Energiekrise 2.0.2.X

  • Italien besiegelt weitere Gaslieferungen aus Algerien


    Italien hat sich weitere Gaslieferungen aus Algerien gesichert. "In diesen Monaten ist Algerien zum Hauptgaslieferanten für unser Land geworden", sagte Ministerpräsident Mario Draghi am Montag in Algier nach einem Treffen von Ministern beider Regierungen. Es sei auch eine Gelegenheit für die Länder gewesen, ihren Einsatz für die Stabilisierung im Mittelmeerraum zu bekräftigen. Algeriens Präsident Abdelmadjid Tebboune zeigte sich mit den 15 Abkommen unter anderem in den Bereichen erneuerbare Energien, Bau und Kampf gegen Korruption zufrieden.


    18.07.2022 15:32


    Algerien ist der wichtigste Gaslieferant Italiens. Draghis Regierung beschloss nach dem russischen Angriff gegen die Ukraine, von Gaslieferungen aus Moskau unabhängig werden zu wollen. Die Russland pumpte zuvor jährlich 29 Milliarden Kubikmeter Gas nach Italien. Algerien sicherte nun zusätzliche 4 Milliarden Kubikmeter zu den schon vereinbarten 21 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr zu. Das italienische Ministerium für ökologischen Wandel sprach von einem wichtigen Schritt.


    Das Gas liefert Algerien über die Transmed-Pipeline, die durch das Mittelmeer nach Sizilien führt. Italien ging auch in anderen Ländern auf die Suche nach möglichen Gaslieferanten und schloss Vereinbarungen unter anderem mit dem Golfstaat Katar für Flüssiggas (LNG) und Aserbaidschan./jon/DP/ngu


    (AWP)

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  • EU und Aserbaidschan schliessen Abkommen: Doppelt so viel Gas bis 2027


    Um sich von Energielieferungen aus Russland zu lösen, will die EU künftig deutlich mehr Gas aus der Südkaukasus-Republik Aserbaidschan beziehen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev unterzeichneten am Montag in Baku eine Absichtserklärung, wonach über den südlichen Gaskorridor innerhalb von fünf Jahren doppelt so viel Gas im Jahr geliefert werden soll wie bisher. Ab 2027 sollen demnach jährlich mindestens 20 Milliarden Kubikmeter fliessen.


    18.07.2022 15:22


    Von der Leyen sagte in der aserbaidschanischen Hauptstadt, mit der Absichtserklärung öffne man "ein neues Kapitel in der Energie-Zusammenarbeit" mit Aserbaidschan. Die autoritär geführte Ex-Sowjetrepublik, die auch zu Russland enge Verbindungen hat, sei ein Schlüsselpartner, um sich von fossilen Brennstoffen aus Russland zu lösen. Schon jetzt würden jährlich 8,1 Milliarden Kubikmeter geliefert, von kommendem Jahr an sollten es bereits 12 Milliarden sein. "Dies wird dazu beitragen, die Kürzungen der russischen Gaslieferungen auszugleichen."


    Aliyev betonte, dass Fragen der Energiesicherheit heute wichtiger seien denn je. "Eine langfristige, vorhersehbare und sehr zuverlässige Zusammenarbeit zwischen der EU und Aserbaidschan im Energiebereich ist natürlich von grossem Wert."


    Neben den Gaslieferungen sieht die Absichtserklärung auch vor, enger bei erneuerbaren Energien zusammenzuarbeiten. Aserbaidschan habe in diesem Bereich "enormes Potenzial", sagte von der Leyen, insbesondere bei Offshore-Windenergie und grünem Wasserstoff. So werde Aserbaidschan sich von einem Lieferanten fossiler Brennstoffe zu einem Partner für erneuerbare Energien entwickeln.


    Um die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu vertiefen, arbeiten beide Seiten zudem an einem Abkommen, das bald abgeschlossen werden soll./wim/DP/ngu


    (AWP)

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  • IEA-Chef pocht in Energiekrise auf enge Zusammenarbeit in Europa


    Die Internationale Energieagentur (IEA) hält eine starke europäische Zusammenarbeit für notwendig, um sich gegen Energieknappheit zu wappnen. "Um durch die aktuelle Krise zu kommen, braucht die EU einheitliches Handeln", schrieb IEA-Direktor Fatih Birol in einem am Montag veröffentlichten Kommentar. Die Notfallplanung müsste EU-weit miteinander abgestimmt werden. Dabei solle es um Solidaritätsmechanismen und Versorgungseinschränkungen gehen.


    18.07.2022 14:26


    Birol zufolge muss der Gasverbrauch in Europa weiter deutlich runter. Laut IEA-Analysen müssten in den kommenden drei Monaten etwa 12 Milliarden Kubikmeter Gas zusätzlich eingespart werden. Dies sei genug, um circa 130 Flüssigerdgas-Tanker zu füllen. Birol schrieb: "Es ist entschieden nicht genug, sich nur auf Gas aus nicht-russischen Quellen zu verlassen." Diese Vorräte seien einfach nicht in dem Masse verfügbar, um die fehlenden Lieferungen aus Russland zu ersetzen.


