Energiekrise 2.0.2.X

  • Niederlande rufen Gaskrise aus: Mehr Energie aus Kohlekraftwerken


    Angesichts des Gaslieferstopps aus Russland kurbeln die Niederlande die Produktion der Kohlekraftwerke erneut an. Das Land befinde sich in der ersten Phase einer Gaskrise, warnte Energieminister Rob Jetten am Montag in Den Haag. Es gebe zwar noch keinerlei Engpässe. Doch durch Russlands Entscheidung, die Gaslieferungen in europäische Länder zu stoppen oder stark zu reduzieren, könne sich die Lage schnell verschlechtern. Der Minister rief Bürger und Betriebe dringend auf, so viel Energie wie möglich zu sparen.


    20.06.2022 18:46


    Angesichts der Klimakrise war die Produktion der Kohlekraftwerke auf 35 Prozent reduziert worden. Ab sofort sollen die Kraftwerke bis 2024 erneut auf voller Kraft laufen. Das Gas, das dadurch gespart würde, soll für den Winter gelagert werden. Die Regierung werde alles tun, um die Energieversorgung von Bürgern und Betrieben zu sichern. "Das Risiko von Nichtstun ist zu gross", sagte Jetten.


    Erwartet wird, dass der CO2-Ausstoss durch Kohle steigen wird. Der Energieminister kündigte neue Massnahmen an, um den Ausstoss der Klima-Schadstoffe in anderen Sektoren zu reduzieren.


    Die Niederlande wollen vorerst nicht die Produktion aus den eigenen Gasfeldern in Groningen im Nordosten wieder ankurbeln. Wegen zahlreicher Erdbeben war die Produktion stark reduziert worden und soll ab 2023 stoppen. Erst "als allerletztes Mittel" werde daran gedacht, erneut mehr Groninger Gas zu fördern, sagte der Minister. Eine solche Krise könnte bei grossen Engpässen im eigenen Land entstehen, aber auch wenn etwa die Versorgung in Deutschland problematisch werde.


    Russland hatte bereits im Mai die Lieferung von Gas an die Niederlande gestoppt. Das führte jedoch bisher nicht zu Engpässen. Das Land deckte etwa 15 Prozent seines Gasbedarfs aus Russland.


    Auch in Deutschland soll den Einsatz von Gas für Stromerzeugung und Industrie gesenkt werden, und es sollen mehr Kohlekraftwerke zum Einsatz kommen./ab/DP/ngu


    (AWP)

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  • Bundesrätin Sommaruga rechnet mit Gasmangel in Winter


    Wegen abnehmender Gas-Importe aus Russland rechnet Energieministerin Simonetta Sommaruga mit Engpässen im kommenden Winter. Beim Strom sehe es etwas besser aus, weil die Schweiz eine gute Stromproduktion habe.


    03.07.2022 09:15


    Der Bundesrat habe zwar so gut wie möglich vorgesorgt, sagte Sommaruga in einem Interview mit der "SonntagsZeitung". Aber die Schweiz sei keine Insel. Es könne niemand garantieren, dass immer für alle genügend Gas vorhanden sei.


    In der Schweiz heizten heute rund 300'000 Haushalte mit Gas. Sollte es zu einem Mangel beim Gas und beim Strom kommen, werde zuerst die Energie im Gewerbe und in der Industrie rationiert. Die Haushalte wolle der Bundesrat am längsten schonen.


    Von Gas-Abhängigkeit wegkommen


    Die Schweiz müsse so schnell wie möglich von der Gasabhängigkeit wegkommen. Wer jetzt noch seine Gasheizungen ersetzen könne, solle das tun. Bei den Wärmepumpen und den Pellet-Heizungen gebe es neue Rekordzahlen. Und es würden weiterhin viele neue Solaranlagen gebaut.


    Zum Glück habe die Schweiz eine gute Stromproduktion. Es sei immer ihr Anliegen gewesen, mehr einheimischen Strom zu produzieren. Wegen des Ukraine-Krieges könne ein Strom-Mangel aber nicht ausgeschlossen werden, weil der Gasmarkt eng mit dem Strommarkt verflochten sei.


    Die Energieministerin ruft deshalb die Kantone auf, noch mehr in den Ausbau von Solarstrom, Biogas sowie Wind- und Wasserkraftwerke zu investieren. Um die Versorgungssicherheit zu stärken, habe der Bundesrat beschlossen, auf den kommenden Winter eine Wasserkraftreserve zu schaffen.


    Sommaruga hat sich bei der Stromproduktion zu Abstrichen beim Natur- und Landschaftsschutz bereit erklärt. Angesichts der drohenden Stromlücke könne man es sich nicht mehr leisten, 20 Jahre zu warten, bis eine Staumauer erhöht werden könne, sagte sie an der Sommertagung der SP in Biel. Sie sei keinesfalls der Meinung, dass man den ganzen Natur- und Landschaftsschutz aufgeben müsse, sagte Sommaruga am Samstag laut Mitschnitt von Radio SRF zu ihren sozialdemokratischen Parteigenossinnen und -genossen.


    Die Schweiz werde aber massiv mehr Strom brauchen. Das bedeute, dass man Hand bieten müsse zu Projekten, die einen grossen Nutzen brächten und bei denen man den Schaden für die Landschaft möglichst tief zu halten versuche. "Anders wird es nicht gehen", sagte Sommaruga.


    Bisher keine Abstriche bei Naturschutz


    Um die Abhängigkeit vom Ausland zu senken, die inländische Stromproduktion zu erhöhen und den Ausbau der erneuerbaren Energie zu beschleunigen, hatte Sommaruga als Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) bereits eine Revision des Energiegesetzes in die Vernehmlassung gegeben. Es sah beschleunigte Verfahren für grosse Wind- und Wasserkraftanlagen vor.


    Vor allem bürgerliche Parteien kritisierten an der Vernehmlassungsvorlage, dass diese die Einsprachemöglichkeiten der Natur- und Umweltverbände nicht beschneide und die sogenannte Güterabwägung zwischen Natur- und Landschaftsschutz auf der einen und der Stromproduktion auf der anderen Seite unangetastet lasse.


    (AWP)

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  • Deutschland will Preisexplosion beim Gas durch Staatshilfe verhindern


    (Zusammenfassung) - Angesichts der Verschärfung der Gaskrise in Deutschland will die Bundesregierung eine Preisexplosion für Millionen von Kunden verhindern. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) stellte am Sonntag staatliche Stützungsmassnahmen für in Not geratene Gasversorger in Aussicht.


    03.07.2022 16:05


    Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte am Samstagabend bei einer Veranstaltung der "Zeit" vor einer möglichen "Preisexplosion" bei einigen Stadtwerken gewarnt. Niemand wisse, ob Russlands Präsident Wladimir Putin die Gaslieferungen nach Deutschland wirklich stoppe. Man habe es vor dem Hintergrund des russischen Überfalls auf die Ukraine mit "einer quasi wirtschaftskriegerischen Auseinandersetzung" zu tun.


    Russland hatte die Lieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 bereits stark gedrosselt. Dadurch geriet der Gasimporteur Uniper in Turbulenzen und rief nach Staatshilfen. In ein paar Tagen starten die jährlichen Wartungsarbeiten an Nord Stream 1. In der Regel fliesst dann für zehn Tage kein Gas. Die Befürchtung ist nun, dass Russland diesmal den Gashahn nicht wieder aufdreht.


