CH-relevante Börsenthemen Jahr 2015

  • Buffett: «Grexit» könnte konstruktiv sein

    Die Folgen eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone könnten nach Einschätzung von US-Starinvestor Warren Buffett positiv sein.

    "Sollten die Griechen rausgehen, müsste das nicht schlecht für den Euro sein", sagte der Chef der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway am Dienstag dem TV-Sender CNBC. Ein solcher Schritt könnte dazu führen, dass sich die Mitgliedsländer besser auf eine Fiskalpolitik einigten. Für die Region könnte ein Ausscheiden Athens aus dem Euro insgesamt sogar konstruktiv sein.


    Griechenland ringt seit Wochen mit seinen internationalen Geldgebern um die Bedingungen für weitere Finanzhilfen. Sie müssen grünes Licht geben für einen Reformplan aus Athen, der Basis für die Auszahlung von 7,2 Milliarden Euro aus dem Rettungsprogramm von insgesamt 240 Milliarden Euro werden soll.


    Griechenland droht nach Angaben eines Insiders ohne weitere Finanzhilfen innerhalb von knapp vier Wochen die Staatspleite.


    (Reuters)

  • «Fünf Krisen werden die Finanzwelt dominieren»

    Wer John Mauldin zuhört, kriegt ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. In ruhigem Ton erläutert der erfolgreiche US-Blogger die fünf Krisenherde, die die Weltwirtschaft erschüttern könnten, wenn sie von der Politik nicht angegangen werden. Das Gespräch fand im Anschluss an das «Finanz und Wirtschaft Indexing Forum» statt.


    Herr Mauldin, wird die US-Notenbank Fed ihre Geldpolitik angesichts des starken Dollars ernsthaft straffen?
    Um es mit den Worten von Bill Clinton zu sagen: Das hängt davon ab, was Ihre Definition von ernsthaft ist. Die US-Wirtschaft steckt in einer Wachstumsdelle, aber sie wächst immer noch. Dasselbe gilt für die Beschäftigung. Das Fed wird sich genötigt fühlen, etwas zu unternehmen – sofern nicht im Juni, dann im September. Falls es an der Zinsschraube dreht, würde mich nicht überraschen, wenn die Zinsen nur um ein Achtelprozent statt um 25 Basispunkte angehoben werden.


    Das wäre also eher eine symbolische Geste?
    Das Fed will die Märkte nicht erschrecken, sondern signalisieren, dass es behutsam vorgeht. Das Problem des Fed ist der steigende Dollar, der deflationär wirkt. Die Produzentenpreise befinden sich seit vier Monaten im freien Fall. Irgendwann werden sie sich in den Konsumentenpreisen bemerkbar machen. Unsere Industrie kühlt sich ab. Das bedeutet weniger Preissetzungsmacht und steigende Lager. In diesem Umfeld wird das Fed die Zinsen nicht aggressiv erhöhen.


    Wie werden die Finanzmärkte auf die ersten Zinserhöhungen reagieren?
    Ich weiss es nicht. Und das meine ich wirklich so. Falls die Anleger auf eine geringe Zinserhöhung reagieren, würden sie ihr eine Wirkung zuschreiben, die sie nicht hat. Glauben Sie wirklich, ein Achtel- oder ein Viertelprozent Zins – oder auch ein Prozent – mache einen Unterschied für die US-Wirtschaft? Anleger mögen die Zinserhöhung als Entschuldigung vorschieben. Der Markt braucht eine Korrektur – der letzte Einbruch von 10 oder 15% ist schon sehr lange her.


    Wirkt der tiefere Ölpreis für die Konjunktur beflügelnd oder belastend?
    Die niedrigen Notierungen sind ein Stimulus für den Konsumenten. Normalerweise helfen fallende Ölpreise den USA – ausser diesmal, weil der Wachstumsbeitrag der neuen Ölvorkommen so hoch ausfiel. Ohne Öl und die damit zusammenhängende Produktion würde die US-Wirtschaft in einer Spanne von 1 bis 1,5% wachsen, also einen vollen Prozentpunkt langsamer. Der Ölpreis dürfte sich mittelfristig in einer Spanne zwischen 50 und 60 $ je Barrel einpendeln.


    Momentan fallen die Ölnotierungen weiter.
    Das liegt daran, dass immer noch zu viel produziert wird. In Cushing Oklahoma gehen die Lagermöglichkeiten aus. Fast jeder Tanker dieser Welt ist gefüllt, weil bis vor kurzem auf dem Markt Öl gekauft und mit Futures auf sechs oder zwölf Monate abgesichert wurde. Mit ein wenig Hebel konnten Sie auf diese Weise 8, 9 oder auch 12% verdienen. Welcher Händler kann da widerstehen? Was ist dieses Öl nun aber wert, wenn Sie einen Tanker voll davon haben und ihn nirgends entladen können? Es würde mich nicht überraschen, wenn Öl auf 30 $ fällt. Meine Ölfreunde aus Texas hätten nichts dagegen, weil so die schwachen Mitspieler aus dem Markt gedrängt würden.


    Wenn Sie die Finanzwelt heute anschauen: Was beunruhigt Sie am meisten?
    Ich sorge mich über die hohe weltweite Verschuldung, die fünf rollende Krisen zur Folge hat. Es wäre weniger dramatisch, wenn eine nach der anderen auftreten würde, doch leider dürften mehrere gleichzeitig ausbrechen. Die Krisenherde sind China, Japan, Europa, die USA und die Schwellenländer, die wegen ihrer hohen Dollarverschuldung unter dem stärker werdenden Greenback leiden werden.