    Birol schlug neben einer verstärkten Zusammenarbeit konkret vor, die Gasnutzung im Strombereich herunterzufahren. Für die Erzeugung könnten übergangsweise Kohle oder Öl zum Einsatz kommen. Auch den Einsatz von Kernenergie brachte Birol ins Spiel. Ausserdem könnten konkrete Standards für das Runterkühlen privater Haushalte gesetzt werden. Öffentliche Gebäude sollten mit gutem Beispiel vorangehen. Auch für Auktionsplattformen, auf denen Unternehmen nicht genutzte Gasmengen zur Verfügung stellen können, sprach Birol sich aus./rbo/DP/ngu


    (AWP)

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  • Swissmechanic fordert Stärkung der heimischen Energieproduktion


    Swissmechanic fordert Anpassungen in der Energiepolitik. Vor allem die Anhängigkeit vom Ausland soll gesenkt werden.


    18.07.2022 13:11


    Die stark steigenden Strompreise würden die Produktions- und Lieferketten der Branche belasten, schrieb der Branchenverband der mittelständischen Unternehmer der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) am Montag in einer Mitteilung. Die Schweiz solle daher stärker auf eine inländische Stromproduktion setzten.


    Der Verband plädiert für den Erhalt und die Förderung der Wasserkraft. Zudem soll die Energiepolitik technologieoffen gestaltet werden, was insbesondere den Bau von modernen Kernkraftwerken mit einschliesse.


    Erdgasreserven nutzen und Erdgasspeicher bauen


    Bei der Beschaffung von Erdgas im Winter verlasse sich der Bundesrat dem Verband zufolge zu stark auf das benachbarte Ausland. Bei einer Mangellage könnten die Nachbarländer das Gas bevorzugt für die eigene Bevölkerung nutzen.


    Neben dem Einkauf von Flüssiggas aus Übersee fordert Swissmechanic daher die Nutzung von Erdgasreserven auf Schweizer Boden. Zudem sollten Erdgasspeicher auch in der Schweiz gebaut werden. Diese liessen sich in Zukunft zudem für erneuerbare Gase aus Biomasse weiternutzen.


    (AWP)

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  • Italien subventioniert gestiegene Sprit-Preise weiter


    Wegen der kriegsbedingt hohen Sprit-Preise hat Italien die Bezuschussung für Verbraucher an der Zapfsäule verlängert. Der Staat bezahle je Liter Benzin, Diesel oder Autogas 30 Cent dazu, teilten das Finanzministerium und das Ministerium für den ökologischen Wandel am Dienstag mit. Die Massnahme gelte weiter bis zum 21. August, um die Preise beim Tanken zu reduzieren. Nach offiziellen Angaben lag der Durchschnittspreis in Italien für Benzin (Euro-Super 95) in der Woche vom 11. Juli bis 17. Juli bei rund 1,99 Euro.


    19.07.2022 18:49


    Die Regierung unter Mario Draghi setzte in den vergangenen Monaten wegen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine verschiedene Massnahmen um, damit Verbraucher und Unternehmen wegen der hohen Energiepreise entlastet werden, unter anderem auch bei Strom und Gas./jon/DP/ngu


    (AWP)

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  • Putin warnt vor weiterem Absenken der Gaslieferungen


    Inmitten der Energiekrise warnt Kremlchef Wladimir Putin Europa vor einem weiteren Absenken der russischen Gaslieferungen.


    20.07.2022 06:32


    Sollte Russland eine in Kanada reparierte Turbine für die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 nicht zurückerhalten, drohe Ende Juli die tägliche Durchlasskapazität der Leitung nochmals deutlich zu fallen, sagte Putin in der Nacht zum Mittwoch laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. "Wir haben noch eine fertige Trasse - das ist Nord Stream 2. Die können wir in Betrieb nehmen", ergänzte Putin demnach.


    Die Pipeline Nord Stream 1 - die wichtigste Gasleitung von Russland nach Deutschland - wurde 2011 in Betrieb genommen und hat eine Kapazität von rund 55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr. Seit Juni hat Russlands staatlicher Energieriese Gazprom die Gaslieferungen nach Deutschland allerdings um mehr als die Hälfte der täglichen Höchstmenge auf 67 Millionen Kubikmeter reduziert. Begründet wurde dies mit der fehlenden Turbine von Siemens Energy , was Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) als vorgeschoben kritisierte. Derzeit ist die mehr als 1200 Kilometer lange Pipeline zudem wegen alljährlicher Wartungsarbeiten völlig stillgelegt - planmässig bis Donnerstag.


    Sollte Russland die reparierte Turbine nicht zurückerhalten, drohe Ende Juli wegen der notwendigen Reparatur eines "weiteren Aggregats" die tägliche Durchlasskapazität der Pipeline noch weiter zu fallen auf 33 Millionen Kubikmeter pro Tag, sagte Putin nun laut Tass. Er äusserte sich am Rande eines Spitzentreffens mit dem iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan in Teheran, bei dem es offiziell vor allem um die Lage im Bürgerkriegsland Syrien ging.


    Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine hat Moskau nach und nach mehreren europäischen Ländern, die Kiew unterstützen, das Gas abgedreht. Kritiker stuften deshalb auch die Begründung der Lieferdrosselung mit der fehlenden Turbine als Vorwand ein.


    Die in Kanada reparierte Turbine wurde wegen der westlichen Sanktionen infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine lange zurückgehalten und nicht wieder an Russland übergeben. Zuletzt entschied die kanadische Regierung aber auf Bitten Berlins, die Turbine an Deutschland zu übergeben, womit sie wieder eingebaut werden kann. Damit solle Russland ein Vorwand für einen endgültigen Stopp der Gaslieferungen oder deren anhaltende Drosselung genommen werden, hiess es aus dem Wirtschaftsministerium. Nach Darstellung der Bundesregierung ist die Lieferung des Geräts von den EU-Sanktionen gegen Russland ausgenommen, weil diese sich nicht gegen den Gastransit richteten.


