CH-relevante Börsenthemen Jahr 2022

  • So sehen Schweizer Fondsmanager den SMI Ende 2022


    Die Schweizer Börse hat ein äusserst gutes Jahr hinter sich. Doch wo steht der SMI Ende 2022? 17 Fondsmanager wagen gegenüber cash eine Prognose. Klar ist: Es wird ungemütlicher. Teil IV der cash-Serie «Coronajahr II».


    22.12.2021 21:00


    Von Henning Hölder


    "Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen." Dieses Zitat, welches dem Schriftsteller Mark Twain zugeschrieben wird, drängt sich geradezu auf, wenn es um die Vorhersage von Börsenentwicklungen seitens von Marktbeobachtern geht. Klar ist, eine Zwölf-Monats-Prognose für einen Aktienindex gleicht immer auch einer reinen Spekulation – da kann das Finanzhaus noch so renommiert sein. Klar ist aber auch, dass solche Markt-Prognosen Aufschlüsse über die gegenwärtige Stimmung an den Finanzmärkten geben können.


    Eine Umfrage von cash.ch unter Schweizer Banken und Asset Managern zeigt: Die Stimmung bleibt insgesamt optimistisch. Nachdem der SMI 2021 bisher knapp 19 Prozent hinzugewinnen konnte, glauben alle 17 von cash.ch befragten Finanzhäuser, dass der Swiss Market Index (SMI) auch Ende 2022 höher stehen wird. Was auf dem ersten Blick nach einem "Bull Case" für die Börsen klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung mitunter als wenig euphorisch. Corona, Lieferengpässe, Inflation – die grossen Themen, welche die Finanzmärkte in diesem Jahr in Atem gehalten haben, werden sie auch 2022 nicht loslassen, so der Tenor.

    Bank/Institut SMI-Prognose Ende 2022
    UBS 13'700
    ZKB 13'300
    Raiffeisen Schweiz 13'000
    Julius Bär 13'500
    Pictet Asset Management +5-10 %
    Schroders Schweiz 13'500
    VV Vermögensverwaltung 13'500
    Valiant Bank 13'000-13'300
    Lombard Odier 12'800
    Bank J. Safra Sarasin 13'600
    Basler Kantonalbank höher
    Migros Bank 13'250
    St.Galler Kantonalbank 13'300
    Helvetische Bank 13'400
    Rahn+Bodmer +3-4%
    Graubündner Kantonalbank höher
    VP Bank höher

    Quelle: cash-Befragung


    «Brötchen werden 2022 kleiner gebacken»


    So werden in den Augen von Raiffeisen-Schweiz-Anlagechef Matthias Geissbühler "die Brötchen 2022 etwas kleiner gebacken". Sowohl auf der Makro- als auch auf der Gewinnseite rechnet Raiffeisen mit einer Wachstumsverlangsamung. Hinzu komme, dass die leicht steigenden Zinsen erneut zu einer etwas höheren Bewertungskontraktion führen dürften, so Geissbühler. "Unter dem Strich bedeutet dies für die Aktienmärkte eine Seitwärtstendenz mit leicht positivem Tilt." Den SMI sieht er Ende 2022 bei etwa 13'000 Punkten (aktueller Kurs: 12'713).


    Ähnlich zurückhaltend äussert sich Eric Steinhauser von der Privatbank Rahn+Bodmer. Er sieht in den bisherigen Kursgewinnen bereits einiges vorweggenommen. "Fundamental haben die Märkte eigentlich nicht mehr viel Potenzial", gibt er zu bedenken. Da er aber trotzdem davon ausgehe, dass die Konjunktur vor allem in der ersten Jahreshälfte weiter positiv verlaufen werde, rechne er für das Gesamtjahr mit einer SMI-Performance von 3 bis 4 Prozent. "Sehr viel hängt davon ab, ob sich die Lieferkettenprobleme im Verlauf 2022 abschwächen", mahnt Steinhäuser.


    Leicht steigende Zinsen lasten auf Aktienbewertungen


    Auch für Bernd Hartmann, Anlagechef der VP Bank, sind die Lösung von Grundstörungen wie den "Lieferengpässen, der Knappheit und den Preisverwerfungen" entscheidend für das Aktienjahr 2022. Sollte sich hier die Lage beruhigen, erwarte er durchaus eine gute wirtschaftliche Dynamik. "Der Auftragsbestand ist ja bereits sehr stark", so Hartmann. Allerdings gibt auch er zu bedenken, dass im Markt bereits sehr viel Positives eingepreist sei. Zudem laste das allmähliche Ende der ultra-expansiven Geldpolitik sowie leicht steigende Zinsen auf den Aktienbewertungen.


    Regional erwartet Hartmann für Europa stärkere Zugewinne als in den USA. Auch weil hier ein Bewertungsabschlag auszumachen sei. "Die Schweiz dürfte aber etwas weniger gut performen als der europäische Gesamtindex", fügt Hartmann hinzu.

    Caroline Hilb von der St.Galler Kantonalbank sieht den SMI Ende 2022 bei etwa 13'300 Punkten. Es drohten aber volatilere Zeiten als in 2021. Positive Treiber seien die Konjunktur sowie die Gewinnerwartungen. Risiken sieht Hilb im "zunehmenden Inflationsdruck und der erratisch wirkenden Geldpolitik mit möglichen Überraschungsmanövern". Zudem könnten Chinas Macht- und Wirtschaftspolitik, das Pandemiegeschehen sowie die Verflechtung mit Lieferketten und Handelswegen weiter belasten, warnt Hilb.


    Streitthema Inflation


    Punkto Inflation sind sich die von cash befragten Expertinnen und Experten nicht durchs Band einig. Marc Possa von der VV Vermögensverwaltung glaubt, dass die Inflation eher temporär sei und "aufgrund der hohen aktuellen Basis in einem Jahr moderat ausfallen wird". Dies werde, so Possa weiter, zu einem weiterhin günstigen Umfeld beitragen. "Zusammen mit dem nach wie vor bestehendem Alternativenmangel werden weiter Inflows in Realwerte und somit auch in Aktien stattfinden", ist der Fondsmanager überzeugt. Den SMI sieht er Ende 2022 bei 13'500 Punkten.


    Doch auch Possa sieht für das nächste Börsenjahr eine leicht zunehmende Volatilität auf die Märkte zukommen, gibt aber gleichzeitig auch ein wenig Entwarnung. "Die Volatilität wird von vielen als Chance genutzt werden, um den Negativzinsen zu entgehen." Mit anderen Worten: Rückschläge werden für Nachkäufe genutzt.


    Lichtblick aus China


    Adrian Schneider von der Graubündner Kantonalbank (GKB) sieht zudem einen Lichtblick aus Fernost, der auch dem Schweizer Aktienmarkt zugute kommen könnte. "China dürfte mittels fiskalen Stimuli die Wirtschaft im nächsten Jahr stabilisieren, wie es sich jetzt schon abzeichnet", glaubt der Anlagechef. Zusammen mit der noch immer lockeren Geldpolitik der Notenbanken und den globalen fiskalpolitischen Programmen biete dies eine gute Unterstützung für die Märkte.


    Zwar sieht auch Schneider die hohen Bewertungen bei Aktien (gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis) im nächsten Jahr etwas zurückkommen, fügt aber hinzu: "Sie werden wegen der nach wie vor anhaltenden Alternativlosigkeit allerdings weiter über dem historischen Schnitt bleiben." Als Grund fügt Schneider die steigenden Gewinne pro Aktie an, welche die tieferen Bewertungen kompensieren würden.


    Insgesamt sehen alle 17 von cash.ch befragten Expertinnen und Experten den SMI Ende 2022 höher als heute. Die grössten Bullenhörner setzt sich die UBS mit einem Kursziel von 13'700 Punkten auf. Fast schon ein kleines Bärenkostüm zieht sich die Privatbank Lombard Odier an mit einem prognostizierten SMI-Punktestand von 12'800. Wer richtig liegen wird, wird die Zeit zeigen. Marc Possa drückt es so aus: "Der 'Schwarze Schwan' wird wie immer lange unerkannt bleiben und dann plötzlich überraschend auftreten – und uns alle auf dem falschen Fuss erwischen."

  • "Die finanzielle Repression wird noch lange anhalten"


    Adrian Schneider, Leiter Investment Center der Graubündner Kantonalbank, rechnet 2022 trotz Pandemie mit einem positiven Marktumfeld und geht davon aus, dass sich die Inflation mit Hilfe der Politik der Notenbanken legen wird. Für den Schweizer Aktienmarkt erwartet er Zugewinne im Umfang von über 5 Prozent.


    https://www.cash.ch/fonds-news…ch-lange-anhalten-1877052

  • Swiss Life AM: Schweizer Wirtschaft wächst 2022 um 2,4%


    Während die hohe Inflation in den USA Joe Bidens Umfragewerte trotz positiver Wirtschaftsentwicklung in den Keller rasseln lässt, herrscht in der Eurozone zusätzlich zur angestiegenen Teuerung ein erhöhtes Risiko von zeitlich begrenzten Rückschlägen der Wachstumsdynamik wegen Omikron. Für die Schweiz prognostiziert Swiss Life Asset Managers für 2022 ein vergleichsweise tiefes BIP-Wachstum.


    23.12.2021 22:33


    Wegen der Virusvariante Omikron herrscht ein erhöhtes Risiko von zeitlich begrenzten Rückschlägen der Wachstumsdynamik. (Bild: Shutterstock.com/nitpicker)


    Zwei Jahre nach Bekanntwerden des Ausbruchs eines neuartigen Virus werden die Spuren der Pandemie in der Schweizer Wirtschaft immer offensichtlicher, wie Swiss Life Asset Managers in den Konjunktur-Perspektiven zum Januar 2022 festhält: So lag die Leistung der Anbieter in den Wirtschaftsbereichen "Gastgewerbe und Beherbergung" im dritten Quartal 2021 immer noch 17% unterhalb des Vorkrisenniveaus vom Schlussquartal 2019. Demgegenüber legten die Pharmaindustrie und der Detailhandel über denselben Zeitraum um rund 14% respektive 6% zu.


    Der flexible Schweizer Arbeitsmarkt sorgte in den vergangenen Monaten dafür, dass bisher in den von der Pandemie besonders betroffenen Sektoren Beschäftigte sich neu orientierten. Entsprechend wird sich der Fachkräftemangel in diesen Branchen weiter verschärfen. Kurzfristig dämpfen die erneut steigenden Fallzahlen und die drohende Überlastung der Gesundheitseinrichtungen die Aussichten für die Binnenwirtschaft. Dies ist nach Meinung der Expertinnen und Experten des Economic Research von Swiss Life AM jedoch nicht der Hauptgrund für ihre vorsichtige Prognose zum BIP-Wachstum. "Vielmehr erwarten wir für die Weltwirtschaft insgesamt einen nachlassenden Rückenwind durch die Stützungsmassnahmen von Geld- und Fiskalpolitik. Im Vergleich zu den neuesten Prognosen des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) fallen unsere Prognosen deutlich tiefer aus: Geht das Seco für 2022 und 2023 von einem Wachstum des BIP um 3,0% beziehungsweise 2,0% aus, rechnen wir gerade einmal mit 2,4% Wachstum im Jahr 2022 und 1,2% für 2023."


