OC Oerlikon

  • OC Oerlikon

    Aus der heutigen FuW, die erwarten vom Solarbereich auch nicht unbedingt sehr viel:


    "Oerlikon Solar vor der Stunde der Wahrheit


    Rückzug von Applied Materials belastet – Hoffen auf neuen Dünnfilm-Automaten – Solarmesse in Valencia wird zum Prüfstein – «Kristalline» Meyer Burger sind besser


    Beat D. Hebeisen



    Der Markt für die Dünnfilm-Solartechnologie steht mitten in einer tiefgreifenden Restrukturierung. Applied Materials hat in der Vorwoche den Ausstieg aus dem Geschäft mit Komplettanlagen angekündigt. Würth Solar verkauft die Nutzungsrechte an ihrem Solarbeschichtungsverfahren CIGS an Manz Automation. Der Anlagenbauer Komax fährt die Aktivitäten im Bereich der Dünnfilmtechnologie zurück und schliesst das erst 2008 eröffnete Kompetenzzentrum in der Schweiz.



    Verschiedene Verfahren

    Im Gegensatz zur kristallinen Photovoltaik hat die Dünnschichttechnologie die Erwartungen bisher kaum erfüllt. Anfangserfolge von Oerlikon haben sich nicht als dauerhaft erwiesen. Grössere Aufträge erhielt dagegen die US-Gesellschaft First Solar. Doch dem weltweit bedeutendsten Produzenten von Dünnfilmmodulen drohen Liefereinschränkungen; in Japan sind die Zellen bereits verboten. Der Grund: Das in den Paneelen verwendete Cadmium-Tellurid ist hochgiftig. Oerlikon produziert die Zellen mit einer Beschichtung durch Silangas. Die dritte relevante Technologie im Markt ist das CIGS-Verfahren mit Kupfer, Indium, Gallium und Selen.



    Das Problem der beiden letztgenannten Technologien ist allerdings, dass die Beschichtungsverfahren offenbar schwierig zu beherrschen sind. Sunfilm, die mit Modulen von Applied im Silangas-Verfahren produzierte, musste im März dieses Jahres Insolvenz anmelden. Trotz hoher Investitionen gelang Applied Materials der Durchbruch nicht. Die Paneele der Amerikaner waren zu teuer und damit nicht wettbewerbsfähig (vgl. Text unten).



    Der erste Vorzeigekunde von Oerlikon Solar, das deutsche Unternehmen Ersol, produziert weiterhin auf Anlagen aus der Schweiz, hat in jüngster Zeit aber den kristallinen Bereich ausgebaut. Die von Oerlikon belieferte Pramac im Tessin vermochte die Zielvorgaben offenbar zu erfüllen. In diesen Tagen soll die volle Auslastung der Fabrik erreicht werden.



    Die Dünnfilm-Anbieter kämpfen indes gegen ökonomische Probleme. Die Stromgewinnung mit kristallinem Silizium hat sich in den letzten Monaten verbilligt, was im Wesentlichen auf deutlich tiefere Preise für den Rohstoff Silizium zurückzuführen ist. Der Kostenvorteil von Dünnfilm ist damit gegen null gesunken. Diese Technologie hat aber noch ein anderes Handicap. Die Produktionsanlagen sind mit Kosten um 300 Mio. Fr. für eine 100 Megawatt-Fabrik deutlich höher als für vergleichbare Anlagen zur Herstellung kristalliner Paneele. Gerade mit Blick auf die Unsicherheiten der Technologie sowie die hohen Kosten war es darum in der Rezession der letzten 18 Monate kaum möglich, für ein Dünnfilm-Solarprojekt die Finanzierung auf die Beine zu stellen. Das hat Oerlikon Solar zu spüren gekommen, und die Probleme sind noch nicht ausgeräumt.




    Technologie «nicht etabliert»

    Matthias Fawer von der Bank Sarasin beurteilt die Technik und Marktsituation der Oerlikon-Tochter «skeptisch». Fawer ist Hauptautor der jährlich im November erscheinenden viel beachteten Studie der Bank zur Solarwirtschaft. Er kritisiert, dass es Oerlikon Solar in den letzten Jahren nicht gelungen sei, das Dünnfilm-Verfahren im Markt zu etablieren. Die kristalline Technologie hingegen verfüge über eine sehr hohe Akzeptanz, da sei es schwierig, eine neue Technologie mit Erfolg einzuführen. Oerlikon Solar müsse es jetzt rasch gelingen, Kosten und Effizienz zu verbessern, ist Fawer überzeugt.



