Vorsorge

  • Zur Finanzierung der AHV braucht es laut UBS progressive Reformen


    Das Schweizer Vorsorgesystem hat an mehreren Fronten mit Problemen zu kämpfen, etwa auch mit der steigenden Lebenserwartung. Grossfamilien beziehungsweise hohe Geburtenraten seien aber unrealistisch, um die Finanzierung der AHV ins Lot zu bringen, kommt eine Studie der UBS zum Schluss. Es brauche neue Denkansätze.


    15.09.2020 09:45


    Die Finanzierung der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) hänge stark von den Jüngeren ab, heisst es in einem am Dienstag von der UBS publizierten Bericht. Allerdings wachse derzeit die Zahl der Pensionierten schneller als die Erwerbsbevölkerung, und das bringe die AHV-Finanzen in Schieflage.


    Eine Kluft tut sich laut den UBS-Experten nicht nur zwischen Jung und Alt auf, sondern auch zwischen kinderlosen Erwachsenen und Eltern. Dabei sei die staatliche Altersvorsorge hierzulande auf Eltern angewiesen, welche die nächste Generation von Beitragszahlern grossziehe. Doch das koste Geld und hemme die Vermögensbildung.


    Die Autoren machen klar: Bezüglich Rettung der umlagefinanzierten 1. Säule kann sich die Schweiz nicht auf einen Babyboom verlassen. Selbst mit bestenfalls moderat steigenden Geburtenraten oder einer Zunahme der Migration wären fünf Kinder pro Frau nötig, um den AHV-Fonds bis 2070 wieder ins Gleichgewicht zu bringen.


    Dynamischeres Umverteilungsmodell


    Vielmehr brauche es progressive Reformen, fordern die Experten. Dabei soll die Finanzierung unabhängig von der Anzahl Kinder funktionieren. Sie solle auf die heutige gesellschaftliche Realität und die realen Geburtenraten ausgerichtet werden, indem schrittweise zu einem anderen Umverteilungsmodell übergegangen werde.


    So liessen sich beispielsweise Rentenalter, Beiträge und Leistungen auf der Grundlage demografischer und wirtschaftlicher Entwicklungen dynamisch und regelbasiert anpassen, schlägt die UBS vor. Die Herausforderung bestehe darin, das richtige Gleichgewicht zwischen verschiedenen Massnahmen zu finden. Etwa wenn es um Themen wie Beitragszahlungen, Steuern oder den Anstieg der Geburten geht.


    mk/rw


    (AWP)

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  • Heiraten gerät aus der Mode - was das für die Vorsorge heisst


    Eheähnliche Beziehungen wie das Konkubinat gehören immer mehr zum Schweizer Alltag. Bei der Altersvorsoge drohen Paaren aber schnell finanzielle Nachteile: Heisst dies etwa, dass doch gescheiter geheiratet wird?


    04.10.2020 06:00


    Von Manuel Boeck


    Obwohl in der Schweiz die Bevölkerung wächst, hat sich die Zahl der Eheschliessungen seit Mitte der 1990er Jahre nicht mehr verändert. Das heisst: Heiraten kommt etwas aus der Mode. Im Konkubinat leben ist Alltag, was den sozialen Wandel deutlich unterstreicht. Vor einigen Jahrzehnten gab es noch sittengestreng das "Konkubinatsverbot". Im Wallis wurde dieses gar erst vor 25 Jahren offiziell aufgehoben.


    Der Begriff "Konkubinat" bedeutet dabei eine auf Dauer angelegte Wohn-, Tisch- und Bettgemeinschaft. Allerdings: Wer im Konkubinat lebt, geniesst nicht den gleichen sozialen oder juristischen Schutz wie ein verheiratetes Paar oder ein Paar in eingetragener Partnerschaft – dieses höhere Risiko ist vielen nicht bewusst.


    Folgende Punkte spielen im Drei-Säulen-System der Schweiz eine besondere Rolle:

    • Gewichtige Nachteile bei der AHV: Konkubinatspartner erhalten während der gemeinsamen Lebenszeit AHV-Einzelrenten. Sie geniessen zusammen maximal einen Zuschuss von aktuell 4740 Franken – Ehepartner kommen hingegen auf höchstens 3555 Franken. Der Unterschied macht, wenn beide den maximalen Anspruch haben, 14'220 Franken im Jahr aus. Arbeitet einer der Konkubinatspartner nicht, zahlt sie oder er allerdings nicht in die AHV ein. Die Sachlage wird beim Todesfall der Partnerin oder des Partners ernüchternder: Konkubinatspartner erhalten weder von der AHV noch von der Unfallversicherung eine Witwen- beziehungsweise Witwerrente. Zudem können Konkubinatspartner bei der Trennung keine Teilung der AHV-Gutschriften verlangen.

    Unter die AHV-Gutschriften subsumiert man die Erziehungs- und Betreuungsgutschriften. Erziehungsgutschriften sind eine Kompensation für die Erziehungsarbeit von Eltern. Mit den Gutschriften wird einst die AHV-Rente erhöht, ohne dass Beiträge bezahlt werden müssen.


    Während in der Ehe den Eltern automatisch jeweils die Hälfte angerechnet wird gestaltet sich dies im Konkubinat komplizierter. Falls nur ein Elternteil die elterliche Sorge hat, erhält ausschliesslich er die Gutschrift. Bei gemeinsamer Sorge müssen die Eltern schriftlich festhalten, wem die Gutschriften zustehen. Falls keine Vereinbarung besteht oder keine Einigung erzielt werden kann, wird die Gutschrift aktuell voll der Mutter angerechnet. Die Erziehungsgutschriften können erst bei der Pensionierung geltend gemacht werden.


    Die Betreuungsgutschriften werden dem AHV-Konto gutgeschrieben, wenn jemand Verwandte, Personen in auf- und absteigender Linie sowie Schwiegereltern und Stiefkinder, pflegt. Dabei können Betreuungs- und Erziehungsgutschriften nicht zur gleichen Zeit angerechnet werden. Die Erziehungs- oder Betreuungsgutschriften sind maximal so hoch wie die dreifache jährliche AHV-Minmalrente zum Zeitpunkt der Pensionierung - 2020 sind das immerhin 42'660 Franken.

    • Einhol- und Informationspflicht bei den Pensionskassen: Bei vielen Pensionskassen hat der Partner beim Tod der Partnerin oder des Partners nur einen beschränkten Anspruch auf Hinterlassenenleistung – denn das Bundesgesetz sieht dies schlichtweg nicht vor. Die Information, ob eine Partnerrente möglich ist, muss jeder Versicherungsnehmer selbst bei der eigenen Pensionskasse einholen. Entscheidend ist das jeweilige Pensionskassen-Reglement. Vielfach müssen gewisse Bedingungen erfüllt werden: Zum Beispiel, dass die Lebenspartnerschaft zum Zeitpunkt des Todes mindestens fünf Jahre bestanden hat. Bei den Freizügigkeitsgeldern haben Konkubinatspartner jedoch die Möglichkeit, sich gegenseitig zu begünstigen. Die Kapitalleistungen des Freizügigkeitskontos werden im Todesfall an die Partnerin oder den Partner ausbezahlt. Den Wunsch muss der Versicherte jedoch der Freizügigkeitseinrichtung schriftlich mitteilen. Die Begünstigung im Testament genügt dafür nicht.
    • Nachteile bei der Säule 3a: Bei der dritten Säule sieht es nicht viel besser aus: Grundsätzlich haben Unverheiratete keinen Anspruch auf das in der gebundenen Vorsorge angesparte Kapital des Partners oder der Partnerin. Es gibt jedoch bestimmte Voraussetzungen, unter denen der überlebende Partner Ansprüche geltend machen kann. Eine Voraussetzung für die Ansprüche besteht darin, dass dieser in den letzten fünf Jahren vor dem Tod mit dem Partner zusammenlebte. Ebenfalls können Ansprüche geltend gemacht werden, wenn der Verbliebene für den Unterhalt eines oder mehrerer Kinder aufkommen muss. In diesem Fall steht der Konkubinatspartner auf der gleichen Stufe wie die Nachkommen. Auf jeden Fall muss dies schriftlich der Versicherung gemeldet werden.

    Nachteile beim Erben, Vorteile bei den Steuern


    Bei Erbschaften haben Konkubinatspaare massive Nachteile. So erbt beispielsweise der zurückbleibende Partner nicht automatisch. Und auch beim Testament kann dieser nur beschränkt begünstigt werden, sofern die sogenannten Pflichtteile von Nachkommen oder Eltern zu beachten sind. Der in den meisten Kantonen existente begünstigte Erbschaftssteuersatz ist auch nur für nah verwandte Personen vorgesehen. So zahlen im Kanton Zug Nichtverwandte für eine Erbschaft von 500'000 Franken rund 71'000 Franken - im Kanton Genf muss sogar 270'000 Franken berappt werden.


    Bessergestellt sind unverheiratete Paare allerdings bei den Steuern. Fällt doch die Steuerprogression bei getrennt besteuertem Einkommen und Vermögen weniger ins Gewicht – dies gilt insbesondere bei der direkten Bundessteuer. So zahlen Verheiratete, die je 50 Prozent zu einem Gesamteinkommen von 180'000 beisteuern, 75 Prozent mehr Steuern als Unverheiratete mit derselben Ausgangslage.


    Heirat als mögliche Lösung?


    Eine mögliche Lösung für die unverheirateten Paare besteht darin, ihren Partner oder die Partnerin in einer Lebensversicherung der freien Vorsorge zu berücksichtigen. Dort kann nämlich die Reihenfolge der Begünstigung frei gewählt werden. Bei anderen Vermögenswerten wie Aktien, Obligationen oder Wohneigentum kommt wieder das Erbschaftsrecht ins Spiel - gesetzliche Pflichtteile müssen berücksichtigt werden.


    Im Konkubinatsvertrag werden hauptsächlich die Eigentums- und Wohnverhältnisse, Vollmachten betreffend eines Krankheitsfalls, die Kostenverteilung während der Partnerschaft und die Unterhaltsbeiträge für die Zeit nach der Trennung geregelt. Betreffend der Vorsorge kann abgemacht werden, inwiefern die Einbussen bei der AHV- oder Pensionskasse abgefedert werden können - wenn eine Person wegen der Kinderbetreuung reduziert oder gar nicht arbeitet.


    Das Fazit: Unverheiratete Paare müssen sich wegen den beschriebenen Risiken gut überlegen, ob eine Heirat oder eine eingetragene Partnerschaft hinsichtlich der Altersvorsorge nicht in Frage kommt – rein aus pragmatischen Gründen. Klar profitieren Sie als unverheiratetes Paar von den Vorteilen hinsichtlich AHV und Steuern. Doch ein möglicher Tod eines Partners kann die finanzielle Ausgangslage für die Zeit nach dem Arbeitsleben schlagartig ändern.

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  • «Wir haben im März richtige Entscheide getroffen - vor allem sind wir nicht aus Aktien ausgestiegen»


    Der AHV-Ausgleichsfonds hat 2020 um rund 3 Prozent zugelegt. Compenswiss-Präsident Manuel Leuthold äussert sich im Interview über die Anlagepolitik des AHV-Ausgleichsfonds in turbulenten Zeiten.


    https://www.cash.ch/news/polit…ind-wir-nicht-aus-1686074

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  • Sparen und Vorsorge unter 40: Darauf kommt es an


    Jüngere Menschen haben beim Sparen und Vorsorgen den Vorteil eines langen Horizonts. cash.ch sagt, wie man diesen im Schweizer Drei-Säulen-System richtig nutzt und hat gibt Tipps, wie man finanziell stabil bleibt.


