Handelsstreit

  • Trotz Spannungen: Handel zwischen China und USA stark gestiegen


    (Ausführliche Fassung) - Ungeachtet der Handelsspannungen hat der Warenaustausch zwischen den USA und China im ersten Halbjahr stark zugelegt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wuchs das Volumen des Handels unter den beiden grössten Volkswirtschaften um 13,1 Prozent auf einen Wert von 301 Milliarden US-Dollar. Wie der chinesische Zoll am Freitag in Peking berichtete, stiegen die Ausfuhren aus China in die Vereinigten Staaten in Dollar berechnet um 13,6 Prozent. Die Einfuhren aus den USA nahmen aus chinesischer Sicht währenddessen um 11,8 Prozent zu.


    13.07.2018 08:01


    Das amerikanische Handelsdefizit mit China, das US-Präsident Donald Trump besonders stört, stieg im Juni mit 28,97 Milliarden Dollar auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten. Chinas Ausfuhren in die USA wuchsen in dem Monat auf eine Rekordhöhe von 42 Milliarden US-Dollar an, während die USA nur für 13,6 Milliarden Dollar Güter nach China ausführten.


    Der chinesische Aussenhandel insgesamt legte seit dem Jahresanfang um 16 Prozent im Vorjahresvergleich zu. Im Juni allein lag das Plus hingegen nur bei 12,5 Prozent, es war ein Rückgang im Vergleich zum Vormonat um 2,1 Prozent. Chinas Einfuhren stiegen im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr besonders stark um 19,9 Prozent, wohingegen die Ausfuhren um 12,8 Prozent wuchsen.


    Der Handel mit den USA könnte deutlich gebremst werden, wenn Trump seine Drohung wahr macht, bis Ende August weitere Importe aus China im Wert von 200 Milliarden US-Dollar mit zehnprozentigen Strafzöllen zu belegen. Vor einer Woche waren bereits Sonderabgaben in Höhe von 25 Prozent auf Einfuhren aus der Volksrepublik im Wert von 34 Milliarden US-Dollar in Kraft getreten. Besondere Zölle auf weitere Importe von 16 Milliarden US-Dollar sollen diesen Monat noch folgen.


    Mit all diesen Sonderabgaben wären rund die Hälfte der chinesischen Ausfuhren in die USA betroffen, die im vergangenen Jahr ein Volumen von rund 500 Milliarden US-Dollar erreicht hatten. China hat "notwendige Gegenmassnahmen" in gleicher Höhe angekündigt - allerdings exportieren die USA gar nicht so viel nach China, so dass Washington auch mit anderen Vergeltungsmassnahmen rechnen muss.


    So könnten die chinesischen Behörden auch in dem Land tätigen US-Unternehmen das Leben schwer machen. Diese haben im vergangenen Jahr Produkte und Dienstleistungen für 280 Milliarden US-Dollar in China verkauft./lw/DP/she


    (AWP)

  • Chinas Premier Li warnt USA: Ein Handelskrieg hat keine Gewinner


    Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang hat die USA vor den Auswirkungen eines Handelskrieges mit China gewarnt. Nach Gesprächen mit der EU-Spitze auf dem EU-China-Gipfel in Peking sagte Li Keqiang am Montag vor der Presse: "China will keinen Handelskrieg mit den USA. Niemand geht aus einem Handelskrieg als Sieger hervor." Er warf den USA zugleich vor, mit ihrem einseitigen Vorgehen gegen die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) zu verstossen.


    16.07.2018 07:41


    Der Gipfel mit der EU, der jährlich stattfindet, richte sich nicht gegen die USA, versicherte Li Keqiang. Beide Seiten wollten das multilaterale, freie Handelssystem aufrechterhalten. "Die EU und China sind zwei Kräfte der Stabilität." Der Premier sprach von einer "komplizierten internationalen Landschaft". Angesichts der neuen Probleme seien sich die EU und China einig, dass die WTO-Regeln verbessert werden müssen. Sie vereinbarten dafür eine Arbeitsgruppe.


    Wegen des grossen Handelsdefizits der USA zieht Trump gerade mit Strafzöllen gegen die EU, China, aber auch Japan, Kanada oder Mexiko zu Felde. Nach einem ersten Aufschlag mit 25-prozentigen Strafzöllen auf Importe aus China im Wert von 34 Milliarden US-Dollar sollen noch diesen Monat weitere auf Einfuhren von 16 Milliarden folgen. Bis Ende August droht Trump mit zusätzlichen Sonderabgaben von zehn Prozent auf Waren aus China im Wert von 200 Milliarden US-Dollar./lw/DP/nas


    (AWP)

  • Handelskrieg droht Weihnachten für US-Händler zu ruinieren


    Es ist zwar erst Juli, aber das Weihnachtsgeschäft rückt rasch näher. Und die Gefahr eines eskalierenden Handelskrieges mit China bereitet Branchen, die bisher von Zöllen verschont geblieben sind, zunehmend Sorgen.


    15.07.2018 19:03


    Präsident Donald Trumps Drohung, Zölle auf weitere Waren aus China im Volumen von 200 Milliarden Dollar einzuführen - zusätzlich zu den 34 Milliarden Dollar, die vor einer Woche in Kraft getreten sind - verstärkt Befürchtungen, dass das äusserst wichtige Weihnachtsgeschäft durch den Kampf mit dem grössten Handelspartner der USA in Mitleidenschaft gezogen wird.


    "Die Einzelhändler haben bereits die Kaufentscheidungen für das getroffen, was im Herbst für das Weihnachtsgeschäft in den Regalen der Läden stehen wird", sagt David French, Senior Vice President für Regierungsbeziehungen beim US-Verband National Retail Federation. Wenn Güter nicht importiert werden, bevor mögliche Zölle in Kraft treten, werden sie zu "höheren Preisen, einer Reduzierung der Konsumausgaben und einer Verschlechterung des Verbrauchervertrauens führen", und wir sind sehr besorgt darüber."


    Die Regierung Trump hat bislang ihr Versprechen gehalten, Konsumgüter aus der ersten Zollrunde fernzuhalten. Vor einer Woche trat eine 25-Prozent-Abgabe auf Importe von 34 Milliarden Dollar in Kraft, die sich auf Maschinen konzentrierte. Aber wenn kein neues Handelsabkommen erreicht wird, hat Trump gedroht, Zölle in Höhe von 10 Prozent auf weitere in China gefertigte Waren im Volumen von 200 Milliarden Dollar zu erheben und dies im Falle chinesischer Vergeltungsmassnahmen möglicherweise sogar auf 400 Milliarden Dollar zu verdoppeln. Das würde etwa 80 Prozent aller chinesischen Importe erfassen und sicherstellen, dass einige Sneakers, Kleidung, Smartphones und sogar Spielzeug ins Visier kämen.


    Karaoke-Maschinen


    "Es schafft eine Menge Unsicherheit für alle", sagt Gary Atkinson, Geschäftsführer der in Fort Lauderdale, Florida, ansässigen Singing Machine Co., die 100 Prozent ihrer Karaoke-Maschinen und andere Ausrüstung aus China bezieht. "Hoffentlich taucht unsere Produktlinie niemals auf einer dieser Zolllisten auf."


