Energiekrise 2.0.2.X

  • Gasversorgung: Deutscher Branchenverband warnt vor zu früher Entspannung

    Die Gaswirtschaft hat zum Ende des Gasspeicherjahres an diesem Freitag vor zu früher Entspannung gewarnt. Auch wenn im Winter 22/23 kein Mangel eingetreten sei, müsse weiterhin Gas gespart werden, sagte der Vorstand des Branchenverbandes Zukunft Gas, Timm Kehler, der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Es gilt jetzt, die Speicher wieder zu füllen und die sichere Gasversorgung im Winter 23/24 vorzubereiten." Die Märkte seien weiterhin sehr volatil, deutlich höhere Preise könnten im weiteren Jahresverlauf nicht ausgeschlossen werden.


    31.03.2023 06:41


    Als Gründe für das gute Überstehen des vergangenen Winters nannte Kehler unter anderem den schnellen Aufbau von LNG-Infrastruktur, die Gas-Einsparungen durch Unternehmen und Bevölkerung sowie die milde Witterung. LNG ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung "Liquefied Natural Gas", zu deutsch: verflüssigtes Erdgas.


    Schlüssel für eine Beruhigung der Märkte sei der kurzfristige Ausbau der LNG-Lieferketten und der erforderlichen Terminals, sagte Kehler. Dies sei "dringend notwendig, um eine sichere und resiliente Versorgung und stabile, bezahlbare Gaspreise auch künftig sicherstellen zu können".


    Die schwimmenden LNG-Terminals seien dabei eine gute Lösung, um die Versorgung kurz- und mittelfristig zu sichern. Stationäre LNG-Terminals würden in Zukunft benötigt, um das nötige Mass an Versorgungssicherheit wieder herzustellen und Energieimporte von neuen Gasen wie etwa Wasserstoff gewährleisten zu können, so Kehler weiter.


    An den deutschen Küsten sind bislang drei schwimmende LNG-Terminals in Betrieb. Drei weitere sollen Ende 2023/Anfang 2024 den Betrieb aufnehmen. 2026 und 2027 sollen drei stationäre Terminals starten, über die später auch Wasserstoff importiert werden soll. Kritiker halten die Planungen für überdimensioniert und fürchten negative Folgen für den Klimaschutz durch einen höheren Gasverbrauch. Die Bundesregierung argumentiert mit einem "Sicherheitspuffer", über den im Notfall auch Nachbarstaaten mitversorgt werden könnten./tob/DP/stk

    (AWP)

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  • Aufruf zum Energiesparen wird auch im nächsten Winter ertönen

    (Zusammenfassung) - Die Vorbereitung auf einen möglichen Energiemangel im Winter hat sich gelohnt, und die Vorsorgeplanung soll für kommende Winter weiterentwickelt werden. Das ist der Tenor eines Treffens der Winter-Energiespar-Initiative. Zum Energie sparen soll erneut aufgerufen werden.


    20.04.2023 17:20


    Am Treffen am Donnerstag in Bern nahmen Energieminister Albert Rösti und Wirtschaftsminister Guy Parmelin teil. Vertreten waren auch Kantone, Städte und Gemeinden, Wirtschaftsverbände und die Energiebranche. "Nach dem Winter ist vor dem Winter", lautete das Fazit an einer Medienkonferenz im Anschluss.


    Nach Angaben des Bundesamtes für Energie (BFE) wurden in der Schweiz zwischen Oktober 2022 und März 2023 über 5800 Gigawattstunden Gas gespart. Das ist in etwa das Vierfache des jährlichen Gasverbrauchs des Kantons Basel-Stadt. Die freiwillige Gas-Einsparung von 15 Prozent sei damit übertroffen worden, schrieb das BFE.


    "In Bereitschaft bleiben"

    In den sechs Monaten wurden zudem rund 1250 Gigawattstunden (GWh) Strom gespart. Das entspricht dem jährlichen Verbrauch des Kantons Basel-Stadt. Allerdings wurde weniger Strom gespart als geplant; vom gesetzten Sparziel wurden rund 40 Prozent erreicht.


    Dass die Schweiz in Sachen Energieversorgung glimpflich davongekommen ist, liegt an hohen Energiepreisen und am warmen Winter. "Er war einer der mildsten seit der Erhebung von Meteodaten", sagte Rösti. Die bereitgestellten Reserven stünden für den nächsten Winter zur Verfügung, und der werde nicht einfacher.


    Im schneearmen Winter werde es weniger Schmelzwasser für Speicherseen geben, und eine Trockenperiode im Sommer sei nicht ausgeschlossen. In Deutschland seien die letzten drei Kernkraftwerke abgeschaltet worden. In Frankreich dauerten die technischen Probleme im Kernkraftwerk-Park an. "Es gilt, in Bereitschaft zu bleiben."


    Zweistoff-Anlagen mit Öl betrieben

    Die nächste Energiespar-Kampagne will Rösti am Preis aufhängen, wie er ausführte. Es solle dargelegt werden, dass in diesem Sinn einen Nutzen habe, wer Energie spare. Ausserdem habe der letzte Winter gezeigt, dass Energiesparen ohne Komfortverlust möglich sei. Konzipiert sei die Kampagne aber noch nicht, sagte er.