    Der Inflationsdruck ist in der Schweiz deutlich weniger ausgeprägt als in anderen entwickelten Volkswirtschaften. Das geringere Gewicht von Energiepreisen bei der Inflationsberechnung spiele dabei ebenso eine Rolle wie der preismindernde Effekt des Markteintritts neuer ausländischer Detailhändler. "Entscheidend für den Ausblick ist aber die Erstarkung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro. Die Preise für gewisse Importgüter werden sich 2022 verbilligen", so die Experten.


    USA: Bidens Dilemma


    Die bisher publizierten Zahlen zum vierten Quartal bestätigen die Vermutung von Swiss Life AM, dass die US-Wirtschaft sowohl im Industrie- als auch im Dienstleistungssektor wieder an Fahrt aufgenommen hat. Der ISM-Einkaufsmanagerindex für Dienstleister erklomm im November gar einen neuen historischen Höchstwert von 69,1 Punkten. Die allmähliche Entspannung der Lieferengpässe und die Rückkehr von Personen in den Arbeitsmarkt tragen zum besseren Konjunkturbild bei.


    Joe Biden hingegen befindet sich in einem für US-Verhältnisse historischen Umfragetief eines Präsidenten. Seine Zustimmungswerte haben sich 2021 dramatisch verschlechtert – die höchste Inflation seit den 1980er-Jahren trägt laut den Ökonomen dazu bei. Während das überparteiliche Infrastrukturprogramm bereits abgesegnet ist, stösst Bidens "Build Back Better Act" auf Opposition im Senat, selbst bei Demokraten. Die berechtigte Befürchtung, dass eine erneute Ausweitung der Staatsausgaben die Inflation weiter anheizt, dürfte dazu führen, dass das Programm weiter gestutzt wird, so das Economic Research von Swiss Life AM.


    Die Inflation stieg im November weiter an und erreichte 6,8%, getrieben durch Energie- und Konsumgüterpreise, während die Inflation bei Dienstleistungen "erstaunlich gering" ausfiel. Die Prognose des Economic Research: "Wir rechnen damit, dass die Energie- und Güterpreise 2022 neutral bis negativ zur Inflation beitragen werden und sich die Lage ab Januar normalisiert. Weil die USA aber einen starken Basiseffekt ins neue Jahr mitschleppen, dürfte die Inflationsrate erst im Oktober 2022 unter die 3% Marke fallen."


    Eurozone: Fiskalpolitische Friedenszeichen


    Der Regierungswechsel in Deutschland weckte laut Swiss Life AM in Frankreich und den südlichen Mitgliedsländern der Währungsunion die Angst, dass die an der Ampelkoalition beteiligte FDP eine rasche Rückkehr zu fiskalpolitischer Disziplin einfordern könnte. Die ersten Verlautbarungen des neuen deutschen Finanzministers Lindner weisen allerdings keineswegs in diese Richtung. Gegenüber den europäischen Partnern zeigt sich die neue Koalition aufgeschlossen, über flexiblere Haushaltregeln zu diskutieren. Es biete sich also eine Gelegenheit, weitere Schritte zu Verfestigung der Währungsunion vorzunehmen.


    Die Pandemie belastet auch zwei Jahre nach ihrem Ausbruch die konjunkturelle Dynamik in Europa. Mit dem Auftreten der Virusvariante Omikron bleibe überall in Europa das Risiko zeitlich beschränkter Rückschläge auf dem wirtschaftlichen Erholungskurs erheblich.


    Die erhöhten Inflationszahlen lösten eine Welle der Kritik an der EZB aus. Zweifelsohne berge die Tatsache, dass die Inflation in der Eurozone aktuell auf 4,9% steht, wirtschaftspolitischen Zündstoff. Man dürfe aber nicht ausser Acht lassen, so die Expertinnen und Experten, dass sich die aktuelle Inflationsrate zu mehr als der Hälfte aus dem Anstieg der Energiepreise erklärt. Im Unterschied zu den USA blieben steigende Energiepreise ein flüchtiges und auf wenige Güter des Warenkorbs beschränktes Phänomen.


    Deutschland mit Aufholpotenzial


    Deutschland hat laut Swiss Life AM unter den führenden Volkswirtschaften das grösste Aufholpotenzial. Bisher habe sich die Wirtschaft weniger rasch vom Einbruch aus dem Vorjahr erholt als jene der USA oder der Nachbarn Schweiz und Frankreich. Gegenüber Frankreich habe Deutschland den Nachteil, dass seine Exportwirtschaft sich nach der Finanzkrise stärker auf den aussereuropäischen Markt ausgerichtet hatte.


    Im aktuellen Aufschwung nehmen die Schwellenländer Asiens und Südamerikas aber anders als im Jahr 2009 nicht die Rolle der Wachstumslokomotive für die Weltwirtschaft ein. Zudem fahren viele Länder Asiens ein striktes "Zero Covid"-Regime. So ist Deutschland doppelt betroffen: Die Nachfrage aus den Schwellenländern fällt geringer aus als jene aus den reicheren Volkswirtschaften. Gleichzeitig belasten die Lieferengpässe bei Zwischenprodukten die Automobilhersteller. Hier mehrten sich jüngst die Anzeichen einer Entspannung bei der Versorgung mit Halbleitern. Im vierten Quartal 2021 dürfte laut dem Economic Research von Swiss Life AM die Industrieproduktion deshalb kräftig zugelegt haben.


    Bis November 2021 stieg die Inflationsrate auf Verbraucherstufe gemessen am Preisindex des Statistischen Bundesamts um 5,2%. Preise für einzelne Güter des täglichen Bedarfs und für Benzin, Diesel und Gas stiegen sogar weit stärker. Im Lärm um Einzelbeobach- tungen geht oft unter, dass Einmaleffekte massgeblich zu diesem Anstieg beigetragen haben. "Schon die kommenden Monate werden einen starken Rückgang der Inflationsraten mit sich bringen. Wir erwarten, dass die Jahresteuerung Mitte 2022 noch bei 2% liegen wird", so die Ökonomen von Swiss Life AM.


    Mit 2,8% deutlich tiefer lag die Inflationsrate im November in Frankreich. Die Prognose: "Wir rechnen bis Jahresende mit einem weiteren Anstieg auf 2,9%. Dieser Wert bedeutet den Höhepunkt im aktuellen Zyklus. Bis Ende 2022 rechnen wir unter der Voraussetzung unveränderter Energiepreise mit einem Rückgang der Inflationsrate auf 1,0%. Mittelfristig dürfte sich die Inflation auf Werten in der Nähe des Inflationsziels der EZB, also bei rund 1,8% einpendeln. Im Vergleich zum Jahrzehnt vor der Pandemie ist dies ein um 0,6 Prozentpunkte höherer Wert."


    Japan: Beschleunigung des Wachstum


    Japan ist neben Deutschland das einzige grosse Land, bei dem Swiss Life AM 2022 von einer Beschleunigung des Wachstums ausgeht. den Hauptgrund dafür sehen die Ökonomen in der erwarteten graduellen Entspannung der Lieferengpässe, insbesondere in der Autoindustrie. Die Produktion von Halbleitern laufe global auf Hochtouren und die Autoproduzenten hätten angekündigt, dass sie bereits im vierten Quartal 2021 die Produktion wieder etwas hochfahren könnten. In der Tat legte die japanische Autoproduktion im Oktober zum ersten Mal seit Januar 2021 wieder zu, um 28% gegenüber dem Vormonat.


    China: Balanceakt mit regulatorischem Druck und expansiver Geldpolitik


    Die Lage der hochverschuldeten Immobilienentwickler in China hat sich zugespitzt. Das Rating von Evergrande, dem grössten betroffenen Unternehmen, wurde Anfang Dezember von Fitch auf "Zahlungsausfall" runtergestuft, nachdem die Gnadenfrist für eine fällige Couponzahlung verstrichen war. "Die Behörden versuchen nach wie vor, durch regulatorischen Druck Luft aus dem aufgeblähten Immobiliensektor rauszulassen, gleichzeitig aber die breite Binnenwirtschaft durch eine expansivere Geldpolitik zu stützen. Ob dieser Balanceakt gelingt, ist noch offen", so die Expertinnen und Experten.


    Die Krise habe dazu geführt, dass die Bauaktivität und jüngst sogar die Preise für Wohnimmobilien zurückgegangen sind, was für eine anhaltende Schwäche beim Binnenkonsum und den Investitionen sorgen könnte. Der grösste Wachstumsimpuls dürfte 2022 weiterhin von der Aussenwirtschaft ausgehen. Die globale Nachfrage brummt, Kapazitätsengpässe nehmen ab und die chinesischen Exporte dürften den überraschend guten Schwung des zweiten Semesters 2021 in das neue Jahr mitnehmen. Bemerkenswert sei, dass die gute Exportperformance nicht primär durch steigende Preise und Basiseffekte, sondern durch steigende Volumen getrieben wurde. Trotz des positiven Industriezyklus könnte die Dynamik Anfang Jahr einen Dämpfer erfahren. Neben den latenten Pandemierisiken drohe nach wie vor ein temporärer Rückgang der Produktion, weil die Behörden die Luftverschmutzung während der Olympischen Spiele eindämmen möchten.


    Entgegen dem Trend in anderen Schwellenländern lockerte die Zentralbank ihre Geldpolitik im Dezember, indem der Reservesatz für Banken von 12,0% auf 11,5% gesenkt wurde. Die moderate Inflation lässt eine weitere Lockerung zu. Die Inflationsrate stieg im November aufgrund von Basiseffekten von 1,5% auf 2,3% an, dürfte aber 2022 im Durchschnitt lediglich 1,9% betragen.

  • Sieben Regeln, die man beim Aktienhandel kennen sollte


    Eine Börse funktioniert eigentlich relativ einfach, sie bietet aber zahlreiche Stolperfallen. Ein paar einfache Regeln können helfen, die Rendite zu maximieren und die Verluste zu minimieren.


    26.12.2021 20:38


    Von Manuel Boeck


    Die Börse ist ein Handelsplatz von Fakten, aber auch von Emotionen. Um Gewinne ins Trockene zu bringen und Verluste nicht ausufern zu lassen, können sich Anlegerinnen und Anleger bekannte Börsenregeln zu Hilfe nehmen.