    Aber wenn es so wäre, würde das kleine börsennotierte Unternehmen den gleichen Weg gehen wie Tausende andere, seit Trump begonnen hat, Zölle gegenüber anderen Ländern wie Mexiko und Kanada einzuführen, um das Handelsdefizit Amerikas zu verringern. Atkinson sagt, dass er wahrscheinlich die Preise erhöhen müsste, was die Nachfrage senken würde - ein grosses Risiko während des entscheidenden Weihnachtsgeschäfts. Das würde dann dazu führen, dass er weniger Aufträge bei seinen chinesischen Lieferanten platzieren würde, was diesen wiederum schaden würde.


    "Es würde den ganzen Weg hinunter sickern", sagt Atkinson.


    Ein Hauptproblem besteht darin, dass Lieferketten nicht über Nacht geändert werden können - insbesondere für einen Einzelhandelssektor, der in der Regel Monate vor dem Eintreffen der Artikel in den Geschäften seine Bestellungen aufgibt. US-Unternehmen haben jahrelang Geschäftsbeziehungen ins Ausland geknüpft und sich auf das Know-how und die Zuverlässigkeit chinesischer Fabriken verlassen. In der Spielwarenindustrie gibt es ausserhalb Chinas nur wenige Möglichkeiten, insbesondere bei komplizierteren Produkten.


    "Wir haben Vietnam und Indonesien ausprobiert, aber sie haben nicht die Infrastruktur, die die Chinesen haben", sagt Isaac Larian, CEO des Spielzeugherstellers MGA Entertainment. "Das Spielzeuggeschäft ist abhängig von den Chinesen, und ich sehe da keine Änderung."


    Nächste Runde


    In Ergänzung bereits in Kraft getretener Zölle auf 34 Milliarden Dollar an chinesischen Waren, sind weitere Abgaben in Höhe von 16 Milliarden Dollar auf Waren des Landes noch ausstehend. China hat angekündigt, dass es für jeden dieser Beträge Vergeltungszölle gegen die USA verhängen wird. Das hat einen offiziellen Handelskrieg ausgelöst, der schwelte, seitdem Trump im März mit zusätzlichen Zölle gedroht hatte.


    "Alle sind besorgt über die Massnahmen der Regierung hier, die wie ein Bumerang wirken und die amerikanischen Verbraucher bei ihren Weihnachtseinkäufen beeinträchtigen", sagt French von NRF.


    Hun Quach, Vice President internationaler Handel für den Verband der Einzelhandelsindustrie, sagt, die "Flut an Zöllen aus allen Richtungen" zwischen den USA und China, der EU und den Nafta-Partnern sei eine Bedrohung für den Wohlstand der USA und "wird Millionen von Arbeitsplätzen gefährden, wenn sie bestehen bleiben dürfen."


    "Die Amerikaner stecken mitten in einem Dreifronten-Handelskrieg der Regierung, und sie werden diejenigen sein, die die Zeche zahlen", erklärte Quach vergangene Woche per E-Mail. "Die jüngsten Zölle werden Arbeitsplätze in der Produktion und in der Landwirtschaft in den USA gefährden und die Preise für Haushaltsartikel in die Höhe treiben."


    Es gibt noch ein paar Dinge, die passieren müssen, bis der Handelskrieg mit China eskaliert und Einzelhändler und Konsumgüter trifft. Zum Beispiel muss die Regierung Trump offiziell die neue Runde der 200-Milliarden-Dollar-Zölle ankündigen - bisher hat sie nur damit gedroht.


    Verhandlungstaktik


    Robert Martin, Ökonom bei UBS, sagt, er sehe die Androhung von neuen Zöllen in Höhe von 400 Milliarden Dollar lediglich als Verhandlungstaktik an. China und die USA werden wohl irgendeine Lösung erreichen, um den beiderseitigen wirtschaftlichen Schaden eines rasch eskalierenden Handelskriegs zu vermeiden, so Martin, der dem Rat der Wirtschaftsberater von Präsident George W. Bush angehörte.


    "Wir glauben, dass die Zölle seitens der USA bei 50 Milliarden Dollar stoppen werden und dass es die zusätzlichen 400 Milliarden Dollar nicht geben wird", sagt Martin. Aber wenn er falsch liege, ist das, was bevorsteht, "Neuland", mit dem Potenzial von schwerwiegenden wirtschaftlichen Auswirkungen.


    Und das könnte ein Schlag für einen Einzelhandelssektor sein, der immer noch mit einer breiteren Branchenverschiebung und sinkender Kundenfrequenz zu kämpfen hat.


    "Unternehmen können sich auf fast alles einstellen, ausser Unsicherheit", sagt Hannah Kain, CEO von Alom Technologies Corp., einer Lieferketten-Management-Gesellschaft. "Es gibt so viel Unsicherheit da draussen, dass alle da sitzen und abwarten, um zu sehen, was passiert."


    (Bloomberg)

  • US-Firmen in China spüren schon Auswirkungen des Handelskonflikts


    (Ausführliche Fassung) - Amerikanische Unternehmen in China spüren bereits die Auswirkungen des Handelskonflikts zwischen den USA und der Volksrepublik. "Es gibt keine Gewinner in einem Handelskrieg", sagte der Präsident der Amerikanischen Handelskammer, William Zarit, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Peking. Eine Lösung ist derweil nicht in Sicht: Chinas Staatsmedien äusserten scharfe Kritik an der Regierung von Präsident Donald Trump und warfen ihr "Wortbruch" vor, indem sie Vereinbarungen in vier Runden von Verhandlungen über die Handelsprobleme nicht eingehalten habe.


    20.07.2018 08:01


    Die in China ansässigen US-Firmen seien sehr besorgt, dass sie Ziel chinesischer Vergeltung werden könnten. "Wir ermutigen sie und helfen ihnen, sich auf das Schlimmste vorzubereiten", erklärte Zarit. "Fast 80 Prozent der befragten Mitglieder der Kammer sagten, dass Zölle ihre Arbeit in China in gewissem Masse beeinträchtigen könnten - auch wenn noch nicht gesagt werden kann, wie weit."


    Die psychologischen Folgen des Handelsstreits seien für die US-Betriebe im Land allerdings bereits erkennbar. "Unsere Unternehmen spüren den Druck", sagte Zarit. "Es ist wichtig festzuhalten, dass nicht nur amerikanische und chinesische Unternehmen von einem anhaltenden Handelskrieg betroffen sein werden." Firmen und Verbraucher aus der ganzen Welt hätten darunter zu leiden.


    Die US-Handelskammer in China lehnt die von Trump bereits eingeführten und noch angedrohten Strafzölle auf chinesische Importe ab. Aber die Probleme wie ungerechten Wettbewerbsbedingungen, unter denen die US-Unternehmen in China leiden, und das wirtschaftliche Ungleichgewicht müssten beseitigt werden, sagte auch Zarit.


    Wegen des grossen Handelsdefizits der USA zieht Trump gerade mit Strafzöllen gegen China, die EU, Japan, Kanada und Mexiko zu Felde. Nach einem ersten Aufschlag mit 25-prozentigen Strafzöllen auf Importe aus China im Wert von 34 Milliarden US-Dollar sollen diesen Monat weitere Abgaben auf chinesische Einfuhren von 16 Milliarden folgen.