    Scholz sagte im ARD-Sommerinterview auf die Frage, ob dann eher Gasversorgern oder Verbraucherinnen und Verbrauchern geholfen werden solle: "Ich glaube, dass es wichtig ist, dass man auf beiden Feldern aktiv ist." Staatliche Kredite an Versorger trügen bereits dazu bei, "dass die Preise noch nicht durchgeschlagen sind".


    Mit Blick auf den in Not geratenen grössten deutschen Gasimporteur Uniper sagte Scholz: "Wir prüfen jetzt mit dem Unternehmen zusammen, was man tun kann." Scholz verwies auf die Lufthansa , die in der Corona-Krise mit Regierung und EU-Kommission ein neun Milliarden Euro schweres Rettungspaket ausgehandelt hatte. Nun werde diskutiert, was das Beste sei, um sicherzustellen, dass die Gasversorgung nicht leide, weil ein wichtiges Unternehmen sein Geschäft nicht fortsetzen könne.


    Habeck sagte, bei einigen Stadtwerken könne es zu einer "Preisexplosion" kommen. Dies könne eintreten, wenn Russland kein Gas mehr über Nord Stream liefert und der Bund es grossen Versorgern wie Uniper erlaubt, die Preise an ihre Kunden wie etwa Stadtwerke weiterzugeben. Unternehmen, die sehr viel russisches Gas eingeführt hätten, "haben ein echtes Problem", sagte Habeck. Sie müssten ihre Lieferverträge erfüllen und viel teurer Gas woanders einkaufen.


    Uniper spielt eine zentrale Rolle in der Energieversorgung und ist auch der grösste Betreiber von Erdgasspeichern in Deutschland. Das Ziel der Regierung sind fast volle Gasspeicher zu Beginn der Heizperiode, um für den Wegfall von Lieferungen gerüstet zu sein.


    Habeck erläuterte, die Preise ausserhalb der Verträge weiterzugeben, sei bereits im Energiesicherungsgesetz vorgesehen, mit dem in den 70er Jahren der sogenannte autofreie Sonntag eingeführt worden sei. Der Paragraf sei aber noch nicht aktiviert worden - denn dies sei "ein sehr, sehr scharfes Schwert".


    Das scharfe Schwert, von dem Habeck spricht, ist der bisherige Paragraf 24 aus dem Energiesicherungsgesetz. Das bestehende Gesetz ermöglicht ein "Preisanpassungsrecht" für Versorgungsunternehmen. Dazu muss die Bundesnetzagentur eine "erhebliche Reduzierung der Gesamtgasimportmengen nach Deutschland" formal festgestellt haben, was noch nicht geschehen ist. Wird der Mechanismus aktiviert, könnten Versorger ihre aktuellen Mehrkosten innerhalb von kurzer Zeit an ihre Kunden weitergeben. Dies könnte aber für Kunden sehr unterschiedliche Folgen haben, abhängig von welchem Versorger sie Gas bekommen.


    Um die Lasten gleichmässiger zu verteilen, arbeitet die Bundesregierung an einem Umlagesystem für alle Gaskunden. Die Ressortgespräche dazu dauerten am Wochenende an, wie die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Regierungskreisen erfuhr. Damit könne die Belastung "gleichmässiger" auf die Gesamtheit der Verbraucherinnen und Verbraucher verteilt werden, heisst es in einem der dpa vorliegenden Entwurf für eine Änderung des Energiesicherungsgesetzes.


    Die Städte warnten vor einer Gefahr für die Versorgungssicherheit in Deutschland. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, sagte der dpa, Bund und Länder müssten verhindern, dass kommunale Versorger ernsthaft in Schwierigkeiten geraten. Es seien überwiegend die Stadtwerke, von denen viele Haushalte Gas und Strom, Wasser oder Wärme beziehen. Der Bund müsse die kommunalen Versorger umgehend unter den Schutzschirm für Unternehmen stellen.


    Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) warnte vor einer Kettenreaktion, die die Stadtwerke erfassen könnte. Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing forderte in der "Rheinischen Post" Instrumente, um die Preisspirale zu dämpfen. Eigentlich gesunde Stadtwerke kämen sonst "schlimmstenfalls an den Rand der Insolvenz".


    Beim Gassparen setzt Habeck zunächst weiter auf Freiwilligkeit, wie er sagte. Falls Gassparen vorgeschrieben werden müsste, hänge dies auch von den Netzen ab. Es werde dann wahrscheinlich zu Lasten derjenigen Fabriken geregelt, die nicht in einem gemischten Netz hingen, das auch die geschützten Privathaushalte versorge.


    Im aktuellsten Lagebericht zur Gasversorgung der Bundesnetzagentur (Stand: Freitag) heisst es: "Die Lage ist angespannt und eine Verschlechterung der Situation kann nicht ausgeschlossen werden." Die Gasversorgung in Deutschland sei im Moment aber stabil. Die aktuellen Füllstände der Speicher in Deutschland lägen bei rund 61 Prozent. "Unternehmen und private Verbraucher müssen sich auf deutlich steigende Gaspreise einstellen." Es gelte, Gas zu sparen.


    Dem Präsidenten der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, zufolge würden im Falle eines russischen Gas-Lieferstopps Privathaushalte ebenso wie Krankenhäuser oder Pflegeheime besonders geschützt. Müssten Industriebetriebe von der Gasversorgung getrennt werden, "orientieren wir uns am betriebswirtschaftlichen Schaden, am volkswirtschaftlichen Schaden, an den sozialen Folgen und auch an den technischen Anforderungen des Gasnetzbetriebs", sagte Müller. Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) schliesst bei einem Gasnotstand eine Begrenzung des Warmwassers für private Haushalte nicht aus, wie er in der "Welt am Sonntag" deutlich machte./red/bw/hoe/DP/nas


    (AWP)

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  • Kasachstan bietet Europa Hilfe bei Energieversorgung an


    SULTAN (awp international) - Der Präsident der Ex-Sowjetrepublik Kasachstan in Zentralasien, Kassym-Schomart Tokajew, hat der EU Öl- und Gaslieferungen in Aussicht gestellt. "Kasachstan ist bereit, sein Kohlenwasserstoffpotenzial zu nutzen, um die Lage auf den Märkten der Welt und Europas zu stabilisieren", zitierte ihn sein Pressedienst nach einem Telefonat mit EU-Ratspräsident Charles Michel am Montag.


    04.07.2022 15:54


    Kasachstan könne eine Art "Pufferzone" bilden, um die Ungleichgewichte bei der Energieverteilung zwischen Ost und West sowie Nord und Süd auszugleichen, hiess es. Tokajew habe die EU in dem Zusammenhang dazu aufgerufen, alternative Transportkorridore auszubauen - unter anderem durch das Kaspische Meer. Damit könnten Rohstoffe unter Umgehung Russlands nach Europa geliefert werden.