    06.01.2021 22:00


    Von Marc Forster


    Die Erfahrung zeigt, dass sich Menschen in der Schweiz ab etwa 45 Jahren verstärkt für die Altersvorsorge interessieren. Das ist an sich logisch, denn dann wird die Zeit bis zur Pensionierung langsam überschaubar. Doch wer deutlich jünger ist, hat genau genommen die grösseren Möglichkeiten, die finanzielle Lage für die Zukunft zu bestimmen. Je weiter die Pensionierung entfernt ist, desto länger ist der Horizont beim Sparen, Planen und Anlegen.


    Die Schweizer Vorsorge besteht aus drei Säulen: Die erste Säule ist die obligatorische staatliche Rente der AHV, in der die Guthaben umverteilt werden. In der zweiten Säule, der für Angestellte ebenfalls vorgeschriebenen Pensionskasse oder beruflichen Vorsorge, spart jede und jeder im eigenen Topf und bekommt das Geld im Alter nach bestimmten Regeln ausbezahlt. Unter der dritten Säule versteht man das private, freiwillige und eigenverantwortliche Sparen.


    In den drei Säulen sind die wichtigsten Langfrist-Aspekte folgende:


    AHV – Mögliche Lücken auffüllen


    Nur wer praktisch das ganze Berufsleben lang Beiträge in die AHV einbezahlt, hat Anrecht auf die volle Rente. Frauen wird während 43 Jahren, Männern während 44 Jahren ein Betrag vom Lohn abzogen. Derzeit ist der Arbeitnehmerbeitrag in der AHV 5,3 Prozent, wobei darin auch die Invalidenversicherung (IV) und die Erwerbsausfallentschädigung (EO) enthalten sind. Die Höhe der AHV hängt vom Einkommen ab.

    • Die AHV-Rente aufgrund des aktuellen Lohns ungefähr ausrechnen kann man hier.
    • Ob man Beitragslücken hat, lässt sich ganz einfach bei kantonalen Stellen erfragen: Eine Übersicht gibt es hier.

    Wegen eines Studiums, Ausbildungen, Minijobs, Berufspausen oder Reisen entstehen für allem bei vielen in jüngeren Jahren schnell Beitragslücken. In die AHV nachzahlungen kann man auf bis zu fünf Jahre rückwirkend. Wer nicht mehr nachzahlen kann, dem wird die Rente tatsächlich lebenslang gekürzt.


    Im Moment liegt die jährliche Rente für eine einzelne Person zwischen 14'220 und 28'440 Franken. Ein fehlendes Beitragsjahr führt zu mindestens 2,3 Prozent weniger Rente. Bei Verheirateten allerdings gilt ein Beitragsjahr für beide als erfüllt, ein nur ein Partner in die AHV einbezahlt.


    Pensionskasse – Bei der beruflichen Vorsorge gibt’s Unsicherheiten


    Die Pensionskasse (PK) ist für die Mehrheit die grösste Stütze der Altersvorsorge. Für viele vor allem mit kleineren und mittleren Einkommen ist das PK-Vermögen im Moment der Pensionierung der grösste Vermögensanteil. PK-Geld kann nach den heute gültigen Gesetzen als Kapital, als Rente oder als Mischung aus beidem bezogen werden. Zudem ist die PK auch eine Versicherung respektive eine Vorsorge für Invalidität und Hinterbliebene.


    In die PK leisten Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei Jahreslöhnen ab 21'510 Franken gemeinsam Beiträge. Wie genau die PK-Einzahlungen und -Leistungen ausgestaltet sind, sagt das Pensionskassenreglement, das die Abteilung für Human Resources jedes Unternehmens den Angestellten auf Anfrage aushändigen muss.


    Die Arbeitgeberbeiträge sind nach Alter gestaffelt:

    Altersjahr Prozentsatz des koordinierten Lohnes*
    Männer Frauen
    25-34 25-34 7 Prozent
    35-44 35-44 10 Prozent
    45-54 45-54 15 Prozent
    55-65 55-64 18 Prozent

    Quelle: Bundesamt für Sozialversicherungen BSV / *Lohnanteile von 21'250 bis 60'945 Franken, seit 1.1. 2021.


    Manche Firmen ermöglichen es Mitarbeitern, in der PK freiwillig einen Sparplan mit höheren Beiträgen auszuwählen. Es ist auch möglich, gezielte Einzahlungen in die zweite Säule zu machen. Diese werden aber fast nur PK-Versicherten ab etwa 55 Jahren zwecks Vorsorge- und Steueroptimierung empfohlen. Auch höhere monatliche Beiträge im Sparplan zu leisten, sollte man sich gut überlegen.


    Die berufliche Vorsorge ist für jene, die erst in 30 oder 40 Jahren das Rentenalter erreichen, etwas unberechenbar. Das als Grundlage für die PKs geltende Gesetz zur Beruflichen Vorsorge (BVG) ist politisch heiss umkämpft. In den nächsten Jahrzehnten dürften sich die Regeln noch ändern.

    Das Problem ist: Weil die Bevölkerung altert, die Zinsen tief sind und Renditevorstellungen immer schwieriger zu erfüllen sind – und auch weil in der Berufsvorsorge Reformstau herrscht – sinken die Leistungen der PK. Altersguthaben werden immer schlechter verzinst, und auch die Auszahlung der Altersguthaben anhand des so genannen Umwandlungssatzes wird restriktiver.


    Eine Studie von 2020 besagt, dass sich die Rentenguthaben wegen der anhaltenden Tiefzinsen halbieren könnten. Wären die Zinsen bei 4 Prozent, käme mit einem Jahreslohn von 80'000 Franken über die Jahre ein Altersguthaben von 617'000 Franken zusammen. Bei 1 Prozent Zins erreicht man nur noch 340'000 Franken. 1 Prozent beträgt seit 2017 der so genannte BVG-Mindestzins, zu dem die Altersguthaben jährlich mindestens verzinst werden müssen.


    Säule 3a – Zinseszins und Steuern sparen


    AHV soll in der Theorie die Existenz sichern, die berufliche Vorsorge im Alter die gewohnte Lebensweise ermöglichen. Doch langfristig ist fraglich, ob dies reicht: Nur mit AHV und PK könnte es einmal so sein, dass Menschen in eine Art Altersarmut fallen. Daher ist die dritte Säule extrem wichtig.


    "Dritte Säule" und "Säule 3a" werden oft gleichgesetzt. Tatsache ist aber, dass die dritte Säule das Sparen allgemein meint, 3a aber ein spezifisches Produkt ist. Politisch definiert ist, dass in die Säule 3a jährlich ein Maximalbetrag einbezahlt werden kann: Seit 1. Januar sind dies 6883 Franken. Dafür kann der Betrag in der Steuererklärung als Abzug angegeben werden. 3a-Gelder sind bis fünf Jahre vor der ordentlichen Pensionierung gesperrt (64 Jahre bei Frauen, 65 bei Männern) und können nur für wenige Ausnahmen – berufliche Selbständigkeit, Wegzug ins Ausland oder Kauf eines Hauses oder einer Wohnung – früher bezogen werden.


    Die Säule 3a kann bei vielen Banken und Versicherungen eingerichtet werden, online und bei immer mehr Anbietern auch mit einem App verwaltet werden. Wie Bankkonten oder Krankenkassen können auch Säule-3a-Konten auch von Anbieter zu Anbieter verschoben werden.


    Dass das Geld bis kurz vor der Pensionierung gebunden ist, schreckt gerade jüngere Menschen bei der Säule 3a manchmal ab. Doch wer 45 Jahre lang den aktuell gültigen Maximalbetrag von 6883 Franken einbezahlt, hat am Ende knapp 310'000 Franken gespart. Gut 38'000 Franken davon entfallen allein auf die Zinsen, wenn man von einem Zins von 0,5 Prozent ausgeht. Dies liegt am so genannten Zinseszinseffekt: Zinsgutschriften werden Teil des Guthabens und verzinsen sich damit Jahr für Jahr wieder.

    Zum Säule-3a- und Steuer-Rechner von cash.ch geht es hier

    Bei dieser Rechnung, die für den Kanton Zürich gilt und davon ausgeht, dass die Sparerin oder der Sparer 90'000 Franken Bruttoeinkommen hat und konfessionslos ist, fällt zudem ein Steuerersparnis von 1800 Franken im Jahr an, das summiert sich auf über 81'000 Franken über die Laufzeit. Ausbezahlt würde das Geld dann mit einem Vorzugsteuersatz bei 31'000 Franken. Unter dem Strich werden also deutlich Steuern gespart.


    Realistischerweise können nur etwa 15 bis 20 Prozent den Maximalbetrag für die Säule 3a aufbringen. Daher noch ein Zahlenbeispiel: Wenn nur 3000 Franken im Jahr einbezahlt werden, kommen immer noch 143'500 Franken zusammen. Auch dann spart man fast 800 Franken Steuern im Jahr. Und wenn nur 30 Jahre lang einbezahlt wird, kommen 210'000 Franken zusammen.


    Anlegen – Langfristig geben Wertpapiere Rendite


    Gespartes Geld anlegen bringt die Chancen auf gute Rendite. In den vergangenen zehn Jahren sind zwei Anlageklassen lukrativ gewesen: Aktien und Immobilien. Für Investitionen in letztere braucht es in der Regel einiges an Kapital. Bei Aktien hingegen kann man schon mit kleinen Beträgen anfangen. Zwei Dinge sind aber zentral: Man muss bei Aktien und Wertschriften generell das Risiko streuen und dabei auch auf die Kosten achten.


    Risiko streuen heisst, in mehr als nur eine Aktie oder Anlageklasse zu investieren. Banken bieten dafür klassische Anlageprodukte oder Fonds an, doch diese sind in der Regel etwas teurer. Alternativ bieten sich einfach strukturierte Aktien- und Wertschriftenfonds wie Exchange Traded Funds (ETF) an, die zum Teil sehr tiefe Gebühren haben - beispielsweise nur 0,2 Prozent des angelegten Vermögens. Robo-Advisors bieten breit gestreute Wertschriftenstratiegen an, die automatisiert verwaltet werden und auch günstig sind. Möglich ist auch, Geld in der Säule 3a in Wertschriften anzulegen.


    Um mit Aktien zu sparen, muss langfristig und diversifizert angelegt werden. Wer zeitlich gestaffelt anlegt, minimiert zudem weitere Risiken (wie dies geht, erklärt cash.ch hier). Mit Aktien zu spekulieren - also häufig kaufen, auf steigende Kurse hoffen und dann verkaufen - macht einige zwar auch reich, ist aber keine nachhaltige Strategie fürs Sparen und Vermögen aufbauen. Leider, muss man fast sagen, gehören auch Bitcoin und andere Kryptowährungen noch nicht zu den langfristig stabilen Anlagen.