    Beginnen wir mit China.
    China hat seine Gesamtverschuldung in sieben Jahren von 17 auf 27 Bio. $ erhöht. Wie schafft man das? Nun, man finanziert jedes Projekt, koste es, was es wolle. Gegenwärtig kühlt sich die chinesische Konjunktur spürbar ab. Die Zinsausgaben sind schneller gewachsen als die Wirtschaft. Irgendwann geht die Rechnung einfach nicht mehr auf.


    Wie lange kann das gutgehen?
    Ich weiss es nicht. Ich denke, China muss in den nächsten zwei Jahren eine Entscheidung treffen, wie es mit der Verschuldung umgehen will. Die klassische Vorgehensweise wäre die Abwertung der Währung nach japanischem Vorbild. So würde der chinesische Renminbi aber nicht zur Reservewährung – und China hat diesen Fetisch. Deshalb dürfte das Land noch eine Zeit lang an der Bindung zum Dollar festhalten. Doch das ist die falsche Medizin, weil sie deflationär wirkt. Würde Japan versuchen, an einem Peg festzuhalten, drohte ein deflationärer Kollaps. Japan tut das Richtige, nachdem es 25 Jahre lang das Falsche getan hat.


    Was war in Japan falsch?
    Der Aufbau eines unglaublichen Schuldenbergs, der nicht bedient werden kann. Der einzige Weg, damit umzugehen, ist das Gelddrucken. Europa hat ein ähnliches Problem.


    Wie sieht denn das Endspiel in Japan aus?
    Ein Wechselkurs von 200 Yen/$? 250? 175? Gewisse Modelle sagen 140 oder 150 voraus, andere 250 bis 300. Japan muss so lange drucken, bis die Bank of Japan einen ausreichend grossen Anteil der Staatsschulden auf ihre Bilanz geladen hat. Japan wird erst lockerlassen, wenn das Land ein ausgeglichenes Budget aufweist, sodass keine Neuverschuldung anfällt und ein geringes Ausmass an quantitativer Lockerung zur Deckung möglicher Finanzierungslücken ausreicht. Die Bilanz der Bank of Japan wird sich massiv aufblähen. Ich denke, die BoJ wird den Umfang der quantitativen Lockerung irgendwann dieses oder nächstes Jahr erhöhen.


    Werden die USA dies akzeptieren?
    Haben wir eine Wahl? Japan wird darauf hinweisen, dass es nichts anderes tut als das Fed und was es gemäss dem früheren Fed-Chef Ben Bernanke in den Neunzigerjahren hätte tun sollen: Geld drucken. Japan kann seine Schuld nicht bedienen – die Bank of Japan ist der Anleihenmarkt. Falls die BoJ aufhören würde, Anleihen zu kaufen, würden die Zinsen in die Höhe schiessen. Finanzinstitute würden kollabieren, weil der Wert ihrer Anleihen einbräche. Das wäre ein deflationärer Kollaps. Japan kann nicht anders – und weil es nicht anders kann, bedeutet der Druck der USA oder Chinas nichts. Der Rest der Welt muss damit umgehen.


    Ist das wirklich so einfach?
    Japan würde auch darauf hinweisen, dass der Yen vor vierzig Jahren auf 375 Yen/$ stand und sich stetig auf 75 aufgewertet hat – ähnlich übrigens wie der Franken.


    Ein Yenkollaps würde jedoch koreanische oder deutsche Exporte abwürgen.
    Korea hat im Gegensatz zu Japan nicht die Option, Geld zu drucken. In Korea entstünde Inflation. Deshalb muss Korea irgendwann kompetitiver werden. Japan wird seine Währung zerstören. Ein Honda, ein Toyota oder ein Infinity wird günstiger sein als ein Kia, und der Sony-Fernseher wird weniger kosten als ein Gerät von Samsung (SMSD 458.9 0.24%).


    Und Deutschland?
    Wer ist der grösste Konkurrent Japans auf dem asiatischen Markt? Deutschland! Deutschland braucht einen schwächeren Euro. Ich frage mich aber, wo die Europäische Zentralbank all diese Anleihen finden wird, die sie monatlich erwerben will. Banken oder Versicherer werden ihre Bestände aus regulatorischen Gründen nicht verkaufen. Von ausserhalb Europas? Wenn die Hälfte aller nordeuropäischen Anleihen negative Zinsen aufweist?


    Ist das Anleihenkaufprogramm der EZB der falsche Weg?
    Ich denke, Euroland versucht, den Patienten mit dem falschen Werkzeug zu operieren. Es ist, wie wenn für eine schwierige Operation Hammer und Schraubenzieher verwendet werden statt Skalpelle. Europa braucht massive Strukturreformen. Die quantitative Lockerung überdeckt das eine oder andere Problem, aber irgendwann muss die zu hohe Verschuldung angegangen werden.


    Die EZB kauft Zeit…
    …und die Politiker lassen sie ungenutzt verstreichen. Strukturreformen werden nicht populär sein. Wenn Sie an den Renten schrauben oder die Arbeitsgesetzgebung ändern und die Gründung neuer Unternehmen vereinfachen, verschieben sich die Machtverhältnisse zu einer Gruppe, die nicht so viele Stimmen hat.


    Strukturreformen reduzieren die Verschuldung allerdings nicht.
    Irgendwann wird man nicht umhinkommen, die Verschuldung zu vergemeinschaften oder den Euro aufzubrechen. Eine Gemeinschaftswährung ohne Fiskalunion funktioniert nicht. Entweder kauft die EZB alle Schulden, oder sie werden vergemeinschaftet. Oder die Währungsunion wird aufgespalten. Länder mit ähnlichen Zyklen wie Italien und Spanien oder die baltischen Staaten oder Deutschland und Finnland könnten ihre eigene Zentralbank haben. Ich denke, die Kraft, den Euro am Leben zu erhalten, ist stärker als der Widerstand gegen eine Vergemeinschaftung der Schulden. Doch ohne Krise wird Deutschland einer Vergemeinschaftung nie zustimmen.


