CH-relevante Börsenthemen Jahr 2015

  • An welchen Börsen die Sonne scheint

    Der SMI ist derzeit gut drei Prozent mehr wert als Anfang Januar. Dabei gibt es Börsen, die um 185 Prozent zulegen. cash sagt, welche Aktienmärkte gut unterwegs sind - und welche nicht.

    Von Marc Forster und Pascal Züger

    Spitzenreiter ist Venezuela – aber nur bei der Performance von sagenhaft anmutenden 185 Prozent des nationalen Stock Market Index seit dem 1. Januar, und nicht etwa der Verlässlichkeit. Der südamerikanische Staat mit seiner kapriolenreichen Wirtschaftspolitik verfügt über einen sehr volatilen Aktienmarkt. Ende Mai stieg der Leitindex innerhalb einer Woche um 73 Prozent.


    Ein Hintergrund davon ist, dass die Venezolaner verzweifelt versuchen, in Werte zu investieren, die einen Schutz gegen Inflation, Währungsabwertung und und die Schwankungen des Exportgutes Erdöl bieten. Die Teuerung im Land beträgt über 100 Prozent, die Währung Bolivar fällt gerade ins Bodenlose. Alternative Investitionsgüter wie Autos oder Immobilien werden immer teurer.


    Auch für ausländische Investoren, die strengen Kapitalverkehrs- und Devisenkontrollen unterstellt sind, sind Aktien ein "besserer Deal". Für einen Venezolaner wäre angesichts der horrenden Bolivar-Abwertung ein Dollar-Investment ein Geschäft, doch ist der Erwerb auf dem Schwarzmarkt illegal.


    Achterbahn in Osteuropa


    Der Shanghai SE Composite (SSE), wichtigster Aktienindex von China, hat seit Januar um 44 Prozent dazugewonnen. Die Regierung fürchtet aber wohl eine Überhitzung, zumal der SSE im Vorjahr um 51 Prozent gestiegen war. Deswegen hängt über der Schanghai-Börse wie in Damoklesschwert die Möglichkeit staatlicher Eingriffe. In den vergangenen Tagen hat der SEE Anzeichen der Korrektur gezeigt, wie dies schon Anfang des Jahres der Fall gewesen war.


    Auf der Gewinnerliste steht auch der russische Markt (Platz 5): Der RTS Index weist ein sattes Plus von 15 Prozent aus, was im längerfristigen Vergleich aber auch nur zeigt, wie volatil die Lage ist: Im vergangenen Jahr hatte die Moskauer Börse mit eine Minus 55 Prozent noch den grössten Wertzerfall von allen aufgefahren. Sanktionen, der Ukraine-Konflikt und die Rubelkrise schicken den Markt auf die Achterbahn. Die Budapester Börse - Ungarn steht wirtschaftlich auf schwachen Füssen - zeigt einen ähnlichen Verlauf. Seit Jahresanfang liegt der Budapest Stock Exchange Index mit einem Plus von 17 Prozent aktuell auf Rang 4, im Vorjahr figurierte er mit einem Zerfall von 14 Prozent unter letzten 10 Börsenplätzen.


    Ein (noch) reichlich exotischer Börsenplatz, der es unter die Top Ten schafft, ist Saudi-Arabien. Der Tadawul All Share Index (+11 Prozent) wird am 15. Juni für ausländische Investoren geöffnet. Laut J.P. Morgan Asset Management wird der Saudi-Aktienmarkt dadurch transparenter. Investoren könnten sich für die 169 Titel an der Börse interessieren, weil der Markt mit 570 Milliarden Dollar höher kapitalisiert ist als Russland und der viert-liquideste unter den Schwellenland-Märkten ist. Der grösste Anteil an den Titeln im Tadawul All Share Index haben übrigens Banken, und nicht Firmen aus dem Ölgeschäft.


