Handelsstreit

  • Zollstreit belastet: Jack-Daniel's-Hersteller gibt Gewinnwarnung raus


    Der Handelsstreit zwischen der Trump-Regierung und der Europäischen Union macht dem US-Spirituosenriesen Brown-Forman zu schaffen. Der vor allem für Jack-Daniel's-Whiskey bekannte Konzern aus Louisville im Bundesstaat Kentucky senkte seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr mit Verweis auf höhere Zölle am Mittwoch deutlich. Pro Aktie dürfte der Gewinn zwischen 1,65 und 1,75 Dollar liegen. Zuvor waren zehn Cent mehr in Aussicht gestellt worden.


    30.08.2018 06:32


    Brown-Forman hatte bereits im Juni angekündigt, die Preise in Europa wegen zusätzlicher EU-Zölle erhöhen zu müssen. Eine Reihe anderer US-Konzerne, darunter der Motorradbauer Harley-Davidson , die grössten Autohersteller General Motors und Ford sowie der Softdrink-Gigant Coca-Cola , hatten im Zuge des Handelsstreits ebenfalls schon Gewinnwarnungen ausgegeben oder Preiserhöhungen angekündigt.


    Nachdem die Regierung von Präsident Donald Trump im Juni Zölle auf Stahl und Aluminium verhängte, schlugen Handelspartner wie die EU, China oder Mexiko zurück. Sie nahmen klassische US-Produkte wie Bourbon, Mais oder Erdnussbutter aus Wahlkreisen ins Visier, die für Trumps republikanische Partei besonders wichtig sind. Eine weitere Eskalation des Streits zwischen den USA und der EU wendeten Trump und Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im Juli vorerst ab./hbr/DP/he


    (AWP)

  • Trump nennt EU-Vorschläge zu Autozöllen 'nicht gut genug'


    (Ausführliche Fassung) - Die EU ist bei US-Präsident Donald Trump mit ihrem Angebot einer gegenseitigen Abschaffung von Autozöllen abgeblitzt. Die Offerte von EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström sei "nicht gut genug", sagte Trump in einem Interview der US-Nachrichtenagentur Bloomberg, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. "Die EU ist fast so schlimm wie China, nur kleiner", sagte Trump und wiederholte damit seine bereits vor Wochen gewählten Worte im Handelsstreit mit Europa. Derweil steht der Handelskonflikt der USA mit China vor einer weiteren Eskalation. In den Verhandlungen um ein neues Freihandelsabkommen zwischen den USA, Kanada und Mexiko steht laut Trump indes ein Durchbruch bevor.


    31.08.2018 08:37


    Gegenüber China will Trump nach Bloomberg-Informationen möglicherweise schon in der nächsten Woche Strafzölle auf eine riesige Warenmenge im Wert von 200 Milliarden Dollar erheben. In den USA läuft derzeit eine öffentliche Anhörung zu der Angelegenheit. Trump hatte eine entsprechende Drohung bereits vor längerer Zeit ausgestossen. Das Weisse Haus kommentierte den Bericht am Donnerstag nicht. Derzeit belegen die USA Waren im Wert von 50 Milliarden Dollar mit Strafzöllen. China reagierte mit Gegenmassnahmen in gleicher Höhe. Sollten die neuen US-Zölle kommen, wären die Hälfte aller US-Importe aus China mit Sonderzöllen belegt.


    Die EU-Kommission hat den USA die Abschaffung aller Autozölle beider Seiten im Rahmen eines Handelsabkommens vorgeschlagen. Die EU sei bereit, "unsere Autozölle auf Null zu reduzieren, wenn die USA dasselbe tun", sagte Handelskommissarin Cecilia Malmström am Donnerstag in Brüssel.


    Im Konflikt mit der EU hatten Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Trump hatten Mitte Juli in Washington vereinbart, auf die Abschaffung aller Zölle auf Industriegüter hinzuarbeiten, allerdings mit Ausnahme von Autos. Diese Ausnahme kam nach EU-Angaben auf Wunsch der USA zustande. Die EU hätte indes nichts dagegen gehabt, Autos in die Verhandlungen einzubeziehen, heisst es in Brüssel.


    Teil der Washingtoner Absprachen ist, dass während der Gespräche keine neuen Zölle verhängt werden. Sollte Trump dennoch Strafzölle auf Autoimporte erheben, "würden wir diese Gespräche sofort unterbrechen", sagte Malmström.


    Trumps Drohung mit solchen Strafzöllen auf europäische Autos hatte den Handelsstreit mit der EU im Frühsommer eskalieren lassen. Juncker gelang es mit dem Krisengespräch in Washington, den Konflikt zu entschärfen. Dabei hatte Juncker in Aussicht gestellt, dass die EU grössere Mengen Soja sowie Flüssiggas aus den USA importiert.


    Zu den Nafta-Verhandlungen mit Kanada und Mexiko sagte Trump der Nachrichtenagentur Bloomberg: "Ich denke, wir stehen kurz vor einem Deal". An diesem Freitag geht der seit Tagen andauernde Verhandlungsmarathon in die entscheidende Runde.


    Ob es dann schon ein klares Ergebnis geben wird, sei abzuwarten. "Kanada wird irgendwann einen Deal machen. Das könnte am Freitag sein oder innerhalb eines Zeitraums", sagte Trump weiter. Kanadas Delegationsleiterin, Aussenministerin Chrystia Freeland, hatte am Donnerstag mehrfach mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer beraten und sich optimistisch gezeigt.


    Am Freitagmorgen sollen die Gespräche in Washington weitergehen. Bis in die Nacht hinein hatten die Delegationen der USA und Kanadas verhandelt, wie das Blatt "The Star" berichtete. Kanada steht unter Druck, weil die USA und Mexiko sich bereits auf ein vorläufiges Abkommen bilateral geeinigt hatten.


