Swiss Steel

  • Vekselbergische Hebel

    Adrian Blum

    [Blocked Image: http://www.fuw.ch/wp-content/uploads/2013/08/Blum_Adrian_200-190x190.jpg]

    « Gelingen kann ein solcher Coup nur, wenn der Angreifer potent und das Zielobjekt angeschlagen ist. »

    Der Investor Victor Vekselberg kontrolliert mit begrenztem Einsatz Schmolz + Bickenbach. Das Publikum muss zuschauen. Ein Kommentar von FuW-Redaktor Adrian Blum.

    Mit gut 70 Mio. Fr. die Kontrolle über eine Gesellschaft übernehmen, die einen Unternehmenswert von 1,25 Mrd. Fr. aufweist, zeugt von Raffinesse. Dem russischen Investor Victor Vekselberg ist dies mit Schmolz + Bickenbach (STLN 3.24 6.23%) mit Bravour gelungen. Die Interessen der Publikumsaktionäre standen dabei allerdings nicht gerade im Mittelpunkt. Gelingen kann ein solcher Coup nur, wenn der Angreifer potent und das Zielobjekt angeschlagen ist. Letzteres zumindest ist unbestritten: Der besagte Unternehmenswert des deutsch-schweizerischen Spezialstahlherstellers setzt sich zusammen aus einer Marktkapitalisierung von 350 Mio. Fr. und Nettoschulden von gut 900 Mio. Fr.


    Angeschlagen war Schmolz + Bickenbach mehrfach. Die (einstige) Gross­aktionärin Schmolz + Bickenbach KG, die Gesellschaft der Erbenfamilien, besass früher einmal eine Mehrheit. Wegen eigener finanzieller Probleme sank im Zuge von Kapitalmassnahmen ihr Anteil auf zunächst gut 40% und nun rund 15%. Die KG war auch in Führung und Corporate Governance alles andere als begnadet.


    Dem von der KG bestellten VR-Präsidenten und Erben Michael Storm gelang es nicht, den Spezialstahlhersteller auf der Erfolgsspur zu halten, trotz der operativen Stärken des Unternehmens. Storms persönliche Verfehlungen, die seinen Rücktritt und später den Rausschmiss des Führungsduos zur Folge hatten, läuteten das Ende der Kontrolle durch die KG ein. Um sich einen letzten Rest von Einfluss zu sichern, verbündete sie sich mit Vekselbergs Gesellschaft Renova. Dies geschah – von aussen betrachtet – am Verwaltungsrat vorbei, was seine Investorensuche unterminierte. Die KG übertrug der Renova dann in ihrer Not ein Aktienpaket von 25% zum Preis von 2.40 Fr. je Aktie. Was die KG als nichtmonetäre Gegenleistung für diesen Schnäppchenpreis zu bieten hatte, ist nicht bekannt. Klar ist nur, dass der Deal nicht dem Publikumsaktionär diente.


    Der bestehende Verwaltungsrat hatte in Teilen ebenfalls seinen Beitrag zur finanziell prekären Situation geleistet, am Ende aber immerhin versucht, das Ruder herumzureissen und eine für sämtliche Aktionäre gerechte Lösung zu präsentieren. Der Widerstand des Gremiums ist nun gebrochen. Zur ausserordentlichen Generalversammlung am 13. September werden Renova und die S+B KG den Verwaltungsrat von acht auf sieben Mitglieder verkleinern. Sie haben zwei Renova- und einen KG-Vertreter bezeichnet und wollen auch vier unabhängige Kandidaten vorschlagen. Es würde nicht überraschen, wenn es auch einen neuen CEO und neuen CFO geben wird.


    Das Beispiel Schmolz + Bickenbach zeigt, wie angreifbar Unternehmen sind, die sich in Schwierigkeiten befinden. Daran ist nichts auszusetzen. Je grösser die Schwierigkeiten, desto leichter das Spiel für potente Spieler und desto grösser das Risiko für Publikumsaktionäre, aussen vor zu stehen. Der Anleger sollte sich dessen stets bewusst sein.