    Kriegsgeplagte Länder bilden Schlusslicht


    Am hinteren Ende der Rangliste stehen die Ukrainer. Der Ukrainian Equities Index hat dieses Jahr bereits 30 Prozent an Wert eingebüsst. Der Konflikt im Osten des Landes habe im ersten Quartal die Konjunktur stärker belastet als erwartet, berichtet der Internationale Währungsfonds (IWF). Für das Jahresende erwartet der IWF eine Inflation von 46 Prozent. Es gibt jedoch auch positive Signale aus Kiew zu vermelden: Es gab Fortschritte bei den Reformen des Landes und Anzeichen einer Stabilisierung der Wirtschaft, lässt eine Arbeitsgruppe des IWF verlauten.


    Den zweitletzten Platz belegt der Colombia COLCAP Index (-23 Prozent). Kolumbien gehört zwar wirtschaftlich zu den erfolgreichsten Ländern Südamerikas, hat jedoch mit landesinternen Konflikten zwischen Rebellen und der Regierung zu kämpfen. Seit Ende 2012 finden Friedensgespräche statt und Ende 2014 verkündeten die Rebellen eine Waffenruhe. Doch nach einer blutigen Attacke der Farc-Guerilla Mitte April hat Kolumbiens Staatschef Juan Manuel Santos die Wiederaufnahme der Luftangriffe auf die Rebellen angeordnet.


    Die innenpolitische Lage des Landes bleibt unstabil, was auch an den Finanzmärkten nicht spurlos vorbeigeht. Ausserdem gehört der kolumbianische Index eher zu den Exoten unter den Börsen, was sich in einem vergleichsweise geringen Handelsvolumen und einer erhöhten Volatilität der Performance bemerkbar macht - was übrigens auch eine Erklärung ist, warum der Venezuela-Markt so nach oben geschossen ist.


    Hohe Ziele in der Türkei


    Auch der türkische BIST 100 Index schafft es unter die unrühmliche Top-Three der am schlechtesten performenden Börsen des laufenden Jahres. Der Index verlor seit Jahresbeginn 22 Prozent seines Wertes. DIe Türkei hat jedoch sehr ambitionierte Ziele: Bis zum Jahr 2023 soll das Land zu den zehn grössten Volkswirtschaften der Welt gehören. Landesintern ist von einer "neuen Türkei" die Rede. Zumindest kurzfristig hält der Aktienkurs mit diesen hochgesteckten Zielen noch nicht mit. Am 7. Juni stehen in der Türkei Parlamentswahlen an.


    Die besten Börsenplätze seit Jahresbeginn

    BörsePerformance, in %
    Venezuela Stock Market Index+185
    Shanghai SE Composite+44
    JSE Market Index (Südafrika)+23
    Budapest Stock Exchange Index+17
    Russian RTS Index+15
    Argentina Merval Index+14
    OMX Copenhagen 20 Index+14
    Hang Seng China ENT Index+12
    Tadawul All Share Index (Saudi-Arabien)+11
    Tel Aviv 25 Index+10


    Die schlechtesten Börsenplätze seit Jahresbeginn

    BörsePerformance, in %
    Ukrainian Equities Index-30
    Colombia COLCAP Index-23
    BIST 100 Index (Türkei)-22
    GSE Composite Index (Ghana)-22
    Mauritius Stock Exchange-20
    SOFIX Index (Bulgarien)-20
    Lusaka Stock Exchange (Sambia)-19
    MSE Top 20 Index (Mongolei)-18
    Brazil IBOVESPA Index-15
    Athex Composite Share (Griechenland)-15

    Die Performance basiert auf Schweizer Franken.


    Quelle: Bloomberg, Stand 02. Juni 2015

    CASH

  • Deutsche Anleihenzinsen schiessen nach oben

    Das rekordtiefe Zinsniveau sorgt für hohe Volatilität am Kapitalmarkt. Das zeigte sich vergangenen Monat, als die Anleihenzinsen kräftig nach oben korrigierten. Am Dienstag bestätigte die Regel sich erneut. Die Rendite zehnjähriger deutscher Bundesanleihen sprang von 0,52 auf 0,71%. Der Bund-Futures fiel um 215 Basispunkte. Marktbeobachter bezeichnen das als den zweitstärksten Tagesverlust seit der Lancierung des führenden Anleihen-Futures vor 25 Jahren.


