Opfern wir der UBS die Schweiz?

  • UBS-Rettung zahlt sich aus

    Nun lässt sich abschätzen, was die Operation insgesamt gebracht hat:


    Erstens wurde die UBS gerettet, die heute von der Börse mit 71 Mrd. Fr. bewertet wird und 60 000 Mitarbeiter beschäftigt.


    Zweitens konnte der Bund für sein Darlehen (Wandelanleihe von 6 Mrd. Fr., Zinssatz 12,5%) im August 2009 einen Erlös von 1,24 Mrd. Fr. verbuchen.


    Drittens hat die Nationalbank seit 2008 Zinseinnahmen für das Darlehen an den Stabilitätsfonds von 1,6 Mrd. Fr. erzielt. Zudem ist das Eigenkapital im Fonds stetig gestiegen. Der Verteilschlüssel bei der Auflösung sieht vor, dass die erste Milliarde der Eigenmittel an die SNB geht und der Rest zu gleichen Teilen unter UBS und SNB aufgeteilt wird. Ende Juni dürfte das Eigenkapital des Fonds auf etwa 6,3 Mrd. Fr. angestiegen sein; an die SNB würden dann rund 3,6 Mrd. Fr. fliessen. Diese Eckwerte können sich bis zur Auflösung des Fonds noch leicht verändern.


    Insgesamt hat die grösste Rettungsaktion von Bund und Nationalbank für ein privatwirtschaftliches Unternehmen *good* den Steuerzahler keinen Rappen gekostet, aber einen Gewinn in der Grössenordnung von 6,5 Mrd. Fr. in die Kasse des Staates und der Notenbank gespült. Dagegen in Rechnung zu stellen sind die gewaltigen Risiken, welche vor allem die Nationalbank tragen musste. Denn im Oktober 2008, nach dem Kollaps der US-Banken Bear Stearns und Lehman Brothers, war die Verunsicherung allgegenwärtig. Die UBS war viel zu schwach mit Eigenmitteln ausgestattet – und die globale Wirtschaft glitt in eine Rezession ab.


    Ganzer Artikel: http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am…zahlt-sich-aus-1.18127589

  • Elias hat am 04.08.2013 - 10:10 folgendes geschrieben:

    Quote

    .......


    Insgesamt hat die grösste Rettungsaktion von Bund und Nationalbank für ein privatwirtschaftliches Unternehmen smileyden Steuerzahler keinen Rappen gekostet, ...............

    Was geschah, ist heute so falsch wie es damals falsch gewesen ist. Wer für eine kleine Minderheit von Abzockern das Wohl des Landes aufs Spiel setzt.....hat keinen Smile mit erhobenem Daumen verdient.....sondern einfach nur Glück gehabt.


    Im Nachhinein gilt es positiv zu vermerken, dass das Bankgeschäft dorthin zurück gekehrt ist, wohin es auch gehört, namentlich in den Schoss von Väterchen Staat....de facto sind heute alle "systemrelevanten" Institute verstaatlich.....oder, ja, stehen unter staatlicher Aufsicht...was faktisch das Gleiche ist. Abgezockt wird zwar immer noch....nun jedoch mit amtlicher Genehmigung.


    Fine-Tuner

  • Fine-Tuner hat am 05.08.2013 - 00:23 folgendes geschrieben:

    Quote

    Elias hat am 04.08.2013 - 10:10 folgendes geschrieben:

    Was geschah, ist heute so falsch wie es damals falsch gewesen ist.

    Richtig. Es war damals falsch die Lehman Brother fallen zu lassen. Die Bank war zwar nicht so gross, aber trotzdem Systemrelevant. Darum wäre es auch falsch gewesen, die UBS fallen zu lassen, weil dann weitere Banken gefolgt wären.


    Und es wäre auch heute wieder falsch, eine systemrelevante Bank unkontrolliert untergehen zu lassen.


