• MarcusFabian hat am 17.02.2012 - 01:51 folgendes geschrieben:

    Quote
    Eine Regierung, die griechische Sparpläne durchdrückt, bleibt nicht lange im Amt. Und ich kann es auch der Jungen Generation nicht verübeln, wenn sie nicht bereit ist, für die Sünden der Väter 20 Jahre lang den Gürtel enger zu schnallen.

    Eine Regierung, die Bankrott erklären muss, bleibt noch weniger lang im Amt. Wenn ich mich richtig erinnere, lag der Spitzensteuersatz bei den Reichen nach dem 2. Weltkrieg über 80%.


    Schau ma mal, wie es weiter geht.

  • Dirk Müller in einem Interview:


    Frage: Wir bleiben in einem Kerneuro und die Südländer bekommen ihre Drachmen, Peseten und Lire wieder – der Schuldenberg der Länder bleibt doch aber auch nach einem Austritt aus der Eurozone erhalten oder?


    Antwort: Richtig, es gibt für den Staat nur drei Möglichkeiten sich seiner Schulden zu entledigen, und in allen Varianten steht am Ende der Bürger als der Verlierer da.


    Erstens kann ein klarer Schnitt erfolgen, bei dem man einfach Schulden streicht, so wie jetzt in Griechenland zu sehen. In gleichem Maße werden dabei aber die Vermögen derer beschnitten, die griechische Anleihen halten.


    Zweitens gibt es die klassische Variante der Schuldenfinanzierung durch Steuererhöhungen. Auch hier steht als aller erstes der Bürger in der Schusslinie.


    Die letzte und wahrscheinlich bequemste Variante ist die Entschuldung durch Inflation. Aber genau dafür braucht man eben eine eigene Währung, die man beliebig drucken und dadurch abwerten kann.



    ---


    Den USA steht diese letzt Variante ja bekanntlich offen. Und genau das machten die Amis ja auch. Es gibt auch weit und breit noch niemanden, der laut über Sparen redet. Das heisst: "geredet" wird schon seit langem. Derweil wird die Schuldendecke immer weiter nach oben gehoben und weiter aufgestockt.

  • MarcusFabian hat am 17.02.2012 - 14:17 folgendes geschrieben:

    Quote
    Die letzte und wahrscheinlich bequemste Variante ist die Entschuldung durch Inflation. Aber genau dafür braucht man eben eine eigene Währung, die man beliebig drucken und dadurch abwerten kann.


    ---


    Den USA steht diese letzt Variante ja bekanntlich offen. Und genau das machten die Amis ja auch. Es gibt auch weit und breit noch niemanden, der laut über Sparen redet. Das heisst: "geredet" wird schon seit langem. Derweil wird die Schuldendecke immer weiter nach oben gehoben und weiter aufgestockt.

    Geld drucken bedeutet die Verarmung der Mittelschicht und eine schlechtere wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit


    Was ist daran bequem?

  • Elias hat am 17.02.2012 - 14:33 folgendes geschrieben:

    Quote

    Geld drucken bedeutet die Verarmung der Mittelschicht und eine schlechtere wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit


    Was ist daran bequem?

    Dass bei allen drei Varianten, der Bürger der Mittelschicht die Arschkarte zieht, darüber herrscht wohl Einigkeit.


    Bequem - so wie ich das verstehe - aus Sicht der Politik, denn Sparpolitik oder Steuererhöhungen sind etwas, das der Bürger eins-zu-eins nachvollziehen und den Politikern anlasten kann. Inflation hingegen läuft schleichender, ist nicht so offensichtlich und notfalls können die Politiker immer die bösen Bauern, Ölscheichs (... oder was halt immer im Preis steigt) an den Pranger stellen.

  • MarcusFabian hat am 17.02.2012 - 14:43 folgendes geschrieben:

    Quote
    Dass bei allen drei Varianten, der Bürger der Mittelschicht die Arschkarte zieht, darüber herrscht wohl Einigkeit.

    Hat die Deflation ihren Schrecken verloren?


    "Das besondere an der japanischen Krise " - so schreibt die ZEIT in Nr.42/2002 - "ist ihre leichte Verträglichkeit für den Bürger. `Goldene Rezession´ nennen die Japaner das Phänomen.....So bleibt der Leidensdruck gering und die Regierung kann die Probleme ignorieren, ohne den Wähler fürchten zu müssen". http://userpage.fu-berlin.de/~…eutz/creutz-deflation.htm



    Es kommt auf die Umstände an. Steigende Zinsen sind bei Schulden pures Gift. Noch mehr Geld drucken hilft dann nicht.