    Bis Ende August droht Trump zudem mit Sonderzöllen von zehn Prozent auf Waren aus China im Wert von 200 Milliarden US-Dollar. Damit wäre die Hälfte aller Importe aus China betroffenen. Trump denkt sogar an Strafzölle auf alle chinesischen Einfuhren von rund 500 Milliarden US-Dollar.


    Es gibt Befürchtungen, dass jetzt in China eine Kampagne gegen US-Unternehmen wie 2017 gegen südkoreanische Firmen gestartet werden könnte. Auslöser war damals Seouls Entscheidung, ein US-Raketenabwehrsystem zu stationieren, das sich zwar gegen Nordkorea richtete, aber auch von China als Bedrohung empfunden wurde. Zarit verwies auf Äusserungen der chinesischen Regierung, im Handelsstreit die Rechte und Interessen "aller Unternehmen in China" schützen zu wollen. "Wir erwarten, dass China sein Versprechen einhält."


    Chinas Staatsmedien verschärften unterdessen ihre Kritik an Äusserungen von US-Regierungsvertretern, die China die Schuld am Stillstand der Handelsgespräche zugeschoben hatten. Vielmehr sei das Weisse Haus verantwortlich für den Zusammenbruch der Verhandlungen, indem es frühere Zusagen nicht eingehalten und den Handelskrieg angezettelt habe, kommentierte die "Global Times", die vom kommunistischen Parteiorgan "Volkszeitung" herausgegeben wird.


    China sei ein starkes Land und werde sich den USA nicht unterwerfen. "China hat bereits entschieden, die Herausforderung aus Washington anzunehmen, und ist bereit für einen langwierigen Handelskrieg, der viele Jahre dauern könnte", schrieb der Kommentator. "China wird keine Bedingungen für einen Waffenstillstand akzeptieren, der nur das Land erniedrigt und dessen Souveränität aufgibt."/lw/DP/jha


    (AWP)

  • US-Präsident Trump zeigt sich im Handelsstreit unversöhnlich


    US-Präsident Donald Trump hat einen Kurswechsel im Handelsstreit ausgeschlossen. Niemand zocke die USA mehr ab, davon seien die "Handelsbetrüger" in Kenntnis gesetzt worden, sagte Trump am Montag in Washington. "Amerika hisst niemals die weisse Fahne, wir hissen nur die rot, weiss und blaue (amerikanische) Fahne. Die Ära der wirtschaftlichen Kapitulation ist für die Vereinigten Staaten vorbei."


    23.07.2018 23:09


    Die USA befinden sich nach den Worten Trumps inmitten eines "grossartigen wirtschaftlichen Aufschwungs". 3,7 Millionen Jobs seien seit der Wahl 2017 geschaffen worden, davon allein 370 000 in der verarbeitenden Industrie. Die Stahlindustrie kehre in einem Masse zurück, wie es niemand für möglich gehalten habe, sagte Trump. Man brauche Stahl im Fall eines Notfalles.


    Trump hatte im Handelsstreit Sonderzölle auf Einfuhren von Stahl- und Aluminium verhängt. Am Mittwoch wird EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker in Washington erwartet. Er liess am Montag in Brüssel mitteilen, dass er ohne ein konkretes Angebot kommen werde, es gehe darum, mögliche Spannungen zu "entdramatisieren", sagte sein Sprecher. .


    Die EU-Kommission machte damit zwei Tage vor dem Treffen noch einmal deutlich, dass es derzeit kaum Hoffnungen auf eine schnelle Beilegung der aktuellen Handelskonflikts gibt, und dass sogar mit einer weiteren Eskalation durch die Einführung von US-Sonderzöllen auf Autoimporte gerechnet werden muss./da/DP/he


    (AWP)

  • Trump von eigener Handelspolitik überzeugt: 'Zölle sind das Grösste!'


    US-Präsident Donald Trump hat kurz vor seinem Treffen mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker deutlich gemacht, dass er in Strafzöllen eine erfolgreiche Handelsstrategie sieht. "Zölle sind das Grösste!", schrieb er am Dienstag auf Twitter. "Entweder handelt ein Land, das die Vereinigten Staaten in Handelsverhandlungen unfair behandelt hat, ein faires Handelsabkommen aus, oder es wird mit Zöllen belegt. So einfach ist das."


    24.07.2018 14:27


    In einer weiteren Nachricht zeigte sich Trump überzeugt davon, dass seine Handelspolitik bereits Wirkung zeige. "Länder, die uns seit Jahren ungerecht behandelt haben, kommen alle nach Washington, um zu verhandeln", erklärte er. "Dies hätte vor vielen Jahren geschehen sollen, aber wie das Sprichwort sagt: Besser spät als nie!"


    Trump empfängt an diesem Mittwoch Juncker im Weissen Haus. Hauptthema wird der eskalierende Handelskonflikt zwischen den USA und der EU sein. Trump hatte Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt. Die EU reagierte mit Vergeltungszöllen auf US-Produkte wie Whiskey, Jeans und Motorräder. Nun lässt Trump allerdings auch Sonderzölle auf den Import von europäischen Autos prüfen. Deswegen bereitet die EU bereits weitere Vergeltungsmassnahmen vor./hma/DP/stw


    (AWP)

  • Deutschland und Japan gemeinsam gegen Trumps Alleingänge


    Deutschland und Japan wollen die bestehende internationale Ordnung gemeinsam gegen zunehmende nationale Alleingänge verteidigen. Die Aussenminister Heiko Maas und Taro Kono vereinbarten am Mittwoch bei einem Treffen in Tokio eine engere Zusammenarbeit für Freihandel, Klimaschutz und Menschenrechte. Beide grossen Wirtschaftsmächte wollen in den Staatengruppen G7 und G20 sowie in den Vereinten Nationen enger kooperieren.


    25.07.2018 06:46


    Bereits in der vergangenen Woche hatten Japan und die Europäische Union zwei Abkommen zur wirtschaftlichen und strategischen Zusammenarbeit geschlossen, mit denen unter anderem die grösste Freihandelszone der Welt geschaffen wird. Damit wollten beide Seiten ein Signal gegen die Abschottungspolitik von US-Präsident Donald Trump setzen, der Handelsüberschüssen der EU oder Chinas mit Strafzöllen begegnet. "Diese Abkommen sind ein wichtiges Signal unseres gemeinsamen Engagements für die regelbasierte internationale Ordnung, einschliesslich des multilateralen Handelssystems", heisst es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Aussenminister.


    Japan ist das erste asiatische Land, das Maas besucht. Am Mittwochabend wollte er nach Südkorea weiterreisen./mfi/DP/zb


    (AWP)

  • Trump schlägt EU den Verzicht auf alle Handelsbarrieren vor


    US-Präsident Donald Trump offeriert der EU den Abbau aller gegenseitigen Handelsbarrieren.


    25.07.2018 06:34


    Vor seinem Treffen mit der EU-Führung am heutigen Mittwoch zum Handelsstreit hat US-Präsident Donald Trump den Europäern einen Deal vorgeschlagen. Sowohl die USA als auch die Europäische Union könnten auf sämtliche Zölle, Handelsbarrieren und Subventionen verzichten. Dies schrieb Trump am Dienstagabend (Ortszeit) auf Twitter. "Das wäre dann endlich das, was man freien Markt und fairen Handel nennt! Ich hoffe, sie tun es. Wir sind dazu bereit."


    EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker trifft am heutigen Mittwoch im Weissen Haus mit Trump zusammen, um eine weitere Eskalation des Handelsstreits abzuwenden. Trump geht mit unverhohlenen Drohungen in das Gespräch: Er hat bereits davor deutlich gemacht, dass er nicht vor weiteren Zöllen zurückschrecken werde, sollten die Handelspartner keine Zugeständnisse machen.


    Vor seiner jüngsten Wortmeldung auf Twitter hatte Trump am Dienstag an gleicher Stelle allerdings geschrieben: "Zölle sind das Grösste!". Nur "faire Handelsabkommen" seien eine Alternative. Was er unter "fairen Handelsabkommen" versteht, blieb allerdings unklar.


    Die unter dem Namen TTIP laufenden Verhandlungen über einen Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen zwischen den USA und der EU hatte er bereits zu Beginn seiner Amtszeit auf Eis gelegt.


    Ziel der EU ist es nunmehr vor allem, Trump von der Einführung von Sonderzöllen auf Autoimporte abzuhalten. Diese würden vor allem die deutsche Wirtschaft deutlich stärker treffen als die bereits geltenden Abgaben auf Stahl- und Aluminiumprodukte.


    (AWP)

  • EU und USA gehen aufeinander zu


    Die USA und die EU haben sich überraschend auf die Beilegung ihres Handelsstreits geeinigt.


    Aktualisiert um 07:43


    Montage cash


    Im Handelsstreit zwischen den USA und der EU sind die angedrohten Autozölle nach einem Treffen von Präsident Donald Trump und Kommissionschef Jean-Claude Juncker vorerst vom Tisch. Die beiden Politiker einigten sich am Mittwoch im Weissen Haus überraschend darauf, konkrete Gespräche über einen Abbau von Handelsbarrieren aufzunehmen. Die Europäer sollen sich ausserdem verpflichten, mehr Soja und Flüssiggas zu importieren.


    "Das ist ein grosser Tag für den freien und fairen Handel" sagte Trump bei einem gemeinsamen Auftritt der Politiker im Rosengarten des Weissen Haus vor Reportern. Juncker erklärte, er habe mit Trump vereinbart, keine neuen Zölle zu erheben, solange es Verhandlungen gebe. Die Wall Street reagierte auf die Entwicklungen mit Kursgewinnen. Die deutsche Industrie zeigte sich skeptisch.


    Deutscher Minister ist begeistert


    Vor dem Treffen hatten beide Seiten die Erwartungen noch tiefgehängt, so dass nicht mit einem Durchbruch gerechnet wurde. Vor allem deutsche Autobauer wären von einer Eskalation des Handelsstreits betroffen, weil sie so viele Fahrzeuge in die USA liefern wie aus keinem anderen EU-Staat. Trump hatte mit einem Sonderaufschlag von 25 Prozent auf die Einfuhren gedroht. Juncker erklärte nun, die US-Seite habe das "wichtige Zugeständnis" gemacht, während der Verhandlungen die Zölle auf Autos und Autoteile nicht zu erhöhen.


    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier lobte Juncker und EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström. Beide hätten "grossartig" verhandelt, schrieb er auf Twitter. "Zölle runter, nicht rauf!" Der freie Handel und Millionen Jobs seien gesichert. Juncker sagte nach dem Gespräch: "Es war ein gutes und konstruktives Treffen."


    Beide Seiten einigten sich Trump zufolge darauf, Handelsbarrieren abzubauen. "Wir beginnen jetzt mit den Verhandlungen, aber wir wissen genau, in welche Richtung sie gehen." Geplant ist nach seinen Worten, bei Industriegütern abgesehen von Autos alle Zölle sowie andere Barrieren und Subventionen abzuschaffen. Zudem solle der Handel in den Bereichen Dienstleistungen, Chemie, Pharma, Medizinprodukte und Soja vertieft werden. "Soja ist eine grosse Sache", sagte Trump.


    Wegen des Handelsstreits zwischen Trump und der chinesischen Regierung fürchten viele US-Bauern um Ausfälle bei Sojabohnen, die vor allem für die Tiermast eingesetzt werden. Die USA sind der wichtigste Produzent der Hülsenfrucht. Nach Trumps Angaben wird die EU auch mehr Flüssiggas (LNG) importieren. Der US-Präsident hatte Deutschland dafür kritisiert, vergleichsweise viel Erdgas von Russland zu kaufen und dafür die Pipeline Nord Stream 2 zu bauen. "Sie werden ein wichtiger Käufer von LNG", erklärte er mit Blick auf die EU.


    «Gehörige Portion Skepsis bleibt»


    Kurz vor dem Treffen hatten beide Seiten erklärt, sie hätten grundsätzlich Interesse daran, Zölle abzubauen. Es gab aber zunächst keine Anhaltspunkte, wie die Spirale aus zusätzlichen Abgaben und Gegenmassnahmen durchbrochen werden könnte. So drohte Malmström zuletzt mit Zöllen auf Produkte im Volumen von 20 Milliarden Dollar im Jahr, sollte Trump wie angekündigt Autoimporte stärker belasten.


    In der Wirtschaft wird der Streit aufmerksam verfolgt. Der Geschäftsklima-Index des Ifo-Instituts, der die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Firmen wiedergibt, fiel zum siebten Mal in acht Monaten. Ein wichtiger Grund ist der Konflikt mit den USA. Der Wirtschaftsverband DIHK äusserte sich am Mittwochabend zurückhaltend. "Die in Aussicht gestellten Lösungen gehen in die richtige Richtung, aber eine gehörige Portion Skepsis bleibt", erklärte Verbandschef Eric Schweitzer. Die Autozölle seien nicht endgültig vom Tisch.


    Trump zettelte den Streit an, weil er sich seit Jahrzehnten an den Defiziten seines Landes im Handel mit China und der EU stört. Europäische Vertreter argumentieren immer wieder, dass dies nur für Waren gilt, nicht aber für Dienstleistungen.


    (Reuters/AWP)

  • Trump lobt Einigung mit EU - schwere Vorwürfe gegen China


    (Ausführliche Fassung) - US-Präsident Donald Trump hat die Einigung mit der EU im Handelsstreit als wirklichen Durchbruch bezeichnet, um Handelsbarrieren abzubauen. Ihm sei wichtig, dass ein faires und wechselseitig vorteilhaftes System aufgebaut werde, sagte Trump am Donnerstag (Ortszeit) in Granite City (Illinois).


    27.07.2018 06:37


    Trump dankte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker persönlich für die Übereinkunft. "Er ist wirklich ein sehr hartnäckiger, sehr kluger und ein sehr guter Mann. Natürlich, wenn ich keinen Deal mit ihm gemacht hätte, dann hätte ich gesagt, er ist eine fürchterliche Person."


    Trump und Juncker hatten sich am Mittwoch darauf geeinigt, den Handelskonflikt beilegen zu wollen und vorerst keine neuen Sonderzölle zu verhängen. Beide Seiten wollen nun Gespräche über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter beginnen. Auch mögliche hohe Sonderzölle für Autos sind damit vorerst vom Tisch.


    Um Trump zu einer Einigung zu bewegen, sagte Juncker zu, die EU wolle den Import von US-Flüssiggas erleichtern und mehr Soja aus den USA einführen. Um echte Zugeständnisse handelte es sich dabei nach Angaben aus EU-Kreisen nicht.


    Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) beurteilte das Ergebnis als positiv. "Diese Einigung bedeutet eine enorme Erleichterung für die Weltwirtschaft und uns Europäer und Deutsche", sagte Altmaier der "Passauer Neuen Presse" (Freitag). Damit sei ein drohender Handelskrieg vorerst abgewendet. "Wir reden jetzt nicht mehr über einseitige Strafmassnahmen, sondern über gemeinsame Vereinbarungen."


    Aus Altmaiers Sicht hat EU-Kommissionschef dabei keine zu grossen Zugeständnisse gemacht. "Wenn wir die Vereinbarung umsetzen, bedeutet dies, dass Zölle für Industrieprodukte auf null reduziert werden", sagte der Minister. Dies sei für ein Exportland wie Deutschland wichtig. "So werden wir viele Arbeitsplätze in Deutschland sichern können und einen Wettlauf von Zöllen und Gegenmassnahmen verhindern." Für Altmaier ist das Erreichte eine "Win-Win-Situation für beide Seiten".


    Aus Sicht von Trump haben die USA unter seiner Führung keinen Handelskrieg begonnen, sondern seien mitten drin gewesen. Die USA hätten in den Jahren zuvor verloren und jetzt seien sie zurück und würden gewinnen. Trump sagte weiter, niedrigere Beitragszahlungen von Nato-Ländern in Europa verschafften diesen riesige wirtschaftliche Vorteile. Deutschland nannte er dabei namentlich nicht.


    Trump überrasche dann mit einer Äusserung zum Welthandel: "Unser Handelsdefizit hat sich auf 817 Milliarden Dollar (702 Milliarden Euro) pro Jahr aufgebläht (...) In anderen Worten, wenn wir keinen Handel getrieben hätten, hätten wir verdammt viel Geld gespart." Aus Sicht von Trump waren die USA ein "grosses dummes Sparschwein", das alle geplündert hätten.


    Der US-Präsident betonte, man werde nicht gegen den Geist des Abkommens verstossen. Er ergänzte, man werde das Problem der von den USA verhängten Stahl- und Aluminiumzölle ebenso lösen wie das der EU-"Vergeltungszölle". Damit meinte er Zölle, die die EU schon auf Whiskey, Jeans und Motorräder aus den USA verhängt hatte.


    Die Stahlindustrie liege ihm besonders am Herzen, sagte Trump. "Wenn du keinen Stahl hast, dann hast du kein Land." Er fügte hinzu: "Wir brauchen die Stahlindustrie für die nationale Sicherheit." Aus Sicht von Trump sind die verhängten Sonderzölle auf Stahl- und Aluminiumexporte in die USA ein voller Erfolg. "Dank unserer Zölle kommen ungenutzte Fabriken im ganzen Land mit Getöse zurück."


    Trump warf China vor, seine Handelspraktiken seien "sehr missbräuchlich". China habe es auf die Produzenten von Soja abgesehen. "China versucht, den amerikanischen Landwirten weh zu tun, weil sie damit mich treffen würden, weil Ihr im November für andere stimmen würdet, die Demokraten", erklärte Trump seine Sicht. "Ich lasse aber niemanden unsere Farmer mobben."


    Die EU habe sich bereiterklärt, grosse Mengen an Sojabohnen zu kaufen, sagte Trump. Wie der transatlantische Soja-Handel angekurbelt werden soll, ist bislang allerdings ungewiss, weil es derzeit keine EU-Einfuhrzölle auf den vor allem als Futtermittel wichtigen Rohstoff gibt.


    Aus der EU-Kommission hiess es, man habe Trump die Zusage machen können, weil wegen der sinkenden Preise durch den Handelsstreit zwischen den USA und China die Nachfrage für amerikanisches Soja in Europa steigen werde. Peking hat Vergeltungszölle auf US-Soja-Importe verhängt. Erwartet wird, dass andere Hauptproduzenten wie Brasilien und Argentinien deswegen ihre Exporte mehr nach China verlagern werden./da/DP/zb


    (AWP)

  • Flüssiggas aus den USA bahnt sich Weg nach Europa


    Zur Beilegung des Handelsstreits haben sich US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker für höhere Exporte von US-Flüssiggas (LNG) nach Europa ausgesprochen.


    29.07.2018 14:50


    Eine Übersicht zu der Rolle von LNG bei der europäischen Energieversorgung.


    Woher bezieht Deutschland sein Erdgas?


    Hauptlieferanten sind Russland, Norwegen und die Niederlande jeweils aus eigenen Quellen über Pipelineverbindungen. Nach Angaben des Branchenverbands BDEW bezieht Deutschland bislang kein LNG, das von Spezialschiffen transportiert wird, aus den USA. Über einen eigenen Terminal dafür verfügt Deutschland nicht. Diskutiert wird über ein solche Anlage im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel. Auch im niedersächsischen Wilhelmshaven könnte der Terminal gebaut werden. Pläne dazu hatten früher sowohl E.ON als auch RWE.


    Welche Rolle könnte LNG spielen?


    Die EU und auch Deutschland wollen ihren Gasbezug möglichst breit aufstellen. Dabei könnte LNG eine Rolle spielen. "LNG kann zu einer weiteren Diversifizierung und Flexibilisierung der Importquellen für Erdgas in Europa beitragen", erklärt der Energiebranchenverband BDEW. Der von E.ON abgespaltene Versorger Uniper geht davon aus, dass die USA auch für Europa wichtiger werden. "Die USA würden in absehbarer Zeit dank ihres Schiefergasbooms voraussichtlich der größte Gasproduzent und -exporteur sein. Da der europäische Gasmarkt für US-LNG aufgrund der relativ kurzen Transportwege der am kostengünstigsten zu erreichende Absatzmarkt ist, kommt dem US-LNG in Europa zukünftig eine besondere Bedeutung zu."


    Wo gibt es Terminals für LNG?


    Terminals gibt es unter anderem im niederländischen Rotterdam, im britischen Ipswich und im belgischen Seebrügge. Deutschland könnte LNG auch über Terminals im Ausland beziehen. So hat Uniper freie und gebuchte Kapazitäten in Rotterdam.


    Ist die deutsche Energiebranche überhaupt interessiert?


    Ja, aber nur, wenn der Preis stimmt. "LNG ist immer eine Preisfrage. Und aktuell sind die LNG-Lieferungen aus den USA im Vergleich zu anderen Gasquellen für uns nicht wettbewerbsfähig", sagt der Finanzchef des Energiekonzerns EnBW, Thomas Kusterer. Die LNG-Lieferungen aus den USA seien einfach zu teuer. Der Konzern schaue sich den Markt aber laufend an. Bei passenden Preisen würde EnBW auch LNG aus den USA kaufen. Experten zufolge liegen die Notierungen für LNG etwa um ein Drittel über denen von Pipeline-Erdgas.


    (Reuters)

  • Auch deutsche Pharmakonzerne beugen sich Trump - Keine Preiserhöhungen


    (Ausführliche Fassung) - Nach harscher Kritik von Präsident Donald Trump an hohen Medikamentenpreisen in den USA machen jetzt auch deutsche Pharmakonzerne Zugeständnisse. Sie folgen einer Reihe von Branchen-Schwergewichten, die auf Preiserhöhungen in Amerika verzichten, um Trump nicht zu provozieren. Was für Patienten zunächst eine gute Nachricht ist, kann langfristig jedoch auch Risiken für die Entwicklung neuer Arzneien bergen, fürchten Experten.