    Das rohstoffreiche, autoritär geführte Kasachstan ist Teil der von Russland dominierten Eurasischen Wirtschaftsunion und des Militärblocks "Organisation des Vertrags für kollektive Sicherheit" (OVKS). Einheiten des OVKS wurden nach Unruhen in Kasachstan Anfang des Jahres in die Ex-Sowjetrepublik beordert und halfen der politischen Führung, die Lage zu ihren Gunsten zu stabilisieren. Allerdings gibt es in Kasachstan auch Bedenken gegen den Einfluss Moskaus. Die Kasachen fürchten etwa Gebietsansprüche der Russen auf den Norden ihres Landes.


    So hat sich Kasachstan auch in dem Ende Februar von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Angriffskrieg gegen die Ukraine nicht klar auf die Seite Russlands gestellt. Beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg erklärte Tokajew zudem während einer Podiumsdiskussion mit Putin, dass Kasachstan nicht Russlands Beispiel folgen werde, die ostukrainischen Separatistengebiete Luhansk und Donezk als unabhängige Staaten anzuerkennen./bal/DP/jha


    (AWP)

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  • Bauarbeiten für LNG-Terminal in Deutschland können beginnen


    Das staatliche Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg hat nach Angaben des Energiekonzerns Uniper grünes Licht für den vorzeitigen Baustart für Deutschlands erstes Flüssigerdgas-Terminal in Wilhelmshaven gegeben. "Die schnelle Erteilung der Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn zeigt, welche Bedeutung das LNG-Terminal in Wilhelmshaven für die Versorgungssicherheit des Landes hat", sagte Uniper-Chef Klaus-Dieter Maubach am Montag in Düsseldorf. "Das ist nicht selbstverständlich - vor allem zeigt es, was möglich ist, wenn die Gesellschaft, Industrie und Politik an einem Strang ziehen." Offizieller Baustart sei bereits am Montag (4. Juli).


    04.07.2022 16:44


    Über das schwimmende LNG-Terminal Wilhelmshaven sollen bis zu 7,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr umgeschlagen werden. Das entspreche etwa 8,5 Prozent des aktuellen deutschen Gasbedarfs pro Jahr. Der erste Rammschlag für das Projekt erfolgte am 5. Mai in Anwesenheit von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Angestrebt wird eine Inbetriebnahme im Winter 2022/2023. Umweltverbände äusserten starke Bedenken gegen das Projekt.


    "Wir sind sehr froh, dass es nun auch sichtbar losgeht", sagte der niedersächsische Umwelt- und Energieminister Olaf Lies (SPD). "Wir brauchen schnellstens Ersatz für russisches Gas und dafür sind wir im Norden bereit, Verantwortung zu übernehmen." Uniper hatte den Antrag für die erforderliche Genehmigung und auf Zulassung des vorzeitigen Beginns nach Bundes-Immissionsschutzgesetz Anfang Juni beim Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg eingereicht./hr/DP/jha


    (AWP)

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  • Deutsche Regierung will 'Schutzschirm' für Energiefirmen schaffen


    (Ausführliche Fassung) - Die Bundesregierung will in der Gaskrise einen "Schutzschirm" für angeschlagene Energieunternehmen schaffen. Mit gesetzlichen Änderungen soll die Voraussetzung dafür geschaffen werden, dass sich der Bund an Firmen wie Uniper beteiligen kann. In der Corona-Krise hatte der Bund mit Milliardengeldern die Lufthansa gestützt und sich an dem Konzern beteiligt.


    04.07.2022 18:21


    Die Ministerien für Wirtschaft, Finanzen und das Bundeskanzleramt einigten sich grundsätzlich auf einen Entwurf, wie es am Montag aus Regierungskreisen hiess. Zuerst hatte der "Spiegel" darüber berichtet.


    Ein Entwurf zur Änderung des Energiesicherungsgesetzes lag auch der Deutschen Presse-Agentur vor. Darin geregelt sind Finanzhilfen bis hin zur Übernahme von Firmenanteilen, um die Pleite eines Gasversorgers abwenden zu können.


    Ziel sei es, den Handlungsspielraum der Bundesregierung zu erweitern, wie es aus Koalitionskreisen hiess. Die Ampel-Fraktionen sollen voraussichtlich am Dienstag zustimmen. Aus den Kreisen hiess es, mit vermutlich milliardenschweren Stabilisierungsmassnahmen für Unternehmen wie Uniper sollten drastische Preissprünge für Gaskunden verhindert werden.


    Im Entwurf heisst es, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sollten Stabilisierungsmassnahmen bei "Unternehmen der Kritischen Infrastruktur" durch den Bund erleichtert werden- das zielt auf Energieversorger. Solche Massnahmen kämen nur in Betracht, wenn sie von dem betroffenen Unternehmen beantragt werden.


    Russland hatte die Lieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 stark gedrosselt. Dadurch geriet Deutschlands grösster Importeur von russischem Erdgas, Uniper, in Turbulenzen und rief nach Staatshilfen. Wie Uniper mitgeteilt hatte, kommt dafür eine Reihe von Instrumenten in Frage - wie zum Beispiel Garantie- und Sicherheitsleistungen bis hin zu Beteiligungen in Form von Eigenkapital. Das bedeutet, der Staat würde bei Uniper einsteigen.


    Die Bundesregierung hatte bestätigt, mit Uniper über Stabilisierungsmassnahmen zu sprechen. Das Wirtschaftsministerium arbeitet nach Angaben einer Sprecherin "unter Hockdruck" an Lösungen. Eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte am Montag, Ziel sei es, sich für eine weiter angespannte Lage auf den Energiemärkten zu wappnen und den Instrumentenkasten zu füllen. Die Energiemärkte müssten funktionsfähig bleiben. Die Sprecherin wies darauf hin, Uniper habe einen bestehenden Kreditrahmen über die Staatsbank KfW über 2 Milliarden Euro noch nicht gezogen.


    Uniper spielt als grosser Gasimporteur eine zentrale Rolle für die deutsche Energieversorgung und beliefert viele Stadtwerke. Uniper kann aber derzeit Mehrkosten beim Einlauf von Gas nicht an die Kunden weitergeben - daraus entstünden signifikante finanzielle Belastungen, hatte das Unternehmen bekanntgegeben.


    Der Staat könnte nun Uniper finanziell unter die Arme greifen. Dies wurde in den Koalitionskreisen als erste Option bezeichnet. Die andere Möglichkeit wäre, dass die Gaskunden Preissprünge zahlen - dies könnte aber zu drastischen Preiserhöhungen für Verbraucher führen.


    Das bestehende Energiesicherheitsgesetz ermöglicht ein "Preisanpassungsrecht" für Versorgungsunternehmen. Dazu muss die Bundesnetzagentur eine "erhebliche Reduzierung der Gesamtgasimportmengen nach Deutschland" formal festgestellt haben, was noch nicht geschehen ist. Wird der Mechanismus aktiviert, könnten Versorger ihre aktuellen Mehrkosten innerhalb von kurzer Zeit an ihre Kunden weitergeben und zu grossen Preissprüngen führen.


    Habeck hatte vor einer möglichen "Preisexplosion" bei einigen Stadtwerken gewarnt. Um Preissprünge gerechter auf die Verbraucher zu verteilen, arbeitet die Bundesregierung deswegen an einem Umlagesystem. Damit könnten Belastungen gleichmässiger auf alle Verbraucher verteilt werden, wie es hiess.


