• Putin bestätigt Moskaus Verzicht auf Erstschlag mit Atomwaffen


    Trotz des Kriegs in der Ukraine hat Russland bekräftigt, keinen Atomkrieg starten zu wollen. "Wir gehen davon aus, dass es in einem Atomkrieg keine Sieger geben kann und er niemals begonnen werden darf", schrieb Präsident Wladimir Putin in einem am Montag auf der Webseite des Kremls veröffentlichten Grusswort an die Teilnehmer der Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag in New York. Damit trat er seit Kriegsbeginn wachsenden Befürchtungen entgegen, dass Moskau in der Ukraine womöglich Atomwaffen einsetzen könnte.


    01.08.2022 19:32


    Die Befürchtungen begründeten sich unter anderem darauf, dass Putin die russischen Atomstreitkräfte kurz nach dem Angriff auf das Nachbarland in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt hatte. Zuvor hatte Russlands Führung einen atomaren Erstschlag stets ausgeschlossen und Einsatzpläne lediglich für einen sogenannten Gegenschlag präsentiert, also die militärische Antwort auf einen Angriff.


    Nun betonte Putin, dass Russland seine Verpflichtungen als Gründungsmitglied des Atomwaffensperrvertrags erfülle und auch weiter erfüllen wolle. Zugleich forderte der Kremlchef "gleiche und unteilbare Sicherheit für alle Mitglieder der Weltgemeinschaft." Daneben sollten alle Länder, die die Bestimmungen des Sperrvertrags erfüllten, Zugang zur zivilen Nutzung der Atomkraft haben. Diese Forderung Putins zielte womöglich auf das zivile iranische Atomprogramm, das von Russland unterstützt wird.


    (AWP)

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  • Moskau nennt Pelosis Besuch in Taiwan eine Provokation


    Das russische Aussenministerium hat den Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan als "klare Provokation" kritisiert. China sei im Recht, Massnahmen zum Schutz seiner Souveränität und territorialen Unversehrtheit zu ergreifen, hiess es in der Mitteilung vom Dienstagabend in Moskau. "Wir betrachten den Besuch als klare Provokation im Geist der aggressiven Linie der USA zu einer umfassenden Eindämmung Chinas." Russlands Haltung sei unverändert, dass es nur ein China mit der legitimen Regierung in Peking gebe. Pelosi als Vorsitzendes des US-Repräsentantenhauses war am Dienstag zu einem Besuch des Inselstaates eingetroffen. China sieht Taiwan als abtrünnige Provinz und droht mit Wiedereroberung./fko/DP/he


    02.08.2022 20:15


    (AWP)

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  • US-Experte analysiert sieben Kriegsfaktoren - und prophezeit Putins Niederlage


    Donnerstag, 28.07.2022, 13:41


    Für viele Beobachter erscheint der Krieg zwischen Russland und der Ukraine wie ein Kampf zwischen David und Goliath. Der renommierte US-Historiker Timothy Snyder hat den Konflikt nun anhand von sieben Faktoren untersucht - und kommt zu einem Ergebnis, das Wladimir Putin nicht gefallen dürfte.


    Für Timothy Snyder, Autor und Professor für Geschichte an der berühmten Yale-University, ist Russland gerade drauf und dran, den Krieg in der Ukraine zu verlieren. Putins Einmarsch in die Ukraine sei nicht nur ein Verbrechen, sondern auch ein Fehler. Diesen Fehler zuzugeben sei vor allem für Putin, dessen Macht auf dem Image als starker Mann beruhe, jedoch schwer: „Russland hat in diesem Krieg die Phase erreicht, in der es kämpft, weil es peinlich wäre, nicht zu kämpfen“, schreibt der US-Historiker auf seinem Blog „Thinking about“ .


    Er hält es für wahrscheinlich, dass die Ukrainer nun doch die notwendige Dynamik auf dem Schlachtfeld aufbringen können, um gegen Putins Armee zu bestehen. Auch wenn Kriege unberechenbar seien, glaubt Snyder, dass die Ukraine höchstwahrscheinlich gewinnen werde. Als Beleg für seine These analysiert der US-Experte sieben Kriegsfaktoren, die über den Verlauf von bewaffneten Konflikten entscheidend seien.


    1. Putins Krieg und der Zeitfaktor


    Für Russland spiele Zeit eine große Rolle, denn Putin habe zunächst auf einen schnellen Sieg gesetzt. „Wenn der schnelle Sieg ausbleibt und der Feind nicht gedemütigt wird, dann wird sich die Zeit, durch die unvorhergesehenen Faktoren, durchsetzen“, so Snyder. Denn je länger ein Krieg dauere, desto mehr würden die Vorteile, die eine große Macht wie Russland zu haben scheint, schwinden.


    2. Die russische Wirtschaft, Sanktionen und warum Deutschland den Ausschlag geben könnte


    Russland ist eine deutlich größere Volkswirtschaft als die Ukraine, weswegen die Sanktionen gegen Russland bald ihre Wirkung zeigen würden, prophezeit Snyder. Vor allem wenn die ukrainische Armee beginne, eine technologische Überlegenheit zu zeigen, mit der Russland ohne sanktionierte Importe nicht mithalten könne, würden die Sanktionen schmerzen. Schließlich wird die Ukraine von den amerikanischen und europäischen Wirtschaftsmächten unterstützt, welche Russland deutlich in den Schatten stellen können.


    „Damit die Wirtschaft den Ausschlag geben kann, müssen die Regierungen (insbesondere die in Berlin) bereit sein, ihre wirtschaftliche Macht kreativ und schnell einzusetzen, und zwar in einer Weise, die in Friedenszeiten unangemessen wäre“, schreibt der US-Historiker. Vor allem Deutschland müsse laut Snyder beweisen, dass es Artilleriegeschütze und Granaten termingerecht produzieren und liefern könne.

    3. Die Logistik: Die Ukraine führt den Krieg auf dem eigenen Territorium


    Die Ukraine sei im Bereich der Logistik klar im Vorteil, schreibt Snyder: Sie führe den Krieg auf ihrem eigenen Territorium. Soldaten und Munition müssten demnach nicht über große Entfernungen transportiert werden. Zu Beginn des Krieges, als Russland von Weißrussland aus einmarschierte, sei die russische Logistik katastrophal gewesen, bilanziert Snyder. Im Donbass sei die Lage für die russische Armee aktuell zwar besser, da die Ostukraine an Russland angrenzt und die Südukraine von der von Russland kontrollierten Krim aus erreicht werden kann. „Aber diese Verbindungen können mit den richtigen Waffen in Frage gestellt und sogar durchbrochen werden“, ist Snyder überzeugt.


