Zur Rose (ROSE) Hoffnung auf gute Entwicklung

  • Zu Leerverkäufen:
    [quote]Legal heisst noch lange nicht, dass es moralisch korrekt ist.[quote]


    Doch absolut, weil es der Preisfindung dient und die Liquidität an der Börse erhöht und übrigens denen, die die Aktien verleihen eine Verleihgebühr einbringt. Moralisch nicht korrekt ist lediglich, Aktien leerzuverkaufen und dann Falschnachrichten zu verbreiten, um Kurse künstlich zu erniedrigen. Das scheint bei zur Rose nicht der Fall.


    Und noch als Hinweis: wohingegen Long-Investoren ein maximales Risiko von 100% haben (Totalverlust), haben Shorties Nachschusspflicht. Aktienkurse können sich Verdoppeln und Verdreifachen, aber halt nur einmal alles verlieren.


    Noch zu "Zur Rose": Auch egal, in welchen Ländern das "e-Rezept" eingeführt wurde oder nicht, die DEUTSCHE Lösung macht Probleme, weil halt immer wieder mal blöd rumgewurschtelt wurde: https://www.heise.de/news/eHea…n-Testregion-7239601.html


    Auf einen Kommentar eines Deutschen Politikers anzuspringen, empfinde ich als absurd. Gerade wenn die FDP an der Macht ist, die Klientelpolitik für Geschäfts-Apotheken betreibt. Aber gut ;-).


    Ich habe zur Rose bei 100 CHF auch mal in Betracht gezogen. Aber igendwie habe ich persönlich zur Zeit keinen Riecher. Umfeldbedingt würde ich nichts zukaufen.

  • Gestern Montag berichtete ich in meiner Kolumne von einem ziemlich drastischen Schritt eines Analysten bei Zur Rose: Elmar Sieber von der Basler Kantonalbank setzt die Abdeckung der Aktien der Versandapotheke aus – und das mit sofortiger Wirkung. Er begründet seinen Entscheid damit, dass das Unternehmen die bankeigenen Mindestkriterien für eine Aktienanlage nicht länger erfülle.


    Das hält die Autoren eines beliebten Investorenbriefs aus Deutschland – in hiesigen Börsenkreisen auch als "Düsseldorfer" bekannt - allerdings nicht davon ab, eine Kaufempfehlung für die niedergetrampelten Aktien von Zur Rose und Shop Apotheke auszusprechen. Auf mich wirkt die Empfehlung ziemlich verklausuliert. Internet-Apotheken seien eine gute Idee, aber in der Sache noch nicht ausgereift, ist da etwa zu lesen. Und weiter: Auf die Beratung einer stationären Apotheke könne vielfach nicht verzichtet werden. Dennoch raten die Autoren bei Zur Rose bei Kursen um die 50 Franken neuerdings zum Einstieg.

  • hans im glück hat am 30.08.2022 16:52 geschrieben:

    Quote

    Gestern Montag berichtete ich in meiner Kolumne von einem ziemlich drastischen Schritt eines Analysten bei Zur Rose: Elmar Sieber von der Basler Kantonalbank setzt die Abdeckung der Aktien der Versandapotheke aus – und das mit sofortiger Wirkung. Er begründet seinen Entscheid damit, dass das Unternehmen die bankeigenen Mindestkriterien für eine Aktienanlage nicht länger erfülle.


    Das hält die Autoren eines beliebten Investorenbriefs aus Deutschland – in hiesigen Börsenkreisen auch als "Düsseldorfer" bekannt - allerdings nicht davon ab, eine Kaufempfehlung für die niedergetrampelten Aktien von Zur Rose und Shop Apotheke auszusprechen. Auf mich wirkt die Empfehlung ziemlich verklausuliert. Internet-Apotheken seien eine gute Idee, aber in der Sache noch nicht ausgereift, ist da etwa zu lesen. Und weiter: Auf die Beratung einer stationären Apotheke könne vielfach nicht verzichtet werden. Dennoch raten die Autoren bei Zur Rose bei KurAsen um die 50 Franken neuerdings zum Einstieg.A

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  • Die 50 Mio. entsprechen bei der aktuellen Kapitalisierung überschlagsmässig rund 10% Verwässerung. ...Das ist eine effektiv eine Katastrophe für so wenig neue Liquidität! Man vergleiche die Summe mit der letzten KE Ende 2021.


    Wie lange reichen diese "weiteren" 50 Mio.?!? Die müssen JETZT im Bereich Kostenreduktion / Marge / EBIT liefern!


    Alles andere ist aktuell fast nebensächlich und endet sonst für aktuelle Aktionäre katastrophal. (Aryzta / MB / etc.)

  • Lagebild

    Berlin -


    Der DocMorris-Mutterkonzern Zur Rose besorgt sich frisches Geld: Über eine Wandelanleihe und eine Kapitalerhöhung sollen rund 150 Millionen Franken in die Kasse geholt werden. Die Zinsen, die dafür zu zahlen sind, sind rekordverdächtig.