    Der politische Wille dürfte weder für das eine noch das andere vorhanden sein.
    Deshalb wird dieser Wille von einer heftigen Krise erzwungen werden.


    Was wäre der Auslöser dieser Krise?
    Frankreich. Das Budgetdefizit dort beträgt immer noch 4%. Was kann Frankreich unternehmen? Die Steuern können nicht weiter erhöht werden, Strukturreformen sind unerwünscht. Französische Anleihen werden irgendwann zu einem Problem. Ohne EZB wären die Zinsen in Europa bereits durch die Decke geschossen – sie wären ab Sommer 2012 nie gesunken. Draghi versprach, alles zu unternehmen, und der Markt glaubte es. Jetzt musste er liefern. Ich denke, Wolfgang Schäuble und die anderen können damit leben, denn sie wissen, dass Draghi sonst seine Glaubwürdigkeit verloren hätte und die Märkte reagiert hätten.


    Während Jens Weidmann als Chef der Deutschen Bundesbank also meckert, hat Draghi den Segen von Berlin?
    Kanzlerin Merkel will nicht wirklich, dass Griechenland den Euro verlässt, weil niemand weiss, was passieren würde. Vielleicht passiert nichts, vielleicht kommt es zur Krise. Wir wissen es nicht. Es wäre so viel besser gewesen, wenn Griechenland vor vier Jahren ausgetreten wäre. Griechenland durchlief eine katastrophale Depression, und es ist schwierig, unter den aktuellen Umständen einen Ausweg zu sehen. Die Schulden betragen 170% der Wirtschaftsleistung – hauptsächlich weil die Wirtschaft 25% geschrumpft ist. 25% Arbeitslose und 50% Jungendarbeitslosigkeit – das ist eine Depression im Stile der Dreissigerjahre. Der Staat nimmt immer noch kaum Steuern ein und ist immer noch ineffizient.


    Kommen wir zu den USA: Was ist dort das Problem?
    Die USA müssen die in den staatlichen Leistungsversprechen enthaltene implizite Verschuldung angehen. Professor Larry Kotlikoff von der Universität Boston schätzt die nicht gedeckten Verpflichtungen auf 220 Bio. $. Das ist eine unglaubliche Zahl. Wir werden in dieser Dekade – lange bevor wir die 220 Bio. $ erreichen – eine Budgetkrise erleben, die uns zwingen wird, unser Gesundheits-, Renten- und Sozialwesen zu reformieren.


    Wie soll es reformiert werden?
    Die Sozialversicherung kann relativ einfach saniert werden. Sie erhöhen das Rentenalter und spielen mit ein paar anderen Parametern. Unser Gesundheitswesen muss aber komplett restrukturiert werden – es ist schrecklich.


    Was ist der wahrscheinlichste Ablauf der fünf Krisen?
    Japan hat begonnen. Das Rennen zwischen Europa und China ist eng. In den Schwellenländern werden wir wohl eine Abfolge von Krisen erleben, wenn der Dollar stärker wird.


    Wird der Dollar noch viel stärker?
    Ja. Japan wird weiter Geld drucken, die EZB hat begonnen, zu drucken. Kanada und Australien senken die Zinsen: Beide haben potenzielle Probleme, denn beide sind rohstofflastige Nationen mit gewaltigen Immobilienblasen.


    Die US-Krise scheint am wenigsten dringlich zu sein.
    Das stimmt. Doch wenn wir sie nicht lösen, wird das die Welt erschüttern. Es gibt immerhin eine wachsende Bewegung im Kongress, die Probleme anzupacken.


    Ist Inflation keine Gefahr angesichts der ganzen Gelddruckerei?
    Die Inflation wird sich zeigen, wenn die Geldumlaufgeschwindigkeit steigt. Diese sinkt schon seit längerer Zeit. Inflation ist eine Funktion von Geldmenge und Umlaufgeschwindigkeit. Wenn Letztere sinkt, bleibt die Inflation auch bei steigender Geldmenge unter Kontrolle. Bisher hielt die sinkende Umlaufgeschwindigkeit die Inflation im Zaum. Wenn die Umlaufgeschwindigkeit noch drei bis vier Jahre niedrig bleibt und danach nur langsam anzieht, verkauft das Fed womöglich keine Anleihen – so wie in den Dreissigerjahren, als die US-Notenbank die Anlagen auf der Bilanz gelassen hat.


    Und das könnte wieder passieren?
    Ich denke, das Fed wäre nicht böse, wenn die Inflation auf 3% steigen würde. Wir würden zwar Worte hören und die eine oder andere Alibiübung erleben, aber keine wirklich ernsthafte Reaktion, bis die Inflation über 4% klettert. Erst dann würde das Fed einschreiten.


    Es gibt Ökonomen, die 3 bis 4% Inflation als problemlos einstufen.
    Ich habe neulich zwei Nobelpreisträger getroffen, die sagen, 3 bis 4% Inflation sei genau das, was wir brauchen.


    Was denken Sie?
    Ich versuche immer noch, herauszufinden, warum überhaupt 2% Inflation eine gute Idee sein soll. 2% Inflation bedeutet, dass Sie in 36 Jahren die Hälfte der Kaufkraft verlieren. Was ist daran gut? Es ist nur dann eine gute Idee, wenn Sie hoch verschuldet sind, weil dann die Sparer ausgeblutet werden. Das ist eine erbärmliche Politik, was aber nicht heisst, dass es nicht so kommen wird.


