenheit bei ING eingeholt.


    Aktualisiert um 11:03


    Die niederländische Justiz rollt einen 2018 mit einem Vergleich beigelegten Geldwäsche-Fall während seiner Zeit als ING-Chef neu auf, wie die Grossbank am Mittwoch mitteilte.


    Ein niederländisches Gericht habe angeordnet, dass die Staatsanwaltschaft Hamers Rolle in der Sache untersuche. "UBS hat volles Vertrauen in die Fähigkeit von Ralph Hamers, UBS zu führen", erklärte das Institut weiter. Hamers hatte im November den langjährigen UBS-Chef Sergio Ermotti abgelöst.


    ING musste 2018 wegen mangelnder Kontrolle von Kundenkonten 775 Millionen Euro zahlen. Es war die grösste Geldwäschestrafe in der niederländischen Geschichte. Die Staatsanwälte hatten dem Institut vorgeworfen, Geldwäsche und andere über ihre Konten laufenden strafbare Aktivitäten über Jahre nicht entdeckt zu haben. Das Verfahren endete zwar mit einem Vergleich, doch ein niederländisches Gericht setzte die Untersuchung fort, weil Investoren mit dem Entscheid nicht zufrieden waren.


    "Das Gericht hält es für wichtig, dass in öffentlichen Strafverfahren der Standard bestätigt wird, dass Manager einer Bank nicht ungestraft davonkommen, wenn sie tatsächlich für verbotenes Verhalten verantwortlich sind", erklärte das Berufungsgericht in Den Haag.


    Die Anleger reagieren gefasst auf die Nachricht. Die UBS-Aktie notierten 0,3 Prozent im Plus, während ING 1,2 Prozent anzogen.


    (Reuters/AWP/cash)

  • UBS plant Umbau am Zürcher Paradeplatz mit Herzog & de Meuron


    Die UBS plant einen Neubau ihres repräsentativen Gebäudes am Zürcher Paradeplatz. Für die Renovation wurde das Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron gewonnen, wie die Grossbank am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP sagte. Sie bestätigte damit einen Bericht der "Neuen Zürcher Zeitung".


    14.12.2020 08:35


    Der Baustart wird gemäss einer Sprecherin der Bank voraussichtlich im Herbst 2021 sein. Dauern soll der Umbau "im Idealfall" drei Jahre. Dies würde eine Neueröffnung per Ende 2024 bedeuten. Weil die Fassade denkmalgeschützt sei, werde das Gebäude von aussen allerdings auch künftig relativ ähnlich aussehen.


    Die Bank wolle das Erdgeschoss nach der Renovation vollständig fürs Publikum öffnen und beispielsweise Läden oder ein Café einrichten, ähnlich wie dies bei der Zürcher Kantonalbank an der Bahnhofstrasse bereits heute der Fall ist. Auch der Innenhof des Gebäudes solle dann der Bevölkerung offenstehen.


    Auf dem Dach sei ausserdem ein Pavillon geplant. Auch dieser könne dereinst möglicherweise einem Restaurant Platz bieten.


    kw/tt


    (AWP)

  • «Gericht gebeten, Ralph Hamers wegen krimineller Handlungen anzuklagen»


    Pieter Lakemann will UBS-Chef Ralph Hamers vor Gericht bringen. Der niederländische Aktionärsvertreter sagt im Interview, weswegen ihn ein Urteil von 2018 gegen den damaligen Chef des ING-Konzerns nicht zufriedenstellt.


    14.12.2020 10:50


    Ein Berufungsgericht in Den Haag ordnete soeben an, dass die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung über die Rolle von Ralph Hamers in einer Geldwäsche-Affäre bei ING wieder aufnimmt. Welche Rolle spielten Sie beim Entscheid?


    Unsere Organisation SOBI hat das Oberste Gericht in Den Haag gebeten, die Staatsanwaltschaft anzuweisen, Hamers wegen krimineller Handlungen anzuklagen.


    Gibt es denn neue Beweise, die im Verfahren vor ein paar Jahren nicht geprüft wurden?


    Nein. Ich denke, das Urteil ist umfassend.


    Dann hat der politische Wind in den Niederlanden gedreht?


    Der gesellschaftliche und politische Wind hat in der Tat gedreht, oder besser gesagt: Er ist stärker geworden. Das Urteil vom September 2018 wurde zwischen der ING und der Staatsanwaltschaft ausgehandelt. Den Konzernleitungsmitglieder bekamen mündlich mitgeteilt, dass sie nicht wegen möglichen Straftaten belangt werden.


    Dann sind Sie mit dem Urteil von 2018 nicht zufrieden?


    Ja, ich war sehr unzufrieden, weil die Manager frei herumlaufen konnten und die unschuldigen Aktionäre dafür bezahlen mussten.


    Es gab 2018 einen Vergleich zwischen der ING und der Staatsanwaltschaft. Darin war auch die Aussage enthalten, dass das ING-Management in keine kriminellen Handlungen verwickelt gewesen sei. Dies ist in Ihren Augen falsch?