    Etwa 60 Prozent der rund 800 Betreiber von Zweistoffanlagen folgten der Empfehlung des Bundesrates, von Gas auf Heizöl umzuschalten, und das trug zum Erreichen des gesetzten Sparziels bei. Zudem habe die EU eine Flüssiggas-Infrastruktur ausgebaut, um russisches Gas zu kompensieren, führte Parmelin aus.


    Aber auch beim Gas bleibe Sparen angesagt. Die Schweiz habe weder eigenes Gas noch Speicherkapazitäten und wolle auch im nächsten Winter eine Speicherreserve anlegen lassen. Unternehmen rief der Parmelin auf, sich mit Heizöl als Ersatz für Gas einzudecken.


    Plädoyer für Strom-Mantelerlass

    Swissmem-Präsident Martin Hirzel wand der Wirtschaft ein Kränzchen. Die Unternehmen hätten sich anpassungsfähig gezeigt, etwa beim Betrieb, mit Investitionen in Energieeffizienz und dem Umstellen von Zweistoff-Anlagen auf Öl. Die Tech-Industrie habe durchschnittlich zehn Prozent Strom und Gas eingespart, sagte er.


    Unabdingbar für eine hohe Versorgungssicherheit sei der Ausbau der inländischen Stromproduktion, in einem technologieoffenen Umfeld, wie Hirzel anfügte. Ebenso nötig sei ein Stromabkommen mit Europa.


    Ohne Ausbau der hiesigen Stromproduktion und der Netze, massiv mehr Energieeffizienz und enger Zusammenarbeit mit Europa werde jeder Winter zum Spiessrutenlauf, sagte Michael Frank, Direktor des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen. Er plädierte für eine rasche Verabschiedung des Strom-Mantelerlasses, den das Parlament zurzeit berät.

    (AWP)

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  • Nordsee-Gipfel soll Ausbau von Offshore-Windenergie ankurbeln

    Deutschland und weitere Länder wollen die Nordsee durch den Bau von Windparks zum grünen Kraftwerk Europas machen. Bei einem Gipfeltreffen in der belgischen Küstenstadt Ostende wollen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sowie Staats- und Regierungschefs aus acht weiteren Staaten am Montag den Ausbau der Windenergie auf See vorantreiben. Ziel des sogenannten Nordsee-Gipfels (16.00 Uhr) ist es, die Nordsee bis 2050 zum grössten Energielieferanten Europas zu machen. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wird zu dem Treffen erwartet.


    24.04.2023 06:30


    Die neun beteiligten Staaten - neben Deutschland und Belgien auch die Niederlande, Frankreich, Norwegen, Dänemark, Irland, Luxemburg und Grossbritannien - haben zusammen mehr als 175 000 Kilometer Küste. "Sie alle eint der Wille von der Nutzung fossiler Energiequellen unabhängiger zu werden und die Nordsee zu einem grossen Produktionsort für erneuerbare Energien zu machen", hiess es vor dem Treffen von der Bundesregierung.


    Belgiens Regierungschef Alexander De Croo erläuterte, Plan sei, dass diese Länder bis 2030 gemeinsam 134 Gigawatt Offshore-Leistung erzielten. Bis 2050 sollten es mehr als 300 Gigawatt sein.

    Im vergangenen Jahr lag der Wert nach Angaben der belgischen Regierung bei rund 30 Gigawatt. 8 Gigawatt kamen aus Deutschland, davon der Grossteil aus der Nordsee. Frankreich, Norwegen und Irland wiederum produzierten jeweils deutlich weniger als 1 Gigawatt.


    Der Ausbau der Offshore-Windenergie kam in Deutschland und der EU zuletzt nur langsam voran. Deutschland setzte sich im vergangenen Jahr neue Ziele. Vorgesehen ist nun eine installierte Leistung vor mindestens 30 Gigawatt bis 2030 und mindestens 70 Gigawatt bis 2045.


    De Croo warb nun nicht für neue Ziele, sondern für ihre zügige Umsetzung. Es solle darum gehen, besser zusammenzuarbeiten, Verfahren zu standardisieren und so den Bau von Windparks zu beschleunigen. "Je schneller wir diese Parks bauen, desto schneller können wir den Ausstoss von Treibhausgas reduzieren", sagte er. Zugleich soll es bei dem Gipfel um den Schutz der Offshore-Anlagen etwa gegen Sabotageakte gehen.


    Der Forscher Simone Tagliapietra von der Brüsseler Denkfabrik Bruegel hält es für den richtigen Ansatz, die für die Region typischen stetigen Winde in erneuerbare und bezahlbare Energie für Millionen von Haushalten umzuwandeln. Die Nordsee habe das Potenzial, ein "Drehkreuz für erneuerbare Energien" zu werden. Dafür müsse die Politik aber um Investitionen aus dem Privatsektor werben und zugleich selbst in Infrastruktur wie Stromnetze investieren, Anforderungen vereinfachen und Genehmigungen schneller erteilen.


    "Ich denke, dass die Ziele an sich ehrgeizig sind, aber das ist die Art von Ehrgeiz, die wir in Europa brauchen, wenn wir Netto-Null erreichen wollen", sagte Tagliapietra. Die EU will bis 2050 klimaneutral werden./wim/DP/zb

    (AWP)

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  • ÖV-Branche strebt Steigerung der Energieeffizienz um 30 Prozent an

    Die öV-Branche steckt sich hohe Energiespar-Ziele: So will sie ihre Energieeffizienz bis 2050 um 30 Prozent steigern. Ausserdem will sie bis 2040 komplett CO2-neutral unterwegs sein, wie der Verein öffentlicher Verkehr (VöV) am Montag vor den Medien bekannt gab.