    Uns geht es verdammt gut. Nicht auszudenken, wie es bei uns aussähen (und hier im Forum gejammert) würde, hätte man sie nicht gerettet. Allein die Arbeitsplätze und die dahinter stehenden menschlichen Schicksale waren der Versuch wert.

  • Elias hat am 05.08.2013 - 07:55 folgendes geschrieben:

    Quote
    Es war damals falsch die Lehman Brother fallen zu lassen. Die Bank war zwar nicht so gross, aber trotzdem Systemrelevant.

    "Nicht so gross" würde ich nicht sagen. Lehman war immerhin die #5 in den USA.


    Was mich damals am meisten beeindruckt - schockiert - hat ist, wie eng die Banken miteinander verknüpft, wie abhängig sie voneinander sind. Fällt eine, fallen alle anderen wie Dominosteine.


    Entsprechend halte ich es nach wie vor für einen Fehler, dass man die Banken nicht entflochten hat. (Schweden mal ausgenommen). Dieser Druck hätte vom Staat kommen sollen, denn die Banken haben logischer Weise keinerlei Interesse, aufgeteilt zu werden. Eine Bank hat ein elementares Interesse daran, weiterhin "Systemrelevant" zu bleiben, denn das sichert im Falle von Fehlspekulationen staatliche Unterstützung.

  • Finma will «Bail-in» anordnen können

    Die Schweizer Finanzmarkt-Aufsichtsbehörde Finma ist überzeugt, dass die Sanierungs- und Abwicklungsfähigkeit von systemrelevanten Banken verbessert werden muss. Dazu hat sie am Mittwoch ein Positionspapier zur Sanierung und Abwicklung global tätiger Banken publiziert.


    «Ohne Konkursdrohung fehlt Disziplinierungsfunktion»


    http://www.fuw.ch/article/finm…-bail-in-anordnen-konnen/

  • Elias hat am 07.08.2013 - 13:40 folgendes geschrieben:

    Quote
    Finma will Bail-in anordnen können ...

    Gibt's doch schon?!

    Quote

    22. April 2013 • 18:58 Uhr

    Als sich die allgemeine Aufmerksamkeit jüngst auf Zypern richtete, wußte kaum jemand, daß ein „Zypern-Schema“ zur Teilenteignung von Bankkunden in einem der reichsten Finanzplätze der Welt, der Schweiz, bereits existiert. Schon seit November 2012 gilt dort ein neues Bankengesetz mit der Regelung eines solchen „Bail-In“ bei Bankinsolvenzen.

    Man beachte das Datum: 22. April


    http://www.bueso.de/node/6416

  • systemrelevant! das ist doch nur ein neuer, vorgeschobener Begriff, eine Versicherung der Banken,


    und alle Politikdarsteller kuschen vor den Mächtigen.


    Den Geschäftsteil der Banken in eine Firma auslagern, die Nationalbank liefert (sichert) das Geld für die Einleger und alle Banken in den Konkurs schicken, das Leben geht weiter, siehe Island. Die haben das praktiziert und haben jetzt, soviel ich weiss einen Aufschwung.

  • speedy hat am 08.08.2013 - 21:57 folgendes geschrieben:

    Quote

    und haben jetzt, soviel ich weiss einen Aufschwung.

    Soviel ich weiss, geht es Nelson Mandela auch wieder besser. Er atmet wieder alleine.



    Quote

    Während Griechenland mal wieder mit der Pleite ringt, kommt Irlands Wirtschaft langsam wieder auf die Beine. Der einstige "keltische Tiger" :roll: könnte das erste Euro-Krisenland werden, dem mit hartem Sparkurs die Trendwende gelingt. http://www.spiegel.de/wirtscha…ich-langsam-a-868927.html

  • SNB-Vizedirektor Danthine:

    «Wir verteidigen nicht die Finanzindustrie, sondern die Realwirtschaft»





    Wissen Sie, wie gross die Verpflichtungen sind, welche die beiden Schweizer Grossbanken CS und UBS im Derivategeschäft eingegangen sind?


    89 000 Milliarden beziehungsweise 89 Billionen Franken.