    In der Tat. Die Aussage der Staatsanwaltschaft basierte auf zwei falschen Ansichten. Erstens war die Abteilung zur Kontrolle der Geldwäsche bei ING in drei Einheiten aufgeteilt, wodurch niemand einen wirklichen Überblick hatte. Zweitens war Hamers zu wenig nah dran und hatte keine Ahnung von den tieferen Fakten und den Warnungen der Niederländischen Zentralbank DNB und der Europäischen Zentralbank EZB.


    Wissen Sie mehr?


    Die Bank erhielt drei Warnhinweise der Dänischen Zentralbank und zwei von der EZB.


    Pieter Lakeman ist Präsident der SOBI (Stichting Onderzoek Bedrijfs Informatie, Stiftung für Unternehmensinformationen). Die niederländische Organisation geht gegen Missstände in der Wirtschaft vor und setzt sich für die Interessen von Kleinaktionären und Gläubigern ein. Die SOBI strengte in den Niederlanden zahlreiche Prozesse an, unter andem gegen AkzoNobel, KPN, Belgacom oder die Schiphol-Gruppe.

    Der Fall ING


    Im Jahr 2018 warfen die niederländischen Behörden der Grossbank ING vor, die Geldwäscherei-Aufsicht vernachlässigt zu haben. Kunden hätten jahrelang ING-Konten "weitgehend ungestört für kriminelle Aktivitäten nutzen" können, so die Staatsanwaltschaft.


    Der Fall wurde im September 2018 mit einem Vergleich beendet, bei dem die ING eine Zahlung von 775 Millionen Euro erstattete. Das Management wurde im Geldwäsche-Verfahren nicht belastet.


    Ralph Hamers war von 2013 bis 2020 CEO der ING. Nach dem Deal zwischen ING und Staatsanwaltschaft reichte die SOBI von Pieter Lakeman eine gerichtliche Beschwerde ein. Nun ordnete das Berufungsgericht in Den Haag am Mittwoch an, dass die Staatsanwaltschaft gegen Hamers wegen seiner Rolle im damaligen Fall ermitteln müsse. Dies sei eine Grundsatzfrage – und es sei ein gesellschaftliches Signal, hier Klärung zu schaffen.

    Der Beitrag erschien zuerst bei der Handelszeitung unter dem Titel «Die Manager konnten frei herumlaufen, die Aktionäre mussten bezahlen».

  • UBS-Hypothekenplattform «key4» kooperiert neu mit Moneypark


    Die UBS erweitert ihr Produkt «key4» um eine Zusammenarbeit mit dem Hypothekarspezialisten Moneypark.


    14.12.2020 09:20


    Die Partnerschaftsstrategie von key4 soll das Angebot bei Immobiliensuche, im Rahmen der unabhängigen Finanzierungsberatung, über den Immobilienkauf bis hin zum Unterhalt des Wohneigentums ausbauen.



    Partnerschaften ist key4 bereits mit FinanceScout24, Houzy und Homegate eingegangen. Weitere Partner sollen demnächst folgen. Die Partnerschaft stärke das Plattformbanking mit Hypotheken in der Schweiz, schreibt die UBS in einer Mitteilung von Montag. Weitere Partner sollen demnächst folgen.


    (AWP/cash)

  • UBS verkauft Vermögensverwaltung in Österreich an LGT


    (Mit weiteren Details ergänzt) - Die UBS zieht sich teilweise aus Österreich zurück. Die Schweizer Grossbank verkauft das lokale Geschäft mit reichen Privatkunden an die liechtensteinische LGT, wie die UBS am Mittwoch mitteilte. Das Asset Management von UBS in Österreich sei nicht Teil der Transaktion. Zum Preis hätten die beiden Parteien Stillschweigen vereinbart.


    16.12.2020 15:34


    Die Vereinbarung stehe unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständige Kartellbehörde. Die Transaktion dürfte im dritten Quartal 2021 abgeschlossen werden.


    Gemäss einer eigenen Mitteilung der LGT übernimmt die liechtensteinische Bank 4 Milliarden Euro an verwalteten Vermögen und 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die LGT Bank Österreich könne mit der Akquisition dieses "profitablen Portfolios" ihre Kundengelder von rund 8 Milliarden per Mitte 2020 auf 12 Milliarden Euro steigern und werde zur führenden Privatbank für vermögende Privatkunden im österreichischen Markt, heisst es.


    Die von der UBS übernommen Mitarbeiter sollen an den Standorten in Wien und Salzburg integriert werden. Aktuell beschäftitgt LGT in Österreich 170 Mitarbeiter. Per Mitte 2020 verwaltete LGT insgesamt 218,7 Milliarden Franken für vermögende Privatkunden und institutionelle Anleger.


    uh/yr


    (AWP)

  • Vorwärts Kameraden, wir müssen zurück!

    Neuer UBS-Chef gibt im Frühling Marschrichtung bekannt


    Ralph Hamers wird nach einer gründlichen Überprüfung der Stärken und Schwächen die neue Strategie für die Grossbank bekannt geben.