    Jürg Henz, der Leiter von Oerlikon Solar, reagiert auf solche Bemerkungen mit Gelassenheit. Die Oerlikon-Tochter will offenbar bereits an der weltweit wichtigsten Solarmesse von Anfang September in Valencia zeigen, dass mit der im letzten Jahr verbesserten Technologie speziell der Rückstand gegenüber First Solar wettgemacht werden konnte.



    Industrialisierung

    Die Photovoltaik steht mitten in einem Industrialisierungsprozess. Gemäss Marktprognosen dürfte die Dünnfilm-Technologie bis auf weiteres attraktivere Wachstumsraten als kristalline Module verzeichnen, ausgehend von einer weit niedrigeren Basis (vgl. Grafik). Die staatlich zugesicherten Einspeisevergütungen für Solarstrom werden Schritt um Schritt reduziert. Es ist sogar damit zu rechnen, dass im Rahmen der Sparprogramme einzelner Staaten die auf 20 Jahre zugesicherten Subventionen ganz gestrichen werden.



    Für den Investor ist der Dünnfilmsektor in der Solarindustrie bis auf weiteres mit hohen Risiken verbunden. Oerlikon Solar muss erst beweisen, dass die eigenen Produkte vom Markt akzeptiert werden. First Solar steht in einigen Jahren die Ablösung von Tellurid bevor. Im Kurs von OC Oerlikon steckt gegenwärtig so gut wie keine Solarfantasie. Das eröffnet zwar wagemutigen Anlegern Chancen für eine vielleicht lukrative Wette, doch konservativere Investoren im Solarsegment sollten derzeit wegen der Unwägbarkeiten auf kristallin statt auf Dünnfilm setzen. Und da bleiben im Tableau der SIX die Aktien Meyer Burger das Mass der Dinge.





    Applied Materials zieht Konsequenzen

    Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende – so der Grundtenor der Analysten zum Entscheid von Applied Materials, aus dem Dünnfilmmarkt auszusteigen. Das Solargeschäft geben die Kalifornier aber nicht vollständig preis: Der Konzern wird das deutlich kompetitivere Geschäft mit kristallinem Silizium weiterführen. Die Kosten der Restrukturierung, der 500 Stellen zum Opfer fallen, schätzt das Management auf 400 Mio. $. Dafür dürften Betriebsauslagen von 100 Mio. $ pro Jahr eingespart werden.



    Damit schliesst Applied Materials ein Kapitel, das nie die hohen Erwartungen erfüllen konnte. 2006 war der grösste Anbieter von Chipequipment in die Photovoltaik eingestiegen, um die Abhängigkeit vom zyklischen Kernmarkt zu verringern. Zentrales Element war das ein Jahr später präsentierte Produktionssystem SunFab: Die integrierte Lösung sollte es den Kunden ermöglichen, in grossem Stil Dünnfilm-Kollektoren auf Basis von Glasplatten herzustellen. Das Geschäft hob aber nie ab – im abgelaufenen Quartal betrug der Umsatzbeitrag der Sparte EES (Energy and Environmetal Solutions) gerade eben 7%. Der Hauptgrund des Scheiterns liegt darin, dass Applieds Systeme preislich nie wettbewerbsfähig waren. Mit SunFab hergestellte Panels kosteten rund 30% mehr als konkurrierende Angebote. Zudem mussten in den vergangenen Monaten die beiden wichtigen Abnehmer Sunfilm und Signet Solar Insolvenz anmelden.




    Eine Investition in die Aktien von Applied Materials drängt sich weiterhin nicht auf. Zwar sind die Aussichten im Kerngeschäft Chipequipment intakt: So hat der weltgrösste Auftragsfertiger TSMC am Freitag publik gemacht, die Investitionen in Produktions- und Testausrüstung weiter zu erhöhen. Branchenkonkurrenten wie etwa der niederländische Fotolitographiespezialist ASML sind jedoch aus Anlegersicht vorzuziehen. FH




    «Technik ist fest etabliert»

    Jürg Henz, CEO Oerlikon Solar



    —— Herr Henz, Applied Materials zieht sich aus der Dünnfilmtechnologie mehrheitlich zurück. Sind Sie überrascht vom Entscheid der Amerikaner?


    Es gab bereits seit Monaten entsprechende Gerüchte im Markt. Sie haben sich jetzt bestätigt.



    —— Welche Auswirkungen sind dadurch für Oerlikon Solar absehbar?