    Einer der Streitpunkte, bei denen sich Mexiko kompromissbereit gezeigt hatte, waren Mindestlöhne in einigen Bereichen der Automobilindustrie. Zu den Streitpunkten gehört weiterhin die Abschottung kanadischer Milchbauern mit Schutzzöllen.


    Das 1994 abgeschlossene nordamerikanische Handelsabkommen Nafta ist eines der grössten Freihandelsabkommen der Welt. Es betrifft fast 500 Millionen Menschen und deckt ein Gebiet mit einer Wirtschaftsleistung von knapp 23 Billionen Dollar (19,79 Billionen Euro) ab./vsr/dm/ddo/DP/tav


    (AWP)

  • USA laden China zu neuen Handelsgesprächen ein


    Die USA haben China zu neuen Gesprächen zur Beilegung des Handelsstreits eingeladen.


    13.09.2018 03:17


    Larry Kudlow, Wirtschaftsberater von Präsident Donald Trump. sagte am Mittwoch dem Sender Fox, Finanzminister Steve Mnuchin sei mit einem entsprechenden Angebot an eine hochrangige chinesische Delegation herangetreten. Man habe die Information erhalten, dass die chinesische Regierung die Gespräche fortsetzen wolle. Daraufhin habe Mnuchin die Einladung ausgesprochen. Zeit und Ort für neue Gespräche blieben allerdings unklar. Zuletzt hatten sich beide Seiten am 22. und 23. August getroffen.


    Kudlow hatte zuvor vor Reportern gesagt, die Kommunikation mit der Regierung in Peking habe sich ein Stück weit verbessert. Er sehe das als gutes Zeichen, "Viele von uns meinen, dass reden besser ist als nicht zu reden - und ich glaube, die chinesische Regierung will reden." Wenn China ernsthaft reden wolle, sei man für weitere Handelsgespräche offen. Kudlow fügte aber hinzu: "Ich garantiere für nichts."


    Seit Anfang Juli haben sich beide Länder mit Straf- und Vergeltungszöllen auf Waren im Volumen von insgesamt 100 Milliarden Dollar überzogen. Trump hat noch weitere Schritte angekündigt, Peking hat mit Gegenmaßnahmen gedroht. Der US-Präsident wirft China unter anderem unfaire Handelspraktiken und den Diebstahl geistigen Eigentums vor. China weist das zurück. Der Streit belastet die Finanzmärkte, weil es die Sorge vor einem Handelskrieg gibt.


    (Reuters)

  • China und USA überziehen sich mit weiteren Zöllen


    Nach der Zuspitzung im Handelsstreit zwischen den USA und China haben sich beide Seiten unnachgiebig gezeigt. Auf die Verhängung neuer Strafzölle durch Donald Trump reagierte China mit eigenen Strafmassnahmen.


    19.09.2018 06:54


    Man habe "keine andere Wahl", erklärte die Regierung in Peking. Trump hatte für diesen Fall bereits eine weitere Zoll-Runde - eine "Phase drei" - auf chinesische Waren im Wert von fast 300 Milliarden Dollar angedroht. Er warf China vor, den US-Wahlkampf beeinflussen zu wollen. Die Aktienmärkte in Europa und den USA reagierten gelassen auf die neuen Strafmassnahmen, die erwartet worden waren.


    Trump hatte am Montag zehnprozentige Zuschläge auf Waren aus China in einem Wert von 200 Milliarden Dollar angekündigt. Die neuen Zölle sollen einem Regierungsbeamten zufolge von Montag an erhoben und bis Jahresende auf 25 Prozent steigen. Von der ursprünglichen Liste genommen wurden einige Technologieprodukte wie Apple-Lautsprecher und -Uhren. "Wir haben China sehr deutlich gemacht, welche Änderungen wir brauchen - und wir haben ihnen jede Möglichkeit gegeben, uns fair zu behandeln", erklärte Trump. "Aber bislang ist China nicht willens, seine Praktiken zu ändern." Später sagte Trump zu Journalisten, dass die Tür für Gespräche mit China offenbleibe. Die USA und China würden irgendwann zu einer Handelsvereinbarung kommen.


    Trump: China versucht US-Wahl zu beeinflussen


    Das Handelsministerium in Peking reagierte binnen Stunden. Um seine legitimen Rechte und Interessen und die Ordnung im internationalen Freihandel zu schützen, bleibe dem Land keine andere Wahl, als Vergeltung zu üben, hiess es. Ab dem 24. September würden US-Waren mit einem Volumen von 60 Milliarden Dollar mit Zöllen in einer Spanne von fünf bis zehn Prozent belegt. Dabei wurden einige Produkte, bei einen zunächst ein Zoll von 25 oder 20 Prozent angekündigt worden war, mit zehn Prozent belegt. Eine komplette Liste der Waren lag nicht vor. China reichte zudem Beschwerde bei der Welthandelsorganisation ein. Medienberichten zufolge hat die Regierung in Peking auch erwogen, durch gezielte Exporteinschränkungen für Bauteile und andere Güter die Lieferketten von US-Konzernen zu treffen.


    Trump warf China auf Twitter vor, es habe offen den Versuch angekündigt, Einfluss auf die Kongresswahl im November zu nehmen. Dazu sollten "Landwirte, Züchter und Industriearbeiter" ins Visier genommen werden, schrieb er, ohne dies zu belegen. "Was China nicht versteht, ist dass diese Leute grosse Patrioten sind", schrieb er. Ein Angriff auf diese Gruppen werde eine "riesige und rasche wirtschaftliche Vergeltung" zur Folge haben. In den USA sind Anfang November Kongresswahlen. Trumps Republikanern droht eine Niederlage.

    Quote

    China has openly stated that they are actively trying to impact and change our election by attacking our farmers, ranchers and industrial workers because of their loyalty to me. What China does not understand is that these people are great patriots and fully understand that.....


