FED im Brennpunkt - Illliquidität- das Unbehagen der Börsen

  • US-Notenbank: Beibehaltung der aktuellen Zinspolitik wahrscheinlich


    (Ausführliche Fassung) - Die US-Notenbank Fed hat auf ihrer jüngsten Sitzung die Beibehaltung ihres sehr lockeren geldpolitischen Kurses in Aussicht gestellt. Die jüngsten Projektionen der Notenbank stünden "sehr wahrscheinlich" im Einklang mit den Zielen der Fed, heisst es in einem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der Sitzung des Offenmarktausschusses vom 15. bis 16. September. Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses erwarteten damals überwiegend, dass sich an der gegenwärtigen Zinsspanne von null bis 0,25 Prozent bis ins Jahr 2023 nichts Wesentliches ändern wird.


    07.10.2020 20:59


    Dieses Aussagen seien jedoch keine "bedingungslose Verpflichtung" für einen konkreten Zinspfad. Schliesslich hänge die Zinspolitik von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Diese hingegen werde nach einhelliger Einschätzung der Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss durch die Corona-Krise bestimmt. Die Gesundheitskrise laste kurzfristig weiter auf der wirtschaftlichen Aktivität, der Beschäftigung und der Inflation. Sie stelle zudem mittelfristig ein grosses Risiko für den wirtschaftlichen Ausblick dar.


    Die Mitglieder waren laut dem Protokoll überrascht von der Stärke des anfänglichen wirtschaftlichen Erholung von dem historischen Einbruch in der Corona-Krise. Sie zeigten sich aber immer noch misstrauisch mit Blick auf die weitere Erholung.


    Die meisten Mitglieder äusserten die Sorge, dass die Unterstützung durch die Regierung zu gering sein könnte. Notenbankchef Jerome Powell hat sich zuletzt am Dienstag für weitere Massnahmen zur Unterstützung der Konjunktur durch Parlament und Regierung ausgesprochen. Das Risiko einer unzureichenden Unterstützung sei derzeit grösser als das Risiko, "zu viel zu tun".


    Allerdings hat US-Präsident Donald Trump die Hoffnungen auf ein neues Corona-Konjunkturpaket zunichte gemacht. Er wies die Regierung und seine Republikaner an, bis nach der Wahl nicht mehr mit den Demokraten über ein weiteres Hilfspaket zu verhandeln. Dafür versprach er auf Twitter, dass es "sofort" nach seinem Wahlsieg ein grosses Konjunkturpaket geben werde.


    Auf ihrer Sitzung im September hatte die US-Notenbank ihre sehr lockere Geldpolitik bestätigt. Der Leitzins wurde nicht angetastet und in einer Spanne von 0 bis 0,25 Prozent belassen. Die Wertpapierkäufe und die Kreditprogramme wurden fortgesetzt. Einige Notenbanker wollen allerdings auf einer der künftigen Sitzung über die Zusammensetzung der Anleihekäufe diskutieren, heisst es im Protokoll. So könne man mehr längerlaufende Anleihen kaufen und gleichzeitig die Käufe von kurzlaufenden Papieren verringern. Ziel wäre es, die langfristigen Zinsen an den Märkten zu senken.


    Die US-Aktienmärkte bauten nach der Veröffentlichung ihre Gewinne aus. Die Anleihekurse und der Euro bewegten sich kaum./jsl/he


    (AWP)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • US-Senat könnte nächste Woche über Trumps Fed-Kandidaten abstimmen


    Angesichts einer schwindenden Mehrheit im US-Senat könnten die Republikaner bereits kommende Woche über zwei Kandidaten von US-Präsident Donald Trump für die US-Notenbank Fed abstimmen. Ein Sprecher des republikanischen Senators John Cornyn bestätigte entsprechende Überlegungen am Donnerstag, über die zuerst die Agentur Bloomberg berichtet hatte.


    13.11.2020 06:31


    Zwar wollten die Republikaner eigentlich erst dann in der Kongresskammer abstimmen, wenn sie sich einer Mehrheit für die umstrittene Kandidatin Judy Shelton sicher sein könnten. Allerdings könnten sie bei zwei Stichwahlen im Januar die Kontrolle über den Senat verlieren. Eine Mehrheit für Shelton war bereits vor der Wahl fraglich.


    Bei den beiden Kandidaten handelt es sich einmal um den Forschungsdirektor des Fed-Ablegers in St. Louis, Christopher Waller, der als weniger kontrovers gilt. Shelton ist dagegen eine frühere Wahlkampfunterstützerin von Trump, die sich in der Vergangenheit unter anderem für eine Rückkehr zum Goldstandard ausgesprochen hat.


    In den USA müssen die vom US-Präsidenten nominierten Kandidaten für gewisse Ämter vom Senat bestätigt werden. Dort haben die Republikaner in der laufenden Legislaturperiode noch eine Mehrheit von 53 der 100 Sitze, die im nächsten Jahr bestenfalls auf 52 Sitze schrumpfen wird. Dabei haben sich auch Republikaner kritisch über Shelton geäussert. In den USA gibt es keinen Fraktionszwang.


    (AWP)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • Fed spielt Varianten einer noch lockereren Geldpolitik durch


    Die US-Notenbank Fed hat ihre Möglichkeiten für eine noch laxere Geldpolitik in der Corona-Krise auf ihrer jüngsten Zinssitzung eingehend durchgespielt.


    26.11.2020 07:18


    Derzeit sei zwar noch keine Anpassung des laufenden Wertpapierkaufprogramms angebracht, heisst es in den am Mittwochabend (MEZ) veröffentlichten Protokollen der Zinssitzung vom Monatsanfang. Doch seien sich die Teilnehmer einig, dass ein verändertes Umfeld auch eine Anpassung erfordern könne. Entsprechend sei eine sorgfältige Abwägung möglicher nächster Schritte als angemessen erachtet worden, um die Orientierungshilfe für die Käufe zu verbessern. Derzeit erwirbt die Fed Monat für Monat Wertpapiere im Volumen von mindestens 120 Milliarden Dollar.


    Die Fed beliess auf der Sitzung den Leitzins in der Spanne von null bis 0,25 Prozent und hielt zugleich die Tür für neue Nothilfen in der Corona-Pandemie offen. Fed-Chef Jerome Powell sagte, die Währungshüter hätten auf der Sitzung ihr milliardenschweres Anleihenprogramm analysiert und breit darüber diskutiert. Wie aus den Protokollen hervorgeht, wurde über mehrere Optionen debattiert, wie das Programm im Sinne einer lockereren Geldpolitik erweitert werden könnte. Zugleich würden damit die Märkte und Konjunktur noch stärker gestützt.