    Aus Moskau hiess es, bis jetzt weder die Maschine noch die dazu gehörigen Dokumente eingetroffen. Ausserdem lassen Putins Äusserungen in Teheran darauf schliessen, dass auch nach Ende der Wartungsarbeiten und selbst bei Einbau der Turbine die Pipeline möglicherweise nicht wieder auf volle Leistung hochgefahren würde. Denkbar wäre, dass Moskau so die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 erzwingen will.


    Die schon vor dem Ukraine-Krieg höchst umstrittene Pipeline Nord Stream 2 wurde 2021 fertig gebaut. Nach der Invasion setzte Deutschland das Genehmigungsverfahren für den Betrieb der Leitung aus. Putin hatte angesichts der Energiekrise erklärt, dass durch Lieferungen über Nord Stream 2 das Preisniveau wieder sinken und sich die Situation insgesamt entspannen könnte.


    SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert hatte am Dienstag betont, die Bundesregierung habe alles dafür getan, dass es "kein technisches Argument mehr für die russische Seite" gebe, die Pipeline nicht wieder ans Netz zu nehmen, auch durch die Bereitstellung der zuvor in Kanada gewarteten Turbine. Aber niemand würde "seine Hand ins Feuer legen wollen für politische Kräfte aus dem Umfeld von Wladimir Putin", sagte er dem Deutschlandfunk.


    Russland steht seit langem im Ruf, seine Energielieferungen als geopolitisches Druckmittel einzusetzen. Besonders vor diesem Hintergrund stellt die EU-Kommission am Mittwoch einen Notfallplan vor, wie sich Europa auf einen drohenden Gasmangel im Winter vorbereiten kann. "Wir gehen bei unseren Wintervorbereitungsplänen vom schlimmstmöglichen Szenario aus", sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Dienstag. Erwartet wird unter anderem, dass der Brüsseler Plan vorsieht, dass öffentliche Gebäude, Büros und kommerzielle Gebäude ab Herbst bis maximal 19 Grad beheizt werden sollen und es verpflichtende Gassparziele geben könnte.


    (AWP)

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  • SVP fordert Milliardeninvestitionen für sichere Energieversorgung


    Für eine sichere und unabhängige Energieversorgung fordert die SVP Investitionen von 20 Milliarden Franken und der Weiterbetrieb der AKW. Zudem wiederholte die SVP ihre Forderung nach einem "Strom-General" für die Schweiz.


    21.07.2022 11:00


    Eine Strom-Mangellage habe schon vor dem Krieg in der Ukraine als eines der grössten Risiken für die Schweiz gegolten, schreibt die SVP. Dass das Land nun auf eine "Strom-Katastrophe" zusteuere, liege an der "weltfremden links-grünen Energiepolitik". Die vom Volk angenommene Energiestrategie 2050 nennt die SVP "untauglich".


    Forderungskatalog


    Am Donnerstag präsentierte die Partei ihre Forderungen für eine sichere Stromversorgung in Bern den Medien. 20 Milliarden Franken sollen ihrer Meinung nach in eine sichere, kostengünstige und unabhängige Energieversorgung investiert werden. Eingesetzt werden muss das Geld für die Sicherung von Winterstrom.


    Weitere SVP-Forderungen sind der Weiterbetrieb der bestehenden Kernkraftwerke, die Abkehr von jeglichen Technologieverboten und die "sofortige" Planung und Realisierung von AKW der neuesten Technologie. Die Kernenergie soll zur Aufgabe von nationaler Bedeutung werden und entsprechend rechtliche Prioritäten erhalten.


    Weiter fordert die SVP den Bau von Gas-Lagern im Inland. Aber auch die Wasserkraft will sie ausbauen und das Verbandsbeschwerderecht so lange aussetzen, bis die Versorgung der Schweiz mit Energie wieder gewährleistet ist, wie sie schreibt. Wo immer möglich, müssten die Mauern von Stauseen erhöht werden.


    Nach wie vor fordert die SVP schliesslich, die CO2-Reduktionsziele aufzuschieben, "zugunsten einer sicheren und bezahlbaren inländischen Energieversorgung".


    Neue Forderung nach Strom-General


    Die SVP wiederholte ihre bereits im Januar gestellte Forderung nach einem "Strom-General". Es brauche klare Führungsverantwortung statt links-grüner Träumereien, liess sich Parteipräsident Marco Chiesa dazu in der Mitteilung zitieren. Nötig seien Lösungsvarianten für eine sichere, unabhängige und kostengünstige Stromversorgung.


    Im Januar hatte Energieministerin Simonetta Sommaruga (SP) diese Forderung abgewiesen. "Wir sind nicht im Krieg", sagte sie damals in einem Interview mit den CH-Media-Zeitungen. Parlament und Bundesrat machten ihre Aufgaben, und auch die Strombranche sei gefordert. Alle nähmen ihre Verantwortung wahr.