    01.05.2023 14:24


    Mit ihrer eigenen Energiestrategie wolle die öV-Branche dazu beitragen, die Energiestrategie 2050 des Bundes erfolgreich umzusetzen, schrieb der Verband öffentlicher Verkehr (VöV) in einer Mitteilung. Denn der öffentliche Verkehr (öV) sei ein Teil der Lösung: Obwohl er 24 Prozent des Personenverkehrs und 37 Prozent des Güterverkehrs abdecke, sei er nur für 5,5 Prozent des Energieverbrauchs im Verkehrssektor verantwortlich, heisst es im Bericht.


    Weniger Energie verbrauchen

    Für die Umsetzung seiner Strategie setzt der Verband auf verschiedene Pfeiler: So soll zum Beispiel die Energieeffizienz in allen Bereichen - vom Transport über die Infrastruktur bis zu den Immobilien - erhöht werden. "Wir streben eine Steigerung der Energieeffizienz um 30 Prozent an", wird VöV-Präsident Renato Fasciati in der Mitteilung zitiert. Bereits bis 2035 soll diese gegenüber 2022 um 15 Prozent gesteigert werden.


    Das Ziel wollen die Transportunternehmen unter anderem mit einer Reduktion des Verbrauchs bei der Antriebsenergie erreichen. Dazu beitragen könnten optimierte Fahrpläne oder Fahrassistenz-Systeme, die energieeffizientes Fahren förderten und unnötige Stopps verhinderten. Auch Heizung, Lüftung und Klimatisierung sollen optimiert werden.


    Förderung der erneuerbaren Energie-Produktion

    Ausserdem sollen die Akteure des öffentlichen Verkehrs die Produktion von erneuerbarer Energie fördern. Die Eisenbahnen verfügten über eigene Wasserkraftwerke und bezögen ihren Strombedarf bereits heute zu über 90 Prozent aus erneuerbaren Quellen.


    "In den kommenden Jahren soll die vollständige Umstellung auf nachhaltige und erneuerbare Energie erfolgen", heisst es im Bericht. Das soll unter anderem durch Investitionen in Solaranlagen auf den Grundstücken der Transportunternehmen erreicht werden. Entsprechende Projekte würden laufend umgesetzt.


    Nur noch CO2-neutrale Antriebe

    Nach 2040 sollen sowohl auf der Schiene wie auch auf der Strasse ausschliesslich umweltfreundliche Antriebstechnologien eingesetzt werden. Im öffentlichen Strassenverkehr sei die Umstellung bereits im Gang. Doch dabei seien die Transportunternehmen auf günstige regulatorische und finanzielle Rahmenbedingungen angewiesen.


    Denn die Finanzierung von Fahrzeugen mit umweltfreundlichen Antrieben sei deutlich kostspieliger als bei herkömmlichen Dieselbussen. Ausserdem sei die Planung und der Bau von Ladeinfrastrukturen und die Versorgung der Depots mit ausreichend Energie sehr teuer und mit aufwändigen Verfahren verbunden.


    Einzig bei der Schifffahrt sei "eine zeitnahe" CO2-neutrale Erneuerung schwierig, gibt der VöV zu Bedenken. Zwar seien erste kleinere Schiffe umgerüstet worden. Doch für grosse Kursschiffe gebe es heute noch keine CO2-neutrale, erneuerbare Antriebstechnologie. Ausserdem seien diese Schiffe zum Teil über 100 Jahre alt.


    Schliesslich will sich der VöV dafür einsetzen, dass die Stagnation des Anteils des öffentlichen Verkehrs am Gesamtverkehr überwunden wird. Dazu müssten der Öffentlichkeit und der Politik durch eine aktive Kommunikation die Vorteile des öV aufgezeigt werden. Die Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs seien entschlossen, diese Ziele zu erreichen und dafür gut positioniert, hiess es.

    (AWP)

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  • Bundesrat Rösti: Können uns nicht auf Abschluss von Stromabkommen verlassen

    Ein Stromabkommen mit der Europäischen Union (EU) ist laut Energieminister Albert Rösti (SVP) keine gesicherte Sache: "Stand heute können wir uns nicht darauf verlassen, dass wir ein solches Abkommen haben werden."


    02.05.2023 07:24


    Die Schweiz müsse sich in puncto Energieversorgung deshalb wappnen. "Wir müssen zubauen", sagte Rösti in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit den Tamedia-Zeitungen. "Das geht kurzfristig nur mit Solar, Biogas, Wasser und Wind. Alles andere steht in den Sternen." Sollte es zu einem Rahmenabkommen mit der EU kommen, wolle er aber mit einem Stromabkommen "dabei sein".


    Die Verhandlungen um ein Stromabkommen zwischen der Schweiz und der EU begannen 2007. Das letzte Treffen zwischen Vertretern der Schweiz und der EU über ein potenzielles Stromabkommen fand 2018 statt. Danach stockten die Gespräche, denn der Bundesrat brach die Verhandlungen über ein institutionelles Rahmenabkommen mit Brüssel im Mai 2021 ab. In letzter Zeit haben sich die Fronten jedoch aufgeweicht. Bis Ende Juni will der Bundesrat die Eckwerte eines Verhandlungsmandats erarbeiten, wie er Ende März mitteilte.