    Aufstockung des Kaufprogramms als Möglichkeit


    Dabei wurde eine Aufstockung des Kaufprogramms als eine Möglichkeit genannt. Alternativ sei aber auch eine Umstellung der Staatsanleihenkäufe auf Papiere mit längeren Laufzeiten diskutiert worden. Als Drittes komme es auch in Frage, alles beim Alten zu belassen und die Käufe lediglich über einen längeren Zeithorizont zu tätigen. Die nächste Fed-Zinssitzung ist am 16. Dezember.


    Investoren spekulieren bereits über eine baldige geldpolitische Lockerung - womöglich binnen Wochen. Denn eine Impfkampagne für die breite Masse der Amerikaner dürfte wohl erst im April anlaufen. Und bis dahin hat die Wirtschaft noch eine Durstrecke in der Covid-19-Pandemie zu überstehen. Zugleich haben alle Appelle der Fed an die Politik bislang nicht gefruchtet, in der Krise ein neues Hilfspaket zu schnüren.


    Zuletzt stiess die Entscheidung von US-Finanzminister Steven Mnuchin für ein Ende von milliardenschweren Corona-Hilfen auf Kritik der Zentralbank. Mnuchin hatte Powell geschrieben, die im Frühjahr geschaffenen Massnahmen würden nun am 31. Dezember auslaufen. Die Zentralbank solle Mittel im Umfang von 455 Milliarden Dollar an den Kongress zurückgeben.


    (Reuters/cash)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • US-Senat bestätigt Berufung von Christopher Waller ins Fed-Leitungsgremium


    Der US-Senat hat einen von Präsident Donald Trump nominierten Kandidaten für das Leitungsgremium der US-amerikanischen Notenbank Fed bestätigt. Am Donnerstag votierte eine knappe Mehrheit von 48 zu 47 Senatoren für die Berufung von Christopher Waller in das Board of Governors der Fed. Bisher war der Ökonom Waller als Forschungsdirektor der regionalen Notenbank von St. Louis tätig./jkr/jha/


    03.12.2020 18:51


    (AWP)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • Fed-Mitglied Kaplan will Diskussion über Reduzierung der Anleihekäufe


    Fed-Mitglied Robert Kaplan hat eine Diskussion über die Reduzierung der Anleihekäufe durch die US-Notenbank Fed noch in diesem Jahr ins Spiel gebracht. Sollte sich die Konjunktur in den USA wie erhofft erholen, sollte zumindest die Diskussion über eine mögliche Eingrenzung der Anleihekäufe beginnen, sagte der Präsident der regionalen Notenbank von Dallas in der Nacht zum Dienstag auf einer Online-Veranstaltung. Er wollte sich zeitlich nicht festlegen. Allerdings hoffte Kaplan, dass dies im laufenden Jahr geschehen könnte.


    12.01.2021 10:25


    Aktuell müssen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise aber weiter mithilfe der Fed bekämpft werden, versicherte Kaplan. Dabei sollte die Notenbank "so aggressiv wie möglich" vorgehen.


    Bisher stützt die US-Notenbank die Wirtschaft und kauft Anleihen im Wert von 120 Milliarden Dollar pro Monat. Die Fed hat klar gemacht, dass die Anleihekäufe vor der ersten Zinserhöhung eingestellt werden sollen./jkr/la/jha/


    (AWP)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • Fed-Chef rechnet nicht mit Rückkehr zur Vollbeschäftigung 2021


    US-Notenbankchef Jerome Powell hat Inflationssorgen gedämpft und eine Zinserhöhung für die nähere Zukunft praktisch ausgeschlossen. Mit dem Aufschwung sei zwar mit einem Anziehen der Preise zu rechnen, sagte er am Donnerstag in einer Online-Veranstaltung des "Wall Street Journal" zum Arbeitsmarkt.


    04.03.2021 19:25


    Aber es werde sehr wahrscheinlich im Zuge einer einsetzenden Konsumwelle nach Abebben der Pandemie bei einem Einmal-Effekt bleiben. Er rechne nicht damit, dass ein Preisauftrieb sich verfestige.


    Doch werde die Fed nicht denselben Fehler begehen wie in den 1960er und 1970er Jahren, als sie zu spät auf den sich aufbauenden Inflationsdruck reagiert habe. Hohe Inflation sei ein sehr schlechter Zustand. "Die Fed wird das nicht wieder zulassen", betonte Powell. Auch wenn derzeit die Inflation unter dem Ziel der Fed liege, sei die Notenbank sich der Geschichte bewusst.


    Keine Vollbeschäftigung dieses Jahr


    Zudem sei für dieses Jahr nicht mit dem Erreichen des Ziels der Vollbeschäftigung zu rechnen. An eine Zinserhöhung sei erst in einem Umfeld zu denken, in dem die Wirtschaft sich praktisch wieder von der Corona-Krise erholt habe. "Realistischerweise betrachtet, wird das noch geraume Zeit dauern."


    Die Notenbank werde die Zinsen nicht erhöhen, um die Konjunktur abzukühlen, nur weil die Beschäftigungszahl hochgehe. Powell hatte erst jüngst betont, dass die US-Wirtschaft angesichts der Virus-Krise noch für eine geraume Zeit auf Hilfen der Währungshüter angewiesen sei.


    Die US-Notenbank greift der US-Konjunktur derzeit unter anderem mit sehr niedrigen Zinsen und monatlichen Wertpapierkäufen im Volumen von 120 Milliarden Dollar unter die Arme. Powell bekräftigte nun, es sei noch ein langer Weg bis zum Erreichen der Ziele der Fed.


    Ende Februar hatten Spekulationen auf eine anziehende Inflation und einen vorzeitigen Ausstieg der Notenbanken aus ihrer ultra-lockeren Geldpolitik einen Ausverkauf am Anleihemarkt ausgelöst. Die richtungweisenden zehnjährigen US-Bonds rentierten zuletzt bei plus 1,54 Prozent, gut einen halben Prozentpunkt über dem Niveau vom Jahresanfang.


    (AWP)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • Das sagen Ökonomen zur Zins-Entscheidung der US-Notenbank Fed


    Trotz rosiger Konjunkturaussichten hält die US-Notenbank (Fed) auf längere Sicht an ihrem sehr niedrigen Leitzins fest. Die Reaktionen von Ökonomen in der Übersicht.