    29.07.2018 14:38


    Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck hat inzwischen ebenfalls reagiert. "Wir planen derzeit keine Preiserhöhungen in den USA für den Rest des Jahres 2018", teilte Merck mit. Man treffe aber Preisentscheidungen "unabhängig". Ferner gibt der Pharmariese Bayer Trumps Druck nach: Man habe eine Vereinbarung unterzeichnet, die Preise für alle rezeptpflichtigen Medikamente bis zum Jahresende nicht zu erhöhen, erklärte der Konzern. Darüber sei US-Gesundheitsminister Alex Azar "persönlich" informiert worden.


    Trump hat wiederholt die hohen Kosten im US-Gesundheitssystem bemängelt, das als eines der ineffizientesten weltweit gilt. Gerade teure rezeptpflichtige und patentgeschützte Medikamente stören ihn. Jüngst hatten reihenweise Pharmariesen wie Roche , Novartis und Pfizer eingelenkt und auf Preiserhöhungen in den USA zu verzichtet. Der US-Konzern Merck & Co kündigte gar niedrigere Preise an.


    Daraufhin hatte Trump sich per Twitter bedankt. "Vielen Dank an Novartis, dass Sie Ihre Preise für verschreibungspflichtige Medikamente nicht erhöht haben. Gleiches gilt für Pfizer", schrieb er über den Kurznachrichtendienst. Man sei dabei, einen grossen Schritt zu machen, um die Preise für rezeptpflichtige Medikamente zu senken.


    Analysten sehen in dem schnellen und geschlossenen Handeln der Konzerne eine Vorsichtsmassnahme. "Sie wollen aus der Schusslinie von Trump", meint Ulrich Huwald, Analyst bei der Privatbank M.M. Warburg. Hohe Arzneipreise seien ein Politikum: "Im Herbst sind dort Halbzeitwahlen, für die Trump Erfolge braucht." Viele Ankündigungen seien aber sehr weich formuliert. "Keiner hat angekündigt, für alle Zeiten auf Preiserhöhungen in den USA zu verzichten", sagt Huwald.


    Deutsche Konzerne trifft die Debatte am Rande. Merck erzielte 2017 in seiner Arzneisparte in Nordamerika rund 1,5 Milliarden Euro Umsatz - knapp zehn Prozent der Gesamterlöse. Auch Bayer erwirtschaftete mit Arzneien auf Rezept - darunter der Blutverdünner Xarelto - in Nordamerika weniger als ein Zehntel der Konzernumsätze.


    Neben Merck und Bayer sind auch das Familienunternehmen Boehringer Ingelheim und der Gesundheitskonzern Fresenius in den Vereinigten Staaten vertreten - letzterer mit seiner Dialysetochter FMC sowie intravenös verabreichten Nachahmer-Medikamenten. Doch Trumps Ärger richtet sich vorrangig gegen teure Originalpräparate. Boehringer wiederum wollte sich nicht zu Preisänderungen äussern.


    Trumps Verbaloffensive trübt gleichwohl die Perspektiven von Pharmakonzernen auf dem wichtigen US-Markt. "Während in Deutschland die Arzneipreise stark reguliert sind, konnten die Unternehmen in den Vereinigten Staaten die Preise frei setzen", sagt Huwald. "Für sie waren die USA bisher ein Eldorado." Sollten aus Trumps Drohungen Gesetzesänderungen resultieren, würde das die Pharmakonzerne treffen.


    Merck nutzte den Spielraum in Übersee etwa, um Erlösrückgänge seines Blockbuster-Mittels Rebif gegen Multiple Sklerose über Preiserhöhungen zu dämpfen. Und für das Krebsmedikament Bavencio hat der Konzern erst im Frühjahr 2017 die US-Zulassung gegen einen seltenen Hautkrebs sowie gegen Tumore im Harntrakt bekommen. Das Mittel ist für Merck mit einem US-Listenpreis von 13 000 Dollar im Monat lukrativ und die grösste Arznei-Hoffnung der Darmstädter.


    Die teure Entwicklung neuer Arzneien könnte für Pharmakonzerne bei einer dauerhaften Preisdebatte unattraktiver werden. Natürlich sei der Verzicht auf Preissenkungen für US-Patienten zunächst positiv, meint Huwald. Langfristig gebe es aber durchaus Gefahren: "Wer investiert schon in die Entwicklung von Medikamenten, wenn er keine Planungssicherheit für die Preise hat?" Im schlimmsten Fall könnten Pharmakonzerne die Forschung an neuen Mitteln auf den Prüfstand stellen. "Das wäre nicht im Sinne von Patienten."/als/DP/mis


    (AWP)

  • Trump droht China mit höheren Strafzöllen


    Die Regierung von US-Präsident Donald Trump droht China im Handelskonflikt mit einer weiteren Eskalation.


    02.08.2018 06:45


    Trump wies seinen Handelsbeauftragten Robert Lighthizer an, eine Erhöhung der geplanten Zölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar von 10 auf 25 Prozent zu prüfen. Die Massnahme solle die chinesische Regierung zu einem Politikwechsel bewegen, um gerechtere Marktbedingungen zu schaffen, teilte Lighthizer am Mittwoch mit.


    In dem Fall geht es um die von Trump angedrohten Zölle auf chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar. "Wir haben sehr deutlich gesagt, welche konkreten Änderungen China vornehmen sollte", erklärte Lighthizer. Bedauerlicherweise habe die chinesische Regierung ihr Verhalten aber nicht geändert, sondern mit Vergeltungsmassnahmen gegen amerikanische Unternehmen, Arbeiter und Landwirte reagiert.


    Eine Lösung oder auch nur Entspannung in dem Handelskonflikt zwischen den beiden grössten Volkswirtschaften ist damit weiter nicht in Sicht. Macht Trump seine Drohungen wahr und lässt die Strafzölle auf Importe im Wert von 200 Milliarden US-Dollar in Kraft treten, wäre zusammen mit anderen Vergeltungszöllen etwa die Hälfte der chinesischen Ausfuhren in die USA betroffen.


    Die Liste mit potenziell betroffenen Produkten, die die US-Regierung am 10. Juli vorgelegt hatte, umfasst etliche Konsumgüter wie Möbel und Lebensmittel. Die Liste könnte in den kommenden Wochen noch finalisiert werden. Am 5. September läuft eine Frist ab, innerhalb derer noch Anhörungen laufen. Ursprünglich sollte diese Frist am 30. August enden.


    Anfang Juli waren bereits US-Zölle in Höhe von 25 Prozent auf chinesische Importe im Wert von 34 Milliarden US-Dollar in Kraft getreten. Als Vergeltung erhebt China inzwischen Sonderabgaben auf Autos aus den USA, aber auch auf landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Sojabohnen, Schweinefleisch, Rindfleisch und Molkereiprodukte. Es zielt damit vor allem auf die Wählerschaft Trumps im ländlichen Raum ab.


    Zudem könnten in Kürze auch noch 25-prozentige US-Zölle auf chinesische Waren im Wert von weiteren 16 Milliarden US-Dollar folgen. Ein US-Regierungsmitarbeiter erklärte am Mittwoch, die Überprüfung dazu laufe noch.