    (AWP) Der neue UBS-Chef Ralph Hamers wird im kommenden Frühling seine Marschrichtung für die grösste Schweizer Bank bekannt geben. Hamers werde sich erst einmal mit der Bank auseinandersetzen und die Stärken und Schwächen kritisch überprüfen, sagte Verwaltungsratspräsident Axel Weber in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview des «Manager-Magazins».


    «Wir werden im Frühjahr verkünden, wie wir die Bank weiterentwickeln wollen», sagte Weber. «Wir haben ihn geholt, damit er die Entwicklung der UBS (UBSG 12.59 -0.32%) zu einer stärker digitalisierten, einer agileren Bank forciert, das wird er auch tun.»


    Im Asset Management, dem Geschäft mit Fonds und Profi-Anlegern wie Pensionskassen, sei die UBS an Schulterschlüssen interessiert. «Eine Konsolidierung im Asset-Management ist sinnvoll, sie führt zu Grössenvorteilen, und wir sind offen für Gespräche.» Allerdings sähen sich die meisten Banken als Käufer, keiner wolle verkaufen.


    «Ich bin der festen Überzeugung, da muss die Not noch etwas grösser werden, bevor es in dem Markt auch Verkäufer gibt.» Die UBS sei stark genug, um als Konsolidierer aufzutreten, sagte der Verwaltungsratspräsident.

  • UBS zieht Generalversammlung um drei Wochen vor


    Die UBS wird ihre Generalversammlung in diesem Jahr früher als ursprünglich geplant durchführen. Neu werde die GV am 8. April anstatt am 28. April abgehalten.


    04.01.2021 07:05


    Das teilte die Grossbank am Montag mit. Im Jahr 2022 findet die Veranstaltung am 6. April statt. Die UBS straffe den jährlichen Zyklus der Berichterstattung und habe daher beschlossen, auch die GV früher im Jahr durchzuführen, heisst es. Der neue Termin Anfang April stehe dabei im Einklang mit der Publikation des vollständigen Geschäftsberichts. Dieser solle jeweils Anfang März publiziert werden; in diesem Jahr am 5. März. Die Geschäftszahlen zum Jahr 2020 legt die Bank bereits am 26. Januar vor.


    Weiter teilte die UBS mit, dass die GV auch in diesem Jahr aufgrund der Unsicherheiten rund um die Corona-Pandemie als Webcast abgehalten werde. Die Aktionäre müssten daher ihre Stimmrechte wiederum über den unabhängigen Stimmrechtsvertreter ausüben.


    (AWP)

  • Blackrock-Vize Hildebrand schielt nicht auf UBS-Präsidium


    Philipp Hildebrand, Ex-Nationalbank-Chef und heutiger Vizepräsident des weltgrössten Vermögensverwalters Blackrock, äussert sich ablehnend gegenüber einem möglichen Engagement bei der UBS. "Das ist überhaupt kein Thema. Ich kandidiere für die OECD und arbeite für Blackrock. Punkt", sagte er in einem Interview mit der "SonntagsZeitung" auf die Frage, ob er bei einem Scheitern seiner Kandidatur für den Chefposten der OECD das Präsidium der UBS anstrebe.


    03.01.2021 15:10


    Er äusserte sich auch nicht konkret dazu, ob er sich bei der UBS oder auch bei der Credit Suisse beworben habe.


    Seine Chancen auf die Wahl zum Chef der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) beurteilt er angesichts von neun Gegenkandidaten zurückhaltend: "Die Schweiz ist nicht in der EU, und allein sechs Kandidaten kommen aus der EU. Das macht es nicht einfach." Die Situation der Schweiz in Europa sei zudem kompliziert, darum sei es schwer zu beurteilen, wie viel Unterstützung er aus der EU erhalten werde. Wichtig sei darüber hinaus auch, wie sich die USA in dieser Frage positionieren werde.


    Akzente möchte Hildebrand bei der OECD in drei grossen Hauptbereichen setzen, beim Problem der steigenden Ungleichheit von Einkommen und Vermögen, beim Klimawandel und beim Umbau des Steuersystems. Hier brauche es weltweite Lösungen im Bereich der digitalen Steuern.


    Er bekräftigte auch seine in einem Interview mit AWP Ende September geäusserte Einschätzung, wonach die Inflationsgefahr derzeit das am meisten unterschätzte Risiko darstelle. Einerseits weil der Umbau der Lieferketten die Produktionskosten erhöhe, andererseits wegen des Trends zu mehr Nachhaltigkeit. Drittens kämen noch die neuen geldpolitischen Konzepte hinzu.


    cf/


    (AWP)

  • UBS zahlt nachrangige Tier-2-Anleihe über 2 Milliarden Euro vollständig zurück


    Die Grossbank UBS bezahlt eine nachrangige Tier-2-Anleihe über zwei Milliarden Euro zum ersten optionalen Termin am 12. Februar 2021 vollständig zurück. Die Anleihe mit einer Laufzeit bis 2026 war am 13. Februar 2014 emittiert worden und wurde an der Schweizer Börse SIX gehandelt, wie die Bank am Dienstag mitteilte. Der Coupon beträgt 4,75 Prozent (CH0236733827).