    Euro legt zu


    Am Devisenmarkt schoss der Euro in die Höhe: Zum Dollar wertete er sich von 1.0930 auf 1.1198 $/€ auf. Am Mittwochmorgen notierte er 1.1156 $/€. Auch zum Franken legte er 1 Rappen zu und wurde am Dienstag zu Spitzenwerten um 1.0427 Fr./€ gehandelt.


    Die Zinsen am Anleihenmarkt liegen nun wieder auf dem Niveau, das nach der vorangegangenen Korrektur im April/Mai erreicht worden war. Die Erholung war also nur von kurzer Dauer gewesen.


    Für die Kurskorrektur dürften verschiedene Faktoren verantwortlich sein. Der Kurse waren in den vergangenen Wochen beträchtlich gestiegen. Am Montag wurden in den USA zahlreiche Unternehmensanleihen neu aufgelegt, was dort für einen Renditeanstieg sorgte. In Spanien wurde zudem eine neue zehnjährige Staatsanleihe über 5 Mrd. € emittiert.


    Inflation steigt wieder


    Zudem fielen in den vergangenen Tagen die Inflationszahlen in einigen Eurostaaten höher als erwartet aus. Analysten schätzen, dass sich die Teuerung in der Eurozone im Mai von 0 auf 0,3% erhöht hat, die Kernrate von 0,6 auf 0,9%. Je schneller die Deflationsgefahr im Euroraum weicht, desto wahrscheinlicher wird es, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren ultraexpansiven Kurs vorzeitig aufgeben muss. Bislang will sie die Geldpolitik mindestens bis September 2016 durch den Aufkauf von Anleihen (QE) sehr locker halten. Heute Mittwoch tagt der EZB-Rat. Mit Spannung wird erwartet, wie EZB-Chef Mario Draghi die Konjunkturerholung und die keimende Inflation interpretieren wird.


    Der Markt bleibt weiter exponiert gegenüber neuen Meldungen einer konjunkturellen Belebung und steigender Ölpreise. Offen bleibt zudem, ob sich die Eurostaaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) mit Griechenland einigen werden. Ein Kompromiss deutet sich seit einigen Tagen an. Am Freitag muss Athen dem IWF 300 Mio. € überweisen.


    http://www.fuw.ch/article/deut…nsen-schiessen-nach-oben/

  • Wer Wohnungen bauen will, hat es schwer

    Weniger Aufträge und Umsatzeinbrüche in sämtlichen Sparten belasten die Schweizer Baubranche. Der Baumeisterverband nennt mehrere Gründe für die negativen Zahlen.


    Die Umsätze im Bauhauptgewerbe brachen gegenüber dem Vorjahresquartal um 12,0 Prozent auf 3,4 Milliarden Franken ein. Insbesondere der Wohnungsbau entwickelte sich schlecht.


    Die Umsätze im Wohnungsbau gingen um 18,1 Prozent zurück, wie der Baumeisterverband am Mittwoch mitteilte. Der Hochbau insgesamt verzeichnete ein Minus von 14,1 Prozent, während die Umsätze im Tiefbau um 9,2 Prozent schrumpften.


    Der Baumeisterverband relativiert die negativen Zahlen aber: Das erste Quartal 2014, das als Vergleichsbasis dient, sei wegen des milden Wetters sehr stark gewesen. Die Umsätze lägen nun wieder in etwa auf dem Niveau von 2013.


    Ganzer Beitrag http://www.20min.ch/finance/ne…l--hat-es-schwer-18907289

  • EZB belässt Leitzins nahe der Null-Linie


    Die Europäische Zentralbank (EZB) rüttelt wie erwartet nicht am Leitzins in der Euro-Zone.