    18.03.2021 06:56


    Die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell beliessen ihn am Mittwoch in der Spanne von null bis 0,25 Prozent. Zudem gehen sie im Mittel davon aus, dass er auch bis Ende 2023 nicht angehoben wird. Sie rechnen für 2021 mit einem kräftigen Aufschwung, wenn das Hilfsprogramm von US-Präsident Joe Biden den Konsum ankurbelt und sich die Wirtschaft im Zuge der Impfkampagne aus dem Klammergriff der Corona-Pandemie löst.


    Experten sagten in ersten Reaktionen:


    Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank: "US-Notenbankpräsident Jerome Powell hat derzeit einen schwierigen Job. Das Rettungspaket Joe Bidens über 1,9 Billionen Dollar schiebt die US-Wirtschaft kräftig an. Zwar ist noch nicht ganz klar, wieviel Geld davon in den privaten Konsum fliessen und wieviel gespart wird, doch gehen auch nur Bruchteile der Gelder über die Ladentheken, reicht dies für einen ordentlichen Wachstumsimpuls. Damit bedarf es aber nicht mehr der geldpolitischen Bazooka der Fed. Das weiss auch Jerome Powell. Doch die Fed muss ihren Kurs behutsam ändern. Die Finanzmärkte reagieren nervös auf Änderungen der Geldpolitik. Die Renditen im Bereich 10jähriger US-Treasuries legte vorsorglich über die vergangenen Wochen hinweg beachtlich zu. Die Fed übte deshalb heute einen schwierigen Spagat. Noch so kleine Signale eines baldigen Ausstiegs aus der ultra-expansiven Geldpolitik würden die Renditen weiter nach oben treiben. Dies könnte den Aufschwung zwar nicht abwürgen aber zumindest dämpfen. Gleichzeitig durfte sich Jerome Powell auch nicht zu pessimistisch geben, dies würde einen zukünftigen Schwenk in Richtung Ausstieg noch schwieriger machen."


    Uwe Burkert, Chefökonom bei der Landesbank Baden-Württemberg LBBW: "Die US-Notenbanker lassen sich von der anschwellenden Debatte an den Finanzmärkten über eine Reflationierung weiterhin nicht beirren. Gemäss der neuen Projektionen des FOMC dürfte die Inflation zwar im laufenden Jahr mit 2,4 Prozent deutlich über dem Zielwert liegen – allerdings nur temporär, denn in den folgenden beiden Jahren wird die Zielmarke demnach jeweils (nahezu) exakt getroffen. Für die Mehrzahl der Währungshüter stellt dieses nur moderat veränderte Preisumfeld keinen Anlass dar, um den jüngsten Finanzmarktspekulationen über eine frühzeitige Leitzinswende Nahrung zu geben: Die Leitzinsprojektionen blieben gegenüber Dezember im Kern unverändert. Ob damit das letzte Wort gesprochen ist, ist gleichwohl nicht ausgemacht, denn angesichts der gewaltigen Konjunkturspritze durch die US-Regierung ist nachhaltig steigender Inflationsdruck keineswegs aus der Welt. Die heutigen Signale aus Washington unterstreichen jedoch einmal mehr: Angesichts der Erfahrungen mit der vergangenen schleppenden Inflationsentwicklung und des jüngst herausgehobenen Ziels der Vollbeschäftigung will die Fed lieber zu lange auf dem Gaspedal bleiben als eine vorzeitige Bremsung zu riskieren."


    Bastian Hepperle, Ökonom beim Bankhaus Lampe: "Eine weniger ultra-expansive US-Geldpolitik liegt noch in weiter Ferne. Höhere Wachstums- und Inflationsraten sind eben nur eine notwenige, aber keine hinreichende Bedingung für höhere Leitzinsen. Die Fed wartet noch weitere Fortschritte auf dem Arbeitsmarkt ab. Sie wird sich jedoch der in der zweiten Jahreshälfte intensiver werdenden Tapering-Diskussion stellen müssen. Ein langsames Herunterfahren der massiven Anleihekäufe wird aber wohl frühestens 2022 beginnen."


    Friedrich Heinemann, Ökonom beim Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ZEW: "Anders als in Europa sorgen der Erfolg der US-Impfkampagne und das eher überdimensionierte 1,9-Billionen-Konjunkturpaket dafür, dass die Geldpolitik sich jetzt zurücknehmen kann. Für die US-Ökonomie zeichnet sich für den Herbst sogar bereits eine Überhitzungsgefahr ab. Mit der Eindämmung der Pandemie wird die aufgestaute Konsumnachfrage der US-Verbraucher in einen Nachfrageboom münden. Wenn sich dazu die vollen Wirkungen des Konjunkturpakets entfalten, könnte es bei der Inflation rasch ungemütlich werden. Der Anstieg der Anleiherenditen ist jetzt eine natürliche Marktreaktion, die sogar helfen könnte, das US-Wachstum auf einen nachhaltigeren Pfad zu bringen. Die Fed tut daher gut daran, bei den Anleiherenditen nicht gegen den Markt zu intervenieren."


    (Reuters)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • Powell verteidigt Auslaufen von Erleichterungen für Banken


    US-Notenbankchef Jerome Powell hat das Auslaufen der in der Corona-Krise eingeführten Erleichterung für die Bankenbranche verteidigt.


    23.03.2021 18:37


    Vor einem Kongressausschuss sagte er am Dienstag mit Blick auf die sogenannte Verschuldungsquote (SLR), eine Ausnahmeregelung dazu sei 2020 angesichts schwerer Funktionsstörungen am Anleihenmarkt eingeführt worden. Jetzt seien diese Gefahren aber "lange vorbei". Im Nachhinein sei es schwierig zu beziffern, wie hilfreich die Regelung bei der Stabilisierung der Märkte gewesen sei. Seit Frühjahr 2020 gilt eine Ausnahmeregelung zur Kalkulation der Verschuldungsquote, die nun Ende des Monats auslaufen soll.


    Grossbanken bleibt es solange noch erlaubt, ihre Bestände an Staatsanleihen aus der Berechnung für die Kennzahl herauszulassen. Sie betrifft Banken mit einer Bilanzsumme von mehr als 250 Milliarden Dollar. Die Fed will damit sicherstellen, dass die Finanzinstitute trotz Krise weiter Kredite vergeben und somit auch die Wirtschaft anschieben. Die SLR selbst soll mit Blick auf mögliche Veränderungen allerdings einer Überprüfung unterzogen werden.


    (Reuters)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • Fed-Protokoll - Konjunkturhilfe der Notenbank noch einige Zeit nötig


    Die US-Notenbank will trotz der voranschreitenden Impfungen und einer sich erholenden US-Konjunktur an ihrer Politik der offenen Geldschleusen vorerst festhalten.