    Die Schweizerische Nationalbank hat im Januar den Euromindestkurs aufgehoben. Was halten Sie davon?
    Das ist wohl der grösste Pro-Kopf-Verlust einer Zentralbank aller Zeiten. Man hat es kommen sehen, wusste aber nicht, wann. Ich denke, die SNB (SNBN 1020 -1.16%) fürchtete das QE der EZB und fragte sich, wie viel sie zusätzlich noch verlieren wird. Und die Antwort wäre gewesen: viel mehr.


    Die Nationalbank hätte den Mindestkurs also schon lange aufheben müssen?
    Ja. Oder gar nie damit anfangen. Falls die SNB den Franken schwächen will, soll sie mit quantitativer Lockerung beginnen.


    SNB-Präsident Jordan hat immer gesagt, die Bilanz könne ins Unendliche steigen.
    Das kann sie. Aber die potenziellen Verluste in der Bilanz steigen ebenfalls.


    Ist die weltweit lockere Geldpolitik denn nicht Teil des Problems – sie kreiert Vermögens- und Kreditblasen?
    Immer, wenn nicht der Markt, sondern Leute in einem Sitzungszimmer entscheiden, was die Marktverzinsung sein soll, entsteht die Voraussetzung für Preisblasen. Akademische Untersuchungen zeigen, dass Quantitative Easing in den USA nicht funktioniert hat. Hat es dem Bankensystem geholfen? Ja. Hat es sich am Aktienmarkt bemerkbar gemacht? Ja. Hat es der Realwirtschaft geholfen? Nein. Der Vermögenseffekt existiert nicht. Die Leute geben nicht mehr aus, nur weil der Aktienmarkt steigt.


    Wo sehen Sie heute Blasen?
    In der Staatsverschuldung und in staatlichen Leistungsversprechen. Letztere ist die grösste Blase aller Zeiten. Sie wird böse enden. Regierungen werden nicht in der Lage sein, das zu zahlen, was sie versprochen haben.


    Befindet sich der US-Aktienmarkt in einer Blase?
    Nein. Ist er hoch bewertet? Ja, im Vergleich zu den künftigen Gewinnen ist er stattlich bewertet, zumal diese Gewinne wegen des starken Dollars unter Druck kommen. Kann er 25% korrigieren? Ja. Doch der Nasdaq von heute ist nicht zu vergleichen mit dem aus dem Jahr 2000, als er letztmals auf 5000 notierte.


    Warum nicht?
    Um inflationsbereinigt auf den damaligen Stand zurückzukehren, müsste der Nasdaq auf 6900 steigen. Zudem erzielten die Unternehmen damals keine Gewinne. Heute sind im Nasdaq 100 (Nasdaq 100 4333.688 -1.12%) viele Gesellschaften mit realen Gewinnen und niedriger Bewertung vertreten – wie zum Beispiel Apple (AAPL 124.43 -1.54%). Das ist keine Blase. Eine Blase besteht dann, wenn der Bezug zum realen Wert verloren geht, wie damals beim US-Immobilienmarkt, als wir 2,5 Mio. Häuser zu viel gebaut haben.


    http://www.fuw.ch/article/funf…ie-finanzwelt-dominieren/

  • Zocker setzen auf Griechen-Aktien

    Griechische Aktien haben vier Quartale in Folge Verluste verzeichnet und die Volatilität nimmt zu - aber Investoren fällt es schwer, nicht auf eine Verbesserung der Lage zu wetten.

    Ein börsengehandelter Fonds, der auf griechische Aktien setzt, hat jede einzelne Woche in diesem Jahr Zuflüsse verzeichnet. Sie summieren sich mittlerweile auf 167 Millionen Dollar, zeigen Bloomberg-Daten. Gleichzeitig sanken die Leerverkaufspositionen diesen Monat auf den niedrigsten Stand seit Juli.


    Die Ausschläge am griechischen Aktienmarkt haben sich in diesem Jahr verdoppelt, nachdem die Verhandlungen zwischen Ministerpräsident Alexis Tsipras und den Kreditgebern des Landes bislang keine klare Richtung zeigen. Investoren, die jetzt Wetten abgeben, könnten sich über gewaltige Renditen freuen, wenn das Land Reformen einführt und die Aktien in der Folge eine Rally hinlegen, sagt Andreas Kontogouris von Beta Securities.


    "Alles wird plötzlich viel besser aussehen"


    “Diese Investoren wollen dem Markt voraus sein,” erläutert Kontogouris telefonisch aus Athen. “Es besteht die Möglichkeit, dass Griechenland bis Juni nicht nur über neue Finanzierungen verfügt sondern auch mit der Einführung grösserer Reformen begonnen hat. Alles wird plötzlich viel besser aussehen.”


    Der ASE Index hat im ersten Quartal 6,1 Prozent nachgegeben, wobei die Banken in der Benchmark am 19. März ein Allzeittief markierten. Durchschnittlich betrugen die Ausschläge in diesem Jahr täglich drei Prozent, verglichen mit 1,6 Prozent 2014. Der Stoxx Europe 600 Index kommt in diesem Jahr auf einen Tagesdurchschnitt von 0,7 Prozent.


    Dahinter stehen nicht zuletzt Befürchtungen, dass die neue Regierung um Tsipras die mit den Kreditgebern getroffenen Vereinbarungen nicht einhält und dass die Mittel, die das Land vor der Zahlungsunfähigkeit bewahren sollen, demzufolge ausbleiben. Kreditausfallversicherungen deuten derzeit auf eine Wahrscheinlichkeit von fast 75 Prozent für einen Zahlungsausfall hin, zeigen CMA-Daten. Anfang März betrug die Wahrscheinlichkeit noch 67 Prozent.