    Der Schlüsselsatz für die Geldversorgung des Bankensystems bleibe bei 0,05 Prozent, teilte die Notenbank am Mittwoch nach ihrer geldpolitischen Sitzung in der Frankfurter Zentrale mit. Sie hatte den Leitzins im September 2014 auf das aktuelle Rekordtief gesenkt. EZB-Präsident Mario Draghi wird die Gründe für den Beschluss am Nachmittag (14.30 Uhr MESZ) vor der Presse erläutern. Auf cash.ch können Sie die Medienkonferenz im Livestream mitverfolgen.


    Akteure an den Finanzmärkten erhoffen sich dann Auskunft darüber, wie es mit dem potenziell über eine Billion Euro schweren Anleihen-Kaufprogramm weitergehen soll und ob sich bereits nachhaltige Wirkungen in der Wirtschaft abzeichnen. Mit der Geldflut soll dafür gesorgt werden, dass Inflation und Wachstum in der Euro-Zone wieder anziehen. Im Mai lag die Teuerungsrate nur bei 0,3 Prozent. Die EZB strebt aber knapp zwei Prozent an. Draghi dürfte sich auch dazu äußern, wie sich die EZB im griechischen Schulden-Drama verhalten wird.


    (Reuters)

  • Wo die «Grossen» investieren

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    Grossinvestoren scharen sich um Cembra


    Ein weiteres Beispiel zeigt, wie Offenlegungen Trittbrettfahrer anlocken. Im Mai verabschiedete sich der Hauptaktionär General Electric von der Cembra Money Bank und verkaufte seinen Anteil von rund 30 Prozent an diverse institutionelle Investoren, wie es damals hiess. Zugelangt haben im Anschluss nicht nur die Banken Pictet und UBS. Auch der ehemalige UBS-Verwaltungsrat und Hedgefonds-Manager Rainer-Marc Frey stieg bei Cembra ein: Am 16. Mai meldete die SIX eine Beteiligung in der Höhe von 4,6 Prozent.


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    Gewinne von mehr als 40 Millionen


    Bei einem anderen Shooting-Star unter den Nebenwerten haben sich unlängst ebenfalls die Besitzverhältnisse verändert. Die grössten Aktienanteile an u-blox besitzen BlackRock (7,3 Prozent), Werner Dubach (4,2 Prozent) und die Credit Suisse (4,1 Prozent). Bis Ende Mai galt noch Werner Dubach, langjähriger CEO der Eichhof Brauerei, als grösster Aktionär mit einem Anteil von 9,6 Prozent. Es ist nicht klar, ob Werner Dubach die Anteile allesamt Ende Mai verkaufte oder ob er diese gestaffelt seit Januar 2014 veräusserte (dies das Datum, als er die 10 Prozent-Beteiligungsmarke unterschritt).


    http://www.cash.ch/news/front/…n_investieren-3331135-449

  • Die Verunsicherung ist zurück! Kommt es morgen zu einem Erdbeben, wenn Griechenland nicht zahlt? Ich gehe davon aus, dass die Griechen von der Möglichkeit gebrauch machen, die Tranche erst am Monatsende zu bezahlen. Das Katz' und Maus Spiel geht in eine neue Runde...


    Wir gehen nun auf die Ferienzeit zu. Und da sind bekanntlich die Umsätze an der Börse eher gering. Kleine Umsätze heissen aber auch grosse Schwankungen.

  • El Niño lässt Börsen zittern

    Erstmals nach fünf Jahren erwarten Meteorologen die Herausbildung des berüchtigten Wetterphänomens. In früheren Perioden reagierte der Preis von Nickel besonders stark.


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    Die Experten hatten allerdings schon im letzten Frühling einen El Niño vorhergesagt, was sich dann jedoch als Fehlalarm entpuppte.


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    http://www.tagesanzeiger.ch/wi…en-zittern/story/24061705

  • Ideen für einen kleinen Betrag mit grossen Gewinnen

    Hallo Forum



    Ich lese schon lange, nun schreibe ich auch etwas mit. Hoffe das wird nicht zu peinlich für mich...


    Hier gleich meiner erste Frage, sehr offen, aber ich hoffe die vereinten Kräfte des Forums helfen mit etwas weiter. Wo könnte ich mit einem kleineren Betrag (10kCHF) bis Ende Jahr ein schönes Sümmchen verdienen? Habt Ihr konkrete Tips?