    — Donald J. Trump (@realDonaldTrump) 18. September 2018

    Alibaba-Gründer: Streit könnte Jahrzehnte anhalten


    Experten gingen davon aus, dass die Auswirkungen der neuen US-Zölle für China überschaubar bleiben. Der "Bremseffekt" für das deren Wirtschaftswachstum werde 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte betragen, rechnete das Ifo-Institut vor. China habe sich in den vergangenen Jahren unabhängiger vom Export gemacht. "Aber der Handelskrieg zwischen den USA und China erhöht die weltwirtschaftlichen Risiken deutlich."


    Die beiden grössten Volkswirtschaften überziehen sich seit Anfang Juli mit Straf- und Vergeltungszöllen, die vor der neuen Runde Waren im Wert von mehr als 100 Milliarden Dollar betrafen. Die USA werfen China unter anderem Marktabschottung, unfaire Beihilfen für die eigene Wirtschaft und Technologiediebstahl vor. Für die jetzt angekündigte Runde nahm das US-Handelsministerium allerdings fast 300 Produktkategorien wieder aus der Vorschlagsliste für Zölle, darunter neben einigen Technologieprodukten auch Agrarchemikalien. Bei einer weiteren Zoll-Runde in der von Trump angekündigten Höhe dürften diese jedoch einbezogen werden.


    In der Wirtschaft wurde der weitere Verlauf des Streits auf beiden Seiten des Pazifiks unterschiedlich eingeschätzt. Der Gründer des Online-Einzelhandelsriesen Alibaba, Jack Ma, warnte in Shanghai, die Spannungen zwischen den Staaten im Handel könnten noch zwei Jahrzehnte nachklingen. "Selbst wenn Donald Trump abtritt und ein neuer Präsident kommt, werden sie weitergehen." Dagegen sagte Apple-Chef Tim Cook dem Sender ABC, er sei zuversichtlich, dass die Länder das Problem lösen werden. "Ich bin optimistisch, weil der Handel zu den Dingen gehört, die kein Null-Summen-Spiel sind."


    (Reuters)

  • China will laut Medien Einfuhrzölle weiter senken - USA erst einmal aussen vor


    Chinas Premierminister Li Keqiang will offenbar seiner Werbung für mehr Freihandel bald weitere Taten folgen lassen. So könnte der durchschnittliche Satz für Einfuhrzölle auf Waren der wichtigsten Handelspartner bereits im Oktober weiter gesenkt werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Li hat diesen Schritt bereits am Mittwoch bei dem als "Sommer-Davos" genannten Weltwirtschaftsforum in Tianjin angedeutet, ohne Details zu nennen.


    20.09.2018 07:56


    China hatte bereits im Juli zahlreiche Einfuhrzölle gesenkt. Das Land will damit die zuletzt ins Stocken geratene Wirtschaft ankurbeln. Auf der Liste der wichtigsten Handelspartner stehen auch die Vereinigten Staaten. Diese wären damit im Prinzip auch von der Senkung der Zölle betroffen - allerdings kann der allgemeine Satz für die Zölle durch Einzelvereinbarungen ausgehebelt werden. Dies ist zur Zeit im Handel mit den USA der Fall.


    Die Vereinigten Staaten und China überziehen sich derzeit gegenseitig mit einer Reihe von neuen Zöllen auf zahlreiche Waren. Dieser Handelsstreit der beiden grössten Volkswirtschaften der Welt hatte in den vergangenen Tagen eine neue Eskalationsstufe erreicht. US-Präsident Donald Trump hatte den Konflikt durch neue Sonderzölle auf China-Importe im Wert von weiteren 200 Milliarden Dollar befeuert.


    Das Handelsministerium in Peking reagierte umgehend und kündigte Vergeltung an. So sollen US-Importe im Wert von 60 Milliarden Dollar mit Extrazöllen belegt werden. China kann mit eigenen Strafzöllen auf Importe aus den USA allerdings nur begrenzt Vergeltung ausüben, weil das Land deutlich weniger Waren aus den Vereinigten Staaten einführt als andersherum./zb/stk/fba


    (AWP)

  • China kappt Einfuhrzölle für Textil- und Metallprodukte


    Inmitten des eskalierenden Handelsstreits mit den USA will China bei einer Reihe von Produkten die Importzölle senken.


    01.10.2018 06:54


    Darunter seien Textil- und Metallprodukte wie Stahl, teilte das Finanzministerium am Sonntag mit. Die Zölle würden ab November von 11,5 Prozent auf 8,4 Prozent reduziert. Importzölle auf Holz- und Papierprodukte, Mineralien und Edelsteine würden auf 5,4 Prozent gesenkt. Im Durchschnitt würden die Abgaben bei 1500 Produkten von 10,5 Prozent auf 7,8 Prozent reduziert. Niedrigere Zölle trügen zu einer ausgeglichenen Entwicklung des Aussenhandels bei, erklärte das Ministerium.


    Bereits im Juli hatte die Regierung in Peking Einfuhrzölle auf eine Reihe von Konsumartikeln herabgesetzt. Die Volksrepublik liefert sich derzeit einen Handelskonflikt mit den USA. Die beiden weltweit grössten Volkswirtschaften haben sich mit Straf- und Vergeltungszöllen im Volumen von mehreren Hundert Milliarden Dollar überzogen. Weitere Gespräche über eine Entschärfung der Lage waren geplatzt. China importiert deutlich weniger aus den USA als umgekehrt, was US-Präsident Donald Trump massiv kritisiert.


    Der Handelsstreit hinterlässt in Chinas Konjunktur Bremsspuren. Die Industrie der zweitgrössten Volkswirtschaft verlor im September merklich an Schwung, wie zwei Umfragen unter Einkaufsmanagern zeigen.