    Die Probleme von Energieunternehmen könnten sich noch verschärfen, denn am 11. Juli beginnen jährliche Wartungsarbeiten von Nord Stream 1, die in der Regel zehn Tage dauern. Dann fliesst kein Gas durch die Pipeline. Die grosse Sorge ist, dass Russland nach der Wartung den Gashahn nicht wieder aufdreht. Vor einem solchen Totalsausfall russischer Gaslieferungen durch Nord Stream hatten Habeck und die Bundesnetzagentur gewarnt.


    Die Bundesnetzagentur schrieb am Montag in ihrem Lagebericht, die Gasversorgung in Deutschland sei im Moment aber stabil. Die Versorgungssicherheit in Deutschland sei weiter gewährleistet. Es werde weiterhin Gas eingespeichert. Die aktuellen Füllstände der Speicher in Deutschland liegen demnach bei 61,85 Prozent. Oberstes Ziel der Bundesregierung ist es, das die Speicher zu Beginn der Heizperiode im Herbst fast voll sind.


    Um angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und einem möglichen Ausfall von Lieferungen weniger abhängig von russischem Gas zu sein, soll ausserdem der Gasverbrauch vor allem in der Industrie sinken. Dafür sollen auch mehr Kohlekraftwerke einspringen.


    Ausserdem soll mehr Flüssigerdgas (LNG) aus anderen Ländern importiert werden. Dazu sind zunächst schwimmende Terminals geplant. Das staatliche Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg gab nach Angaben von Uniper am Montag grünes Licht für den vorzeitigen Baustart für Deutschlands erstes Flüssigerdgas-Terminal in Wilhelmshaven. Über das schwimmende LNG-Terminal sollen bis zu 7,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr umgeschlagen werden. Das entspreche etwa 8,5 Prozent des aktuellen deutschen Gasbedarfs pro Jahr, hiess es. Angestrebt wird eine Inbetriebnahme im kommenden Winter./hoe/DP/jha


    (AWP)

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  • Europäischer Gaspreis steigt auf Viermonatshoch


    Die Furcht vor zunehmenden Angebotsengpässen hat die Gaspreise in Europa auf einen viermonatigen Höchststand getrieben. Am Dienstag stieg der als richtungsweisend geltende Terminkontrakt TTF an der Energiebörse in den Niederlanden bis auf rund 175 Euro je Megawattstunde. Das ist der höchste Stand seit März. Gegenüber dem Vortag ergibt sich ein Preisanstieg um etwa acht Prozent.


    05.07.2022 12:10


    Ausschlaggebend für die hohen Gaspreise bleibt das knappe Angebot an Erdgas. Russland hat seine Lieferungen über die Pipeline Nord Stream 1 in den vergangenen Wochen um etwa 60 Prozent reduziert. Russland begründet dies mit technischen Problemen, der Westen sieht dagegen eine politische Reaktion auf die scharfen Sanktionen, die der Westen wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine ergriffen hat.


    Zurzeit herrscht grosse Sorge vor, dass Russland die regelmässige Wartung von Nord Stream 1 nutzen könnte, um den Gashahn komplett abzudrehen. Die Wartung der Pipeline beginnt am 11. Juli und nimmt normalerweise knapp zwei Wochen in Anspruch.


    Ein weiteres Angebotsproblem könnte sich im Norden Europas ergeben: In Norwegen droht ein Streik der Öl- und Gas-Arbeiter, zur Produktionsbremse zu werden. Zurzeit sind offenbar noch keine grösseren Auswirkungen auf die Lieferungen ins europäische Ausland festzustellen. Sollte sich der Streik aber ausweiten oder länger andauern, dürfte sich das auch auf die Liefersituation auswirken.


    Die Volkswirte vom Bankhaus HSBC rechnen in einer Studie zwar nicht mit einem Totalausfall des russischen Erdgases. Sie gehen aber davon aus, dass Russland seine Lieferungen über Nord Stream 1 dauerhaft reduzieren werde. Da aus dem Gasmarkt nicht genügend Alternativen wie Flüssiggas (LNG) vorhanden sei, komme als Lösung nur eine Reduzierung der Nachfrage etwa über Rationierungen in Betracht, heisst es in einer Studie.


    Die Ökonomen hoben zudem ihre Preisprognosen für europäisches Gas deutlich an. Die Gaseinnahmen Russlands dürften derweil nicht fallen, sondern sogar steigen, erwarten die HSBC-Volkswirte. Der Grund: Die geringeren Liefermengen würden durch die höheren Preise mehr als ausgeglichen./bgf/jsl/mis


    (AWP)

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  • Gas-Pipeline Nord Stream 1 wird Montag für Wartung abgeschaltet


    Die zuletzt wichtigste Verbindung für russisches Erdgas nach Deutschland wird am Montagmorgen abgeschaltet. Grund sind jährlich wiederkehrende Wartungsarbeiten an der Ostseepipeline Nord Stream 1, die der Betreiber bereits vor längerer Zeit angekündigt hatte.


    10.07.2022 08:59


    Unter anderem der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat akute Bedenken geäussert, dass Russland den Gashahn auch nach Abschluss der Wartung nicht mehr aufdrehen könnte. Wie die Betreibergesellschaft Nord Stream AG mitteilte, sollen die Arbeiten bis zum 21. Juli dauern. In dieser Zeit werde kein Gas nach Deutschland befördert.


    Das russische Staatsunternehmen Gazprom hatte im Juni bereits die Liefermenge durch die mehr als 1200 Kilometer lange Pipeline von Russland nach Mecklenburg-Vorpommern deutlich gedrosselt - und das auch mit dem Fehlen einer Turbine begründet. Derzeit wird die Leitung laut Bundesnetzagentur nur zu etwa 40 Prozent ausgelastet.


    Versorgung gefährdet


    Auch russische Gaslieferungen über andere Leitungen nach Deutschland waren zuletzt zurückgegangen. Gleichzeitig erhalten mehrere europäische Staaten bereits kein Gas mehr aus Russland. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine Ende Februar gilt die Versorgung Europas mit Gas aus Russland als gefährdet.


    Angesetzt wurde die Dauer der Abschaltung von Nord Stream 1 vom Betreiber auf zehn Tage. Die Rede ist von einer Überprüfung und gegebenenfalls Instandsetzung oder Kalibrierung etwa der Stromversorgung, des Brand- und Gasschutzes sowie bestimmter Ventile. Auch Software-Updates würden vorgenommen. Die Offshore-Pipelines blieben weiter unter Druck. Entsprechende Arbeiten hätten in den vergangenen Jahren zwischen 10 und 14 Tagen gedauert. Sie wichen dabei aber auch teilweise von der angesetzten Frist ab.


    Laut der deutschen Bundesnetzagentur finden die Arbeiten nicht direkt an der Leitung, sondern an den Verdichterstationen statt, etwa in Lubmin. In Modellrechnungen geht die Behörde von bis zu 14 Tagen aus, hat dabei allerdings schon einen zeitlichen Puffer eingerechnet. Die Arbeiten sollten unter normalen Umständen aber im geplanten Zeitraum fertiggestellt werden können. Eine dauerhafte Abschaltung könnte laut Modellen der Behörde unter Umständen zu einem Gasmangel in Deutschland im Winter führen.