    Eine Regel, wie man todsicher ohne Risiko reich wird, gibt es zwar nicht. Doch die grössten Stolperfallen können so umgangen werden:


    1. Langfristig denken und handeln


    Der Einstiegszeitpunkt bei einem Investment ist auf kurze Frist ein wichtiger Faktor für die erzielte Rendite am Aktienmarkt. Das perfekte Timing ist jedoch ein Ding der Unmöglichkeit. Und auf eine lange Sicht ist der Einfluss des Kaufzeitpunkts auf die Gesamtrendite ohnehin gering. Der durchschnittliche jährliche Wertzuwachs einer Anlage am Schweizer Aktienmarkt lag im Zeitraum von Anfang 1926 bis Ende 2020 bei 7,8 Prozent. Daher: Je langfristiger man anlegt, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass Gewinne erzielt werden.


    Und je länger man anlegt, desto grösser ist der Zinseszinseffekt, den Einstein einst als achtes Weltwunder bezeichnet hat. Angefallene Zinsen oder Erträge werden nicht ausgeschüttet, sondern dem Anlagebetrag hinzugefügt. Sie erhöhen also die Anlagesumme und werden in den Folgejahren mitverzinst. Dadurch werden Jahr für Jahr höhere Erträge erreicht und das angelegte Kapital wächst schlussendlich exponentiell.


    2. Sich durch Verluste nicht entmutigen lassen


    Der berühmte Investor Peter Lynch sagte einmal: "Wenn du in dieser Branche sechs von zehn Mal richtig liegst, bist du fantastisch." Auch bei den ganz grossen Investoren gilt, dass das meiste Geld mit wenigen Investitionen gemacht wird. Denn Erfolge an der Börse beruhen wie auch in der Realwirtschaft auf Extremereignissen. Der Aufstieg von Apple geht beispielsweise in allererster Linie auf den Siegeszug des iPhone zurück. Dieses stellt in der Welt der Tech-Produkte einen sehr seltenen Erfolg dar.


    Zur noch deutlicheren Illustration: Seit 1980 ist der Russell 3000 - er repräsentiert 98 Prozent der Marktkapitalisierung der US-amerikanischen Aktienmärkte - auf mehr als das 73-Fache gestiegen. 40 Prozent der Aktiengesellschaften scheiterten praktisch und die Aktienkurse gehen in den Keller. Doch die 7 Prozent extrem erfolgreichen Firmen glichen diese Rohrkrepierer mehr als aus. Anleger sollten sich daher von Misserfolgen nicht entmutigen lassen: Man kann die Hälfte der Zeit falsch liegen und trotzdem ein Vermögen anhäufen.


    3. Nur Geld investieren, das kurzfristig nicht benötigt wird


    Für eine Reparatur am Auto, einen Zahnarztbesuch oder den Kauf eines neuen Laptops oder Fernsehers sollte ein zuvor getätigtes Investment nicht aufgelöst werden. Denn so läuft man Gefahr, Aktien zu einem ungünstigen Zeitpunkt mit Verlust verkaufen zu müssen. Gerade im Hinblick auf den Zinseszins ist es wichtig, dass das Geld nicht kurz- oder mittelfristig entnommen wird. Ansonsten kann sich die Macht des Zinseszinses nicht vollständig entfalten. So sollten Anlegerinnen und Anleger kein Geld investieren, dass möglicherweise in naher Zukunft benötigt wird.


    Ebenfalls ist es nicht empfehlenswert, einen Kredit aufzunehmen, um Aktien kaufen zu können. Denn obwohl Aktien auf lange Sicht gesehen eine gute Rendite erwarten lassen, gibt es immer das kurzzeitige Risiko eines Börsenbebens und damit einhergehenden Kursstürzen. Wenn dann die hinterlegten Sicherheiten der Bank nicht mehr genügen, muss man die Aktien zum schlechtmöglichsten Zeitpunkt mit Verlust verkaufen.


    4. Selbst eine Meinung bilden


    Von der Börsenlegende Warren Buffet stammt folgende Aussage: "Der dümmste Grund, eine Aktie zu kaufen, ist, weil sie steigt, und der dümmste Grund, eine Aktie zu verkaufen, ist, weil sie fällt." Damit drückt Buffett aus, dass Anleger nicht kopflos Aktien kaufen oder verkaufen sollten, nur weil die Mehrheit der Börsenteilnehmer in die eine oder andere Richtung rennt.


    Anleger sollten sich informieren und anschliessend eine eigene Meinung bilden. Dazu gehört auch, nicht den "heissen Tipps" von Bekannten oder selbsternannten Börsengurus zu trauen. Man sollte vielmehr nur in Unternehmen investieren, die eine gewisse Bekanntheit haben und deren Geschäftsmodell verstanden wird. Die Analyse der Geschäftsberichte und Ergebnisse vor einem Aktienkauf gehören zum Börsenhandel wie das Amen in der Kirche.


    5. Mit Risikodiversifizierung schläft es sich besser


    "Niemals alle Eier in einen Korb legen" ist eine der meistzitierten Börsenregeln. Um das Risiko zu minimieren, ist die Diversifizierung des Portfolios unabdingbar. Bei einem breit gestreuten Portfolio ist die Gefahr von Verlusten geringer, als wenn nur wenige verschiedene Aktien gehalten werden. Denn der Kursverlust einer Aktie können in einem breit diversifizierten Portfolio durch Kursgewinne anderer Aktien abgefedert werden.


    Die Risikodiversifizierung kann auch durch verschiedene Anlageklassen, wie Einzelaktien, ETF, Anleihen und Rohstoffe erreicht werden. Zudem ist es angebracht, auch regionale und branchenbezogene Streuung in das Portfolio zu bringen. Als Folge einer breiten Diversifizierung wird nicht nur die Absturzgefahr geringer, sondern auch die Rendite stetiger.


    6. Kühler Kopf bewahrt vor Fehlern


    Die menschliche Psyche beeinflusst den Handel mit Wertpapieren stark. Deutlich wird dies bei der Verlustaversion. Bei diesem Phänomen gewichten Menschen Verluste höher als Gewinne. Der Verlust von 1000 Franken ärgert mehr als das ein Gewinn von 1000 Franken Freude bereitet. Es ist wichtig, Emotionen weitgehend zu eliminieren. Ansonsten werden Gewinneraktien zu früh verkauft und Verliereraktien zu lange im Depot gehalten.


    Zu den menschlichen Unzulänglichkeiten gehört auch, eine "Liebschaft" mit Aktien zu entwickeln. Es ist nicht selten, dass Anleger eine Lieblingsaktie haben und jeden Kurseinbruch schönreden. Doch nicht selten ist es notwendig, die eigene Strategie und die Depotzusammensetzung zu überdenken und auch zu ändern. Dazu gehört es auch, sich von den achso geliebten Positionen trennen zu können.


    7. Den "Börsencrash" als Chance sehen


    Marktcrashs sind schmerzhaft, sie können jedoch auch riesige Chancen mit sich bringen. Viele der erfolgreichsten Investoren haben ihr Vermögen damit aufgebaut, indem sie während eines Börsenabsturzes Kapital geschlagen haben. Ein wichtiger Bestandteil der Anlagestrategie von Warren Buffett ist es, zu kaufen, wenn alle anderen verkaufen. Das galt auch während und nach der Finanzkrise, als er bei Goldman Sachs und Bank of America zulangte.


    Börsencrashs sind unvermeidlich als auch schwer vorhersehbar. Diese starken Marktkorrekturen halten viele Menschen davon ab, jemals eine einzige Aktie zu kaufen. Dies ist ein Fehler. Nach einem Absturz stiegen die Kurse immer wieder und haben jedes Mal die bis dato bestehenden Allzeithochs übertroffen. Daher sind grosse Korrekturen gute Gelegenheiten, um Aktien nachzukaufen.

  • US-Notenbank steuert 2022 Zinswende an - EZB «etwas später dran»


    Mit der Federal Reserve in den USA wird die einflussreichste Notenbank der Welt 2022 voraussichtlich die Zinswende einleiten. Dass die EZB stillhalten will, sehen manche Experten kritisch.


    28.12.2021 16:30


    In den USA ist die Inflation mit 6,8 Prozent im Zuge von Corona-bedingten Lieferengpässen und explodierenden Energiepreisen geradezu aus den Fugen geraten. Die Federal Reserve wird darum 2022 voraussichtlich die Zinswende einleiten.


    In Grossbritannien schoss die Inflation zuletzt auf 5,1 Prozent nach oben. Die Bank of England hat die Zinsschraube bereits angezogen und reagierte damit auf die rasant steigenden Preise auf der Insel.


    Dass die EZB als Einzige unter den drei grossen Notenbanken trotz einer rekordhohen Teuerungsrate von zuletzt 4,9 Prozent stillhalten will, sehen manche Experten und Teile der deutschen Wirtschaft kritisch.


    Kritik an EZB


    "Die EZB tut nicht zu wenig, sie tut das Falsche", so Aussenhandelspräsident Dirk Jandura. "Dass sie in Krisenzeiten zur Stabilisierung der Staatsfinanzen beiträgt, kann politisch durchaus gerechtfertigt werden - aber nicht auf Dauer."


    Auch wenn EZB-Chefin Christine Lagarde eine Anhebung im kommenden Jahr für sehr unwahrscheinlich hält, sinnierte Ratsmitglied Robert Holzmann über die Zinswende: Sie könne Ende 2022 oder Anfang 2023 kommen - "etwa zeitgleich mit der dritten Zinserhöhung in den USA - wir sind immer etwas später dran", fügte der österreichische Notenbankchef hinzu.


    Die US-Währungshüter sind in Alarmstimmung, denn sie halten den Preisauftrieb nicht mehr länger für ein vorübergehendes Problem. Um sich gegen den Preisdruck zu stemmen, fassen sie die Zinswende für 2022 fest ins Auge. Die in Anlehnung an einen Raketenstart im US-Notenbanker-Jargon "Lift-Off" genannte Operation dürfte laut Experten im Frühjahr oder spätestens Mitte 2022 in Gang gesetzt werden. Mit insgesamt drei Erhöhungsstufen könnte der geldpolitische Schlüsselsatz Ende 2022 dann in einer Spanne von 0,75 bis 1,0 Prozent liegen.


    «Ein weiter Weg»


    DWS-Volkswirtin Ulrike Kastens erwartet nicht, dass die EZB bald mit ihrem Countdown beginnt: "Im Gegensatz zu anderen Notenbanken wie der US-Fed dürfte die EZB mit einer deutlich geringeren Geschwindigkeit aus der expansiven Geldpolitik aussteigen." Zu Zinserhöhungen im Euro-Raum sei es noch "ein weiter Weg", meint auch der Präsident des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther. In den USA sei der Handlungsdruck grösser, da auch die Inflationsraten noch weit höher lägen als in der Euro-Zone, sagte er dem Deutschlandfunk.