    (Reuters)

  • USA und China streiten auch über Währung


    Vor dem Treffen der G20-Finanzminister im indonesischen Nusa Dua auf Bali bahnt sich ein neuer Streit zwischen den weltgrössten Volkswirtschaften China und USA an. US-Finanzminister Steven Mnuchin warnte am Mittwoch Peking vor einer Abwertung der chinesischen Währung, um sich Handelsvorteile zu verschaffen.


    10.10.2018 09:17


    "Während wir auf Handelsthemen schauen, ist es keine Frage, dass wir sicherstellen wollen, dass China keine Abwertungen vornimmt, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen", sagte Mnuchin der "Financial Times". Das US-Finanzministerium beobachte die Situation sehr genau. Die chinesische Währung sei über das Jahr signifikant gefallen.


    Chinas Volkswirtschaft ist stark exportorientiert. Eine niedriger Kurs der eigenen Währung im Vergleich etwa zum US-Dollar macht den Kauf chinesischer Güter für ausländische Käufer billiger. Eine künstliche Abwertung ist somit unter Umständen ein Werkzeug, um den Handelsschranken der USA zu begegnen.


    Der chinesische Yuan oder Renminbi hat in den vergangenen Monaten gegenüber dem US-Dollar etwa zehn Prozent seines Wertes verloren. Mnuchin erkannte an, dass es auch innerchinesische Gründe gibt, etwa ein verlangsamtes Wirtschaftswachstum.


    Die Schwäche des Yuan hängt aber auch damit zusammen, dass sich globale Kapitalströme durch die Geldpolitik und Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed verändert haben. Dadurch werden Anlagen im Dollar-Raum für Investoren attraktiver. Auch andere Währungen von Schwellenländern, etwa die Rupie des Gastgeberlandes Indonesien, haben gegenüber dem Dollar deutlich abgewertet.


    Am Rande des Jahrestreffens von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Nusa Dua (Indonesien) werden Mnuchin und Vertreter Chinas am Donnerstag beim Treffen der Finanzminister grosser Industrie- und Schwellenländer (G20) aufeinandertreffen. Mnuchin will dabei nach eigen Angaben auch Handels- und Währungsthemen ansprechen./dm/DP/jha


    (AWP)

  • USA könnten laut Gerüchten Anfang 2019 alle China-Importe mit Zölle belegen


    Wird es im kommenden Jahr US-Zölle auf alle chinesische Waren geben? Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete am Montag unter Berufung auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen, die US-Regierung bereite sich auf einen entsprechenden Schritt vor. Die Massnahme könne erfolgen, falls es bei den anlässlich des geplanten G20-Treffens geplanten Gesprächen zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping zu keiner Einigung im Handelskonflikt zwischen den beiden Ländern komme.


    29.10.2018 19:56


    Eine Liste mit den neu erfassten Produkten könnte Anfang Dezember bekanntgegeben werden und dann nach der üblichen 60-Tage-Frist für öffentliche Stellungnahmen Anfang Februar in Kraft treten. Das Papier würde dann etwa 257 Milliarden US-Dollar an Importen betreffen, dem Gesamtbetrag der aus China im vergangenen Jahr eingeführten Waren.


    An den Kapitalmärkten sorgten die Neuigkeiten für Unruhe. Der US-Aktienmarkt drehte nachhaltig ins Minus, der Eurokurs legte zu und näherte sich der Marke von 1,14 Dollar./he


    (AWP)

  • Kreise: Trump will bis Ende November Handelsabkommen mit China


    US-Präsident Donald Trump will den Handelsstreit mit China offenbar noch in diesem Monat aus der Welt schaffen. Zum Treffen der G20-Staaten Ende November wolle er ein Handelsabkommen mit dem Präsidenten der weltweit zweitgrössten Volkswirtschaft, Xi Jinping, abschliessen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitagmorgen unter Berufung auf vier mit der Angelegenheit vertraute Personen. Er habe bereits Regierungsmitarbeiter und Leute aus seinem Stab mit der Ausarbeitung von Details beauftragt.


    02.11.2018 06:32


    Auslöser für diesen Schritt sei ein Telefonat mit Xi am Donnerstag gewesen. Trump selbst hatte das Gespräch als "lang und sehr gut" bezeichnet und sich in über Twitter positiv zum Verlauf der Gespräche über ein Handelsabkommen geäussert. An der Börse wurden die Informationen von Bloomberg positiv aufgenommen. Die zuletzt arg gebeutelten Indizes in China und Hongkong legten deutlich zu und in Deutschland deutet die Indikation des Brokers IG auf einen freundlichen Handelsstart hin./zb/nas


    (AWP)

  • China-Experte sieht keinen 'neuen Kalten Krieg' mit China


    Der Handelskrieg zwischen China und den USA verschafft Deutschland nach Ansicht des Chefs des Berliner China-Instituts Merics, Frank Pieke, "mehr Einfluss auf China". Einen "neuen Kalten Krieg" der USA gegen China sah er nicht. In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur riet Pieke dem deutschen Aussenminister Heiko Maas (SPD), die Chinesen bei seinem am Montag beginnenden Besuch in Peking stärker zur Marktöffnung zu drängen. "Sie sind momentan in der Stimmung, Konzessionen zu machen, weil sie das Welthandelssystem und Europa plötzlich viel mehr brauchen als noch vor einem halben Jahr."


    12.11.2018 06:34


    Deutschland und die EU könnten stark davon profitieren, wenn sie das Welthandelssystem mit China neu verhandelten - statt wie die USA daraus auszusteigen. Es gebe keine Grossmacht-Rivalitäten, selbst wenn sich Deutschland gegenüber China wie die USA "auch durch Kooperation, Konkurrenz und Konflikt navigieren" müsse, sagte Pieke zum ersten Besuch von Maas als Aussenminister in China.