    4. Topographie: Russland ist nicht in der Lage, das günstige Gelände zu nutzen


    Auch topographische Gegebenheiten sind für Snyder entscheidend für den weiteren Kriegsverlauf. „Ich komme nicht umhin festzustellen, dass Russland im Mai und Juni kaum in der Lage war, das vergleichsweise günstige Gelände im Südosten der Ukraine zu nutzen, als die Ukraine keine große Anzahl von Langstreckenwaffen einsetzte, die sie von Partnern erhalten hatte“, schreibt der US-Historiker.


    Die westlichen Waffenlieferung würden der Ukraine nun einen Vorteil bereiten. Zudem würden Hügel und Wälder den Russen im Norden nun zu schaffen machen. Im Südosten des Landes gebe es laut Snyder kaum Hindernisse für die russischen Soldaten, aber trotzdem sei Russland nur sehr langsam vorangekommen. Die Waffenlieferungen des Westens würden nun zusätzliche Dynamik in den Krieg bringen.


    5. Art des Kampfes: Russland setzt auf Töten aus großer Entfernung


    Laut Snyder kämpfen die russischen Soldaten bevorzugt aus der Ferne: „Die russische Kriegsführung hängt von der Artillerie ab, vom Töten aus großer Entfernung“. Durch mehr Artilleriegeschütze und Granaten sei Russland zwar bisher im Vorteil gewesen. Der Charakter des Krieges werde sich nun jedoch ändern, da die Ukraine präzisere Waffen mit größerer Reichweite geliefert bekomme, so Snyder.


    Wenn die Ukraine weiterhin die richtigen Waffen aus dem Westen erhalte, könne sie bald in der Lage sein, den Krieg zu diktieren, schreibt Snyder. Er hält einen langsamen Rückzug der Russen für wahrscheinlich, da sie im Nahkampf keine guten Kämpfer seien.


    6. Moral: "Die Ukrainer wissen, wofür sie kämpfen"


    Im Gegensatz zu den Ukrainern könnten sich die Russen jederzeit in ihr Heimatland zurückziehen, schreibt der US-Historiker weiter. Er habe den Eindruck, dass viele russische Soldaten nicht besonders motiviert seien und nicht wirklich wüssten, warum sie in der Ukraine sind. Auch wenn die russische Führung nicht den Anschein mache, als würde sie sich um die gefallenen Soldaten scheren, hätten die eingesetzten Soldaten in der Ukraine selbst ein Interesse daran, lebend zurückzukehren, analysiert Snyder.


    Die Ukrainer hingegen könnten nirgendwo anders hin, denn Putin drohe dem Land offen mit seiner Ausrottung, schreibt der US-Experte. „Sie wissen genau, wofür sie kämpfen“. Dies sei ein weiterer, moralischer Vorteil für die Ukraine.


    7. Strategie: Die Invasion basierte von Anfang an auf Putins Gedankenfehler



    Die russische Invasion habe von Beginn an auf Putins fehlerhafter Vorstellung basiert, dass das ukrainische Volk seine Zerstörung annehmen und die russischen Soldaten als „Brüder“ begrüßen würde, schreibt Snyder weiter. „Die ukrainische Nation und der ukrainische Staat sind durch diesen Krieg verändert worden, aber nicht in einer Weise, die Russland zugute kommt."


    Der derzeitige Plan Russlands sehe laut Snyder vor, die ukrainische Wirtschaft zu zerstören, die Zivilbevölkerung mit Raketenangriffen zu terrorisieren und die Energielieferungen an Europa zu unterbrechen. Durch die Blockade von Lebensmittelexporten würde Putin Afrika und Asien leiden lassen. Er bilanziert: „Ein Großteil der russischen Strategie für den Krieg in der Ukraine besteht darin, eine Ein-Länder-Blockade der Welt zu errichten."


    Hingegen scheint der ukrainische Plan zu sein, die physische und soziale Existenz des Landes zu sichern und Gegenangriffe zu starten, um besetzte Gebiete zurückzuerobern. Die Zurückeroberung könne das Restbild der russischen Unbesiegbarkeit brechen, schreibt Snyder. Zum jetzigen Zeitpunkt seien die Ziele der Ukraine für den US-Experten deutlich schlüssiger.


    Fazit des Experten: Russland hat nur noch eine Möglichkeit, den Krieg zu gewinnen


    Für Snyder hat der Krieg gezeigt, dass die Ukraine weitaus widerstandsfähiger und funktionsfähiger ist als vielfach angenommen. Seiner Meinung nach ist das Land in der Lage, diesen Krieg zu gewinnen. Russlands einziger Weg zum Sieg bestehe noch darin, den Westen zu überzeugen, dass die Ukraine nicht gewinnen könne. Der Krieg würde auch erst enden, wenn Putin erkenne, dass seine persönliche Situation durch eine Niederlage bedroht werde, schreibt der US-Experte. „Alles, was wir tun müssen, ist, die Dinge so zu sehen, wie sie sind, etwas Geduld zu zeigen und die Demokratie, die angegriffen wird, zu unterstützen - mit der richtigen Einstellung und den richtigen Waffen", so Snyder.


    https://www.focus.de/politik/a…ocket-newtab-global-de-DE

  • Regierung: Russische Wirtschaft schrumpft nur um gut zwei Prozent


    Die russische Wirtschaft wird der Regierung zufolge in diesem Jahr trotz der westlichen Sanktionen wegen des Krieges gegen die Ukraine nur leicht schrumpfen.


    29.08.2022 15:39


    Das Bruttoinlandsprodukt werde um "etwas mehr als zwei Prozent" sinken, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Andrej Belousow am Montag bei einer im Fernsehen übertragenen Regierungssitzung. Der robuste Arbeitsmarkt helfe, die Folgen abzufedern. 2023 werde der Rückgang dann bei "nicht mehr als einem Prozent" liegen. Einige Ökonomen prognostizierten der russischen Wirtschaft dagegen angesichts westlicher Sanktionen in diesem Jahr einen Einbruch von etwa 15 Prozent.