    Nachdem der ASE Index auf den niedrigsten Stand seit 2012 gefallen ist, setzen Händler darauf, dass die Erholung kräftig ausfallen könnte. In diesem Jahr kletterte der Index an sechs Handelstagen um mehr als fünf Prozent. Das grösste Plus beim Stoxx 600 betrug 2,7 Prozent in dem Zeitraum.


    Leerverkäufe auf den Global X FTSE Greece 20 ETF fielen auf 1,6 Prozent der ausstehenden Aktien zurück, verglichen mit einem Hoch von 20 Prozent im Dezember, belegen Markit-Daten. Bei vergleichbaren börsengehandelten Fonds, die Aktien in Deutschland, Frankreich und Italien abbilden, ist die Leerverkaufsquote höher.


    Zu früh für Investments


    Nach Ansicht von Vassilis Patikis, dem Chef für weltweite Märkte bei Piraeus Bank, ist es aufgrund der Marktvolatilität noch zu früh, in Griechenland zu investieren. “Die Unsicherheit, in welche Richtung es gehen wird, ist nach wie vor zu hoch,” sagte Patikis aus Athen. “Der Markt wird fast vollständig von der Politik getrieben, wodurch es unmöglich ist, zu einer Einschätzung basierend auf den üblichen Fundamentaldaten zu kommen.”


    Während es in Griechenland abwärts ging, verzeichnete der Rest der Region dank der quantitativen Lockerung (QE) der Europäischen Zentralbank zum Teil deutliche Gewinne. Die Leitindizes in Deutschland, Italien und Portugal haben 2015 bereits mehr als 20 Prozent gewonnen. Der Stoxx 600 kommt auf ein Plus von 17 Prozent - das ist der höchste Quartalsgewinn seit 2009.


    “Einige Investoren wollen mit Griechenland eindeutig schnelles Geld machen,” sagte Ion-Marc Valahu, Co-Gründer von Clairinvest in Genf. “Sie setzen auf eine Hauruckreaktion, wenn wir endlich zu einer politischen Lösung kommen. Meiner Ansicht nach wird die Erholung höchstens ein paar Wochen anhalten. Nachdem QE den Rest Europas beflügelt gibt es einfachere Möglichkeiten, Geld zu machen.”


    (Bloomberg)

  • Die Nullzinsen sind keine Nullzinsen

    Und wenn sie es wären, wäre das auch nicht so schlimm.
    Historische Erkenntnisse zur Geldillusion und der vermeintlichen finanziellen Repression durch die Staaten und Notenbanken.


    Immer wieder Phasen niedriger Realzinsen


    Auch das ist im Verständnis der meisten Sparer zwar nicht wahnsinnig viel. Allerdings ist die Zahl geschichtlich kein Tiefstwert. In den letzten vierzig Jahren gab es immer wieder Phasen, in denen die realen Zinsen zeitweise unter null fielen. So zum Beispiel Ende der 1970er-Jahre und Ende der 1980er-Jahre. Generell lässt sich feststellen: Hohe Realzinsen von 2 Prozent und mehr, so wie sie von den 1990er- bis Mitte der 2000er-Jahre herrschten, sind historisch eher die Ausnahme.


    Aktuell betont besonders die Nationalbank, dass Anleger nicht nur auf die nominalen, sondern auf die realen Zinsen achten sollten. Das ist kein Zufall: Die Notenbank steht wegen der Negativzinsen, die sie dieses Jahr eingeführt hat, unter Beschuss. Speziell die Pensionskassen fürchten um ihre Renditen. Wie die SNB allerdings hervorhebt, sind negative Realzinsen gar nicht so selten. In einem Referat platzierte Direktoriumsmitglied Fritz Zurbrügg jüngst die folgende Grafik. Sie zeigt, dass die realen 12-Monats-Zinsen auch Mitte der 2000er-Jahre länger unter null lagen.


    [Blocked Image: http://files.newsnetz.ch/upload//5/0/50370.jpg]


    http://www.tagesanzeiger.ch/wi…Nullzinsen/story/20919552

  • Elias hat am 02.04.2015 - 14:21 folgendes geschrieben:

    Wunderbar, leih mir heute 1000 sfr. und morgen werde ich dir nur 900 sfr. zurückgeben. Betreffend Negativzinsen, somit kann ich davon ausgehen, dass es ein wunderbares Geschäftsmodell ist ohne ein grosses Risiko einzugehen. Das Problem liegt bei den Banken, denn in Wirklichkeit haben Banken keine Möglichkeit mehr, mit Geld Geld zu verdienen. Fazit: Der Zustand der Banken und der Wirtschaft sieht verheerend aus.


    Frohe Ostern

    Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.

  • martinidrink hat am 02.04.2015 - 16:36 folgendes geschrieben:

    Quote

    Wunderbar, leih mir heute 1000 sfr. und morgen werde ich dir nur 900 sfr. zurückgeben

    Es geht nicht um Geld leihen. Es geht um Aufbewahrung von Geld.


    Es gibt Menschen, die lagern ihre Wertsachen in einem Schliessfach und zahlen dafür. Da wird auch nicht gejammert.

  • Weltwirtschaft: US-Bank malt düsteres Bild

    Eine amerikanische Grossbank befürchtet, dass die Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft nie mehr so sein werden, wie sie vor der Finanzkrise waren.