    Besser reich und gesund als arm und krank!

  • Absolute Frechheit, da diskutierte man doch grad noch über den fairen Wert etwas weiter oben, 3.95 -5.70. Nun dies:

    Abfindungsangebot für SCHMOLZ+BICKENBACH (ISIN CH0005795668)

    Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde

    Die VENETOS HOLDING AG bietet den Aktionären der oben erwähnten

    Gesellschaft ein Abfindungsangebot zu den folgenden Konditionen an:

    Preis: CHF 2.85 pro Aktie

    Sofern die Kapitalerhöhung der S+B AG, so wie von der

    Generalversammlung der S+B AG am 28. Juni

    2013 beschlossen (Bezugsverhältnis von 2:7), durch die Ausgabe von

    insgesamt 413’437’500 neuen S+BAktien

    (mit einem Nennwert von (neu) je CHF 0.80) mit einem Ausgabepreis von

    CHF 0.80 je neue S+BAktie

    tatsächlich durchgeführt wird, würde der durch die

    Verwässerungseffekte angepasste Angebotspreis

    CHF 1.26 netto je S+B-Aktie mit einem Nennwert von (neu) je CHF 0.80

    betragen.

    Frist: bis 26.08.2013

    Zahlbarkeitstag: 24.09.2013

    Das Angebot unterliegt mehrere Bedingungen. Es wird empfohlen, sich

    über mögliche steuerliche Folgen zu informieren. Mehr Informationen

    dazu finden Sie unter der folgenden Internetseite: http://www.renova.ru/en.

    Wir bitten Sie, dieses Angebot genau durchzulesen und zu prüfen. Es

    können Restriktionen hinsichtlich bestimmter Länder oder andere

    spezielle Voraussetzungen bestehen.

    Unsere Bank gibt keine Gewähr hinsichtlich der Zuverlässigkeit und

    Vollständigkeit des Angebots und lehnt jegliche Haftung für Schäden

    ab, die sich aus der Annahme des Angebots ergeben. Sie sind für die

    Zulässigkeit Ihrer Annahme des Angebotes verantwortlich.

    Gruss vom Eptinger

  • Eptinger:


    Zwingt Dich jemand dieses Angebot anzunehmen? Renova musste auf Grund gesetzlicher Bestimmungen ein Pflichtangebot unterbreiten, aber übernehmen wollen sie gar nicht. Kein Grund sich aufzuregen.

    Besser reich und gesund als arm und krank!

  • Kapitalist hat am 07.08.2013 - 16:11 folgendes geschrieben:

    Eptinger:

    Zwingt Dich jemand dieses Angebot anzunehmen? Renova musste auf Grund gesetzlicher Bestimmungen ein Pflichtangebot unterbreiten, aber übernehmen wollen sie gar nicht. Kein Grund sich aufzuregen.

    Nein, das ist freiwillig, damit das ganz klar ist. Aber es könnten welche drauf reinfallen. Es heisst da noch weiter:

    Sie haben nun folgende Möglichkeiten:
    Option 1) Angebot für Stück _____ Aktien zu den oben genannten
    Konditionen annehmen.
    Option 2) Nichts unternehmen und somit das Angebot der VENETOS
    HOLDING AG ablehnen.


    Ohne Ihre Weisung bis zum 25.08.2013 (23:59 Uhr) über den Button
    "Corporate Actions" in Ihrem Konto gehen wir davon aus, dass Sie das
    Angebot für Ihren Gesamtbestand ablehnen möchten.
    Sollten Sie die Option 1 nur für einen Teilbestand aus Ihrer Position
    wählen, gehen wir davon aus, dass Sie das Angebot für den Restbestand
    ablehnen möchten.
    Für weitere Informationen steht Ihnen Ihr Kundenbetreuungsteam..........

    Denkt an den fairen Wert! Kurs hoch >.....................................