  • Elias hat am 17.02.2012 - 15:11 folgendes geschrieben:

    Quote

    Steigende Zinsen sind bei Schulden pures Gift. Noch mehr Geld drucken hilft dann nicht.

    Genau. Weil ja für das neu gedruckte Geld auch Zinsen bezahlt werden müssen.


    Was die Defla betrifft habe ich mir schon lange abgewöhnt, sie als Schreckgespenst zu sehen. Für den Bürger ist es ja von Vorteil, wenn er sich mehr für sein Geld kaufen kann.
    Wichtig ist dabei natürlich wie bei der Infla die Relation Einkommen/Konsumentenpreisen und welches von beiden eher sinkt.

  • MarcusFabian hat am 17.02.2012 - 14:43 folgendes geschrieben:

    Quote

    Dass bei allen drei Varianten, der Bürger der Mittelschicht die Arschkarte zieht, darüber herrscht wohl Einigkeit.

    Klar.Das sie diese absolut zurecht bekommen,ist ganz nach dem bewährten und ursprünglichen Motte einer funktionierenden Gemeinschaft : suum cuique (Jedem das Seine ).


    Die Bürger haben ihre Vertreter und damit ihre Wirschaft ja auch selber und absolut freiwillig GEWÄHLT.


    weico

  • weico hat am 17.02.2012 - 17:23 folgendes geschrieben:

    Quote

    Die Bürger haben ihre Vertreter und damit ihre Wirschaft ja auch selber und absolut freiwillig GEWÄHLT.

    Du meinst, wie z.B. den Monti oder den Papademos? ;)

  • MarcusFabian hat am 17.02.2012 - 17:32 folgendes geschrieben:

    Quote

    weico hat am 17.02.2012 - 17:23 folgendes geschrieben:

    Du meinst, wie z.B. den Monti oder den Papademos? smiley

    Haben etwa nicht vom Volk GEWÄHLTE Vertreter...... diese Leute an die/ihre "Spitze" gewählt....? :cool:



    weico

  • Jetzt wirst Du aber spitzfindig :D


    Dennoch nein, denn es hat ja niemand die EZB- oder IWF-Mitarbeiter gewählt aus deren Reihen Monti und Papademos abkommandiert wurden.


    Aber schliesslich sind ja alle Politiker fachliche Profis. Oder wie es Ronald Gehrt so schön formuliert:


    Unser Verkehrsminister kann Auto fahren, die Familienministerin Kinder kriegen, der Innenminister bleibt gerne drinnen, die Bildungsministerin kann lesen und der Verteidigungsminister kann vielleicht Judo. Und ich weiß aus sicherer Quelle, dass die Ernährungsministerin hin und wieder Nahrung zu sich nimmt. Nur Profis im Metier … da können sich die Griechen mal eine Scheibe von abschneiden.


    :D

  • MarcusFabian hat am 17.02.2012 - 15:49 folgendes geschrieben:

    Quote

    EWas die Defla betrifft habe ich mir schon lange abgewöhnt, sie als Schreckgespenst zu sehen. Für den Bürger ist es ja von Vorteil, wenn er sich mehr für sein Geld kaufen kann.


    Wichtig ist dabei natürlich wie bei der Infla die Relation Einkommen/Konsumentenpreisen und welches von beiden eher sinkt.

    Die Deflation ist für mich auch kein Schreckgespenst. Es ist ein mögliches Szenario, so wie der höchts unwahrscheinliche deflationärere Crash auch ein Szenario ist. Im Moment haben wir leicht sinkende Preise, die Löhne steigen moderat und die Vermögenswerte fallen nicht.

  • MarcusFabian hat am 17.02.2012 - 18:13 folgendes geschrieben:

    Quote

    Dennoch nein, denn es hat ja niemand die EZB- oder IWF-Mitarbeiter gewählt aus deren Reihen Monti und Papademos abkommandiert wurden.


    Aber schliesslich sind ja alle Politiker fachliche Profis. Oder wie es Ronald Gehrt so schön formuliert:

    Die GEWÄHLTEN Volksvertreter haben deine sogenannten "Abkommandierten" dann aber glorreich gewählt ... :acute:


    Das die "Arschkartenbezogenenen" einfach nie ihre eigene Schuld eingestehen können,ist doch einfach nur noch peinlich.