    Und in Grossbritannien, wo die Zentralbank den Leitzins jüngst von 0,1 auf 0,25 Prozent heraufgesetzt hat, seien die Probleme gar noch drängender. Im Gefolge des Brexit und wegen der "in der Breite vorhandenen Lieferengpässe" habe die Inflation eine ganz andere Dynamik als im Euro-Raum, sagte Hüther. Allerdings müsse die EZB auch den Wechselkurs genau in den Blick nehmen: "Wir haben jetzt eine Abwertung des Euro. Das führt dazu, dass die Importe entsprechend teurer werden."


    Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust, erwartet, dass zunehmende Diskrepanz zur Geldpolitik in den USA den Dollar gegenüber dem Euro weiter stärken und Renditedifferenzen zwischen den Regionen vor allem bei kürzeren Anleihelaufzeiten weiter erhöhen dürfte. Die EZB hat zwar jüngst die Abkehr vom Krisenmodus eingeleitet und beschlossen, ihr billionenschweres Pandemie-Notprogramm PEPP auslaufen zu lassen. Doch werden die Finanzmärkte nach dem Ende der Krisenhilfen ab April nicht auf Entzug gesetzt, da die EZB das kleinere Anleihenprogramm namens APP in neu justierter Form weiterlaufen lässt.


    «Zu viel Geld im Umlauf»


    Die EZB hat signalisiert, dass zuerst der Ausstieg aus ihren Anleihekaufprogrammen abgeschlossen werden soll, bevor die Zinswende folgt. Solange aber das bereits bis Oktober 2022 programmierte APP-Programm nicht abgeschaltet ist, ist daran nicht zu denken. Dabei hat die EZB ihre Inflationsprognose für das kommende Jahr mit 3,2 Prozent fast verdoppelt. "Die Geldpolitik bleibt damit viel zu expansiv. Es wird weiter zu viel Geld in Umlauf kommen", meint Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer. "Leider geht die EZB das Inflationsproblem anders als die US-Notenbank nicht entschieden an." Er rechnet erst im Sommer 2023 mit höheren Zinsen im Euro-Raum.


    ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zufolge ist die Skepsis gewachsen, ob die EZB eine überraschend hohe Inflation überhaupt noch entschlossen bekämpfen könnte. Schliesslich spiele ihre lockere Geldpolitik eine Schlüsselrolle bei der Finanzierung hoch verschuldeter Staaten. Falls die EZB bei hartnäckiger Inflation das Ruder doch herumwerfen und die Zinsen erhöhen muss, droht nach Ansicht ihres früheren Chefvolkswirts Otmar Issing ein dickes Ende: "Dann sind Turbulenzen an den Märkten zu erwarten", sagte er n-tv.


    (Reuters)

  • Aktien für 2022

    Hier die nach meiner Beobachtung in den letzten Wochen am häufigsten in den Finanzmedien als Aktienfavoriten für 2022 genannten Titel (mind. 3 unabhängige Quellen).


    Logitech 76.8
    Holcim 46.5
    SoftwareOne 19.76
    Cembra 66.45
    Sonova 357.8


    Mal periodisch nachschauen, wie sie sich gegen den SPI in den nächsten 12 Monaten schlagen.

  • Die Aktien-Tipps für 2022: So uneinig waren sich die Banken noch nie


    Die Schweizer Aktienfavoriten der Banken für 2022 könnten unterschiedlicher kaum sein. Die eine Bank setzt auf Altbewährtes, die andere auf Aussenseiter. Und ein Institut geht gar mit 14 Empfehlungen ins Rennen.


    03.01.2022 07:17


    Von Lorenz Burkhalter


    Die Flut hebt alle Boote. Das besagt zumindest eine alte Börsenweisheit. Doch anders als der satte Jahresgewinn von 24 Prozent beim breit gefassten Swiss Performance Index (SPI) vermuten liesse, verdiente 2021 nur Geld, wer in richtigen Aktien investiert gewesen ist. Wie schon im Jahr zuvor trennten die Jahresgewinner an der Schweizer Börse gefühlte Welten von den Verlierern.


    Wieder mehr Schweizer Aktien auf angelsächsischen Empfehlungslisten


    So unterschiedlich die Erwartungen der Banken an das Börsenjahr 2022 auch sein mögen – zumindest in einem Punkt ist man sich einig: Das Geschehen wird wohl noch launischer und die richtigen Einzelaktien im Depot zu haben wird noch viel wichtiger.


    Anders als vor Jahresfrist setzen gerade die britischen und amerikanischen Banken vermehrt wieder auf Aktien aus der Schweiz. Eine der wenigen Ausnahmen bleibt Jefferies. Auf der 20 Titel starken Empfehlungsliste der US-Investmentbank für Europa macht das SMI-Schwergewicht Roche schon fast einen etwas verlorenen Eindruck. Der Genussschein des Pharma- und Diagnostikkonzerns aus Basel wird mit einem Kursziel von 435 Franken zum Kauf angepriesen.

    Besser ist die Ausbeute aus Schweizer Sicht auf der europäischen Favoritenliste von Barclays. Für die Briten sind neben der Aktie des Bauchemiespezialisten Sika auch die des Schokoladeproduzenten Barry Callebaut sowie jene des Nahrungsmittelmultis Nestlé und des Uhrenherstellers Swatch Group im Hinblick auf das eben gerade angelaufene Börsenjahr ein "Muss".


    Nur unbedeutend geringer ist die Schweizer Präsenz auf der Liste von Barclays mit Aktien, die es in den nächsten 12 Monaten aus Anlegersicht zu meiden gilt. Es sind dies Givaudan, Novartis sowie AMS.


    Bei AMS widerspricht die Bank of America jedoch. Sie führt die Aktie des Sensorenherstellers gemeinsam mit jenen des Weltmarktführers Sonova und der Versandapotheke Zur Rose auf ihrer Empfehlungsliste. Als die Liste kommuniziert wurde, standen die Verzögerungen bei der landesweiten Einführung elektronischer Medikamentenrezepte in Deutschland noch nicht fest. Dieser Entscheid des deutschen Bundesgesundheitsministeriums setzte der Zur-Rose-Aktie zuletzt ziemlich zu.


    Mehrere alte Bekannte auf der Vontobel-Favoritenliste


    Nicht nur an AMS, auch an Novartis scheiden sich in Expertenkreisen die Geister. Während neben Barclays auch J.P. Morgan das Schwergewicht Novartis zur "Aktie non grata" erklärt, setzt die Zürcher Kantonalbank (ZKB) dieses sogar auf ihre Empfehlungsliste. Auch Vontobel stufte die Novartis-Aktie erst vor wenigen Wochen mit einem Kursziel von 89 (zuvor 87) Franken von "Hold" auf "Buy" herauf (der cash Insider berichtete). Dennoch sieht die Zürcher Bank wie schon im Jahr zuvor den Genussschein von Roche in der Favoritenrolle.


    Gleich mit 14 Favoriten geht Vontobel ins Rennen. Vor einem Jahr waren es sogar deren 16. Auf der überarbeiteten Liste sind mit Roche, Swiss Re, Huber+Suhner, Logitech und Partners Group einige alte Bekannte anzutreffen. Darüber hinaus setzt die Zürcher Bank auf ABB, Emmi, Sonova, Komax, PSP, UBS, Sika, Givaudan und Stadler Rail.


    Mit Stadler Rail begibt sich auf den gleichen Pfad wie die UBS, zählt doch auch die grösste Schweizer Bank die Aktie des Zugbauers zu ihren Jahresfavoriten. An dieser Stelle sei allerdings erwähnt, dass die UBS es war, welche Stadler Rail seinerzeit an die Börse brachte.


    Bei Givaudan widerspricht Vontobel hingegen der pessimistisch gestimmten britischen Barclays und bei Sonova der Bank of America mit ihrer Verkaufsempfehlung. Die US-Investmentbank hält die Aktie des Hörgeräteherstellers schon seit geraumer Zeit für masslos überbewertet. Mit 257 Franken liegt das Kursziel der Bank of America weit unter den von Vontobel errechneten 460 Franken.


    ZKB setzt auf Aussenseiter


    Zuversichtlich gibt sich bei Sonova auch die UBS. Sie ist mit einem 12-Monats-Kursziel von 379 Franken im "Team Vontobel". Neben Sonova und Stadler Rail haben es der Grossbank übrigens auch Georg Fischer, Oerlikon sowie Richemont angetan. Richemont galt schon 2021 mit einem Kursplus von 72 Prozent als "der" SMI-Börsenüberflieger.


    [Blocked Image: https://www.cash.ch/sites/default/files/public/uploads/cash/redaktion/grafiken/211230_cfr_smi_ytd.jpg]


    Der diesjährige SMI-Überflieger Richemont (rot) liess den SMI (grün) in den letzten 12 Monaten weit hinter sich zurück (Quelle: www.cash.ch)


    Anders als bei der UBS setzt man bei den Jahresfavoriten der ZKB weder auf Altbewährtes, noch auf Gängiges. Gerade bei den Nebenwerten tanzt die Zürcher Bank mit dem Spitalkommunikationsspezialisten Ascom, der Immobilienbeteiligungsgesellschaft Mobimo sowie dem Lüftungsbauer Zehnder ziemlich aus der Reihe. Diese drei Aktien sind bei keiner anderen Bank auf der Favoritenliste anzutreffen.


    Da muten die SMI-Favoriten der ZKB schon fast etwas langweilig an, umfassen diese doch Alcon, Logitech, Nestlé, Novartis sowie SGS.


    Insgesamt fällt auf: Noch nie waren sich die Banken und ihre Analysten bei ihren Aktienempfehlungen so uneinig wie im Hinblick auf das Börsenjahr 2022. Auf den cash.ch vorliegenden Favoritenlisten sind nicht weniger als 37 verschiedene Schweizer Aktien von "A" wie ABB über "O" wie Oerlikon bis "Z" wie Zur Rose zu finden. Mehr als zwei- oder dreimal genannt wird keine dieser Titel.

  • Aktien, Fonds, Anlagen: Soll man als Anfängerin oder Anfänger jetzt einsteigen?


    Die Aktienkurse sind rekordhoch und die Zinsen historisch tief. Sparerinnen und Sparer empfehlen die Banken Anlagen an der Börse. Kolumnist Claude Chatelain hat dazu eine klare Meinung.


    02.01.2022 18:00


    Von Claude Chatelain


    Ich gehe davon aus, die Anlageberaterin hat dem Paar alles erklärt – oder zu erklären versucht. Dem Paar, beide über 60 und kurz vor der Pensionierung, fehlen entsprechende Vorkenntnisse, um sich auf solches Fachchinesisch einen Reim zu machen. Was der Anlageberaterin nicht gelang, dürfte auch ich nur schwer schaffen.Eine Frau aus der Ostschweiz schreibt mir, ihr Mann habe von der Kantonalbank zwei Fondsangebote erhalten für 30'000 Franken. Beide seien "ausgewogen", viermal pro Jahr gebe es ein Rebalancing auf taktische Quote. Der Anlagestil sei aktiv. Und jetzt wollte die Frau von mir wissen, was das alles heisse.