    08.04.2021 06:31


    Angesichts anhaltender Risiken im Zusammenhang mit der Pandemie dominierte auf der jüngsten Fed-Zinssitzung eine vorsichtige Haltung, wie aus dem Protokoll des Treffens vom 16. und 17. März hervorging, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. Aus Sicht der Notenbank ist geldpolitische Unterstützung für die Wirtschaft weiter nötig, bis sich die Erholung stärker gefestigt hat.


    Die Fed hatte bei der Sitzung trotz günstiger Aussichten für die Konjunktur die Zinswende auf die lange Bank geschoben und den Leitzins bei null bis 0,25 Prozent belassen. Zudem erwartet sie, dass er auch bis Ende 2023 nicht angehoben wird. Der Umfang der monatlichen Wertpapierkäufe in Höhe von 120 Milliarden Dollar soll so lange beibehalten werden, bis "substanzielle weitere Fortschritte" auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität erreicht seien.


    Die Fed-Konjunkturprognose sieht zwar das stärkste Wachstum seit fast 40 Jahren vor und die Währungshüter erwarten, dass die Arbeitslosenquote bis zum Jahresende auf 4,5 Prozent und 2022 dann auf 3,9 Prozent sinken wird. Zudem soll das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) dieses Jahr um satte 6,5 Prozent zulegen. Dennoch stimmten die Dollar-Wächter auf der Sitzung darin überein, "dass die Wirtschaft immer noch weit entfernt bleibt von den längeren Zielen der Fed und dass der Weg nach vorne hochgradig unsicher bleibt," hieß es in der Mitschrift. Es brauche noch Zeit, bis die Bedingungen sich soweit verbesserten, dass die geldpolitische Hilfe zurückgenommen werden könne.


    Der Konjunkturpfad hänge erheblich von der Entwicklung des Virusgeschehens und der Impfkampagne ab, hieß es im Protokoll. Die meisten Notenbanker seien zudem der Ansicht gewesen, dass die Pandemie immer noch große Gefahren für die Wirtschaft berge. Dazu zählten sie die neuen ansteckenderen Virus-Varianten sowie Hindernisse auf dem Weg, eine ausreichende Zahl an Menschen zu impfen.


    Der Chef des Fed-Ablegers von Chicago forderte am Mittwoch, die lockere Geldpolitik beizubehalten, um die Inflationsrate auf ein Niveau anzuheben, dass aus seiner Sicht gesunder ist. Hingegen bekräftigte der Präsident der Fed-Filiale von Dallas, Robert Kaplan, die anhaltend tiefen Zinsen sowie die umfangreichen Anleihekäufe könnten zu Übertreibungen und Ungleichgewichten an den Börsen führen.


    (Reuters)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • Fed sorgt sich vor zu schwacher, nicht zu starker Inflation


    Bei der amerikanischen Notenbank Fed schaut man mit mulmigen Gefühl auf die steigenden Preise. Denn dadurch könnte es schwierig werden, die Inflation über ihrem Zwei-Prozent-Ziel zu halten.


    15.04.2021 20:15


    Jetzt, da die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt und sich die Nachfrage belebt, stehen steigende Preise im Rampenlicht. Nach dem Ende der Pandemie könnten aber die längerfristigen Trends, welche die Preise weltweit gedämpft haben, wieder erstarken. Das warnen einige der Entscheidungsträger.


    Dies würde es der US-Zentralbank erschweren, ihre neue Strategie umzusetzen: Die Inflation soll zeitweise über dem zwei Prozent-Ziel gehalten werden, um es langfristig zu treffen. "Wir werden mit dem neuen geldpolitischen Regime wohl eher erfolgreich sein, als wenn wir es nicht hätten", sagte Eric Rosengren, Präsident der Boston Fed, diese Woche in einem Interview mit Bloomberg News. Aber basierend auf den Erfahrungen des letzten Jahrzehnts "muss man die Auffassung ernst nehmen, dass es nicht so einfach sein wird, eine Inflation von zwei Prozent zu erreichen"


    Dauerhaftes Phänomen?


    Fed-Mitglieder wurden in den letzten Wochen verstärkt mit der Frage konfrontiert, ob ein erholungsbedingter Anstieg der Preise ein vorübergehendes Phänomen oder etwas dauerhafteres und gefährlicheres für die Wirtschaft sein würde. Einige Indikatoren für die längerfristige Inflation beginnen, sich nach oben zu bewegen, ein Zeichen dafür, dass die Fed zumindest die Erwartungen der Öffentlichkeit in die richtige Richtung lenkt. Die Rendite der 5-Jahre Inflations Forward Swaps bewegt sich um 2,4 Prozent.


    Allerdings sehen einige Marktbeobachter - wie auch Fed-Entscheidungsträger - einen anhaltenden Anstieg der Inflation als Herausforderung an. Der Markt für Zinsderivate lässt nicht erwarten, dass die Fed ihren Leitzins während des nächsten Straffungszyklus über rund 2 Prozent anheben wird.

    Quote

    Konjunktur - US-Notenbankchef Powell erwartet höheres Wachstum - Corona-Risiken bleiben https://t.co/KQfLPqozbi pic.twitter.com/rS1KvkeIU8


    — cash (@cashch) April 15, 2021

    Damit liegt der Ausblick unter den 2,5 Prozent, die die Fed-Offiziellen letzten Monat für ihren langfristigen Leitzins prognostiziert haben. Dieser Hintergrund signalisiert, dass Händler kein grosses Risiko sehen, dass sich der Inflationsanker löst oder das Wachstum vor dem nächsten Abschwung zu robust wird.


    (Bloomberg)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • Fed bleibt trotz anspringender Wirtschaft wohl auf dem Gaspedal


    Trotz der Konjunkturerholung bleibt die US-Notenbank Fed am Mittwoch beim Zinsentscheid wohl geldpolitisch auf dem Gas.


    28.04.2021 06:05


    Experten erwarten, dass der Schlüsselsatz in der Spanne von null bis 0,25 Prozent gehalten wird. Zudem dürften die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell an ihren Wertpapierkäufen in Höhe von monatlich 120 Milliarden Dollar festhalten.


    Die Wirtschaft ist zwar dank der ins Rollen gekommenen Impfkampagne, gelockerten Corona-Massnahmen und billionenschwerer Konjunkturhilfen wieder angesprungen. Doch will die Fed vorerst ihren lockeren Kurs fortsetzen, bis sich "substanzielle weitere Fortschritte" auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität einstellen. Im Mittel erwartet die Führungsetage der Notenbank, dass der Leitzins bis Ende 2023 konstant bleibt.