    Nominale Performance von Aktien, annualisiert

    Zeitraum Performance Zeitraum Performance
    2018-2019 9,52 Prozent 2000-2019 4,83 Prozent
    2015-2019 7,8 Prozent 1980-2019 9,04 Prozent
    2010-2019 8,65 Prozent 1926-2019 7,87 Prozent

    Quelle: Privatbank Pictet & Cie, Dezember 2019


    Im ausserordentlich guten Aktienjahrzehnt 2010 bis 2019 haben Aktien aufs Jahr gerechnet 8,65 Prozent Rendite ergeben. Ob dies weiter so bleibt, kann bei Aktien nie so sicher vorausgesagt werden. Aber es spricht vieles dafür, dass auch in den nächsten zehn oder 20 Jahren noch gute Renditen mit Aktien und Wertpapierstrategien möglich sind.


    Ein Tipp zum Schluss – Liquidität ist wichtig


    Das Fazit aus den Regeln und Möglichkeiten des Drei-Säulen-Systems für junge Menschen ist: Ums Sparen kommt man nicht herum. Privat vorsorgen wird im Moment immer wichtiger. Man spart im Lauf eines Lebens aber nicht alleine für das Alter. Auch mitten in der Zeit des Berufslebens – "Erwerbstätigkeit", wie es amtlich so schön heisst – braucht man Geldpolster.


    Deswegen raten seriöse Finanzplaner auch dazu, Liquidität zu halten. Das heisst: Bargeld oder leicht verfügbare Mittel auf dem Konto zu haben, um zwischendrin höhere Kosten stemmen zu können. Liquidität sichern lässt sich folgendermassen:

    • Bei der Pensionskasse sollte man nur nachzahlen, wenn dies aus Sicht eines Beraters unbedingt Sinn ergibt. Geld, was nicht in der PK ist, kann anderweitig gespart oder angelegt werden. Im Moment wohl auch lukrativer.
    • Es muss nicht unbedingt die volle Säule-3a-Möglichkeit von 6883 Franken einbezahlt werden, vor allem, wenn das Einkommen nicht so hoch ist. Zum 3a-Maximalbetrag wird zwar oft fast schon mit erhobenem Zeigefinger geraten. Aber auch mit tieferen Beträgen erzielt man über die Zeit noch hohe Sparvermögen. Wichtig ist, dass regelmässig, konstant und mit Diszplin gespart wird.
    • Durch die Steuerersparnis der Säule 3a behält man auch Geld auf dem Konto. Der einbezahlte Betrag entspricht also dank tieferer Steuern nicht genau dem, was letztlich als 3a-Vermögen langfristig gesperrt ist.
    • Anlagen mit Aktien und Wertpapieren sollte man zwar möglichst lange halten und wenig anrühren, wenn man mit ihnen Vermögen aufbauen will. Aber hie und da einen wohlüberlegten Teilverkauf zu machen, ist nicht verboten. Mit Anlagen ist man flexibel.
    • Teure oder lange Zeit bindende Finanzprodukte wie klassische Lebensversicherungen oder fondsgebundene Lebensversicherungen sind nicht unbedingt der richtige Weg. Sparen sollte man wenn möglich von Versicherungen trennen. Einfachere und flexiblere Sparprodukte reichen aus.
    • Und schliesslich: Zwar gibt ein Bankkonto derzeit so gut wie keinen Zins. Doch auch bescheidenere Bargeld-Sparbeträge lohnen sich langfristig, wenn man sie regelmässig und diszipliniert einbehält. Wer jeden Monat 300 Franken zur Seite legt, hat, wenn man mal Zinsen und Teuerung wegrechnet, nach 45 Jahren 162'000 Franken. Und das ist eine ganze Stange Geld!

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  • Gute Anlageresultate für Ausgleichsfonds von AHV, IV und EO


    Compenswiss, der Ausgleichsfonds von AHV, IV und EO, schliesst das Jahr 2020 mit einer erfreulichen Performance ab.


    11.02.2021 11:35


    Die Nettorendite beträgt 5.22 Prozent. Das Vermögen beläuft sich insgesamt auf 38'543 Millionen Franken, verglichen mit 36'440 Millionen Franken Ende 2019.


    Das Jahr 2020 war geprägt von starken Turbulenzen an den Finanzmärkten, die durch die Corona-Pandemie verursacht wurden, wie Compenswiss am Donnerstag mitteilte. Trotzdem konnte Compenswiss das Jahr mit einem positiven Anlageresultat abschliessen.


    Die Ungewissheit über die Mittelzuflüsse führten dazu, dass die Anstalt den Liquiditätsanteil erhöhte. Dadurch verfügte Compenswiss stets über genügend flüssige Mittel, um ihren Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen zu können.


    (AWP)

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  • Wie man im Alter die AHV-Rente aufbessern könnte


    Rentnerinnen und Rentner können ihre AHV nicht aufbessern. wenn sie nach der Pensionierung weiterarbeiten und AHV-Beiträge einbezahlen. Das soll sich ändern.


    16.03.2021 09:55


    Von Claude Chatelain


    Die maximale Vollrente der AHV beträgt derzeit monatlich 2390 Franken für Einzelpersonen und 3585 Franken für Ehepaare. Doch nur um die 43 Prozent aller Rentnerinnen und Rentner in der Schweiz haben Anspruch auf das Maximum. Werden Renten bei Ehepaaren nicht mitberücksichtigt, sind es nicht einmal 30 Prozent, die aufs Maximum kommen.


    Sie haben entweder Beitragslücken oder insgesamt zu wenig einbezahlt. Wenn all diese Menschen nach dem Pensionierungsalter weiter einem Erwerb nachgehen, müssen sie weiterhin AHV-Beiträge leisten, ihre Rente bleibt aber, wie sie ist. Im Fachjargon: Was man nach dem offiziellen AHV-Alter an Beiträgen einzahlt, ist nicht rentenbildend.


    Dies ist fragwürdig, wenn man bedenkt, was alles unternommen wird, damit sich Mann und Frau mit der Pensionierung vom Erwerbsleben nicht gänzlich verabschieden. Fachkräftemangel heisst das Stichwort dazu. Mit den Baby-Boomern gehen viel mehr Menschen in Pension, als Junge nachrücken. Also müsste man Anreize schaffen, damit Mann und Frau auch über das Pensionsalter hinaus zumindest teilweise erwerbstätig bleiben.


    Das Aufbessern der AHV-Rente wäre ein solcher Anreiz. Also müsste man dafür sorgen, dass die entsprechenden Lohnabzüge über das AHV-Alter hinaus rentenbildend sind. Das heisst, man bezieht die AHV-Rente, arbeitet weiter und lässt dann bei Aufgabe der Erwerbstätigkeit spätestens mit 70 die Rente neu berechnen.


    In der Altersvorsorge 2020, die im September 2017 an der Urne verworfen wurde, war diese Verbesserung vorgesehen.


    Vorgesehen ist diese Neuerung auch in der laufenden AHV-Revision, die am Montag im Ständerat traktandiert ist. Doch es gibt noch ein Problem: Rentnerinnen und Rentner haben einen monatlichen Freibetrag von 1400 Franken. Man zahlt also nur für Lohnbestandteile AHV-Beiträge, die über besagte 1400 Franken liegen. Eine Mehrheit der vorberatenden Kommission will nun diesen Freibetrag auf 2000 Franken erhöhen. Doch je höher der Freibetrag, desto schwieriger wird es, genügend hohe AHV-Beiträge zu erwirtschaften, um damit die Rente aufzubessern.


    Der höhere Freibetrag bringt vor allem Arbeitgebern etwas. Sie können Mitarbeiter zu gleichem Lohn weiterbeschäftigen, sparen sich dadurch aber Sozialkosten.


    Will man aber etwas gegen den Fachkräftemangel tun, müssen nicht Anreize für Arbeitgeber, sondern für Arbeitnehmer geschaffen werden.


    Doch der Kern der laufenden AHV-Revision ist nicht der Freibetrag, sondern die Anpassung des Frauenrentenalters an jenes der Männer. Und der Sprengsatz liegt in der Höhe der Kompensationsmassnahmen.


    Bei einer Erhöhung des Frauenrentenalters von 64 auf 65 Jahren wird die AHV-Kasse bis 2031 um 10 Milliarden Franken entlastet. Wobei gemäss Vorschlag des Bundesrats 3,25 Milliarden Franken für Kompensationsmassnahmen draufgehen. Die Entlastung der AHV wäre dann nur noch rund 6,75 Milliarden Franken.

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  • Lohnt sich die Säule 3a wirklich für alle?


    Mit der Säule 3a können Menschen in der Schweiz langfristig hohe Beträge ansparen - und völlig legal die Steuerbelastung optimieren. Doch steuertechnisch kann es sich für manche Gruppen weniger lohnen.


    20.04.2021 21:45


    Von Marc Forster


    Die Säule 3a ist eines der zentralen Elemente der privaten Vorsorge in der Schweiz. Sie hat ihre eigene Bezeichnung: Alle anderen privaten Sparformen werden pauschal als "3b" bezeichnet. In die Säule 3a einzubezahlen, gilt unter Vorsorgeexperten als "erste Bürgerpflicht".


    Die Säule 3a gibt es seit 1987 und hat es bisher Abermillionen von Leuten erlaubt, langfristig zu sparen. Weil die erste und die zweite Säule - AHV und Pensionskasse - künftig weniger auszahlen dürften, wird das private Sparen im Moment immer wichtiger. Dieses Jahr kann jede Einwohnerin und jeder Einwohner der Schweiz bis zu 6883* Franken im Jahr einzahlen, und dies von den Steuern abziehen. Beim Bezug des Geldes (Frauen ab 59 Jahren, Männer ab 60 Jahren) gilt dann ein Vorzugs-Steuersatz. Unter dem Strich profitiert man also.


    Doch: Lohnt es sich wirklich für alle, dieses so hoch gelobte Instrument zu nutzen? Je nach Alter und Einkommen wirkt sich die Vorteile der Säule 3a unterschiedlich aus. Vor allem bei den Steuern. Und der verbleibende Zeitraum bis zum Bezug der Säule-3a-Gelder sowie die Zinsen spielen eine Rolle dabei, was die Säule 3a an finanziellem Vorteil einbringt.


    Vier Situationen für die sich Sparen und Steuern zahlen anders auswirkt:

    • Mira, 30 Jahre, ist noch nicht verheiratet, wohnt im Kanton Zürich und hat ein steuerbares Einkommen von 70'000 Franken.
    • Silvia, 42 Jahre, verheiratet, wohnt im Kanton Aargau und kommt auf ein steuerliches Einkommen von 95'000 Franken im Jahr.
    • Christian, 52 Jahre, geschieden, lebt im Kanton Zürich, und versteuert ein Einkommen von 140'000 Franken im Jahr.
    • Werner, 55 Jahre, lebt im Kanton Zug, ist ledig und arbeitet mit einem steuerbaren Einkommen von 30'000 Franken nur noch Teilzeit .

    Obwohl alle im gleichen System sparen können, stellt sich die Lage jeweils anders dar. Die folgenden Punkte werfen zumindest die Frage auf, ob sich die Säule 3a für sie alle auszahlt:


    Alter


    Der Sparhorizont der vier Protagonisten erstreckt sich von zehn bis 34 Jahre. Die 30-jährige Mira kann theoretisch mit dem Maximalbetrag für die Säule 3a und bei durchschnittlich 1 Prozent Zins, bis zum Alter von 64 Jahren fast 260'000 Franken ansparen. 45'000 Franken davon gehen allein auf die Zinsen zurück.

    Zum Säule-3a-Spar- und Steuerrechner von cash.ch geht es hier.