    Gruss vom Eptinger

  • Das Angebot dünkt mich sowieso verwirrend gemacht. Was soll der Angebots-Preis 1.26 je Aktie?

    Das hier war der Text vom 26.08.13:

    28-06-2013 08:02 Schmolz+Bickenbach: Einzelheiten zur vom VR geplanten Kapitalerhöhung

    Name Letzter Veränderung
    SCHMOLZ+BICKENBACH AG N 3.19

    0.02 (0.63 *wacko*

    Zürich (awp) - Der Verwaltungsrat der Schmolz+Bickenbach AG hat die definitiven Ausgabebedingungen der Anfang Juni angekündigten Kapitalerhöhung festgelegt. So soll der Nennwert pro Aktie auf 0,80 CHF von 3,50 CHF reduziert und das Aktienkapital damit auf 94,5 Mio CHF von derzeit 413,4 Mio herabgesetzt werden, teilt der Verwaltungsrat am Freitag mit. Gleichzeitig würden neu 413'437,500 Aktien zum Nennwert von je 0,80 CHF herausgegeben, womit das Aktienkapital auf 425,3 Mio CHF erhöht werde. Den Aktionären von Schmolz+Bickenbach werden dabei für zwei gehaltene Namenaktien 7 neue Titel zum Bezugspreis von je 0,80 CHF pro Namenaktie angeboten.

    Der letzte Handelstag der bisherigen Namenaktien vor Zuteilung der Bezugsrechte werde der 1. Juli 2013 sein, so der Verwaltungsrat weiter. Die Bezugsfrist laufe voraussichtlich vom 2. Juli bis zum 9. Juli 2013 (12.00 Uhr MEZ). Erster Handelstag der neuen Namenaktien an der SIX Swiss Exchange ist dann voraussichtlich der 10. Juli 2013, heisst es. Der Kotierungsprospekt zur Kapitalerhöhung werde voraussichtlich am 1. Juli 2013 veröffentlicht.

    Wie bereits früher mitgeteilt, habe sich ein Bankensyndikat bestehend aus BNP Paribas, Commerzbank und Credit Suisse verpflichtet, sämtliche neuen Aktien aus dieser Kapitalerhöhung zu zeichnen und den bisherigen Aktionären zum Bezug anzubieten.

    Der Vorschlag des Verwaltungsrates steht an der heutigen Generalversammlung zur Abstimmung. Seit Wochen tobt ein Machtkampf im Aktionariat von Schmolz+Bickenbach, denn dem Vorschlag des Verwaltungsrates steht der Vorschlag der grössten Aktionärin, der Schmolz+Bickenbach KG, gegenüber. Diese fordert eine höhere Kapitalerhöhung um rund 430 Mio CHF.

  • Lorenz hat am 07.08.2013 - 17:57 folgendes geschrieben:

    Würde die Kapitalerhöhung, welche von der GV genehmigt wurde, dann aber juristisch gestoppt wurde, doch noch vor dem Renova-Angebot zur Durchführung gelangen (sehr unwahrscheinlich) so wäre der Preis von CHF 1.26 der Wert der Aktie nach Abgang des Bezugsrechtes auf Basis von CHF 2.85.

  • Danke Kroki.

    Dann meinen die das so? Neu, wenn ein bestehender, jetziger Aktionär z.B.

    2000 Titel hält, kann/muss er (Bezugsverhältnis 2:7) 7000 neue Titel zu Fr. 1.26 kaufen?

  • Hallo Lorenz falls die Kapitalerhöhung durchkommt gilt folgendes...



    kenik hat am 30.06.2013 - 14:11 folgendes geschrieben:

  • Lorenz hat am 07.08.2013 - 19:47 folgendes geschrieben:

    Quote

    Danke Kroki.



    Dann meinen die das so? Neu, wenn ein bestehender, jetziger Aktionär z.B.


