• Gekko hat am 24.10.2012 - 22:28 folgendes geschrieben:

    Quote
    Und Gold steigt seit Jahren. Und alle Fakten wurden zig mal wiederholt und umgedreht, erklärt und diskutiert. Und alle Gegenargumente ebenfalls.

    Es zig mal zu wiederholen fruchtet offensichtlich nicht


    Seit einem Jahr legt Gold eine Pause ein. Die QE3-Treppe konnte im Dollar-Chart nicht eingezeichnet werden. Man musste schon zum Frankenchart greiffen, um wenigsten so ein ATH feiern zu können.



    Gekko hat am 24.10.2012 - 22:28 folgendes geschrieben:

    Quote

    Wir kriegen unsere Staatsverschuldung nicht in den Griff, egal was die Politik für short term noise von sich gibt und für das werden wir bezahlen müssen.

    Wir? Die Schweiz hat nicht nur eine Schuldenbremse, sie baut seither massiv Schulden ab. Würden die Aktiven nicht so konservativ bewertet, wären wir schuldenfrei.


    US-Bürger, Banken und Unternehmen fahren Schulden zurück

    Quote

    Amerika hat es doch besser als Europa

    Schuldenweltmeister USA? Von wegen! Im Vergleich der beiden großen westlichen Wirtschaftsräume verbessert sich Amerikas Position allmählich. In der Euro-Zone sieht es dagegen immer düsterer aus.


    http://www.spiegel.de/wirtscha…-als-europa-a-810748.html


    Das sind die Fakten. Es bringt nichts, pauschale Aussagen zu machen. Man muss schon genauer hinsehen.

  • Die Grafik zeigt, dass die Goldreserven nichts nützen. Ausgerechnet diejenigen mit den höchsten Reserven leiden am meisten.


    Was nützt der Notgroschen, wenn man ihn in der Not nicht hergeben will?


    Selbst wenn Griechenland aus dem Euro austreten würde, würde das Land die Drachme nicht an das Gold binden. Griechenland bräuchte eine schwache Währung, um exportieren zu können. Das hatte Italien früher immer so gemacht. Anstatt mit Innovation zu überzeugen wertete Italien einfach ab und der Export lief wieder.

  • MarcusFabian hat am 24.10.2012 - 19:40 folgendes geschrieben:

    Quote

    Elias hat am 24.10.2012 - 08:15 folgendes geschrieben:

    Wozu auch? Seit wann hat Angebot und Nachfrage was mit dem Goldpreis zu tun? (Na ja, hat es. Aber wirklich nur am Rande).
    Z.B. ist Gold 2001-07 gestiegen, obschon die Zentralbanken massiv Gold verkauft haben. Nach der Angebot-Nachfrage-Theorie hätte Gold sinken müssen. Warum ist es das nicht?


    Aber um dennoch auf Indien einzugehen:
    2009 haben die Inder 559t Gold importiert, 2010 rund 700t, 2011 fast 1000t und für dieses Jahre rechnet man mit knappen 600t.

    Der Preis wird nur durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Mal abgesehen vom Sonderfall SNB-Mindestkurs. Du schreibst ja selber immer wieder, dass Gold ein knappes Gut ist.


    http://www.goldreporter.de/ind…-eingebrochen/gold/19070/


    Quote
    Gold import drops 40% to 350 tonnes

    Subdued consumer sentiment due to high prices and weak currency coupled with global slowdown, have affected demand in last 7 months



    http://www.business-standard.c…-40-to-350-tonnes/482525/

  • Elias hat am 27.10.2012 - 14:16 folgendes geschrieben:

    Quote

    Der Preis wird nur durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Mal abgesehen vom Sonderfall SNB-Mindestkurs. Du schreibst ja selber immer wieder, dass Gold ein knappes Gut ist.

    Wesentlich ist das Stock-to-flow Ratio, also Lagerbestand zum jährlichen Umsatz.


    Nehmen wir als Beispiel den klassischen Rohstoff Kupfer: Die jährliche Produktion (flow) beträgt ca. 18 Mio Tonnen. Die Lagerbestände betragen etwa 6 Mio Tonnen (stock). Somit ergibt sich ein Stock-to-flow Ratio von (6 / 18) = 0.33 oder anders ausgedrückt: Die Lagerbestände reichen für 1/3 Jahr oder 4 Monate.


    Bei Erdöl zum Beispiel ist das ratio noch geringer. Es liegt bei 0.1. Die Ölvorräte reichen also nur für geschätzte 36 Tage.


