• Lastminute ernennt interims-CEO und startet Suche nach Nachfolger für Cannavale


    Der im Zentrum einer Untersuchung wegen möglichen Sozialhilfe-Betrugs stehende Online-Reiseanbieter LM Group («Lastminute») krempelt die Firmensitze um.


    25.07.2022 08:07


    Lauta Amoretti übernimmt interimistisch die Aufgaben der beiden Geschäftsführer Fabio Cannavale (CEO) und Andrea Bertoli (COO).


    Cannavale und Bertoli sitzen seit letzter Woche in Untersuchungshaft. Die den beiden Managern übertragenen Befugnisse werden im Zusammenhang mit der laufenden Untersuchung der Staatsanwaltschaft des Kantons Tessin für einen Zeitraum von drei Monaten ausgesetzt, teilte das Unternehmen am Montag mit. Darüber hinaus leitet das Unternehmen die Suche nach einem dauerhaften Nachfolger für den CEO ein.


    Amoretti ist seit 2019 Chief Customer Officer der Gruppe und seit mehreren Jahren Geschäftsführerin verschiedener Tochtergesellschaft von LM.


    Vergangenen Mittwoch hatte die Tessiner Staatsanwaltschaft gegen verschiedene Schweizer LM Group-Tochtergesellschaften Ermittlungen aufgenommen. Sie werden des Betrugs, unrechtmässiger Inanspruchnahme von Sozialversicherungs- oder Sozialhilfeleistungen und Verletzung des Schweizer Arbeitslosenversicherungsgesetzes verdächtigt.


    (AWP)

  • Und niemanden interessiert es?

    Da werden bei einer an der SIX kotierten Gesellschaft zwei Personen aus der Top-Etage in U-Haft gesteckt, der Aktienkurs geht von rund CHF 30 auf CHF 19 runter: Das Cash-Forum scheint es nicht zu interessieren. Geht der Kurs noch weiter runter oder etwa wegen aufkommender Übernahmespekulationen steil nach oben? Ich denke nach unten passiert nicht mehr viel, ausser es wurde massiv betrogen mit entsprechenden finanziellen Folgen auch für lastminute. Vor etwa drei Jahren gab es meines Wissens bereits einmal Gespräche betreffend einer Übernahme. Jetzt wäre eine solche Transaktion zwar mit Risiken verbunden, das dürfte allerdings für einen Käufer einen "Preisnachlass"ermöglichen.


    Meinungen dazu?

  • Die Firma hat ihre Glaubwürdigkeit verloren. Die welche am meisten abkassieren sind wie so oft auch die korruptesten, siehe CS.


    Denke der Kurs wird noch weiter fallen.

  • Lastminute steigert Umsatz deutlich und schreibt wieder Gewinn


    Der Online-Reiseanbieter LM Group («Lastminute») hat im ersten Halbjahr massiv mehr umgesetzt und wieder deutlich mehr Gewinn verbucht. Die Corona-Krise rückt damit in den Hintergrund.


    05.08.2022 08:10


    Der mögliche Missbrauch von Kurzarbeitsentschädigungen wirft derzeit aber einen dunklen Schatten über die Gruppe. Firmenchef Fabio Cannavale sitzt deswegen nach wie vor in Untersuchungshaft.


    Der Umsatz war in der Periode von Januar bis Juni mit 159,8 Millionen Euro mehr als drei Mal so hoch wie im Vorjahreszeitraum (VJ 50,2 Mio EUR). Gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 fehlten aber noch immer 5 Prozent, wie Lastminute am Freitag mitteilte.


    Gleichzeitig war die LM Group auch wieder profitabel. Der bereinigte Betriebsgewinn (EBITDA) lag im erste Halbjahr mit 24,5 Millionen Euro um ein vielfaches höher (VJ 1,6 Mio EUR). Vor allem aber resultierte auch wieder ein Reingewinn von 13,2 Millionen, nachdem im Vorjahreszeitraum stark Corona-bedingt noch ein Verlust von 17,6 Millionen zu Buche stand.


    Über Vorkrisenniveau im Q2


    Nach einem harzigen Jahresbeginn wegen der Omikron-Variante habe das Geschäft an Fahrt gewonnen, heisst es im Communiqué. Insbesondere im zweiten Quartal habe es einen starken Aufschwung erlebt. Haupttreiber sei dabei das Geschäft mit Reisevermittlungen (OTA) gewesen.