    Von den Äusserungen Powells nach der Zinssitzung erhoffen sich Investoren Aufschluss über den weiteren Kurs. Beobachter erwarten, dass er die Lage am Arbeitsmarkt nun etwas rosiger beurteilt, nachdem im März 916'000 neue Jobs geschaffen wurden und sich die Wachstumsaussichten zusehends aufhellen. Doch sollte Powell "zu forsch und früher als erwartet" eine weniger expansive Gangart der Geldpolitik ankündigen, könnte an den Börsen Ernüchterung einkehren, meint Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank Donner & Reuschel.


    (Reuters)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • US-Notenbank: Wirtschaft ist trotz Fortschritten von Zielen entfernt


    (Ausführliche Fassung) - Die Mitglieder der US-Notenbank haben sich auf ihrer jüngsten Zinssitzung vorsichtig optimistisch zur weiteren konjunkturellen Entwicklung in den USA gezeigt. Einige Teilnehmer hätten auch deutlich gemacht, dass bei künftigen Sitzungen mit der Erörterung eines Plans zur Anpassung des Kaufprogramms von Wertpapieren begonnen werden könne, heisst es in dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll (Minutes) der Sitzung der US-Notenbank vom 27. bis 28. April. Derzeit stützt die Notenbank mit milliardenschweren Anleihekäufen die Konjunktur in den USA.


    19.05.2021 21:07


    Allerdings stellten einige Teilnehmer der Zinssitzung auch fest, dass es wahrscheinlich noch einige Zeit dauern werde, bis die Wirtschaft wesentliche Fortschritte auf dem Weg hin zur angepeilten Vollbeschäftigung machen werde, wie aus dem Protokoll hervorgeht.


    Nach Einschätzung des Chefvolkswirts des Analysehauses Pantheon Macroeconomics, Ian Shepherdson, ist es nicht überraschend, dass sich einige Fed-Mitglieder für eine Anpassung der Anleihekäufe auf einer der kommenden Sitzungen aussprachen. Schliesslich hätten bereits im März vier Mitglieder des geldpolitischen Rates bei der jüngsten Zinsprognose eine Erhöhung des Leitzinses im kommenden Jahr erwartet.


    Für Paul Ashworth, Chefvolkswirt für die USA bei Capital Economics, zeigt das Protokoll allerdings, dass einige Fed-Mitglieder beginnen, sich Sorgen über die Preisentwicklung zu machen. Der Aufwärtsdruck der Inflation könnte demnach möglicherweise länger andauern als gedacht.


    Im April war die Inflationsrate in den USA überraschend stark auf 4,2 Prozent gestiegen. In den vergangenen Tagen hatten US-Notenbanker in Aussagen mehrfach deutlich gemacht, dass der Anstieg der Inflation nur vorübergehend sei und nicht mit einer schnellen Änderung der Geldpolitik zu rechnen sei.


    Auf ihrer Sitzung im April hatte die US-Notenbank ihre extrem lockere Geldpolitik bestätigt. Der Leitzins wurde nicht angetastet und in einer Spanne von 0 bis 0,25 Prozent belassen. Die Wertpapierkäufe und die Kreditprogramme wurden uneingeschränkt fortgesetzt.


    Nach den Fed-Aussagen konnte der Kurs des US-Dollar zulegen. Im Gegenzug fiel der Euro auf ein Tagestief bei 1,2160 Dollar. Vor der Veröffentlichung des Fed-Protokolls stand der Euro noch einen halben Cent höher bei 1,2210 Dollar. Am Markt für US-Staatsanleihen legten die Renditen zu. In der zehnjährigen Laufzeit stieg die Rendite um 0,05 Prozentpunkte auf 1,68 Prozent. Der US-Aktienmarkt weitete seine Verluste etwas aus./jkr/he


    (AWP)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • US-Notenbank Fed eröffnet Debatte zu Digitalwährungen im Sommer


    Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) will im Sommer eine Debatte über Digitalwährungen eröffnen.


    21.05.2021 06:18


    Die Fed werde dazu ein Diskussionspapier veröffentlichen, sagte Notenbank-Chef Jerome Powell in einer ungewöhnlichen Videobotschaft am Donnerstag. Das Dokument solle die Gedanken der Zentralbanker zu Kryptowährungen skizzieren. Ein besonderer Fokus solle auf den Vorteilen und Nachteilen liegen, die mit der Schaffung einer Zentralbank-Digitalwährung verbunden seien. Die Fed wolle im Anschluss daran die Öffentlichkeit dazu um Kommentare bitten.


    In dem Video verwies Powell auch auf die Risiken, die von Kryptowährungen für die Nutzer und das Finanzsystem ausgingen. Die Fed wolle sicherstellen, dass eine mögliche Zentralbank-Digitalwährung vorteilhaft für Verbraucher und Unternehmen sei. Bislang hätten sich Kryptowährungen nicht als ein geeignetes Mittel führ Zahlungen erwiesen, da unter anderem ihr Wert deutlich schwanke.


    Zuvor war bekanntgeworden, dass im Rahmen einer Reform der US-Bundessteuerbehörde IRS künftig sämtliche Kryptowährungstransaktionen mit einem Volumen von mindestens 10'000 Dollar den entsprechenden Ämtern gemeldet werden sollen. Kryptowährungen hatten in dieser Woche einen heftigen Kurssturz erlitten und sich dann wieder erholt.


    (Reuters)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • Fed bleibt trotz abflauender Corona-Pandemie wohl ihrem Krisenkurs treu


    Trotz anziehender Wirtschaft und steigender Inflation wird die US-Notenbank Fed am heutigen Mittwoch voraussichtlich bei ihrer lockeren geldpolitischen Linie bleiben.


    15.06.2021 23:10


    Von Reuters befragte Ökonomen rechnen unisono damit, dass der Leitzins in der Spanne von null bis 0,25 Prozent gehalten wird. Zugleich wird an den Finanzmärkten mit Spannung erwartet, ob die Währungshüter beim Zinsausblick womöglich eine Erhöhung im Jahr 2023 ins Auge fassen. Zudem könnte Fed-Chef Jerome Powell auf der Pressekonferenz nach dem Zinsbeschluss Einblick in interne Debatten über die Fortdauer der Krisenpolitik geben.