    Allgemein kann man sagen: Je geringer das Stock-to-flow Ratio ist, um so sensibler reagiert ein Rohstoff auf Schwankungen in Angebot und Nachfrage. Das haben wir alle schon erlebt: Krieg im Mittleren Osten, eingeschränkter Ölfluss und sofort geht der Öl-Preis durch die Decke. Oder die Einführung des Glasfaserkabels: Sinkende Nachfrage nach Kupfer und der Preis halbiert sich in kürzester Zeit.


    Bei Gold sieht es anders aus: Dem Lager von rund 166'000t steht eine jährliche Produktion von 2500t gegenüber. Das ergibt ein Stock-to-flow Ratio von 60. Würde beispielsweise die Goldproduktion für ein Jahr komplett ausfallen, würde das die Goldmenge mit 1.5% nur ankratzen. Auch eine Verdoppelung der Goldproduktion hätte kaum Auswirkung. Ganz anders eben als bei Öl oder Kupfer.


    Ich behaupte nicht, dass Angebot und Nachfrage bei Gold gar keine Rolle spielen. Kurzfristig tun sie das ganz sicher. Aber grundsätzlich haben Angebot und Nachfrage eine viel geringere Auswirkung auf den Goldpreis als bei Rohstoffen, die verbraucht werden. (Abgesehen davon, dass auch verkauftes Gold nicht "verbraucht" wird. Es bleibt erhalten und wird nur umgewandelt. Von Barren in Schmuck oder von Zahnfüllung in Barren.)
    So gesehen ist Gold zwar knapp, wenn man die Tonnagen mit Kupfer vergleicht aber auch wiederum nicht, wenn man Lagermenge zum jährlichen Umsatz vergleicht.


    Gold tickt also anders als Kupfer oder Öl. Schon Silber reagiert sensibler als Gold (Stock-to-flow Ratio 1.5) aber dennoch weniger sensibel als Kupfer.


    Nur so lässt sich beispielsweise erklären, dass der Goldpreis 2001ff gestiegen ist, obschon die westlichen Zentralbanken jährlich 500t Gold (immerhin 20% der Jahresproduktion) auf den Markt geworfen haben. Bei jedem sensiblen Rohstoff hätte eine Ausweitung des Angebotes um 20% sofort den Preis nach unten getrieben. Aber nicht so bei Gold.


    Die Gründe für den Goldpreis sind entsprechend wo anders zu suchen. Wo, das habe ich hier schon öfter ausgeführt. Es ist die Monetäre Komponente. Gold ist und reagiert wie eine Währung.

  • MarcusFabian hat am 27.10.2012 - 16:01 folgendes geschrieben:

    Quote
    Aber grundsätzlich haben Angebot und Nachfrage eine viel geringere Auswirkung auf den Goldpreis als bei Rohstoffen, die verbraucht werden.Gold ist und reagiert wie eine Währung.

    Auch bei der Währung spielt Angebot und Nachfrage die Rolle, was denn sonst? Sonst hätte der Franken nicht so an Wert gewonnen.


    Die Preisfindung ist kein Wunschkonzert. Oder was denkst du, wie der Preis zustande kommt? Durch Losentscheid? Alles was an der Börse gehandelt wird, wird mehr oder weniger nachgefragt und schwankt deshalb im Preis.




    Deutsche Goldreserven

    Die Lagerungsgebühr beträgt für die Bank of England jährlich rund 500.000 Euro. In den Banken in den USA und Frankreich ist die Aufbewahrung der Goldreserven kostenlos http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Goldreserven



    Das wusste ich nicht. Ich dachte, es sei bei allen kostenlos. Oder zahlen nur die Deutschen?

  • Elias hat am 27.10.2012 - 20:22 folgendes geschrieben:

    Quote
    Oder was denkst du, wie der Preis zustande kommt? Durch Losentscheid?

    Der Preis für Währungen wird hauptsächlich durch das Verhältnis Geldmenge zur Gütermenge bestimmt.


    Aber richtig, Angebot und Nachfrage spielen auch eine Rolle, wenn auch eine untergeordnete.

  • MarcusFabian hat am 28.10.2012 - 03:59 folgendes geschrieben:

    Quote

    Elias hat am 27.10.2012 - 20:22 folgendes geschrieben:

    Der Preis für Währungen wird hauptsächlich durch das Verhältnis Geldmenge zur Gütermenge bestimmt.

    Ich mag nicht dauernd über Basics posten. Schlimm ist, dass keiner hier im Forum diesem Nonsens widerspricht.


    Es ist Angebot und Nachfrage, die den Preis bestimmt, sei es an der Börse oder an einer Kunstauktion.