    (AWP)

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  • Russland drosselt Gas-Lieferungen nach Italien


    Russland hat die Gaslieferungen nach Italien um etwa ein Drittel reduziert.


    11.07.2022 11:02


    Das habe der russische Staatskonzern Gazprom mitgeteilt, schrieb der teilstaatliche Energieversorger Italiens Eni am Montag. Statt wie gewohnt 32 Millionen Kubikmetern je Tag würden am Montag voraussichtlich 21 Millionen Kubikmeter je Tag geliefert. Sollte es zu "neuen und deutlichen Veränderungen" kommen, wollte Eni weitere Informationen bereitstellen.


    Seit dem Ausbruch des Angriffskrieges in der Ukraine will Italiens Regierung unter Ministerpräsident Mario Draghi unabhängig von russischen Gas-Lieferungen werden. Das Land mit fast 60 Millionen Einwohnern bezieht einen Grossteil seiner Gas-Importe aus Russland. Die italienische Regierung schloss deshalb neue Abkommen mit anderen Gas-Lieferanten, etwa Aserbaidschan, Katar und Algerien. Italien kaufte seitdem über seinen Gas-Netzbetreiber Snam ausserdem zwei Terminals für die Speicherung und Regasifizierung von Flüssiggas (LNG).


    (AWP)

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  • Deutsche Wirtschaft will im Winter Büro-Heizungen herunterdrehen


    Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat sich angesichts der Gaskrise dafür ausgesprochen, in Büros und Werkhallen vorgeschriebene Mindesttemperaturen herunterzusetzen.


    12.07.2022 06:32


    DIHK-Präsident Peter Adrian sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Jedes Grad zählt. In meiner Lagerhalle muss ich entweder 17 oder 19 Grad garantieren, je nachdem in welchem Ausmass dort gelegentlich auch Menschen arbeiten. Das geht vielleicht auch mit etwas weniger."


    Man könnte auch in Büros die Heizung leicht herunterdrehen. "Dann muss man sich gegebenenfalls ein bisschen wärmer anziehen." Eine Sprecherin des deutschen Arbeitsministeriums sagte, es prüfe Zusammen mit dem Wirtschaftsministerium Lösungsansätze.


    Dazu gehöre etwa, wie bei Eintreten eines Gasnotstands Zwänge zur Einsparung von Heizenergie mit den Anforderungen an den Gesundheitsschutz der Beschäftigten in Einklang gebracht werden könnten. Ein Gasnotstand hätte erhebliche Auswirkungen auf die Sicherstellung von Produktionsprozessen.


    Adrian sprach sich dafür aus, eine Vielzahl von Regelungen neu zu bewerten. "Dazu gehören auch Vorschriften, Werkstätten, Büros und selbst Lagerhallen auf bestimmte Temperaturen zu heizen. Die Werte schreibt die Arbeitsstättenverordnung vor, auch wenn die Menschen, die dort arbeiten, mit weniger auskommen wollen."


    (AWP)

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  • EU-Einstufung von Gas und Atom als klimafreundlich nimmt letzte Hürde


    Investitionen in bestimmte Gas- und Atomkraftwerke können in der EU wie erwartet ab Januar 2023 als klimafreundlich eingestuft werden. Am Montag lief um Mitternacht eine Frist für die EU-Länder aus, um das umstrittene Finanzvorhaben noch zu stoppen. In der vergangenen Woche hatte das EU-Parlament gebilligt, Atomkraft und Gas unter Auflagen in die sogenannte Taxonomie aufzunehmen. Das Klassifizierungssystem soll Unternehmen und Bürgern dabei helfen, klimafreundliche Projekte zu identifizieren und Geld dort zu investieren. Ziel ist es, den Kampf gegen Klimawandel voranzubringen. Umweltschützer hatten kritisiert, dass Gas- und Atomkraftwerke nicht umweltfreundlich seien.


    12.07.2022 06:34


    Im vergangenen Jahr wurde bereits entschieden, unter anderem die Stromproduktion mit Solarpaneelen, Wasserkraft oder Windkraft als klimafreundlich einzustufen. Zudem wurden Kriterien für zahlreiche andere Wirtschaftsbereiche festgelegt. Unter dem Druck einiger Mitgliedstaaten schlug die für Gesetzesvorschläge zuständige EU-Kommission dann Ende vergangenen Jahres vor, dass auch Geldanlagen in Gas- und Atomkraftwerke unter bestimmten Bedingungen als klimafreundlich gelten sollen.


    Eine entscheidende Rolle spielte dabei Frankreich, das in der Atomkraft eine Schlüsseltechnologie für eine CO2-freie Wirtschaft sieht und die Technik gerne auch weiter in andere Länder exportieren will. Deutschland setzte sich im Gegenzug für ein grünes Label für Gas als Übergangstechnologie ein. Umweltschützer hatten das Vorhaben stark kritisiert, da Treibhausgase ausgestossen werden, wenn Energie mit Erdgas erzeugt wird und bei Atomkraft der radioaktive Abfall und mögliche Unfälle als problematisch gelten.


    Um den Vorschlag zu verhindern, hätten sich mindestens 20 EU-Staaten zusammenschliessen müssen, die mindestens 65 Prozent der Gesamtbevölkerung der EU vertreten. Das kam bis zum Fristende am Montag nicht zustande, auch weil viele Staaten an der Nutzung von Kernkraft interessiert sind. Sie erhoffen sich von der klimafreundlichen Einstufung, dass mehr Geld in den Ausbau von Atomkraftwerken fliesst. Der sogenannte Rechtsakt zur Taxonomie tritt nun am 1. Januar kommenden Jahres in Kraft. Länder wie Österreich sowie Umweltorganisationen planen, dagegen zu klagen./dub/DP/zb


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  • IEA warnt vor einem 'sehr schwierigen' Winter in Europa


    Die Internationale Energieagentur (IEA) sieht die europäischen Staaten in den kommenden Monaten vor einer ernsten Herausforderung bei der Öl- und Gasversorgung. "Dieser Winter wird in Europa sehr, sehr schwierig werden", warnte IEA-Direktor Fatih Birol am Dienstag auf einem Energieforum in Sydney. Die Energieversorgung sei eine grosse Sorge. "Das kann ernste Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben", sagte der Chef des Interessenverbands von westlichen Industriestaaten.


    12.07.2022 08:22


    Nach Einschätzung von Birol habe die Welt noch nie eine "so tiefgreifende und komplexe Energiekrise" erlebt. Der IEA-Direktor befürchtet, dass "wir das Schlimmste vielleicht noch nicht gesehen haben".


    Zuletzt hat sich die Sorge vor einer Energiekrise verstärkt, nachdem Russland die wichtige Gaspipeline Nord Stream 1 wegen routinemässigen Wartungsarbeiten geschlossen hat. Seit Montagmorgen fliesst kein Gas mehr durch die mehr als 1200 Kilometer lange Leitung nach Deutschland. Es gibt die Befürchtung, dass längerfristig kein Gas mehr durch die Leitung nach Deutschland strömen könnte.