    Innerhalb des OTA-Geschäfts blieben weiterhin die dynamischen Urlaubspakete der wichtigste Treiber. In den Paketen werden Transport und Unterkunft mit touristischen Angeboten wie etwa Sightseeing kombiniert. Sie gelten als margen-stärker als andere Angebote der Gruppe und wirken sich entsprechend auch positiv auf die Profitabilität aus.


    So lag den Angaben zufolge im zweiten Jahresviertel der Umsatz bereits acht Prozent über dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. Im Juli bestätige sich nun der Erholungskurs, allerdings mit einem leichten Rückgang des Wachstums aufgrund der allgemeinen Störungen auf dem EU-Reisemarkt, räumte Lastminute ein. Ein konkreten Ausblick auf das laufende Jahr gibt die Gruppe nicht.


    Untersuchung gegen Töchter «keine Auswirkungen»


    Wie ein Damoklesschwert hängt derzeit allerdings der mögliche Missbrauch von Corona-Kurzarbeitsentschädigungen einiger Tochterfirmen über dem Online-Reiseanbieter. Das Zwangsmassnahmengericht des Kantons Tessin ordnete deswegen im Juli für CEO Fabio Cannavale und weitere Führungskräfte Untersuchungshaft an. Interimistisch wird das Unternehmen derzeit daher von Laura Amoretti geleitet.


    Konkret wird gegen die Töchter BravoNext SA, BravoMeta CH SA und LMNext CH SA wegen Betrugs, unrechtmässiger Inanspruchnahme von Sozialversicherungs- oder Sozialhilfeleistungen sowie Verletzung des Schweizer Arbeitslosenversicherungsgesetzes ermittelt. Daher wurden Gelder der betroffenen Firmen über 7 Millionen Franken gesperrt.


    In aktuellen Communiqué zu den Semesterzahlen heisst es nun lediglich, dass die "jüngsten Ereignisse" keine Auswirkungen auf den aktuellen Geschäftsverlauf gehabt hätten. Zudem wurde die für den 2. September geplante Generalversammlung abgesagt.


    Die Online-Reisegruppe ist vor allem für die Reise- und Ferienangebote auf lastminute.com bekannt. Zur Gruppe gehören aber weitere Reise-Marken wie Volagratis, Rumbo, weg.de, Bravofly, Jetcost und Hotelscan.


    (AWP)

  • LM Group: Untersuchungshaft für Fabio Cannavale und Andrea Bertoli verlängert


    Die beiden früheren Geschäftsführer des Online-Reiseanbieters LM Group ("Lastminute") dürften noch länger in Untersuchungshaft bleiben. Wie das Unternehmen am Montagabend mitteilte, hat ein Tessiner Gericht die von der Tessiner Staatsanwaltschaft beantragte Haftverlängerung bis spätestens am 18. Oktober 2022 genehmigt.


    12.09.2022 19:04


    Seit Mitte Juli befinden sich der Firmengründer und frühere CEO Fabio Cannavale sowie der operative Chef (COO) Andrea Bertoli in Untersuchungshaft. Nach wie vor werde die LM Group von der Interimschefin Laura Amoretti geleitet, heisst es weiter. Sie gehöre seit vielen Jahren dem Unternehmen an und sei seit 2019 als Chefin des Kundenmanagements tätig.


    Laut früheren Angaben hatte die Tessiner Staatsanwaltschaft gegen verschiedene Schweizer LM Group-Tochtergesellschaften Ermittlungen zu Vorwürfen wie Betrug, unrechtmässiger Inanspruchnahme von Sozialversicherungs- oder Sozialhilfeleistungen sowie Verletzung des Schweizer Arbeitslosenversicherungsgesetzes aufgenommen.


    Nach dem Verständnis des Unternehmens ziele die Untersuchung auf einen möglichen Missbrauch von Ansprüchen und Auszahlungen von Covid-19-bezogenen Kurzarbeitsgeldern durch die Schweizer Töchter BravoNext SA, BravoMeta CH SA und LMNext CH SA ab, heisst es im Communiqué vom Montag weiter. Die Untersuchung befasse sich mit der möglichen Diskrepanz zwischen den von den rund 500 Beschäftigten in Chiasso geleisteten Arbeitsstunden und der den Behörden gemeldeten Arbeitsstunden.