    Mit massiven Geldspritzen von monatlich 120 Milliarden Dollar päppelt die Federal Reserve die US-Wirtschaft auf, die nach der Krise aber wieder in Schwung gekommen ist. Sie hat als Richtschnur vorgegeben, an den Anleihenkäufen im bisherigen Umfang so lange festzuhalten, bis erhebliche Fortschritte bei der Preisstabilität und bei der Arbeitslosigkeit erreicht sind.


    Während die Aufholjagd am Jobmarkt zuletzt hinter den Erwartungen zurückblieb, stiegen die Verbraucherpreise stärker als es der Fed lieb sein kann: Sie kletterten um 5,0 Prozent und damit so stark wie seit 2008 nicht mehr. Konkrete Signale für ein Zurückfahren der Käufe erwarten viele Beobachter jedoch noch nicht. Gelegenheit hierfür könnte die nächste Zinssitzung Ende Juli oder die Notenbanker-Konferenz in Jackson Hole bieten, die Ende August diesmal wieder als Präsenzveranstaltung stattfinden wird.


    (Reuters/cash)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • Fed-Chef Powell: Wirtschaft erholt sich - Inflation wird zurückgehen


    Die US-Wirtschaft hat sich nach Einschätzung der US-Notenbank Fed von dem schweren Einbruch in der Corona-Pandemie erholt. Allerdings fallen die Fortschritte unstetig aus, heisst es in einer schriftlichen Erklärung von Zentralbankchef Jerome Powell, die am späten Montagabend veröffentlicht wurde. Das Dokument enthält Ausführungen zu einer öffentlichen Anhörung vor dem US-Parlament, die am Dienstagabend (MESZ) stattfinden wird. Es geht um die Krisenpolitik der Fed und die aktuelle wie künftige Ausrichtung.


    22.06.2021 09:30


    Die Bedingungen am Arbeitsmarkt haben sich laut Powell ebenfalls verbessert, allerdings sei das Tempo auch dort uneinheitlich gewesen. Der Arbeitsmarkt gilt derzeit als zentrale Stellschraube für die Geldpolitik der Fed. Die Notenbank hat signalisiert, dem Jobmarkt aufgrund der coronabedingt hohen Arbeitslosigkeit Priorität einzuräumen.


    Die Inflation, die zweite Zielmarke der Fed, sei in den vergangenen Monaten erheblich gestiegen, erklärte Powell. Als Gründe für die Inflationsrate von zuletzt fünf Prozent nannte er neben statistischen Effekten die steigende Nachfrage infolge von Corona-Lockerungen und Engpässe auf der Angebotsseite. Die Effekte seien jedoch temporärer Natur. Sobald sie sich abschwächten, dürfte die Inflation wieder auf das Inflationsziel der Fed von zwei Prozent fallen.


    Die schriftlichen Ausführungen Powells enthalten keine direkten Hinweise auf die milliardenschweren Wertpapierkäufe der Zentralbank. Aktuell kauft die Fed jeden Monat Staatsanleihen und Hypothekenpapiere im Gegenwert von 120 Milliarden US-Dollar. Zusammen mit der faktischen Nullzinspolitik soll damit die Wirtschaft in der Corona-Krise unterstützt werden.


    Nach der jüngsten Zinssitzung hatte Powell angedeutet, dass eine Debatte über die Verlangsamung der Käufe bereits begonnen habe. Experten können sich vorstellen, dass die Fed mit einer Abschmelzung der Käufe um die Jahreswende herum beginnen wird./bgf/mis


    (AWP)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • Fed-Chef Powell: Debatte über Wertpapierkäufe wird fortgesetzt


    Die US-Notenbank Fed ist offenbar noch nicht soweit, um über konkrete Schritte zur Straffung ihrer extrem lockeren Geldpolitik nachzudenken. "Die Bedingungen am Arbeitsmarkt haben sich weiter verbessert, aber es liegt noch ein langer Weg vor uns", heisst es in vorbereiteten Bemerkungen von Fed-Chef Jerome Powell für den Finanzausschuss des US-Parlaments. Am Mittwochabend wird Powell für seine halbjährliche Anhörung vor den Ausschuss treten.


    14.07.2021 15:08


    Powell bekräftigte, dass es noch eine Weile dauere, bis die Wirtschaft so weit sei, dass über eine Reduzierung der geldpolitischen Unterstützung nachgedacht werden könne. Allerdings sei zu erwarten, dass sich die zuletzt positive Entwicklung fortsetze. Der Diskussionsprozess über die künftige Geldpolitik werde fortgeführt. Sollten sich Änderungen am Wertpapierkaufprogramm abzeichnen, werde dies zeitnah mitgeteilt. Derzeit kauft die Fed zur Stützung der Wirtschaft Staatsanleihen und Hypothekenpapiere im Wert von monatlich 120 Milliarden US-Dollar.


    Die Fed wird aktuell vor allem durch die rapide steigende Inflation unter Zugzwang gesetzt. Im Juni ist die Inflationsrate mit 5,4 Prozent auf einen 13-jährigen Höchststand gestiegen. Powell erwartet, dass die Teuerung zunächst auf erhöhtem Niveau verharrt, bevor sie sich wieder ermässigt. Die Fed betrachtet die Preissteigerungen als übergangsweise auftretendes Phänomen. Unter Ökonomen mehrt sich allerdings Kritik an dieser Sichtweise./bgf/jkr/jha/


    (AWP)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • Fed sieht sich mit nie dagewesenem Inflationsphänomen konfrontiert


    Der mit der Wiedereröffnung der US-Wirtschaft nach der Corona-Krise verbundene Inflationsschub hat die Notenbank Fed offenbar kalt erwischt. Bei einer Anhörung im US-Senat räumte Fed-Chef Jerome Powell am Donnerstag ein, dass diese historisch betrachtet "einmalige" Teuerung höher ausgefallen sei als die Fed "oder irgendjemand" erwartet hätte.


    16.07.2021 08:35


    Sie gehe nicht wie in früheren Konjunkturphasen mit einem heiss laufenden Arbeitsmarkt einher. Vielmehr sei mit der Wiedereröffnung "ein Schock durch das System gegangen" und habe die Teuerung weit über die von der Fed angestrebte Zwei-Prozent-Marke getrieben: "Natürlich sehen wir das nicht entspannt." Die Verbraucherpreise waren im Juni überraschend kräftig um 5,4 Prozent zum Vorjahr gestiegen und hatten Spekulationen auf eine vorzeitige Zinswende genährt.