    05.01.2021 06:59


    Nachrangige Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, bei denen der Anleger allerdings im Falle einer Insolvenz des Emittenten erst nach allen anderen Gläubigern bedient wird und somit ein höheres Verlustrisiko trägt. Während Tier-1-Anleihen dem Kernkapital der Bank angerechnet werden, zählen Tier-2-Anleihen zum Ergänzungskapital.


    pre/kw


    (AWP)

  • UBS stutzt Filialnetz in der Schweiz


    (Zusammenfassung) - Die UBS zieht die Sparschraube in der Schweiz an. Vor allem das Filialnetz muss Federn lassen: Mehr als jeder fünfte Standort macht dicht. Zu Entlassungen kommt es aber vorerst nicht.


    12.01.2021 09:57


    Konkret sollen per Ende März 44 der heute 240 Filialen geschlossen werden, wie am Dienstag offiziell bekannt wurde. Dabei handelt es sich vor allem um kleine Standorte. Am Montagabend hatten bereits die CH-Media-Zeitungen und später die "NZZ" über die Pläne berichtet. Die betroffenen Mitarbeiter - insgesamt rund 150 - sollen aber in anderen Geschäftsstellen oder Bereichen eingesetzt werden, wie ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur AWP sagte.


    Zudem bittet die Grossbank vermögende Kunden in der Schweiz schneller zur Kasse. Die Schwelle, ab der private Kunden Negativzinsen bezahlen müssen, wird auf 250'000 Franken gesenkt. Man berücksichtige dabei aber die gesamte Kundenbeziehung, insbesondere Hypotheken und Anlagen, hiess es in einer internen Mitteilung, die AWP vorliegt.


    Pandemie beschleunigt Wandel


    Die Massnahmen erfolgen, kurz bevor Axel Lehmann Ende Monat die Leitung des Schweizer Geschäfts an seine Nachfolgerin Sabine Keller-Busse übergibt. Zuletzt hatte UBS Schweiz mit einem Gewinneinbruch von 13 Prozent im dritten Quartal enttäuscht. Das Geschäft litt unter der Coronakrise: So muss die Grossbank mit mehr Kreditausfällen rechnen und bekam die fast zum Stillstand gekommene Reisetätigkeit der Schweiz zu spüren. Die Kunden brauchten ihre Kreditkarten weniger und wechselten auch seltener Geld in Fremdwährungen.


    Die Pandemie beschleunigte zudem den bereits laufenden Strukturwandel: Sie habe der Digitalisierung zusätzlichen Schub verliehen und gezeigt, dass bisherige Geschäftsmodelle angepasst und neu gedacht werden müssten, hiess es in einer internen Mitteilung zu den Schalterschliessungen. Gerade die letzten Monate hätten gezeigt, dass Nähe zum Kunden nicht einzig und allein über physische Präsenz definiert wird. Die UBS will nun die Kompetenzen in der Fernberatung und im digitalen Verkauf ausbauen.


    Die Schaltertransaktionen seien dieses Jahr um rund 10 Prozent zurückgegangen, während die Nutzung des digitalen Angebots stark steige, sagte Lehmann in einem Interview mit der "NZZ". Die Pandemie sei aber keine Entschuldigung. "Es ist wie bei einem Dorflädeli: Wenn es zu wenig Leute besuchen, weil die Kunden ihre Güter online bestellen oder in der grösseren Filiale einkaufen, werden Sie diesen Laden auch nicht aufrechterhalten können", sagte er zu den Ladenschliessungen. Bereits 2020 hatte die UBS 28 Filialen dichtgemacht.


    Abbau auf hohem Niveau


    Der Trend hin zu weniger Filialen ist in der Schweiz seit einigen Jahren zu beobachten: Laut einer Statistik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) schrumpfte die Zahl der Filialen zwischen 2009 und 2019 um knapp 18 Prozent auf 2448. Alleine bei den Grossbanken gingen in diesen zehn Jahren über 80 Standorte verloren. Auch die Credit Suisse hatte unlängst die Schliessung weiterer Filialen angekündigt. Im Sommer wurde mitgeteilt, dass nur noch 109 der 146 Standorte beibehalten würden.


    Allerdings ist die Schweiz auch traditionell ein Land mit einer hohen Filialdichte. Laut einer Statistik der Weltbank kamen 2019 knapp 39 Filialen auf 100'000 Erwachsene. Zum Vergleich: In der EU liegt der Schnitt bei 23,5. Bankfilialen dürften auch in Zukunft ihren Platz in der Schweiz behalten. Webchats und Videoberatungen würden im Austausch zwischen Banken und Kunden an Gewicht gewinnen, hiess es auch in einer im Herbst veröffentlichten Retailbanken-Studie der Hochschule Luzern. Das wichtigste Instrument bleibe jedoch die persönliche Beratung in der Filiale.


    Einige Banken wollen sogar ausbauen, wie etwa die Valiant. Sie hat sich vor rund einem Jahr vorgenommen, bis 2024 im Rahmen ihrer schweizweiten Expansionsstrategie 14 neue Geschäftsstellen zu eröffnen. Und auch die Migros Bank will ihr Filialnetz erweitern statt ausdünnen, wie ihr Chef Manuel Kunzelmann im September in einem Interview ankündigte.


    tt/uh


    (AWP)

  • UBS senkt die Schwelle für Negativzinsen auf 250'000 Franken


    Die UBS bittet laut einer internen Mitteilung der Grossbank vermögende Kunden ab Juli schneller zur Kasse.