    Mitte April bezeichnete der Netzbetreiber Swissgrid ein Stromabkommen mit der EU als von strategischer Bedeutung. Bern solle bei einem Abkommen mit der EU dem Storm "absolute Priorität" einräumen, sagte Swissgrid-Chef Yves Zumwald damals gegenüber "Le Temps".

    mk/

    (AWP)

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  • Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Aktien sind sehr explosiv... und die grüne Welle ist weltweit am anrauschen...


    Das kann sehr schnell gehen mit einem der Early-Mover wie Plug Power (PLUG).... Auf dem aktuellen Niveau absolut überverkauft und 19,90% (!) aller ausstehenden PLUG-Aktien leer verkauft (sold short)... Ich rieche bereits einen ganz saftigen Shortie-BBQ hier... Mit guten News und dem einen oder anderen Auftrag (plus mehrere PLUG-Events nächste Woche) könnte der Kurs hier - mit freundlicher Unterstützung der covernden Shorties - wortwörtlich durch die Decke gehen... H2 ist m.E. eine von mehreren gebündelten Lösungen für die weltweite Energiekrise... Der Aufbau/Ausbau ist weltweit am anlaufen..


    Yahooist Teil der Yahoo Markenfamilie

  • Europäischer Gaspreis fällt erstmals seit Juni 2021 unter 30 Euro

    Der Preis für europäisches Erdgas ist erstmals seit Juni 2021 unter 30 Euro je Megawattstunde (MWh) gefallen. Der richtungsweisende Terminkontrakt TTF zur Auslieferung in einem Monat sank am Nachmittag bis auf 29,75 Euro je MWh. Die Gaspreise setzen so ihren seit Monaten anhaltenden Abwärtstrend fort.


    18.05.2023 18:07


    Wegen des Kriegs Russlands gegen die Ukraine waren die Erdgaspreise im vergangenen Jahr bis zum Sommer drastisch gestiegen. In der Spitze wurden im August 2022 Preise von mehr als 300 Euro gezahlt. Eine hohe Abhängigkeit von russischem Gas hatte Sorgen vor einer Energiekrise geschürt.

    Seither sind die Preise aber deutlich gefallen. Nach einem milden Winter sind die Erdgasspeicher gut gefüllt. Zudem konnte ausreichend Flüssigerdgas (LNG) aus anderen Ländern importiert werden. Die schwächelnde Wirtschaftsentwicklung dämpft zudem die Nachfrage.


    Der Gaspreis liegt derzeit auch deutlich unter dem Niveau, das er kurz vor Beginn des Krieges im Februar 2022 hatte. Allerdings hatte er vor dem Jahr 2021 durchgehend merklich weniger als 30 Euro gekostet./jsl/ngu

    (AWP)

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  • Oman will Wasserstoffindustrie aufbauen und die Schweiz beliefern

    Oman will ab 2025 eine eigene Wasserstoff-Industrie aufbauen - und könnte einst auch in die Schweiz liefern. "Deshalb stehen wir mit Energieversorgern aus Ihrem Land in Kontakt", so Energieminister Salim al-Aufi.


    21.05.2023 02:58


    Zudem interessiere sich Oman für Schweizer Know-how bei Einsatz und Transport von Wasserstoff, sagte al-Aufi im Interview mit der "NZZ am Sonntag". "Deshalb sprechen wir mit Schweizer Forschungseinrichtungen. Und dann ist der Finanzplatz wichtig für uns. Denn es wird meist nicht Oman sein, das investiert. Sondern lokale und ausländische Privatinvestoren."


    Laut dem Energieminister verfügt sein Land über grosses Potential zur Wasserstoffproduktion aus Wind- und Solarenergie. "Im südlichen Teil Omans können wir Wind- und Solarenergie am selben Standort nutzen. Dank dieser Kombination gehören wir weltweit zu den drei Gegenden mit den besten Bedingungen. Es gibt nur eine Handvoll Länder, die über ähnliche Vorteile verfügen, insbesondere Australien, Marokko, Chile und Namibia."

    (AWP)

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  • Plug Power (PLUG) heute mit drei Grossauftraegen aus der EU fuer Elektrolyseure fuer gruenen Wasserstoff. Das bringt Stimmung....


    Plug Power, Inc.: Plug Lands Three Electrolyzer Deals for European Green Hydrogen Projects in Hard to Decarbonize Industries
    Plug will deliver 5MW containerized electrolyzer modules for first-ever use of industrial-scale green hydrogen in glass manufacturing, aluminum recycling, and…
    www.finanznachrichten.de


    PLUG mit einer Short-Quote von 19,64% (!) und 5 Handelstagen - alleine um die Shorts zu decken - vgl. aktuellste Zahlen:


    PLUG - Short Interest - Plug Power Inc Stock - Short Squeeze, Borrow Rates


    @Alle: Bitte den Kaufdruck bei PLUG hochhalten und wir sehen hier bald einen Short-Squeeze der heftigeren Sorte...... Whatever it takes ladies and gentlemen.... Whatever it takes.....

  • Räte ringen weiterhin um Lösung zur Umsetzung der Energiewende

    Das Parlament sucht auf dem Weg zu einer erneuerbaren Stromversorgung einen mehrheitsfähigen Kompromiss. Der Ständerat hat bei der zweiten Beratung des Energie-Mantelerlasses den Spagat zwischen Nutzungs- und Schutzinteressen versucht. Viele Punkte bleiben strittig.