    Gold ist eben schon darum nicht wie eine Währung, sonst hätte sich der Preis (in Dollar) nicht vervielfacht. Und beim Franken spielte die Gütermenge ganz sicher keine Rolle. Der SNB (und allen Nationalbanken der Welt) ist der Goldpreis egal, weil es keine Währung ist und keinen Einfluss auf die Wirtschaft hat. Würden alle Nationalbanken der Welt wie irr Goldkaufen, käme ein absurder Preis zustande, der von der Privatwirtschaft gnadenlos ausgenützt würde und in andere Sachwerte umgewandelt würde.


    Rechne doch mal vor, wie man aufgrund der Gütermengen der USA und der Schweiz den Wechselkurs (oder den Preis der Währung??) ermitteln kann.

  • MarcusFabian hat am 28.10.2012 - 03:59 folgendes geschrieben:

    Quote

    Der Preis für Währungen wird hauptsächlich durch das Verhältnis Geldmenge zur Gütermenge bestimmt.


    Aber richtig, Angebot und Nachfrage spielen auch eine Rolle, wenn auch eine untergeordnete.

    ..FALSCH.


    Der Preis einer Währung drückt sich im Wechselkurs aus.


    Der Emittent bestimmt den Währungswert (durch seinen Vermögenswerte).Der Preis aber wird (teil)fixiert- bzw. bildet sich im Vergleich zu anderen Währungen .



    Wird durch Enhofer/Knospe schön (Saldenmechanik..) an einem Beispiel dargestellt.


    Da sie einfachhalber als ZB-Vermögenswert GOLD benutzen,ist es auch für Goldbug sicherlich gut verständlich und"lesbar"... :oops: :rose:



    (die ersten 8 Seiten ..)


    http://www.dasgelbeforum.de.or…rs_und_Waehrungskrise.pdf



    weico

  • Elias hat am 28.10.2012 - 09:34 folgendes geschrieben:

    Quote

    MarcusFabian hat am 28.10.2012 - 03:59 folgendes geschrieben:

    Schlimm ist, dass keiner hier im Forum diesem Nonsens widerspricht.


    Es ist Angebot und Nachfrage, die den Preis bestimmt, sei es an der Börse oder an einer Kunstauktion.

    Weshalb soll man da widersprechen, wenn Du ja mehr oder weniger das selbe sagst?


    Die Gütermenge bestimmt ja im Prinzip das Angebot und die Geldmenge hat einen direkten Einfluss auf die Nachfrage. Du und MF wart Euch wohl selten so einig wie in diesem Punkt. :D

  • rph hat am 28.10.2012 - 12:23 folgendes geschrieben:

    Quote
    Die Gütermenge bestimmt ja im Prinzip das Angebot und die Geldmenge hat einen direkten Einfluss auf die Nachfrage. Du und MF wart Euch wohl selten so einig wie in diesem Punkt. smiley

    Wenn ich schreibe, dass es Nonsens ist, versteht es wohl keiner. Dann halt direkt: es ist Schwachsinn.


    Bringt doch mal konkrete Beispiele, wo sich das manifestieren soll. Die Geldmengen weiten sich ja weltweit enorm aus und die Nachfrage geht fast überall zurück. Das Gegenteil von dem was behauptet wird ist zur Zeit der Fall. In Deutschland wie in der Schweiz ist der Konsum eine wichtige Stütze der Wirtschaft geworden. Von Kaufrausch sind wir dennoch weit weg.


    Allein schon die Berechnung des "Preises" einer Währung anhand der Gütermenge ist doch ein Witz. Wie Weico richtigerweise ausgeführt hat, dreht es sich immer um den Wechselkurs.


    Wer mag sich noch an die MF'sche Deflations-Inflationstheorie erinnern? Alle müssen entweder Deflation oder Inflation haben, sonst wandern die Waren von A nach B, bis die Preise gleich sind. Fakt ist, dass Venezuela wie Iran extrem starke Teuerung haben, während Japan immer noch in einem deflationistischen Umfeld steckt und bei uns die Preise stagnieren. Simbabwe steht vor dem Kollaps.


    Kaum einer hat dem Mist widersprochen

  • Elias hat am 28.10.2012 - 09:34 folgendes geschrieben:

    Quote

    Gold ist eben schon darum nicht wie eine Währung, sonst hätte sich der Preis (in Dollar) nicht vervielfacht. Und beim Franken spielte die Gütermenge ganz sicher keine Rolle.


    Der Goldpreis in Dollar ist gestiegen, weil sich die Dollarmenge weitaus mehr ausgeweitet hat als die Goldmenge.
    Beim Franken ist das nicht anders. Die physische Nachfrage nach Gold hat sich in den letzten 10, 20 Jahren nicht wesentlich verändert und wie bereits ausgeführt, ist der Goldpreis Anfang des Jahrtausends trotz grösserem Angebot von Seiten der ZB gestiegen.