    (AWP)

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  • Spanien und Portugal widersetzen sich Gas-Notfallplan der EU


    Die iberischen Nachbarländer Spanien und Portugal widersetzen sich dem Vorschlag der EU-Kommission, die Staaten der Union im Falle eines Gasnotstandes während der Heizsaison zu einer Verbrauchsreduzierung um 15 Prozent zu zwingen. Die Regierung Portugals könne den Vorschlag überhaupt nicht akzeptieren, weil dieser "unhaltbar" sei, erklärte der Staatssekretär für Umwelt und Energie, Joao Galamba, am Donnerstag im Gespräch mit der Zeitung "Público". "Wir konsumieren Gas aus absoluter Notwendigkeit", versicherte er.


    21.07.2022 17:39


    Bereits am Vortag hatte die spanische Ministerin für Ökologischen Wandel, Teresa Ribera, geklagt: "Wir können doch keine Opfer bringen, über die wir nicht gefragt worden sind." Sie betonte: "Im Gegensatz zu anderen Ländern haben wir Spanier in Sachen Energieverbrauch nicht über unsere Verhältnisse gelebt." Die renommierte spanische Zeitung "El País" sprach am Donnerstag von einer "iberischen Front" gegen die Pläne der Brüsseler Behörde.


    Konkret schlug die EU-Kommission am Mittwoch vor, dass verbindliche Reduktionsziele möglich sein sollen, wenn nicht genug gespart wird. Die EU-Länder sollen zunächst auf freiwilliger Basis alles dafür tun, ihren Verbrauch in den kommenden Monaten um 15 Prozent im Vergleich zum Schnitt der vorangegangenen fünf Jahre zu verringern./er/DP/ngu


    (AWP)

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  • Bau von Stromkabel nach Grossbritannien soll noch 2022 beginnen


    Der Bau der geplanten "Stromautobahn" zwischen Deutschland und Grossbritannien soll noch in diesem Jahr beginnen. Wie die Projektgesellschaft des geplanten 725 Kilometer langen Unterwasserstromkabels "NeuConnect" mitteilte, wurde am Donnerstag die Finanzierungsvereinbarung für das 2,8 Milliarden Euro teure Vorhaben abgeschlossen. Beteiligt sind das Investorenkonsortium um den französische Investor Meridiam, die Allianz Gruppe und der japanische Energieversorger Kansai Electric Power sowie ein Konsortium von mehr als 20 Banken.


    21.07.2022 18:17


    Das Unterseestromkabel "NeuConnect" soll die Stromnetze von Deutschland und Grossbritannien bis 2028 verbinden und so zur Sicherheit der Energieversorgung beitragen. Der sogenannte Interkonnektor kann bis zu 1,4 Gigawatt Strom in beide Richtungen transportieren - das ist genug Energie für rund 1,5 Millionen Haushalte. Das Kabel soll von Wilhelmshaven bis zur Halbinsel Hoo an der Themse-Mündung verlaufen./len/DP/ngu


    (AWP)

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  • Chef der deutschen Bundesnetzagentur mahnt Fortschritte beim Energiesparen an


    Die Bundesnetzagentur hat die Verbraucher zu mehr Anstrengungen beim Energiesparen aufgefordert, damit Deutschland auch bei einer Gasknappheit durch den Winter kommt. Im bisherigen Jahresverlauf liege der Gasverbrauch 14 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum, sagte Behördenpräsident Klaus Müller der Deutschen Presse-Agentur. "Ich muss aber in Richtung 20 Prozent kommen. Es muss noch eine Schippe draufgepackt werden."


    24.07.2022 14:30


    Er wies darauf hin, dass der grösste Teil der Einsparungen am relativ milden Wetter in diesem Jahr gelegen habe - vor allem dadurch liefen die Heizungen nicht so stark wie im Vorjahr. Wäre das Wetter hingegen wie 2021 gewesen, wären es nur 5 Prozent gewesen.


    Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte ein Energiesparpaket vorgestellt, das die Haushalte stärker in die Pflicht nimmt und verbindliche "Heizungschecks" vorschreibt. Zudem soll Verbrauch in öffentlichen Gebäuden und Firmen sinken.


    Mit dem Paket schaffe man wichtige Grundlagen, um auch durch Einsparungen eine Notfallstufe in diesem Winter zu vermeiden, sagte Müller. "Dazu müssen wir die Gasspeicher stärker befüllen, den Erdgasverbrauch senken und weitere Erdgaslieferungen aus anderen Ländern organisieren." Die Notfallstufe ist die dritte und letzte Stufe des Notfallplans Gas. Dann könnten Industriefirmen nicht mehr so viel Gas kaufen, wie sie wollten, sondern sie wären auf Zuteilungen der Netzagentur angewiesen.


    Kanzler Olaf Scholz hatte am Freitag den staatlichen Einstieg beim angeschlagenen Gasimporteur Uniper bekanntgegeben und ein Umlagesystem auf den Weg gebracht, das ab September oder Oktober greifen soll. Es soll einen Grossteil der Zusatzkosten, die durch eingeschränkte Gaslieferungen aus Russland und damit steigende Preise entstanden sind, ausgleichen. Bezahlen sollen die Umlage alle Gaskunden. Die Umlage kommt zusätzlich zu marktgetriebenen Preiserhöhungen, die schrittweise kommen.