    In ihren Statistiken weist die Nationalbank aber 50 Billionen aus.


    Das liegt daran, dass nur die Derivate erfasst werden, welche die Muttergesellschaften in der Schweiz emittiert haben, nicht aber auch jene ihrer ausländischen Tochterunternehmen. Unsere Abteilung für Finanzstabilität kennt indes natürlich auch die globalen Volumen der beiden Grossbanken.


    Damit ist die Schweiz verhältnismässig am stärksten exponiert, die USA und Deutschland folgen mit grossem Abstand.


    Es ist wichtig, zu sehen, dass der Bruttobetrag von 89 Billionen nicht die eingegangenen realen Risiken widerspiegelt, die deutlich tiefer sind. Doch wir wollen dies nicht verharmlosen: Es geht um sehr hohe Summen. Darum beharren wir ja darauf, dass die Banken ihre Eigenkapitalbasis stärken. Wir unterziehen sie sehr strengen Stresstests. Doch selbst in den Katastrophenszenarios betragen die realen Risiken auf diesen Derivaten nur einen Bruchteil der genannten Summe. Zudem ist der Bruttobetrag darum so hoch, weil die grossen Schweizer Banken im Derivategeschäft Vermittler sind und so gleichsam als «Versicherer» für zahlreiche andere in- und ausländische Institute agieren. Um sich selber abzusichern, geben sie diese Risiken aber wieder an andere weiter ... Durch diese Kaskade wird der Bruttobetrag einer eingegangenen Verpflichtung vervielfacht.


    Zusammen sind UBS und CS bei den Derivaten stärker exponiert als J. P. Morgan oder die Deutsche Bank. Kann die Schweiz das verkraften?


    Unser kleines Land exportiert proportional viele Güter und Dienstleistungen, namentlich auch finanzielle. Diese aussergewöhnliche Situation konfrontiert uns mit einer fundamentalen Frage: Verträgt die Schweiz eine Nestlé, nicht aber eine UBS oder CS? Grossbanken eines kleinen Landes müssen pleitegehen können, ohne dass die ganze Wirtschaft im Chaos versinken würde, wenn der Staat nicht als Retter in der Not einspringt. Ein Staat wie die Schweiz muss also das Problem des «Too big to fail» in den Griff kriegen, dann verträgt die Schweiz auch die beiden Grossbanken. Es ist unsere Hoffnung und unsere Überzeugung, dass wir eine Lösung für dieses Problem finden. Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen, doch wir arbeiten hart daran, sowohl auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene. Am Ende des Prozesses werden die Banken genügend kapitalisiert sein, um ihre Risiken tragen zu können. Und die Steuerzahler wiederum werden selbst im Falle, dass es wirklich schlimm kommen sollte, geschützt sein.



    http://www.sonntagszeitung.ch/…etailseite/?newsid=259084



    weico

  • weico hat am 11.08.2013 - 09:11 folgendes geschrieben:

    Quote

    SNB-Vizedirektor Danthine:


    «Wir verteidigen nicht die Finanzindustrie, sondern die Realwirtschaft»




    Deine persönliche Meinung dazu würde mich noch interessieren ...

  • MarcusFabian hat am 11.08.2013 - 15:13 folgendes geschrieben:

    Quote

    weico hat am 11.08.2013 - 09:11 folgendes geschrieben:

    Deine persönliche Meinung dazu würde mich noch interessieren ...

    Die Finanzindustrie trenne ich,im Gegensatz zu Danthine,nicht von der "Realwirtschaft". Bin ja kein Anhänger der Neoklassikschen Wirtschaftstheorie, sondern sehe das ganze "Wirtschaftsgeflecht" eher aus dem Blickwinkel der Kredittheorie.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Kreditgeld



    Die schweizerischer Finanzindustrie, die mit knapp 6% der Erwerbstätigen rund 10% des BIP und 10% der Steuern erwirtschaftet ....darf man doch guten Gewissens schlichtweg der REALwirtschaft zurechnen.


    http://www.google.ch/url?sa=t&…bv.50500085,d.ZG4&cad=rja




    weico

  • weico hat am 11.08.2013 - 19:24 folgendes geschrieben:

    Quote


    Die schweizerischer Finanzindustrie, die mit knapp 6% der Erwerbstätigen rund 10% des BIP und 10% der Steuern erwirtschaftet ....darf man doch guten Gewissens schlichtweg der REALwirtschaft zurechnen.