    Selbstverständlich ist der Ausstieg unseres Hauptkonkurrenten nicht ideal für das weitere Wachstum des Dünnschicht-Silizum-Bereichs. Ein weiterer Spieler wäre insofern hilfreich gewesen, als sich die Dünnschicht-Silizium-Technologie schneller und prägnanter am Markt gegenüber den anderen Photovoltaikverfahren entwickelt hätte. Als Signal für den Markt wäre aber der Ausstieg eines grossen Dünnfilmmodulherstellers wie Sharp fataler gewesen.



    —— Belastet der Entscheid der US-Gesellschaft die Finanzierung

    neuer Dünnfilmprojekte?


    Damit rechnen wir nicht. Die Dünnschicht-Solartechnik ist inzwischen fest etabliert. Unsere Kunden haben mittlerweile eine Gesamtkapazität von 500 Megawatt aufgebaut. Auf unseren Anlagen wurden bislang mehr als 2 Mio. Module in zwölf voll produzierenden Fabriken hergestellt. Unabhängige Marktstudien sagen dem Dünnschichtmarkt aufgrund seiner wirtschaftlichen Vorteile bis 2014 ein Wachstum von bis zu 43% voraus, während der kristalline Markt 30 bis 35% wachsen soll.



    —— Oerlikon Solar will noch vor Ende Jahr eine verbesserte Dünnfilmproduktionsanlage vorstellen. Wird damit die Differenz im Wirkungsgrad im Vergleich mit den effizienteren Modulen von First Solar geschlossen?


    Entscheidend ist nicht der absolute Wirkungsgrad, sondern die Gestehungskosten für den Strom. Was diese entscheidende Kerngrösse angeht, werden wir uns in keiner Art und Weise vor First Solar verstecken müssen.



    —— Könnte ein erneuter Konjunkturabschwung das Solarprojekt von Oerlikon grundsätzlich gefährden?


    Natürlich gibt ein Aufschwung Rückenwind, und eine Rezession bremst. Doch für uns ist ausschlaggebend, dass in der Gesamtkostenrechnung die Energieproduktionskosten mit unseren Dünnschichtmodulen Wettbewerbsvorteile bieten. Und da sind wir optimistisch, dies kurzfristig mit den neuen Anlagen zu erreichen.



    —— Was braucht es, damit Oerlikon Solar endlich ein Erfolg wird?


    Oerlikon Solar ist aus unserer Sicht ein Erfolg. Zwischen 2005 und 2008 wurde aus dem Nichts ein Bereich mit einem Umsatz von 600 Mio. Fr. und über 800 Mitarbeitenden aufgebaut. Noch wichtiger: Oerlikon Solar konnte unter Beweis stellen, diese Technologie industriell und wirtschaftlich zu beherrschen. Dass wir seit 2009 eine rückläufige Bewegung haben, liegt im Wesentlichen an externen Faktoren. Die technische Attraktivität der Dünnschicht ist nach wie vor gegeben.



    Interview: DH"

    Besser reich und gesund als arm und krank!

  • OC Oerlikon

    Tiesto wrote:

    Quote
    Simona

    Dann gehörst du auch zu denen, die an Kurse um CHF 2.50 überzeugt sind?


    Also verkaufen...den August abwarten, und dann wieder rein? Ich weiss nicht...wäre zu einfach...


    Nee, überzeugt nicht. Dazu müsste ich Wissen haben. Es könnte möglich sein. Aber da ich die 'Abmachungen' nicht kenne... :?: Beobachten, wen's interessiert.




    Gruss,

    Simona

  • OC Oerlikon

    schon bedenklich dass oerl selbst heute an diesem ausgesprochen grünen börsenmontag mit über 1% im minus steht. frage mich schon langsam ob diese bude nochmals die kurve kriegt - und vorallem wann :roll:

    what's up!

  • OC Oerlikon

    CuriousMe wrote:

    Quote
    schon bedenklich dass oerl selbst heute an diesem ausgesprochen grünen börsenmontag mit über 1% im minus steht. frage mich schon langsam ob diese bude nochmals die kurve kriegt - und vorallem wann :roll:


    In einer Woche kommen zusätzliche 60 Millionen Aktien auf den Markt deren Verkaufssperre abläuft, das wird zusätzlichen Druck auf den Kurs geben.

    Besser reich und gesund als arm und krank!

  • OC Oerlikon

    Tiesto wrote:

    Quote
    Du wiederholst dich ;)

    Ich persönlich gehe davon aus, dass dieser Druck bereits im Aktienkurs enthalten ist. Mal sehen...