    Der stellvertretende Unionsfraktionschef Jens Spahn forderte deswegen weitergehende Entlastungen für Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen. "Diese Haushalte sollten als Gasbasisbedarf mindestens die ersten 5000 Kilowattstunden für einen gesetzlichen Fixpreis von 6,5 Cent pro Kilowattstunde erhalten", sagte der CDU-Politiker der dpa. Eine Ausweitung des Wohngeldes reiche nicht, da davon zu wenige profitierten.


    Zur Preisentwicklung sagte Müller: "Wenn ich mir jetzt angucke, welche Entwicklung es mit Beginn des Krieges gegeben hat, dann bin ich rein rechnerisch bei einer Verdreifachung im Vergleich zu vor diesem Zeitpunkt." Wie sich der Preis entwickeln werde, hänge auch von Bürgern und Unternehmen ab. "Je stärker es Deutschland gelingt, den privaten und industriellen Gasverbrauch zu reduzieren, desto eher haben wir eine Chance, von diesem wahnsinnigen Preisniveau herunterzukommen", sagte Müller. "Das gelingt uns nur, indem wir die Verbräuche richtig reduzieren - es liegt in unseren Händen, das zu tun."


    Die entscheidende Frage sei, wie man beim Thema Energiesparen die gesellschaftliche Unterstützung bekomme. "Ich möchte den Menschen reinen Wein einschenken und sagen: Die Preise sind hart", sagte Müller. "Auch wenn euch die Solidarität mit der Industrie nicht so wichtig ist, dann tut alles dafür, um eure Kosten zu reduzieren, die auf euch zukommen." Die Kernbotschaft sei, dass jeder etwas tun könne. "Zumindest in den Möglichkeiten, die ich als Mieterin und Mieter oder als Hausbesitzer habe."


    Russland liefert nach einer Wartung zwar seit Donnerstag wieder Gas über die Ostseepipeline Nord Stream 1, aber viel weniger als technisch möglich. Nach Einschätzung des Behördenchefs wird die Unsicherheit, ob Russland weiter Gas liefert, fortbestehen. Es gebe keine Entwarnung.


    Müller betonte zudem, dass es nicht nur um den kommenden Winter gehe, sondern auch um den darauffolgenden. Es nütze "gar nichts, wenn wir die Speicher so weit runterdrücken würden, dass wir zwar in diesem Winter keine Abschaltungen vornehmen mussten, aber wir fast zwangsläufig in eine Mangellage im Winter 23/24 hineinlaufen".


    Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, die deutschen Gasspeicher bis zum 1. November zu mindestens 95 Prozent zu füllen. Das Einspeichern hat sich aber verlangsamt: Nach Zahlen des europäischen Gasinfrastrukturverbandes GIE stieg der Füllstand zuletzt nur noch um 0,1 Punkte auf 65,3 Prozent - obwohl eingeschränkt Gas aus Russland kommt.


    Die Wirtschaft signalisierte ihre Bereitschaft für weitere Sparmassnahmen, fordert aber die Rahmenbedingungen dafür. Verordnungen und Regeln zum Arbeitsschutz müssten umgehend angepasst werden, sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Steffen Kampeter, der dpa. Das betreffe besonders Fragen zu Raumtemperaturen im Winter und im Sommer. "Hier lässt sich viel Energie einsparen - was natürlich nicht heisst, dass unsere Beschäftigten bald im Kalten arbeiten."/wdw/DP/he


    (AWP)

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  • Österreich will einen für Bayern wichtigen Gasspeicher anzapfen


    Die österreichische Bundesregierung will nach einem Zeitungsbericht einen für die Versorgung Bayerns wichtigen Gasspeicher schnell anzapfen. "Wir haben beschlossen, dass alle Gasspeicher auf österreichischem Staatsgebiet an unser Netz angeschlossen werden müssen", sagte die österreichische Klimaschutz- und Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) der "Süddeutschen Zeitung" (Montagsausgabe).


    24.07.2022 19:14


    Das betreffe auch den Gasspeicher in Haidach bei Salzburg, der bislang nur an das deutsche Gasnetz angeschlossen war und vor allem Bayerns Haushalte und Industrieunternehmen mit Gas versorgte. Dieser Beschluss sei rechtskräftig, betonte die Ministerin. Haidach ist einer der grössten Untertage-Erdgasspeicher Europas.


    Sie erwarte, dass ein erster Anschluss in Haidach an das österreichische Gasnetz noch in diesem Jahr erfolgen werde. "Die Speicher sind unser zentraler Sicherheitspuffer für den Winter", betonte Gewessler. Sie seien derzeit zu 50 Prozent gefüllt./rbe/DP/he


    (AWP)

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  • Von der Leyen warnt Kritiker von Notfallplänen für Gaskrise


    Die Energieminister der EU-Staaten kommen in dieser Woche zu einem Sondertreffen zur Gaskrise zusammen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen richtet kurz zuvor einen Appell an Kritiker ihrer Notfallpläne.


    25.07.2022 06:43


    Sie dringt darauf, dass sich auch Länder mit geringer Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen an Einsparanstrengungen beteiligen. "Auch Mitgliedstaaten, die kaum russisches Gas beziehen, können sich den Folgen eines möglichen Lieferstopps in unserem Binnenmarkt nicht entziehen", sagte sie der Nachrichtenagentur DPA kurz vor einem Sondertreffen der Energieminister am kommenden Dienstag. Die Volkswirtschaften in der EU seien eng miteinander verwoben. Eine Gaskrise beträfe in der einen oder anderen Form jeden Mitgliedstaat.