    Wenn sie 2000 Franken im Jahr einbezahlt, spart sie in der Säule 3a immer noch 77'000 Franken an. Diese Zahl muss als realistisch angenommen werden, denn auch wenn rund zwei Drittel der Bevölkerung die Säule 3a nutzt, zahlen Schätzungen zufolge nur etwa 15 Prozent den vollen Betrag ein (dieser wird übrigens jährlich vom Bundesrat festgelegt). Dass selbst ein später Beginn von 3a-Sparen sich zumindest vom Betrag eher noch lohnen kann, zeigt das Beispiel von Werner, der 55 Jahre alt ist. Mit nur zehn Jahren Anlagehorizont kann er mit dem 3a-Maximalbetrag immer noch knapp 70'000 sparen.


    Das Alter allein ist also kein Grund, die Säule 3a zu verschmähen. Selbst relativ kurz vor dem Pensionsalter kann sich ein Spareffort noch lohnen.


    Zivilstand


    Von den vier 3a-Sparerinnen und -Sparern ist nur Silvia verheiratet. Sie und ihr Mann werden zwar gemeinsam besteuert, können aber je separat in die Säule 3a einbezahlen. Mit einem gemeinsamen Einkommen profitieren sie steuerlich mehr als Alleinstehende (dies hat mit dem Grenzssteuersatz und der Steuerprogression zu tun – dazu mehr weiter unten). Finanziell attraktiv ist die Lage auch, wenn der Einkommensunterscheid zwischen den Ehepartnern gross ist.

    Aber auch Mira, Werner und Christian können prinzipiell von der (übrigens ja völlig legalen und vom Schweizer Staat gewollten) Steueroptimierung profitieren. Somit ist also auch der Zivilstand kein Kriterium, dass die Säule 3a unattraktiv macht.


    Zinsen


    Ein Problem, dass alle vier beim Säule-3a-Sparen haben, sind die tiefen Zinsen. Guthaben werden derzeit mit null bis 0,3 Prozent verzinst. Dies schmälert leider auch den Zinseszins-Effekt, wonach Zinserträge nach der Gutschrift mitverzinst werden und somit über die Jahre die Erträge selbst Erträge generieren.


    Zinsen lassen sich nur sehr schwer voraussagen. Für die "Ü50er" Werner und Christian mit einen Sparhorizont von zehn oder 13 Jahren ist es aber aus heutiger Sicht unrealistisch, dass sie noch von Zeiten mit deutlich höheren Zinsen profitieren werden. Die jüngeren Sparerinnen Mira und Silvia könnten da in einer besseren Ausgangslage sein.


    Allerdings: Die tiefen Zinsen selbst sind auch kein Grund, auf die Säule 3a zu verzichten. Denn diese Vorsorgeform bietet weiterhin den Steuervorteil, der sich beim Einkommen zeigt.


    Einkommen


    Theoretisch können die vier Sparwilligen Mira, Silvia, Christian und Werner in der laufenden Steuerperiode 2021 bis zu 6883 Franken einzahlen und dies in der Steuererklärung angeben. Vom Abzug profitieren sie aber unterschiedlich.


    Dies hat mit dem schon erwähnten Grenzsteuersatz zu tun. Dieser macht deutlich, wie stark sich beim Einkommen ein Schritt nach oben oder nach unten auf die Steuerbelastung auswirkt. Weil im Sinne der Progression höhere Einkommen im Vergleich zu tieferen Einkommen überproportional Steuern zahlen, profitieren höhere Einkommen von einem höheren Grenzsteuersatz. Konkret: Ein um 2000 Franken reduziertes steuerbares Einkommen gibt bei 50'000 Franken Einkommen 250 Franken Steuerersparnis, bei 120'000 Franken gibt es 1000 Franken Ersparnis (wie dies genau funktioniert, hat cash.ch hier erklärt).


    Der "King" bei der Steueroptimierung ist natürlich Christian mit 140'000 steuerbarem Einkommen. Er spart Jahr für Jahr 2300 Franken. Summiert ist die Ersparnis beim Bezug bei 30'000 Franken. Die sehr guten Verdiener Christian und Silvia haben einen höheren Grenzsteuersatz als Mira und Werner und profitieren so also besonders steuerlich von den Einzahlungen. Mira und Werner nützt der Abzug in der Tat weniger. Dass Gutverdienern die 3a-Steueroptimierung besonders nützt, führt auch immer wieder zu politischen Diskussionen um diese Sparform.


    Und doch gibt es für Mira und Werner noch Unterschiede. Während Mira über viele Jahr spart und so doch einiges an Steueroptimierung erreichen kann, ist die Lage in Werners Fall etwas anders. Selbst bei Einzahlung des 3a-Höchstbetrages mit einem kurzen Anlagehorizont von zehn Jahren und in Anbetracht steuerlicher Einflüsse spart er nur etwa 2000 Franken. Und dies über den ganzen Zeitraum von zehn Jahren. Dies liegt primär an seinem relativ tiefen Einkommen.


    Fazit: 3a-Sparen lohnt sich für die meisten


    Rein steuerlich profitiert Werner also von der Steuerersparnis nur noch wenig. Legt er die Beträge am Finanzmarkt an, etwa in Aktien, dürfte er eine Rendite erzielen, die höher ist als die Steuerersparnis. Somit kann er aus reinen Optimierungsüberlegungen heraus auf Säule-3a-Einzahlungen verzichten.


    Aber dies ist eine spezielle Konstellation. Für die allermeisten lohnt sich die Säule 3a – als Sparmodell genauso wie zum Optimieren der Steuerrechnung. Zudem können schon vor dem offiziellen Bezugsalter Säule-3a-Gelder für die Finanzierung einer Immobilie oder für Einzahlungen in die Pensionskasse verwendet werden. Zwar ist die Säule 3a eine gebundene Vorsorge, aber es gibt Ausnahmen, die den vorzeitigen Bezug erlauben.


    Wichtig im Zusammenhang mit der Säule 3a ist aber auch, bei den Einzahlungen das richtige Mass zu finden. Die Höchstsumme von 6883 Franken im Jahr können sich viele nicht leisten. Beim Sparen ist auch wichtig, auf liquide Mittel zurückgreifen zu können. Und neben Sparkonto, Säule 3a, anderen Sparformen finden sicherlich auch mache Gefallen daran, an den Finanzmärkten oder in Unternehmen zu investieren.


    Aber eines ist klar: Über viele Jahre konstant auch mit einem tieferen jährlichen Betrag sparen verbessert die eigene finanzielle Lage deutlich. Und das durchaus auch mit der Säule 3a.


    *Das ist der Sparbetrag für Angestellte mit Pensionskasse. Für Selbständige ohne Pensionskasse ist der Maximalbetrag derzeit 34'416 Franken.

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  • Steuern auf Vorsorgegeld: Ein Kantonswechsel würde sich lohnen


    Steuern auf ausbezahlte Vorsorgegelder sinken im Kanton Zürich nächstes Jahr deutlich. Dennoch sind Vergleiche interessant: In anderen Kantonen bezieht sich Sparkapital immer noch viel günstiger.


    13.05.2021 19:00


    Von Marc Forster


    34 Prozent Steuern sparen, dies klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Ab dem nächsten Jahr wird es möglich. Zumindest im Kanton Zürich, und beim Bezug von Vorsorgegeldern. Der mit Abstand einwohnerstärkste Kanton der Schweiz senkt auf 1. Januar 2022 die Kapitalauszahlungssteuern.


    Eine verheiratete Person bezahlt bei einem Bezug von 500'000 Franken ab nächstem Januar statt wie bisher 41'410 Franken nur noch 32'212 Franken. Die Differenz beträgt 22 Prozent. Bezieht jemand eine Million Franken, beläuft sich die Ersparnis auf 34 Prozent, wie aktuelle Zahlen des Beratungsunternehmens Vermögenspartner zeigen.


    Steuereinsparungen für Verheiratete im Kanton Zürich


    [Blocked Image: https://www.cash.ch/sites/default/files/public/uploads/steuernzh_1.png]Basis: Konfessionslos, Wohnort Stadt Zürich / Alle Daten: Vermögenspartner AG.


    Ebenfalls 34 Prozent spart eine alleinstehende Person, und dann schon ab 500'000 Franken bezogenem Kapital. Wie Vermögenspartner festhält, macht sich die Steuersenkung bei Alleinstehenden etwa ab 200'000 Franken bemerkbar, bei Verheirateten ab 500'000 Franken.


    Steuereinsparungen für Alleinstehende im Kanton Zürich


    [Blocked Image: https://www.cash.ch/sites/default/files/public/uploads/steuernzh_2.png]Basis: Konfessionslos, Wohnort Stadt Zürich.


    Die Steuerersparnis in der Vorsorge ist schnell erklärt: In der Säule 3a kann die Einzahlung – maximal 6883 Franken für in der Schweiz wohnhafte Personen mit Pensionskasse – in der Steuererklärung angegeben werden. Je nach Kanton spart man damit zwischen etwa 1000 und 2300 Franken Steuern im Jahr. Beim Bezug wird eine Kapitalauszahlungssteuer fällig.


    Die Auszahlung der 3a-Gelder hat einen Vorzugsteuersatz, somit die eigentliche Ersparnis beim 3a-Sparen darin liegt, dass die Differenz zwischen den addierten jährlichen Einsparungen und der einmaligen Kapitalauszahlungsteuer zugunsten der Sparerin oder des Sparers ausfällt. Dies betrifft Säule-3a-Sparkonten genauso wie Säule-3a-Pläne mit Wertschriftensparen. In der Pensionskasse funktioniert es ähnlich: Während die regulären Einzahlungen von Vornherein vom Bruttolohn abgezogen werden, sind auch zusätzliche Einzahlungen in die zweite Säule steuerlich begünstigt.


    Geld gestaffelt beziehen spart Steuern


    Hohe Bezüge in einem Jahr sollte man vermeiden. Eine gängige Methode dabei ist es, schon früh anzufangen, mehrere Säule-3a-Konten zu führen. Diese können dann gestaffelt bezogen werden. Empfohlen wird, ein 3a-Konto je nach Kanton und Steuerprogression nicht über 50'000 bis 100'000 Franken zu füllen. Es können problemlos mehrere Konten geführt und der jährliche Maximalbetrag kann auf mehrere Konten verteilt werden.


    In der Säule 3a kann man über eine Einzahlungsdauer von 45 Jahren - also in etwa der Zeit der Berufstätigkeit - zwischen 300'000 und 350'000 Franken anlegen. Abhängig ist dies von den Sparbeträgen, aber auch von den Zinsen. Werden die 3a-Gelder in Wertschriften angelegt, kann der Betrag je nach Finanzmarktrenditen natürlich noch höher ausfallen.


    500'000-Franken-Auszahlung ist realistisch


    Allerdings: Ein Bezug von 500'000 Franken wie in den obigen Beispielen ist nicht unrealistisch. Das Pensionskassenvermögen ist für viele Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz der grösste Vermögensbestandteil. "Im Zusammenhang mit einer Frühpensionierung und einem Kapitalbezug aus der Pensionskasse können in einem Steuerjahr bezogene Mittel schnell einmal so hoch ausfallen", sagt Florian Schubiger, Vorsorgespezialist bei Vermögenspartner.