    (PS: Bitte empfehlt mir nicht NWRN, die hab ich schon...)


    Danke schön!


    Joe

  • Roubini: «Die Preisblasen werden platzen»

    Eine Zeitbombe bedroht die Weltwirtschaft: Wegen der Geldschwemme der Zentralbanken fliesst immer mehr Geld an die Börsen. Es entstehen Blasen, die irgendwann platzen werden.


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    Herdenverhalten der Anleger steigt

    Zunächst einmal werden die Aktienmärkte immer mehr durch Hochfrequenztrader (HFT) beeinflusst, die Computeralgorithmen verwenden, um Markttendenzen zu folgen. Dies führt natürlich zu Herdenverhalten. Tatsächlich konzentriert sich der Handel in den USA heute auf den Beginn und die letzte Stunde des Handelstages, wenn die HFT am aktivsten sind. Für den Rest des Tages sind die Märkte illiquide, es finden nur wenige Transaktionen statt.


    Ein zweiter Grund ist die Tatsache, dass festverzinsliche Wertpapiere – wie Anleihen von Regierungen, Unternehmen und Entwicklungsländern – nicht wie Aktien an den liquideren Börsen gehandelt werden. Statt dessen sind sie im Freiverkehr in illiquiden Märkten notiert.

    Es drohen Panikverkäufe

    Drittens sind festverzinsliche Anleihen – die sich dank der verstärkten Vergabe privater und öffentlicher Kredite vor und nach der Finanzkrise enorm vermehrt haben – nicht nur illiquider, sondern werden meist auch in offenen Fonds verwaltet, die Investoren einen sofortigen Ausstieg ermöglichen.


    Stellen wir uns eine Bank vor, die in illiquide Anlagen investiert, aber den Sparern erlaubt, ihr Geld jederzeit abzuziehen: Wenn ein Ansturm auf die Bank stattfindet, muss sie diese illiquiden Anlagen verkaufen, was sehr schnell zu einem starken Preisverfall durch Panikverkäufe führen kann. Viertens waren die Banken vor der Krise von 2008 die Primärhändler für festverzinsliche Wertpapiere. Sie hielten grosse Vorräte dieser Instrumente, was die Liquidität förderte und übermässige Preisvolatilität ausglich.


    Aber aufgrund neuer Regulierungen, die diesen Handel (über höhere Kapitalkosten) bestrafen, haben Banken und andere Finanzinstitute ihre Primärhandelsaktivitäten eingeschränkt. Also können die Banken in unruhigen Zeiten mit starken Preisausschlägen bei den Anleihen nicht mehr stabilisierend wirken.

    Überraschungen mit bösen Folgen

    Kurz gesagt, obwohl die die hohe Makroliquidität der Zentralbanken die Erträge der Anleihen und die Volatilität niedrig zu halten vermag, hat sie auch zur Verengung des Handels (bei durch HFT verstärktem, trendfolgendem Herdenverhalten) und zu vermehrten Investitionen in illiquide Anleihenfonds geführt. Gleichzeitig führen strengere Regulierungen dazu, dass die Primärhändler ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen können.


    Daher können Überraschungen – wenn beispielsweise die Fed früher als erwartet eine Abkehr von der Nullzinspolitik signalisiert, die Ölpreise stark steigen oder das Wachstum der Eurozone in Gang kommt – dazu führen, dass Aktien und insbesondere Anleihen abrupt und dramatisch neu bewertet werden: Alle Teilnehmer der engen Märkte müssen gleichzeitig verkaufen.


    Auch in die andere Richtung findet Herdenverhalten statt, aber da viele Investitionen in illiquiden Fonds stecken und die traditionellen Primärhändler ihre volatilitätssenkende Aufgabe nicht mehr erfüllen können, sind die Verkäufer zu Panikverkäufen gezwungen.