    12.01.2021 09:27


    Die UBS passt die Schwelle für Negativzinsen nach unten an. Neu müssen Kundinnen und Kunden der grössten Schweizer Bank bereits ab einem Kontostand von 250'000 Franken solche Gebühren bezahlen. Das schreibt die Nachrichtenagentur AWP. Die Neuerung gilt ab 1. Juli 2021 für in der Schweiz gebuchte private Kunden, wie es in einer in einer internen Mitteilung der Grossbank heisst, die AWP vorliegt.


    Die Bedingungen auf den Geld- und Kapitalmärkten seien nach wie vor sehr anspruchsvoll. Für Banken werde es zunehmend unmöglich, die wirtschaftlichen Folgen der negativen Zinsen zu kompensieren, heisst es in der Mitteilung zur Begründung. "Deshalb sehen wir uns gezwungen, den Schwellenwert für Guthabengebühren zu senken".


    Man berücksichtige dabei aber die gesamte Kundenbeziehung, insbesondere Hypotheken und Anlagen. Der maximale Schwellenwert liegt laut Mitteilung bei einer Million Franken. Bisher lag der Schwellenwert bei 2 Millionen Franken. Von der neuen Regelung seien somit weniger als 5 Prozent der in der Schweiz gebuchten Kunden betroffen, so die UBS. Und sie betont, dass Kleinsparer oder kleine Firmen weiterhin nicht mit Negativzinsen belastet werden sollen.


    Konkret beträgt die Gebühr für Schweizer Franken 0,75 Prozent und für Euro 0,6 Prozent pro Jahr. Die neue Regelung sei zudem abhängig von der Marktsituation und könne gegebenenfalls auch angepasst werden, heisst es. Der UBS wird als grösster Schweizer Bank in Sachen Negativzinsen eine gewisse Vorreiterrolle zugeschrieben. Das heisst, weitere Banken könnten ihre Regime für Negativzinsen ebenfalls weiter anpassen. Zuletzt hatte etwa Postfinance die Schwelle für gewisse Kunden auf 100'000 Franken gesenkt.


    (cash)

  • Nach Untersuchung: UBS-Präsident Weber stellt sich hinter CEO Hamers


    UBS-Präsident Axel Weber hat seine Unterstützung für CEO Ralph Hamers nach Untersuchungen über dessen Rolle in einem Geldwäscheskandal bekräftigt. Jedoch wollte Weber nicht prognostizieren, ob der neue CEO bleiben würde.


    12.01.2021 11:23


    In einem umfassenden Interview auf der UBS Greater China Conference am Montag sagte Weber, dass zum Zeitpunkt der Einstellung von Hamers die Angelegenheit zwischen der niederländischen Staatsanwaltschaft und der ING, die Hamers bis letztes Jahr geleitet hatte, geklärt worden war. Der Chairman antwortete nicht direkt auf die Frage, ob er zuversichtlich sei, dass Hamers weiterhin die grösste Bank der Schweiz steuern werde.


    "Ich bin sehr zuversichtlich, dass er als CEO von UBS gute Arbeit leisten kann", sagte Weber im Interview mit Bloomberg TV. "Wir verfolgen die Situation und werden sie im Zuge der Entwicklung anpassen."


    Weber und seine Kollegen im Verwaltungsrat haben darüber gesprochen, ob Hamers vor dem Hintergrund der niederländischen Untersuchung dazu in der Lage ist, die Bank zu führen. Die Untersuchungen waren im Dezember, nur einen Monat nach seinem Amtsantritt als UBS-CEO, angekündigt worden. Einige Gremiumsmitglieder haben informell diskutiert, wer die Rolle übernehmen könnte, wenn Hamers in der Situation unhaltbar werden würde. Der 54-Jährige war vor einem Jahr von Weber überraschend ausgewählt worden, hatte Bloomberg berichtet.


    Zwar hatte ING 2018 eine Einigung mit der niederländischen Staatsanwaltschaft über die Angelegenheit erzielt. Jedoch legte der Finanzaktivist Pieter Lakeman Berufung gegen die Entscheidung ein und forderte eine Anklage gegen Hamers persönlich, was die Richter dazu veranlasste, die Untersuchung anzuordnen.


    Weber selbst wird voraussichtlich im April 2022 nach einem Jahrzehnt bei der Bank von seiner Position als Verwaltungsratschef abtreten. Die Bank habe bereits einige potenzielle Nachfolger geprüft und werde den Prozess nach der Hauptversammlung im April intensivieren, sagte er. Dort werden die Aktionäre gebeten, ihn für ein letztes Jahr als Chairman zu bestätigen.


    "Ich denke, wir sind gut vorbereitet, und wir haben einige gute Prüfungen und Ausblicke auf einige potenzielle Kandidaten", sagte Weber.