    In dem Handelskrieg sah Pieke den Versuch der USA, "Chinas Grossmachtstreben einzudämmen". Aber der Handelskrieg lasse sich nicht unendlich lange fortsetzen. "Und Trump ist immer noch eher ein "Dealmaker" als ein Kriegstreiber", findet Pieke. China und die USA müssten einen Kompromiss finden. "Gleichzeitig wird sich der Aufstieg Chinas fortsetzen, wenn auch etwas langsamer und vorsichtiger."


    Von einem vielfach zitierten "neuen Kalten Krieg" zwischen den USA und China mochte der Merics-Chef nicht reden. Die Bindung sei viel komplexer als es zwischen der Sowjetunion und den USA gewesen sei. Die gegenseitige Abhängigkeit bleibe gross. "Je stärker China wird und je mehr seine Wirtschaft an Komplexität gewinnt, umso stärker wird auch der Wettbewerb zwischen China und den USA", sagte Pieke.


    "Die anfangs linkisch agierende US-Regierung unter Trump hat China dazu verleitet, den Moment zu nutzen und sich als Wettbewerber und Gegner der USA zu positionieren - aus meiner Sicht viel zu früh - statt weiter ein Partner der USA zu sein." Die Regierung von US-Präsident Donald Trump habe im zweiten Amtsjahr offensichtlich Gefallen an der Auseinandersetzung gefunden und China blossgestellt. "Das ist kein Kalter Krieg, sondern eine Lektion in Erniedrigung."


    Der international renommierte Wissenschaftler Pieke leitet seit Mai gemeinsam mit Mikko Huotari das Mercator Institute for China Studies (Merics). Die Initiative der Mercator Stiftung wird in diesem Monat fünf Jahre alt und hat sich zu einer weltweit führenden Denkfabrik der praxisbezogenen Forschung und Beratung zu China entwickelt./lw/DP/zb


    (AWP)

  • China und USA nehmen Handelsgespräche wieder auf


    Im Handelskrieg zwischen den USA und China haben beide Seiten die Gespräche wieder aufgenommen. Nach dem Telefonat zwischen Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump vor zwei Wochen seien ranghohe Vertreter wieder in Kontakt getreten, berichtete der Sprecher des Handelsministeriums am Donnerstag in Peking. Die Arbeitsgruppen stünden in engem Austausch, um die Vereinbarung der beiden Staatsoberhäupter umzusetzen.


    15.11.2018 11:19


    Beide Präsidenten wollen sich auf dem Gipfel der grossen Wirtschaftsnationen (G20) in zwei Wochen in Buenos Aires treffen, um über ihre Handelsspannungen zu sprechen. Die USA haben Importe aus China im Wert von rund 250 Milliarden US-Dollar mit Sonderabgaben belegt, während China im Gegenzug ähnliche Zölle auf Einfuhren aus den USA im Wert von 130 Milliarden US-Dollar erhebt. Trump beklagt mangelnden Marktzugang in China und Technologiediebstahl./lw/DP/jha


    (AWP)

  • Streit auch ohne Trump: US-Konflikt mit China überschattet Gipfel


    Beim Apec-Gipfel liefern sich die USA und China einen Streit auf offener Bühne - auch ohne Donald Trump. Die kleineren Staaten fürchten, dass der Krach zu ihren Lasten geht. Nicht einmal eine Abschlusserklärung kommt in diesem Jahr zustande.


    18.11.2018 09:34


    Der US-Präsident blieb dieses Mal lieber zuhause - aber auch ohne Donald Trump hat der Handelsstreit zwischen den USA und China den alljährlichen Asien-Pazifik-Gipfel völlig überschattet. Bei dem Treffen in Papua-Neuguinea überzogen sich die Grossmächte mit neuen gegenseitigen Vorwürfen.


    Nicht einmal auf eine Abschlusserklärung konnte sich die Staats-und Regierungschefs der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) am Sonntag einigen. Die Gastgeber gaben den beiden Grossmächten die Schuld.


    China und USA mit gegenseitigen Vorwürfen


    Zuvor hatte Trumps Stellvertreter Mike Pence der Volksrepublik mit weiteren Strafzöllen in Milliardenhöhe gedroht. Er hielt Peking auch vor, schwächere Staaten mit Krediten gezielt in die Abhängigkeit zu treiben.


    Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping sagte dazu, sein Land locke niemanden in eine Falle. Er warnte vor einem "Handelskrieg" ohne Gewinner. Mehrere kleinere Länder beschwerten sich, dass der Konflikt jetzt schon zu ihren Lasten geht.


    Bei dem Gipfel in Port Moresby waren fast alle 21 Apec-Mitglieder mit ihrem Staats- oder Regierungschef dabei. Dass Trump nur seinen Vize schickte, sorgte für Verwunderung. In den Apec-Staaten rund um den Pazifik lebt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Dazu gehören zum Beispiel auch Russland, Kanada, Japan und Indonesien.


    Die neuen harten Töne kamen überraschend, weil Trump unmittelbar zuvor in Washington noch davon gesprochen hatte, dass Peking eine Liste mit möglichen Zugeständnissen übermittelt habe. Xi hielt den USA dann jedoch gleich in der ersten Rede "Egoismus" vor. "Die Geschichte beweist, dass Konfrontation - egal, ob als Kalter Krieg, echter Krieg oder Handelskrieg - keine Gewinner hervorbringt."


    Im Gegenzug bezichtigte US-Vizepräsident Pence die Chinesen erneut "unfairer Handelspraktiken". Die Zeiten, dass sich sein Land dies gefallen lasse, seien jedoch vorbei. Washington sei zur Zusammenarbeit bereit, auch mit Peking. Aber: "Die USA werden ihren Kurs nicht ändern, solange China seinen Kurs nicht ändert."