    Der Inflation wird der Regierung zufolge nicht so stark ausfallen wie zunächst befürchtet. Die Teuerungsrate dürfte in diesem Jahr bei 12 bis 13 Prozent liegen, sagte Belousow. Mitte Juli lag die offizielle Inflationsrate bei 15,5 Prozent. Die Zentralbank strebt eigentlich einen Wert von vier Prozent an. Dieser dürfte ihren Prognosen zufolge auch im kommenden Jahr mit Preissteigerungsraten von fünf bis sieben Prozent verfehlt werden.


    Belousow zufolge haben die Importe von Konsumgütern trotz westlicher Sanktionen weitgehend wieder zugenommen. Westliche Waren seien dabei ersetzt worden. Viele Unternehmen aus der EU, den USA und verbündeten Staaten haben sich wegen des Krieges gegen die Ukraine aus Russland zurückgezogen.


    (Reuters)

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  • G7-Finanzminister wollen Deckel auf russisches Öl durchsetzen


    (Ausführliche Fassung) - Die Finanzminister der G7 wirtschaftsstarker Demokratien wollen einen Preisdeckel auf russisches Öl durchsetzen. In einer gemeinsamen Erklärung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, forderten sie am Freitag zudem alle Länder, die russisches Öl importieren, auf, sich dieser Massnahme anzuschliessen. "Wir streben eine breite Koalition an, um die Effektivität zu maximieren", heisst es in dem Papier.


    02.09.2022 14:50


    Im Kern will man Russland dazu zwingen, Öl künftig für einen deutlich niedrigeren Preis an grosse Abnehmer wie Indien zu verkaufen. Die Hoffnung ist, dass das zum einen die globalen Ölmärkte entspannt und die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Energiepreise abfedert. Zugleich würde Russland dadurch nicht mehr von Preisanstiegen für Öl profitieren und damit seine Kriegskasse füllen können.


    Der Seetransport von Rohöl und Erdölprodukten russischen Ursprungs soll weltweit nur noch möglich sein, wenn das Öl unter einem bestimmten Preis gekauft wurde. Funktionieren könnte der Preisdeckel, indem der Westen wichtige Dienstleistungen wie Versicherungen für Öltransporte an die Einhaltung der Regelung knüpft. Diese sind weitgehend in westlicher Hand.


    Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte zuletzt betont, ein Preisdeckel funktioniere auch nur, wenn er global organisiert werde. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte am Donnerstag in der ZDF-Sendung "mabrit illner", "eine grosse Zahl von Ländern international" sei nötig. "Das scheint sich jetzt abzuzeichnen, dass wir dieses Ziel erreichen". Auf die Frage, ob auch China dabei sei, sagte sie: "Nicht alle sind an Bord."


    Die G7 selbst verpflichteten sich mit der Erklärung, den Preisdeckel in ihren eigenen Staaten rasch umzusetzen. In der EU, wo bereits ein Öl-Embargo gegen Russland beschlossen wurde, sollen zuvor alle Mitgliedsstaaten zustimmen. Angestrebt werde eine Umsetzung im zeitlichen Rahmen des sechsten EU-Sanktionspakets, hiess es.


    Auf eine genaue Höhe der Preisobergrenze legten sich die Finanzminister der G7 zunächst nicht fest. Das hänge auch von technischen Fragen ab. Der Deckel solle transparent kommuniziert und seine Wirkung eng beobachtet werden./tam/DP/jha


    (AWP)

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  • Russisches Geheimpapier zeichnet düsteres Bild der Konjunktur


    Russland könnte im Zuge der westlichen Sanktionen eine längere und tiefere Rezession bevorstehen, die auch die Industrie in Mitleidenschaft zieht. Dies geht aus einem internen Bericht hervor.


    05.09.2022 17:41


    Das Dokument zeichnet ein weitaus düstereres Bild, als die optimistischen Verlautbarungen offizieller Stellen. Es ist das Ergebnis monatelanger Arbeit von Beamten und Experten zu den Auswirkungen der wirtschaftlichen Isolation Russlands infolge des Einmarsches in der Ukraine. Bloomberg konnte den Bericht einsehen, der für eine Tagung von Spitzenbeamten am 30. August erstellt wurde. Personen, die mit den Beratungen vertraut waren, bestätigten seine Authentizität.


    Zwei der drei Szenarien des Berichts zeigen, dass sich die Schrumpfung im nächsten Jahr beschleunigen und die Wirtschaft erst am Ende des Jahrzehnts oder später wieder das Vorkriegsniveau erreichen wird. Das Szenario "Trägheit" sieht den Tiefpunkt der Wirtschaft im nächsten Jahr bei 8,3 Prozent unter dem Niveau von 2021, während das Szenario "Stress" den Tiefpunkt im Jahr 2024 ansetzt, 11,9 Prozent unter dem Niveau des vergangenen Jahres.


    Alle Szenarien gehen davon aus, dass der Druck der Sanktionen zunehmen wird und dass sich weitere Länder anschliessen werden. Abgesehen von den Sanktionen im engeren Sinne, die etwa ein Viertel der Ein- und Ausfuhren betreffen, wird detailliert beschrieben, dass Russland nun mit einer "Blockade" konfrontiert ist, die "praktisch alle Transportwege" betreffe und die Wirtschaft des Landes vom Ausland abschneide.


    200'000 IT-Spezialisten könnten das Land verlassen


    Technologische und finanzielle Beschränkungen verstärkten den Druck zusätzlich. Der Bericht schätzt, dass bis zum Jahr 2025 bis zu 200'000 IT-Spezialisten das Land verlassen könnten - die erste offizielle Prognose über die Abwanderung von Fachkräften.


    Offiziell heisst es in Moskau, die Sanktionen hätten die Wirtschaft weniger stark getroffen als befürchtet. Der Konjunkturrückgang könnte in diesem Jahr weniger als 3 Prozent betragen und 2023 sogar noch weniger. Auch externe Wirtschaftsexperten haben ihre Prognosen für dieses Jahr nach oben angepasst, da sich die Wirtschaft besser als erwartet gehalten hat.


    In dem Dokument wird eine Reihe von Massnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft und zur weiteren Abmilderung der Auswirkungen der Sanktionen gefordert. Nur so könne die Wirtschaft im Jahr 2024 wieder das Vorkriegsniveau erreichen und danach wieder wachsen. Die Schritte beinhalten jedoch viele der Massnahmen zur Investitionsförderung, die die Regierung schon in den letzten zehn Jahren verfolgt hat, als das Wachstum auch ohne Sanktionen weitgehend stagnierte.