    Powell plant aktuell keine Reaktion


    Solange sich die Inflation als vorübergehend erweise, verbiete sich eine Reaktion darauf, betonte Powell. Doch wenn sie sich wider Erwarten länger hinziehen sollte, müssten die Risiken weiter bewertet werden - insbesondere mit Blick auf die Inflationserwartungen. Die Fed fördere mit ihrer Geldpolitik die Konjunktur. Dies werde auch "geraume Zeit" so bleiben, selbst wenn die Notenbank letztlich ihre Anleihenkäufe herunterfahren sollte und selbst nach einer Zinserhöhung.


    Powell hatte am Vortag im Repräsentantenhaus bekräftigt, dass die hohe Inflationsrate vorübergehend sei und "in den kommenden Monaten" nachgeben werde. Ausserdem sei der Arbeitsmarkt noch "ein ganzes Stück" von dem Niveau entfernt, ab dem die Zentralbank die geldpolitische Unterstützung für die Wirtschaft zurückfahren werde. Dennoch werde sich die Fed Ende Juli mit dem Abschmelzen der Käufe beschäftigen.


    Die Fed unterstützt die von der Corona-Krise getroffene Wirtschaft mit dem Ankauf von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren (MBS) in Höhe von monatlich 120 Milliarden Dollar. Sie will daran so lange festhalten, bis substanzielle Fortschritte bei der Preisstabilität und am Arbeitsmarkt erreicht sind.


    Yellen sieht erhöhte Inflation als temporär


    US-Finanzministerin Janet Yellen bekräftigte in einem Radio-Interview am Donnerstag, dass die derzeit erhöhte Inflation nur vorübergehend sein werde. Jedoch müsse die Preisbeschleunigung sehr sorgfältig beobachtet werden, sagte Yellen dem "National Public Radio". Die Inflation werde nicht bereits im nächsten Monat verschwinden. Mittelfristig dürfte dies jedoch der Fall sein.


    Yellen drückte zudem ihre Sorgen mit Blick auf den Häusermarkt aus. In einem Interview mit "CNBC" sagte sie, dass Familien, die erstmals eine Immobilie erwerben wollten, angesichts hoher Preise Druck ausgesetzt seien. Der Kongress werde sich Pläne der Regierung unter Präsident Joe Biden anschauen, das Angebot von erschwinglichen Immobilien zu erhöhen.


    Zudem lobte sie die US-Notenbank. Sie habe Respekt vor der Federal Reserve. Ausserdem sei es wichtig, dass diese unabhängige Entscheidungen treffen könne. "Ich denke, dass die Fed einen guten Job gemacht hat".


    (AWP)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • Fed gibt erste Signale für künftige Abkehr von lockerer Geldpolitik


    Die US-Notenbank Fed sieht Fortschritt auf dem Weg in Richtung einer weniger grosszügigen Geldpolitik. Die Wirtschaft habe sich zuletzt auf die Ziele der Zentralbank zubewegt, teilte die Federal Reserve am Mittwoch mit.


    29.07.2021 06:03


    Die US-Notenbank Fed schmiedet konkrete Pläne für eine schrittweise Abkehr von ihrer sehr lockeren Geldpolitik. Sie spielte am Mittwoch laut Fed-Chef Jerome Powell durch, wie die milliardenschweren Konjunkturspritzen verringert werden könnten. Die Fed sei zwar noch nicht soweit, diesen im Fachjargon "Tapering' genannten Prozess zu starten. Doch sei man "erstmals tief in die Materie eingestiegen", was Zeitplan, Tempo und den Aufbau des Tapering betreffe, betonte Powell. Viele Experten gehen davon aus, dass die Planungen im Herbst abgeschlossen sind und das Tapering nach der Jahreswende starten könnte.


    Ihre Geldspritzen in Höhe von monatlich 120 Milliarden Dollar wollen die Währungshüter vorerst in voller Dosis beibehalten, bis erhebliche Fortschritte bei Preisstabilität und Arbeitslosigkeit erreicht sind. Seit Dezember, als sich die Fed diese Ziele setzte, hat die von der Corona-Krise gebeutelte Wirtschaft laut den Währungshütern aber bereits Fortschritte gemacht. Sie will diesen Erholungsprozess nach der Corona-Krise auch auf den kommenden Sitzungen bewerten. Ökonomen erwarten für die am Donnerstag anstehenden Daten zum Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal ein aufs Jahr hochgerechnetes Plus von 8,5 Prozent.


    Viele Beobachter blicken nun gespannt auf das jährliche Symposium der Fed in Jackson Hole im Bundesstatt Wyoming Ende August, das Powell Gelegenheit geben könnte, Näheres zu den Plänen für ein Tapering zu enthüllen. Der Fed-Chef liess sich auf der Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid jedoch noch nicht in die Karten blicken. Er schreibe noch an der Rede für die Konferenz, wolle aber noch nicht verraten, was darin stehe.


    Allerdings gab Powell einen kleinen Einblick in die Überlegungen der Währungshüter, wie das Abschmelzen der Wertpapierkäufe über die Bühne gehen sollte. Im Fed-Führungskreis habe es "wenig Unterstützung" für die Position gegeben, die Käufe von Hypothekenpapieren (MBS) früher herunterzufahren als die Anleihenkäufe. Die Fed kauft monatlich MBS-Papiere im Volumen von 40 Milliarden Dollar an, die übrigen 80 Milliarden entfallen auf den Anleihenerwerb. Er denke, dass der Ankauf beider Wertpapierarten wohl synchron verringert werde, sagte Powell.


    Fed bei Inflation auf der Hut


    Der Chef des Notenbank-Bezirks Dallas, Robert Kaplan, hatte bereits im Frühjahr die Sorge geäussert, dass die Geldspritzen für "Exzesse und Ungleichgewichte" an den Finanzmärkten sorgen könnten. Dies gelte auch für den Immobilienmarkt. Nun könnte die Fed in den kommenden Monaten den Weg zum Ausstieg aus der ultra-expansiven Geldpolitik ebnen, so Chefökonom Thomas Gitzel von der Liechtensteiner VP Bank: "Das aktuelle Umfeld war den US-Währungshütern zu heiss, um mit konkreten Massnahmen die geldpolitische Wende einzuleiten."


    Die von der Fed angestrebten erheblichen Fortschritte haben sich an der Preisfront und am Arbeitsmarkt noch nicht eingestellt. Insbesondere die rasant gestiegene Inflation bereitet der Fed Kopfzerbrechen. Powell betonte, die Teuerung werden noch einige Monate erhöht bleiben, bis sie sich in Richtung des Fed-Ziels bewege. Auch wenn die Fed davon ausgeht, dass der mit der Wiedereröffnung der Wirtschaft nach der Corona-Krise zusammenhängende Anstieg der Teuerung vorübergehend ist, bleibt sie auf der Hut. Denn auf kurze Sicht seien die von der Inflation ausgehenden Risiken nach oben gerichtet, warnte Powell.