    Wir können die Problematik Angebot und Nachfrage nach einer Währung auch anders angehen und die Frage stellen: "Was ist die Motivation, überhaupt eine Fremdwährung zu kaufen?"


    Da fallen mir drei Gründe ein:


    1. Ich will Güter oder Dienstleistungen aus diesem Land kaufen.
    2. Ich will dort Urlaub machen.
    3. Ich schätze diese Währung, weil das Land und die Währung stabil sind und ich für diese Währung auch in anderen Ländern einkaufen kann.


    Für den Franken treffen alle drei Punkte zu für den Simbabwe-Dollar wohl kein einziger.


    Schlussendlich macht es aber nur dann Sinn, eine Währung zu besitzen, wenn ich mir dafür auch etwas kaufen kann. Klingt trivial, ist aber so. Ich behaupte mal - ohne das jetzt belegen zu können - dass ich mir für norwegische Kronen oder Schweizer Franken in Australien etwas kaufen könnte, für türkische Lira hingegen nicht. Dass die Australier aber bereit sind (so meine Prämisse stimmt), Schweizer Franken zu akzeptieren, setzt voraus, dass die Australier davon ausgehen, dass sie sich in der Schweiz dafür etwas kaufen können. Ob sie das tun oder nicht, sei mal dahingestellt. Das heisst schlussendlich, dass die Schweiz genügend Waren und Dienstleistungen anbieten muss, um ihre Franken auch wieder einlösen zu können.


    Ein konkretes Beispiel sehen wir jetzt im Iran: Durch das westliche Embargo ist es dem Iran verwehrt, durch Öl-Verkäufe an Dollar oder Euros zu kommen. Also was tut der Iran? Er verkauft sein Öl an die Türkei und bekommt dafür türkische Lira. Da sich mit türkischen Lira aber auf dem Weltmarkt nichts anfangen lässt, kauft er in der Türkei für die Lira Gold und mit diesem wiederum wird in Asien das benötigte eingekauft. (Quelle)
    Somit fungiert hier Gold als universelle Währung. Ausserhalb jeglicher Kontrolle durch irgend eine (westliche) Zentralbank.

  • MarcusFabian hat am 28.10.2012 - 15:05 folgendes geschrieben:

    Quote

    Elias hat am 28.10.2012 - 09:34 folgendes geschrieben:

    Der Goldpreis in Dollar ist gestiegen, weil sich die Dollarmenge weitaus mehr ausgeweitet hat als die Goldmenge.

    Die Dollarmenge wie die Euro- Yen- Remimbi- und Frankenmenge weitet sich immer noch weitaus aus mehr aus als die Goldmenge und dem Goldpreis ist das zur Zeit egal.


    Ganz offensichtlich hat es nichts mit der Geldmenge zu tun. Entscheidend ist nur Angebot und Nachfrage. Gibt es mehr Nachfrager als Anbieter, steigt der Preis und umgekehrt. Egal um was es sich handelt und unabhängig von irgend einer Geldmenge.


    Es liegt unglaublich viel Cash herum.


    Quote

    Viele Banken wollen EZB-Milliarden bald loswerden

    http://www.cash.ch/news/alle/v…ald_loswerden-1230025-448

    Hoffen wir mal, dass sie es nicht in Gold parkiert haben, da sie es sonst versilbern müssen.

  • Wo ist das Schweizer Gold? Die SNB schweigt

    Die Notenbanken in Deutschland und Österreich geben Details zu ihren Goldbeständen im Ausland bekannt. Sie wollen die Reserven überprüfen. Die Schweizerische Nationalbank sieht keinen Handlungsbedarf - und setzt auf Geheimhaltung.


    Die Deutsche Bundesbank lüftet ein grosses Geheimnis: Sie legte offen, wo sie ihre Goldreserven lagert - in den USA, Deutschland, England und Frankreich.


    1536 der 3396 Tonnen des deutschen Goldes, also 45 Prozent, befinden sich bei der US-Notenbank Fed in New York, 1036 Tonnen (31 Prozent) bei der Deutschen Bundesbank in Frankfurt, 450 Tonnen (13 Prozent) bei der Bank of England in London und 374 (11 Prozent) bei der Banque de France in Paris. Das sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele der Nachrichtenagentur dpa.


    «Wir werden in den kommenden drei Jahren jährlich 50 Tonnen Gold aus New York nach Deutschland bringen», kündigte Thiele ausserdem an. «Das gibt uns die Gelegenheit, diese Barren zu überprüfen, einzuschmelzen und in die Form des Good-Delivery-Standard zu bringen.» Neben dieser Stichprobenkontrolle gebe es Gespräche, um die Revisionsrechte vor Ort in New York, London und Paris auszuweiten.