    Der Pressedienst der russischen Regierung verwies eine Anfrage zu dem Bericht an das Wirtschaftsministerium, das nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme reagierte.


    Rückgang der Produktionsmengen


    Der Bericht warnt vor einem Rückgang der Produktionsmengen in einer Reihe von exportorientierten Sektoren - von Öl und Gas bis hin zu Metallen, Chemikalien und Holzprodukten - in den nächsten ein bis zwei Jahren. Auch wenn später eine gewisse Erholung möglich ist, "werden diese Sektoren nicht mehr die treibenden Kräfte der Wirtschaft sein."


    Eine vollständige Unterbrechung der Gaslieferungen nach Europa, Russlands wichtigstem Exportmarkt, könnte das Staatssäckel bis zu 400 Milliarden Rubel (6,6 Milliarden Euro) pro Jahr kosten. Selbst mittelfristig werde es nicht möglich sein, den Einnahmeausfall durch neue Exportmärkte vollständig auszugleichen.


    «Keine alternativen Lieferanten»


    Auf der Importseite bestehe "das grösste kurzfristige Risiko in der Aussetzung der Produktion aufgrund des Mangels an importierten Rohstoffen und Komponenten". Längerfristig könnte die Unfähigkeit, importierte Ausrüstung zu reparieren, das Wachstum dauerhaft begrenzen, so der Bericht: "Für einige kritische Importe gibt es einfach keine alternativen Lieferanten."


    Sogar in der Landwirtschaft könnte die Abhängigkeit von wichtigen Inputs die Russen dazu zwingen, ihren Lebensmittelkonsum zu reduzieren, so der Bericht.


    Der eingeschränkte Zugang zu westlicher Technologie könnte dazu führen, dass Russland eine oder zwei Generationen hinter aktuellen Standards zurückbleibt, da es gezwungen ist, auf weniger entwickelte Alternativen aus China und Südostasien zurückzugreifen.


    (Bloomberg)

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  • Visa-Erleichterungen für Russen ab sofort ausgesetzt


    Russische Bürger profitieren von diesem Montag an nicht mehr von einer erleichterten Visa-Vergabe für Reisen nach Deutschland und in andere Staaten des Schengen-Raums. Das zwischen der EU und Russland geschlossene Abkommen zur Erleichterung der Visa-Vergabe ist nach einem Beschluss der EU-Staaten von vergangener Woche für russische Staatsbürger nun komplett ausgesetzt. So soll die Zahl der neuen Visa für Russen deutlich sinken. Zum Schengen-Raum gehören 22 EU-Staaten und 4 weitere europäische Länder.


    12.09.2022 06:45


    Die Antragsgebühr für ein Visum beträgt ab sofort 80 statt 35 Euro. Zudem ist mehr Papierkram erforderlich, die Bearbeitungszeit wird länger und die Ausstellung von Visa für die mehrfache Einreise wird eingeschränkt.


    Die EU-Kommission gab den EU-Staaten am Freitag Leitlinien zur Visavergabe an die Hand und stellte klar, dass die "Konsulate eine strikte Bewertung der Sicherheitsrisiken vornehmen" sollten. Dies könne dazu führen, dass die Ausstellung von Visa verweigert werde und bestehende gültige Visa aufgehoben werden. Die Staaten hätten "grossen Ermessensspielraum sowie eine Grundlage für eine eingehendere Prüfung von Anträgen".


    Zugleich stehe die EU Antragstellern weiter offen, "die aus dringenden Gründen reisen, insbesondere Familienangehörigen von EU-Bürgern, Journalisten, Dissidenten und Vertretern der Zivilgesellschaft". Für sie könnten die Mitgliedstaaten die Visumgebühr beispielsweise reduzieren oder komplett erlassen.


    Das Visaabkommen zwischen der EU und Russland gilt seit 2007. Kurz nach Beginn des Krieges in der Ukraine am 24. Februar wurden die Erleichterungen bereits für Geschäftsleute, Regierungsvertreter und Diplomaten ausser Kraft gesetzt./wim/DP/zb


    (AWP)

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  • Russland annektiert ukrainische Gebiete - Die Nacht im Überblick

    In einem international nicht anerkannten Verfahren will Russlands Präsident Wladimir Putin an diesem Freitag vier ukrainische Gebiete annektieren. In der Nacht erkannte der Kremlchef in einem weiteren völkerrechtswidrigen Akt die besetzten ukrainischen Gebiete Cherson und Saporischschja als unabhängige Staaten an. Aus Moskaus Sicht gilt dies als Voraussetzung dafür, dass die Regionen ihre Aufnahme in die Russische Föderation beantragen können. Die Annexion auch der Gebiete Luhansk und Donezk soll bei einem Festakt mit Russlands Machtelite im Kreml besiegelt werden.


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  • Russland verhängt Einfuhrverbot für Laster aus EU-Ländern

    Die russische Regierung hat ein Einfuhrverbot für Lastwagen aus EU-Ländern verhängt. Verboten sei sowohl der Gütertransport im bilateralen Handel als auch der Transit oder die Einfahrt aus Drittländern, heisst es in der am Samstag veröffentlichten Verordnung. Die Bestimmungen betreffen neben der EU auf dem europäischen Kontinent auch Norwegen, Grossbritannien und die Ukraine. "Die Verordnung tritt am 10. Oktober in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember", hiess es in dem Dokument.


    02.10.2022 14:40


    Das Verbot ist ausdrücklich auch eine Reaktion der russischen Führung auf ein Einfuhrverbot seitens der europäischen Länder gegenüber LKW-Transporten aus Russland und Belarus. Die EU hatte diese Massnahme am 8. April als Teil eines Sanktionspakets verhängt. Die Sanktionen richten sich gegen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine./bal/DP/he

    (AWP)

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  • Russland verhängt Sanktionen gegen deutschen Erdgasspeicher-Betreiber

    Die russische Regierung hat Sanktionen gegen die deutsche Erdgasspeicher Peissen GmbH erlassen. Einen entsprechenden Erlass habe Regierungschef Michail Mischustin bereits am 30. September unterzeichnet, berichtete die Nachrichtenagentur Interfax am Montag. Das Unternehmen gehörte bis kurz nach Ausbruch des Kriegs zur Hälfte dem russischen Energieversorger Gazprom , deren Anteile wurden dann aber treuhänderisch von der Bundesnetzagentur übernommen.