    Noch ist unklar, wie lange die Voruntersuchung andauertn wird. Dazu gebe es keine fixe Frist und es könne einige Zeit dauern, bis sie beendet sei, so die LM Group. Und die Firma hält fest, dass sich die Ermittlungen gegen Einzelpersonen und nicht gegen das Unternehmen oder die Tochtergesellschaften richte.


    mk/kw


    (AWP)

  • Das Börsenklima eine Katastrophe und dann noch diese News:


    LM Group: Nun steht auch Interim-CEO Laura Amoretti unter Verdacht
    Im Rahmen der laufenden Untersuchungen gegen die frühere Geschäftsleitung des Online-Reiseanbieters LM Group ("Lastminute") wird nun auch Interim-CEO Laura…
    www.cash.ch


    Könnte eine sehr gute Kaufchance sein, denn nach Corona hat die Reisebranche diesen Sommer so richtig geboomt.

    Die Strafverfahren gegen die Führungspersonen von Lastminute haben ja keinen Einfluss auf den sehr guten Geschäftsgang dieses Jahr.

  • Vontobel deutlich optimistischer für Aktie des Flughafens Zürich - Kurs steigt deutlich an
    Die Bank Vontobel erhöht das Kursziel für den Flughafen Zürich kräftig und empfiehlt die Aktie nun zum Kauf. Das Schweizer Luftdrehkreuz zählt wieder deutlich…
    www.cash.ch


    Wie die steigenden Flugzahlen belegen, boomt der Reiseverkehr.

    Das müsste beim Aktienkurs viel mehr gewichtet werden, als die laufenden Strafuntersuchungen gegen die ehemalige Führung.

    Börse ist eben nicht logisch und bietet daher für den logisch denkenden Investor immer wieder luktrative Kaufgelegenheiten.

  • Teile des Topmanagements in U-Haft, die noch mindestens bis 18. Oktober dauert. Nicht überraschend dass der Kurs unter Druck ist. Was sind mögliche Szenarien?

    An der Sache ist nichts dran, dann geht es steil nach oben. Für mich unwahrscheinlich.

    Persönliches Fehlverhalten. Das würde dem Kurs helfen, allenfalls zu einer Übernahme führen. Für mich durchaus möglich.

    Weitere Kreise sind in das Fehlverhalten involviert. Das bekäme dem Kurs gar nicht gut. Dieses Szenario schliesse ich nicht aus.

    Fazit: Für Spekulanten interessant.

  • LM Group: Untersuchungshaft für Cannavale und Bertoli verlängert

    Im Rahmen der laufenden Untersuchungen gegen die frühere Geschäftsleitung des Online-Reiseanbieters LM Group ("Lastminute") hat die Tessiner Staatsanwaltschaft die Untersuchungshaft für die beiden früheren Geschäftsführer verlängert.


    24.10.2022 19:06


    Seit Mitte Juli befinden sich der Firmengründer und frühere CEO Fabio Cannavale sowie der operative Chef (COO) Andrea Bertoli in Untersuchungshaft. Diese sei nun bis maximal am 29. November 2022 verlängert worden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Sie blieben deshalb auch bis auf weiteres von ihren Aufgaben dispensiert.

    Laut früheren Angaben hatte die Tessiner Staatsanwaltschaft gegen verschiedene Schweizer LM Group-Tochtergesellschaften Ermittlungen zu Vorwürfen wie Betrug, unrechtmässiger Inanspruchnahme von Sozialversicherungs- oder Sozialhilfeleistungen sowie Verletzung des Schweizer Arbeitslosenversicherungsgesetzes aufgenommen.

    Nach dem Verständnis des Unternehmens zielt die Untersuchung auf einen möglichen Missbrauch von Ansprüchen und Auszahlungen von Covid-19-bezogenen Kurzarbeitsgeldern durch die Schweizer Töchter BravoNext SA, BravoMeta CH SA und LMNext CH SA ab.

    Nach wie vor werde die LM Group von der Interimschefin Laura Amoretti geleitet. Der Verwaltungsrat bestätigt in der heutigen Mitteilung sein Vertrauen in Amoretti erneut.

    Allerdings wurde Amoretti Ende September zusammen mit einer Anzahl weiterer ehemaliger und aktueller Mitarbeitenden der Gruppe von der Staatsanwaltschaft des Kantons Tessin ebenfalls zu Beschuldigten erklärt.

    Der eingeleitete Selektionsprozess für einen definitiven CEO sieht laut der Mitteilung auch Amoretti als mögliche Kandidatin vor.