    "Deshalb ist es wichtig, dass alle Mitgliedstaaten die Nachfrage drosseln, dass alle mehr speichern und mit denjenigen Mitgliedern teilen, die stärker betroffen sind", ergänzte von der Leyen. Energiesolidarität sei ein Grundprinzip der europäischen Verträge.


    Unter anderem Spanien und Portugal hatten kritisch zu einem Vorschlag der EU-Kommission für einen Gas-Notfallplan geäussert. Die Regierung Portugals könne den Vorschlag überhaupt nicht akzeptieren, weil dieser "unhaltbar" sei, erklärte der Staatssekretär für Umwelt und Energie, João Galamba, im Gespräch mit der Zeitung "Público". "Wir konsumieren Gas aus absoluter Notwendigkeit", versicherte er.


    Bereits am Mittwoch hatte die spanische Ministerin für Ökologischen Wandel, Teresa Ribera, geklagt: "Wir können doch keine Opfer bringen, über die wir nicht gefragt worden sind." Sie betonte: "Im Gegensatz zu anderen Ländern haben wir Spanier in Sachen Energieverbrauch nicht über unsere Verhältnisse gelebt."


    Konkret sieht der Plan der EU-Kommission vor, dass alle EU-Staaten freiwillig alle erforderlichen Anstrengungen unternehmen, um ihren Gasverbrauch zwischen dem 1. August 2022 und dem 31. März 2023 um mindestens 15 Prozent zu verringern. Vergleichswert wäre dabei der Durchschnittskonsum im gleichen Zeitraum der vergangenen fünf Jahre.


    Im Fall eines echten Gasnotstandes soll eine Drosselung des Konsums zudem auch angeordnet werden können. Eine unzureichende Vorbereitung auf einen russischen Lieferstopp könnte nach Einschätzung der EU-Kommission einen Einbruch der Wirtschaftsleistung um im Durchschnitt 0,9 bis 1,5 Prozent nach sich ziehen.


    "Inzwischen liefert Russland in zwölf Mitgliedstaaten nur noch teilweise oder gar nicht mehr Gas", sagte von der Leyen der DPA. "Deswegen muss Europa für den schlimmsten Fall vorbereitet sein: einen vollständigen Stopp der Gaslieferungen, früher oder später." Je schneller man handele, desto mehr spare man - und desto sicherer sei man.


    Die Vorschläge der Kommission sind am Dienstag Thema eines Sondertreffens der Energieminister der EU-Staaten in Brüssel. Von der Leyen äusserte sich zuversichtlich, dass sie breite Zustimmung finden. Es gehe darum, ein Sicherheitsnetz für alle zu knüpfen, damit man es sicher durch die beiden nächsten Winter schaffe.


    (AWP)

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  • Europäischer Gaspreis steigt deutlich - Russland reduziert Lieferungen


    Die Ankündigung von niedrigeren Lieferungen durch Russland hat den Erdgas-Preis deutlich steigen lassen. Am Montag stieg der als richtungweisend geltende Terminkontrakt TTF an der Energiebörse in den Niederlanden bis auf 175 Euro je Megawattstunde. Das ist ein Plus von 7,7 Prozent gegenüber Freitag.


    25.07.2022 17:31


    Der russische Gaskonzern Gazprom senkt die Lieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 weiter. Vom 27. Juli um 6.00 Uhr MESZ an werden laut Unternehmensangaben noch 20 Prozent oder 33 Millionen Kubikmeter Gas täglich durch die wichtigste Versorgungsleitung nach Deutschland fliessen. Grund sei die Reparatur einer weiteren Turbine. Die Europäische Union und vor allem Deutschland sind stark abhängig von russischem Gas. An den Märkten wird ein vollständiges Ende der Gaslieferungen befürchtet, was die europäische Wirtschaft stark belasten würde.


    Erst am Donnerstag waren die Gaslieferungen über die derzeit wichtigste Verbindung nach Deutschland für russisches Erdgas nach einer zehntägigen Routinewartung wieder aufgenommen worden. Bereits im Juni hatte Gazprom die Lieferungen über die Pipeline auf 40 Prozent der Maximalkapazität gedrosselt und auf die zur Reparatur nach Kanada verschickte Turbine verwiesen. Die Bundesregierung hält dies für einen Vorwand./jsl/he


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  • Polen gegen Sparverpflichtung beim Gasverbrauch


    Polen spricht sich gegen den EU-Vorschlag zum verpflichtenden Einsparen von 15 Prozent des Gasverbrauchs aus. "Wir können über freiwillige Mechanismen sprechen, wir können über Einsparungen in den einzelnen Ländern sprechen", sagte die Umwelt- und Klimaministerin Anna Moskwa am Montag in Warschau. Aber es sei schwierig, einem pauschalen Einsparziel zuzustimmen, "ohne zu wissen, wie der kommende Winter aussehen wird".


    25.07.2022 18:11


    Polen sei für Gespräche mit anderen EU-Staaten über die Gasversorgung offen, auch mit Deutschland, sagte Moskwa. Es müsse aber um freiwillige Lösungen gehen. Die Ministerin betonte nach Angaben der Agentur PAP, dass die Gasspeicher in Polen "bereits jetzt voll sind".