    Als ehemaliger Chef der Deutschen Bundesbank war Weber ein ausgesprochener Befürworter der Konsolidierung im europäischen Bankwesen. Im vergangenen Jahr hat der UBS-Verwaltungsrat eine Wunschliste möglicher Partner für einen potenziellen Mega-Fusionsdeal diskutiert, einschliesslich Deutsche Bank AG, BNP Paribas SA und Credit Suisse Group AG, berichtete Bloomberg damals.


    Zwar wiederholte Weber im Interview die Forderung nach einer Konsolidierung. Er fügte jedoch hinzu, dass die UBS selbst zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich keine aktive Rolle spielen werde, da sie sich noch mitten in einem Führungswechsel befinde.


    Es sei für UBS auch wenig sinnvoll, sich mit einem europäischen Rivalen zusammenzuschliessen, der sich auf Privatkunden oder Investmentbanking konzentriere. Vielmehr wäre die Schweizer Bank mehr an Akquisitionen für ihre Wealth- und Asset-Management-Sparten interessiert, die dazu beitragen, Abstand zu den nächst grösseren Wettbewerbern zu schaffen.


    UBS erwägt Akquisitionen in China, möchte aber, dass sich die internationalen Beziehungen zunächst beruhigen, sagte Weber. Derzeit ist UBS daran interessiert, eine 51%-ige Beteiligung an einem Wertpapier-Joint-Venture zu übernehmen und wartet auf eine Lizenz zur Gründung einer digitalen Wealth-Management-Bank.


    "Das Wichtigste an China ist wirklich die massive Kundenbasis", sagte er. „Der Anlagebedarf der aufstrebenden Mittelschicht in China ist ein wesentlicher Treiber für unsere zukünftige Rentabilität.


    (Bloomberg)

  • UBS-Chef Ralph Hamers muss laut Aktionärsschützer Strafverfolgung befürchten


    Der grösste Fall von Geldwäscherei in den Niederlanden bei seinem früheren Arbeitgeber ING belastet den neuen UBS-CEO Ralph Hamers. Ein Strafverfahren gegen ihn sei zu 99 Prozent sicher, sagt der Kläger.


    17.01.2021 15:54


    "Die Wahrscheinlichkeit, dass Ralph Hamers strafrechtlich verfolgt wird, liegt bei mehr als 99 Prozent", sagt Pieter Lakeman dazu im Gespräch mit der "NZZ am Sonntag". Der Oberstaatsanwalt habe ihm per Brief am 8. Januar zugesichert, dass es zu einer Anklageerhebung komme.


    Auslöser des juristischen Streits ist der Geldwäschefall bei der niederländischen Grossbank ING, welche Hamers bis im Sommer letzten Jahres als CEO geführt hatte. Im Jahr 2018 musste ING im Rahmen eines Vergleichs mit der Staatsanwaltschaft eine Strafe von 775 Millionen Euro bezahlen.


    Die Führungsverantwortlichen der Bank blieben dagegen unbehelligt, weshalb Lakeman eine Beschwerde gegen den Vergleich einreichte. Im letzten Dezember wurde diese Klage von einem Berufungsgericht gutgeheissen. Hamers habe es versäumt, Massnahmen gegen das kriminelle Verhalten der Bank zu ergreifen, schrieb das Gericht in seinem Urteil.


    "Ich schätze, dass Hamers' Position bei einer Anklage völlig unhaltbar sein wird", erklärt Aktionärsschützer Lakeman. "Zumindest in den Niederlanden wäre das der Fall." Die Untersuchung werde von einem völlig neuen Team durchgeführt, welche nicht am ursprünglichen Vergleich beteiligt gewesen sei.


    Die UBS lehnte auf Anfrage von AWP eine Stellungnahe ab.


    Letzte Woche jedenfalls noch hatte sich UBS-Präsident Axel Weber auf Bloomberg TV hinter Hamers gestellt: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass er als CEO von UBS gute Arbeit leisten kann." Doch Weber schränkte in diesem Interview ein: "Wir verfolgen die Situation und werden sie im Zuge der Entwicklung anpassen."


    (AWP)

  • «UBS-Verwaltungsrat hätte Hamers nicht einstellen dürfen»


    Der Niederländische Finanzaktivist Pieter Lakeman sieht die Einstellung des früheren ING-Chefs Ralph Hamers als neuen CEO der UBS kritisch.


    24.01.2021 15:03


    Sollte Hamers bei der Personalentscheidung dem Verwaltungsratspräsidenten Axel Weber wichtige Informationen vorenthalten haben, dann sollte die UBS Hamers entlassen, sagte Lakeman in einem Interview mit der CH-Media-Zeitung "Schweiz am Wochenende" (23.01.2020).


    Lakeman hatte die niederländische Staatsanwaltschaft mit einer Beschwerde dazu gebracht, ein strafrechtliches Verfahren gegen Hamers mit Bezug auf Geldwäschefälle bei der ING aus den Jahren 2010 bis 2016 einzuleiten. Hamers war ab 2013 CEO der ING, die 2018 zu einer Busse von 775 Millionen Euro verurteilt wurde.