    Mit Blick auf einen verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien, um die Abhängigkeit vom russischen Gas zu verringern, verwies Birol auf die Bedeutung Chinas. Die Volksrepublik kontrolliere etwa 80 Prozent der weltweiten Lieferkette für Solarenergie. Nach Einschätzung des IEA-Direktors dürfte sich dieser Anteil in den kommenden Jahren sogar noch weiter erhöhen./jkr/stk


    (AWP)

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  • Deutsche Städte rüsten sich für möglichen Gas-Krisenfall


    Angesichts einer möglicherweise drohenden Energie-Knappheit im Winter arbeiten die Städte an Krisenplänen und prüfen Massnahmen zum Einsparen von Gas, die jetzt schon umgesetzt werden sollen. "Klar ist dabei: Niemand soll im Winter frieren müssen", sagte die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Städtetages, Verena Göppert, der Deutschen Presse-Agentur. Sozialverbände forderten einen besseren Schutz für Mieter und Verbraucher, weil auf sie höhere Energiekosten zukommen dürften.


    12.07.2022 09:10


    Wartungsarbeiten an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 vergrössern derzeit die Sorge, dass Russland Gaslieferungen über die zuletzt wichtigste Verbindung nach Deutschland nach Abschluss der Arbeiten nicht wieder aufnehmen könnte. Dreht Russland den Gashahn zu, könnte es in der Heizperiode zu einer Gasmangellage kommen, die schwere Schäden für die Wirtschaft haben und Energie für Privathaushalte deutlich verteuern könnte. Die Wartung dauert in der Regel bis zu zehn Tage.


    "Falls Deutschland der Gashahn abgedreht wird, gehören Privathaushalte zu den besonders geschützten Kunden - bei ihnen würde also erst als Letztes Energie rationiert", sagte Verena Göppert vom Deutschen Städtetag. Noch besser wäre es, wenn die Gas-Vorräte reichen und Einschränkungen überhaupt nicht notwendig würden. Energie einzusparen sei in der aktuellen Situation eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Die Städte prüften daher aktuell viele kurzfristige Einsparmassnahmen. Sie "lassen etwa Beleuchtungen aus, verzichten auf warmes Wasser in öffentlichen Gebäuden, schalten Brunnen ab, temperieren Klimaanlagen und Badewasser anders".


    Zusätzlich erarbeiteten die Städten mit ihren Krisenstäben und den kommunalen Versorgern Krisenpläne für den Fall, dass der Bund die Notfallstufe Gas ausrufen und Gas rationiert werden sollte, hiess es vom Städtetag. Hierzu finde auch eine enge Abstimmung mit Bund, Ländern und der Bundesnetzagentur statt.


    Auf die Frage nach möglichen Vorkehrungen für eine Energie-Mangelsituation beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) teilte eine Sprecherin der dpa mit: "In Bezug auf Gas-Mangel sind die Fachleute im Bereich Kritische Infrastrukturen sehr wachsam und im ständigen Austausch mit der Bundesnetzagentur." Ziel sei es dabei, "die Lage genau bewerten zu können und wenn nötig Ableitungen für den Bevölkerungsschutz zu ziehen".


    Das noch im Aufbau befindliche Gemeinsame Kompetenzzentrum von Bund und Ländern beim BBK habe seinen ersten Arbeitsschwerpunkt auf die Erstellung eines einheitlichen Lagebildes gelegt. Auf dessen Grundlage wären dann Bewertungen und Entscheidungen möglich, sollte sich die Lage verschärfen.


    Der Sozialverband Deutschland (SoVD) forderte von der Bundesregierung umgehend ein Konzept, das den Menschen die Angst nehme, dass sie im Winter in einer kalten Wohnung sässen oder auf der Strasse landeten, weil sie ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen könnten. Menschen mit solch "existenziellen Ängsten" dürften nicht allein gelassen werden, erklärte Vizepräsidentin Ursula Engelen-Kefer. Der Sozialverband VdK fordert einen Kündigungsschutz für solche Härtefälle. Niemand dürfe im Herbst und Winter seine Wohnung verlieren, falls Heizkosten nicht mehr beglichen werden könnten, sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Dienstag).


    Auch die Fraktionschefin der Grünen, Britta Hasselmann, sieht die Notwendigkeit, insbesondere Geringverdienende in unsicheren Zeiten wie diesen rückzuversichern. Sie unterstützte den Vorschlag von Verbraucherschutzministerin Steffi Lemke, ein Moratorium für Gas- und Stromsperren bei Zahlungsverzug einzuführen, sollten die Energiepreise noch stärker steigen. Das, was wir jetzt gerade sehen, sind ja noch gar nicht die Engpässe, über die wir gerade sprechen", sagte Hasselmann in der ntv-Talkshow "#beisenherz". "Deshalb ist es ein wichtiges Signal, dass wir politisch zusagen, dass die Menschen, die wenig haben, sicher sein müssen, dass sie sich darauf verlassen können, dass sie eine Unterstützung bekommen für Strom und Wärme, wenn sie das aus eigener Kraft nicht stemmen können."/abc/jbz/cs/lkl/DP/jha


    (AWP)

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  • Deutsche Gasspeicher sind

    Deutsche Gasspeicher sind etwas weniger voll als gedacht


    Die Gasspeicher in Deutschland sind etwas weniger voll als bislang gedacht. Der Gesamtspeicherstand liege aktuell bei 64,6 Prozent, teilte die Bundesnetzagentur am Mittwoch mit, und damit 0,3 Prozentpunkte niedriger als noch am Dienstag angegeben. Grund dafür sei aber nicht die Ausspeicherung von Gas, sondern eine Korrektur der Angaben zur Höhe der Einspeicherungen im Zeitraum vom 7. bis zum 11. Juli.


    13.07.2022 13:55


    Auch nach dem Stopp der russischen Gaslieferungen durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 aufgrund von Wartungsarbeiten werde aktuell netto noch weiter Gas eingespeichert, betonte ein Behördensprecher. "Aber das bewegt sich auf ganz niedrigem Niveau."


    Über Nord Stream 1, die zuletzt wichtigste Route für russisches Erdgas nach Deutschland, wird seit Montag kein Gas mehr geliefert. Nach Angaben der Betreibergesellschaft sollen die Arbeiten bis zum 21. Juli dauern. In Deutschland gibt es die Sorge, dass die Pipeline nach den Wartungsarbeiten nicht wieder in Betrieb genommen wird und im Winter das Gas knapp wird./rea/DP/jha


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  • Einspeicherung von Gas kommt in Deutschland fast zum Erliegen


    (Ausführliche Fassung) - Die Einspeicherung von Gas in Deutschland ist nach dem Stopp der russischen Lieferungen durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 fast zum Erliegen gekommen. Aktuell werde zwar netto noch weiter Gas eingespeichert, sagte ein Sprecher der Bundesnetzagentur am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. "Aber das bewegt sich auf ganz niedrigem Niveau." Wie aus der Webseite von Europas Gasinfrastruktur-Betreiber (GIE) hervorgeht, stieg der Füllstand der deutschen Gasspeicher zuletzt nur noch um 0,09 Prozent am Tag.