    Da spricht nichts dagegen. Aber das meinte ich nicht.


    Mich würde Deine Meinung interessieren zu den 89 Billionen an Derivaten in den PF von CS/UBS. Immerhin das 140fache des Schweizer BIP.


    Wenn wir von einem Netting von Faktor 20 ausgehen (also das sich-aufheben von Long/Short Positionen), bleiben immer noch rund 4.5 Billionen oder das 7-fache BIP (= ca. 600 Mrd.). Also keine Chance, die Banken zu retten, falls die Derivateblase mal platzen sollte.


    Wie siehst Du das?

  • MarcusFabian hat am 12.08.2013 - 11:34 folgendes geschrieben:

    Quote

    Wenn wir von einem Netting von Faktor 20 ausgehen (also das sich-aufheben von Long/Short Positionen), bleiben immer noch rund 4.5 Billionen oder das 7-fache BIP (= ca. 600 Mrd.). Also keine Chance, die Banken zu retten, falls die Derivateblase mal platzen sollte.


    Wie siehst Du das?

    ..darum habe ich doch den mir wichtigen Punkt im Beitrag hervorgehoben:


    "Grossbanken eines kleinen Landes müssen pleitegehen können, ohne dass die ganze Wirtschaft im Chaos versinken würde, wenn der Staat nicht als Retter in der Not einspringt. Ein Staat wie die Schweiz muss also das Problem des «Too big to fail» in den Griff kriegen, dann verträgt die Schweiz auch die beiden Grossbanken. Es ist unsere Hoffnung und unsere Überzeugung, dass wir eine Lösung für dieses Problem finden."



    Ich war ja schon damals der Meinung ,dass die UBS-Rettung zwar absolut richtig war ...aber leider nur die 2.beste Lösung angewandt wurde.


    http://www.cash.ch/comment/337935#comment-337935



    Als Retter muss man Eigentümer werden und die Regel/Führung (Zepter) selbst bestimmen/übernehmen.Falls man dies nicht will, muss der "Rettungseinsatz" wenigstens über einen HOHEN Zins vergütet werden (Bagehot). Der Bankenplatz Schweiz wäre jedenfalls schon viel weiter,wenn der LORL (Staat) die UBS unter seine Fittiche genommen hätte und die Regel neu bestimmt hätte .


    Kurzgefasst: Der Staat (LORL) HAT die LÖSUNG doch schon längst . Er MUSS/SOLL sie im Notfall nur richtig ANWENDEN..


    weico

  • Elias hat am 23.01.2012 - 08:22 folgendes geschrieben:

    Quote

    Heute beginnt der Fall Erb.


    4 Jahre nach dem Konkurs. Verglichen zur UBS ein Furz in den Wind. Es geht um ausstehende Kredite von 2 Milliarden Franken bei rund 80 Banken. Wie zuvor gepostet ist der Fall Swisair auch noch nicht ganz erledigt.


    Ten Years After


    Rolf Erb: Zu viele Nullen fürs Konkursamt

    Milliardenpleite

    Rolf Erb kämpft am Zürcher Obergericht um seine Ehre. Der Prozess um seine Erb-Gruppe zeigt immer neue Facetten - so ist der Schuldenberg viel höher als bisher bekannt: 6,5 Milliarden Franken.


