Stadler Rail

  • «Es gibt einen Run auf die Aktie von Stadler Rail»


    Der Termin für das IPO sowie die Preisspanne für die Aktie von Stadler Rail werden wohl in den nächsten Tagen bekanntgegeben. Die Aktie wird teuer, aber eine attraktive Dividende bieten, wie Recherchen von cash zeigen.


    28.03.2019 08:08


    Von Ivo Ruch


    Dass Stadler Rail an die Schweizer Börse kommt, ist bekannt. Noch unklar war bislang jedoch, zu welchen Konditionen und wann genau. Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler, dem derzeit 80 Prozent der Firma gehören, sagte unlängst: "Stadler soll eine Volksaktie werden". Wer aber eine solche Aktie haben will, dürfte kein Schnäppchen machen.


    Denn nun sickern Details zum zukünftigen Börsenwert des Zugherstellers durch: Laut involvierten Investoren soll er zwischen 3,7 und 4,3 Milliarden Franken liegen. Zuletzt wurden interessierte professionelle Investoren von den federführenden Banken – es handelt sich dabei um eine Reihe von Instituten, unter anderem Credit Suisse, UBS und Zürcher Kantonalbank – über Stadler Rail ins Bild gesetzt. Bei dieser sogenannten "Investor Education" stellen die Analysten der IPO-Banken die Firma detailliert vor und geben auch ihre Vorstellung vom Börsenwert ab. Wohlgemerkt: Sie sind in diesem Prozess die Verkäufer und sind an einem hohen Wert interessiert.


    Das Interesse an Stadler Rail ist jedoch gross und somit auch die Chance, dass die Marktkapitalisierung schlussendlich deutlich über 4 Milliarden liegen wird. "Über 4 Milliarden wäre teuer, aber es gibt ohnehin einen Run auf die Aktie. Die Firma steht gut da, hat mit Spuhler einen bekannten Patron und entspricht dem Zeitgeist. Stichwort: Klimastreik", sagt ein Insider zu cash.ch, der anonym bleiben möchte. Von der Kapitalisierung her würde Stadler also von Beginn weg in einer ähnlichen Liga wie Panalpina, OC Oerlikon oder Emmi spielen.


    Ankündigung Anfang April


    Als nächstes wird Stadler die Mitteilung "Intention to Float" herausgeben, also die offizielle Einleitung des Börsengangs. Es würde nicht überraschen, wenn dies am 1. April geschieht. Dann stellt Stadler sein Management einer breiten Investorenschaft vor. Wie schnell es gehen kann, zeigt das Beispiel des Tessiner Orthopädieunternehmens Medacta. Am 22. März gaben sie bekannt, am 4. April den Sprung auf das Börsenparkett wagen zu wollen. Ein Stadler-IPO noch vor Ostern ist also durchaus realistisch.

    Wie funktioniert ein Börsengang? Mehr dazu erfahren Sie hier

    Die "Intention to Float" enthält nebst den Details zum beabsichtigten IPO-Termin auch die Bandbreite des Emissionspreises, wobei die Interessen des Unternehmens und der Investoren abgewogen werden. Während die ursprünglichen Besitzer, in diesem Fall Peter Spuhler, an einem möglichst hohen Emissionspreis interessiert sind, wollen Neuinvestoren tendenziell einen günstigen Preis.


    Aber auch Überlegungen zum langfristigen Erfolg des Börsengangs spielen bei der Preissetzung eine Rolle. Soll eine "Volksaktie" Tatsache werden, darf die Preisspanne nicht zu stark nach oben ausgereizt werden. Wichtig: Die Absage des Börsengangs ist jederzeit möglich, sollte sich das Börsenumfeld plötzlich markant eintrüben.


    Keine günstige Bewertung


    Entscheidend für Investoren ist vor allem die Frage nach der Bewertung. Und diesbezüglich wird die Schweizer "Zug-Aktie" wohl nicht günstig. Analysten und Investoren schätzen dazu die zukünftigen Unternehmenszahlen von Stadler. So kursieren Schätzungen einer EBITDA-Marge zwischen 8 und 9 Prozent für das Jahr 2020 und eines Gewinns von etwa 200 Millionen Franken. Stadler selbst rechnet bis 2020 mit einem Nettoumsatz von 4 Milliarden Franken.