    13.07.2022 15:29


    Um eine Gasmangellage im Winter zu vermeiden ist Deutschland aktuell bemüht, seine Gasspeicher so schnell wie möglich zu füllen. Laut Gesetz sollen die Gasspeicher bis zum 1. Oktober zu 80 Prozent und bis zum 1. November zu 90 Prozent gefüllt sein. Aktuell ist Deutschland von diesem Ziel allerdings noch weit entfernt. Die Gasspeicher sind gerade einmal zu 64,6 Prozent gefüllt, wie Bundesnetzagentur berichtete. Sie korrigierte damit frühere Angaben, nach denen der Füllstand schon bei 64,9 Prozent lag.


    Dass das Auffüllen der Gasspeicher aktuell kaum noch vorangeht, liegt zum grossen Teil am Stop der russischen Lieferungen durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1. Durch die zuletzt wichtigste Route für russisches Erdgas nach Deutschland wird seit Montag wegen Wartungsarbeiten kein Gas mehr geliefert. Nach Angaben der Betreibergesellschaft sollen die Arbeiten bis zum 21. Juli dauern. In Deutschland gibt es die Sorge, dass die Pipeline nach den Wartungsarbeiten nicht wieder in Betrieb genommen wird und im Winter das Gas knapp wird.


    Russlands Energieriese Gazprom pumpt nach der vorübergehenden Abschaltung von Nord Stream 1 sein Gas aber trotz des Krieges weiter über die Ukraine nach Europa. Die für Mittwoch vereinbarte Liefermenge liegt allerdings nur bei 41,3 Millionen Kubikmeter und damit nicht einmal bei der Hälfte des möglichen Umfangs. Das geht aus Mitteilungen des ukrainischen Gasnetzbetreibers und von Gazprom hervor. Der Umfang entsprach dem der vergangenen Tage, obwohl durch die Abschaltung von Nord Stream 1 wegen Wartungsarbeiten bis 21. Juli eigentlich grössere Mengen durchgeleitet werden könnten.


    Um Gas zu sparen und damit mehr Einspeicherung zu ermöglichen, dürften in Deutschland schon bald vermehrt Kohlekraftwerke zur Stromerzeugung zum Einsatz kommen. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch eine entsprechende Verordnung. "Wir wollen jetzt im Sommer Gas einsparen, um unsere Speicher für den Winter zu füllen", erklärte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Kraftwerke, die mit Kohle und Öl betrieben werden und sich aktuell in der Netzreserve befinden, können demnach bis zum Ende des Winters befristet an den Strommarkt zurückkehren. Die Verordnung soll schon am Donnerstag in Kraft treten.


    Aus Sicht der Energieökonomin Claudia Kemfert muss eine Gasmangellage aber selbst dann nicht zwingend eintreten, wenn Russland sämtliche Gaslieferungen nach Deutschland einstellen sollte. "Ob es wirklich zu einem Gasmangel kommt, hängt an verschiedenen Aspekten", sagte die Energieexpertin vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) der Deutschen Presse-Agentur. Dazu zählten vor allem der Aufbau von Gaslieferbeziehungen mit anderen Ländern als Russland, das stete Befüllen der Speicher und das Einsparen von Gas.


    Daneben gebe es weitere Möglichkeiten. "Aber wenn zumindest die ersten drei Komponenten gut geschafft sind, sehe ich nicht, dass wir tatsächlich eine Gasmangellage bekommen müssen", sagte Kemfert. Deutschland habe mit diesen Massnahmen begonnen oder sei bereits auf einem guten Weg.


    Bei herkömmlichem Erdgas zählen bisher vor allem die Niederlande und Norwegen zu Deutschlands Alternativquellen. Bei Flüssiggas bemühte sich Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) auf einer Katar-Reise im Frühjahr um neue Lieferbeziehungen. Ob, wann und wie viel mehr Gas wirklich aus dem Emirat kommt, ist offen.


    Zum Energiesparen haben Bundesregierung und Bundesnetzagentur Verbraucher und Industrie schon mehrmals aufgerufen. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Peter Adrian, bat private Verbraucher und die weniger energieintensiven Unternehmen, aus Solidarität mit der Industrie ab sofort konsequent Energie einzusparen. "Es drohen echte Versorgungsengpässe und unserer gesamten Wirtschaft eine Krise in unbekanntem Ausmass. Die Folgewirkungen von Abschaltungen einzelner Branchen oder Betriebe sind nicht zu überblicken", sagte Adrian der "Rheinischen Post" (Mittwoch)./hoe/DP/stk


    (AWP)

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  • Kohle statt Gas: Deutsches Kabinett beschliesst Verordnung


    In der Gaskrise können schon bald vermehrt Kohlekraftwerke zur Stromerzeugung zum Einsatz kommen. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch eine entsprechende Verordnung. "Wir wollen jetzt im Sommer Gas einsparen, um unsere Speicher für den Winter zu füllen", erklärte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne).


    13.07.2022 14:28


    Kraftwerke, die mit Kohle und Öl betrieben werden und sich aktuell in der Netzreserve befinden, können demnach bis zum Ende des Winters befristet an den Strommarkt zurückkehren. Die Verordnung trete am Donnerstag in Kraft. Damit will Habeck die Vorsorge stärken. Man wappne sich weiter für eine Zuspitzung der aktuellen Lage am Energiemarkt.


    Wegen einer jährlichen Wartung fliesst aktuell kein Gas mehr durch die Ostseepipeline Nord Stream 1. Die grosse Sorge ist, dass Russland nach der Wartung, die in der Regel bis zu zehn Tage dauert, den Gashahn nicht wieder aufdreht.


    Das vordringliche Ziel, den Kohleausstieg in Deutschland bis 2030 zu vollenden, bleibe von der befristeten Massnahme unangetastet, so das Ministerium. Die Koalition strebt einen früheren Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohleverstromung an, bisher ist dieser bis spätestens 2038 geplant./hoe/DP/stk


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  • Deutsche Netzagentur: Monatliche Zahlungen für Gas werden sich verdreifachen


    Die monatlichen Abschlagszahlungen für Verbraucher von Erdgas werden sich nach Einschätzung der Bundesnetzagentur im kommenden Jahr mindestens verdreifachen. "Bei denen, die jetzt ihre Heizkostenabrechnung bekommen, verdoppeln sich die Abschläge bereits - und da sind die Folgen des Ukraine-Krieges noch gar nicht berücksichtigt", sagte der Präsident der Behörde, Klaus Müller, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Donnerstag). "Ab 2023 müssen sich Gaskunden auf eine Verdreifachung der Abschläge einstellen, mindestens", fügte er hinzu.


    14.07.2022 06:33


    An den Börsen hätten sich die Preise zum Teil versiebenfacht. "Das kommt nicht alles sofort und nicht in vollem Umfang bei den Verbrauchern an, aber irgendwann muss es bezahlt werden. Und deshalb ist es ja auch so sinnvoll, jetzt stärker zu sparen", führte Müller weiter aus.


    Auf die Frage, was er davon halte, die höheren Beschaffungskosten der Gashändler mit einer Umlage an die Gaskunden weiterzugeben, sagte der Netzagenturchef: "Das ist eine politische Entscheidung, die man sehr genau abwägen muss." Man könnte so mit Milliarden die Unternehmen unterstützen. Die andere Variante wäre, "die Preise durchzugeben und dann zielgenau denen zu helfen, die sie nicht mehr tragen können".