    Das Risiko eines Crashs steigt

    Diese Kombination von Makroliquidität und Marktilliquidität ist eine Zeitbombe. Bis jetzt hat sie lediglich zu volatilen «Flash-Crashs» und plötzlichen Veränderungen der Anleihen- und Aktienpreise geführt.


    Je länger aber die Zentralbanken zusätzliche Liquidität schaffen, um die kurzfristige Volatilität zu unterdrücken, desto mehr werden die Preisblasen in den Aktien-, Anleihe- und sonstigen Märkten aufgebläht. Je mehr Investoren in überbewertete, immer illiquidere Anlagen – wie Anleihen – investieren, desto grösser wird das Risiko eines langfristigen Crashs.


    Dies ist das paradoxe Ergebnis der politischen Antwort auf die Finanzkrise. Die Makroliquidität führt zu immer grösseren Preisblasen, aber durch die Illiquidität der Märkte werden diese irgendwann zum Platzen gebracht.


    http://www.handelszeitung.ch/k…sen-werden-platzen-793052

  • Schnitthelm Wachtvogel hat am 04.06.2015 - 09:37 folgendes geschrieben:

    Quote

    Kommt es morgen zu einem Erdbeben, wenn Griechenland nicht zahlt?

    Griechenland macht 1.3% von Europa aus. Da dürfte sich das Erdbeben in Grenzen halten.


    Die 1.6 Mrd., die Griechenland zahlen müsste machen weniger als einen Drittel dessen aus, das die EZB pro Tag druckt (5.7 Mrd). Oder anders ausgedrückt: Wenn wir einen 8 Std. Tag zu Grunde legen, braucht die EZB 1 Std. 24 Min. um die 1.6 Mrd. zu drucken.

  • http://www.bilanz.ch/managemen…wegen-ein-ausblick-416347



    -- 4 Szenario klingt ganz realistisch, wenn man bedenkt welch' Zustände in Griechenland zurzeit herrschen auf den Strassen. Korruption, "Mafia", usw. ..., von dem wir alle nichts mitbekommen. Aber als einer der viel reist, bekommt man so zeugs noch mit.


    4. Szenario

    Es wird keine Einigung erzielt, Griechenland wird zahlungsunfähig und erfüllt seine Auslandsverpflichtungen aus den Rettungspaketen nicht mehr. Die Europäische Zentralbank schneidet die Kreditlinie für griechische Banken ab. Athen entscheidet sich für den Euro-Austritt. Die Argentinienkrise wiederholt sich. Investoren verlieren das Vertrauen, ziehen ihre Einlagen ab, Griechenlands Banken taumeln.

    Bis zur Einführung einer eigenen Währung herrscht ökonomischer Ausnahmezustand. Griechenland bleibt aber weiterhin Mitglied der Europäischen Union. Die EU leistet humanitäre Hilfe, um bürgerkriegsartige Zustände zu verhindern. Dabei gestalten sich allerdings die Verhandlungen über den Schuldenschnitt griechischer Verbindlichkeiten schwierig. Griechenland wird zum politischen Aussenseiter - ein trojanisches Pferd in der EU, insbesondere in der EU-Aussenpolitik.

  • «Grexit» würde Europa-Rally nur kurz stören

    Das Ausscheiden von Griechenland aus dem Euroraum würde die Rally bei europäischen Aktien und Hochzinsanleihen nur kurzfristig stoppen. Dieser Meinung ist Alexander Friedman, CEO des Vermögensverwalters GAM.

    "Wir haben wahrscheinlich noch weitere zwei bis drei Jahre übrig bei dieser Risiko-Rally", sagte Friedman, bei einem Interview in Zürich. "Es wird möglicherweise ein paar Ausrutscher auf politischer Ebene geben, von denen Griechenland der erste sein wird."


    Griechenland bekommt mehr Zeit zur Begleichung seiner Milliardenschulden an den Internationalen Währungsfonds: Der IWF gewährte der Regierung in Athen Aufschub für eine eigentlich am Freitag fällige Kredittranche.