    Auch wer sich Freizügigkeitsleistungen ausbezahlen lasse, komme schnell einmal auf hohe bezogene Beträge. Auf Freizügigkeitskonten lagert das Pensionskassengeld von Leuten, die vor dem Pensionsalter nicht mehr berufstätig sind.


    Der Kanton Zürich verschafft sich mit der Senkung der Kapitalauszahlungsteuern einen besseren Platz bei der Attraktivität der Kantone. Zu den steuergünstigsten Kantonen zählt er aber weiterhin nicht. Laut Schubigers Berechnungen verbessert sich Zürich bei den verheirateten Personen durch die Steuersenkung - immer bei 500'000 Franken Bezug, Alter 65 Jahre und Wohnsitz Stadt Zürich - von Platz 21 auf Platz 8. Bei Alleinstehenden rückt Zürich von Platz 24 auf Platz 11 vor.


    Steuern 2022 bei 500'000 Franken Kapitalbezug, nach Kantonshauptorten

    Kanton Ort Verheiratet Kanton Ort Allein-
    stehend
    GR Chur 24'412 AI Appenzell 26'432
    AI Appenzell 26'112 NW Stans 28'198
    NW Stans 27'878 UR Altdorf 29'157
    UR Altdorf 28'837 GR Chur 29'432
    TI Bellinzona 29'312 ZG Zug 29'734
    ZG Zug 29'615 SH Schaffhausen 29'937
    SH Schaffhausen 29'617 BL Liestal 33'732
    ZH Zürich 32'212 GL Glarus 33'732
    BL Liestal 33'412 OW Sarnen 36'228
    GL Glarus 33'412 TI Bellinzona 36'604
    SZ Schwyz 34'429 ZH Zürich 37'088
    GE Genf 35'873 SO Solothurn 38'326
    OW Sarnen 35'908 SG St. Gallen 15'510
    SG St Gallen 35'912 GE Genf 39'389
    TG Frauenfeld 36'412 LU Luzern 41'700
    SO Solothurn 37'537 AG Aarau 41'707
    BE Bern 38'404 TG Frauenfeld 41'952
    AG Aarau 38'499 BE Bern 42'243
    JU Delémont 39'660 NE Neuenburg 42'928
    AR Herisau 39'912 SZ Schwyz 46'288
    LU Luzern 40'560 VS Sion 46'291
    NE Neuenburg 42'137 BS Basel 47'382
    VS Sion 45'258 JU Delémont 48'461
    BS Basel 47'062 AR Herisau 50'099
    FR Freiburg 55'852 FR Freiburg 56'712
    VD Lausanne 57'196 VD Lausanne 63'490

    Basis: Konfessionslos, Alter 65 Jahre / Daten: Vermögenspartner AG.


    Für Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons Zürich nahe am Pensionsalter lohnt sich aber die Überlegung, mit dem Bezug von Vorsorgegeldern bis zum nächsten Jahr zu warten. Dies vor allem dann, wenn mindestens ein mittlerer sechsstelliger Betrag ausbezahlt werden soll.


    Zum einen betrifft dies jene, die eine Frühpensionierung planen und sich Pensionskassenkapital auszahlen lassen wollen. Bei Säule-3a-Geldern ist man sowieso flexibel: Frauen können sie ab 59 Jahren, Männer ab 60 Jahren bis zum regulären Pensionsalter beziehen. Wer über das Pensionsalter noch weiterarbeitet, auch nur teilweise, kann theoretisch bis zum Alter von 69 oder 70 Jahren warten.


    Lebensmittelpunkt ist wichtig


    Noch lohnender ist - zumindest in der Theorie - ein Kantonswechsel. In Chur oder Appenzell würde man auf 500'000 Franken in fast Drittel weniger Steuern bezahlen als in Zürich, und mehr als die Hälfte weniger als in Freiburg oder in Lausanne. Abwegig sind Kantonswechsel auf die Pensionierung hin nicht: Beim Beginn eines neuen Lebensabschnitts das alltägliche Umfeld zu wechseln, bietet sich ja geradezu an. Die Nähe zu einem Arbeitsort spielt keine Rolle mehr.


    Zwei Einschränkungen muss man sich bei einem solchen Ansinnen aber bewusst sein. Zum einen sind Immobilienpreise oft gerade in jenen Teilen der Schweiz hoch, in denen die Steuern tief sind: Zug und Schwyz sind typische Beispiele. Zum anderen: Seinen Zweitwohnsitz beispielsweise kann man nicht einfach als Hauptwohnsitz angeben.


    Wirklich "wohnen" und damit Steuern entrichten tut man am Ort, an dem der Lebensmittelpunkt ist. Und dies ist nicht (nur) philosophisch gemeint. Der Lebensmittelpunkt ist jener Ort, an dem man sich einen grossen Teil der Zeit aufhält, einkauft, am gesellschaftlichen Leben teilnimmt, und - ja durchaus messbar - auch am meisten Strom oder Wasser verbraucht.

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  • Berufliche Vorsorge: Warum der Umwandlungssatz überschätzt wird


    Die Senkung des Umwandlungssatzes ist stets ein Reizthema in der beruflichen Vorsorge. Doch wie weit die Renten sinken, entscheidet nicht der Gesetzgeber, sondern die einzelnen Vorsorgeeinrichtungen.


    16.05.2021 13:20


    Von Claude Chatelain


    Beginnen wir mit einer Fangfrage: Welche Kasse ist besser, die mit einem Umwandlungssatz von 5,5 Prozent oder jene mit 4,9 Prozent? Die Antwort lautet: Ich weiss es nicht. Ich kriege ja die Rente nicht in Prozent ausbezahlt, sondern in Franken.Der Umwandlungssatz ist kaum der wichtigste, wohl aber der bekannteste Begriff in der beruflichen Vorsorge. Da ein erneuter Revisionsversuch der 2. Säule ansteht, wollen wir ein paar Gedanken über diese Prozentzahl verlieren.


    Vielleicht hilft eine kurze Repetition im Prozentrechnen: Wenn ich mit dem Umwandlungssatz die Höhe der Rente kennen will, muss ich zuerst wissen, was 100 Prozent ist. 100 Prozent ist das Kapital, das sich auf meinem Konto all die Jahre angesammelt hat. Wird dieses Kapital zu einem Satz von 6,8 Prozent in eine Rente umgewandelt, gibt es auf 100'000 Franken 6800 Franken. Bei einem Satz von 6 Prozent sind es nach Adam Riese nur noch 6000 Franken, also 12 Prozent weniger. Sollen die Renten trotz Senkung des Umwandlungssatzes unverändert bleiben, muss man das Kapital um 13 Prozent aufstocken.


    Das geschieht, indem die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge erhöht werden. Genau das sehen die verschiedenen Modelle vor, die nun in der Reform zum Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge (BVG) zur Debatte stehen. Ein Problem gibt es für die Übergangsgeneration: Menschen, die kurz vor der Pension stehen, konnten nicht mit höheren Lohnabzügen das Kapital aufbessern, um den sinkenden Umwandlungssatz aufzufangen. Für sie braucht es Übergangslösungen.


    Seit Jahren ist die Rede davon, den Umwandlungssatz von 6,8 auf 6 Prozent zu senken. Dabei haben doch praktisch alle Vorsorgeeinrichtungen ihren Umwandlungssatz wegen der stetig steigenden Lebenserwartung schon längst nach unten korrigieren müssen. Das ist möglich, weil nur der obligatorische Teil von der BVG-Revision betroffen ist. Also jener Teil des Guthabens, den man aufgrund der gesetzlichen Mindestvorgaben angespart hat. Doch wenn ein höherer versicherter Verdienst, höhere Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge oder ein tieferer Koordinationsabzug als gesetzlich vorgeschrieben zur Anwendung kommen, entstehen dadurch überobligatorische Guthaben.


    Von den gut eine Billion Franken, die bei all den Vorsorgeeinrichtungen der 2. Säule liegen, sind nur etwa 40 Prozent obligatorisch. Die übrigen 60 Prozent sind überobligatorisch und von der laufenden BVG-Revision nicht betroffen. Die Pensionskassen können selber bestimmen, zu welchem Satz sie das überobligatorische Guthaben in eine Rente umwandeln.


    Wie weit die Renten sinken, entscheidet letztlich nicht der Gesetzgeber, sondern die einzelnen Vorsorgeeinrichtungen. Die meisten von ihnen haben mit dem überobligatorisch angesparten Guthaben eine Manövriermasse, die von der Senkung des gesetzlichen Mindestumwandlungssatzes nicht betroffen ist.

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  • Viele junge Schweizerinnen und Schweizer sparen - aber sie sparen falsch


    Vorbildlich Geld auf die Seite - das macht eine Mehrheit der jungen Generation in der Schweiz. Wie sie spart, ist aber nicht mehr zeitgemäss.


    11.07.2021 11:09


    Von Daniel Hügli


    Die Jungen verprassen alles Geld und legen nichts auf die Seite. Das Vorurteil, das viele ältere Leute hegen, stimmt so nicht. Junge Schweizerinnen und Schweizer sparen mengenmässig zwar weniger, dafür aber fleissiger als ältere.


    Das zeigt eine repräsentative Studie der Migros Bank bei Leuten unter 30 Jahren aus dem Jahr 2020. Dabei wurden 1500 Personen aus allen Landesteilen zu ihren Spargewohnheiten befragt.


    Demnach legen von den 18- bis 29-Jährigen Schweizerinnen und Schweizern 92 Prozent regelmässig etwas auf die Seite. Von den älteren Befragten legen hingegen nur noch 80 Prozent öfters Geld zurück.


    Doch wie bunkern die Jungen ihr Geld? Die Antwort lautet: Ganz traditionell, wie ihre Mütter und Väter, zum überwiegenden Teil auf Sparkonten. Bei den meisten Sparzielen zeigen die jüngeren Befragten sogar eine höhere Präferenz für das Sparkonto als die älteren Befragten. Und obwohl ein Sparkonto kaum mehr Zins abwirft, haben 72 Prozent der 18- bis 29-Jährigen ihr Sparverhalten nicht geändert.


    Dies sind doch etwas erstaunliche Ergebnisse in Zeiten von Tief- und Strafzinsen wie auch gestiegenen Gebühren bei den Banken. Ein Grund dafür ist sicher, dass die jüngere Generation noch nicht dermassen von Negativzinsen betroffen ist. Sei es wegen der tiefen Sparbeträge, sei es wegen Jugend- oder Ausbildungskonten. Hier profitieren jüngere Kunden noch von Vorzugszinsen oder kostenloser Kontenführung.


    Fehlende Kenntnisse bei Finanzmarktanlagen


    Weshalb unverändert weitergespart und beispielsweise nicht in Aktien oder Fondssparpläne gewechselt wird, nennen die 18- bis 29-Jährigen in der Umfrage allerdings einen anderen Grund: Es sind weitgehend fehlende Kenntnisse bei Finanzmarktanlagen. 52 Prozent der Befragten gaben nämlich an, dass sie sich mit Alternativen zum Sparkonto nicht auskennen und dass sie glauben, zu wenig Vermögen für Alternativen zu haben (48 Prozent). Aufgrund fehlender Kenntnisse fürchten daher viele der 18- bis 29-Jährigen, falsch zu investieren.