    Weiter teilt das Unternehmen mit, dass die Zahlen zum dritten Quartal am 17. November publiziert werden sollen. Ausserdem soll noch vor Ende Jahr eine ausserordentlichen Generalverammlung durchgeführt werden, dies im Hinblick auf die Lösung der aktuellen Situation.

    cf/

    (AWP)

  • Lastminute ernennt neuen CEO und VR-Präsident - Rückstellungen von 34 Millionen Euro

    Grosser Knall beim Online-Reiseanbieter LM Group. Das Unternehmen, gegen das Untersuchungen wegen möglicher Betrügereien bei der Kurzarbeitsentschädigung laufen, tauscht praktisch die gesamte Führungsriege aus.


    Luca Concone soll nun CEO werden, Yann Rousset Verwaltungsratspräsident. Ebenfalls neu in den Verwaltungsrat sollen Valentin Pitarque, Paolo Quaini, Maria Teresa Rangheri und Cyril Ranque einziehen, wie es in der Meldung vom Donnerstag heisst. An einer für den 21. Dezember einberufenen ausserordentlichen Generalversammlung werden die Aktionäre über die neuen Personalien abstimmen.


    Concone wird damit die Nachfolge der infolge des Betrugsverdachts ad interim eingesetzten CEO Laura Amoretti übernehmen. Er verfügt laut den Angaben über mehr als ein Jahrzehnt Erfahrung als Unternehmer, Angel-Investor und Berater für Unternehmen der Technologie- und Internetbranche.

    Zudem treten der unter Verdacht stehende Firmengründer und Ex-CEO Fabio Cannavale sowie Ex-COO Andrea Bertoli mit sofortiger Wirkung als Verwaltungsräte zurück. Der Verwaltungsrat nehme die Rücktritte zur Kenntnis und akzeptiere diese. Cannavale und Bertoli wurden den Angaben zufolge inzwischen aus der Untersuchungshaft entlassen.


    Gleichzeitig habe der Verwaltungsrat infolge der Ermittlungen der Tessiner Staatsanwaltschaft zwei Untersuchungen eingeleitet, eine interne ebenso wie eine durch eine Prüfungsgesellschaft. Basierend auf den vorläufigen Ergebnisse der Untersuchungen sei nun eine Rückstellung von 34 Millionen Euro für eine mögliche Rückerstattung des gesamten Betrags erhaltener Kurzarbeitsentschädigungen und damit verbundenen Rechtskosten gebildet worden.

    (AWP

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  • Die Ungewissheit sollte jetzt weg sein, nachdem Rückstellungen in der Höhe von der maximal möglichen Rückforderung der ALV vorgenommen wurden. Rechnet man diese einmalige Rückstellung heraus, hat Lastminute in den ersten 9 Monaten einen Gewinn von 25,2 Mio. Euro (Rückstellung minus 8,8 MioEuro) erzielt. Läuft das Geschäft in etwa gleich weiter, werden also wieder Gewinne sprudeln. Ausserdem besteht die Möglichkeit, dass die Rückstellung nicht vollständig in Zusammenhang mit dem Strafverfahren gebraucht wird.

  • Freut mich, dass meine beiden Beiträge positiv aufgenommen wurden. Vielleicht kommt jetzt über Lastminute hier mehr Diskussion auf (Es muss ja nicht immer nur Meyer Burger sein, gute Diversifikation hat bekanntlich noch nie geschadet!).

    Der Titel ist wirklich (noch) auf einem sehr tiefen Niveau, wenn man schaut, was für Kurse vor dieser Strafsache und Covid erreicht wurden (knapp unter CHF 50 im Feb. 2020).

  • Eine Börsenkapitalisierung von CHF 250 Mio. Erscheint auch mir viel zu tief. Trotz der momentan herrschenden Unsicherheit bin ich überzeugt, dass wir Kurse von über CHF 30 im Q1 2023 haben werden. Ich bleibe investiert. Insgeheim hoffe ich auf eine Übernahme.

  • Es gibt doch seit heute keine wichtigen Unsicherheiten mehr. Der Schaden aus dem Strafverfahren beläuft sich auf max. 34 Mio. Euro, welche zurückgestellt wurden. Möglicherweise bleibt da sogar etwas übrig, weil man eben sehr konservativ zurückgestellt hat, um gegen alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Zudem sind die Zahlen für die ersten 9 Monate von 2022 bekanntgegeben worden. Und wir wissen jetzt, dass es gut läuft und ohne die Rückstellung ein ansehnlicher Gewinn erzielt wurde.