    Beim Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sind die Analysten der IPO-Banken, also die Verkäufer, etwas optimistischer und rechnen mit Werten zwischen 14 und 15. Vorsichtigere Prognosen gehen hingegen von KGV 16 bis 17 aus. Zum Vergleich: Andere Industrietitel wie Schindler (21), Interroll (30) sind deutlich höher bewertet, Georg Fischer (13) gilt in diesem Sektor als günstig. Auch verglichen mit der direkten Zugbauer-Konkurrenz sind KGV-Werte um 17 nicht besonders preiswert (siehe Tabelle weiter unten).


    Wenn schon kein Schnäppchen, dann könnte Stadler zum Dividendentitel werden. Hier ist eine Ausschüttungsquote des Gewinns von 60 Prozent im Gespräch. Es wird langfristig mit einer Dividendenrendite von 3,5 Prozent gerechnet. Das läge über dem Marktdurchschnitt der Schweizer Börse, der für den Swiss Performance Index bei 3 Prozent liegt.


    Die direkte Konkurrenz von Stadler Rail ist an der Börse derweil unterschiedlich erfolgreich unterwegs. Umsatzstärkster Zugbauer der Welt ist mit rund 18 Milliarden Euro die chinesische CRRC. Dahinter folgen Bombardier mit knapp 8 Milliarden, ebenfalls in dieser Region bewegen sich Alstom und Siemens. Auch die spanischen Hersteller Talgo und CAF sind börsenkotiert, sie sind allerdings kleiner als Stadler Rail. Wie die folgende Darstellung zeigt, haben in den letzten 52 Wochen bloss Alstom, Talgo und CRRC beim Börsenwert klar zugelegt. Ganz besonders heftige Verluste mussten die Aktionäre von Bombardier hinnehmen. Hier war aber auch der Rebound seit Anfang Jahr am grössten.


    [Blocked Image: https://www.cash.ch/sites/default/files/public/uploads/cash/redaktion/grafiken/stadler_12m.png]


    Quelle: Bank CIC


    Dass es Stadler dereinst besser macht, damit rechnen die meisten Beobachter. Die Bilanz ist gesund und die Bestellungseingänge stimmen zuversichtlich. Zudem ist das Zuggeschäft ein Zukunftsmarkt: Der weltweite Trend zur Reduktion von CO2 sowie das rasche Wachstum von Metropolen spielen den Firmen in die Karten. Wachstumspotenzial hat Stadler zudem in der Signaltechnik. Gut vorstellbar, dass die Börsenkotierung für einen Zukauf in diesem Bereich genutzt wird. Dies wäre über eine Kapitalerhöhung oder die Ausgabe einer Anleihe möglich.


    Der grösste Erfolgsfaktor von Stadler birgt gleichzeitig auch Gefahr. Patron Peter Spuhler stellt ein Klumpenrisiko dar. Denn nicht zufällig gab Spuhler 2012 sein Nationalratsmandat auf, um sich ganz auf Stadler zu konzentrieren. Er gibt die Marschrichtung der Firma vor und ist für viele Kunden die wichtigste Ansprechperson. Mit dem Börsengang wird die Eigentümerschaft von Stadler zwar breiter aufgestellt. Auf Spuhler verzichten, das kann sich das Unternehmen aber noch lange nicht leisten.


    Aktienperformance der Stadler-Konkurrenz

    Titel Performance 2019* Perf. 52 Wochen* Dividendenrendite* KGV (12Mt.)
    Bombardier +43 -25 - 27
    CAF +17 +2 1,6 16
    CRRC +12 +28 2,3 16
    Alstom +9 +6 1 16
    Talgo +8 +10 - 17
    Siemens -2 -7 4 14

    Quellen: cash.ch, Bloomberg (Stand 27.03.19) *Angaben in Prozent

  • Kommt Stadler Rail überteuert an die Börse?

    Während sich viele Analysten beim Börsengang von Stadler Rail noch bedeckt halten, haben die der VP Bank bereits eine klare Meinung. Sie befürchten, dass der Zughersteller zu teuer an die Börse kommt.