    Nun ist aktives Engagement gefragt


    Investoren, die seit der Finanzkrise auf passive Instrumente wie börsennotierte Fonds gesetzt haben, müssen sich nun stärker anstrengen und spezielle Aktien zum Kaufen finden statt sich nur auf Aktien-Benchmarks zu verlassen, sagte Friedman. Der 44-jährige war vor neun Monaten von der UBS zu GAM gekommen, wo er weltweiter Investmentchef gewesen war.


    "Es waren grossartige fünf Jahre für Investoren, weil man sich bei der Aufwärtsbewegung von Risiko-Aktiva einfach zurücklehnen konnte, ob es nun Aktien oder Hochzinsanleihen waren", erläuterte er. Nun gelte wieder die Devise, einzelne Aktien mit Gewinndynamik herauszupicken.


    Die europäischen Märkte befinden sich nach der Finanzkrise von 2008 und den Rettungsaktionen für überschuldete Peripherie-Staaten weiterhin in einem "Heilungsprozess", sagt Friedman. Dieser Prozess wird durch das Bondkaufprogamm der Europäischen Zentralbank, niedrigere Ölpreise und einen schwächeren Euro unterstützt.


    Korrekturpotenzial von 5 bis 10 Prozent


    Zuvor hatte Friedman eine private Konferenz ausgerichtet, an der der frühere EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und Ex-EU- Kommissionspräsident José Manuel Barroso teilnahmen.


    Friedman wollte sich zu den von Trichet und Barroso vertretenen Ansichten nicht äussern. Seiner Meinung nach gibt es für einen technischen Zahlungsausfall von Griechenland eine Wahrscheinlichkeit von etwa 50 bis 60 Prozent, was dann zu einem sowohl für Griechenland als auch Deutschland gesichtswahrenden Kompromiss führen würde. In dem Falle könnten die europäischen Börsen um fünf bis zehn Prozent abgeben, bevor sie sich erholen, da Investoren die niedrigeren Bewertungen als Kaufgelegenheit nutzten.


    (Bloomberg)

  • Arbeitslosenquote sinkt im Mai

    In der Schweiz hat sich der Arbeitsmarkt im Mai wenig verändert präsentiert.

    Die Arbeitslosenquote sank auf 3,2 Prozent, teilte das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Dienstag mit. Im April hatte sie 3,3 Prozent betragen und vor einem Jahr 3,0 Prozent. Saisonbereinigt betrug die Quote unverändert 3,3 Prozent.


    (Reuters)

  • Elias hat am 08.06.2015 - 13:27 folgendes geschrieben:

    Quote

    Die Schweizer Wirtschaft ist besser in Form als gedacht: Laut einer Umfrage unter Ökonomen wird sie dieses Jahr um 0,7 Prozent wachsen. Noch besser sieht es für 2016 aus.


    http://www.handelszeitung.ch/konjunktur/schweizer-wirtschaft-waechst-sta...

    Immer wenn wir kurz vor einem stärkeren Taucher der Börse stehen, kann man solche "verzweifelten" Berichte lesen. Dann kommen auch immer wieder die "10'000 im SMI". In solchen Fällen verkaufe ich! Meine persönliche Meinung ist jetzt und heute: Wir sehen eher die 6'000 als die 10'000 im SMI. Warten wir erst einmal Ende Juni ab, wie es in GR weiter gehen wird bzw. wie sie ihre Schulden bezahlen wollen.

  • Manpower-Arbeitsmarktbarometer zeigt vorsichtigen Optimismus für 3.Quartal

    09.06.2015 11:40

    Zürich (awp) - Das Manpower-Arbeitsmarktbarometer zeigt in der Schweiz für das dritte Quartal 2015 weiterhin ein positives Bild. Trotz des starken Frankens würden die Beschäftigungsaussichten überraschend positiv eingeschätzt, teilt der Temporärstellen-Vermittler am Dienstag mit. Allerdings seien die Ergebnisse im Quartals- und Jahresvergleich sowohl nach Sektoren als auch nach Regionen mehrheitlich rückläufig.