    Von Lorenz Burkhalter

    Bis vor wenigen Jahren galten die Schwellenländer, insbesondere China, als Wachstumslokomotive für die Weltwirtschaft. Doch die Volksrepublik hat nach wachstumsreichen Jahren mit strukturellen Ungleichgewichten zu kämpfen, was der Konjunktur zusetzt. Betroffen sind auch viele der vom Handel mit China abhängigen Nachbarländer. Die Hoffnungen beruhen deshalb für einmal auf den Westen. Europa beginnt sich allerdings erst nach und nach aus der wirtschaftlichen Stagnation zu lösen und aus Nordamerika treffen immer öfter enttäuschende Konjunkturnachrichten ein.

    In einem in diesen Tagen veröffentlichten Kommentar malen die Ökonomen von J.P. Morgan ein überraschend düsteres Bild von der Weltwirtschaft. Durch die Spätfolgen der Finanzkrise der Jahre 2007/08 sei das globale Potenzialwachstum kleiner geworden, so die Experten.

    Warten auf die Wachstumsbelebung hat Folgen

    Dem Kommentar ist zu entnehmen, dass die Krise diesbezüglich bleibenden Schaden hinterlassen hat. Bankeigenen Berechnungen zufolge wurde seit 2007 durchschnittlich 3 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung ausradiert. Gleichzeitig sei das Potenzialwachstum von 3 auf 2,6 Prozent geschrumpft, so ist nachzulesen.

    Aufgrund des stagnierenden Angebots an Arbeitskräften und ausbleibender Produktivitätssteigerungen erwarten die Ökonomen von J.P. Morgan auf kurze Sicht sogar nur ein Weltwirtschaftswachstum von 1,6 Prozent. Für die USA prognostizieren sie ein Wachstum von 0,9 Prozent, für Europa sogar nur eines von 0,3 Prozent.

    US-Leitzinserhöhung vorerst auf Eis gelegt?

    Nach der schwachen konjunkturellen Entwicklung der letzten drei Jahre erwarten die Experten zwar eine Erholung. Je länger diese auf sich warten lasse, desto mehr werde das Potenzialwachstum schrumpfen.

    Zu allem Unglück schwächelt nun auch noch die amerikanische Wirtschaft. Sowohl der Arbeitsmarktbericht als auch der landesweite Einkaufsmanager-Index sorgten vergangene Woche für enttäuschte Gesichter.

    Die Berufskollegen der Credit Suisse rechnen neuerdings erst anlässlich der Sitzung vom September mit einer ersten Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank und nicht schon im Juni. Im laufenden Jahr erwarten sie nur gerade zwei Zinsschritte im Umfang von je 25 Basispunkten. Bis Ende nächsten Jahres sei dann ein Leitzins in der Region von 1,75 bis 2 Prozent zu erwarten.

    An der Börse in New York wurden die Aussichten auf eine Verzögerung beim geplanten Kurswechsel bei den US-Leitzinsen positiv aufgenommen und in den vergangenen Tagen mit Kursgewinnen belohnt.

    CASH

  • MarcusFabian hat am 02.04.2015 - 21:56 folgendes geschrieben:

    Quote

    Wenn Du Geld auf ein Bankkonto legst, wird das von der Bank nicht aufbewahrt. Es ist ein Kredit an die Bank mit dem die Bank Geldschöpfung betreiben und neue Kredite vergeben kann.

    Und wenn sie keine Kredite vergeben können, weil keine / zu wenige Kredite nachgefragt werden, müssen sie es lagern. Bis vor kurzem lagerten sie es bei der SNB. Und seit sie es dort nicht mehr gegen Zinsen lagern können, geben sie auch auf den normalen Konti keine Zinsen mehr.


    Sie können nicht alles Geld als Kredite vergeben, da ein Teil z.B. für den Zahlungsverkehr gebraucht wird. Also muss ein Teil "gelagert" werden.

  • Arbeitslosigkeit in Spanien geht deutlich zurück

    Im Vergleich zum Vorjahr gibt es in Spanien über 340'000 Arbeitssuchende weniger. Vor allem der Dienstleistungssektor kurbelt den Wirtschaftsmotor an.

    http://www.20min.ch/finance/ne…deutlich-zurueck-12492039


    Ex-Krisenstaat: Irlands Wirtschaft wächst um fast fünf Prozent

    http://www.spiegel.de/wirtscha…nf-prozent-a-1023268.html



    Wenn es auch in anderen Ländern aufwärts geht, schlägt sich das auch auf unseren Arbeitsmarkt durch

  • Zyndicate hat am 07.04.2015 - 08:29 folgendes geschrieben:

    Quote

    Weltwirtschaft: US-Bank malt düsteres Bild


    Eine amerikanische Grossbank befürchtet, dass die Wachstumsaussichten der Weltwirtschaft nie mehr so sein werden, wie sie vor der Finanzkrise waren.

    Bis vor wenigen Jahren galten die Schwellenländer, insbesondere China, als Wachstumslokomotive für die Weltwirtschaft. Doch die Volksrepublik hat nach wachstumsreichen Jahren mit strukturellen Ungleichgewichten zu kämpfen, was der Konjunktur zusetzt. Betroffen sind auch viele der vom Handel mit China abhängigen Nachbarländer. Die Hoffnungen beruhen deshalb für einmal auf den Westen. Europa beginnt sich allerdings erst nach und nach aus der wirtschaftlichen Stagnation zu lösen und aus Nordamerika treffen immer öfter enttäuschende Konjunkturnachrichten ein.

    In einem in diesen Tagen veröffentlichten Kommentar malen die Ökonomen von J.P. Morgan ein überraschend düsteres Bild von der Weltwirtschaft. Durch die Spätfolgen der Finanzkrise der Jahre 2007/08 sei das globale Potenzialwachstum kleiner geworden, so die Experten.