    Nicht genügend Platz für die vielen Nullen


    Mit so hohen Forderungen sehen sich Konkursämter selten konfrontiert. Beim Konkursamt im Kanton Thurgau, wo die offenen Beträge im Fall Erb gesammelt und aufgelistet wurden, hatte die Eingabemaske im Computersystem gar nicht genügend Platz für die vielen Nullen. Wegen der Erb-Pleite musste das Amt die Eingabefelder erweitern lassen.


    http://www.handelszeitung.ch/u…n-fuers-konkursamt-502586

  • UBS zeigt Stärke

    Die Grossbank hat 2013 mit dem Milliardengewinn die Erwartungen leicht übertroffen. Die Dividende soll von 15 auf 25 Rp. erhöht werden. Der Ausblick bleibt verhalten. Die Aktien avancieren am Vormittag um 5,4%.


    http://www.fuw.ch/article/ubs-…-mrd-fr-jahresgewinn-aus/


    «Steuern an den Kanton Zürich kaum vor 2017»

    http://www.tagesanzeiger.ch/wi…15-Steuern/story/27780627




    Bund und SNB haben am UBS-Debakel verdient.

  • Die Grossbanken müssen bald wieder Gewinnsteuern zahlen

    Seit dem Ausbruch der Finanzkrise müssen UBS und CS keine Gewinnsteuern bezahlen – zum Leidwesen der Stadt Zürich. Für eine der beiden Banken ist es mit dieser Praxis wohl bald vorbei.

    Hat eine Firma in einem Jahr rote Zahlen geschrieben, kann sie diese während maximal sieben Jahren in der Steuerrechnung von den Gewinnen abziehen. Gerade bei Schwergewichten wie den beiden Grossbanken schlägt sich das aufs Budget des Firmenstandorts bitter nieder.

    Die völlig rechtmässige Praxis der Verlustvorträge lässt denn auch regelmässig viel Druckerschwärze fliessen und manche Steuerpflichtigen die Faust im Sack machen. Allerdings befreit der Verlustvortrag lediglich von der Gewinnsteuer. Er kann geltend gemacht werden, bis die Verluste ausgeglichen sind und maximal während sieben Jahren.


    Profitieren vom Verlustvortrag


    Die Regelung, frühere Verluste als Verlustvorträge von der Gewinnsteuer abziehen zu dürfen, besteht bereits seit mehr als 50 Jahren, erklärte der Genfer Steuerexperte und Professor Xavier Oberson gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Die Absicht des Gesetzgebers ist klar: Unternehmen sollen sich nach Verlusten erholen dürfen.


    Und die Schweiz ist bei der Steuerbefreiung mittels Verlustvortrag nicht einmal besonders grosszügig. Gemäss Oberson dürfen Unternehmen in den USA ihre Verluste zwanzig Jahre lang abziehen, in Grossbritannien sogar unbefristet.


    Die Regelung gilt für alle Unternehmen. Für Aufsehen sorgte sie aber namentlich bei den beiden Grossbanken UBS (UBSN 18.16 -0.38%) und Credit Suisse. (CSGN 27.69 -1.11%) UBS, die Nummer eins, zahlt seit ihren astronomischen Verlusten in der Finanzkrise von 2008 wegen des Verlustvortrags keine Gewinnsteuern – zum Leidwesen der Finanzvorsteher der Stadt Zürich.


    Kassenwarte brauchen noch Geduld


    Auch wenn seither mit Ausnahme eines heftigen Rückschlags 2012 die UBS-Gewinne wieder sprudeln, ändert sich daran so schnell nichts. 2013 schrieb die Bank einen Gewinn von 3,17 Milliarden Franken, 2012 aber einen Verlust von 2,48 Milliarden. Damals schlugen Restrukturierungskosten und die Regelung des Libor-Skandals zu Buche.


    So müssen die Kassenwarte der öffentlichen Hand weiter auf den Zustupf der Grossbank warten, allen voran die Stadt Zürich. 2011 rechnete der damalige Finanzvorsteher Martin Vollenwyder, bis 2013 wieder Gewinnsteuer von der UBS einziehen zu können.