    Stadler Rail will an die Börse. Noch ist allerdings unklar, wann und zu welchen Konditionen. Wie cash.ch am Donnerstag berichtete, wird der Zughersteller diesbezüglich wohl schon am Montag mit entsprechenden Informationen aufwarten. Das Interesse der Anleger scheint jedenfalls riesig.


    Wie seit dem frühen Freitagmorgen bekannt ist, kann Stadler Rail für mehr als 600 Millionen Dollar Metro-Züge in die USA liefern (zum Artikel). Die neuen Züge sind für den Einsatz am weltgrössten Flughafen, dem Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport, vorgesehen. Es ist dies die bisher grösste Bestellung von Fahrzeugeinheiten in der Geschichte des Unternehmens überhaupt. Im Hinblick auf den geplanten Börsengang kommt sie genau richtig.


    Preisvorstellungen gehen weit auseinander


    Obwohl das Interesse der Anleger riesig und Stadler Rail in den hiesigen Finanzmedien seit Tagen das zentrale Thema ist, geben sich die Analysten der VP Bank überraschend zurückhaltend. Ihren Berechnungen zufolge wäre eine Börsenkapitalisierung zwischen 2 und 2,5 Milliarden Franken Franken für den Zughersteller angemessen. Das liegt weit unter den zuletzt herumgereichten 3,7 bis 4,3 Milliarden Franken.


    Während das Unternehmen selber mittelfristig von einem Jahresumsatz von rund 4 Milliarden Franken und einer operativen Marge (EBIT) von 8 bis 9 Prozent ausgeht, sind die VP-Bank-Analysten etwas vorsichtiger. Sie gehen bei ihren Berechnungen vielmehr von einer operativen Marge zwischen 7,5 und 8,5 Prozent aus.


    Abschliessende Beurteilung noch gar nicht möglich


    Stadler Rail sei zwar solide aufgestellt. Ausserdem sei der Auftragseingang weitestgehend staatlich getrieben und dadurch nur wenig konjunkturabhängig, so schreiben sie. Allerdings befürchten die Analysten, dass sich der jetzige Eigentümer dies anlässlich des Börsengangs bezahlen lassen wird. Komme hinzu, dass es sich beim Zughersteller um einen Nischenanbieter ohne wirkliche globale Ausrichtung in einem sehr wettbewerbsintensiven Markt handle.


    Die Vorsicht der Analysten der VP Bank bei Stadler hat nicht unbedingt firmenspezifische Gründe. Vielmehr üben sie sich bei Börsengängen im ohnehin hoch bewerteten Schweizer Industriesegment generell eher in Zurückhaltung.


    Die Analysten räumen jedoch ein, dass eine abschliessende Beurteilung der Attraktivität erst möglich ist, wenn die Preisspanne des Börsengangs bekanntgegeben wird. Spätestens dann dürften sich auch andere Berufskollegen zu Wort melden.


    https://www.cash.ch/news/top-n…teuert-die-boerse-1307340

  • Kein zusätzliches Kapital

    Es werden nur die bestehenden Aktien bei der IPO an die Börse gelangen und keine neue ausgegeben. Somit werden einfach die Altaktionäre ausbezahlt. Die Firma selbst kommt so nicht zu frischem Kapital.



    Ist das in diesem Fall sinnvoll? Ich dachte, der Gang an die Börse war auch dazu gedacht frisches Geld einzusammeln für allfällige spätere Akquisitionen stemmen zu können?

  • Händler sehen Riesennachfrage nach Stadler-Rail-Aktien


    Beim Börsengang von Stadler Rail zeichnet sich ein Grosserfolg ab. Die Nachfrage sei immens, heisst es am Markt. "Es gibt viel zu wenige Aktien, damit alle, die mitmachen wollen, auch etwas erhalten", sagt ein Händler.


    02.04.2019 11:14


    "So wie man hört, waren die Bücher am ersten Tag schon nach zwei Stunden gedeckt", sagt ein anderer Händler. Es müsse daher mit grösseren Kürzungen bei der Zuteilung gerechnet werden. "Falls man überhaupt eine Zuteilung bekommt. Kleinaktionäre dürften wohl leer ausgehen", sagt ein Händler.