    Die Frau wollte zudem wissen, ob es sicher sei, dass ihr Mann das eingesetzte Kapital nach zehn Jahren wieder zurückerhält. "Oder kann er was von den 30'000 Franken verlieren?"


    Ich schrieb der Frau, was ich bei solchen Fragen immer schreibe: Es sei schwierig, wenn nicht fahrlässig oder unverantwortlich, Personen Anlageempfehlungen zu erteilen, ohne die finanziellen und persönlichen Umstände zu kennen. Für mich stelle sich jeweils die Frage: "Weshalb wollen Sie 30'000 Franken anlegen? Wollen Sie notfalls aufs Geld zurückgreifen können? Wie verhält es sich mit der Risikofähigkeit und Risikoneigung?"


    Ich halte es für unwahrscheinlich, dass das Geld bei den vorgeschlagenen Anlagefonds vollkommen verloren geht. Ich halte es aber für wahrscheinlich, dass vorübergehende Kursverluste entstehen. Kann das angehende Rentnerpaar damit umgehen? Es könnte also durchaus sein, weniger als die 30'000 Franken zurückzubekommen, wenn man die Fondsanteile wieder verkaufen will.


    Sie selber lege kein Geld an, schreibt mir die Frau weiter, "weil ich nichts verlieren will". Sie hätten das Geld zu hart erarbeitet, um damit zu spielen und allenfalls zu verlieren. Darauf rechnete ihr die Bankfrau angeblich vor, dass auch verliere, wer das Geld auf dem Konto lasse. Und so schreibt mir die Leserin wörtlich: "Warum sind die Banken so scharf drauf, dass man das Geld anlegt und nicht auf dem Konto lässt? Damit sie verdienen? Es kann ja nicht um den Kunden gehen."


    Bei diesem Punkt konnte ich nicht mehr kneifen: Ja, Bankberater sind auch Verkäufer. Mit dem Verkauf von Anlagefonds verdienen Banken mit der Ausgabekommission, mit der Depotgebühr und häufig auch mit Gebühren, die innerhalb eines Fonds anfallen und dem Fondsvermögen belastet werden. Banken sind keine karitativen Organisationen. Sie wollen Geld verdienen.


    Und weil die Frau dann nochmals nachhakte und partout von mir eine Einschätzung wollte, schrieb ich ihr: "Wir haben rekordhohe Aktienkurse und extrem tiefe Zinsen. Das ist für Anfänger kein gutes Umfeld, um einzusteigen und erste Erfahrungen zu sammeln. Dies ist meine ganz persönliche Meinung und nicht als Empfehlung zu verstehen. Ich sage Ihnen nicht, was Sie tun sollen. Ich sage nur, was ich an Ihrer Stelle machen würde."

  • Cassis signalisiert der EU Entgegenkommen


    Bundespräsident Ignazio Cassis hat nach dem Aus eines Rahmenabkommens mit der EU in einem Interview der Staatengemeinschaft gegenüber ein Entgegenkommen signalisiert. "Wir wollen der EU entgegenkommen, werden aber nicht alle Forderungen erfüllen", sagte Cassis.


    02.01.2022 07:56


    "Wir sind ja nicht Mitglied der EU. Aber wie die EU haben auch wir ein Interesse an guten gegenseitigen Beziehungen", sagte der Schweizer Aussenminister dem "SonntagsBlick".


    Der Vizepräsident der EU-Kommission, Maros Šefcovic, hatte im November 2021 von der Schweiz gefordert, sie solle bis zum World Economic Forum (WEF) Ende Januar 2022 in Davos einen Fahrplan zur Lösung der für die EU wichtigen Fragen wie Rechtsübernahme, Streitbeilegung, Staatsbeihilfe und regelmässige Kohäsionsbeiträge vorlegen. Das WEF wurde unterdessen wegen der erneuten Corona-Pandemiewelle abgesagt. Die EU-Kommission erwartete dennoch weitere Gespräche.


    Cassis wollte Šefcovics Forderung nicht als Ultimatum verstanden wissen. "Es gibt kein Ultimatum. Die Schweiz funktioniert nicht so", sagte der Freisinnige Tessiner Bundesrat im Interview weiter. "Wir haben immer Wege gefunden in unserem Verhältnis mit Europa. Wie bei der Pandemie sollten wir nicht in Panik verfallen, sondern uns mit Ruhe und Selbstbewusstsein der Situation annehmen."


    Das Verhältnis zwischen der Schweiz und der EU ist seit dem Mai 2021 stark abgekühlt. Damals hatte der Bundesrat einseitig die jahrelangen Verhandlungen mit der EU über ein Rahmenabkommen zu den künftigen Beziehungen einseitig abgebrochen. Als Grund wurden zu grosse Differenzen angegeben. Die 27 Mitgliedstaaten der EU warten seitdem auf Vorschläge aus der Schweiz zu den bilateralen Beziehungen.


    (AWP)

  • Mehrere grosse Arbeitgeber bauen laut Umfrage Zahl der Stellen aus


    In der Schweiz wollen einer Umfrage zufolge im laufenden Jahr 30 von 89 befragten Grossfirmen die Zahl ihrer Arbeitsplätze ausbauen. Nur vier stehen vor einem Stellenabbau, der grosse Rest rechnet mit einer stabilen Stellenzahl, wie die "SonntagsZeitung" unter Berufung auf Firmenangaben berichtete.


    02.01.2022 06:08


    Bereits 2021 hatten der Umfrage zufolge die Firmen unter dem Strich mehr Jobs auf als abgebaut. Nun soll demnach 2022 ein noch besseres Jahr folgen. Nicht befragt bei der Stellenumfrage wurden die öffentlichen Verwaltungen, Verkehrsbetriebe, Spitäler und die Kantonalbanken.


    Grösster Jobmacher im neuen Jahr wird laut der Analyse der Flugabfertiger Swissport. Er will 850 neue Beschäftigte einstellen. Das würde den grössten Stellenaufbau in der Geschichte des Unternehmens bedeuten. Wegen der Pandemie hatte Swissport allerdings wie andere Firmen der Flugbranche Hunderte Stellen abgebaut. Auch die Flugzeugwartungsfirma SR Technics will 150 neue Stellen schaffen.


    Viele offene Stellen


    Viele neue Arbeitsplätze wird es beim weltgrössten Uhrenhersteller Swatch Group, bei den SBB, der Post und im Detailhandel geben. Die grösste Arbeitgeberin, die Migros, hat mehr als 1600 Stellen ausgeschrieben. Die Zahl der offenen Stellen war schweizweit zuletzt mit knapp 233'000 auf Rekordstand, wie der neuste Jobradar der Datenfirma X28 zeigte.


    Das vergangene Jahr war für die Beschäftigten der Umfrage zufolge gut verlaufen. 51 der 89 befragten grossen Firmen bauten Stellen auf. Grösste Jobmacherin war der Pharmazulieferer Lonza mit 1400 neuen Jobs. Kräftig ausgebaut haben die Pharmafirma Roche, der IT-Riese Google, die Sicherheitsbranche, die Versicherer, der Detailhandel und die Maschinenindustrie.


    Bei 30 der befragten Firmen sank der Personalbestand. Grösste Jobabbauerin war die Flugbranche. Ebenfalls viele Stellen gestrichen haben das Gastronomie- und Hotelmanagement-Unternehmen SV Group, die Grossbank UBS, der Pharmakonzern Novartis, der Gesundheitskonzern Galenica und der Energiekonzern Axpo.


    (AWP)

  • KMU-Einkaufsmanagerindex legt im Dezember weiter zu - aber Unsicherheit bleibt


    Bei den Schweizer Industrie-KMU läuft das Geschäft weiter relativ rund. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex ist auch im Dezember gestiegen. Die Auftragsbücher sind voll. Die Produktion nimmt aufgrund der anhaltenden Lieferprobleme allerdings nur wenig zu.


    03.01.2022 10:16


    Konkret stieg der von Raiffeisen berechnete KMU-PMI im Dezember um 0,6 Indexpunkte auf 55,9 Punkte, wie die Bankengruppe am Montag mitteilte. Indexwerte von über 50 Punkten zeigen eine Expansion gegenüber dem Vormonat an, Werte darunter ein abnehmendes Geschäft. Letztmals einen Wert unter 50 Punkten gab es im vergangenen Februar.


    Der KMU PMI ist somit zum zehnten Mal in Folge über der Wachstumsschwelle verblieben. Das Wachstum sei aber zuletzt nicht mehr so hoch gewesen wie in den Sommermonaten, hiess es im Communiqué. Damals hatte der KMU PMI zeitweise über 60 Indexpunkten notiert.


    Produktionsdynamik verlangsamt


    In der Zwischenzweit habe sich vor allem die Produktionsdynamik verlangsamt, was auf die anhaltenden Materialengpässe zurückzuführen sei. KMU kämen schlechter mit der Lieferproblematik zurecht als Grossunternehmen, wie der Vergleich des KMU PMI mit dem ebenfalls am Montag publizierten Einkaufsmanagerindex von Procure.ch und der Credit Suisse zeige, der die Gesamtwirtschaft abbildet.


    Während es bei den Grossunternehmen zuletzt zu einem historisch starken Lageraufbau kam, sei die entsprechende Subkomponente beim KMU PMI zuletzt nämlich wieder unter die Wachstumsschwelle von 50 gerutscht. Bei den KMU habe sich im Dezember ausserdem die Auftragsdynamik zwar nochmals spürbar beschleunigt, die Produktion sei aber erneut nur wenig gewachsen.


    Sofern sich die Lieferengpässe im Verlauf des neuen Jahres nach und nach lösten, dürften die Unternehmen die Produktion wieder erhöhen, um die angesammelten Auftragsbestände abzuarbeiten. Noch gebe es aber keine eindeutigen Anzeichen dafür, dass sich die globalen Lieferketten bald normalisierten, so die Experten der Raiffeisen.


    kw/kae


    (AWP)

  • PMI legt im Dezember trotz steigender Coronazahlen leicht zu


    Die Stimmung in der Schweizer Wirtschaft hat sich im Dezember nach leichten Rücksetzern in den beiden Vormonaten wieder verbessert.


    03.01.2022 10:00


    Sowohl der Einkaufsmanagerindex (PMI) für die Industrie als auch derjenige für den Dienstleistungssektor sind leicht gestiegen. Die steigenden Corona-Fallzahlen aufgrund der Omikron-Variante bremsten den Optimismus zumindest vorerst noch nicht.


    Der PMI Industrie stieg im Berichtsmonat um 0,2 auf 62,7 Punkte, wie die Credit Suisse am Mittwoch mitteilte. Der leichte Abwärtstrend vom Oktober und November wurde also gebremst. Im Juli war er noch auf ein Rekordniveau von 71,1 Punkten gestiegen. Die Grossbank berechnet den Index zusammen mit dem Branchenverband Procure.ch.