    Die Verbraucherpreise waren im Juni überraschend kräftig um 5,4 Prozent in die Höhe geschnellt und hatten Spekulationen auf eine vorzeitige Zinswende genährt. Diese steht derzeit aber noch nicht zur Debatte. Die Währungshüter signalisierten im Frühjahr, dass sie den ultra-niedrigen geldpolitischen Schlüsselzins von derzeit null bis 0,25 Prozent noch bis ins Jahr 2023 hinein beibehalten wollen. Powell bekräftige nun, es sei derzeit noch nicht an der Zeit, sich mit der Zinswende zu beschäftigen.


    Das liegt auch daran, dass sich die Notenbank mit Blick auf den Arbeitsmarkt noch lange nicht am Ziel sieht: Es fehlen derzeit noch rund 6,8 Millionen Jobs gegenüber dem Vorkrisenniveau. Doch zuletzt hat sich der Stellenaufbau beschleunigt. Nach einem Zuwachs von 850'000 im Juni dürfte der Juli laut Ökonomen sogar ein Plus von 926'000 Jobs bringen. Powell betonte, es sei noch Boden gutzumachen, bis substanzielle Fortschritte erreicht seien: "Ich möchte einige starke Arbeitsmarktzahlen sehen."


    (Reuters)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!

  • Fed vor Abkehr von Krisenmodus - Finanzmärkte warten auf Signal


    Die US-Notenbank Fed steht vor einer wichtigen Vorentscheidung beim geplanten Ausstieg aus dem Krisenmodus.


    20.09.2021 21:00


    Manche Experten erwarten, dass die US-Notenbank Fed angesichts rasant gestiegener Preise und der Erholung am Arbeitsmarkt nach der Corona-Krise auf der Zinssitzung am Mittwoch ein klares Signal für ein Zurückfahren ihrer milliardenschweren Anleihekäufe geben wird. Fed-Chef Jerome Powell hatte auf der Notenbankenkonferenz von Jackson Hole Ende August ein solches Manöver für dieses Jahr in Aussicht gestellt, jedoch noch keinen Zeitplan vorgelegt.


    Die Volkswirte der Notenbank legen zu der Zinssitzung neue Prognosen zur Entwicklung von Konjunktur, Arbeitsmarkt und Inflation vor. Ob die Fed nun auf dieser Basis schon einen Beschluss zum Abbau des Kaufprogramms im Volumen von derzeit 120 Milliarden Dollar im Monat fassen wird, ist jedoch fraglich: "Ich gehe davon aus, dass die US-Währungshüter die wirtschaftliche Entwicklung noch etwas länger beobachten wollen und rechne daher mit einem endgültigen Entschluss erst beim nächsten Notenbanktreffen im November", so die KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Dies sieht auch Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer so, der für Mittwoch zumindest "ein klares Signal" für eine bald anstehende Verringerung der Käufe erwartet: "Spätestens Anfang 2022 dürfte die Fed dann tatsächlich beginnen, das Kaufvolumen mehr und mehr herunterzufahren."


    Fed will früheren Fehler vermeiden


    Anders als im Jahr 2013 werde sie den Prozess wohl kaum wegen einer starken Marktreaktion noch einmal aufschieben müssen, erklärte Krämer. Damals hatte der damalige Fed-Chef Ben Bernanke in einer Kongress-Anhörung offenbar unbedacht die Bemerkung fallengelassen, die Notenbank könnte bei anhaltend positiven Wirtschaftsdaten ihre Wertpapierkäufe allmählich zurückfahren. Ein Beben an den Börsen war die Folge: das sogenannte "Taper Tantrum".


    Die Fed ist nun darauf bedacht, solche Turbulenzen tunlichst zu vermeiden und die Finanzmärkte behutsam auf einen allmählichen Ausstieg aus dem Krisenmodus einszustellen. Mehrere Vertreter aus dem Führungskreis der Fed scharren jedoch schon mit den Hufen und dringen auf ein baldiges Startsignal. Sie sehen einerseits die Wirtschaft nach der Krise ausreichend gefestigt, um allmählich ohne die massive Hilfe der Fed auszukommen. Andererseits warnen sie, dass mit dem nach der Corona-Krise einsetzenden Aufschwung auch erhöhte Inflationsgefahren verbunden sind.


    Die Fed will substanzielle Fortschritte auf dem Weg zu Preisstabilität und Vollbeschäftigung sehen, bevor sie mit dem Herunterfahren beginnt - dem sogenannten Tapering. Der Preisauftrieb in den USA hat im August leicht nachgelassen und Hoffnung auf ein Abebben des Inflationsschubs gemacht. Waren und Dienstleistungen kosteten im August 5,3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, nach 5,4 Prozent im Juli. Damit liegt das Preisniveau aber noch deutlich über dem von der Fed angestrebten Zielwert von zwei Prozent. Doch gehen viele Experten davon aus, dass das Schlimmste in Sache Inflation nun überstanden ist.


    Fed vor «Schlüsselmoment»


    Die jüngsten Arbeitsmarktdaten waren recht enttäuschend ausgefallen: Im August entstanden lediglich 235.000 neue Jobs ausserhalb der Landwirtschaft. Dieses Tempo beim Jobaufbau ist der Fed zu niedrig, schliesslich ist die Zahl der Beschäftigten noch um rund 5,3 Millionen unter ihrem Höchststand von Februar 2020.


    Die Volkswirte der BayernLB sehen mit der kommenden Fed-Sitzung nun den "Schlüsselmoment in der Tapering-Debatte" gekommen: Sie rechnen mit einer Ankündigung, so dass im Laufe des vierten Quartals mit dem Herunterfahren der Käufe begonnen werden könne. Auch bei dem für Mittwoch anstehenden aktualisierten Zinsausblick der Währungshüter sei "Überraschungspotenzial" vorhanden. Derzeit hält die Fed den Schlüsselzins in einer Spanne von null bis 0,25 Prozent. Die Münchner Ökonomen verweisen darauf, dass die Fed-Mitglieder im Juni im Mittel für gleich zwei Zinsschritte nach oben im Jahr 2023 plädierten: "In der kommenden Woche liegt das Augenmerk der Märkte darauf, ob es neue Stimmen für eine erste Zinsanhebung bereits in 2022 gibt."


    (Reuters)

    Ich verliere nie! Entweder ich gewinne oder ich lerne!