    Privatanleger sollten abwarten, wie sich die Aktie nach dem Börsenstart entwickle. Der Erfolg hänge schliesslich auch davon ab, wo der Ausgabepreis festgelegt werde. Es sei damit zu rechnen, dass die Preisspanne eher am oberen Ende eingeengt werde. Sollte die Spanne, die derzeit bei 34 bis 41 Franken festgelegt wurde, am oberen Ende eingeengt oder gar voll ausgereizt werden, geschehe dies möglicherweise zulasten der zukünftigen Performance.


    "Stadler Rail hat eindeutig das Zeug zu einer Volksaktie und längerfristig dürfte ihr wohl auch Erfolg beschieden sein", sagt der Händler. "Stadler Rail kommt gerade rechtzeitig, um auf der grünen Welle mitzureiten", sagt ein anderer Börsianer.


    pre/ra


    (AWP)

  • Exportgarantie ist keine Subvention!

    DIesen Kommentar kann man ruhigen Gewissens löschen. Die Exportgarantie wurde als Versicherung konzipiert, falls ein Kunde im Ausland nicht zahlen kann und das Geld nicht eintreibbar sein sollte, dann deckt der Bund den Verlust. Zudem verdient der Staat auch an den Gewinnen und an der Lohnsumme der KMUs, da darf er auch Risiken versichern. Es ist eine Versicherung und keine Subvention!


    Und ob SP, SVP, FDP, CVP oder Grüne, alle die Arbbeitsplätze ausserhalb der Staatsstellen schaffen gehören unterstützt und sollten gelobt werden. Wenn nur unse,re Lehrer das einsehen würden, genau so wie Gewinn nicht unmoralisch ist sondern für Investitionen in die Zukunft gebraucht wird.

  • der Praktikus von fuw, 3.April 2019


    Apropos Börsengang


    Privatanleger dürften auch bei Stadler Rail wieder einmal kaum zum Zug kommen. Und dann am ersten Tag einsteigen, davon rate ich Ihnen angesichts der Euphorie ab. Das hatte sich schon bei den Neulingen Sensirion und Medartis gezeigt, sie liegen nun zum Emissionspreis zwar im Plus, entwickelten sich aber gemessen am ersten Handelstag schwächer als der Gesamtmarkt. Medartis hat am Dienstag enttäuscht, im Kurs sind weiter zu hohe Erwartungen enthalten.


    Euphorie um Stadler


    Das muss nicht viel heissen. Doch die Investoren sind begeistert, auch international. Probleme, wie sie die Konkurrenten Siemens, Alstom oder Bombardier haben, scheinen unternehmens- und weniger branchenspezifisch zu sein. Die Visibilität Stadlers sei gut, Chancen in der Signaltechnik und im Service täten sich auf, heisst es, und schliesslich habe das Unternehmen im Gegensatz zu den Branchenriesen dank Peter Spuhler auch künftig den Charakter einer unternehmergeführten Gesellschaft.


    Das alles kann ich unterschreiben, doch ich fürchte, die Begeisterung überbordet und fusst auch auf dem weiterhin herrschenden Anlagenotstand im Markt. Risiken werden unterschätzt. Dass eine private Gesellschaft von Spuhler den Kunden von Stadler Aufträge mitfinanziert, das schmeckt mir überhaupt nicht. Kampfpreise der Konkurrenz wird auch Stadler Rail mehr und mehr zu spüren bekommen, und das Geschäft in den Schwellenländern ist mit überdurchschnittlich hohen Korruptionsrisiken verbunden.

  • Stadler Rail platziert Aktien zu 38 Franken


    Der Zugbauer Stadler Rail kann seine Aktien beim Sprung auf Börsenparkett am Freitag in der oberen Hälfte der angepeilten Preisspanne platzieren.


    Aktualisiert um 07:22


    Die Aktien des Börsenneulings Stadler Rail gehen am Freitag mit einem Ausgabepreis von 38 Franken an den Start. Dies entspricht einem Platzierungsvolumen von 1,33 Milliarden Franken. Die Börsenkapitalisierung des Unternehmens liegt zum Ausgabepreis bei 3,8 Milliarden Franken, wie Stadler am Freitag mitteilte. Die Aktien werden ab heute unter dem Ticker-Symbol SRAIL gehandelt.