    Wir werden sehen, ich würde fast auf Kurse unter 4.- wetten. *wink*

    Besser reich und gesund als arm und krank!

  • OC Oerlikon

    Kapitalist wrote:

    Quote

    CuriousMe wrote:


    In einer Woche kommen zusätzliche 60 Millionen Aktien auf den Markt deren Verkaufssperre abläuft, das wird zusätzlichen Druck auf den Kurs geben.



    bla bla bla

  • OC Oerlikon

    Kapitalist wrote:

    Quote

    Tiesto wrote:


    Wir werden sehen, ich würde fast auf Kurse unter 4.- wetten. *wink*


    Wie soll den dies schon im Aktienkurs drin sein, wenn die Aktien noch gar nicht verkauft wurden?


    Ne, ne, der Kurs wird da schön nach Süden gehen.

  • OC Oerlikon

    Casino

    Indem dass bereits viele Raus sind, weil sie so wie du, befürchten dass der Aktienkurs nach der Verkaufssperre massiv nach Süden geht. Heute Volume über 700'000, Kurs + 3 %. Sind dass den alles Spekulanten, die kurz vor Verkaufssperre noch rausgehen? Macht doch null Sinn! :roll:

  • OC Oerlikon

    Tiesto wrote:

    Quote
    Casino

    Indem dass bereits viele Raus sind, weil sie so wie du, befürchten dass der Aktienkurs nach der Verkaufssperre massiv nach Süden geht. Heute Volume über 700'000, Kurs + 3 %. Sind dass den alles Spekulanten, die kurz vor Verkaufssperre noch rausgehen? Macht doch null Sinn! :roll:


    Wissen die den alle Bescheid, wüsstest du denn Bescheid, wann die Verkaufssperre zu Ende ist, wenn du nicht jeden Tag hier drin wärst? Das sind doch die wenigsten die wirklich Bescheid wissen... Ausserdem ist es ja eigentlich nur ein Frage von Angebot und Nachfrage ob ein Preis steigt oder sinkt, Anzahl gekaufte und verkaufte Aktien sind ja immer gleich...

  • Re: Verkaufssperre

    Newcomer85 wrote:

    Quote
    Kann mir jemand bitte erklären, wer die Aktien denn hat, welche eine Verkaufssperre haben?


    Hedgefonds welche vor der KE Kredite mit 30% Abschlag von den Gläubigerbanken gekauft haben.


    Für die eigentliche Aktie haben sie dann nur Fr. 3.72 bezahlt. Unter Berücksichtigung der Preisnachlässe für die aufgekauften Kredite kommen sie auf einen bereinigten Kaufpreis von ca. 2.60.


    Es handelt sich um rund 60 Millionen Aktien.

    Besser reich und gesund als arm und krank!

  • OC Oerlikon

    Kapitalist etc.




    Quote:

    Quote
    Wir werden sehen, ich würde fast auf Kurse unter 4.- wetten. Wink


    Ich hab jetzt fleissig die letzten 7,8 seiten gelesen und das mit der Sperre ist ja interessant wo ihr so um den 2-3 Aug. gedacht habt mitte aug. wirds runter gehen.


    was meint ihr? kommts noch oder nicht?


    mfg

  • OC Oerlikon

    FunkyImo wrote:


    Die Verkaufsperre sollte nächste Woche auslaufen.

    Besser reich und gesund als arm und krank!

  • OC Oerlikon

    Offenbar beginnen jetzt die Hedgefonds mit ausladen. Das Volumen war heute deutlich höher bei fallenden Kursen. Wie lange halten die 4.- noch?

    Besser reich und gesund als arm und krank!

  • OC Oerlikon

    Was ist den mit der Oerlikon los? Kann es sein, dass jemand wie der Vekselberg die Aktien die jetzt von den Hedgfonds auf den Markt geschmissen werden, aufkauft? :?:

    Normaler Weise geht die Aktie mit dem Trend und der ist momentan ja Rot.

  • OC Oerlikon

    Tiesto wrote:

    Quote
    Möchte ich auch gerne wissen...in einem solchen Marktumfeld, wäre OERLN 8 % im Minus.

    Wird meine Theorie doch noch aufgehen? :lol:


    Kapitalist

    Wars du am Werk? Hast du gekauft? 8)


    Vermutlich haben die Russen jetzt die absolute Mehheit. *wink*

    Besser reich und gesund als arm und krank!