    Hoffnung auf Entspannung


    Beide Staaten haben schon Strafzölle in Milliardenhöhe gegeneinander verhängt. Manche hoffen, dass sich der Konflikt bis zum nächsten Gipfel entspannt: Ende November treffen sich die Staats- und Regierungschefs der grossen Industrie- und Schwellenländer (G20) in Argentinien. Dort wird neben Xi dann auch Trump dabei sein.


    So deutlich wie nie warnte Pence die anderen Pazifik-Anrainer davor, durch chinesisches Geld in Abhängigkeit zu geraten. "Nehmt keine Kredite an, die eure Souveränität gefährden. Schützt eure Interessen. Erhaltet euch eure Unabhängigkeit. Macht es wie Amerika: immer euer eigenes Land zuerst."


    Pence richtete seine Warnung auch an den Gastgeber: Papua-Neuguinea ist mit Abstand das ärmste aller Apec-Mitglieder, geplagt von Kriminalität und Korruption. Der US-Vize versprach Hilfe beim Ausbau des Stromnetzes. In dem Inselstaat haben von acht Millionen Einwohnern nur 13 Prozent Strom. Zusammen mit Australien planen die USA dort auch eine Militärbasis.


    Beide Länder zu Lösung aufgefordert


    Trotzdem äusserte Papua-Neuguineas Premierminister Peter O'Neill wegen des Handelsstreits sowohl an den USA als auch an China Kritik. ""Natürlich ist die ganze Welt besorgt. Das ist eine Situation, in der sich beide Länder zusammensetzen und eine Lösung finden müssen." O'Neill machte beide auch dafür verantwortlich, dass keine gemeinsame Abschlusserklärung zustande kam. "Das liegt daran, dass es im Raum zwei grosse Giganten gibt."


    Der US-Vizepräsident war zu diesem Zeitpunkt schon weg: Pence verliess den Gipfel als einer der ersten. Immerhin hatte die US-Delegation aber eine Nacht lang in Port Moresby übernachtet. Zwischenzeitlich war geplant, dass die Amerikaner zu den Gesprächen aus Australien ein- und ausfliegen - aus Sicherheitsgründen.


    (AWP)

  • Strafzölle gegen China bringen USA Milliarden


    Die US-Volkswirtschaft profitiert einer Studie zufolge von den Strafzöllen gegen China. Und zwar nicht zu knapp.


    19.11.2018 12:47


    Der Gesamtnutzen der US-Handelszölle auf chinesischen Produkten summiere sich auf rund 18,4 Milliarden Dollar, heisst es in der am Montag veröffentlichten Untersuchung für das Forschungsnetz EconPol Europe. "Zölle sind nichts anderes als Abgaben, deren Last verteilt wird auf ausländische Hersteller und inländische Verbraucher", sagte Co-Autor Gabriel Felbermayr vom Münchener Ifo-Institut, der mit Benedikt Zoller-Rydzek vom KOF-Institut in Zürich die Folgen untersucht hat. "Im Falle der US-Zölle auf chinesische Güter werden drei Viertel der Belastung auf die chinesischen Hersteller verlagert, und die USA erzielen damit erhebliche Einnahmen", sagte Felbermayr. "Das Probleme mit dem Protektionismus ist, dass er sich tatsächlich wirtschaftlich vorteilhaft auf die USA auswirken kann."


    Die US-Zölle betreffen rund 50 Prozent der Produkte, die aus China importiert werden, mit einem Wert über 250 Milliarden Dollar. Darauf hat China mit Vergeltungsmassnahmen reagiert, die US-Güter für 60 Milliarden Dollar betreffen. Der Studie zufolge dürften die Zölle die amerikanischen Verbraucherpreise für die betroffenen Importe um 4,5 Prozent steigen lassen. Zudem werde der Export dieser Güter in die USA um 37 Prozent schrumpfen. Dadurch werde das Handelsdefizit der USA mit China um 17 Prozent schmelzen. Zugleich wird ein Anstieg der US-Zolleinnahmen von 22,5 Milliarden Dollar prognostiziert.


    Die USA werfen China unter anderem Marktabschottung, unfaire Beihilfen für die eigene Wirtschaft und Technologiediebstahl vor. China weist dies zurück. Der Konflikt schürt Sorgen, dass er sich zu einem Handelskrieg mit schweren Folgen für die Weltwirtschaft ausweitet.


    (Reuters)

  • China verschärft Importverbot für Feststoffabfälle


    China hat sein Verbot für die Einfuhr von Feststoffabfällen verschärft. Mit Jahresanfang wird der Import von 32 weiteren Kategorien untersagt, wie am Montag aus einem Dokument der Ministerien für Umwelt, Handel und Entwicklung sowie des Zolls hervorgeht. Zu den neu verbotenen Importen zählen Computer- und Autoteile, Schrott sowie Abfälle aus Stahl, Titan oder Holz.


    19.11.2018 11:08


    Die Einfuhr von Feststoffmüll ist mit bereits erlassenen Beschränkungen in diesem Jahr schon deutlich zurückgegangen. Bis Ende 2019 sollen solche Importe weitgehend gestoppt werden - es sei denn, sie enthalten Rohstoffe, die anders nicht ersetzt werden können, wie Staatsmedien berichteten.


    Die Volksrepublik hat in den 80er Jahren mit den Mülleinfuhren als Quelle für Rohstoffe begonnen und war jahrelang der grösste Importeur der Welt, obwohl sein Umgang mit Abfall noch nicht weit entwickelt war. Einige Unternehmen hätten illegalerweise Müll ins Land gebracht, nur um Gewinn zu machen, was eine Gefahr für Umwelt und Gesundheit gewesen sei, schrieb die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.


    Anfang des Jahres hatte China schon die Einfuhr von Plastikabfällen verboten. Die laufende Kampagne gegen "ausländischen Müll" zwingt andere Länder, darunter auch Deutschland, sich nach Alternativen umzusehen. Bis dahin hatte die Bundesrepublik nach Angaben des Umweltbundesamts 560 000 Tonnen Plastikabfälle pro Jahr nach China exportiert - das waren 9,5 Prozent des deutschen Plastikmülls./lw/DP/she


    (AWP)

  • USA kritisierten erneut Chinas Handelspraktiken


    Die USA erhöhen im Handelsstreit mit China den Druck.