    Der Index misst, wie optimistisch die Einkaufsmanager auf die zukünftige Wirtschaftsentwicklung blicken. Werte von über 50 Punkten deuten auf Wachstum hin. Auf dem Höhepunkt der Coronakrise im letzten Frühling war der Index bis auf 41,2 Punkte abgesackt.


    Die Produktion habe im Dezember nun abermals zugenommen, die Auftragsbücher seien weiterhin voll, heisst es im aktuellen Communiqué vom Montag. Auch die Subkomponente "Auftragsbestand" habe leicht zugenommen; sie zeige mittlerweile seit über einem Jahr gut gefüllte Auftragsbücher an.


    Zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt


    Dieser optimistische Ausblick spiegle sich auch in der Beschäftigung wieder. Wie schon seit mehreren Monaten stelle ein Viertel der an der Umfrage teilnehmenden Betriebe zusätzliche Arbeitskräfte ein, um die gestiegene Nachfrage zu bewältigen.


    Ausserdem schienen sich die Lieferschwierigkeiten zumindest nicht stärker zu verschlechtern, heisst es in der Meldung. Die angespannte Beschaffungslage stelle die Unternehmen aber weiterhin vor Herausforderungen. Auch meldeten immer noch viele Unternehmen steigende Einkaufspreise.


    Stimmung auch im Dienstleistungssektor gut


    Im mehr auf die Binnenwirtschaft ausgerichteten Dienstleistungssektor hat sich die Stimmung ebenfalls verbessert. Die Zeichen stehen auch hier - trotz der sich verschlechternden Coronalage - weiterhin auf Wachstum. Der entsprechende PMI stieg gegenüber November gar um 1,4 auf 59,3 Punkte.


    Er liegt damit weiterhin deutlich über der Wachstumsschwelle. Zwar habe die Geschäftstätigkeit aufgrund der ungünstigen Pandemieentwicklung und den erneuten Einschränkungen für viele Dienstleistungsbetriebe einige Punkte eingebüsst. Die Zunahme der Neuaufträge und des Auftragsbestands hätten diesen Rückgang jedoch ausgeglichen.


    Das lasse darauf schliessen, dass das Virus die Wirtschaft immer weniger einschränke. Der Dienstleistungssektor scheine also zunehmend über die vorübergehenden Einschränkungen hinweg zu sehen. Es sei jedoch auch möglich, dass sich die starke Unsicherheit, die von der bevorstehenden Infektionswelle mit der Omikron-Variante ausgehe, noch nicht vollumfänglich in den Umfragewerten niedergeschlagen habe, so die Mitteilung weiter.


    Im Gegensatz zum PMI hatte sich derweil das KOF-Konjunkturbarometer im Dezember gegenüber dem Vormonat kaum bewegt. Damit blieb es aber ebenfalls weiterhin über seinem langfristigen Mittel.


    (AWP)

  • Hälfte der Schweizer Arbeitnehmenden laut Befragung auf Jobsuche


    Die Corona-Pandemie hat laut einer Befragung viele Arbeitnehmende dazu veranlasst, ihre berufliche Siutation zu überdenken. In der Schweiz sind gemäss dem Personaldienstleister Randstad knapp die Hälfte der Angestellten offen für eine neue berufliche Herausforderung oder aktiv auf Jobsuche.


    03.01.2022 12:45


    Die beruflichen Ziele hätten sich bei vielen Menschen durch die Pandemie dauerhaft verändert, so der Befund. Daher suchten hierzulande mit 49,8 Prozent der über 800 Befragten entweder neue Aufgaben oder seien bereits auf der Suche nach einer neuen Stelle.


    Besonders ins Gewicht falle bei der Suche nach einer neuen Anstellung der Faktor "Work-Life-Balance". Zwei Drittel der in der Schweiz befragten Arbeitnehmenden hätten angegeben, dass sie sich vor allem mehr Flexibilität im Beruf wünschten. Ein weiterer Grund sei der durch die Pandemie erhöhte Stress im Arbeitsleben. Ein Drittel will den Angaben nach ihr Arbeitsleben ändern, weil sie sich seit der Pandemie gestresster fühlen.


    sta/rw


    (AWP)

  • Das ist die beste SMI-Schnellstarter-Aktie 2022


    Ein «Grossdampfer» des Swiss Market Index startet am heutigen Montag ein neues Aktienrückkaufprogramm. Die Aktie reagiert deutlich.


    03.01.2022 09:57


    Die Aktie von Nestlé beginnt das Jahr gleich mit einem Beinahe-Rekordstand. Der Titel steigt am ersten Handelstag an der SIX 1,5 Prozent auf 129,46 Franken und ist damit die beste Aktie aus dem Swiss Market Index. Das Allzeithoch beträgt 129,90 Franken und stammt von der Altjahreswoche 2021.


    Nestlé hat am Aktienmarkt im letzten Jahr bereits 23 Prozent zugelegt, belegte mit dieser Performance aber "nur" den 12. Platz im 20 Mitglieder umfassenden Swiss Market Index. Seit Mark Schneider das Amt als CEO vor knapp fünf Jahren angetreten ist, haben die Nestlé-Aktien fast 80 Prozent an Wert gewonnen.


    Wie bereits Anfang Dezember kommuniziert, startet Nestlé am heutigen 3. Januar 2022 ein neues Aktienrückkaufprogramm über 20 Milliarden Franken auf einer zweiten Linie der Schweizer Börse SIX. Das Unternehmen erwartet dabei, bereits in den ersten 12 Monaten Aktien im Wert von rund 10 Milliarden zurückzukaufen. Das Programm soll dabei laut Prospekt bis "längstens" Ende Dezember 2024 dauern.


    Nestlé hat sein Anfang 2020 gestartetes Aktienrückkaufprogramm wie angekündigt Ende 2021 abgeschlossen und dabei Aktien im Wert von gut 13 Milliarden Franken erworben, wie das Unternehmen am letzten Donnerstag mitteilte.


    2022 - ein Jahr für die Nestlé-Aktie?


    In diesem Jahr, in dem mit allgemein volatileren Märkten gerechnet wird, könnte Nestlé als defensiver Wert auftrumpfen. Das Jahr wird voraussichtlich gekennzeichnt sein von anhaltend hoher Inflation und Zinserhöhungen in den USA.


    "Nestlé ist als sicherer Hafen in volatileren Zeiten ein guter Performer", sagte Patrik Schwendimann, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, gegenüber cash.ch vor rund zwei Wochen. Wenn das Börsenumfeld noch weiterhin freundlich bleibe, sei das Ende der Fahnenstange bei der Aktie nicht erreicht. Schwendimann sieht ein Aufwärtspotenzial von 10 Prozent.


    Die Reduktion der Nestlé-Beteiligung an L'Oréal Ende letztes Jahres hat zahlreichen Analysten einen Anlass gegeben, ihre Kursziele zu erhöhen. Eine deutliche Mehrheit der von Bloomberg befragten Analysten empfiehlt denn auch den Kauf der Nestlé-Aktie. Die Grossbank JP Morgan sieht ein gar Kursziel von 145 Franken auf zwölf Monate.


    (cash)

  • Schweizer Reise-Aktien steigen auf Mehr-Wochen-Hochs


    Schweizer Reise-Aktien werden am Montag wegen nachlassender Omikron-Sorgen auf tieferen Kursniveaus dazugekauft. Die Titel erreichen Preisniveaus, wie sie teils seit Anfang November nicht mehr gesehen wurden.


    03.01.2022 11:25


    Aktien, die in den letzten Wochen wegen der Omikron-Variante des Corona-Virus deutlich verloren hatten, werden bei Investorinnen und Investoren wieder beliebter. Der Titel des Reisedetailhändlers Dufry legt am Montag 4 Prozent auf 46,97 Franken zu. Das ist der höchste Stand seit fünf Wochen.


    Die Aktien des Online-Reiseanbieters LM Group (oder lastminute.com) legen fast 7 Prozent auf 41,50 Franken zu. Ein so hohes Niveau hat der Titel seit sechs Wochen nicht mehr erreicht.


    Die Aktien von Flughafen Zürich steigen 3,5 Prozent auf fast 170 Franken, der höchste Stand seit sieben Wochen. Das Unternehmen hat laut CEO Stephan Widrig genug finanzielle Mittel, um auch die Omikron-Krise durchzustehen, wie der Manager am Montag zur Zeitung "Blick" sagte.


    Grund für die Nachfrage nach "Reise-Aktien" sind aber vor allem Einschätzungen, wonach mildere Krankheitsverläufe bei der neuen Corona-Variante Omikron wahrscheinlich sind. Zwar schnellen die Fallzahlen derzeit weltweit nach oben und erreichen Rekordwerte. Bei einer Omikron-Infektion ist britischen Daten zufolge das aber das statistische Risiko, im Krankenhaus behandelt werden zu müssen, ein Drittel des der Delta-Variante.


    Das nährt Hoffnungen, dass grosse Lockdowns vermieden werden können und dass trotz steigender Infektionszahlen die neue Variante des Coronavirus die Wirtschaft nicht nachhaltig belasten wird. Auch könnte die neue Variante das Ende der Pandemie schneller herbeiführen als angenommen.


    Dass der Bundesrat vorerst auf weitergehende Massnahmen in der Schweiz verzichtet, treibt am Montag auch die Aktie des Kioskbetreibers Valora an. Der Titel steigt 3 Prozent auf 161 Franken.


    (cash)

  • Schweizer Automarkt 2021 von Corona ausgebremst


    Die Schweizerinnen und Schweizer haben im vergangenen Jahr zwar mehr Autos gekauft als 2020. Der Anstieg bei den Neuanschaffungen fiel jedoch verhalten aus und die Zahl an Neuimmatrikulationen lag erneut unter dem Niveau von vor der Pandemie, wie der Verband Auto Schweiz am Montag mitteilte.


    03.01.2022 14:20


    Konkret legten die Neuimmatrikulationen 2021 um 0,7 Prozent auf 238'481 zu. Im Jahr 2019 waren es noch 311'466. Auto Schweiz schreibt daher von einem herausfordernden Jahr, das von Lieferschwierigkeiten aufgrund des Mangels an elektronischen Bauteilen bei der Fahrzeugproduktion und internationalen Transporteinschränkungen geprägt gewesen sei.


    Mehr Elektroautos


    Vor allem zum Jahresende hin habe man einen Rückgang bei den Neuzulassungen verzeichnet. So seien im Dezember bloss deren 24'523 registriert worden, ein Minus von 16,7 Prozent zum Vorjahreswert. Damit sei der letzte Kalendermonat des Jahres auch der vierte in Folge gewesen, in dem ein Rückgang zum jeweiligen Vergleichsmonat verzeichnet wurde, heisst es im Communiqué.