    Das Thurgauer Unternehmen hat im Basisangebot 35 Millionen Aktien platziert, hinzu kommen weitere 5,25 Millionen Aktien für eine Mehrzuteilungsoption zu Gunsten der beteiligten Banken. Der Free Float der Aktien beträgt nach der Emission 38,16 Prozent und nach Ausübung der Mehrzuteilungsoption 43,41 Prozent.

    Hauptaktionär und Verwaltungsratspräsident Peter Spuhler, der das Unternehmen 1989 gekauft hatte, hielt bisher 80 Prozent an der Firma. Mit dem Börsengang ist sein Anteil nun auf knapp 40 Prozent gesunken. Der Alt-SVP-Nationalrat will auch nach dem Börsengang Ankeraktionär und Verwaltungspräsident bleiben. Sämtliche der platzierten Aktien stammen aus seinem direkten und indirekten Besitz.


    Das Zeug zu einer Volksaktie?


    Bereits im Vorfeld des Börsengangs hatte sich ein grosses Interesse abgezeichnet. Die Nachfrage sei immens, hatte es am Markt geheissen. "Es gibt viel zu wenige Aktien, damit alle, die mitmachen wollen, auch etwas erhalten", hatte ein Händler bereits vor einer Woche gegenüber AWP gesagt.


    Privatanlegern hatte er jedoch geraten, abzuwarten, wie sich die Aktie nach dem Börsenstart entwickelt. Letztlich gelte aber, dass "Stadler Rail eindeutig das Zeug zu einer Volksaktie hat", so der Börsianer.

    Schweizer Aktien kaufen und verkaufen?


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    Stadler stellt unter anderem Regionalzüge, Hochgeschwindigkeitszüge, U-Bahnen und Trams her. Eine starke Position hat das Unternehmen in Europa, wo es gemäss eigenen Angaben drittgrösster Hersteller von Schienenfahrzeugen ist. Derzeit arbeiten 8'500 Mitarbeiter für Stadler.


    Das Unternehmen aus Bussnang im Kanton Thurgau ist der dritte Neuzugang an der Schweizer Börse SIX im laufenden Jahr. Bislang wagten sich die Medizintechnikfirma Medacta und das vom Pharmakonzern Novartis abgespaltene Augenheilunternehmen Alcon aufs Parkett.


    (AWP/Reuters)

  • Aktie von Stadler Rail zündet bereits ein Kursfeuerwerk


    Einige Anleger erhalten aus dem Börsengang von Stadler Rail nur einen Bruchteil der gezeichneten Aktien zugeteilt. Viele müssen über den offenen Markt Aktien zukaufen. Das verleiht der Aktie vorbörslich Schub.


    Aktualisiert um 08:24


    Von Lorenz Burkhalter


    Zuletzt ging alles ziemlich schnell: Keinen Monat ist es her, dass der Zughersteller Stadler Rail die Öffentlichkeit über die Börsenpläne informierte. Heute Freitag ab 9 Uhr wird die Aktie erstmals gehandelt. Geht es nach Patron Peter Spuhler, soll sie zur "Volksaktie" werden.


    Wie aus Bankenkreisen zu vernehmen ist, haben viele Anleger allerdings nur einen eher überblickbaren Teil der gezeichneten Aktien zugeteilt erhalten. Einige Quellen bezeichnen die sogenannte Zuteilungsquote sogar als enttäuschend. Von Zuteilungen von gerademal 8 Prozent der gezeichneten Stückzahl ist vereinzelt die Rede.


    Ausgabepreis am oberen Ende der eingeengten Preisspanne


    Mit anderen Worten: Die Anleger sind gezwungen, über den offenen Markt Aktien zuzukaufen. Das machen sie im vorbörslichen Handel von Julius Bär denn auch. Auf den Ausgabepreis von 38 Franken bezogen gewinnt die Aktie von Stadler Rail zur Stunde kräftige 17,4 Prozent auf einen Mittelkurs von 44,65 Franken. Der Briefkurs liegt gar bei 47 Franken.


    Und das, obwohl der Ausgabepreis mit 38 Franken im oberen Bereich der Preisspanne liegt. Diese war zunächst mit 33 bis 41 Franken angegeben und später wegen der grossen Nachfrage auf 36 bis 39 Franken eingeengt worden.