    Zuvor hatte der Bundesrechnungshof eine genaue Bestandsaufnahme der Goldreserven im Ausland sowie regelmässige Kontrollen gefordert. Denn umstritten ist, ob die bisherige Praxis ausreicht, sich auf schriftliche Bestätigungen ausländischer Notenbanken zu verlassen. Bundestagsabgeordnete wollten die im Ausland lagernden Barren sehen, das wurde ihnen jedoch verweigert. Kritiker monierten, die Bundesbank habe die Kontrolle über das Gold aus der Hand gegeben.


    Auch in Österreich hat der Rechnungshof des Landes für 2013 eine umfassende Prüfung der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB ) angekündigt. Teil dieser Prüfung werde auch sein, sich die Goldbestände genau anzuschauen, zitiert der «Kurier» eine Sprecherin des Rechnungshofes. «Ein Teil ist in Österreich, ein Teil in der Schweiz und ein Teil in London», so ein OeNB-Sprecher über die 280 Tonnen Gold Österreichs. Wieviel davon wo liegt, bleibt jedoch geheim.


    SNB vertraut und schweigt


    Nichts tut sich dagegen in der Schweiz: Seit dem Jahr 2008 verfügt die Schweizerische Nationalbank (SNB ) unverändert über 1040 Tonnen Gold, die im In- und Ausland gelagert sind. Mehr lässt die Nationalbank sich nicht entlocken. «Ich und zwei Kollegen wissen, wo sich der Bestand befindet, aber die Politik der Nationalbank ist es, nichts darüber zu sagen», zitierte «20min.ch» den damaligen Nationalbank-Chef Philipp Hildebrand aus dem September 2011.


    Auch die Schritte aus Deutschland und Österreich bewegen die SNB nicht zu grösserer Offenheit: Auf Anfrage von «Handelszeitung Online» verweist die Nationalbank lediglich auf eine Antwort des Bundesrates auf eine Interpellation von SVP-Nationalrat Lukas Reimann. «Das im Ausland lagernde Gold wird mit gemäss nationalen und internationalen Standards erstellten Drittbestätigungen nachgewiesen», schreibt der Bundesrat.


    Bei diesen Drittbestätigungen handelt es sich um eben solche schriftlichen Bestätigungen aus den lagernden Ländern, wie sie in Deutschland für Skepsis gesorgt haben. Nicht so in der Schweiz: «Wir vertrauen dabei auf die Bestätigungen der Parteien, bei denen das Gold lagert», sagt SNB-Pressesprecher Meier. «Dabei werden auch die Nummern der Barren aufgeführt.» Im Inland würden die Reserven auch physisch geprüft.


    «Aus Sicherheitsgründen»


    Aber warum werden die Standorte geheim gehalten? «Aus Sicherheitsgründen», heisst es in der Bundesratsantwort. Fraglich ist jedoch, ob es die Sicherheit der Schweizer Goldreserven gefährenden würde, wenn etwa bekannt würde, dass ein Teil davon bei der US-Notenbank in New York lagert. Dass dort etwas zu holen ist, dürfte eh bekannt sein - mit oder ohne Schweizer Gold.


    Sicherheitstechnisch heikel könnten dagegen Transporte sein, mit denen das Gold an einen anderen Standort verlagert wird. So spekuliert «Bild.de» im Falle des deutschen Goldes etwa, ob Transporte von den USA nach Deutschland von Soldaten überwacht werden müssen.


    Bei der Schweizerischen Nationalbank argumentiert man derweil mit der Tradition, wenn es um die «Sicherheitsgründe» geht: «Wir haben seit vielen Jahren diese Sprechreglung und wollen vorherhand nicht davon abrücken», so Sprecher Walter Meier.


    «Schweiz muss nachziehen»


    Nationalrat Lukas Reimann fordert dagegen mit Blick auf Deutschland und Österreich: «Die Schweiz muss unbedingt nachziehen.» Es gebe keinen Grund, dass die Bevölkerung nicht erfahre, wo das Gold gelagert sei. «Man würde ja keine Geheimnummern oder Details zu Tresoren verraten.»


    Reimann hatte mit seiner Interpellation vesucht herauszufinden, wo sich das Schweizer Gold befindet und wer die Reserven wie und wann prüft. Er spekuliert darin auf die Schweiz, die USA, Deutschland, England und Frankreich als mögliche Standorte. Der Bundesrat geht auf die Ortsfrage aber nicht ein. Und Gewissheit hat auch der SVP-Politiker nicht.


    Mit der Volksinitiative «Rettet unser Schweizer Gold» geht Reimann noch weiter: Er fordert, dass die Goldreserven der SNB unverkäuflich werden, komplett in der Schweiz lagern und die Nationalbank zumindestens 20 Prozent ihrer Aktiven in Gold hält. «Wir haben schon etwa drei Viertel der 100'000 Stimmen für die Volksinitiative gesammelt», sagt der Politiker.