    Müller trat Befürchtungen entgegen, dass Privathaushalte im Fall einer Gasmangellage nachrangig versorgt werden könnten. "Die deutsche und die europäische Rechtslage sehen vor, private Haushalte bis zum Ende zu schützen", bekräftigte er. "Selbst im schlimmsten Szenario wird Deutschland weiter Gas bekommen aus Norwegen und von Terminals aus Belgien oder Holland, demnächst auch direkt von Terminals an der deutschen Küste." Dass gar kein Gas mehr bei den Menschen zu Hause ankommt, halte er für "nicht sehr wahrscheinlich".


    Seit Montag liefert Russland durch die wichtige Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 wegen Wartungsarbeiten kein Gas mehr. Die Arbeiten sollen bis zum 21. Juli dauern. Offen ist, ob anschliessend wieder Gas fliessen wird.


    Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger macht sich daher grosse Sorgen um die deutsche Wirtschaft. "Es sieht so aus, als ob Russland das Gas stark verknappt oder auf Dauer gar nichts mehr liefert", sagte Dulger der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag). "Wir stehen vor der grössten Krise, die das Land je hatte". Ein Gaslieferstopp stelle die deutsche Wirtschaft vor ernste Probleme. Das bleibe nicht auf die Industrie beschränkt, sondern betreffe alle. "Wir müssen uns ehrlich machen und sagen: Wir werden den Wohlstand, den wir jahrelang hatten, erstmal verlieren", sagte Dulger./brd/DP/zb


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  • Heizen nur bis 19 Grad? Brüssel plant Schritte für Gas-Lieferstopp


    Auf Wirtschaft und Verbraucher könnten angesichts der drohenden Gas-Krise erhebliche Energiesparmassnahmen zukommen. Ein Entwurf für einen Notfallplan der Europäischen Kommission sieht vor, dass öffentliche Gebäude, Büros und kommerzielle Gebäude ab Herbst bis maximal 19 Grad beheizt werden sollen. "Jetzt handeln kann die Auswirkungen einer plötzlichen Versorgungsunterbrechung um ein Drittel reduzieren", heisst es in dem Text, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Es gebe mittlerweile ein "erhebliches Risiko", dass Russland in diesem Jahr Gaslieferungen nach Europa stoppt.


    14.07.2022 06:33


    Unternehmen, die Gas ersetzen können, sollten ihren Verbrauch reduzieren, heisst es. Ziel sei es, Industrien zu schützen, die für die Lieferketten und die Wettbewerbsfähigkeit besonders wichtig sind. Auch Haushalte werden dazu aufgerufen, freiwillig weniger zu verbrauchen. "Jeder kann Gas sparen, jetzt", schreibt die Kommission.


    Bereits bestehende Regeln sehen vor, dass bei Gasknappheit Haushalte und etwa Krankenhäuser priorisiert würden. Wenn die Stromproduktion in Gefahr sei, könnten Länder jedoch die Versorgung von Gaskraftwerken für die Stromversorgung über bestimmte geschützte Verbraucher stellen, heisst es. Der Plan kann sich noch ändern und soll voraussichtlich nächsten Mittwoch (20. Juli) offiziell vorgestellt werden.


    Simulationen der Regulierungsbehörde ENTSO-G haben laut dem Text ergeben, dass ein Lieferstopp im Juli dazu führen würde, dass die Gasspeicher nicht ausreichend befüllt werden könnten und somit im Winter sowie im nächsten Jahr noch Knappheit herrschen könnte. Käme eine Unterbrechung im Oktober oder später, gäbe es weniger Risiken für die Nachfrage im Winter. Man hätte dann aber weniger Zeit, zu reagieren. Die Auswirkungen für die Mitgliedsstaaten hingen davon ab, wie abhängig sie von russischem Gas seien, heisst es. Deutschland gehört hier zu den am stärksten betroffenen Ländern.


    Nach Angaben der Kommission hat sich die Gasversorgung von Seiten Russlands bereits drastisch verringert. Insgesamt entsprächen die Gasflüsse mittlerweile weniger als 30 Prozent des Durchschnitts 2016 bis 2021, heisst es in dem Entwurf. Das habe zu historisch hohen Energiepreisen geführt und die Inflation in die Höhe getrieben. Es gebe keine Hinweise, dass sich die Situation verbessern werde. Sie werde sich eher verschlechtern./dub/DP/stk


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  • Deutsche Aussenministerin begrüsst Vorbereitungen der EU auf Gas-Notstand


    Aussenministerin Annalena Baerbock begrüsst die Vorbereitung eines EU-Aktionsplans für den Fall eines Gas-Notstands in Europa. Es sei "sehr, sehr wichtig und richtig, dass die EU-Kommission hier Vorschläge macht für unterschiedliche Szenarien", sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag in Rostock. "In Zeiten, wo die Unsicherheit grösser ist als zu normalen friedlichen Zeiten, muss man vorbereitet sein." Gerade diejenigen Bürger, die nur sehr wenig haben, müssten unterstützt werden.


    14.07.2022 13:00


    Es wird befürchtet, dass Russland seine Gaslieferungen nach Europa weiter drosseln oder sogar kappen könnte und dann nicht mehr genug Gas für private Haushalte und Wirtschaft zur Verfügung stehen könnte. Die EU-Kommission will deswegen am kommenden Mittwoch einen Notfallplan vorlegen.


    In einem Entwurf wird erwogen, öffentliche Gebäude, Büros und kommerzielle Gebäude ab Herbst nur noch bis maximal 19 Grad zu beheizen. "Jetzt handeln kann die Auswirkungen einer plötzlichen Versorgungsunterbrechung um ein Drittel reduzieren", heisst es in dem Text, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Es gebe mittlerweile ein "erhebliches Risiko", dass Russland in diesem Jahr Gaslieferungen nach Europa stoppt./mfi/DP/men


    (AWP)

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  • Deutschland: Beobachter sehen Anzeichen für Stabilisierung der Gaspreise


    Die Gaspreise könnten sich Beobachtern zufolge auf hohem Niveau erst einmal stabilisieren. "Es hat in dieser Woche keinen signifikanten Preissprung mehr gegeben, obwohl Nord Stream 1 abgeschaltet wurde", sagte der Präsident der deutschen Bundesnetzagentur.


    17.07.2022 14:20


    "Das könnte bedeuten, dass die Märkte den Ausfall russischer Gas-Lieferungen bereits eingepreist und wir ein Gaspreis-Plateau erreicht haben", sagte Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller der "Bild am Sonntag".


    Seit Montag, 11. Juli, fliesst kein Gas mehr durch Nord Stream 1, die wichtigste Pipeline für Erdgas aus Russland. Der Gastransport wurde für jährliche Wartungsarbeiten an den Verdichterstationen der Ostsee-Leitung unterbrochen. Die Arbeiten sollen nach Angaben der Betreibergesellschaft bis 21. Juli dauern.


    In Europa gibt es aber die Sorge, dass die Pipeline nicht wieder in Betrieb genommen wird. In diesem Fall dürfte Gas im Winter knapp werden, weil Ersatz aus anderen Quellen absehbar nicht im vollen Umfang beschafft werden kann.


    (AWP)

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