    01.06.2023 18:36


    Viereinhalb Stunden dauerte die erste Runde der Differenzbereinigung am Donnerstag in der kleinen Kammer - und das Geschäft konnte nicht einmal wie geplant zu Ende beraten werden. In der vorberatenden Kommission waren neunzig neue Anträge diskutiert sowie 14 Abklärungsaufträge an die Verwaltung erteilt worden, was auf die Komplexität des Geschäfts schliessen lässt.


    Kommissionssprecher Beat Rieder (Mitte/VS) machte bereits zu Beginn der Debatte klar, dass am Ende kaum ein perfektes Gesetz resultieren werde, mit dem alle zufrieden seien. Dennoch sei das Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien - Energie-Mantelerlass genannt - dringlich.


    Insbesondere im Winter ist der Strom in der Schweiz knapp. Um eine Strommangellage zu vermeiden, lockerte der Bundesrat im vergangenen Jahr die Restwasservorschriften für Wasserkraftwerke, forcierte ein Gaskraftwerk im aargauischen Birr, richtete Sparappelle an die Bevölkerung und schuf eine Energiereserve.


    Für Energieminister Albert Rösti ist es oberstes Ziel, die Gefahr einer Mangellage möglichst rasch zu beseitigen, wie er im Ständerat sagte. Der Energie-Mantelerlass solle deshalb möglichst im Herbst von den Räten verabschiedet werden.


    Ökonomie versus Ökologie

    Ob dies realistisch ist, scheint zumindest fraglich. Wie die Wasser-, Wind- und Solarkraft konkret gefördert werden soll, ist umstritten. Alleine die Diskussion über die sogenannten Restwasserbestimmungen dauerte in der kleinen Kammer fast zwei Stunden.


    Schliesslich setzte sich ein Einzelantrag von Stefan Engler (Mitte/GR) hauchdünn durch. Demnach soll der Bundesrat zur Erreichung der Produktions- und Importziele sowie bei einer drohenden Mangellage die Betreiber von Wasserkraftwerken verpflichten können, ihre Stromproduktion befristet zu erhöhen. Gelten würden nur noch die minimalen Restwassermengen nach aktuellem Gewässerschutzgesetz.


    Der Nationalrat hatte im Frühling beschlossen, die Restwasservorschriften für bestehende Wasserkraftwerke zu sistieren, bis genügend Winterstrom vorhanden ist. Dies sorgte bei Umweltschützern für Empörung.


    Die zuständige Ständeratskommission beantragte deshalb, dass die Restwasserbestimmungen weiter uneingeschränkt gelten sollen. Der Antrag unterlag jedoch dem Vorschlag von Engler, der auch im Nationalrat zu reden geben dürfte. Roberto Zanetti (SP/SO) bezeichnete jegliche Lockerungen bei den Restwasserbestimmungen als "ökologischen Nonsens".


    Keine umfassende Solarpanel-Pflicht

    Weiter kippte der Ständerat die insbesondere von den Bürgerlichen kritisierte Solarpflicht für sämtliche Neubauten aus dem Gesetz. Es handle sich dabei um einen zu starken Eingriff ins Privateigentum und die Hoheit der Kantone, so der Tenor. Stattdessen beschloss die kleine Kammer, die verpflichtende Nutzung von Solarenergie auf Gebäuden ab einer Fläche von 300 Quadratmetern unbefristet ins geltende Recht zu überführen.


    Anders als der Nationalrat ist der Ständerat gegen eine Pflicht, Fahrzeugabstellflächen ab einer bestimmten Grösse mit Solarelementen zu überdachen. Die Mehrheit warnte vor einem Eingriff in kantonale Kompetenzen.


    Die Ratslinke wollte eine umfassende Solarpflicht wie der Nationalrat durchsetzen, scheiterte aber mangels Unterstützung aus der Mitte des Rates. Für Lisa Mazzone (Grüne/GE) rückt damit eine Solar-Volksinitiative näher. Ansonsten drohe man auf dem halbem Weg der Energiewende stehenzubleiben.


    Rösti appelliert an die Vernunft

    In einem anderen Punkt entschied der Ständerat dagegen im Sinne der Umweltschützer. Wie auch vom Nationalrat beschlossen, sollen Kraftwerke in Biotopen von nationaler Bedeutung sowie in Wasser- und Zugvogelreservaten weiterhin ausgeschlossen sein. In neu entstehenden Gletschervorfeldern und alpinen Schwemmebenen sollen solche jedoch grundsätzlich infrage kommen.


    In zahlreichen weiteren Punkten gibt es Differenzen zwischen den Räten. Die Vorlage geht nach Abschluss der Debatte dann zurück an den Nationalrat. Energieminister Rösti zeigte sich überzeugt, dass am Ende ein guter Kompromiss gefunden werde. Im März hätte Rösti davor gewarnt, die Vorlage zu überladen: "Es gibt keinen Plan B, wenn dieses Gesetz scheitern sollte."