    Vor- und Nachteile


    «Gold ist nach meinem Verständnis die letzte Reserve für Notfälle, daher sollten wir es es in der Schweiz lagern», so Reimann weiter. «Nur so sind Sicherheit, Unabhängigkeit und sofortige Verfügbarkeit garantiert.»


    Anders argumentierte eine SNB-Sprecherin gegenüber «20min.ch» im Jahr 2011: «Ein massgebender Grund für diese dezentrale Lagerung war schon immer die Vorsorge für den Krisenfall», so Sprecherin Silvia Oppliger mit Blick auf mögliche Krisen in der Schweiz.


    Ein weiterer wichtiger Grund liege im Zugang zum Goldmarkt, an dem die Bestände nötigenfalls liquidiert werden könnten. Die Webseite zitiert einen Gold-Experten: «Wenn beispielsweise die USA von der Schweiz Gold kaufen, dann wandern die Barren einfach vom einen Tresor in Fort Knox in den nächsten.» http://www.handelszeitung.ch/k…zer-gold-die-snb-schweigt

  • John Hathaway, Fondsmanager beim US-Vermögensverwalter Tocqueville, lässt eine Simbabwe-Dollar-Note in einem Kreis ausgewählter Journalisten zirkulieren. Ihr Wert: 100 Trillionen Simbabwe-Dollar – eine Eins mit 14 Nullen. Simbabwes jährliche Inflationsrate beträgt mehrere Millionen Prozent. Deshalb ist der Simbabwe-Dollar heute praktisch wertlos. Dies könnte auch anderen, weitaus bekannteren Währungen drohen.

    "Die geldpolitischen Massnahmen der US-Zentralbank führen den Dollar langfristig in die Hyperinflation", sagt Hathaway im Gespräch zu cash. Aus diesem Grund und weil die Zinsen noch über Jahre hinweg auf ultratiefem Niveau verharren werden, setzt Hathaway auf Gold-Anlagen. Gemäss dem Investment-Profi werde der Preis des gelben Edelmetalls in den kommenden Monaten weiter anziehen. Von Juli bis Anfang Oktober haussierte der Unzenpreis von 1550 auf knapp 1800 Dollar an, verliert seither aber wieder etwas an Boden und notiert derzeit bei gut 1700 Dollar.

    Neue Höchstkurse im 2013

    "Nächstes Jahr werden wir einen Goldpreis in Richtung des Rekordkurses von 1920 Dollar sehen", sagt Hathaway im cash-Video-Interview. Und dies sei noch nicht das Ende der Fahnenstange: Alle jene Investoren, die noch nicht in Gold investiert seien, würden die Zeichen der Zeit erkennen und Goldpositionen aufbauen. Dies werde den Goldpreis noch mehrere Hundert Dollar in die Höhe treiben, so Hathaway, der Manager des im August 2012 aufgelegten Falcon Gold Equity Fund.

    "Erst wenn die Zinsen auf sechs Prozent anziehen, wird sich die Goldrally dem Ende zuneigen", sagt Hathaway. Dies war schon in den 80-er Jahren der Fall, als der damalige Fed-Vorsitzende Paul Volcker die Zinsen auf dieses Niveau hievte. Er beendete damit die Goldrally der 70er-Jahre. Ein ähnliches Szenario ist allerdings im derzeitigen Umfeld eher unwahrscheinlich.

    Goldminenaktien performen stärker

    Von einer Goldhausse profitieren Goldminenaktien umso stärker. Ein Beispiel: Klettert die Goldunze um 15 Prozent auf 2000 Dollar, dann avancieren die Goldminenaktien im Schnitt 1,2 bis 1,5 mal so stark.

    Hinzu kommt: Die Bewertungen von Goldaktien bewegen sich auf historischen Tiefstständen – zu Recht wie Hathaway meint: Die Unternehmen konnten sich lange auf eine Monopolstellung berufen und investierten in der Folge in unprofitable Geschäfte. Erst als mit den Exchanged Traded Funds (ETF) Konkurrenz aufkam, wurde die Branche wachgerüttelt, so Hathaway, der seine Karriere 1970 als Aktienanalyst begann. Anleger können mit ETF relativ günstig in Gold investieren.

    Die Goldminen-Branche habe sich aber signifikant verbessert. Die Gewinnmargen seien attraktiv und die Kapitalrendite nähere sich respektablen Niveaus an. Und mittlerweile zahlen viele Goldproduzenten auch eine Dividende. Nach Hathaway ist der Zeitpunkt nun günstig, um in Goldaktien zu investieren.