    Auf Basis des Ausgabepreises errechnet sich eine Börsenkapitalisierung von 3,8 Milliarden Franken für den Zughersteller. Das liegt zwar im Rahmen der im Vorfeld in Bankenkreisen herumgereichten 3,7 bis 4,3 Milliarden Franken, gleichzeitig aber weit über den 2 bis 2,5 Milliarden Franken, welche die VP Bank für angemessen hält.


    Analysten werden wohl erst in wenigen Wochen konkret


    Während das Unternehmen selber mittelfristig von einem Jahresumsatz von rund 4 Milliarden Franken und einer operativen Marge (EBIT) von 8 bis 9 Prozent ausgeht, sind die Analysten der VP Bank etwas vorsichtiger. Sie gehen bei ihrer Unternehmensbewertung vielmehr von einer operativen Marge zwischen 7,5 und 8,5 Prozent aus.


    Wie es im hiesigen Berufshandel weiter heisst, dürfte es dauern, bis sich weitere Bankenanalysten zur Stadler-Rail-Aktie äussern. Mit ersten konkreten Empfehlungen sei wohl erst nach Ablauf der sogenannten Blackout-Period in wenigen Wochen zu rechnen.

  • santarosa hat am 12.04.2019 10:48 geschrieben:

    Quote

    Habe für 200'000 Fr gezeichnet (über Migros Bank) habe kein Stück erhalten.


    Aktie für mich vorerst gestorben. Jetzt soll Stadler zuerst mal liefern und zwar beim EBIT und nicht beim Umsatz. Kommt Zeit kommt Rat.


    «Es gibt viel zu wenige Aktien»


    Bereits im Vorfeld des Börsengangs hatte sich ein grosses Interesse abgezeichnet. Die Nachfrage sei immens, hatte es am Markt geheissen. «Es gibt viel zu wenige Aktien, damit alle, die mitmachen wollen, auch etwas erhalten», hatte ein Händler bereits vor einer Woche gegenüber AWP gesagt.


    https://www.fuw.ch/article/sta…uer-38-franken-zugeteilt/

  • Schon klar, dass es zuwenig Aktien für die Zuteilung hatte.


    Was ich aber vielmehr sagen wollte ist: Jetzt am Markt für 13% teurer diese Aktie zu kaufen, erachte ich als erhebliches Risiko.


    Darum in meinen Augen erstmals abwarten ob der entsprechende EBIT geliefert wird. Umsatz ja, aber ob der Gewinn erreicht wird welcher vorher gesagt wurde / wird, ist für mich fraglich. Die Risiken, dass Gewährleistungen und andere Verpflichtungen den Gewinn wegfressen, ist erheblich.


    Eine Firma welche sich neu an der Börse presentiert, muss sich auch qualitativ (bezüglich transparente Finanzzahlen und Informationen) den neuen Begebenheiten (sprich Börsengesetzen) anpassen. Da kam bis jetzt immer nur Positives im Vorfeld des IPO. Meine Erfahrung => wo nur Licht ist, ist auch Schatten.


    Siehe Aktien-Kursverlauf Idorsia.

  • Ich finde +13% kein "erhebliches Risiko", da Stadler bis 2020 gefüllte Bücher hat und klar umschrieben ist, wieviel Dividende ausbezahlt wird. Und der Vergleich mit Idorsia ist meines Errachtens unpraktikabel, weil Stadler Gewinne macht, und man bei Idorisa eine Pipeline bewertet und mögliche Milestone-Zahlungen (durch Johnson und Johnson) und eben Forschungsausgaben abziehen muss. Viele Leute sahen in Idorsia den möglichen Actelion-Nachfolger, was es aber nicht sein kann, weil das kein Pharmaunternehmen mehr ist, sondern eher ein Auftragsforschungsunternehmen mit immensen Kosten.


    Idorsia hat ein grösseres Totalausfall-Risiko als Stadler. Das ist meine Meinung.


    Aber klar hast Du recht wegen der Risiken wie Gewährleistung (Rost-Problem bei den SBB z.B.). Aber Züge von Stadler funktionieren besser als diejenigen von Bombardier. ;)

  • Ich möchte noch längerfristige Komponenten hervorstreichen:


    wir müssen für das Erreichen der Klimaziele vermehrt auf Bahnverkehr setzen.