    Der Verlust 2012 zerschlug diesen Hoffnungsschimmer aber jäh. Bis die UBS wieder Gewinnsteuer abliefere, dauere es etwas länger, beschied ihr Sprecher Jean-Raphäel Fontannaz der sda.


    Tatsächlich weist die UBS im Geschäftsbericht 2013 einen Verlustvortrag von 28,9 Milliarden Franken aus, 6,1 Milliarden davon in der Schweiz. Wie die Beträge verrechnet werden, hänge davon ab, wo sie anfielen, und auch vom Gewinnniveau, sagte Fontannaz.


    Der Löwenanteil des Verlustvortrags fällt mit 19,1 Milliarden Franken in den USA an, wo die UBS stark im Investmentbanking tätig ist. 2,8 Milliarden Franken entfallen auf Grossbritannien.


    Wichtiger Steuerfaktor


    Auch wenn die Bank keine Gewinnsteuer abliefert, bleibt sie doch eine wichtige Steuerzahlerin in der Schweiz, merkte Fontannaz an. Kapitalsteuern, Grundstücksteuern und was steuermässig sonst so anfällt, muss sie nämlich zahlen.


    Zählt man die Steuern der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu, sprudelte zwischen 2010 und 2012 jährlich etwa eine Milliarde an den hiesigen Fiskus, rechnete der Sprecher vor.


    Weniger von der Finanzkrise durchgerüttelt wurde die zweite Grossbank im Land, die Credit Suisse. Ihre Verluste lagen signifikant tiefer. So kündigte der Stadtzürcher Finanzvorsteher Daniel Leupi letzten Herbst bei der Budgetpräsentation auch an, *good* eine der Grossbanken werde 2014 wieder Gewinnsteuer abliefern – welche liess er offen. Dass es die UBS nicht sein wird, scheint fast sicher.


    So schnallt unterdessen die Stadt den Gürtel enger und rechnet bis mindestens 2017 mit hohen Defiziten, allerdings nicht nur wegen der UBS.


    http://www.tagesanzeiger.ch/wi…ern-zahlen/story/14566709

  • Die Wall Street im Überlebenskampf

    Die grosse Tradition der Wall Street kann ihren Bedeutungsverlust kaum stoppen. Mitverantwortlich dafür sind Angebote von CS und UBS. Jetzt versucht ein neuer Besitzer, die Entwicklung umzukehren.


    Innert zehn Jahren schrumpfte der Marktanteil der Wall Street am amerikanischen Aktienhandel von 80 auf 20 Prozent.



    Denn Credit Suisse und UBS gehören zu den grössten Betreibern dieser Handelsräume, in denen Investoren anonym bleiben können. Über »Dark Pools» sollen in New York mittlerweile rund 15 Prozent der Aktien gehandelt werden.


    http://www.handelszeitung.ch/u…m-ueberlebenskampf-661771

  • Hypo Alpe Adria: Österreich zieht Reissleine bei Skandalbank

    Die Tragödie um die österreichische Skandalbank Hypo Alpe Adria ist um ein Kapitel reicher. Die österreichische Regierung will keine weiteren Mittel in die Nachfolge-Anstalt der Hypo – die Bad-Bank Heta – einschiessen, nachdem dort ein neue, milliardenschwere Kapitallücke aufgedeckt worden ist. Die Heta soll nun von der Aufsichtsbehörde FMA abgewickelt werden, wie am Sonntagabend bekanntgegeben wurde. Es kommt vorerst zu einem Schuldenmoratorium bis Juni 2016. Womöglich werden die Gläubiger der Heta aber einen Schuldenschnitt hinnehmen müssen. Damit gesteht der österreichische Staat faktisch ein, dass er nicht allein für die Verwertung der Hypo-Reste aufkommen wird.