    21.11.2018 02:06


    Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer präsentierte am Dienstag einen Zwischenbericht, wonach die bisherigen Strafzölle der Vereinigten Staaten die Volksrepublik nicht zum Einlenken bewegt haben.


    Die Führung in Peking unterstütze weiter den Diebstahl geistigen Eigentums und zwinge US-Firmen, ihr Knowhow an chinesische Unternehmen weiterzugeben. "Dieser Lagebericht zeigt, dass China seine unfairen, untragbaren und wettbewerbsverzerrenden Praktiken nicht grundlegend geändert hat", betonte Lighthizer.


    Die USA verhängten bereits Zölle auf chinesische Waren im Volumen von 250 Milliarden Dollar. Die Volksrepublik reagierte mit Strafzöllen auf US-Güter im Wert von 110 Milliarden Dollar. US-Präsident Donald Trump droht damit, sämtliche übrigen China-Importe im Umfang von 267 Milliarden Dollar mit Zöllen zu belegen.


    Grosse Erwartungen knüpfen sich an das geplante Treffen Trumps mit Chinas Präsident Xi Jinping Ende des Monats beim G20-Gipfel in Argentinien. Doch zuletzt verschärften sich die Spannungen zwischen den beiden Ländern beim Wirtschaftsgipfel des Asien-Pazifik-Raums (Apec).


    (SDA)

  • Trump will wohl an Erhöhung der Zölle auf China-Importe festhalten


    (Ausführliche Fassung) - Wenige Tage vor seinem erwarteten Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping hat US-Präsident Donald Trump signalisiert, an der Erhöhung der Strafzölle gegen China festhalten zu wollen. Es sei "höchst unwahrscheinlich", dass er auf Pekings Bitte eingehen werde, von der Massnahme abzusehen, sagte Trump dem "Wall Street Journal" (Montag).


    27.11.2018 10:42


    Die US-Regierung hatte im September entschieden, Zölle auf chinesische Waren im Volumen von 200 Milliarden Dollar (170,2 Mrd Euro) zu verhängen - zusätzlich zu den bereits eingeführten Abgaben auf Waren aus der Volksrepublik im Wert von 50 Milliarden Dollar. Zusammen sind damit die Hälfte aller US-Importe aus China betroffen. Die US-Zölle betragen bislang 10 Prozent, ab dem 1. Januar 2019 sollen 25 Prozent erhoben werden. China reagierte mit Gegenmassnahmen.


    Trump drohte in dem Interview auch damit, Zölle auf die übrigen chinesischen Importe, die bislang nicht betroffen sind, zu verhängen. Wenn keine Einigung mit Peking zustande komme, werde er Abgaben auf Waren im Wert von 267 Milliarden US-Dollar einführen. Der US-Präsident schloss auch nicht aus, dass Zölle auf aus China importierte iPhones und Laptops erhoben werden könnten. Kurz vor dem Erscheinen des Interviews am Montagnachmittag (Ortszeit) hatte er vor Journalisten gesagt, dass ein Deal mit China gelingen könne.


    China gab sich trotz der nun erneut scharfen Töne aus Washington optimistisch. "Wir hoffen, dass die USA auf die chinesische Seite zugehen werden und hart arbeiten, um das Treffen zu fördern und positive Ergebnisse zu erwirken", sagte die Pekinger Aussenamtssprecherin Geng Shuang am Dienstag. In einem vorangegangenen Telefonat hätten sich die beide Staatsführer darauf geeinigt, eine akzeptable Lösung zu finden. Daran wolle China festhalten.


    Trump und Xi nehmen Ende dieser Woche am G20-Gipfel in Argentinien teil. Es wird erwartet, dass sich beide bei dieser Gelegenheit auch persönlich treffen./hma/jpt/DP/jha


    (AWP)

  • Handelsstreit bremst Tesla in China aus


    Der Handelsstreit zwischen den USA und China hat die Umsätze des Elektroauto-Pioniers Tesla in der Volksrepublik einbrechen lassen.


    27.11.2018 08:05


    Die US-Firma verkaufte im Oktober auf dem weltgrössten Automarkt nur noch 211 Fahrzeuge und damit 70 Prozent weniger als vor einem Jahr, wie der chinesische Branchenverband am Dienstag mitteilte. Tesla äusserte sich zunächst nicht. Der Konzern ist von den Strafzöllen besonders betroffen, weil Tesla alle in China verkauften Fahrzeuge dorthin exportiert.


    Vergangene Woche hatte der Elektroauto-Hersteller angekündigt, die Preise für die Modelle X und S in China zu senken, um damit die Zölle zu kompensieren. Zugleich treibt das Unternehmen die Investitionen in seine erste Fertigungsstätte in China voran. Sie soll bei Shanghai entstehen. Die Regierung in Peking hatte im Sommer die Zölle auf importierte US-Autos auf 40 Prozent erhöht.


    (Reuters)

  • Erhöht USA die Zölle auf chinesische Autos?


    Die USA loten nach Angaben ihres Handelsbeauftragten Robert Lighthizer Möglichkeiten aus, Zölle auf chinesische Fahrzeuge zu erhöhen.


    29.11.2018 06:44


    Die USA wollten mit den von China erhobenen 40 Prozent auf importierte Autos gleichziehen, teilte Lighthizer am Mittwoch mit. US-Präsident Donald Trump habe ihn mit der Prüfung beauftragt. Im Handelsstreit mit den USA hat China die Zölle auf importierte Autos um 25 auf nun 40 Prozent heraufgesetzt, für alle anderen Länder dagegen um 15 Prozent gesenkt. Die USA haben ursprünglich 2,5 Prozent erhoben und dies um 25 Prozent erhöht.