    Dass Stadler Multi-Mio-Aufträge auch aus den USA erhält, ist für mich persönlich sehr ermutigend. Ich sehe Chancen, dass die Zahl und die Grösse der Aufträge zunehmen, allerdings sehe ich auch die Gefahr, dass die Chinesische Konkurrenz nicht schläft.


    Stadler ist sehr agil und mittlerweile auch innovativ (Doppelstockzüge, Geschwindigkeiten bis 250 km/h). Daneben haben Sie recht viele Einnahmen durch Baukastenzüge (-> Einfacher Austausch der Motor-Einheit). Es gibt insofern recht ähnliche Züge, die in der Schweiz, Ungarn oder Russland fahren. Die meisten Einnahmen stammen aus solchen Zügen und nicht aus experimentellen Zügen, was eher das Metier von Alstom oder Bombardier ist.


    Übrigens: falls es zu einer Konjunktureintrübung kommt, dann ist Stadler abgefedert, weil bis 2020 die Bücher voll sind und Helikoptergelder wohl in Infrastrukturausgaben fliessen. Aber klar. Man kann immer daneben liegen. Das ist oft so.


    Ich habe Stadler gekauft, um mein Depot zu diversifizieren. Und romantisch gesehen: um mein Depot grüner zu machen. Als vielleicht letzter Grund, in Stadler zu investieren: es könnte durchaus eine Liebhaber-Aktie werden. Mit dann kleiner Dividendenrendite, aber trotzdem zufriedenen Aktionären. Wir fahren alle mit Stadler-Zügen und wir lieben alle unsere Bahn.

  • Quote

    So viel ist Stadler Rail wert (gemäss Handeszeitung)

    • Bewertung: Basis für die Unternehmensbewertung ist die Multiplikatormethode, die den potenziellen Firmenwert durch den Umsatz oder den operativen Gewinn (Ebit) bemisst. Diese Multiples basieren auf für die jeweilige Branche typischen Erfahrungswerten.
    • Im Awendungsfall: Experten schätzen je nach Berechnung den Wert von Stadler Rail auf rund 3 Milliarden Franken. Stadler bewegt sich in den Branchen Transport beziehungsweise Anlagenbau. Für die Transportindustrie gilt ein Wert von 7,7-mal den Ebit oder 1,15- mal den Umsatz. Die Ebit-Marge für Stadler Rail liegt geschätzt bei rund 10 Prozent. Es waren auch schon mehr, vermuten Insider, höhere Projektkosten sollen die Marge gedrückt haben. Gemessen an den Umsätzen der letzten beiden Jahre ergibt das einen Firmenwert von rund 2 Milliarden Franken. Im Anlagenbau gilt ein Multiplikator von 10,2-mal den Ebit beziehungsweise 0,92-mal den Umsatz: Das entspricht dem Börsenwert von fast 3 Milliarden Franken.
    • Prognose: Der Börsenwert dürfte einiges höher liegen, denn obige Bewertungen basieren auf Angaben aus den Jahren 2017 und 2018. Stadler Rail geht für 2020 aber von einem Umsatz von bis zu 4 Milliarden Franken aus. Das heisst: Die Aktie bietet Luft nach oben. Insbesondere wenn man bedenkt, dass der weltweite Bedarf für Rollmaterial bis 2021 bei fast 60 Milliarden Dollar sein wird. Das entspricht 10 Milliarden mehr an potenziellen Aufträgen als noch vor zwei Jahren. Der Grund: Verstädterung, CO2-Reduktion und ein hoher Erneuerungsbedarf.
    • Markstellung: Bei voll umgesetzten Aufträgen von 3,5 Milliarden Franken wird die Firma Branchengrössen wie General Electric beim Rollmaterialumsatz überholen. Die Börsenkotierung auf dem Schweizer Kapitalmarkt schafft die nötige Visibilität, um Investoren anzulocken und in den Investment Case «Stadler Rail» zu investieren. Stadler wird das Kapitalmarktgeld benötigen, um die nächste Wachstumsphase zu finanzieren. Und wird darauf achten müssen, den dramatisch höheren Auftragsbestand effizient abzuwickeln: das Volumen mit den vorhandenen Kapazitäten stemmen, termingerecht liefern – und dies möglichst ohne teure Nacharbeiten. Verlässlichkeit ist zentral im Zuggeschäft.