    2000 Titel hält, kann/muss er (Bezugsverhältnis 2:7) 7000 neue Titel zu Fr. 1.26 kaufen?

    Nein, nicht so, Nicht Vekselberg bestimmt den Bezugspreis, der wurde von der Gesellschaft bestimmt. Der beträgt CHF 0.80 je neue Aktie. Wer also 2000 Titel hält, kann 7000 Titel zu je 80 Rappen kaufen. Nehmen wir an, ich mache die Kapitalerhöhung nicht mit, sondern verkaufe an Vekselberg, so erhalte ich von 2000 x Fr. 1.26 von Renova. Ich bekomme dazu von der Gesellschaft noch die Bezugsrechte, die ich an der Börse verkaufen kann. Oder ich nehme die Fr. 1.26 von Vekselberg für 2000 Aktien und benutze die Bezugsrechte, die mir von der Bank zugeteilt werden, zur Zeichnung von neuen Aktien zu 80 Rappen.
    Dies immer vorausgesetzt, der Ex-Tag der KE käme vor Abschluss des Angebotes Renova.

  • Danke an euch beide für die Erklärungen. Nun ist die (meine) Verwirrung behoben.

    Nur erwähnt für andere, es ist noch nichts klar.

    Aber mir ist klar: Das ist wirklich ein Wechselberg-Hebel. So billig kann er nicht ran. Sooo nicht VV!

    Wenn er nicht mehr will, umso besser.

    Jawoll, hoch mit dem Kurs.

  • Der mit der KE ist ja noch nicht endgültig entschieden, das kann sich noch ändern:


    "DUE-DILIGENCE-PRÜFUNG


    Die nun getroffene Vereinbarung sieht vor, dass S+B KG und Renova eine Due-Diligence-Prüfung des Stahlkonzerns durchführen können und unter der Leitung des Unternehmens mit Banken über eine Finanzierung verhandeln können, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Im Gegenzug lässt der Verwaltungsrat von Schmolz+Bickenbach das Übernahmeangebot von Renova durch eine so genannte Fairness Opinion von unabhängiger Seite beurteilen und will danach eine Empfehlung dazu abgeben.


    Die Gründerfamilien und Vekselberg haben bis Mitte August Zeit zu entscheiden, ob sie die an der Generalversammlung beschlossene Kapitalerhöhung mittragen oder ob sie ihrerseits eine umfangreichere Erhöhung mit Bezugsrechtsangebot und einer Festübernahme durch Renova vorschlagen wollen.


    Wie aus dem Communiqué weiter hervorgeht, soll im September eine ausserordentliche Generalversammlung stattfinden, um Klarheit über die Zukunft des Konzerns zu schaffen. Eine solche war allgemein erwartet worden, nachdem S+B KG die Beschlüsse der ordentlichen Generalversammlung blockiert hatte."

    Besser reich und gesund als arm und krank!

  • "Grossaktionär geht gegen Viktor Vekselberg vor" steht heute als Titel zu einem längeren Beitrag in der Tagesanzeiger Print Ausgabe.
    Gerold Büttiker (6% Aktienanteil) ficht den Entscheid zum Uebernahmeangebot von VV an die Aktionäre von Schmolz + Bickenbach bei der FINMA an und verlangt einen wesentlich höheren Angebotspreis.
    Wird dem Kursverlauf der Aktie in der nächsten Woche wohl nicht schaden.

  • S+B-Verwaltungsrat reicht Beschwerde bei Finma ein

    [Blocked Image: http://www.cash.ch/services/im…_Logo_Emmenbruecke_63.jpg]

    Das Gezerre um Schmolz und Bickenbach geht in die nächste Runde.
    Bild: Keystone

    12.08.2013 14:20


    Gerold Büttiker, Noch-Verwaltungsrat und Minderheitsaktionär des Stahlkonzerns Schmolz+Bickenbach, hat bei der Finma eine Beschwerde gegen den Entscheid der Übernahmekommission zum Renova-Angebot eingereicht.