    Grosse Kapitallücke

    Die Heta hatte rund 18 Mrd. € an Vermögenswerten von der Hypo Alpe Adria übernommen. Eine Überprüfung durch zwei Revisoren zeigte nun, dass ein Grossteil davon abgeschrieben werden muss. Die Kapitallücke wurde am Sonntagabend auf 4 Mrd. bis 7,6 Mrd. € beziffert. Diese Feststellung brachte die österreichische Regierung in die Bredouille. Sie hätte die Kapitallücke schnell schliessen müssen, damit die Heta weiterhin ihre Verbindlichkeiten hätte bedienen können, ohne einzelne Gläubiger zu bevorzugen – im März etwa wären Anleihen in Höhe von 950 Mio. € zur Rückzahlung fällig geworden. Doch Wien hat nun die Reissleine gezogen. Nachdem Österreich seit der Not-Verstaatlichung der Hypo Alpe Adria Ende 2009 bereits 5,5 Mrd. € an Kapital eingeschossen hatte, werden jetzt weitere Kapitalhilfen verweigert. Auch hatten EU-Vorgaben enge Grenzen gesetzt.


    Als Alternativen boten sich zwei Wege an: eine Insolvenz oder eine geordnete Abwicklung. Die Verantwortlichen haben sich für Letzteres entschieden. Eine Abwicklung nach den EU-weiten Regeln – sie waren vor allem unter dem Stichwort «Bail-in» diskutiert worden – ist seit Anfang des Jahres möglich. Nun wird das Prozedere erstmals in Österreich angewendet. Die FMA wird das Zepter bei der Heta übernehmen und einen Plan für die Abwicklung ausarbeiten.

    Schuldenmoratorium

    Einen ersten Pflock haben die Aufseher bereits eingeschlagen. Sie verhängten ein Schuldenmoratorium bis Juni 2016. Bis dahin werden also weder Anleihen zurückgezahlt noch Zinsen geleistet. Nach Angaben der FMA haben allein die betroffenen Bonds und Schuldscheindarlehen sowie das nachrangige Kapital ein ausstehendes Volumen von gut 9,8 Mrd. €. Hinzu kommen unter anderem unbezifferte Verbindlichkeiten gegenüber der ehemaligen Mutter BayernLB. All diese Gläubiger haben zu befürchten, dass sie im Zuge der Heta-Abwicklung auf einen Teil ihrer Ansprüche werden verzichten müssen. Ein Schuldenschnitt steht damit im Raum. Er wird davon abhängen, ob die Vermögenswerte zur Deckung der Ansprüche reichen werden.


    Eine Insolvenz wurde von den Verantwortlichen erneut abgelehnt. Laut der FMA käme sie teurer, und sie könnte die Finanzmarkt-Stabilität gefährden. Aus politischer Sicht war wohl entscheidend, dass bei einer Insolvenz die staatlichen Garantien für die Hypo-Anleihen sofort wirksam geworden wären. Allein das Land Kärnten, das einst die zügellose Expansion der Hypo Alpe Adria auf dem Balkan forciert hatte, bürgt noch für rund 10 Mrd. €. Mit einer geordneten Abwicklung lässt sich ein Auslösen der Garantien vermeiden.

    Flut von Klagen?

    Falls es zu einem Schuldenschnitt kommt, ist allerdings eine Flut von Prozessen gegen Kärnten und wohl auch gegen den Bund zu erwarten. Dann würde geklärt, ob die Garantien gelten. Die Regierung hat damit eine gewisse Erfahrung. Im vergangenen Jahr hatte sie Investoren mit dem Hypo-Sondergesetz vor den Kopf gestossen. Eine begrenzte Gruppe von Anleihegläubigern soll ihr Geld nicht mehr zurückbekommen – obwohl die Papiere vom Land Kärnten garantiert waren. Eine Entscheidung über die entsprechenden Klagen wird für den Herbst erwartet. Die Perspektive hat sich nun jedenfalls deutlich ausgeweitet: Die meisten Gläubiger der ehemaligen Hypo Alpe Adria müssen sich mit dem Gedanken an einen Schuldenschnitt auseinandersetzen.


    http://www.nzz.ch/wirtschaft/o…ei-skandalbank-1.18493210



    Willhelm Tell vs, Habsburger