    (AWP)

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  • IEA pocht auf höhere Energieeffizienz

    Zum Start einer internationalen Konferenz zur Energieversorgung der Zukunft hat die Internationale Energieagentur (IEA) auf eine erhöhte Energieeffizienz gepocht. Die weltweite Energiekrise habe die Besorgnis über die Sicherheit der Energieversorgung und die inflationären Auswirkungen höherer Energiepreise auf die Weltwirtschaft dramatisch verstärkt, teilte die IEA zu Beginn der Konferenz am Dienstag in Versailles mit. Eine erschwingliche, sichere und nachhaltige Energieversorgung sei weltweit eine Priorität. Um diese sicherzustellen und Klimaziele zu erreichen, sei die Steigerung der Energieeffizienz eindeutig die erste und beste Antwort.


    06.06.2023 13:24


    Unter den Teilnehmern der dreitägigen IEA-Konferenz sind Regierungsvertreter aus über 30 Ländern sowie über 40 Konzernchefs. Deutschland ist mit Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Wenzel vertreten. Die Teilnehmer befassen sich damit, wie Innovation, Digitalisierung und Finanzen den Regierungen helfen können, Verbesserungen der Energieeffizienz zu fördern.


    Während der Konferenz legt die IEA einen Bericht zum Umgang der Staaten mit der Energiekrise und deren Einsatz für mehr Energieeffizienz und erschwingliche Preise vor. Der Bericht befasst sich zudem mit dem Erreichen von Klimazielen sowie den Auswirkungen neuer Regierungsmassnahmen, Rekordinvestitionen in Energieeffizienz sowie Kampagnen zur Sensibilisierung für Energiefragen./evs/DP/jha

    (AWP)

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  • Da geht endlich was: Die deutsche Politik (Bund und Länder) vereinbaren den Aufbau eines grossen Wasserstoffnetzes - vgl. Artikel. Plug Power (PLUG) ist sowas von bereit...


    Nel, Plug Power, Hexagon Purus und Co: Wasserstoff-Netz – "ein großes wirtschaftliches Projekt"
    Bund und Länder haben nach Angaben von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bei ihren Beratungen am Donnerstag den Aufbau eines Wasserstoff-Netzes in Deutschland…
    www.deraktionaer.de

  • EU-Staaten einigen sich zunächst nicht auf Strommarktreform

    Die EU-Staaten sind in der Debatte über eine Reform des Strommarkts vorerst zu keinem endgültigen Ergebnis gekommen. Anders als zunächst angenommen, konnten sie sich am Montag in Luxemburg auf keine gemeinsame Position einigen. Umstritten war unter anderem, wie Details zu sogenannten Differenzverträgen (Contracts for Difference) gehandhabt werden sollten. Mit der Reform des Strommarktes sollen hohe Preise für Verbraucher vermieden und der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben werden.


    19.06.2023 20:52


    Bei den Debatten über die Differenzverträge geht es laut EU-Diplomaten unter anderem um Befürchtungen, dass sie die französische Atombranche unverhältnismässig bevorzugen könnte. Demnach stehen sich in dieser Frage vor allem Deutschland und Frankreich gegenüber. Bei dem Treffen unter Vorsitz der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft hatten die Staaten zunächst länger als erwartet um eine Einigung gerungen. Der Vorsitz unter den EU-Ländern und damit auch bei Treffen der Ministerinnen und Minister wechselt halbjährlich.


    Die schwedische Energieministerin Ebba Busch forderte von ihren Kollegen: "Versuchen Sie nicht, die Stromerzeugung der anderen zu blockieren." Es müsse mehr Strom ohne fossile Energie erzeugt werden - ganz gleich, woher sie komme. Gleiche Wettbewerbsbedingungen müssten respektiert werden. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hatte sich vor dem Treffen optimistisch geäussert. Er sprach von lösbaren Fragen.


    Die EU-Kommission hatte die Reform im März vorgeschlagen. Gefördert werden sollen vor allem langfristige Verträge für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und aus Atomkraft. Die EU-Staaten und das Europaparlament diskutieren derzeit über den Vorschlag und müssen sich abschliessend auf einen Gesetzestext einigen./mjm/DP/nas

    (AWP)

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  • Deutschland und Kasachstan wollen engere Beziehungen - Öl für Schwedt

    (Ausführliche Fassung) - Deutschland und Kasachstan wollen ihre Beziehungen umfassend ausbauen. Das haben Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der kasachische Präsident Kassym-Schomart Tokajew am Dienstag vereinbart. "Wir wollen noch mehr und engere Partnerschaft mit Kasachstan und den Staaten Zentralasiens", sagte Steinmeier in der Hauptstadt Astana zum Beginn eines zweitägigen Staatsbesuchs. Tokajew äusserte die Hoffnung, "dass unsere Zusammenarbeit ein neues Niveau erreicht". Am Rande des Besuchs wurden regelmässige Erdöllieferungen für die Raffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt vereinbart.


    20.06.2023 11:59


    "Kasachstan ist für uns in Deutschland Schlüsselpartner in der zentralasiatischen Region. Und das meine ich politisch, kulturell und natürlich auch wirtschaftlich", sagte Steinmeier.


    Tokajew nannte Deutschland einen "sehr zuverlässigen Partner" in vielen Bereichen. Er wies darauf hin, dass 83 Prozent des deutschen Handelsvolumens mit den zentralasiatischen Staaten auf Kasachstan entfielen. Sein Land wiederum liefere Energie und Rohstoffe für die deutsche Wirtschaft und sei einer der vier wichtigsten Öllieferanten für Deutschland. "Unsere Volkswirtschaften ergänzen sich gegenseitig in vielerlei Hinsicht", sagte Tokajew.