    Vielleicht alle Importe


    Wegen des hohen Handelsdefizits der USA hat Trump auch damit gedroht, vielleicht sogar alle Importe aus China im Gesamtwert von 500 Milliarden US-Dollar mit Abgaben überziehen zu wollen. Referenzjahr für diese Summe ist 2017. China will mit Gegenmassnahmen in ähnlichem Umfang antworten. Diese dürften über blosse Strafzölle hinausgehen, da Chinas Importe aus den USA - ebenfalls 2017 - nur 130 Milliarden US-Dollar ausmachen.


    Chinas Regierung hatte Trump am Mittwoch vor einer weiteren Verschärfung des Konfliktes gewarnt. "Wenn die USA einen Schritt weitergehen, wird China unausweichlich zurückschlagen", sagte der Sprecher des Aussenministeriums, Geng Shuang, vor Journalisten in Peking. "Der Druck und die Erpressung der USA werden nicht funktionieren." China werde seine legitimen Rechte und Interessen verteidigen.


    Bisher laufen keine formellen Verhandlungen zwischen beiden Seiten. Der US-Regierungsmitarbeiter sagte am Mittwoch, Trump sei aber weiterhin offen dafür. Derzeit führe man informelle Gespräche mit Peking über die Frage, ob "produktive" Verhandlungen möglich seien, sagte der Mitarbeiter, der nicht namentlich zitiert werden wollte.


    Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuvor berichtet, dass Vertreter von Finanzminister Steven Mnuchin und Chinas Vize-Ministerpräsident Liu He Gespräche über eine Wiederaufnahme der Verhandlungen führten. Der Aussenamtssprecher Geng Shuang wies darauf hin, dass sich China immer für Gespräche zur Lösung des Konflikts ausgesprochen habe. Der Dialog müsse aber glaubwürdig sein.


    Der Hinweis deutet auf die Verärgerung in Peking hin, dass sich Trump nicht an die Übereinkunft bei Verhandlungen des Vize-Ministerpräsidenten im Mai in Washington gehalten hatte, einen Handelskrieg zu vermeiden. Damals hatten sich beide Seiten aufeinander zubewegt, indem China seinen Willen kundtat, künftig erheblich mehr amerikanische Güter zu erwerben und Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.


    (AWP)

  • Vorsicht Handelsstreit

    Zyndicate hat am 02.08.2018 08:42 geschrieben:

    Es dürfte richtig sein, wenn man sich mit Käufen zurückhält, es brodelt in der Pfanne!


    Aus Cash heute:


    +++Börsen-Ticker+++ - Handelsstreit vermiest Schweizer Anlegern die Stimmung


    Die Angst vor einer Eskalation des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits hat am Donnerstag die Schweizer Börse belastet.


    Aktualisiert um 17:40


    [Blocked Image: https://www.cash.ch/sites/defa…75a8dc22f9623a5679e56dacf]


    Die Anleger an der Schweizer Börse legten am Donnerstag eine Pause ein.


    Bild: pixabay.com


    17:40


    Der Leitindex SMI schwächt sich um 0,2 Prozent auf 9156 Punkte ab. Unter Druck standen europaweit Finanz- und zyklische Werte.


    15:45


    Die jüngste Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump an China verschreckt auch an der Wall Street die Anleger. Der Dow Jones fällt am Donnerstag nach Eröffnung um 0,7 Prozent, während der S&P 500 und der Nasdaq je ein halbes Prozent verlieren. Nach dem Willen Trumps sollen chinesische Einfuhren im Wert von 200 Milliarden Dollar mit einem Sonderzoll von 25 Prozent belegt werden.

  • USA verhängen weitere Zölle gegen China


    Die USA haben eine weitere Runde in ihrem Handelsstreit mit China eingeläutet. Importe aus China mit einem Volumen von 16 Milliarden Dollar würden ab 23. August mit zusätzlichen Zöllen belastet.


    08.08.2018 07:14


    Das teilte das Büro des US-Handelsbeauftragten am Dienstag mit. Insgesamt 279 Produktgruppen seien von den Zöllen betroffen. Von der im Juni geplanten Liste seien fünf Produktgruppen gestrichen worden.


    US-Präsident Donald Trump wirft China seit längerem unfaire Handelspraktiken, erzwungenen Technologietransfer von US-Firmen und Diebstahl geistigen Eigentums vor. Trotz massiver gegenseitiger Vorwürfe und angedrohter Vergeltung für Importzölle haben beide Seiten immer wieder durchblicken lassen, dass sie versuchen wollen, die Probleme über Verhandlungen zu lösen.


    Der US-Präsident stört sich an dem riesigen Defizit seines Landes im Handel mit China und auch mit der Europäischen Union und hat deswegen den Zollstreit vom Zaun gebrochen. Die EU hat in Gesprächen mit Trump erreicht, dass sie von höheren Zöllen auf ihre in die USA gelieferten Autos zunächst verschont bleiben soll.


    (Reuters)

  • China kündigt Gespräche in Washington an


    Zur Entschärfung des schwelenden Handelsstreits mit den USA hat China angekündigt, Ende August eine Delegation zu Gesprächen nach Washington zu schicken.


    16.08.2018 06:32


    Der chinesische Vize-Handelsminister Wang Shouwen werde auf Einladung der US-Seite Gespräche mit seinem amerikanischen Kollegen David Malpass führen, teilte das chinesische Handelsministerium am Donnerstag mit.


    China akzeptiere keine unilateralen Handelsbeschränkungen und begrüsse den Dialog, hiess es in der Erklärung weiter. Es wäre das erste offizielle Treffen beider Seiten, seit Verhandlungen zwischen Chinas Vize-Premierminister Liu He und US-Handelsminister Wilbur Ross Anfang Juni in Peking gescheitert waren.


    Seitdem haben sich beide Länder mit gegenseitigen Zöllen auf Waren im Wert von rund 50 Milliarden US-Dollar überzogen, von denen die jüngsten am 23. August in Kraft treten sollen.


    Begonnen wurde der Handelsstreit, der laut Beobachtern bei einer Eskalation zur Gefahr für die gesamte Weltwirtschaft werden könnte, von US-Präsident Donald Trump, der seit langem das Handelsdefizit der USA mit China kritisiert und es deutlich reduzieren will.


    Zudem will Trump Pekings staatliche Unterstützung für eigene Technologie-Firmen und den angeblichen Diebstahl geistigen Eigentums einen Riegel vorschieben. Anfang September wollen die USA über weitere Strafzölle auf chinesische Waren im Wert von rund 200 Milliarden US-Dollar entscheiden.


    (AWP)

  • Japanische Ausfuhren in die USA sacken ab


    Der Handelsstreit mit den USA bremst die Exportwirtschaft Japans aus.


    16.08.2018 03:49


    Die Unternehmen mussten im Juli einen Rückgang der Ausfuhren in die USA um 5,2 Prozent hinnehmen, wie das Finanzministerium in Tokio am Donnerstag mitteilte. Vor allem Autobauer waren betroffen, hier betrug das Minus 12,1 Prozent.