    Gemäss der Befragung, die seit zehn Jahren alle drei Monate bei 750 Arbeitgebern durchgeführt wird, rechnen 6% mit einem Anstieg, 5% mit einem Rückgang und 83% mit einem unveränderten Personalbestand. Die saisonbereinigte Netto-Arbeitsmarktprognose beläuft sich laut der Mitteilung auf +2%, was gegenüber dem Vorquartal ein Rückgang von 1 Prozentpunkt bedeute.


    Am optimistischsten zeigen sich die Arbeitgeber im Baugewerbe (+18%) sowie beim Service public und Sozialwesen (+9%), so die Studie. Den tiefsten Wert weist dagegen der Sektor Verkehr und Nachrichtenwesen (-8%) aus. Auch in der verarbeitenden Industrie seien die Beschäftigungsaussichten weiterhin schwach (-5 %); nur einmal sei das Ergebnis in diesem Sektor in den letzten zehn Quartalen positiv ausgefallen.


    Regional zeigen gemäss der aktuellen Befragung sechs der sieben Regionen eine steigende Tendenz. Das höchste Ergebnis meldet die Nordwestschweiz (+8%), am pessimistischsten zeigen sich die Arbeitgeber hingegen in der Ostschweiz (-3%).


    an/tp


    (AWP)

  • Zerfällt nach «Grexit» die Eurozone?

    Sollte Griechenland die Eurozone verlassen müssen, könnten Spanien oder Italien dieses Schicksal nach Aussage des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras teilen.

    In der Folge könnte dies zum Zusammenbruch der Währungsunion führen, sagte der Politiker in einem Interview der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" (Dienstag).


    "Es wäre der Anfang vom Ende der Eurozone", sagte Tsipras einen Tag vor dem möglicherweise entscheidenden Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Präsidenten François Hollande in Brüssel. Dabei wollen die drei erneut versuchen, einen Kompromiss im Streit um die Forderungen der Gläubiger an Griechenland zu finden.


    "Wenn Griechenland pleitegeht, werden die Märkte umgehend nach dem nächsten (Opfer) Ausschau halten. Wenn die Verhandlungen scheitern, werden die Kosten für die europäischen Steuerzahler enorm", warnte der griechische Regierungschef.


    (AWP)

  • BAK senkt BIP-Prognose für 2015 und 2016

    Die Konjunkturforscher von BAK Basel Economics haben ihre Prognosen für die Schweizer Wirtschaft gesenkt.

    Neu rechnen sie in diesem Jahr mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes (BIP) von noch 0,6%, bei der alten Prognose im März war noch von 1,0% die Rede. Für 2016 wurde die BIP-Prognose derweil auf +1,5% von +1,8% gesenkt.


    Der Frankenschock sowie die überraschend schwache Entwicklung wichtiger Handelspartner hätten die Schweizer Wirtschaft im ersten Halbjahr 2015 in die Rezession geschickt, so die BAK in einer Mitteilung vom Dienstag.


    Aufwind


    Trotz dieses insgesamt verhaltenen Ausblicks habe sich das grundsätzliche Prognosebild aber wenig verändert: Nach der rezessiven Delle vom ersten Halbjahr werde die Schweizer Wirtschaft in den kommenden Monaten allmählich wieder an Schwung gewinnen, heisst es.


    So ist der negative Aufwertungseffekt nach BAK-Einschätzung "heftig, aber von temporärer Natur". Rückenwind sei in den kommenden Quartalen etwa von der zunehmenden Belebung der Industriestaaten zu erwarten. Neben einer insgesamt höheren Exportnachfrage sollten der globale Erholungsprozess und die für das zweite Halbjahr 2015 erwartete Zinswende in den USA auch den Aufwertungsdruck des Frankens allmählich wieder lindern.


    Allerdings sehen die Basler Ökonomen auch "erhebliche negative Risiken" für die Prognose: Insbesondere sei die Wahrscheinlichkeit eines "Grexit" in den letzten Wochen weiter gestiegen, was die Schweiz 2015 und 2016 in eine tiefe Rezession führen könnte.


    (AWP)