    Auch schon mal gepostet:

    02.08.2014

    Gross verkündet Ende der Kapitalgewinne

    Anleger sollten laut Bill Gross von Pacific Investment Management der Aussicht auf künftige Kapitalgewinne an Märkten für Vermögenswerte «gute Nacht» sagen.

    http://www.direktbroker.de/new…r-kapitalgewinne-38088773



    Es gibt kein ewiges Wachstum

  • Konsumentenpreise steigen im März

    Der Landesindex der Konsumentenpreise (CPI) ist nach einem dreifachen monatlichen Rückgang wieder angestiegen.

    Im März 2015 steht der Index bei 98,2 Punkten (Dezember 2010 = 100) und damit 0,3% höher als im Februar. Somit resultiert eine Jahresteuerung von -0,9%, verglichen mit Jahresraten von -0,8% im Februar 2015 bzw. von 0,0% im März 2014. Die Werte lagen damit ausserhalb der Erwartungen: Die Schätzungen der von AWP befragten Ökonomen für den Monatswert lagen in einer Spanne von -0,1% bis +0,2% und jene für den Jahreswert zwischen -1,3% bis -1,0%.


    Den Anstieg des Landesindexes der Konsumentenpreise führt das Bundesamt für Statistik (BFS) in einer Mitteilung vom Mittwoch vorwiegend auf das Ende des Ausverkaufs im Bekleidungssektor sowie höhere Preise für Benzin, Diesel, Heizöl und Pauschalreisen zurück. Rückläufig seien hingegen die Preise für Automobile und diverse Lebensmittel gewesen, hiess es.


    Entsprechend gestiegen sind im März die Indizes der Hauptgruppen Bekleidung und Schuhe (+6,1%), Alkoholische Getränke und Tabak (+0,9%), Hausrat und laufende Haushaltsführung (+0,6%), Freizeit und Kultur (+0,4%), Sonstige Waren und Dienstleistungen (+0,2%), Wohnen und Energie (+0,2%) sowie Restaurants und Hotels (+0,1%). Rückläufig waren hingegen die Indizes der Hauptgruppen Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (-0,3%) sowie Nachrichtenübermittlung (-0,1%). Insgesamt unverändert blieben die Indizes der Hauptgruppen Verkehr und Gesundheitspflege, während im Bereich Erziehung und Unterricht keine Erhebung stattfand.


    Weiter blieben die Preise der Inlandgüter den Angaben zufolge im Vergleich zum Vormonat unverändert und jene der Importgüter stiegen um 1,4%. Innert Jahresfrist legten die Preise der Inlandgüter um 0,3% zu, während diejenigen der Importgüter einen Rückgang um 4,3% verzeichneten, wie es hiess.


    Der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI), anhand dessen die hiesige Teuerung mit jener in den europäischen Ländern verglichen werden kann, erreichte im Berichtsmonat einen Wert von 103,0 Punkten. Dies entspricht einer Veränderungsrate von +0,5% gegenüber dem Vormonat und von -0,5% im Vergleich zum Vorjahresmonat.


    (AWP)

  • Der Franken wird sich auch zum Euro abwerten

    Paul Brain, Leiter Fixed Income bei Newton, rechnet mit einer anhaltenden Phase negativer Zinsen. Von Schwellenländern rät er ab, ebenso vom US-Energiesektor.


    Wie gehen Sie generell mit Währungsrisiken um beim Investieren?
    Wir sind generell abgesichert und gehen punktuell und bewusst Währungsrisiken ein, wenn wir von der weiteren Entwicklung einer Währung überzeugt sind.


    Sie rechnen mit einem schwächeren Euro und einem schwächeren Franken. Wie steht es mit diesen beiden Währungen im Verhältnis zueinander?
    Der Franken dürfte sich zum Euro abwerten, sobald über Griechenland Klarheit besteht. Die Funktion des sicheren Hafens des Frankens dürfte sich weiter abschwächen, und die Negativzinsen werden sich allmählich auch auf diese Sicherheitsmarge des Frankens durchfressen.


    Was wäre ein Drehbuch für den Grexit?
    Griechenland könnte seine Ausgaben im Inland nicht mehr bestreiten und die Zahlungen an den Internationalen Währungsfonds und die EU einstellen. Der Staat müsste Schuldscheine ausgeben, als eine Art neue Währung. Dazu kämen Kapitalverkehrskontrollen, damit der Geldabfluss ins Ausland eingedämmt werden kann. Das Problem ist, dass die neue Regierung mit dem Versprechen gewählt wurde, die Sparpolitik zu beenden und gleichzeitig im Euro zu bleiben. Genau das aber können die Gläubiger nicht erlauben, denn sonst bekämen als Nächstes die Protestparteien in Spanien und anderswo Zulauf und könnten ähnliche Forderungen stellen. Ich sehe nicht, wie dieses Dilemma gelöst werden kann. Vielleicht mit einem neuen Referendum, in dem die griechische Bevölkerung neuen Sparbedingungen zustimmt.


    Sie rechnen also mit dem Grexit?
    Ja, aber erst in einigen Monaten.


    Wann erwarten Sie den Anstieg der Zinsen in den USA?
    Für Juni.


    Damit sind Sie unterdessen ein Contrarian.
    Ja, aber nicht, weil wir die Meinung geändert haben, sondern der Markt den Termin immer weiter nach vorne geschoben hat. Wir glauben, dass sich die US-Zinskurve abflachen wird. Das Fed wird die Zinsen moderat anheben. Das ist gut für das lange Ende der Kurve, nicht für das kurze. Wir kaufen lang laufende Treasuries und verkaufen fünfjährige.