    Die EU-Kommission hatte vergangene Woche vorgeschlagen, dass die Mitgliedsstaaten sich ein Sparziel von 15 Prozent vornehmen. Im Fall eines echten Gasnotstandes soll aber eine Drosselung des Konsums angeordnet werden können. Hintergrund des Energiemangels ist der russische Krieg gegen die Ukraine. Die EU-Energieminister wollen am Dienstag in Brüssel über den Vorschlag der Kommission beraten./fko/DP/nas


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  • Kreise: EU-Staaten verständigen sich auf Notfallplan zum Gassparen


    Vertreter von EU-Staaten haben sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auf einen Notfallplan zur Senkung des Gaskonsums verständigt. Er soll an diesem Dienstag bei einem Sondertreffen der Energieminister in Brüssel offiziell bestätigt werden und die Risiken reduzieren, die sich aus einer vollständigen Unterbrechung russischer Gaslieferungen ergeben könnten./aha/DP/zb


    26.07.2022 06:32


    (AWP)

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  • Geplante Gas-Umlage ab Oktober bis 2024


    Die geplante Umlage für alle Gaskunden soll voraussichtlich ab dem 1. Oktober gelten. Wie stark der Gaspreis für die Verbraucher damit zusätzlich steigt, bleibt aber noch eine Weile offen. Die Höhe der Umlage solle bis Ende August im Internet veröffentlicht werden, verlautete am Donnerstag aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums. Sie hänge davon ab, welche Ausgleichsansprüche die Gasimporteure geltend machten.


    28.07.2022 09:36


    Kanzler Olaf Scholz hatte in der vergangenen Woche eine Erhöhung der Gaspreise um 2 Cent pro Kilowattstunde angedeutet und von zusätzlichen Belastungen von jährlich 200 oder 300 Euro für eine vierköpfige Familie gesprochen. Die Umlage soll eineinhalb Jahre, also bis Ende März 2024 gelten.


    Über die Umlage sollen Gasversorger die stark gestiegenen Einkaufspreise wegen der Drosselung russischer Lieferungen an alle Gasverbraucher weitergeben können. Etwa die Hälfte aller Wohnungen in Deutschland wird mit Gas beheizt./tam/DP/ngu


    (AWP)

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  • Wirtschaftsminister Habeck: Grösste Energiekrise in Deutschland


    Wirtschaftsminister Robert Habeck hat von der "grössten Energiekrise" in Deutschland gesprochen. Grund sei die politisch gewollte und wirtschaftlich entstandene Abhängigkeit von russischem Gas, sagte Habeck am Donnerstag nach einem Besuch des Energieparks Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt. "Wir lösen uns aus dieser Abhängigkeit in Windeseile."


    28.07.2022 12:30


    Russland hatte Lieferungen durch die Gaspipeline Nord Stream 1 weiter gedrosselt. Habeck sagte, es habe Jahrzehnte gedauert, Deutschland in diese Abhängigkeit zu führen. "Innerhalb von Monaten und wenigen Jahren sorgen wir dafür, dass wir diese Abhängigkeit überwinden." So gebe es eine grosse Dynamik bei der Nachfrage nach Wasserstoff, bei der Forschung an Wasserstoff und den Ausbau von erneuerbaren Energien für die Wasserstoffproduktion. "Das ist die Zukunft." Zunächst müssten aber dieser und der kommende Winter überstanden werden.


    Habeck unternimmt bis Freitag eine zweitägige Reise nach Sachsen-Anhalt, Bayern und Thüringen. Auf dem Programm stehen Besuche von Unternehmen. Am Donnerstagabend will sich der Minister bei einem öffentlichen Gespräch in Bayreuth den Fragen von Bürgerinnen und Bürgern stellen./tam/DP/zb


    (AWP)

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  • Bundesrätin Sommaruga: Schweiz sollte sich bei Gas mit der EU abgleichen


    Die EU-Staaten haben sich auf einen Plan zur Drosselung des Gas-Verbrauches verständigt. Nach Auffassung von Energieministerin Simonetta Sommaruga sollte sich die Schweiz auf die EU abstimmen.


    29.07.2022 07:13


    "Wir werden, gerade wenn es ganz schwierig wird, ganz eng zusammenarbeiten müssen", sagte Sommaruga am Donnerstag in der Sendung "10vor10" des Schweizer Fernsehens. Die Schweiz sei im Winter auf Importstrom abgewiesen und habe alles Interesse, sich mit der EU gut abzustimmen.


    Bundesrat wird entscheiden


    Zur Frage, ob die Schweiz wie die EU-Länder von August bis März 15 Prozent Gas einsparen solle, sagte Sommaruga: "Das wird der Bundesrat entscheiden." Es sei wichtig, der EU zu zeigen, dass auch die Schweiz einen Beitrag leiste.


    Klären muss der Bundesrat laut Sommaruga auch, ob er Unternehmen, die etwa wegen der Umstellung von Gas auf Öl mehr CO2 ausstossen, entgegenkommen soll. "Für die Energieversorgungssicherheit für den Winter müssen ganz viele Staaten Dinge tun, die sie eigentlich lieber nicht tun würden", sagte sie.


    Zusammen mit Wirtschaft und Industrie bereite der Bund eine öffentliche Kampagne zum Energiesparen vor, so die Energieministerin. Diese solle zeigen, was jeder und jede im Hinblick auf Herbst und Winter zum Sparen beitragen könne. Wegen der gestiegenen Energiepreise sei Energiesparen im Interesse aller.