    03.10.2022 20:36


    Die Erdgasspeicher Peissen GmbH managt den Gasspeicher "Katharina" in Sachsen-Anhalt. Das nach der russischen Zarin Katharina der Grossen benannte Lager soll in seiner Endausbaustufe - geplant 2025 - 600 Millionen Kubikmeter Gas beherbergen können. Damit ist er Medienberichten zufolge der viertgrösste Erdgasspeicher Europas. Doch weil Gazprom nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine die Befüllung des Speichers nicht mehr voran trieb, griff die Bundesregierung ein, um einer Gasmangellage vorzubeugen.

    Moskau sprach nach der treuhänderischen Übernahme der deutschen Gazprom-Tochtergesellschaften von einer Enteignung. Russland hat mit Gegensanktionen reagiert. Vor der Erdgasspeicher Peissen GmbH setzte die Regierung schon Gazprom Germania auf die Schwarze Liste./bal/DP/he

    (AWP)

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  • 700.000 Russen haben das Land verlassen

    700.000 Menschen haben Russland seit Putins Ankündigung der Teilmobilmachung verlassen. Das berichtet "Forbes Russia" unter Berufung auf eine Kreml-nahe Quelle. Die Präsidialverwaltung gab an, dass von 600.000 bis 700.000 Russen die Sprache sei. Mehr als 200.000 Menschen sind offenbar nach Kasachstan geflohen. An den Grenzen sollen inzwischen Warteschlangen entstanden seien.

    t-online

  • Hunderttausende fliehen

    Russische Deserteure haben Chancen auf Asyl

    Seit Wladimir Putin die Teilmobilmachung ausgerufen hat, haben bis zu 700'000 Menschen Russland verlassen. In der Schweiz könnten russische Deserteure Asyl bekommen.


    5.10.2022


    Seitdem Russland Präsident am 21. September die Teilmobilisierung verkündet hat, verlassen junge Männer in Scharen das Land – bisher vor allem in Richtung Kasachstan, Georgien. Bis vor Kurzem zog es sie auch nach Finnland, doch das Nachbarland hat die Grenzen seit Ende September für russische Staatsbürger dichtgemacht – mit wenigen Ausnahmegründen.

    In Mitteleuropa kam es bislang noch zu keinem Ansturm von asylsuchenden Deserteuren aus Russland. Dennoch würden laut dem Staatssekretariat für Migration (SEM) die Zahlen auch hier ansteigen, wenn auch auf niedrigem Niveau. So hätten im September 31 Personen aus Russland ein Asylgesuch gestellt, berichtet «20 Minuten». Der Bund erwarte zudem in den nächsten Monaten einen moderaten Anstieg.

    Kriegsdienstverweigerung ist an sich kein Asylgrund

    Laut einer SEM-Sprecherin würden Asylgesuche aus Russland wie alle anderen auch behandelt. Allerdings sei es möglich, dass diese vom Nachrichtendienst des Bundes (NDB) verstärkt auf Sicherheitsrisiken überprüft würden.

    Kriegsdienstverweigerung sei an sich indes kein Asylgrund, erklärte Justizministerin Karin Keller-Sutter in der vergangenen Woche und fügte an, jeder Fall müsse individuell geprüft werden.

    Alberto Achermann, Professor für Migrationsrecht an der Universität Bern, teilt diese Einschätzung gegenüber «20 Minuten» – mit einer Einschränkung: Russen könnten zwar nicht aufgrund ihrer Kriegsdienstverweigerung Asyl in der Schweiz beantragen, jedoch aufgrund ihrer dahinterstehenden politischen Haltung, erklärte er.

    Ohne Wehrpflicht sinken die Chancen

    Für russische Asylsuchende bestehe entsprechend eine grosse Chance auf Asyl, wenn sie im Falle einer Rückführung nach Russland für den Kriegsdienst eingezogen würden. Werde indessen bei einer Untersuchung festgestellt, dass eine Person gar nicht wehrfähig sei und auch keine weiteren Gründe für Asyl vorlägen, werde «das Asylgesuch wohl abgelehnt», so Achermann.

    Um die russische Anti-Kriegsbewegung zu unterstützen und russischen Deserteuren Asyl zu bieten, hat SP-Nationalrätin Céline Widmer vom Bundesrat bereits die sofortige Wiedereinführung des Botschaftsasyls gefordert, berichtet SRF. Der Prozess sollte laut Widmer nun «schnell und unbürokratisch» geschehen, um gefährdeten Personen rasch ein humanitäres Visum auszustellen.

    Die SVP lehnt eine entsprechende Änderung bereits ab. Die Zürcher SVP-Nationalrätin Barbara Steinemann befürchtet etwa eine Sogwirkung, was zu Konflikten mit den derzeit über 60'000 in der Schweiz lebenden Ukrainer*innen führen könne. Steinemann befürchte, dass die Schweizer Gesellschaft dies «nicht verkraften würden».

  • Putin spricht von "Terrorakt" durch Kiew - Die Nacht im Überblick

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat den ukrainischen Geheimdienst SBU für die schwere Explosion auf der Krim-Brücke verantwortlich gemacht. "Es gibt keine Zweifel. Das ist ein Terrorakt, der auf die Zerstörung kritischer ziviler Infrastruktur der Russischen Föderation ausgerichtet war", sagte der Kremlchef am Sonntagabend. Bereits an diesem Montag könnte Russlands nationaler Sicherheitsrat eine Reaktion besprechen. Kiew hat eine Beteiligung an dem Anschlag nicht eingeräumt.


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  • Exodus im Kreml-Reich: Experte warnt vor „schrecklichstem Schlag für russische Wirtschaft“

    Erstellt: 10.10.2022, 08:28 Uhr


    Russlands Teilmobilmachung hat zu einer Flucht an Fachkräften geführt. Das könnte in Zukunft schwere Folgen für die Wirtschaft haben, warnen Experten.