    Konkret wirft Lakeman Hamers vor, dass er die Abteilung für Geldwäschebekämpfung 2014 so stark beschnitten habe, dass die Mitarbeiter sich beschwerten, die Abteilung könne ihre Arbeit nicht mehr machen. "Der UBS-Verwaltungsrat hätte Hamers nicht einstellen dürfen", sagte Lakeman in dem Interview. "Es scheint mir sehr schlecht für den wirtschaftlichen Ruf der UBS zu sein, von einem CEO geführt zu werden, der jahrelang eine Bank geleitet hat, die Schwarz- und Kriminalgelder gewaschen hat, selbst wenn es kein Strafverfahren geben würde."


    Laut Lakeman müsse Hamers den UBS-VR-Präsidenten Weber über sein Handeln in punkto Geldwäschebekämpfung unterrichtet haben, ebenso wie über die Gefahren einer persönlichen Strafverfolgung. "Wenn Hamers diese Informationen nicht an Weber weitergegeben hat, sollte er meiner Meinung nach am Dienstag gefeuert werden." Sollte Hamers Weber unterrichtet haben, sollte auch dieser zurücktreten.


    (AWP)

  • UBS verdient im vierten Quartal deutlich mehr als erwartet


    Die UBS hat im vierten Quartal von der guten Stimmung an den Aktienmärkten profitiert und deutlich mehr verdient als im Vorjahr. Die Markterwartungen wurden klar übertroffen.


    26.01.2021 06:52


    Die Dividende für 2020 fällt zwar deutlich geringer aus, dafür werden die Aktienrückkäufe wieder aufgenommen. Unter dem Strich verdiente die grösste Schweizer Bank in der Periode von Oktober bis Dezember 1,71 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 137 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert entspricht. Vor Steuern erzielte sie einen Gewinn von 2,06 Milliarden nach 0,93 Milliarden im entsprechenden Vorjahreszeitraum, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst. Die Schätzungen von Analysten gemäss AWP-Konsens wurden damit weit übertroffen.


    Für das Gesamtjahr 2020 kann die UBS ein Gewinnplus von 54 Prozent auf 6,63 Milliarden US-Dollar ausweisen (2019: 4,30 Mrd). Auf Stufe Vorsteuergewinn sind es mit 8,23 Milliarden 47 Prozent mehr. Trotz des deutlichen Gewinnanstiegs fällt die Dividende mit 0,37 Cent deutlich geringer aus als im Vorjahr (0,73 USD).


    Dies kommt allerdings nicht überraschend. Das Management hatte vor einiger Zeit bereits angekündigt, dass die direkten Ausschüttungen an die Aktionäre zugunsten von indirekten Ausschüttungen via Aktienrückkäufe zurückgefahren werden. Entsprechend lanciert die Bank auch wieder ein grossen Aktienrückkaufprogramm. So sollen in den nächsten drei Jahren Aktien im Wert von bis zu 4 Milliarden Franken zurückgekauft werden.


    Im laufenden ersten Quartal 2021 sollen eigene Titel im Wert von insgesamt bis zu 1,1 Milliarden US-Dollar erworben werden. Bekanntlich musste die UBS im letzten Jahr wegen der Corona-Pandemie und ihren Verwerfungen auf Geheiss der Finanzmarktaufsicht Finma ihre geplanten Aktienrückkäufe für 2020 stoppen.


    Der neue CEO Ralph Hamers zeigt sich sehr zufrieden: "Unser starkes Ergebnis im Jahr 2020 ist ein deutlicher Beleg für die grundlegende Stärke unserer Marktstellung und das Engagement unserer Mitarbeitenden", wird er in der Mitteilung zitiert. Hamers, der zuletzt wegen einer Geldwäscherei-Affäre bei seinem früheren Arbeitgeber ING Bank unter Druck gekommen ist, führt die Geschicke der UBS seit Anfang November. Der neue CEO macht aber auch klar, dass er sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen will: "Der Wandel ist die einzige Konstante. Deshalb müsse die UBS agil bleiben und sich noch fitter machen für die Zukunft", so Hamers weiter.


    Investment Bank steigert Gewinn markant


    Alle Bereich der Bank konnten ihr Ergebnis im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr verbessern. Besonders stark fiel die Gewinnzunahme bei der Investment Bank aus. Diese verdiente vor Steuern 529 Millionen nach einem Verlust von 22 Millionen im Vorjahr. Der grösste Teil des Vorsteuergewinns stammt indes mit 936 Millionen Dollar aus dem Kerngeschäft, der globalen Vermögensverwaltung (GWM). Die UBS als weltgrösste Vermögensverwaltungs-Bank zog im Berichtsquartal Neugelder in Höhe von 21,1 Milliarden an und verwaltete damit Ende Jahr 3'016 Milliarden an Kundengeldern.


    Für die Geschäftsentwicklung im laufenden ersten Quartal 2021 gibt sich das UBS-Management vorsichtig optimistisch. Die Bank geht davon aus, dass saisonale Faktoren wie eine im Vergleich zum vierten Quartal verstärkte Kundenaktivität die Ertragslage im Startquartal positiv beeinflussen werden.