    Ganzer Beitrag http://www.fuw.ch/article/der-…h-auch-zum-euro-abwerten/

  • Die lahmen Zehnerjahre

    Laut dem Internationalen Währungsfonds wächst die Weltwirtschaft weiter im Schneckentempo – bis zum Jahr 2020. Was ist an der Prognose dran?

    Jahre der Stagnation


    Der Kater nach der Finanzkrise währt länger als gedacht: Mit dieser Aussage knüpft der Internationale Währungsfonds an eine Diskussion an, die in den USA von diversen Ökonomen geführt wird, darunter etwa Ex-Finanzminister Larry Summers oder der ehemalige Notenbankchef Ben Bernanke. Von Summers stammt das dazugehörige Schlagwort der «säkularen Stagnation». Die Idee besagt, dass die Weltwirtschaft über Jahrzehnte hinaus nur stotternd vorankommt, was entsprechend niedrige Zinsraten und geldpolitische Komplikationen nach sich ziehen würde.


    Ganzer Beitrag http://www.tagesanzeiger.ch/wi…ehnerjahre/story/23349252

  • In den USA wächst die Furcht vor einer Stagnation

    Fällt Amerika in eine neue Schwäche zurück, bevor die Wirtschaft in Europa in Schwung kommt? Diese Frage bringt die US-Notenbank in akute Bedrängnis.

    USA auf verlorenem Posten?


    Larry Summers macht dieser Tage mit einer rabenschwarzen Analyse von sich reden. «Der vergangene Monat (März) wird als Moment in Erinnerung bleiben, in dem die USA ihre Rolle als Sicherung des globalen Wirtschaftssystems verloren haben», schreibt er. Bedroht sieht er diese Rolle durch das Gegenprojekt Chinas für eine neue Entwicklungsbank sowie die zu tiefen Investitionen in die US-Infrastruktur. Dieser Mangel führt aus seiner Sicht zusammen mit einem tieferen Bevölkerungswachstum zwangsläufig in eine säkulare, also tief verankerte Stagnation. Anders als in früheren Phasen fielen die USA diesmal in eine Schwäche zurück, bevor Europa Fuss gefasst habe und von sich aus wachsen könne, meint Summers.


    Diese Sicht teilt Ben Bernanke nicht.


    Die derzeitige Schwäche sei nur eine letzte Spätfolge der Rezession von 2008. Das Problem sei nicht die fehlende Investitionslust, sondern ein Überhang an Spareinlagen, eine neue Form der ­Sparwut. Eine Gegenmassnahme sei deshalb, so sagt Bernanke, das rasche Anheben der US-Leitzinsen. Dadurch würden Anreize geschaffen, die gesparten Gelder in höher verzinste Staatsanleihen anzulegen.


    http://www.tagesanzeiger.ch/wi…nationnobr/story/17487897

  • Die grosse Angst vor dem Börsencrash

    Seit sechs Jahren geht es an den Aktienmärkten nur aufwärts. Wie lange kann das noch gut gehen?


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    Nur zwei Mal lief es ähnlich lange gut

    Dennoch steigt unter den Anlegern die Skepsis, ob die Fahrt nach oben an den Börsen in diesem Tempo weitergehen kann. In den vergangenen sechs Jahren hat sich der Schweizer Leitindex verdoppelt, andere Aktienmärkte haben sich gar verdrei- oder vervierfacht. Keine Ausnahme, aber aussergewöhnlich Nur zweimal in den vergangenen 60 Jahren lief es an der Börse ähnlich lange gut: Ab März 1981 stiegen die Börsen gut sechseinhalb Jahre lang und erzielten ähnliche Zuwächse wie heute. In den fast sechs Jahren nach dem Dezember 1992 ging es dann bis zur Asienkrise erneut deutlich nach oben.


    Die aktuelle Rally ist also keine Ausnahme, aber im historischen Vergleich am oberen Ende der zeitlichen Erwartung. Die «Handelszeitung» hat deshalb die fünf grössten Gefahren unter die Lupe genommen, die der Feststimmung an den Börsen einen Strich durch die Rechnung machen könnten – von der Geldpolitik über die latenten Krisenherde Europas, vom Bewertungsanstieg von Aktien und Anleihen über die weiterhin verhaltene Stimmung an den Börsen bis hin zur Konjunktur.

    Erhöhte Alarmstufe

    Vor allem bei zwei Risikofaktoren ist eine erhöhte Alarmstufe angesagt: Derzeit finden die Börsianer kein Gehör für die latenten Krisenherde in Europa. Weder der mögliche Austritt Griechenlands oder gar Grossbritanniens aus der Euro-Zone sorgt für Aufregung noch die Ukraine- Krise, die vergangenes Jahr noch unruhige Wochen an den Finanzmärkten mit sich brachte. Ein Wiederaufflammen einer dieser Krisen könnte für verstärkte Verunsicherung an den Finanzmärkten sorgen.


    Dazu kommt die bis heute weitgehend verhaltene Börsenstimmung – ungewohnt angesichts dieser Jahrhundert-Rally. Diese Zurückhaltung sorgt auch bei Beobachtern für Sorgenfalten. Einerseits ist sie Ausdruck für den anhaltenden Vertrauensverlust der Anleger im Nachzug der Finanzkrise, anderseits nehmen Investoren im derzeitigen Tiefzinsumfeld lieber Minusrenditen bei Obligationen oder bisweilen gar Negativzinsen auf Bargeld in Kauf, anstatt auf Aktien umzusatteln. In diesem noch immer fragilen Umfeld braucht es mitunter gar nicht so viel, um nach acht Jahren


    http://www.handelszeitung.ch/i…r-dem-boersencrash-765791