    Notfallplan in der EU


    Am Dienstag verständigten sich die EU-Staaten auf einen Notfallplan zur sofortigen Drosselung des Gasverbrauchs, für den Fall, dass Russland seine Gaslieferungen stoppen sollte. Die Einigung sieht vor, den nationalen Konsum im Zeitraum vom 1. August 2022 bis zum 31. März 2023 freiwillig um 15 Prozent zu senken.


    Zudem soll die Möglichkeit geschaffen werden, bei weitreichenden Versorgungsengpässen einen Unionsalarm auszulösen und verbindliche Einsparziele vorzugeben. Darauf einigten sich die Energieminister auf einem Sondertreffen.


    (AWP)

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  • Briten bekommen 400 Pfund Rabatt auf Energierechnungen


    Angesichts explodierender Preise für Strom und Gas in Grossbritannien erhalten Verbraucher in den Wintermonaten Rabatte auf ihre Energierechnungen. Im Oktober und November würden jeweils 66 Pfund (79 Euro) abgezogen, von Dezember bis März dann je 67 Pfund, teilte die Regierung in London am Freitag mit. Demnach gilt die Regelung für alle 29 Millionen Haushalte im Land.


    29.07.2022 10:57


    "Keine Regierung kann die globalen Gaspreise kontrollieren, aber wir haben eine Verantwortung, einzugreifen, wo wir können", sagte Wirtschaftsminister Kwasi Kwarteng. "Dieser erhebliche Rabatt von 400 Pfund auf Energierechnungen, den wir gewähren, wird Millionen von Familien in den kälteren Monaten helfen." Zudem sollen Haushalte mit niedrigen Einkommen weitere Hilfen erhalten.


    Die Massnahme war im Mai angekündigt worden. Damit reagierte die Regierung auf eine deutliche Erhöhung der durchschnittlichen Jahresrechnung im Grundtarif sowie Vorhersagen, dass die Kosten im Oktober erneut deutlich auf 2800 Pfund je Haushalt steigen würden. Diese Schätzungen sind längst überholt. Wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine rechnen Analysten mit einem Anstieg auf 3420 Pfund und einer weiteren deutlichen Erhöhung im Januar.


    Der Energieanbieter Centrica rief die Regierung zu stärkerer Unterstützung der Verbraucher auf. Die Mutter des wichtigen Versorgers British Gas hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass sich der Gewinn im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr verfünffacht habe und zahlt erstmals nach Jahren wieder eine Dividende. Centrica-Chef Chris O'Shea verteidigte die Entscheidung. Wegen einer Sondersteuer auf Öl- und Gasgeschäfte werde das Unternehmen in den kommenden Jahren mehr als 600 Millionen Pfund für Steuern ausgeben, sagte er. Auch der Energiegigant Shell verkündete einen deutlichen Gewinn. Die Chefin des Gewerkschaftsbundes TUC, Frances O'Grady, nannte die Milliardeneinnahmen eine Beleidigung für Verbraucher./bvi/DP/zb


    (AWP)

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  • Spanien spart Energie: Klimaanlagen runter, Lichter aus, Türen zu


    Die spanische Regierung hat wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine "dringende Massnahmen" zur Einsparung und zur effizienteren Nutzung von Energie beschlossen. Alle Gebäude des öffentlichen Sektors, aber auch Kaufhäuser, Kinos, Arbeitsstätten, Hotels, Bahnhöfe und Flughäfen werden künftig ihre Räumlichkeiten im Sommer auf nicht weniger als 27 Grad abkühlen und im Winter auf höchstens 19 Grad beheizen dürfen. Das sei auf der wöchentlichen Kabinettssitzung in Madrid beschlossen worden, erklärte am Montagabend die Ministerin für Ökologischen Wandel, Teresa Ribera.


    02.08.2022 06:35


    Die Massnahmen des königlichen Dekrets müssen nach Angaben Riberas spätestens nach einer einwöchigen "Anpassungsperiode" nach Veröffentlichung im Amtsblatt umgesetzt werden. Sie sollen bis zum 1. November 2023 in Kraft bleiben. Es handele sich um ein erstes Massnahmenpaket, das in einer "kritischen Lage" nötig sei. Europa benötige die Hilfe Spaniens. "Es ist an der Zeit, solidarisch zu sein", betonte die Ministerin der linksgerichteten Regierung.


    Neben anderen Massnahmen müssen Läden und Betriebe mit automatischen Systemen, die bis zum 30. September installiert sein müssen, ihre Türen geschlossen halten, um je nach Jahreszeit das Entweichen von Wärme oder kühler Luft zu vermeiden. Die Beleuchtung von nicht benutzen Büros, von Schaufenstern und Denkmälern muss ausserdem nach 22 Uhr ausgeschaltet werden. Überprüfungen der Energieeffizienz von bestimmten Gebäuden sollen vorgezogen werden. Die Privatwirtschaft rief Ribera dazu auf, das Arbeiten im Homeoffice zu verstärken.


    Mit diesen und mit weiteren Massnahmen, die nach der Sommerpause beschlossen werden sollen, will Spanien die vom Land im Rahmen des in der vorigen Wochen vereinbarten europäischen Notfallplans eingegangenen Verpflichtungen einhalten. Das Land soll den Gaskonsum um sieben Prozent reduzieren. Spanien hatte sich wie andere EU-Länder dem Notfallplan zunächst widersetzt, das Vorhaben nach Zugeständnissen aber am Ende gebilligt./er/DP/zb


    (AWP)

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