    Die Finma bestätigte am Montag den Eingang der Beschwerde. Ende Juli hatte die Übernahmekommission das Angebot von Viktor Vekselbergs Beteiligungsgesellschaft Renova für Schmolz+Bickenbach abgesehen von einigen Auflagen für konform mit den gesetzlichen Bestimmungen erklärt.


    Die Gebuka AG, deren Verwaltungsrat Büttiker ist, hat die Verfügung der Übernahmekommission inzwischen angefochten und der Übernahmeausschuss der Finma prüft die Beschwerde. Inhaltlich wollte die Finma am Montag keine Angaben machen. Sobald die Prüfung der Beschwerde abgeschlossen sei, werde die Finma darüber informieren, hiess es auf Anfrage.


    Verfahrensmängel


    In seiner Beschwerde wirft Büttiker der Übernahmekommission gravierende Verfahrensmängel vor, wie der "Tages-Anzeiger" am Samstag meldete. Die Kommission hatte zu prüfen, ob Vekselbergs Bewertung des Stahlkonzerns, die zum gebotenen Preis von 2,85 Fr pro Aktie führte, angemessen sei.


    Büttiker kritisierte insbesondere, dass die Kommission sämtliche Abklärungen an die Beratungsfirma Deloitte als Prüfstelle delegiert habe. Das Ausmass der Delegation ist laut Büttiker problematisch, da eine Prüfstelle in einem Auftragsverhältnis zum Anbieter stehe.


    Deloitte sei Vekselbergs Lager "zu nahe", um die gelieferten Informationen "kritisch zu hinterfragen". Mit seiner Beschwerde strebt Büttiker einen markant höheren Übernahmepreis für alle Aktionäre an.


    Vor einer Woche lehnte der Verwaltungsrat von S+B das Übernahmeangebot von Renova ab. Diese Stellungnahme war allerdings nur Formsache, da Renova zusammen mit den Gründerfamilien bereits ausreichend viele Aktien besitzt, um den Stahlkonzern massgeblich zu kontrollieren.


    Gerold Büttiker, der 6% der S+B-Aktien hält, hat denn auch Anfang August zusammen mit fast allen Verwaltungsräten auf die ausserordentliche Generalversammlung am 13. September hin den Rücktritt aus dem Aufsichtsgremium erklärt.


    (AWP)

    Besser reich und gesund als arm und krank!

  • Schmolz+Bickenbach H1: Umsatz deutlich tiefer - Reinverlust von 18,9 Mio EUR

    13.08.2013 08:00

    Emmenbrücke/Düsseldorf (awp) - Der Stahlhersteller Schmolz+Bickenbach hat im ersten Semester 2013 einen Umsatzrückgang um 12% auf 1,74 Mrd EUR verzeichnet. Der bereinigte EBITDA verminderte sich um 27,2% auf 96,0 Mio, der EBIT nahm um 54% auf 30,4 Mio ab. Unter dem Strich verblieb ein Verlust von 18,9 Mio nach einem Gewinn vom 15,8 Mio EUR im Vorjahr, wie das Unternehmen in einer Mitteilung vom Dienstag schreibt. Die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr wird bestätigt.

    Der Absatz sank in der Berichtsperiode um 6,3% auf 1'063 Kilotonnen. Dass die Umsatzerlöse stärker zurück gingen erklärt der Stahlkonzern mit tiefen Rohmaterialpreisen, die über Schrott- und Legierungszuschläge an die Kunden weitergegeben werden. Ein weiterer Faktor sei das weiterhin niedrige Preisniveau. Die Auftragseingänge lagen jedoch in allen Monaten über den Vorjahreswerten, weshalb im zweiten Quartal der Absatzrückgang deutlich tiefer ausfiel als noch im ersten Quartal, schreibt das Unternehmen.