    Die Vereinbarung für die Raffinerie PCK in Schwedt sieht vor, dass Kasachstan bis Ende 2024 monatlich 100 000 Tonnen Rohöl liefert. Dies erhöht deren Auslastung nach deutschen Angaben um zehn Prozentpunkte. "Das ist eine gute Nachricht für Schwedt und eine gute Nachricht für die Energiesicherheit in Deutschland", sagte Steinmeier. Bis Ende 2022 verarbeitete die Raffinerie hauptsächlich Rohöl aus Russland, nun sucht sie neue Lieferanten.


    Kasachstan besitzt grosse Vorkommen an Öl und Gas sowie an Rohstoffen wie Seltenen Erden. Es gilt nicht zuletzt wegen der Weite des Landes auch als guter Standort für Windkraft- und Solaranlagen. Kasachstan ist von der Fläche her fast acht Mal so gross wie Deutschland, zählt aber mit gut 19 Millionen Menschen nicht einmal ein Viertel der Einwohner. Die gemeinsame Grenze mit Russland ist rund 7600 Kilometer lang, die mit China fast 1800 Kilometer.


    Das Land wird autoritär regiert. Internationale Beobachter sehen Mängel bei der Presse-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit. So steht Kasachstan zum Beispiel auf der Rangliste der Pressefreiheit 2023 der Organisation Reporter ohne Grenzen auf Platz 134 von 180 Staaten. Zum Vergleich: Deutschland belegt Platz 21.


    Der zentralasiatische Staat steht auch im Verdacht, die gegen Russland wegen des Ukraine-Krieges verhängten EU-Sanktionen zu umgehen. Das war auch Thema beim Gespräch der beiden Präsidenten. Steinmeier betonte anschliessend: "Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, um die Aushebelung der Sanktionen zu verhindern." Tokajew versicherte: "Wir halten uns an die Sanktionen."


    Unterschiedliche Einschätzungen wurden hinsichtlich der Beendigung des Krieges in der Ukraine sichtbar. Tokajew plädierte für einen möglichst schnellen Waffenstillstand und sagte, "dass ein schlechter Frieden besser ist als ein guter Krieg". Steinmeier betonte, Ziel müsse ein "gerechter Friede" sein, der Souveränität und Integrität der Ukraine wahre. "Davon sind wir nach Lage der Dinge entfernt."/sk/DP/tav

    (AWP)

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  • Strompreise dürften nächstes Jahr erneut steigen

    (Zusammenfassung) - Der Strom dürfte nach 2023 auch im nächsten Jahr teurer werden, im Mittel um 12 Prozent. Als Gründe für den erneuten Anstieg nennt der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) die Energiekrise und nach wie vor überdurchschnittliche Marktpreise.


    20.06.2023 11:35


    Der VSE schätzt gemäss einer Mitteilung vom Dienstag, dass die Stromtarife 2024 im Mittel um 12 Prozent steigen. Er stützt sich dabei auf Angaben von 135 seiner Mitglieder, darunter die grössten Strom-Grundversorger. Definitive Zahlen werden allerdings erst Ende August bekannt sein.


    Im Mittel 3 Rappen mehr pro kWh

    Ein Anstieg um 12 Prozent bedeutet einen Aufschlag von 3 Rappen pro Kilowattstunde (kWh). Es handelt sich nach Angaben des VSE um einen Medianwert. Die Hälfte der Grundversorger dürfte den Tarif um 12 Prozent oder mehr erhöhen. Bei der anderen Hälfte könnte der Anstieg tiefer ausfallen.

    Ein Vier-Personen-Haushalt dürfte somit 2024 im Mittel 30 Rappen pro kWh für den Strom bezahlen müssen. Bereits im laufenden Jahr stiegen die Stromtarife laut VSE im Median um 6 Rappen pro kWh oder um 27 Prozent, auf im Mittel 27,2 Rappen pro kWh.


    In den erwarteten neuen Anstieg eingerechnet sind neben den Energietarifen und den Kosten für die Nutzung des Übertragungsnetzes von Swissgrid Kosten für die Strom-Winterreserve des Bundes, Abgaben an Kantone und Gemeinden sowie der Netzzuschlag, mit dem Strom aus erneuerbaren Energien gefördert wird.


    Noch nicht bekannt sind laut VSE hingegen die Netznutzungstarife für das Verteilnetz. Auch hier sei teilweise mit mehr Kosten zu rechnen. Diese Tarife sind je nach Grundversorger unterschiedlich hoch.


    Energiekrise nicht vorbei

    Begründet wird die erneute Tariferhöhung mit der Energiekrise. Die Strompreise im Grosshandel stiegen 2021 wegen höherer Preise für Brennstoff und CO2, historisch tiefen Füllständen der Gasspeicher sowie Abschaltungen und Ausfällen von AKW stark. Hinzu kamen 2022 der Angriff auf die Ukraine und Trockenheit in ganz Europa.


    Trotz hoher Preise hätten die Versorger für 2024 und die Zeit danach einkaufen müssen, schreibt der VSE. Auch wenn sich die Lage seit August 2022 etwas entspannt habe, seien die Marktpreise noch immer überdurchschnittlich hoch. Die Entwicklung sei unsicher, und die europäische Energiekrise sei noch nicht ausgestanden.