    Eine Alternative zum traditionellen Sparen ist heute das Aktiensparen: Wer regelmässig immer einen Teil direkt in Aktien oder etwa in Fondssparpläne investiert, kommt langfristig auf ansehnliche Renditen. Der durchschnittliche jährliche (annualisierte) Wertzuwachs etwa einer Anlage am Schweizer Aktienmarkt lag im Zeitraum von Anfang 1926 bis Ende 2020 bei etwa 7,8 Prozent, wie der Vermögenverwalter Pictet ausgerechnet hat.


    Ein weiterer Befund der Umfrage ist zwar nicht besonders überraschend. Für die Altersvorsorge zu sparen ist jungen Menschen nicht besonders wichtig (8 Prozent). Dieser Anteil müsste mit Blick auf die unsichere Zukunft des Schweizer Vorsorgesystems sicher steigen. Wichtigere Sparziele sind für die Jungen längere Reisen, Erwerb von Wohneigentum oder schlicht ein Finanzpolster.


    Umgekehrt sind unter der jüngeren Generation Bitcoin und andere Kryptowährungen stärker verbreitet. Gut 7 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sind in Kryptowährungen investiert, gegenüber ebenfalls 7 Prozent der 30- bis 55-Jährigen und nur knapp 1 Prozent der über 55-Jährigen. Und 13 Prozent der 18- bis 29-Jährigen erklären, dass Kryptowährungen für sie in Zukunft noch wichtiger werden bzw. dass sie künftig darin investieren wollen.

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  • Frauen sorgen sich um finanzielle Absicherung im Alter


    Die Absicherung im Alter bereitet vielen Frauen Sorgen. Trotzdem setzen sie sich laut einer Umfrage der UBS nur in geringem Ausmass mit langfristigen Finanzthemen auseinander.


    12.07.2021 10:45


    Zu diesem Schluss kommt die am Montag veröffentlichte "UBS Women's Wealth"-Studie 2021. Die Hälfte der befragten Frauen gab an, sich mehr mit Finanzprodukten und Geldanlagen beschäftigen zu wollen, dies aber nicht genügend zu tun. Sorgen bereiten den weiblichen Befragten unter anderem die häufiger als bei Männern vorkommenden Vorsorgelücken etwa aufgrund von Erwerbsunterbrüchen und Teilzeitarbeit: "Dies macht die finanzielle Absicherung im Alter für viele Frauen zur Herausforderung", heisst es im Bericht.


    Leider würden sich aber nur wenige Frauen aktiv mit der langfristigen Finanzplanung wie dem Vermögensaufbau fürs Alter beschäftigen. Diese Diskrepanz zwischen Bedürfnis und tatsächlichem Handeln zeige sich darin, dass lediglich eine von fünf Frauen angegeben habe, sich für dieses Thema zu interessieren. Ein noch kleinerer Teil von 15 Prozent setze sich mit der Entwicklung der Finanz- und Börsenmärkte auseinander.


    Dies obwohl sich die Mehrheit der Frauen durchaus bewusst sei, dass sie sich bei Finanzthemen mehr involvieren sollten. So hätten sieben von zehn der befragten Frauen, die bereits über Vermögen verfügen, angegeben, sie hätten sich im Rückblick gerne schon in jungen Jahren aktiver um ihre Altersvorsorge gekümmert.


    Die Umfrage fand im April 2021 statt und umfasst 2507 Teilnehmende. Der Anteil der weiblichen Befragten lag den Angaben nach bei 40,6 Prozent.


    sta/tv


    (AWP)

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  • Ausgleich des höheren Frauen-Rentenalters im Zentrum der Debatte


    Der Ständerat nimmt sich am Dienstagvormittag erneut die AHV-Reform vor.


    14.09.2021 07:18


    Im Zentrum dieser zweiten Beratungsrunde steht die Frage, wie den Frauen das höhere Rentenalter abgegolten werden soll. Die Erhöhung von 64 auf 65 Jahre haben beide Räte bereits beschlossen.


    Die Modelle für den Ausgleich des angehobenen Rentenalters und die Frage, wie viele Frauen berücksichtigt werden sollen, hatten schon in der ersten Beratungsrunde zu reden gegeben. Der Nationalrat beschloss im Juni einen Ausgleich für sechs Jahrgänge und wählte ein Modell mit Zuschlägen entsprechend dem Erwerbseinkommen.


    Abgestufte Zuschläge


    Der Ständerat hingegen wollte neun Jahrgänge berücksichtigen. Er entschied sich in der Frühjahrssession für ein Trapez-Modell, gemäss dem je nach Zeitpunkt des Erreichens des Referenzalters 65 ein zunächst steigender und dann wieder fallender Zuschlag gewährt wird. Er folgte dabei einem Minderheitsantrag aus der Mitte-Fraktion.


    Nun befasst sich der Ständerat ein zweites Mal mit der AHV-Revision. Die Mehrheit seiner Sozialkommission (SGK-S) will zwar bei neun Jahrgängen bleiben, aber neu mit einen sozial abgestuften Rentenzuschlag zwischen 100 und 240 Franken monatlich mit den Übergangsjahrgängen grosszügiger sein als der Nationalrat. Am Ende der Ausgleichsphase sollen die Zuschläge sinken.


    Den vollen Zuschlag von 240 Franken soll es gemäss Mehrheit bei Einkommen bis 57'360 Franken geben. 170 Franken wären es bei Einkommen bis 71'700 Franken und 100 Franken bei über 71'700 Franken. Ausbezahlt würde der Zuschlag auch beim Vorbezug der Rente.


    Wie viele Übergangsjahrgänge?


    Die eigentliche Rente würde indes für Frauen-Übergangsjahrgänge bei einem Vorbezug allerdings gleich stark gekürzt wie bei den anderen Versicherten. Der Zuschlag soll hingegen nicht der Plafonierung der Rente unterliegen. Der Nationalrat hingegen will - Zuschläge eingerechnet - höchstens die reguläre Maximalrente auszahlen.


    Eine Minderheit um Ständerat Damian Müller (FDP/LU) will dagegen wie der Nationalrat für Frauen-Übergangsjahrgänge die Renten beim Vorbezug weniger stark kürzen. Rentenzuschläge - tiefere Beträge als bei der Version der Mehrheit - sollen nach dem Willen der Minderheit aber nur Frauen erhalten, die erst mit 65 in Pension gehen.


    Für Frauen, die ihre Rente vorbeziehen, liegt das Modell der Minderheit gleichauf mit jenem des Nationalrates. Beim Bezug der Rente ab 65 Jahren ist in einigen Fällen die Minderheit, in anderen der Nationalrat grosszügiger.


    Wie die Mehrheit der SGK-S will auch die Minderheit die Zuschläge auf die Renten aus der Plafonierung ausklammern. Sie will aber nur sieben Jahrgänge berücksichtigen statt neun. Der Nationalrat will zudem sechs Frauen-Übergangsjahrgänge einen Ausgleich gewähren.


    Umstrittener Nationalbank-Beitrag


    Der Bundesrat will für die Sanierung der AHV die Mehrwertsteuer erhöhen. Beide Räte waren einverstanden, und sie sind sich einig, diese Verfassungsänderung mit der Revision des AHV-Gesetzes miteinander zu verknüpfen.


    Der Nationalrat will den Normalsatz der Mehrwertsteuer um 0,4 Prozentpunkte und die reduzierten Sätze um 0,1 Prozentpunkte anheben. Die SGK des Ständerates beantragt nun, es ebenso zu halten. Damit würde das Parlament unter dem Antrag des Bundesrates bleiben.


    Umstritten ist schliesslich noch, ob die Schweizerische Nationalbank (SNB) zur AHV-Sanierung beitragen soll. Der Nationalrat will, dass Erträge der SNB aus Negativzinsen dem AHV-Fonds zufliessen. Die Mehrheit der SGK-S lehnt dies ab.


    (AWP)

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  • Vorsorge bei Teilzeitarbeit: Das muss man dazu wissen


    Ob freiwillig oder nicht: Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer arbeiten nicht zu 100 Prozent. Das hat Auswirkungen auf die Vorsorge. Wie man Nachteile vermeiden kann.


    25.12.2021 17:09


    Wie offizielle Daten des Bundesamtes für Statistik zeigen, arbeitet inzwischen mehr als ein Drittel aller Erwerbstätigen in der Schweiz Teilzeit. Besonders hoch ist diese Quote bei Frauen, die zu mehr als 60 Prozent im Teilpensum angestellt sind.


    Doch weniger arbeiten bedeutet auch weniger Lohn. Das schmälert nicht nur das aktuell verfügbare Einkommen, sondern auch die zukünftige Altersrente. Damit bei der Pensionierung eine böse Überraschung ausbleibt, sollten sich "Teilzeitler" möglichst früh mit ihrer Vorsorgesituation beschäftigen. Fünf wissenswerte Fakten zum Thema:


    1. Ohne Beitragslücken gibt es zumindest das AHV-Minimum


    Die maximal mögliche AHV-Rente für alleinstehende Personen beträgt 2390 Franken im Monat. Um diesen Betrag zu erreichen, ist ein durchschnittlicher Jahreslohn von rund 85'000 Franken notwendig, zudem dürfen keine Beitragslücken bestehen. Kaum ein Teilzeitangestellter erreicht diesen Betrag, weshalb meist mit einer geringeren Rente aus der ersten Säule vorliebgenommen werden muss.


    Immerhin ist aber die AHV-Rente auch nach unten gedeckelt. Wenn der Arbeitnehmer die Beiträge lückenlos einzahlt, hat er zumindest die Minimalrente von monatlich 1195 Franken auf sicher. Pro fehlendes Beitragsjahr verkürzt sich die Rente um ungefähr 2,3 Prozent. Lücken können innerhalb von fünf Jahren noch nachbezahlt werden. Es lohnt sich daher, alle paar Jahre bei der kantonalen Ausgleichskasse kostenlos einen AHV-Kontoauszug zu beantragen, um allfällig fehlende Beitragsjahre zu entdecken und rechtzeitig nachzuzahlen (Kontoauszüge können Sie hier anfordern).


    2. Der Koordinationsabzug frisst die Rente aus der zweiten Säule weg


    In der beruflichen Vorsorge liegt die Eintrittsschwelle bei 21'510 Franken Jahreslohn. Dies ist die Lohngrenze, ab der Arbeitgeber die Teilzeitarbeitenden in die Pensionskasse aufnehmen müssen. Doch auch wer ein Einkommen leicht darüber verdient, kann aufgrund des sogenannten «Koordinationsabzuges» in der Höhe von 25'095 Franken nur sehr wenig Altersguthaben in der beruflichen Vorsorge ansparen. Mit diesem fixen Abzug vom Bruttolohn wird die Höhe des Lohns festgelegt, der bei der Pensionskasse versichert ist.


    Für Teilzeitarbeitende mit geringem Einkommen ist der Koordinationsabzug ein ganz klarer Nachteil. Dies zeigen auch Berechnungen der Credit Suisse (Zahl des Koordinationsabzuges stammt aus dem Jahr 2018):


    [Blocked Image: https://www.cash.ch/sites/default/files/public/uploads/cash/redaktion/bilder/cs_berechnung_koordinationsabzug.jpg]


    Die Tabelle zeigt die Unterschiede bei den jährlichen Altersgutschriften für die zweite Säule bei unterschiedlichen Bruttolöhnen und Beschäftigungsgraden. Ein 50-Prozent-Angestellter mit einem Bruttolohn von 25'000 Franken muss im Vergleich zu einer Vollzeitanstellung bei gleichem Stundenlohn eine Einbusse der Altersgutschrift von 86 Prozent hinnehmen. Bei einem höheren 50-Prozent-Verdienst von 50'000 Franken beträgt die Einbusse im Vergleich zur Vollzeitanstellung etwas geringere 66 Prozent – was in Bezug auf die spätere Altersrente aber noch immer eine happige Einbusse darstellt.