    Moskau – Wladimir Putins Teilmobilmachung hat eine regelrechte Massenflucht in Russland ausgelöst. Der Präsident möchte 300.000 Reservisten für den Ukraine-Krieg einberufen und kündigte an, alle „verfügbaren Mittel“ einzusetzen, um sein Territorium zu schützen. Doch ebendiese „Mittel“ ergreifen nun die Flucht – und damit auch eine große Menge an wichtigen Arbeitskräften und schlauen Leuten.

    Russlands Teilmobilmachung zieht Fachkräfte-Flucht nach sich

    „In den sieben Tagen, seit Präsident Putin die Teilmobilmachung angekündigt hat, hat ein beträchtlicher Exodus von Russen begonnen, die der Einberufung entgehen wollen“, erklärte das britische Verteidigungsministerium unter Berufung auf Geheimdiensterkenntnisse. Zwar seien genaue Zahlen unklar. Aber vermutlich übertreffe die Zahl der Ausgereisten die Stärke der Invasionsarmee, mit der Russland im Februar die Ukraine angegriffen hatte. Schätzungen zufolge hatte Moskau etwa 150.000 Soldaten an der Grenze zum Nachbarland aufmarschieren lassen.

    Das habe für das Land einen „Brain-Drain“, also einen Verlust von Fachkräften, zur Folge, erklärte das Ministerium. „Unter denjenigen, die versuchen, Russland zu verlassen, sind die Bessergestellten und gut Ausgebildeten überrepräsentiert“, hieß es, darunter viele IT-Experten. Gerhard Mangott, Osteuropa-Experte und Professor für internationale Beziehungen an der Universität Innsbruck äußerte sich ähnlich. Bei den Fliehenden würde es sich besonders um Leute handeln, „die dem Regime eher kritisch gegenüberstehen“, sagte er Focus.de.

    Ukraine-Krieg: Russland zieht Wehrpflichtige direkt an der Grenze ein

    Russland hat mittlerweile begonnen, gegen die Flucht vorzugehen. An einem Grenzübergang nach Kasachstan sollte demnach ein sogenanntes Mobilisierungszentrum eingerichtet werden. Dort sollten dann die Pässe der Ausreisenden mit der Einberufungsliste abgeglichen werden. Wer dann unter die Mobilmachungskriterien falle und keinen offiziellen Aufschub oder eine Ausreisegenehmigung habe, dürfe laut Angaben der Gebietsverwaltung nicht ausreisen.

    Auch an der Grenze zu Georgien wird nun härter vorgegangen. Russischen Angaben zufolge seien bereits mehr als 180 wehrpflichtige Männer bei der versuchten Flucht vor der Einberufung zum Militär gestoppt worden. Ihnen sei direkt am Grenzübergang Werchni Lars ein Einberufungsbescheid übergeben worden, meldete die Agentur Interfax [Blocked Image: https://www.merkur.de/bilder/2022/10/04/91830000/29952529-russland-flucht-putin-ukraine-news-krieg-georgien-14wtX8sR5rBG.jpg] Bilder der Flucht: Luftaufnahme eines Staus an der russisch-georgischen Grenze. Viele Reservisten verlassen Russland, um nicht in den Ukraine-Krieg ziehen zu müssen. © Valery Sharifulin/Imago

  • Lawrow: Russland im Ukraine-Krieg zu Verhandlungen mit den USA bereit

    (neu: dritter Absatz mit Hinweis auf Abstimmung in UN-Vollversammlung) - Russland ist nach Angaben von Aussenminister Sergej Lawrow in seinem Krieg gegen die Ukraine zu Verhandlungen mit den USA bereit - ohne aber von seinen Zielen abzurücken. "Wir haben kein ernsthaftes Angebot bekommen, mit ihnen in Kontakt zu treten", sagte Lawrow am Dienstag im russischen Staatsfernsehen über ein angebliches Gesprächsangebot der US-Regierung.


    11.10.2022 17:35


    Moskau sieht Washington als Kriegspartei und Schlüssel zur Lösung des Konflikts. Wenn Washington etwa ein Treffen zwischen Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Joe Biden beim G20-Gipfel anbiete, werde Moskau dies prüfen, sagte Lawrow.

    Lawrow äusserte sich vor einer Abstimmung in der UN-Vollversammlung, die für Mittwoch oder Donnerstag in New York geplant ist. Dabei sollen die jüngsten völkerrechtswidrigen Annexionen von Teilen der Ukraine durch Russland mit einer Resolution verurteilt werden. Eine westliche Regierungsvertreterin sagte, dass es einen harten Wettbewerb um die Stimmen mancher Länder gebe.

    Gleichzeitig beschuldigte Russlands Chefdiplomat die USA einmal mehr, sich direkt am Krieg in der Ukraine zu beteiligen. Washington liefere nicht nur Waffen an Kiew, sondern versorge die ukrainische Führung auch mit Aufklärungsdaten von Satelliten. "Was die Grenzen der Aufgaben betrifft, die wir uns im Rahmen der militärischen Spezialoperation gestellt haben, so hat sie der Präsident formuliert, und sie ändern sich nicht. Sie werden auch erreicht", sagte Lawrow.

    Putin hatte die russische Invasion in der Ukraine mit einer angeblichen Bedrohung Russlands durch das Nachbarland begründet. Als Ziele gab er die "Entmilitarisierung" und "Entnazifizierung" der Ukraine an. Ausserdem soll die Ukraine einen neutralen Status behalten und die Gebiete Donezk, Luhansk sowie die Krim aufgeben. Inzwischen hat Russland zusätzlich noch die ukrainischen Gebiete Cherson und Saporischschja annektiert. Die Ukraine verlangt dagegen, dass Russland sich vor Beginn der Verhandlungen aus den besetzten Gebieten zurückzieht./bal/DP/stw

    (AWP)

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  • Russland erlebt beispiellosen Braindrain

    80.000 Hochqualifizierte sind allein nach Armenien ausgewandert. Vor allem die russische IT-Branche leidet darunter

    Russland erlebt derzeit einen beispiellosen Braindrain. Die Migrationsforscherin Olga Gulina schätzte bereits vor der Teilmobilmachung Putins am 21. September, dass schon 200.000 hochqualifizierte Fachkräfte ihrer Heimat den Rücken gekehrt haben. "Russland wird von seinen buchstäblich besten Köpfen verlassen – von der akademischen Elite über IT-Spezialisten, Journalisten, politische und ökologische Aktivisten bis hin zu anderen qualifizierten Fachkräften", so Galina. "Bei der Abwanderung handelt es sich nicht nur um einen Exodus von Menschen, sondern auch um einen Abfluss von Ideen, Unternehmen und Zukunftspotenzial."