    Mit den vorgelegten Ergebnissen liegt der Stahlkonzern beim Umsatz im Rahmen der Erwartungen der Analysten. Beim EBIT und vor allem beim Reinergebnis wurden die Erwartungen hingegen verfehlt. Die Finanzexperten gingen laut dem AWP-Konsens von einem Umsatz von 1,77 Mrd EUR, einem EBIT von 36,8 Mio EUR und einem Reinverlust von 9,7 Mio EUR aus. Schmolz+Bickenbach erklärt das stark negative Konzernergebnis mit hohen Finanzaufwendungen einschliesslich Einmalkosten.


    Für das Gesamtjahr rechnet der Stahlhersteller weiter mit einem EBITDA vor Sonderkosten zwischen 150 und 200 Mio EUR und bekräftigt damit die Mitte Mai leicht nach oben angepasste Guidance. Dies gelte auch vor dem Hintergrund, dass die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal saisonbedingt angesichts der Werksferien in den Sommermonaten sowie der planmässigen Generalüberholungen in den Produktionsbetrieben am schwächsten sei, schreibt der Stahlkonzern. Schmolz+Bickenbach bestätigte zudem die mittelfristige Guidance, demnach soll bis 2016 ein EBITDA von mehr als 300 Mio EUR bei einem Leverage von kleiner als 2,5 erreicht werden.


    Zudem hat das Unternehmen seine Investitionen im Zusammenhang mit der "Buy-and-build-Investitionsstrategie" weitgehend abgeschlossen. Die Investitionen sollen deshalb über das Gesamtjahr auf ein "moderates Niveau" von 100 Mio EUR zurückgehen.

    AWP

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • Übernahme von Schmolz verzögert sich

    [Blocked Image: http://www.cash.ch/services/img/news/235/112205_Schmolz_und_Bickenbach_Logo_Emmenbruecke_68.jpg]

    Eine Generalversammlung von Schmolz+Bickenbach soll noch im September stattfinden.
    Bild: Keystone

    21.08.2013 08:10


    Die Machtübernahme beim Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach durch die Renova des russischen Investors Viktor Vekselberg verschiebt sich um ein paar Tage.

    Die geplante ausserordentlichen Generalversammlung, an der ein neuer Verwaltungsrat gewählt werden soll und die für spätestens den 17. September vorgesehen war, wird nun auf (spätestens) den 26. September verschoben.


    Grund für die Verschiebung seien die laufenden Verhandlungen zwischen der Gesellschaft, den finanzierenden Banken und Renova über die Finanzierung bzw. Rekapitalisierung der Gesellschaft, heisst es in einer Mitteilung. Diese könnte allenfalls auch eine Erhöhung der von der ordentlichen GV vom 28. Juni 2013 beschlossenen Kapitalerhöhung über 330 Mio beinhalten, was einen neuerlichen Generalversammlungsbeschluss erfordern würde.


    Ein entsprechender Entscheid soll spätestens am 29. August gefällt und bekanntgegeben werden, heisst es weiter.


    (AWP)

    Besser reich und gesund als arm und krank!

  • Schmolz+Bickenbach: Für den Stahlhersteller Schmolz+Bickenbach (S+B) ist der Weg frei, um die Beschlüsse der Generalversammlung vom 28. Juni im Handelsregister eintragen zu lassen. Das Bezirksgericht Luzern hat zugunsten der Gesellschaft entschieden und ein von der Gründerfamilie und der Beteiligungsgesellschaft Renova eingereichtes Gesuch vollumfänglich abgewiesen. Mit der Entscheidung kann nun insbesondere die beschlossenen Kapitalerhöhung um 330 Mio. Fr. sowie die Ein- und Austragung von Verwaltungsratsmitgliedern erfolgen.


    Schmolz+Bickenbach: Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) gibt grünes Licht für die Übernahme der Minderheitsaktionäre von Schmolz+Bickenbach (S+B) durch die Venetos. Sie hat die Beschwerde der Gebuka gegen den Entscheid der Übernahmekommission zurückgewiesen, wie die Finma mitteilte. Damit hat Gerold Büttiker, Noch-Verwaltungsrat und Minderheitsaktionär des Stahlkonzerns S+B, im Kampf gegen eine drohende Übernahme durch den Investor Viktor Vekselberg und die Familienaktionäre eine Niederlage erlitten. Die nun zurückgewiesene Beschwerde hatte Büttiker vor zehn Tagen bei der Finma eingereicht.