    3. Gewisse Pensionskassen sind «teilzeit-freundlich»


    Verschiedene Pensionskassen bieten die Möglichkeit an, den Koordinationsabzug proportional dem Beschäftigungsgrad anzupassen. Das heisst, dass dieser zum Beispiel bei einem 50-Prozent-Pensum die Hälfte beträgt. Die Folge sind höhere Beiträge in die zweite Säule durch den Arbeitgeber, aber auch durch den Arbeitnehmer. Das bringt dem Teilzeitler später mehr Rente ein.


    Pensionskassen sind jedoch nicht dazu verpflichtet, sich auf dieses Entgegenkommen einzulassen. Gewisse lehnen dies partout ab, da sie mehr Beiträge entrichten müssten. Andere wiederum zeigen sich kulant und kommen den Teilzeitlern entgegen. Auf jeden Fall lohnt es sich, die Pensionskasse des Arbeitgebers über die Möglichkeit eines reduzierten Koordinationsabzuges anzufragen.


    4. Bei mehreren Jobs auf eine Pensionskasse setzen


    Optimierungspotenzial gibt es in der beruflichen Vorsorge bei mehreren Teilzeitjobs. Wer zum Beispiel zwei Jobs hat, im Haupterwerb 50'000 Franken verdient und im Nebenerwerb 30'000 Franken, ist unter Umständen in der beruflichen Vorsorge ungünstig versichert. Nämlich dann, wenn entweder nur der Haupterwerb versichert ist oder aber die beiden Einkünfte über zwei unterschiedliche Pensionskassen laufen und der volle Koordinationsabzug zweimal abgezogen wird. Beide Fälle sind suboptimal, können aber je nach Pensionskasse zu Gunsten des Arbeitnehmers geändert werden.


    Einerseits können die beiden Pensionskassen - wie im dritten Punkt erläutert - um einen reduzierten Koordinationsabzug gebeten werden. Als zweite Option können die beiden Teileinkommen über eine einzige Pensionskasse abgewickelt werden – wenn die Pensionskassen wiederum eine solche Lösung erlauben. So würde der rentenvermindernde Koordinationsabzug nur einmal anfallen und das gesamte Altersguthaben wäre am gleichen Ort deponiert.


    5. Mit der dritten Säule können Lücken geschlossen werden


    Aufgefüllt werden können die Vorsorgelücken schliesslich auch mit freiwilligem Einzahlen in die gebundene Vorsorge 3a, die neben einer (derzeit allerdings spärlichen) Verzinsung auch steuerliche Vorteile bietet. Wer einer Pensionskasse angebunden ist, kann - unabhängig von der Lohnhöhe - jährlich bis zu 6883 Franken einzahlen (2022).


    Ist der Teilzeitarbeiter aber keiner Pensionskasse angeschlossen - weil er ein zu tiefes Einkommen hat oder mehreren Beschäftigungen nachgeht, von denen keine die Eintrittsschwelle der beruflichen Vorsorge überschreitet - so darf er Beiträge von bis zu 20 Prozent des Nettoeinkommens, maximal aber 34'416 Franken (2022), für die Säule 3a verwenden.


    (cash)

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  • Das müssen Sie beim Pensionskassen-Einkauf beachten


    Freiwillige Einkäufe in die Pensionskasse lassen sich erst tätigen, wenn der Vorbezug für die Eigenheimfinanzierung zurückbezahlt ist.


    06.02.2022 17:30


    Von Claude Chatelain


    Yvonne Oberholzer aus dem Zürcher Oberland will dreimal 10'000 Franken in die Pensionskasse einzahlen. Sie fragt mich, ob das Geld in den obligatorischen oder in den überobligatorischen Topf der Kasse fliesst.


    Warum ist diese Frage relevant? Weil die im obligatorischen Topf befindlichen Gelder unter Umständen bessere Leistungen abwerfen als die überobligatorischen.


    Willkommen beim Umwandlungssatz: Er beträgt für den obligatorischen Teil 6,8 Prozent. So will es das Gesetz. Zu welchem Satz der überobligatorische Teil in eine Rente umgerechnet wird, bestimmt hingegen der Stiftungsrat. Er liegt deutlich tiefer, meistens unter fünf Prozent.


    Nun gibts Vorsorgeeinrichtungen, die das gesamte Guthaben mit einem Mischsatz in eine Rente umwandeln. Hier spielt es bei der Rentenberechnung keine Rolle, ob das Geld im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben, eben obligatorisch, oder gemäss Pensionskassenreglement, eben überobligatorisch, angespart wurde.


    Nun ist es so, dass freiwillige Einkäufe normalerweise in den überobligatorischen Topf fliessen, der tiefere Renten abwirft.


    Doch bei Yvonne Oberholzer gibts noch Folgendes zu bedenken: Sie hatte vor Jahren für die Finanzierung ihres Eigenheims 50'000 Franken bezogen. Im Fachjargon heisst das WEF-Vorbezug. WEF steht für Wohneigentumsfinanzierung.


    Überweist sie jetzt der Pensionskasse zigtausend Franken, so gilt das rechtlich nicht als "freiwilliger Einkauf", sondern als WEF-Rückzahlung. Auch hier stellt sich die Frage, ob die Rückzahlung in den obligatorischen oder überobligatorischen Topf fliesst. Das Gesetz verlangt, dass WEF-Rückzahlungen im gleichen Verhältnis dem obligatorischen und dem überobligatorischen Guthaben zugeordnet werden, wie sie beim Vorbezug herausgenommen wurden. Diese Bestimmung ist seit 2017 in Kraft.


    Kommen wir zu den Steuern: WEF-Rückzahlungen kann Yvonne Oberholzer im Unterschied zu freiwilligen Einkäufen nicht vom steuerbaren Einkommen in Abzug bringen. Stattdessen wird ihr die Steuer pro rata zurückerstattet, die sie vor Jahren beim WEF-Bezug bezahlt hat.


    Das war nicht immer so. Als ich in den Nullerjahren in der Printausgabe der Wirtschaftszeitung "Cash" Leserfragen beantwortete, erteilte ich mitunter den Ratschlag, die Hypothek mit Geldern der Pensionskasse aufzustocken, später das Geld wieder der Pensionskasse als freiwilligen Einkauf zu überweisen und in der Steuererklärung entsprechend geltend zu machen.


    Also Steueroptimierung vom Feinsten. Die einmalige Steuer, die beim WEF-Vorbezug geschuldet ist, fällt weniger stark ins Gewicht als der Abzug vom steuerbaren Einkommen, den man dank eben diesem freiwilligen Einkauf vornehmen kann. Doch der Trick funktioniert nicht mehr: Seit 2006 kann man erst wieder freiwillige Einkäufe tätigen, wenn der WEF-Vorbezug zurückbezahlt ist. Das ist auch gut so.

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  • Schlechter Start für Schweizer Pensionskassen


    Die Schweizer Pensionskassen haben keinen guten Start ins neue Jahr hingelegt. Vielmehr war der Auftakt für die berufliche Vorsorge so schlecht wie seit 2008 nicht mehr. Begründet wird dies mit den zum Jahresauftakt volatilen Märkten.


    10.02.2022 17:10


    Im Januar lag die Performance der von der UBS betrachteten Pensionskassen nach Gebühren bei durchschnittlich -1,86 Prozent. Die Bandbreite betrug 2,30 Prozentpunkte, wie es in einer Studie vom Donnerstag hiess. Dabei lieferten sowohl das beste (-0,41%) als auch das schlechteste Ergebnis (-2,71%) jeweils eine kleine Pensionskasse mit weniger als 300 Millionen Franken an verwalteten Vermögen.


    Die Bandbreite bei den mittleren Pensionskassen mit verwalteten Vermögen zwischen 300 Millionen und einer Milliarde Franken war mit 1,44 Prozentpunkten deutlich geringer als bei den grossen (1,65 Prozentpunkte) und den kleinen (2,30 Prozentpunkte).


    Sowohl Anleihen als auch Aktien hätten negativ zum negativen Ergebnis beigetragen. Bei den Anleihen schnitten festverzinsliche Anlagen in Fremdwährung (-1,35%) schlechter ab die als in Franken (-0,58%). Bei den Aktien zahlte sich dagegen der Home Bias nicht aus. Denn Schweizer Aktien schnitten mit -5,80 Prozent schlechter ab als globale Titel mit -2,84 Prozent.


    Dagegen waren Immobilien mit +0,23 Prozent leicht im Plus. Deutlich besser waren alternative Anlagen: Hedge Funds lieferten 1,51 Prozent und Private Equity und Infrastructure +1,92 Prozent Performance.


    Im Vorjahr 2021 erwirtschafteten die Pensionskassen gemäss der UBS eine durchschnittliche Rendite von 8,06 Prozent und lagen damit deutlich über dem Vorjahreswert von 3,84 Prozent.


    pre/ra


    (AWP)

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  • Krankheit oder Unfall - Wer regelt die Finanzen, wenn man urteilsunfähig wird?


    Wird eine Person durch Krankheit oder Unfall urteilsunfähig, bestimmen Dritte über die Finanzen. Wer dies sein soll, kann in einem Vorsorgeauftrag festgelegt werden. Wenn dies nicht geschieht, entscheidet eine Behörde.


    14.02.2022 06:03


    Von Pascal Züger


    Manchmal kann es plötzlich schnell gehen: Durch einen Unfall, eine unerwartete Erkrankung oder durch Altersdemenz verliert eine Person die Urteilsfähigkeit. Finanzielle Angelegenheiten wie die Vermögensverwaltung, das Bezahlen von Rechnungen oder das Ausfüllen der Steuererklärung müssen als Folge von jemand anderem erledigt werden.


    Im Idealfall ist das natürlich eine vertrauenswürdige Person, die im Sinne des Verunfallten bzw. Erkrankten handelt. Wer das schlussendlich sein wird, kann in einem Vorsorgeauftrag bereits im Voraus definiert werden. Verzichtet man darauf, entscheidet die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb), wer die Angelegenheit in die Hand nehmen wird.


    Prominentestes Beispiel, wie es eben nicht laufen sollte, ist der tragische Fall von Michael Schumacher, der vor über acht Jahren einen schweren Ski-Unfall hatte und seither urteilsunfähig ist. Wie der Blick im Jahr 2018 schrieb, muss seine Gattin Corinna bei einer Kreditaufnahme oder einem Hausverkauf nun jeweils die Kesb um Erlaubnis bitten, da der in der Schweiz wohnhafte Ex-Formel-1-Weltmeister vor dem Verlust seiner Urteilsfähigkeit keinen Vorsorgeauftrag verfasst hatte.


    Das eigene Schicksal in den Händen der von Behörden – für viele ein Albtraum. Umso wichtiger ist daher das Erstellen eines korrekt verfassten Vorsorgeauftrages. Doch wie funktioniert das? Es folgen die dringlichsten die Fragen zum Thema:


    Was steht in einem Vorsorgeauftrag?