    Die Abwanderung hat schon mit Kriegsbeginn angefangen. Seit dem Befehl zur Teilmobilmachung Ende September müssen sich Russen im wehrpflichtigen Alter laut Gesetz an ihrem Wohnort aufhalten. Trotzdem flüchten auch Reservisten aus dem Land.

    Neue Heimat in Armenien

    Petrow und Alexandrowna zählen zu den rund 80.000 Hochqualifizierten, die in Armenien eine neue Heimat gefunden haben. "Es war sehr schwierig und traurig, meine Umgebung, die Menschen, mit denen ich über Jahrzehnte gelebt habe, zu verlassen. Doch in Jerewan habe ich gute Bekannte, Kollegen, die mir geholfen haben, mich schnell anzupassen. Im Allgemeinen sind die Menschen hier nett, freundlich, es gibt keine Sprachprobleme", erzählt Petrow. Fast alle Armenier verstehen Russisch, Auswanderer aus Russland brauchen kein Visum, nach drei Monaten muss man sich lediglich bei der Polizei anmelden. Und die Steuer ist auch niedrig. Nur fünf Prozent ihres Einkommens zahlen Einzelunternehmer wie die meisten freiberuflichen IT-Spezialisten.

    Für Petrow ist Armenien allerdings nicht das pure Paradies. Der Streit mit Aserbaidschan um die Region Bergkarabach löst seit Jahren immer wieder Kämpfe aus. Bei den jüngsten Gefechten wurden 150 Menschen auf beiden Seiten getötet. Seit ein paar Tagen herrscht ein Waffenstillstand. Petrow macht das nachdenklich. "Die Situation um den Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan verwirrt mich. Das ist anstrengend. Ich möchte nicht einen Krieg vermeiden, um in einen anderen zu gelangen."


    Doch erst einmal will Petrow bleiben. Genau wie Alexandrowna. "Ich war oft in Europa, habe viele Hauptstädte besucht, deshalb kann ich sagen, dass Jerewan eine der schönsten Städte der Welt ist", sagt sie. "Die Küche hier ist sehr gut, so viel tolles Gemüse und Obst wie hier habe ich nirgendwo gesehen. Die Armenier selbst sind offen, kontaktfreudig. Wir fühlen uns hier wohl."

    Flüge ausgebucht

    Der 50-jährige IT-Manager Konstantin Below ist wenige Tage nach Beginn der Kämpfe in der Ukraine nach Armenien gegangen. Schwierig für ihn war nur die Ausreise aus Russland. Bargeld darf man nur begrenzt mitnehmen, doch die russische Kreditkarte funktioniert in Armenien. Geld sei kein Problem gewesen, sagt Below. Problematisch sei der Flug gewesen. "Zu normalen Zeiten kommen sieben Flüge pro Tag aus Moskau hierher. Dann wurde die Zahl der Flüge drastisch reduziert, und mein Flugticket war weg. Ich musste ein Ticket nach Kasachstan kaufen und von dort nach Jerewan fliegen."

    Below fand einen Job bei einer russischen Firma, die eine Niederlassung in der Stadt hat. Schon bald hatte er eine eigene Wohnung. "Jerewan ist wie eine gute europäische Stadt mit einer angenehmen Umgebung." Doch ein Problem gibt es schon, sagt er: "Es gibt viele Radfahrer hier, aber sie fahren chaotisch. Es gibt keine markierten Radwege. Und viele streunende Hunde."

    Werben um IT-Fachkräfte

    Nicht nur Länder wie Armenien, Usbekistan, Kasachstan, die Türkei und Georgien werben um die Auswanderer aus der IT-Branche. Auch die EU ist durchaus interessiert an russischen Fachkräften. Die deutsche Bundesregierung hat im April eine Taskforce "Russische Fachkräfte" eingerichtet. "Make it in Germany!" nennt sich ein Portal für Spezialisten aus dem Ausland. Es informiert speziell Fachkräfte aus Russland, "wie sie ihren Weg nach Deutschland erfolgreich gestalten können". Doch das ist gar nicht so einfach. Um in der EU zu leben und zu arbeiten, braucht man ein Visum und eine Arbeitsgenehmigung. Also doch lieber Armenien.

    Die Abwanderung hochqualifizierter Fachkräfte trifft die russische Wirtschaft zunehmend, vor allem den IT-Bereich. Der Kreml ist alarmiert. Es soll Maßnahmen zur Unterstützung der IT-Branche geben, Steuererleichterungen und bessere Darlehenskonditionen für IT-Unternehmen und Softwareentwickler. Theocharis Grigoriadis, Wirtschaftswissenschafter an der FU Berlin, geht nicht davon aus, dass das die Menschen zum Bleiben bewegt. "Ich denke, Putin ist überhaupt nicht mehr in der Lage, diese Leute zu behalten", sagt Grigoriadis zu ntv.de.

    Iwan Petrow will nicht mehr zurück nach Russland. Und auch Tatjana Alexandrowna will in Jerewan bleiben. Zumindest fürs Erste. "Wie sehe ich unsere Zukunft? Der Krieg wird enden, obwohl ich nicht denke, dass das bald sein wird. Meine Eltern haben uns schon besucht, und es hat ihnen hier sehr gut gefallen."


    (Jo Angerer aus Jerewan, 12.10.2022)

  • Ökonom warnt vor "demografischer Katastrophe" in Russland

    Die Mobilmachung von Präsident Putin könnte weitreichende Folgen für das Land haben. Da Russland bereits mit einer immer älter werdenden Gesellschaft zu kämpfen habe, könnte der Verlust vieler Rekruten dafür sorgen, dass die Bevölkerung in einigen Gebieten dramatisch schrumpft, warnt nun ein Topökonom.


    Russland wird nach Ansicht des Ökonomen Oleg Itskhoki über Jahre an den Folgen der von Wladimir Putin angeordneten Teilmobilisierung leiden. Das Land bewege sich auf eine "demografische Katastrophe von nationaler Tragweite" zu. Eingezogen würden vor allem Männer im Alter zwischen 20 und 35 Jahren. "Das ist eine Generation, die ohnehin schon eher klein ist", sagt Itskhoki im Interview mit dem "Spiegel".