    Besser reich und gesund als arm und krank!

  • S+B: Gründerfamilien blitzen vor Gericht ab

    [Blocked Image: http://www.cash.ch/services/img/news/235/112205_Schmolz_und_Bickenbach_Logo_Emmenbruecke_70.jpg]

    Das Gezerre um Schmolz + Bickenbach geht weiter.
    Bild: Keystone

    23.08.2013 13:30


    Die Gründerfamilien des Stahlkonzerns Schmolz + Bickenbach (S+B), die mit dem russischen Investor Viktor Vekselberg verbunden sind, sind vor Gericht abgeblitzt.

    Sie hatten sich gegen die Beschlüsse der Generalversammlung von Ende Juni gewehrt, bei der sie unterlegen waren.


    Damals hatten die Aktionäre wie vom Verwaltungsrat vorgeschlagen eine Kapitalerhöhung um 330 Mio CHF beschlossen - die Gründerfamilien und Vekselberg hatten eine Erhöhung um 434 Mio gefordert. Zudem wollten sie die Wiederwahl von Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Zehnder verhindern, was ebenfalls misslang.


    Unmittelbar nach der Versammlung blockierten die Gründerfamilien allerdings die Ergebnisse der Generalversammlung, indem sie beantragten, dass diese nicht ins Handelsregister eingetragen werden. Mit dem Urteil des Bezirksgerichts Luzern könnten die Beschlüsse der Aktionäre nun vollzogen werden, wie Schmolz + Bickenbach am Freitag mitteilte.


    Der Entscheid, das Gesuch der Gründerfamilien abzulehnen, ist allerdings weitgehend bedeutungslos. Denn inzwischen hat sich in dem seit Monaten andauernden Machtkampf das Blatt zugunsten von Vekselberg und den Gründerfamilien gewendet: Der russische Oligarch erhöhte über die Beteiligungsgesellschaft Renova seine Anteile an Schmolz + Bickenbach und legte ein öffentliches Übernahmeangebot vor. Inzwischen verfügen Renova und die Holding der Gründerfamilien über mehr als 40% der Aktien und können den Konzern massgeblich kontrollieren.


    Angesichts dieser Situation trat der Verwaltungsrat Anfang August fast geschlossen zurück. Der Entscheid der Generalversammlung, die das Gremium wiedergewählt hatte, ist damit wirkungslos geworden.


    Verhandlungen laufen


    Auch der Beschluss über die Kapitalerhöhung könnte bald Makulatur werden. Renova, die Gründerfamilien und der nach wie vor amtierende Verwaltungsrat verhandeln derzeit mit Banken über die Rekapitalisierung von Schmolz + Bickenbach.


    Es ist denkbar, dass sich der Verwaltungsrat hinter eine grössere Kapitalerhöhung stellt, wie sie von den Hauptaktionären gewünscht wird. Seinen Entscheid will er bis Ende August fällen. Anschliessend müsste die Erhöhung von einer ausserordentlichen Generalversammlung abgesegnet werden, die spätestens Ende September abgehalten werden soll. An dieser wird auch der Verwaltungsrat neu gewählt.


    Es ist aber auch möglich, dass die Gründerfamilien und Renova einlenken und die geringere Kapitalerhöhung von 330 Mio CHF akzeptieren. In diesem Fall könnte der Beschluss der letzten GV sofort umgesetzt und die Refinanzierung in Angriff genommen werden.


    (AWP)

    Besser reich und gesund als arm und krank!

  • Ein suffisanter Artikel zu Schmobi, zu Credit Suisse und Vekselberg findet man heute auf Seite 47 der Sonntagszeitung unter dem Titel "Vekselbergs Knatsch mit der Credit Suisse".