    Positiver sehe die Bilanz aus, wenn man nur die Fahrzeuge mit alternativen Antrieben betrachte. So habe der Marktanteil von Fahrzeugen mit elektrischen Antrieben (reine Elektroautos, Plug-in-Hybride, Brennstoffzellenfahrzeuge) im Dezember mit 32,9 Prozent ein Monats-Rekordniveau erreicht.


    Lieferschwierigkeiten bleiben im Fokus


    Im Gesamtjahr 2021 stünden für E-Antriebe 22,5 Prozent Marktanteil zu Buche. Weitere 21,9 Prozent der Neuzulassungen entfielen auf Voll- und Mildhybride ohne Lademöglichkeit über das Stromnetz, teilte der Verband mit. Seit Beginn der Chipkrise hätten die Hersteller Modelle mit elektrischem Antrieb bei der Produktion bevorzugt. Diese Strategie habe sich in den vergangenen Monaten bezahlt gemacht und spiegle sich nun auch bei den Kennzahlen wider, so die Erklärung.


    Mit Blick nach vorne gehe es nun darum, die Lieferschwierigkeiten von 2021 zu überwinden. Denn die langen Lieferfristen hätten der gesamten Branche zu schaffen gemacht. Dank der Prognosen von Automobil-Herstellern sei man optimistisch, dass sich die Liefersituation spätestens im zweiten Halbjahr des neuen Jahres verbessern werde.


    kw/rw


    (AWP)

  • Noch kaufen die meisten Schweizer im Laden ein


    Mehr als die Hälfte der Schweizerinnen und Schweizer kauft weiterhin hauptsächlich im Laden ein. Doch der Online-Handel legt weiter zu. Dies zeigt eine am Montag veröffentlichte Umfrage der Swiss Retail Federation.


    03.01.2022 13:30


    So tätigten 2021 54 Prozent der Befragten ihre Einkäufe hauptsächlich in Läden, während es 2019 noch 61 Prozent waren. 36 Prozent gaben an, sowohl im Laden als auch online einzukaufen (2019: 32%). Jeder Zehnte setzte hauptsächlich auf Online-Shopping - 2019 waren es noch 7 Prozent.


    Über die Hälfte der Befragten (52%) fehlt beim Einkauf übers Internet die Möglichkeit, Produkte auszuwählen und zu testen. Dabei wird auch die Beratung beim Einkaufen im Laden geschätzt. Und 51 Prozent nennen Liefergebühren als Hinderungsgrund für Online-Käufe.


    Lebensmittel im Laden - Bücher und Musik online


    Grosse Unterschiede gab es indes bei den Produktekategorien. So gingen Herr und Frau Schweizer für Lebensmittel und Artikel des täglichen Bedarfs weiter grösstenteils in die Läden (84%). Nur 2 Prozent nutzten dafür hauptsächlich Online-Kanäle und 14 Prozent beide Möglichkeiten.


    Ganze anders sah es dagegen bei Büchern, Musik und Elektronikartikel aus. Nur noch rund eine Viertel der Konsumenten ging dafür noch vornehmlich in die Läden. Ein Drittel gab dagegen an, Bücher und Musik hauptsächlich online zu bestellen. Die meisten nutzten hier allerdings beide Möglichkeiten.


    Nachhaltigkeit wichtig


    Bei einer deutlichen Mehrheit der Befragten spielte zudem die Nachhaltigkeit der Produkte eine Rolle. Nur gerade 13 Prozent sagten, dass dies für sie beim Einkaufen kein Thema sei. Für den Rest spielte Nachhaltigkeit 2021 eine durchschnittliche oder gar wichtige Rolle.


    So wurden etwa kleinere Mängel und kürzere Haltbarkeiten akzeptiert, wenn dadurch die Produkte nicht weggeworfen werden mussten. Zudem spielten Nachhaltigkeitslabels bei der Produktewahl eine Rolle, und eine Mehrheit zeigte zumindest die Bereitschaft, für nachhaltige Produkt auch höhere Preise zu zahlen.


    Kriterium Nummer eins ist der Preis


    In der Gesamtabwägung war für eine Mehrheit von 37 Prozent der Käuferinnen und Käufer der Preis aber noch immer das entscheidende Kriterium. Gleichzeitig wählte nur ein Viertel die Produkte hauptsächlich nach Labels aus. 38 Prozent gaben an, Preis und Labels gleichermassen zu beachten.


    Die Umfrage wurde den Angaben zufolge von der Strategieberatung Oliver Wyman im Auftrag der Swiss Retail Federation im November 2021 in der Deutsch- und französischen Schweiz durchgeführt. Insgesamt wurden 2094 Personen befragt.


    Die Swiss Retail Federation vertritt den schweizerischen Detailhandel ohne die Grossverteiler. Die Verbandsmitglieder generieren zusammen laut eigenen Angaben einen Umsatz von 23 Milliarden Franken und beschäftigen rund 58'000 Angestellte.


    jl/rw


    (AWP)

  • Mit diesen Schweizer Dividenden-Aktien können Sie sich für 2022 positionieren


    Schweizer Dividenden-Titel lohnen sich für Anlegerinnen und Anleger nach wie vor. Sie bieten auch 2022 nebst Kursgewinnen regelmässige Einkünfte. Eine Übersicht zu den Evergreens und neuen Chancen.


    04.01.2022 07:29


    Von Manuel Boeck


    Der Schweizer Aktienmarkt bleibt ein gutes Umfeld für Dividendenjäger. Allein die 20 SMI-Firmen haben 2021 rund 40 Milliarden Franken ausgeschüttet. Und 2022 dürften die Dividendenzahlungen noch üppiger ausfallen, da sich der Wirtschaftsaufschwung auch in der Gewinnentwicklung der meisten Schweizer Firmen niederschlagen wird.


    Sofern die Zinsen nicht steil ansteigen, sieht auch Caroline Hilb, Marktstrategin der St. Galler Kantonalbank, für 2022 eine gute Ausgangslage für Dividendentitel: "2021 hatten es Dividendenwerte im Vergleich zu den Technologiewerten und Wachstumstiteln schwerer. Weil im Verlaufe dieses Jahres die Zinsen tendenziell moderat steigen, könnten Wachstumswerte unter Druck geraten und Dividenden wieder attraktiver werden." Denn auch im Umfeld leicht steigender Zinsen blieben Dividenden gesucht, weil auf der Obligationenseite weiterhin nicht viel zu holen sei.


    Zudem rechnet die Marktstrategin mit einer erhöhten Volatilität für 2022, was Dividendentitel ebenfalls attraktiver mache. Auch wegen den zahlreichen politischen Themen auf der Agenda würden Anleger mehr Sicherheit suchen. Zu diesen zählen die Wahlen in Frankreich, die Midterm-Wahlen in den USA oder auch der Konflikt zwischen den USA und China. Und: "Gute und stetige Dividendenzahler sind häufig auch Firmen mit einem soliden Geschäftsmodell und entsprechenden Erträgen. Solche Werte mit einem defensiven Charakter werden 2022 vermehrt gesucht," sagt Hilb gegenüber cash.ch.


    Bei der Frage, welche Aktie eine potenzielle Dividenden-Königin 2022 sein könnte, muss jedoch differenziert werden. So lockt die Bellevue-Aktie gemessen an der Ausschüttung 2021 mit einer Dividendenrendite von beinahe 10 Prozent. Doch es handelte sich letztes Jahr um eine Sonderdividende, die durch Firmenveräusserungen finanziert wurde. Für dieses Jahr wird eine Ausschüttung von 4,9 Prozent als realistisch angesehen - immerhin.


    Altbekannte: Swiss Re, Zurich und Swisscom


    Wer nach soliden und zuverlässigen Dividendenzahlern Ausschau hält, landet weiterhin in erster Linie bei den Schweizer Versicherern sowie dem Telekomkonzern Swisscom. Der Rückversicherer Swiss Re erreicht mit einer Dividendenrendite von 6,5 Prozent den zweiten Platz. Nicht mehr ganz an der Spitze des Rankings, aber stets mit einer guten Ausschüttung aufwartend, ist Zurich Insurance Group (5,0 Prozent).


    Die Krux dabei, die Aktien beider Versicherungen befinden sich immer noch unter dem Vor-Corona-Niveau. Und die Titel fristen hinsichtlich der Kursrendite ein Mauerblümchendasein - seit einem Jahr plus 11 Prozent für Swiss Re und plus 8 Prozent für Zurich Insurance. Das Auf und Ab der Aktienkurse beeinflusst die Höhe der Dividendenrendite.


    Fürs Portfolio eignen sich trotzdem beide SMI-Versicherer. Eine Positionierung kann heute schon in Betracht gezogen werden, auch wenn die Dividenden-Stichdaten erst im Lauf des Frühlings kommen werden. Die Dividendenzahlungen für 2021 sind aus heutiger Sicht bei beiden Unternehmen sicher. Und für 2022 sehen Analysten bei beiden Titeln auch ein Aufwärtspotenzial bei den Kursen, wobei Zurich Insurance Swiss Re in dieser Hinsicht schlagen dürfte.


    Bei den Evergreens unter den Dividendentiteln darf Swisscom nicht fehlen (4,3 Prozent Rendite). Die Aktien des Telekom-Markt-Führers liegen zurecht als defensives Langfrist-Investment in vielen Portfolios hierzulande. Grosse Kursfantasien sind jedoch nicht angebracht: Über die letzten Jahre kehrte die Swisscom-Aktie immer wieder zu einem Durchschnittswert um die 500 Franken zurück.


    Helvetia, Baloise oder Swiss Life?


    Bei den Versicherern locken auch Helvetia (4,7 Prozent), Bâloise (4,3 Prozent) und Swiss Life (3,8 Prozent) mit üppigen Renditen. Der Versicherungskonzern Helvetia hat im ersten Halbjahr 2021 wieder schwarze Zahlen geschrieben und die übernommene, spanische ­Caser-Gesellschaft erwies sich als Wachstumstreiber. Der Versicherungskonzern überzeugt zudem mit sukzessiv höheren Ausschüttungen und der seit Juli eingesetzte Aufwärtstrend beim Aktienkurs dürfte sich im neuen Jahr weiter fortsetzen.