    Stock-Picking oder Anlagefonds?

    Anleger haben die Möglichkeit direkt Aktien von Goldminengesellschaften zu kaufen, wie zum Beispiel von Yamana Gold, Goldcorp oder Newmont Mining. Investments in Goldaktien sind aber anders geartet als Anlagen in physisches Gold. So kaufen sich Anleger von Goldminenaktien auch Geschäftsrisiken ein. Dies erfordert vertiefte Kenntnisse der einzelnen Unternehmen selbst sowie über das geologische Potenzial der jeweiligen Schürfgebiete.

    Als Alternative bieten sich Anlagefonds an, die sich auf das Stock-Picking von Goldminenaktien spezialisiert haben. Hathaway, der selber keine Einzelnamen von Unternehmen nennen will, bevorzugt vor allem kleinere und mittelgrosse Minengesellschaften, die sich in frühen Stadien der Goldexploration befinden. Die Wachstumschancen seien bei solchen Firmen umso grösser.

    Quelle: www.cash.ch

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • Zyndicate hat am 30.10.2012 - 08:32 folgendes geschrieben:

    Quote

    "Erst wenn die Zinsen auf sechs Prozent anziehen, wird sich die Goldrally dem Ende zuneigen", sagt Hathaway. Dies war schon in den 80-er Jahren der Fall, als der damalige Fed-Vorsitzende Paul Volcker die Zinsen auf dieses Niveau hievte.

    Nanu, die Geldmengen und Inflationsraten spielen dann plötzlich keine Rolle mehr? 6% Zinsen bei 4% Teuerung wären dann 2% Realverzinsung. Die Zinsen allein könne nicht der Trigger sein.


    Von 1989 bis 1992 gab es hohe Realverzinsung und dem Gold war es egal, da der Preis schon moderat war.


    Schau ma mal. Bis Ende nächstes Jahr sollte doch ein ATH in Dollar drin liegen. So weit ist der Kurs davon nicht entfernt. Wenn nicht, wird sich keine Sau an die Fehlprognose erinnern.

  • Elias hat am 30.10.2012 - 09:53 folgendes geschrieben:

    Quote

    Nanu, die Geldmengen und Inflationsraten spielen dann plötzlich keine Rolle mehr?

    Doch. Es spielt alles eine Rolle: Geldmenge, Realzinsen, Inflationserwartung, Spekulation ... schlussendlich auch die Ernte in Indien.
    Der Goldpreis ist das Ergebnis all dieser Faktoren, die ineinander spielen und unterschiedliche Gewichtung haben.

  • Quote

    Erst wenn die Zinsen auf sechs Prozent anziehen, wird sich die Goldrally dem Ende zuneigen", sagt Hathaway.

    Quote

    Sparer erhalten in Spanien bis acht Prozent Zins


    In Spanien ist ein Krieg der Banken um die Spareinlagen der Bürger entbrannt. Mit Zinsen von bis zu acht Prozent locken die teilweise vom Kapitalmarkt abgeschnittenen Institute neue Kunden, um sich dringend benötigte Mittel zu sichern. http://www.cash.ch/news/topnew…_prozent_zins-1232643-771


    Und keiner fragt, wie die Zinsen erarbeitet werden.


    Wie dem auch sei, in Spanien ist die Goldrally jedenfalls vorbei, gemäss Definition von Hathaway. :roll:

  • Banken wollen an das Gold der Türken

    Ortakoy in Istanbul: Die Türkischen Banken wollen ans Gold ihrer Kunden.
    Bild: iNg

    01.11.2012 10:37


    Erfolgreich erscheint eine Kampagne der türkischen Banken, den versteckten Goldschatz in türkischen Haushalten zu heben.

    In Anzeigen werben sie darum, dass die Einwohner des Landes ihr gehortetes Gold in Goldkonten einzahlen. Damit würden versteckte Goldpositionen von schätzungsweise 302 Mrd. Dollar (233 Mrd. Euro) wieder in den Wirtschaftskreislauf gelockt, was zu einer Reduzierung des Leistungsbilanzdefizits beitragen würde.

    Deniz Kalkan, eine 32-jährige Hausfrau aus Istanbul, ist bereit, ihr Gold zu den Banken zu tragen. “Sobald ich Zeit habe, zahle ich sie auf ein Einlagekonto ein”, sagte Kalkan mit Bezug auf das halbe Dutzend Goldmünzen, die sie gesammelt hat und daheim aufbewahrt. “Es ist sehr viel sicherer, sie in der Bank zu haben als daheim.”