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    Die Wandelanleihe hat einen Gesamtnennbetrag von etwa 100 Millionen Franken und wird mit einer Stückelung von je 1000 Franken zunächst an die bestehenden Aktionäre ausgegeben werden. Sofern sie nicht zuvor gewandelt, zurückgezahlt oder zurückgekauft und vernichtet wird, wird sie voraussichtlich am 15. September 2026 zum Nennwert zurückgezahlt.


    Zinssatz: Zwischen 6 und 7 Prozent


    Das Management erwartet, dass die Anleihe einen Zinssatz zwischen 6,125 und 6,875 Prozent hat. Zum Vergleich: Die derzeit laufenden Anleihen sind mit 2,5 beziehungsweise 2,75 Prozent deutlich günstiger. Die Zinsen sind vierteljährlich zu zahlen, der anfängliche Wandlungspreis wird voraussichtlich 25 Prozent über dem Referenzpreis der Aktien festgelegt.


    Gleichzeitig sollen in den kommenden Tagen neue Aktien im Wert von ungefähr 50 Millionen Franken unter Ausschluss des Bezugsrechts bei institutionellen Anlegern platziert werden.


    Kein Geld für die Schweiz


    Zur Rose will den Erlös aus beiden Maßnahmen nutzen, um die im Juli 2023 fällige Anleihe über 115 Millionen Franken abzulösen sowie für allgemeine Unternehmenszwecke. Noch eine Besonderheit: Aus steuerlichen Gründen muss Zur Rose sicherstellen, dass das Geld ausschließlich für Unternehmenszwecke außerhalb der Schweiz eingesetzt wird: Vermieden werden soll eine „schädliche Mittelverwendung“ gemäß Definition der Eidgenössischen Steuerverwaltung für die Zwecke der Verrechnungssteuer.


    Eigentlich hatte sich Zur Rose laut Finanzvorstand Marcel Ziwica zwischen 165 und 190 Franken sichern wollen. Weitere Kapitalmaßnahmen sind durchaus möglich: Bei der Generalversammlung hatte sich Zur Rose erst im Frühjahr bei den Aktionären die Erlaubnis geholt, neue Aktien im Umfang von bis zu 50 Prozent des derzeitigen Aktienkapitals auszugeben. Das waren umgerechnet bis zu 700 Millionen Euro – zum damaligen Aktienkurs.


    Mit einem Polster von knapp 200 Millionen Schweizer Franken in cash sieht die Finanzlage von Zur Rose auf den ersten Blick gut aus. Erst Ende vergangenen Jahres hatte man die Kriegskasse noch einmal gefüllt und über eine weitere Kapitalerhöhung knapp 190 Millionen Franken eingesammelt. Doch gleichzeitig schloss die Gruppe das Jahr mit einem Rekordverlust von knapp 230 Millionen Franken ab. Der Mittelabfluss lag auf Basis des Free Cashflow bei 200 Millionen Franken.


    Auch für das laufende Jahr wird ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) von minus 75 bis 95 Millionen Franken angepeilt, sodass erneut ein negativer Free Cashflow von 150 Millionen Franken erwartet wird. Die Finanzreserven drohen also bedrohlich abzuschmelzen. Dazu kommt, dass in den kommenden Jahren zwei weitere Anleihen über 175 beziehungsweise 200 Millionen Franken auslaufen.


    Verschiedene Optionen


    Man prüfe verschiedene Finanzierungsoptionen, welche „die Interessen aller relevanten Anspruchsgruppen ausgewogen berücksichtigen“, hieß es zuletzt vom Unternehmen, nachdem Gerüchte über einen möglichen Verkauf die Runde gemacht hatten. „Aufgrund der starken Position der Zur Rose-Gruppe im wachsenden Online-Apothekenmarkt, der bisher erfolgreich getätigten Mittelbeschaffungen und dem breiten Portfolio an zur Verfügung stehenden Finanzierungsinstrumenten, sind der Verwaltungsrat und die Konzernleitung von der Refinanzierungsfähigkeit überzeugt.“


    Dass das Management überhaupt solche Versicherungen abgeben muss, spricht allerdings eine ganze andere Sprache. Die Handlungsspielräume sind womöglich beschränkt: Die Refinanzierung über Fremdkapital wird nun wie erwartet deutlich teurer. Eine neuerliche Kapitalerhöhung käme wiederum wegen des schwachen Aktienkurses zur Unzeit. Hinzu kommt, dass der Kurs bereits massiv verwässert wurde: Alleine drei Kapitalerhöhungen im Gesamtumfang von rund 600 Millionen Franken gingen in den vergangenen drei Jahren über die Bühne. Seit dem Börsengang hat sich die Zahl der Aktien auf diese Weise ungefähr verdoppelt, seit dem Einstieg des ersten Großinvestors im Jahr 2016 sogar fast verdreifacht. Der Umsatz ist seitdem aber um weniger als den Faktor 2 gewachsen.