    "System funktioniert nicht mehr"

    Kritik auf die Ankündigung kam umgehend vom Konsumentenschutz: Stromunternehmen hätten kolossal hohe Gewinne ausgewiesen, liess sich Geschäftsleiterin Sara Stalder in einer Mitteilung zitieren. Bei Alpiq, Axpo und BKW, den drei grössten, seien es über die letzten Monate zusammengerechnet über 4,4 Milliarden Franken gewesen.


    In der Krise zeige sich, dass das Stromsystem in der Schweiz nicht mehr funktioniere, so Stalder. Statt dass die Konsumentinnen und Konsumenten in der Grundversorgung vor übermässigen Preiserhöhungen geschützt seien, könnten die Preise auf die Bevölkerung abgewälzt werden, ohne Probleme und Risiken.


    Stalder hofft auf Abhilfe im Strom-Mantelerlass, den das Parlament zurzeit berät. Die Räte hätten es in der Hand, das Stromversorgungsgesetz konsumentenfreundlich zu revidieren statt "die Gewinne der Stromkonzerne nach oben zu treiben".

    (AWP)

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  • Nationalratskommission beharrt auf Solarpflicht für Neubauten

    (Zusammenfassung) - Beim sogenannten Energie-Mantelerlass ist noch kein Kompromiss zwischen den Räten in Sicht. Die zuständige Nationalratskommission will etwa auf einer Solarpflicht für alle Neubauten sowie für erhebliche Umbauten beharren. Daneben bleiben weitere gewichtige Differenzen.


    20.06.2023 18:34


    Für die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats (Urek-N) hat der konsequente Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion höchste Priorität, wie die Parlamentsdienste am Dienstag mitteilten. Im Gegensatz zum Ständerat plädiert sie weiterhin für Eignungsgebiete für Solar- und Windenergie und eine umfassende Solarpflicht für Gebäude und Parkplätze.


    Mit 14 zu 10 Stimmen beschloss sie, dass eine Solarpflicht für alle Neubauten sowie für erhebliche Umbauten und Erneuerungen gelten soll, insbesondere bei Sanierung des Dachs. Die Kommissionsmehrheit sieht in den Gebäudeflächen ein grosses Potenzial für die Solarenergie, das ohne Eingriffe in Landschaft und Biodiversität genutzt werden könne.


    Eine Minderheit lehnt jegliche Verpflichtung ab, da sie zu stark ins Grundeigentum eingreife und die Solarenergie im Winter nur wenig Strom liefere. Eine andere Minderheit befürwortet eine Solarpflicht für Gebäude ab einer Fläche von 300 Quadratmetern, wie sie heute gilt und vom Ständerat verlängert werden will.


    Anders als der Ständerat ist die Urek-N weiterhin für eine Pflicht, Fahrzeugabstellflächen ab einer bestimmten Grösse mit Solarelementen zu überdachen. Eine Minderheit warnt derweil vor einem Eingriff in kantonale Kompetenzen.


    Kompromiss bei Restwasserregeln gesucht

    Auch bei den Restwasservorschriften scheint noch keine mehrheitsfähige Lösung für die Zukunft gefunden worden zu sein. Laut der Urek-N sollen die Restwassermengen von Wasserkraftwerken gesenkt werden dürfen, wenn dies zur Abwendung einer Strommangellage notwendig ist. Bereits im vergangenen Herbst hatte der Bundesrat eine solche Lockerung auf dem Verordnungsweg vorgenommen.


    Im Ständerat hatte sich ein Antrag durchgesetzt, wonach der Bundesrat auch zur Erreichung der Produktions- und Importziele die Betreiber von Wasserkraftwerken verpflichten können, ihre Stromproduktion befristet zu erhöhen. Eine Minderheit der Urek-N stimmt dem zu.


    Einigung in anderen Punkten in Sicht

    Einigen könnten sich die Räte dagegen bald in weiteren wichtigen Punkten des Energie-Mantelerlasses: Die Nationalratskommission unterstützt den Ständerat mit 16 zu 0 Stimmen bei 9 Enthaltungen bei der Frage der Eignungsgebieten für Wind- und Solarenergie. In gewissen Gebieten, die die Kantone nach einer umfassenden Interessenabwägung im Richtplan festlegen, sollen die Solar- und Windenergie Priorität gegenüber anderen Interessen haben.


    Wie schon der Ständerat beantragt die Urek-N zudem, dass neue Wasserkraftanlagen nicht absolut ausgeschlossen sein sollen, wenn die entstehende Restwasserstrecke durch ein Schutzgebiet von nationaler Bedeutung verlaufen würde. Aufgrund des grossen Produktionspotenzials soll in solchen Fällen das Projekt nicht von Anfang an ausgeschlossen sein, sondern zumindest eine Abwägung zwischen Schutz- und Nutzungsinteressen vorgenommen werden.


    Die Nationalratskommission wird ihre Beratung des Geschäftes an einer nächsten Sitzung fortsetzen, sodass die Vorlage in der Herbstsession von den Räten erneut beraten werden kann.

    Das Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien - Energie-Mantelerlass genannt - ist ein Kerngeschäft bei der Umsetzung der Energiewende. Für Energieminister Albert Rösti ist es oberstes Ziel, die Gefahr einer Mangellage möglichst rasch zu beseitigen, wie er kürzlich sagte. Der Energie-Mantelerlass solle deshalb möglichst im Herbst von den Räten verabschiedet werden.

    mk/

    (AWP)

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