    Politik 05.10.22 Putin läuft das Volk weg 700.000 Russen offenbar vor Teilmobilisierung geflohen


    Sie umfasse wegen des Einbruchs der Geburten Anfang der Neunzigerjahre schon jetzt nur halb so viele Männer wie die nächsthöhere Alterskohorte. In einigen besonders stark von Mobilisierung und Flucht betroffenen Regionen könnte die Bevölkerung in dieser Altersklasse um bis zu zehn Prozent schrumpfen, warnt der Ökonom.


    Für die Eingezogenen bestehe eine große Wahrscheinlichkeit, nicht unversehrt aus dem Einsatz zurückzukehren. Itshoki schätzt die Wahrscheinlichkeit für Verwundung und Tod auf 60 bis 70 Prozent, ausgehend von den bisher beobachteten Verlusten von Rekruten aus den von Russland gesteuerten sogenannten "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk.

    Putin will Verlust mit Einberufungen kompensieren

    Putin hatte Ende September die Einberufung von 300.000 Reservisten verkündet. Damit soll die Armee nach Verlusten im Angriffskrieg gegen die Ukraine wieder aufgestockt werden. Hunderttausende Russen sind nach der Ankündigung geflohen.

    Politik 03.10.22 Rekruten gegen Zeitsoldaten Massenschlägerei in Militärbasis bei Moskau


    Itskhoki erwartet laut Bericht zudem zwei Gewaltwellen in Russland. Die erste werde unmittelbar mit "der Rückkehr der Kämpfer aus dem Kriegsgebiet zusammenhängen". Die zweite werde das Land mit großer Verzögerung treffen. Sie hänge zusammen "mit den Waisenkindern, die ohne Väter aufwachsen müssen".


    Oleg Itskhoki, geboren und aufgewachsen in Moskau, ist Professor für Wirtschaftswissenschaften an der University of California. Der 39-Jährige wurde jüngst mit der Clark-Medaille ausgezeichnet, die von der angesehenen American Economist Association an herausragende Ökonomen im Alter unter 40 Jahren verliehen wird.


    Quelle: ntv.de, hek

  • Russland droht mit Angriff auf kommerzielle westliche Satelliten, wenn diese im Ukraine-Krieg genutzt werden.

    Sie seien dann legitime Ziele für Russland, sagte ein hochrangiger Beamter des russischen Außenministeriums bei den Vereinten Nationen (UN). Konstantin Woronzow, stellvertretender Direktor der Abteilung für Nichtverbreitung und Rüstungskontrolle des Ministeriums, warf den USA und ihren Verbündeten vor, den Weltraum zu nutzen, um die westliche Vorherrschaft durchzusetzen. Die Nutzung von Satelliten zur Unterstützung der ukrainischen Streitkräfte sei ein "extrem gefährlichen Trend" und eine "Provokation", sagte er. Länder wie China, Russland oder die USA verfügen über technische Möglichkeiten, Satelliten im Orbit abzuschießen oder zu beschädigen.


    Woronzow erwähnte keine spezifischen Satellitenunternehmen. Tesla-Chef Elon Musk hatte Anfang Oktober erklärt, dass sein Raketenunternehmen SpaceX seinen Starlink-Internetdienst in der Ukraine weiterhin finanzieren werde und dies mit der Notwendigkeit "guter Taten" begründet. Die ukrainische Armee soll die Dienste von Starlink nutzen. Musk hat auch angekündigt, seinen Starlink-Satelliten-Breitbanddienst für Menschen im Iran zu aktivieren.

    (Reuters)

  • Putin bekräftigt Bereitschaft zu Verhandlungen mit Ukraine

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach mehr als acht Monaten Krieg gegen die Ukraine seine Bereitschaft zu Friedensverhandlungen bekräftigt. Allerdings habe sich die Regierung in der Ukraine unter dem Einfluss der USA gegen solche Gespräche entschieden, sagte Putin am Donnerstag bei einem Moskauer Diskussionsforum mit internationalen Experten. Der Kremlchef hatte Ende September vier ukrainische Regionen annektiert und bei einer Rede im Kreml auch Verhandlungen angeboten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnte Gespräche mit Putin per Dekret ab.


    27.10.2022 21:05


    Mit Blick auf den von ihm am 24. Februar befohlenen Überfall auf das Land sagte Putin, dass die Ukraine ohne Rücksicht auf ihre Soldaten kämpfe und deutlich höhere Verluste verzeichne als Russland. Zu den Gründen des Krieges sagte er einmal mehr, dass das Streben der Ukraine in die Nato mit russischen Sicherheitsinteressen nicht vereinbar sei. Auch habe die Ukraine damals einen mit Deutschland und Frankreich vereinbarten Friedensplan für den Donbass aufgekündigt.

    Putin machte deutlich, dass er seinen Krieg in dem Nachbarland auch als Kampf gegen einen "aggressiven Westen" sehe, der versuche, seine Regeln und liberalen Werte anderen aufzudrücken. Die "tektonischen Veränderungen" in der Ukraine zeigten, dass die von den USA angestrebte Vormachtstellung in einer monopolaren Welt der Vergangenheit angehöre.

    Die "historische Periode" einer Dominanz des Westens neige sich dem Ende zu, meinte der 70-Jährige. In der Diskussion warf Putin den westlichen Regierungen auch "systematische Fehler" vor, die zu Energie- und wirtschaftlichen Krisen führten. Mit einen "Diktat" eines "neokolonialen Westens" werde sich Russland nicht abfinden.

    Es entstünden etwa in Asien und Südamerika andere Machtzentren und eine multipolare Welt, sagte Putin. "Der Westen ist nicht in der Lage, allein die Menschheit zu führen, so sehr er das verzweifelt versucht." Der Kremlchef betonte, dass Russland ein Interesse an guten Beziehungen zu allen Ländern habe. "Russland ist kein Feind."/bal/DP/he

    (AWP)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • "Hier fallen wir weniger auf"
    Immer mehr Russen fliehen nach Istanbul

    Seit Beginn des russischen Angriffskriegs verlassen zahlreiche Russen ihre Heimat. Viele flüchten in die Türkei, Istanbul wird zum Exil regierungskritischer Russen. Wie kommen die Putin-Gegner in der türkischen Metropole klar? Ein Besuch.


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    www.n-tv.de