    Da wünscht man (bzw. ich..) diesen "Arschkartenbezügern" doch glatt eine Diktatur an den Hals,damit ihr unsägliches Gejammer wenigstens ein (schwaches..) Fundament hat... :mamba:



    weico

  • weico hat am 17.02.2012 - 18:48 folgendes geschrieben:

    Quote

    Die GEWÄHLTEN Volksvertreter haben deine sogenannten "Abkommandierten" dann aber glorreich gewählt ... smiley

    Intreressant: So kritisch Du in vielen Belangen doch bist, überrascht mich doch Dein uneingeschränktes "Gottvertrauen" in die (sogenannt demokratisch gewählten) Politiker.


    Hoffen wir mal für Dich, dass Du da nicht enttäuscht wirst.

  • MarcusFabian hat am 17.02.2012 - 22:54 folgendes geschrieben:

    Quote

    Intreressant: So kritisch Du in vielen Belangen doch bist, überrascht mich doch Dein uneingeschränktes "Gottvertrauen" in die (sogenannt demokratisch gewählten) Politiker.

    Warum "Gottvertrauen"..???


    Es geht bei WAHLEN schlicht darum,dass die Mehrheit einer Wählerschaft schlicht dafür verantwortlich ist,welche Leute sie WÄHLEN.Die Ergebnisse die diese gewählten Leute dann erbringen/verursachen, haben dann eben schlicht ALLE zu verantworten und daher auch mitzutragen.Nennt sich schlicht Demokratie...


    P.S:..sagt doch praktisch schon (fast) ALLES.. :mamba:


    http://de.wikipedia.org/wiki/P…wahl_in_Griechenland_2009



    weico

  • "Gottvertrauen" deshalb, weil ich es für einen Mythos halte, dass die besten der besten in der Regierung sitzen. Aber ok ist Ansichtssache.
    Kommt hinzu, dass die Auswahl bei den "Wahlen" ausserordentlich beschränkt ist. In den USA gerade mal auf zwei Parteien, die noch dazu sehr ähnlich aufgestellt sein.
    Aber lassen wir das. Das hat im Gold-Thread ja ohnehin nix mehr zu suchen und ich will Dir auch Dein Vertrauen in die "gewählten" Volkszertreter nicht madig machen. Good Luck!

  • MarcusFabian hat am 18.02.2012 - 03:09 folgendes geschrieben:

    Quote

    "Gottvertrauen" deshalb, weil ich es für einen Mythos halte, dass die besten der besten in der Regierung sitzen. Aber ok ist Ansichtssache.

    ..warum die Besten..?


    Es sitzen schlicht die Leute in der Regierung, die von den "Arschkartenbezogenen" halt GEWÄHLT wurden.


    Darum:


    suum cuique (Jedem das Seine)

  • hedged oder unhedged?

    Hallo



    Ich überlege mir etwas in Gold und Silber zu investieren.


    Ich werde dies über ETFs machen (nicht physisch).


    Jetzt bietet die ZKB Gold und Silber ETFs hedged oder unhedged an. Da der Goldpreis sich am Dollar orientiert nehme ich an, dass das Risiko der Veränderung des CHF/USD Kurses gehedged wird. Jetzt bin ich mir nicht sicher für welche Situation der hedge gut ist.


    Nehmen wir an der USD wertet sich ab von aktuell 0.9 auf 0.8 bis Ende Jahr. Welcher ETF hät dann die bessere Performance? hedged oder unhedged?


    Bei einer Aufwertung des USD auf 1 CHF/USD wäre dann natürlich der Andere besser.



    Schöne Grüsse


    Max

  • Mal abgesehen davon, dass ich von ETF's rein gar nichts halte (wurde hier ja schon seitenweise diskutiert ...)


    Ich würde "unhedged" nehmen. Und zwar aus folgendem Grund:


    Betrachte Gold als Währung. Wenn Du Euros kaufst, würdest Du die ja auch nicht gegen Dollar-Verfall hedgen. Wozu auch? Du rechnest ja in Schweizer Franken. Und wie hoch der Goldpreis in Dollar ist, kann Dir eigentlich völlig egal sein. Was Dich ja schlussendlich interessiert ist, ob Du in einem Jahr mehr oder weniger Franken für Dein Papiergold bekommst. Der Dollar interessiert da überhaupt nicht.


    Die Aussage "Da sich der Goldpreis am Dollar orientiert" ist ohnehin falsch. Gold gab es schon lange vor dem Dollar und wird es auch lange nach dem Dollar noch geben. Es ist eher umgekehrt, dass die Papierwährungen einen Wert in Gold haben. Denn Gold lässt sich im Gegensatz zu Papier nicht beliebig vermehren und somit ist der Goldpreis immer auch ein wichtiger Indikator für den Wert einer Papierwährung.