    Zuwachs um 15 Prozent

    Goldbasierte Einlagekonten sind zwischen Jahresbeginn und Ende Juli um 15 Prozent gestiegen, dreimal so stark wie gewöhnliche Sparkonten, geht aus Daten der Zentralbank hervor. Bei den Goldkonten erhalten die Kunden für das der Bank überlassene Edelmetall den dem Gewicht entsprechenden Betrag in türkischer Lira. Sie können dann das Bargeld abheben oder Kredite in Anspruch nehmen, während die Bank das Gold halten oder verkaufen kann.


    Bei Yapi Kredi Bankasi AS sind die Einlagen in goldbasierten Investmentfonds, die mindestens 51 Prozent ihres Geldes in Edelmetalle investieren und eine Garantierendite bieten, 2012 um 62 Prozent geklettert. Turkiye Is Bankasi AS, die nach der Bilanzsumme größte Bank des Landes, erklärte, dass die Goldeinlagen in den zwei Jahren bis Juni um das Zehnfache zugenommen haben.


    Gold gegen Inflation

    Die türkischen Banken werben in Anzeigen für “Goldzeitalter“-Konten und Produkte wie Goldpräsentschecks. Ihre Kampagne richtet sich an Türken, die normalerweise Goldmünzen oder -Schmuck bei Hochzeiten, Geburten und Beschneidungszeremonien verschenken. Diese Sitte gewann vor einem Jahrzehnt an Popularität, als die türkische Inflationsrate 70 Prozent überschritt, so dass Gold ein attraktives Wertaufbewahrungsmittel wurde.

    Das von den privaten Haushalten gehortete Gold wird vom World Gold Council auf 5000 Tonnen geschätzt, wertmäßig ein größerer Betrag als das irische Bruttoinlandsprodukt. Die Türkei hofft, wenn sie einen Teil des Goldschatzes in das Bankensystem bringt, damit die Goldimporte und die externe Verschuldung zu senken, erläutert Erdal Aral, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Isbank.

    “Wir müssen das Gold da draußen ins Finanzsystem bekommen”, sagte Aral im Oktober in einem Interview in Istanbul. “Das ist ein wichtiger Schritt zur Lösung unseres Leistungsbilanzproblems.”

    Das Leistungsbilanzdefizit der Türkei erreichte 2011 den Gipfel bei 77 Mrd. Dollar. In diesem Jahr hat sich der Fehlbetrag auf gleitender 12-Monats-Basis um 23 Prozent auf 59 Mrd. Dollar per Ende August verringert, da die rekordhohen Goldverkäufe von türkischen Unternehmen an die Vereinigten Arabischen Emirate und den Iran die Exporte nach oben getrieben haben, wie aus Daten des Statistikamtes hervorgeht.


    Gold-Kredite

    Im August sanken die Importe mit einer Jahresrate von 4,8 Prozent, während die Exporte um 14,5 Prozent zulegten, in erster Linie Gold-getrieben. “Die Gold-Exporte in den Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate helfen der Türkei, ihr Leistungsbilanzdefizit rascher als erwartet zu senken”, erklärte Ozgur Altug, Chefökonom bei BGC Partners.

    Die Banken versuchen, mit einer Reihe von Produkten an die schlummernden Goldbestände zu kommen. Isbank und Turkiye Garanti Bankasi AS, die nach Marktwert größte Bank des Landes, bieten goldbasierte Kredite an, bei denen die Kunden ihren Schmuck oder ihre Münzen zur Bank bringen können und daraufhin einen Kredit in Anspruch nehmen können. Garanti hat auch eine Kreditkarte, die an Goldeinlagekonten gekoppelt ist. Die Bank erklärte, sie werde es bald den Kunden ermöglichen, ihre Sparguthaben in Gold abzuheben, statt in türkischer Lira oder ausländischer Währung.

    Zwar bieten auch indische Banken gewisse goldbasierte Instrumente an, um von einem Horten des Edelmetalls abzuschrecken, aber es gibt nicht so viele Möglichkeiten wie in der Türkei, erläutert Aral. “Die Türkei versucht wohl am stärksten, das gehortete Gold wieder ins System zu bekommen”, sagt er. Die Entscheidung der Notenbank, den Anteil der Reserven, den die Banken in Gold vorhalten können, von 25 Prozent auf 30 Prozent zu erhöhen, hat wohl auch die Anstrengungen verstärkt, mehr Gold anzulocken, so Aral.

    “Es wird etwas dauern, bis die Tradition gebrochen ist. Aber die Gewohnheiten werden sich letztlich ändern”, erwartet Gokhan Ceviker, Senior Vice President bei Bank Asya. “Immer mehr Leute werden sich entscheiden, ihr Gold zu den Banken zu bringen. Diese neuen Ressourcen werden uns helfen, mehr Kredite zu finanzieren, was das Wachstum der türkischen Wirtschaft anschieben wird.”

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    Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.