    Japan erwirtschaftet im Handel mit den USA einen Überschuss, was US-Präsident Donald Trump ändern will. Er drängt Tokio deshalb zur Unterzeichnung eines bilateralen Freihandelsabkommens und droht damit, höhere Zölle auf Autoeinfuhren zu erheben. Die Amerikaner indes führten im Juli elf Prozent mehr nach Japan ein als vor Jahresfrist. Dadurch sank der Japanische Handelsüberschuss mit den USA um rund 22 Prozent auf rund 503 Milliarden Yen (0rund vier Millairden Euro).


    Insgesamt legten die japanischen Ausfuhren im Juli um 3,9 Prozent zu. Volkswirte hatten aber mit 6,3 Prozent gerechnet.


    Die Wirtschaft des Landes ist anfällig. Dank steigender Konsumausgaben und höheren Investitionen war sie im zweiten Quartal zwar zwar auf Wachstumskurs zurückgekehrt. Im ersten Vierteljahr war die nach den USA und China drittgrößte Volkswirtschaft der Erde noch um 0,2 Prozent geschrumpft.


    (Reuters)

  • Trump dämpft Hoffnung auf Entspannung im Handelstreit


    US-Präsident Donald Trump hat Hoffnungen auf eine Entspannung im Handelsstreit mit China gedämpft.


    21.08.2018 02:39


    In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters signalisierte er am Montag, einen langen Atem zu haben. Es gebe keinen Zeitrahmen zur Beendigung des Konflikts. Bei den Verhandlungen diese Woche in Washington werde wohl nicht viel herauskommen.


    Der Handelsstreit belastet bereits viele Unternehmen und drückt auf die Stimmung in der Wirtschaft. Trump stört sich an dem riesigen Defizit seines Landes im Handel mit China und Europa. Er hat deswegen Sonderzölle erhoben und plant weitere Maßnahmen. Allerdings antworteten China und die EU mit höheren Abgaben auf Importe aus den USA. Ökonomen befürchten, dass sich daraus ein Handelskrieg entwickelt.


    Auch in der US-Wirtschaft ist Trumps Handelspolitik umstritten, teilweise auch bei seinen Republikanern. "Zölle sind für unsere Produzenten und Verbraucher wie Steuern, zudem spüren wir bereits die negativen Auswirkungen im Form schrumpfender Marktanteile", sagte der Senator des US-Bundesstaats Kansas, Pat Roberts, dem "Tagesspiegel".


    "Wir werden gewinnen"


    Trump griff auch die US-Notenbank Fed an, von der er sich mehr Rückendeckung wünschte. Es gebe im Handelsstreit harte Verhandlungen. "Wir werden gewinnen. Aber in dieser Zeit sollte mir die Fed etwas helfen." Trump kritisierte vor allem die jüngsten Zinserhöhungen von Notenbankchef Jerome Powell. "Nein, ich bin nicht begeistert", so Trump.


    Die Fed hat in diesem Jahr bereits zwei Mal den Leitzins erhöht, zuletzt im Juni auf die aktuell gültige Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent. An den Börsen wird mit weiteren Schritten in diesem Jahr gerechnet, weil die US-Wirtschaft heiß läuft. Die Inflation ist so hoch wie seit sechs Jahren nicht mehr und die Arbeitslosigkeit so gering wie seit rund 20 Jahren. Trump hat mit seiner radikalen Steuerreform der Wirtschaft einen zusätzlichen Schub verliehen.


    US-Präsidenten haben in der Vergangenheit die unabhängig agierende Fed so gut wie nie öffentlich kritisiert. Trump sagte, er werde sie sich aber weiter vornehmen, sollten die Zinsen noch mehr steigen. Die Federal Reserve wollte nicht auf die Aussagen Trumps eingehen.


    Der US-Präsident warf China und Europa zudem vor, ihre Währungen zu manipulieren, um auf den Weltmärkten bessere Chancen zu haben. Zum Yuan hat der Dollar dieses Jahr bislang mehr als fünf Prozent zugelegt. Der Euro hat zum Dollar über vier Prozent nachgegeben.


    (Reuters)

  • China und USA setzen im Handelsstreit neue Strafzölle in Kraft


    (Mit weiteren Angaben ergänzt, Chinas Strafzölle in Kraft getreten) - Der Handelsstreit zwischen den USA und China hat eine neue Eskalationsstufe erklommen. Nachdem Washington am Donnerstag eine weitere Tranche von Strafzöllen für Waren im Wert von 16 Milliarden Dollar in Kraft gesetzt hatte, aktivierte auch Peking umgehend Vergeltungszölle in gleicher Höhe. China müsse den "notwendigen Gegenangriff durchführen", hiess es in einer Mitteilung des chinesischen Handelsministeriums. Auch werde die Volksrepublik die Welthandelsorganisation (WTO) über die Verstösse der USA informieren. Bereits Anfang Juli hatten sich beide Seiten mit zusätzlichen Zöllen von 25 Prozent auf Waren im Wert von jeweils etwa 34 Milliarden Dollar überzogen.


    23.08.2018 07:44


    Gleichzeitig ist in Washington eine Anhörung angelaufen, bei der US-Unternehmen ihre Bedenken gegen die mögliche Verhängung von Zöllen auf Waren im Wert von weiteren 200 Milliarden Dollar vorbringen können. Sollten auch diese Zölle in Kraft treten, wäre mehr als die Hälfte des Handelsvolumens mit China von Sonderabgaben betroffen. Eine Entscheidung darüber soll im September getroffen werden.


    Die Palette der chinesischen Produkte, die von den neuen US-Zöllen betroffen sind, reicht von Kunststofferzeugnissen wie Abflussrohren bis hin zu Agrarprodukten und Eisenbahnwaggons. Peking will dagegen laut der vorherigen Ankündigung Rohstoffe wie Kohle und Gas sowie Motorräder und andere Fahrzeuge mit Strafabgaben belegen.


    Eine chinesische Delegation unter der Leitung des stellvertretenden Handelsministers Wang Shouwen wollte sich in Washington mit Finanzstaatssekretär David Malpass treffen und eine Entspannung der Situation anstreben. Wegweisende Entscheidungen wurden von dem Besuch der Chinesen in Washington zunächst nicht erwartet.


    Ökonomen befürchten, dass die beiden grössten Volkswirtschaften auf einen Handelskrieg zusteuern, der Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft haben könnte. Stark davon betroffen wäre wohl auch die deutsche Wirtschaft, deren Exportindustrie sowohl mit den USA als auch China eng verwoben ist.


    Die Regierung von US-Präsident Donald Trump stört sich an dem hohen Handelsdefizit mit China. Trump wirft Peking vor, seine Währung zu manipulieren, um eigene Exporte künstlich zu verbilligen. Ausserdem fürchten die Amerikaner das strategische chinesische Industrieprogramm unter dem Titel "Made in China 2025". Damit will Peking mit staatlicher Förderung zahlreiche heimische Unternehmen für den Weltmarkt vorbereiten. Die USA halten das für unerwünschte Subventionspolitik, die auch zulasten amerikanischer Firmen geht.


    China kann Vergeltung mit eigenen Strafzöllen auf Importe aus den USA nur begrenzt ausüben, weil die USA nur Waren für 130 Milliarden US-Dollar nach China ausführen. US-Firmen fürchten deshalb, dass Peking ausser Zöllen noch zu anderen Gegenmassnahmen greifen könnte./dm/DP/zb


    (AWP)