    Trump nahm erst am Mittwoch die Autoindustrie erneut ins Visier. Er kündigte an, Sonderzölle auf die Einfuhr von Fahrzeugen aus dem Ausland zu prüfen. Auslöser war die Ankündigung von General Motors, in Nordamerika Tausende Arbeitsplätze abbauen zu wollen. Dies zeige das Ungleichgewicht im Handel zulasten seines Landes, twitterte Trump. Am Dienstag hatte Trump erneut damit gedroht, die bereits verhängten Strafzölle auf chinesische Waren insgesamt zu erhöhen. Die Zölle dürften eine wichtige Rolle beim G20-Treffen ab Freitag spielen, wenn die Staats- und Regierungschefs im argentinischen Buenos Aires zusammenkommen.


    (Reuters)

  • China und USA beraten über Fahrplan für Handelsgespräche


    China und die USA haben sich über das weitere Vorgehen in den Verhandlungen über ein Ende ihres Handelskrieges ausgetauscht. Der zuständige chinesische Vize-Ministerpräsident, Politbüromitglied Liu He, telefonierte am Dienstag mit dem amerikanischen Finanzminister Steven Mnuchin und dem Handelsbeauftragten Robert Lightizer, wie das Handelsministerium in Peking mitteilte.


    11.12.2018 06:32


    Beide Seiten hätten darüber gesprochen, wie der Konsens bei dem Treffen zwischen Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump nach Abschluss des G20-Gipfels der grossen Wirtschaftsmächte in Buenos Aires vor eineinhalb Wochen umgesetzt werden könne. Es sei um den Fahrplan für die geplanten weiteren Handelsgespräche gegangen.


    Trump und Xi Jinping hatten sich auf eine 90-tägige Angriffspause in dem seit Monaten andauernden Handelskrieg mit gegenseitigen Sonderzöllen geeinigt, um ihre Differenzen beizulegen. Die USA fordern vor allem eine weitere Marktöffnung der Volksrepublik sowie wirksame Massnahmen gegen Produktpiraterie und zwangsweisen Technologietransfer in China. Bisher hat sich Peking bereit erklärt, mehr Waren in den USA zu kaufen, um Handelsungleichgewichte abzubauen.


    Es wurde erwartet, dass Vize-Ministerpräsident Liu He bald zu Gesprächen in die USA reist. Die von den USA initiierte Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Huawei-Konzerns und Tochter des Firmengründers, Meng Wanzhou, in Kanada hat die Beziehungen aber noch komplizierter gemacht. Sie wird beschuldigt, Sanktionen gegen den Iran umgangen zu haben. China hat scharf gegen die Festnahme protestiert.


    (AWP)

  • USA verteidigen sich vor WTO mit Attacke auf Chinas Handelspolitik


    (Ausführliche Fassung) - Die USA haben die Handelspolitik Chinas erneut scharf angegriffen. China halte entgegen dem Geist der freien Marktwirtschaft daran fest, die Wirtschaft staatlich zu lenken und versuche aktiv, ausländische Handelspartner zu behindern, zu benachteiligen und ihnen Schaden zuzufügen, sagte der US-Handelsbotschafter Dennis Shea am Montag vor der Welthandelsorganisation (WTO). "Chinas Vorgehen ist nicht vereinbar mit dem offenen, marktbasierten Ansatz anderer WTO-Mitglieder und steht im Gegensatz zu den fundamentalen Prinzipien dieser Organisation und ihrer Verträge", so der US-Topdiplomat.


    17.12.2018 13:19


    Aus Sicht der USA reflektiert die Debatte über die US-Strafzölle zum Beispiel auf Stahl und Aluminium nicht die tatsächliche Lage in der Handelspolitik. So sei die Höhe des durchschnittlichen, von den USA erhobenen Zolls mit 3,4 Prozent deutlich geringer als der anderer wichtiger Handelspartner, meinte Shea. Ausserdem seien 2017 fast 70 Prozent der Importe zollfrei gewesen. "Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass die Offenheit der US-Wirtschaft für Waren und Dienstleistungen eine der wichtigsten Quellen der Stabilität der Weltwirtschaft ist", so Shea.


    Keinen Zweifel lassen die USA an dem Ziel von US-Präsident Donald Trump: "Unsere Handelspolitik ist unerschütterlich auf die nationalen Interessen ausgerichtet." Zu lange seien amerikanische Arbeiter und Unternehmen benachteiligt worden. "Die USA setzen aggressiv auf das Durchsetzen von Vorschriften, die dazu da sind zu verhindern, dass andere Länder von unfairen Handelspraktiken profitieren."


    Er wiederholte nicht die Drohung, dass die USA aus Protest ihre WTO-Mitgliedschaft aufkündigen könnten. In der WTO liegt aus Sicht der USA aber vieles im Argen. Die Akteure im Streitschlichtungssystem hätten sich Befugnisse angeeignet, die nie vorgesehen gewesen seien. Im Berufungsgremium würden etwa WTO-Regeln neu interpretiert und anders angewendet, als die WTO-Mitglieder es bei ihrer Gründung vorgesehen hätten. Andere Länder missachteten ungestraft WTO-Regeln zur Offenlegung ihrer Handelspraktiken. Dass sich Staaten als "Entwicklungsländer" deklarierten und unrechtmässig Sonderbehandlungen in Anspruch nähmen, gehe nicht, heisst es unter Anspielung auf China in dem US-Bericht.


    Anlass der WTO-Sitzung war die turnusgemässe Überprüfung der US-Handelsgesetze. Regierungen berichten dabei über die Entwicklung der Handelspolitik, andere Länder können Fragen stellen. Die USA hatten im Vorfeld mehr als 1600 Fragen zu beantworten./oe/DP/nas


    (AWP)