    Insgesamt hätten die jüngsten Entwicklungen indes wieder Zweifel an Verlauf und Tempo der Erholung aufkommen lassen.


    (AWP)

  • UBS-CEO: Habe immer nach bestem Gewissen gehandelt bei ING


    UBS-CEO Ralph Hamers hat sich am Dienstag anlässlich der Zahlenbekanntgabe 2020 erstmals zum Geldwäschereifall bei seinem früheren Arbeitgeber, der niederländischen ING Bank, geäussert. Er glaubt, dass das Verfahren für ihn gut ausgehen wird.


    26.01.2021 08:09


    "Ich habe immer nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt bei ING. Daher habe ich volles Vertrauen, dass das Verfahren gut herauskommen wird", sagte Hamers am Dienstag gegenüber Radio SRF. Er werde vollumfänglich kooperieren mit den Behörden, wenn die Ermittlungen anlaufen würden. Genau wie er das auch damals bei den letzten Ermittlungen bei ING getan habe.


    Er sieht sich auch nicht abgelenkt von seiner eigentlichen Aufgabe, nämlich der Führung der Grossbank UBS. "Seien Sie versichert, ich konzentriere mich voll und ganz auf meine Arbeit als Chef der UBS", sagte er im Interview. Er wolle zu 120 Prozent mit seinem Team an der Zukunft der UBS arbeiten.


    Hintergrund der Geschichte ist, dass die niederländische Justiz einen 2018 mit einem Vergleich beigelegten Geldwäscherei-Fall während der Zeit von Hamers als ING-Chef neu aufrollt, wie Anfang Dezember bekannt wurde. 2018 zahlte ING zur Beilegung des Falls 775 Millionen Euro und beglich damit die grösste Geldwäschestrafe in der niederländischen Geschichte, Hamers aber kam mit einem Freispruch davon.


    Die Staatsanwälte kamen seinerzeit zum Schluss, dass ING die Einhaltung der Risikovorgaben zu wenig überwacht habe. Dies könne aber nicht einer bestimmten Person angelastet werden, hiess es damals.


    Der Investor Pieter Lakeman war mit dem Entscheid nicht einverstanden. Seine Beschwerde führte dazu, dass ein Berufungsgericht in Den Haag anordnete, dass Hamers Rolle neu untersucht werden müsse. Dieser Aufforderung kommt die Staatanwaltschaft nun nach, wie vor wenigen Tagen bekannt wurde. Gemäss mit der Situation vertrauten Personen könnte die Untersuchung bis zu 18 Monate in Anspruch nehmen. Erst nach dieser Untersuchung stehe fest, ob Anklage erhoben werde, heisst es.


    uh/jb


    (AWP)

  • UBS hebt Rückstellungen für Rechtsfälle leicht an


    (Extra) - Die Grossbank UBS hat weiterhin umfangreiche Rückstellungen für offene Rechtsfälle in den Büchern. Per Ende Dezember 2020 weist das Finanzinstitut Rückstellungen im Wert von 2,06 Milliarden Dollar aus gegenüber einem Wert von 2,00 Milliarden Dollar per Ende September.


    26.01.2021 07:50


    Im letzten Jahresviertel wurden 83 Millionen Dollar an Rückstellungen neu gebildet, wie dem am Dienstag veröffentlichten Quartalsbericht der Grossbank zu entnehmen ist. Derweil wurden 43 Millionen gemäss Verwendungszweck aufgebraucht, während 4 Millionen an Rückstellungen aufgelöst wurden. Die Differenz entfällt auf Wechselkursbewegungen.


    Unverändert hohe Rückstellungen von 450 Millionen Euro respektive 549 Millionen Dollar entfallen auf den Steuerfall in Frankreich. Die UBS war im Februar 2019 von einem Gericht in Paris zu einer Busse von 3,5 Milliarden Euro verurteilt worden. Die Grossbank legte dagegen Berufung ein und verlangte einen Freispruch. Der Berufungsprozess hätte eigentlich im Juni 2020 über die Bühne gehen sollen, wurde aber wegen Corona verschoben. Er ist nun auf den 8. bis 24. März 2021 angesetzt.


    Neben Klagen wegen Steuervergehen im internationalen Vermögensverwaltungsgeschäft drohen der Grossbank ausserdem noch immer Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Vergabe von hypothekenbesicherte "Ramsch-Papiere" aus der Zeit von vor der Finanzkrise, so genannten Residential Mortgage-Backed Securities (RMBS). Weitere "offene Baustellen" stellen hängige Klagen rund um den Investor Bernard Madoff oder um den Verkauf von öffentlichen Anleihen des Inselstaates Puerto Rico dar.


    tp/rw


    (AWP)

  • «UBS hat fantastische Zahlen geliefert. Doch ist das nachhaltig?»


    Peter Romanzina, Head of Swiss Research bei Vontobel, erklärt im cash-Interview, worauf er bei der Aktienauswahl achtet, welche Schweizer Titel er jetzt empfiehlt und warum er Roche weiterhin Novartis vorzieht.


    https://www.cash.ch/news/top-n…st-das-nachhaltig-1703808