    Im Vorsorgeauftrag wird festgelegt, wer im Falle eines Verlustes der Urteilsfähigkeit die Angelegenheiten der betroffenen Person in bestimmten oder allen wichtigen Lebensbereichen übernehmen soll. Konkret werden die zu erfüllenden Aufgaben in Personensorge (z.B. Haushalt, Pflege), Vermögenssorge (z.B. Einkommensverwaltung, Zahlungsverkehr, Erstellen der Steuererklärung) und Rechtsvertretung (z.B. Abschliessen von Mietverträgen oder Versicherungen, Vertretung gegenüber Behörden) unterteilt. Auch dürfen im Vorsorgeauftrag spezifische Handlungsanweisungen gegeben (z.B. "Person XY nimmt die Post entgegen") oder auch explizit verboten werden (z.B. "Mein Haus will ich nicht verkaufen").


    Wer kann als Beauftragter bestimmt werden?


    Jede urteilsfähige Person, die 18 Jahre oder älter ist, kann diese Funktion übernehmen. In den meisten Fällen werden Partner, gute Freunde oder die eigenen Kinder gewählt. Auch Firmen können mit dieser Aufgabe betraut werden, etwa ein Treuhandbüro. Es dürfen auch für unterschiedliche Lebensbereiche unterschiedliche Personen als Beauftragte bestimmt werden. Da die beauftragte Person zum gegebenen Zeitpunkt den Auftrag möglicherweise nicht mehr annehmen kann oder will, ist es empfehlenswert, im Vorsorgeauftrag bereits eine oder mehrere Ersatzpersonen festzulegen. Die vermerkten Personen sollten unbedingt vorgängig um ihr Einverständnis gefragt werden. Den Beauftragten steht auch zu, den Auftrag abzulehnen oder nach einer gewissen Zeit zu kündigen.


    Was sind die Formvorschriften?


    Der Vorsorgeauftrag muss entweder vollständig von Hand geschrieben, datiert und unterschrieben werden oder aber durch einen Notar öffentlich beurkundet werden. Die erste Variante ist kostenlos, bei der zweiten fallen Notariatsgebühren an. Die Formvorschriften müssen unbedingt eingehalten werden, ansonsten gilt das Dokument als ungültig. Im Internet kursieren zahlreiche kostenlose Formvorlagen: Etwa auf vorsorgeauftrag-formular.ch (Formular hier) oder auf srf.ch (Formular hier). Im Kanton St. Gallen kann der Vorsorgeauftrag auch elektronisch erstellt werden. Hinter der Website e-vorsorgeauftrag.ch steht Digitec-Mitgründer und FDP-Nationalrat Marcel Dobler.


    Wie viel Lohn erhalten die beauftragten Personen?


    Wie hoch und ob die Beauftragten für ihre Aufgaben entschädigt werden, kann konkret im Vorsorgeauftrag definiert werden. Auch die Vergütung allfälliger Spesen kann darin festgehalten werden. Fehlt eine Angabe zur Entschädigung im Vorsorgeauftrag, so legt die Kesb eine angemessene Entschädigung fest - die dann natürlich der urteilsunfähigen Person vom Vermögen abgezogen wird. Empfehlungen, wie hoch die Vergütung für Beistände ausfallen sollte, gibt etwa die Kesb Kanton Zürich heraus.


    Wo wird der Vorsorgeauftrag aufbewahrt?


    Grundsätzlich kann selber gewählt werden, wo der Vorsorgeauftrag deponiert werden soll. Es ist jedoch wichtig, dass er im Falle einer Urteilsunfähigkeit von den Angehörigen leicht aufgefunden werden kann. Wird er in einem Banksafe aufbewahrt, so muss noch eine weitere Person Zugriff darauf haben, da das Dokument sonst nicht gefunden werden kann. In einzelnen Kantonen, etwa in Zürich, kann der Vorsorgeauftrag auch direkt bei der Kesb hinterlegt werden. Es ist empfehlenswert, den Hinterlegungsort auf alle Fälle beim Zivilstandesamt einzutragen, was jedoch mit Kosten verbunden ist.


    Wann tritt der Vorsorgeauftrag in Kraft?


    Sobald die auftraggebende Person urteilsunfähig wird - was von einem Arzt oder Psychiater bestimmt wird - gelangt der Fall an die zuständige Kesb. Diese Behörde klärt dann ab, ob ein Vorsorgeauftrag existiert und ob dieser auch gültig ist. Darüber hinaus wird durch die Kesb geprüft, ob die beauftragten Personen geeignet und gewillt sind den Auftrag zu erfüllen.


    Hat ein Vorsorgeauftrag ein Ablaufdatum?


    Nein, grundsätzlich gilt der Auftrag zeitlich unbeschränkt. Solange die betreffende Person jedoch urteilsfähig ist, steht ihr frei, den Vorsorgeauftrag zu ändern oder ganz zu widerrufen.


    Was passiert bei Urteilsunfähigkeit ohne Vorsorgeauftrag?


    Der Fall gelangt wiederum zuerst an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb. Die Behörde legt nun aber selbst fest, wer sich als Beistand eignet und wie hoch die Entlöhnung ausfällt. In der Regel wird, sofern vorhanden, dem Ehepartner bzw. der Ehepartnerin das Vertretungsrecht für alltägliche Handlungen zugesprochen. Bei weitreichenden Entscheidungen hingegen, wie etwa bei einem Hauskauf, schaltet sich die Kesb von Gesetzes wegen ein – wie im erwähnten Fall Schumacher.


    Was ist der Unterschied zwischen Vollmacht und Vorsorgeauftrag?


    Im Unterschied zum Vorsorgeauftrag gilt die Vollmacht nicht erst bei Eintreten der Urteilsunfähigkeit, sondern bereits ab deren Erteilung. Ausserdem behält die Vollmacht grundsätzlich nur so lange ihre Gültigkeit, wie die betroffene Person noch urteilsfähig ist.


    Dieser cash-Artikel erschien zuerst am 24. April 2019.

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  • Pensionskassen: Altersrenten trotz mehr Bezügern konstant


    Die Schweizer Pensionskassen hatten 2020 ein solides Jahr: Trotz mehr Rentenbezügerinnen und -bezügern betrug die durchschnittliche jährliche Altersrente für die Einzelnen fast unverändert 28'618 Franken.


    17.02.2022 11:40


    2020 versicherten die Pensionskassen 4,4 Millionen Personen in der Schweiz, was einem Anstieg von 1,3 Prozent entspricht. Renten wurden an 842'357 Personen ausbezahlt, das sind 22'470 Personen respektive 2,75 Prozent mehr als im Vorjahr. 46'900 Personen verlangten bei Pensionierung eine Kapital- oder Teilkapitalauszahlung von durchschnittlich 211'038 Franken, 7,9 Prozent mehr als im Vorjahr.


    Ende 2020 betrug die Bilanzsumme der 1434 Pensionskassen in der Schweiz insgesamt 1,063 Billionen Franken. Das geht aus der definitiven Aufstellung des Bundesamts für Statistik vom Donnerstag hervor.


    Auf der Anlageseite präsentierten sich Aktien mit 30,8 Prozent, Obligationen mit 29,4 Prozent und Immobilien mit 20,4 Prozent als die grössten Bilanzpositionen. Gemeinsam erwirtschafteten die Pensionskassen ein Nettoergebnis aus Vermögensanlagen von 43,5 Milliarden Franken.


    Die Wertschwankungsreserven konnten weiter um 17,5 Milliarden Franken auf 111 Milliarden Franken erhöht werden. Die Unterdeckung sank um 10 Prozent auf 32,4 Milliarden. Eine Pensionskasse befindet sich in Unterdeckung, wenn ihr Vorsorgevermögen nicht ausreicht, um ihre Verpflichtungen zu decken. Der grösste Teil der Deckungslücken wird von Staatsgarantien getragen.


    (AWP)

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  • Wer das Pensionskassen-Kapital bezieht, profitiert


    34 Prozent der Versicherten in der Pensionskasse lassen sich ihr Kapital auszahlen. Mit der BVG-Revision würden sie künftig profitieren.


    20.02.2022 18:56


    Von Claude Chatelain


    Eine andere, unaufhörlich wachsende Gruppe von Versicherten ist in der BVG-Debatte praktisch inexistent: jene, die sich das Kapital auszahlen lässt und damit auf die lebenslängliche Rente verzichtet. 34 Prozent sind es mittlerweile – bei Frauen wie bei Männern. Die Senkung des Umwandlungssatzes kann ihnen egal sein.In der laufenden Revision des beruflichen Vorsorgegesetzes (BVG) ist viel von Frauen, Übergangsgeneration, Mehrfachbeschäftigten und all jenen die Rede, die wegen des sinkenden Umwandlungssatzes weniger Rente bekommen – wenn überhaupt. All diesen will man mit der Gesetzesänderung irgendwie gerecht werden.


    Mit dem Umwandlungssatz wird das Kapital in eine Rente umgewandelt. Auf einem Kapital von 100'000 Franken gibts bei einem Umwandlungssatz von 6,8 Prozent jährliche Rentenzahlungen von 6'800 Franken, bei 6 Prozent nur noch 6000 Franken.


    Nun wird die Rente nicht in Prozent ausbezahlt, sondern in Franken. Deshalb wird die Bedeutung des Umwandlungssatzes überschätzt. Bedeutender ist das individuelle Kapital, das sich über all die Jahre angehäuft hat. Damit die Senkung des Umwandlungssatzes von 6,8 auf 6 Prozent mit einer gleich hohen Rente aufgefangen werden kann, braucht es ein um 11,3 Prozent höheres Kapital: 113'333 statt 100'000 Franken.


    Ein höheres Kapital bei der Pensionierung – genau das soll mit der BVG-Revision erwirkt werden. Dies geschieht mit einer Halbierung des Koordinationsabzugs, was einen höheren versicherten Lohn, folglich höhere Lohnabzüge und schliesslich ein höheres Kapital zur Folge hat.


    Somit sind wir beim Kapitalbezug: Jüngere Generationen werden bis zur Pensionierung dank der Halbierung des Koordinationsabzugs ein höheres Kapital angespart haben. Kritiker werden einwenden, dass das mit höheren Lohnabzügen, sprich einem tieferen Nettolohn erkauft werden muss. Dem muss ich entgegenhalten, dass nicht nur Arbeitnehmer-, sondern auch Arbeitgeberbeiträge in mindestens gleicher Höhe angepasst werden. Arbeitgeberbeiträge sind so etwas wie ein steuerfreier Lohn.


    Personen, die eben so oder so mit dem Kapital liebäugeln, können ob dieser Entwicklung nur frohlocken – sofern die geplante BVG-Revision überhaupt jemals in Kraft tritt.


    Es gibt übrigens Versicherte, die lassen sich einen Teil des Pensionskassenguthabens als Kapital und einen anderen Teil als Rente auszahlen. Gemäss der Neurentenstatistik 2020, die das Bundesamt für Statistik (BFS) Mitte Januar veröffentlicht hat, trifft dies auf 14 Prozent der Frauen und 24 Prozent der Männer zu.


    Das heisst, dass lediglich 42 Prozent der Männer und bloss 51 Prozent der Frauen voll auf die Rente vertrauen.


    Für alle anderen, die Mehrheit, führt die geplante BVG-Revision zu einem Sozialausbau, bezahlt durch die Arbeitgeber. Das darf auch mal gesagt sein.

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