    Aktuell hohe Dividendenrenditen von Aktien aus dem SMI und dem SPI

    Aktie Dividendenrendite Aktie Dividendenrendite
    Bellevue Group 9,7 Prozent Gavazzi 4,4 Prozent
    Swiss Re 6,5 Prozent Bâloise 4,3 Prozent
    Compagnie Fin.
    Tradition (CFT)
    6,2 Prozent Berner Kantonalbank (BEKB) 4,3 Prozent
    Varia US Properties 6,0 Prozent Holcim 4,3 Prozent
    Cembra Money Bank 5,6 Prozent Swisscom 4,3 Prozent
    Valiant 5,5 Prozent Mobilezone 4,3 Prozent
    Adecco 5,4 Prozent EFG International 4,3 Prozent
    Banque Cantonale Vaudoise (BCV) 5,1 Prozent Liechtensteiner
    Landesbank (LLB)
    4,2 Prozent
    Zurich Insurance 5,0 Prozent Intershop 4,1 Prozent
    Basler Kantonalbank (BKB) 5,0 Prozent VP Bank 4,1 Prozent
    Bystronic 4,7 Prozent Glarner Kantonalbank 4,0 Prozent
    Helvetia 4,7 Prozent Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) 3,8 Prozent
    BB Biotech 4,7 Prozent Swiss Life 3,8 Prozent
    Sulzer 4,5 Prozent Burkhalter 3,8 Prozent
    Poenina 4,5 Prozent Novartis 3,7 Prozent

    Daten: cash.ch, Bloomberg


    Die Bâloise-Aktien haben in den letzten Wochen neue Lebenszeichen gezeigt. Und Analysten erwarten, dass das Dividendenwachstum mehr als 7 Prozent betragen wird. Bâloise bleibt zwar ein sehr stabiler und profitabler Versicherer, doch es gibt auch ein grosses Fragezeichen: Der Konzern plant 10 bis 30 Prozent des Cashflows in Innovationen zu investieren. Die Ungewissheit, ob sich diese schlussendlich auszahlen, wirkt auch zukünftig als Bremsklotz für den Aktienkurs.


    Der Lebensversicherer Swiss Life (3,8 Prozent) bietet gegenüber der Bâloise mehr Gewissheit. Das Management hat es in der Vergangenheit wiederholt geschafft, die Marge trotz kontinuierlich sinkender Zinsen stabil zu halten. Dies ermöglicht dank wachsendem Kommissionsertrag steigende Ausschüttungen. Der Aktienkurs ist jedoch in den letzten drei Monaten um 20 Prozent nach oben geschossen und anfällig für eine Korrektur.


    Mobilezone trumpft auf, Holcim und Novartis als Chancen


    Gleich in zweierlei Hinsicht trumpft der Telecomspezialist Mobilezone auf: Erstens befinden sich die Aktien seit dem Coronaeinbruch im März 2020 in einem Aufwärtstrend - allein in den letzten vier Wochen plus 10 Prozent. Zukünftig kursstützend wirkt auch das Aktienrückkaufprogramm, das Mobilzone im November bekannt gab. Zweitens befindet sich die Dividendenrendite mit 4,3 Prozent immer noch auf einem höchst attraktiven Niveau. Mit der Ausrichtung auf den Online-Bereich ist das Unternehmen gut positioniert für die Zukunft.


    Vom Kursverlauf zu den Verlierern gehören die Aktien des Personaldienstleisters Adecco (5,4 Prozent). Als frühzyklischer Titel hat die nachlassende Wachstumsdynamik seit dem Sommer einen negativen Einfluss auf die Bewertung gezeigt. Grosse Kurssprünge sind hier nicht zu erwarten. Interessanter ist der Kauf der Holcim-Aktien (4,3 Prozent). Der Zementkonzern ist laut Marktexperten das nachhaltigste Investment im Sektor und die Bewertung viel zu tief. Als einer der SMI-Flops 2021 könnte Holcim im neuen Jahr überraschen. Insbesondere, wenn der Klimaschutzfahrplan noch klarer wird.


    Beim Pharmariesen Novartis (3,7 Prozent) sichert der hohe Cashflow die Dividende problemlos. Der Titel dürfte sich dank des Aktienrückkaufprogramms von bis zu 15 Milliarden Dollar tendenziell nach oben orientieren. Und die anstehende Entscheidung darüber, was mit der Generika-Tochter Sandoz passieren soll, könnte sich als zusätzlicher Kurskatalysator erweisen. Als defensive Beimischung gehört der Titel für 2022 in die engere Auswahl.


    Grosse Auswahl bei den kleinen Banken


    Unter den Top-Dividendenaktien befinden sich mehrere kleinere Bank-Institute wie VP Bank (4,1 Prozent), EFG International (4,3 Prozent), Basler Kantonalbank (BKB; 5,0 Prozent), Banque Cantonale Vaudoise (BCV; 5,1 Prozent) oder Valiant (5,8 Prozent). Während die Dividendenrendite zum Kauf geradezu einlädt, erweist sich die Kursentwicklung durchs Band als ernüchternd. Seit dem Mai geht es tendenziell bergab, da Anleger stärker auf riskantere Titel setzen. Doch gerade Kantonalbanken sind verlässliche Dividendenzahler und sichern das Portfolio bei Marktturbulenzen gegen unten ab.


    Das Kreditinstitut Cembra Money Bank wurde Ende August mit dem ver­lorenen Migros-Kartengeschäft stark abgestraft. Seit Ende Oktober zeigt die Aktie wieder Lebenszeichen und bewegt sich allmählich wieder aufwärts. Und mit Effizienzsteigerungen, einer Vereinfachung des Geschäftsmodells und Wachstumsinitiativen strebt die Bank eine Eigenkapitalrendite von 15 Prozent bis 2024 an. Die Bank stellt weiterhin eine Dividende von 3,75 Franken in Aussicht und bleibt damit ein attraktives Ziel von Dividendenjägern.

  • Handelsvolumen an der SIX sinkt 2021 nach Rekordjahr deutlich


    An der Schweizer Börse SIX ist das Handelsvolumen im Jahr 2021 gegenüber dem stark von Volatilität geprägten Coronajahr 2020 deutlich zurückgefallen.


    03.01.2022 18:26


    Nach den Spitzenwerten des Vorjahres hätten sich die Handelsaktivitäten damit stabilisiert, teilte die Börsenbetreiberin SIX Group am Montag mit. Insgesamt ging der Handelsumsatz an der SIX im letzten Jahr um über einen Viertel auf 1'282 Milliarden zurück, nach zuvor rekordhohen 1'753 Milliarden Franken. Die Anzahl Transaktionen sank um mehr als einen Drittel auf 62,7 Millionen; dies bei insgesamt zwei Handelstagen mehr im Jahr 2021.


    In den derzeit herausfordernden Zeiten habe die SIX die Wirtschaft mit ihren Handelsplätzen kontinuierlich unterstützt, wird SIX-Chef Jos Dijsselhof in der Mitteilung zitiert. Auch habe die SIX neue Angebote eingeführt, wie beispielsweise die Möglichkeit der Kapitalbeschaffung für KMUs mit dem neuen Segment Sparks.


    Zudem hätten fünf Unternehmen den Schritt an die die Schweizer Börse gewagt, daunter mit VT5 die erste SPAC-Firma (Special Purpose Acquisition Company). Zu den weiteren neuen Unternehmen zählen Polypeptide, Montana Aerospace, das Sulzer-Spin-Off Medmix sowie die Skan Group. Der Gesamtwert aller Transaktionen überstieg 2 Milliarden Franken.


    Spitzenreiter Nestlé


    Der Titel mit welchem im vergangenen Jahr an der Schweizer Börse am meisten Umsatz generiert wurde war Nestlé. Total 111,4 Milliarden Franken wurden mit dem Handel von Nestlé-Aktien umgesetzt. Die meistgehandelte Wertschrift war wiederum der Genussschein von Roche mit 3,58 Millionen Abschlüssen nach 6,13 Millionen im Jahr 2020.


    Der Monat mit dem höchsten Umsatz war der März. Da erzielte die SIX einen Umsatz in Höhe von 138,0 Milliarden Franken. Die meisten Transaktionen wurden mit 7,22 Millionen im Januar getätigt.


    Das Börsenjahr 2021 war ein erfolgreiches, vor allem in der zweiten Jahreshälfte überschritt der Leitindex SMI eine Rekordmarke nach der anderen und kletterte beinahe bis auf 13'000 Punkte. Am Ende schloss der SMI das Jahr mit einem Plus von über 20 Prozent bei 12'876 Punkten ab.


    Krypto-Produkte im Trend


    Nach Handelssegmenten aufgeteilt fiel der Umsatz mit Aktien (inkl. Fonds und ETPs) im letzten Jahr um 29 Prozent auf 1'050 Milliarden Franken zurück. Bei den ETFs ging es gar um 29 Prozent auf 79,6 Milliarden Franken runter, dies allerdings mit einer rekordhohen Zahl an Abschlüssen.


    Bei den Anleihen in Schweizer Franken sank der Handelsumsatz um 13 Prozent auf 116 Milliarden Franken und bei jenen in Fremdwährungen nahm er um 4,2 Prozent auf 17,3 Milliarden Franken ab. Ausgewiesen werden auch die Bewegungen bei Strukturierten Produkten und Warrants. Dort fiel der Handelsumsatz um 11 Prozent auf 20,1 Milliarden Franken.


    Weiter an Beliebtheit gewinnt an der SIX der Handel mit Produkten mit Kryptowährungen als Basiswert. In dieser Kategorie erreichte der Handelsumsatz den Angaben zufolge 8,6 Milliarden Franken. Dies im Vergleich mit den 1,1 Milliarden Franken aus dem Vorjahr.


    (AWP)

  • Positive erste Rückmeldungen zum Festtags-Tourismus


    Die Schweizer Tourismusbranche zieht ein positives erstes Fazit zu den Feiertagen. Vor allem in den Berggebieten seien die Unterkünfte über Weihnachten und Neujahr gut gefüllt gewesen, wie eine "Pulsmessung" des Branchenverbandes Schweiz Tourismus vom Dienstag zeigt.


    04.01.2022 13:30


    Neben der einheimischen Nachfrage haben auch europäische Gäste das Geschäft belebt. Gegenüber dem selben Zeitraum vor einem Jahr hätten Buchungen von Gästen aus dem Ausland wieder um 10 bis 15 Prozent zugenommen, so die Meldung. Das sei zwar weniger als erhofft, aber immerhin würden damit schon rund 90 Prozent des Vorkrisen-Wertes von 2019 erreicht.


    Erste positive Rückmeldungen gibt es auch von den Skigebieten: So glückte etwa der Jungfrau-Skiregion im Berner Oberland mit 192'300 Eintritten bis Ende Dezember der "beste Start der letzten zehn Jahre", wie die Jungfraubahn am Dienstag in einem separaten Communiqué mitteilte. Hauptgrund für diesen Auftakt war neben dem guten Wetter allerdings auch die Eröffnung der V-Bahn Ende 2020, dank der die Wintersportler schneller ins Skigebiet gelangen konnten.


    Einen leichten Dämpfer habe es in den Bergregionen gegen Ende Jahr aufgrund des Regen- und Tauwetters gegeben, schreibt der Branchenverband. So hätten vor allem Tagesgäste aufgrund der Wetterverhältnisse oft auf Kurzausflüge in die Berge verzichtet.


    an/kw/tv


    (AWP)