    Zerschlagung oder Verkauf?


    Einen Joker hätten CEO Walter Hess und Ziwica noch. Sie könnten das Geschäft in der Schweiz verkaufen oder DocMorris als eigenständige Firma an die Börse bringen – so wie es Insider eigentlich von Anfang an erwartet hatten. Ganz ähnlich hatte der frühere CEO Walter Oberhänsli schon einmal seinen Job und die Existenz von Zur Rose gerettet: Weil die Vereinbarungen mit den Banken in Sachen Verschuldung und Eigenfinanzierung nicht erfüllt worden waren, hatten die Gläubiger 2009 nahezu die gesamten Firmenwerte gepfändet. Abgewendet werden konnte der Zusammenbruch nur durch den Verkauf des Generikaherstellers Helvepharm für 43 Millionen Euro an Sanofi.


    Einstweilen versucht das Management, das Geldverbrennen bei Zur Rose zu stoppen. Bei der Präsentation der Halbjahreszahlen stellten sie das Programm „Break even 2023“ vor: War noch im Frühjahr ein ausgeglichenes operatives Ergebnis (bereinigtes Ebitda) für 2024 ins Auge gefasst worden, soll dies nun bereits ein Jahr früher geschehen. Nicht weniger als 130 Millionen Schweizer Franken will das Management pro Jahr einsparen. 2023 will Zur Rose ein ausgeglichenes operatives Ergebnis erzielen und ein Jahr später auch den Mittelabfluss stoppen. Die Einsparziele seien dabei unabhängig vom E-Rezept.


    Zweistelliger Umsatzverlust


    Die Botschaft ist klar: Zur Rose will sich gesund schrumpfen. Durch besseren Einkauf und höhere Preise sollen die Margen verbessert werden, außerdem soll bei Personal, Logistik und Marketing drastisch gespart werden. Auch das Sortiment soll eingedampft werden. Der Fokus soll auf lukrativen Kunden und Aufträge liegen, auf Suchmaschinen und Preisvergleichsportale will man verzichten. Auch die internationale Expansion wird zurückgestellt. Alleine in diesem Jahr will das Management einen zweistelligen Umsatzverlust in Kauf nehmen. Nur eine Prämisse gibt es: Man werde die Marktführerschaft nicht aufgeben, so Hess.

  • Touchdown1 hat am 31.08.2022 20:25 geschrieben:

    Quote

    Die 50 Mio. entsprechen bei der aktuellen Kapitalisierung überschlagsmässig rund 10% Verwässerung. ...Das ist eine effektiv eine Katastrophe für so wenig neue Liquidität! Man vergleiche die Summe mit der letzten KE Ende 2021.


    Wie lange reichen diese "weiteren" 50 Mio.?!? Die müssen JETZT im Bereich Kostenreduktion / Marge / EBIT liefern!


    Alles andere ist aktuell fast nebensächlich und endet sonst für aktuelle Aktionäre katastrophal. (Aryzta / MB / etc.)

    Wobei man das jetzt nicht nur als Altaktionär betrachten sollte. Aktionäre mit EP 250.- sind eine andere Geschichte. Ich für mein Teil werde dieser Geschichte erst jetzt wirklcih beitreten. Die Preisspanne für die beschleunigte Bookbuilding Auktion könnte in der Tat um 45-55.- liegen. Privatanleger spielen bei solchen Auktionen/Verfahren leider meist nur eine geringe Rolle. Aber wie bereits geschrieben, wer sich jetzt erst mit Rose angefreundet hat könnte in Zukunft doch auch profitieren. Vorausgesetzt der Turnaround gelingt. Vielleicht hat die Verzögerung beim E-Rezept die Herren wachgerüttelt. Soweit wird das System morgen in Deutschland gestartet .Das mit den negativen Ueberraschungen könnte es demnach gewesen sein. Die Unsicherheit ist mal gesättigt. Was Börse am meisten hasst ist die Unsicherheit. Die wäre bis auf Weiteres bereingt.


    Die Botschaft passt doch, für mich als Neuankömmling ...


    "Die Botschaft ist klar: Zur Rose will sich gesund schrumpfen. Durch besseren Einkauf und höhere Preise sollen die Margen verbessert werden, außerdem soll bei Personal, Logistik und Marketing drastisch gespart werden. Auch das Sortiment soll eingedampft werden. Der Fokus soll auf lukrativen Kunden und Aufträge liegen, auf Suchmaschinen und Preisvergleichsportale will man verzichten. Auch die internationale Expansion wird zurückgestellt. Alleine in diesem Jahr will das Management einen zweistelligen Umsatzverlust in Kauf nehmen. Nur eine Prämisse gibt es: Man werde die Marktführerschaft nicht aufgeben, so Hess."

  • Ad Efeu73


    Das ist schon korrekt wie du das schreibst. Die Chance für eine Stabilisierung besteht immer jedoch braucht es dazu aus Erfahrung immer eine nachhaltige, klare Verbesserung beim EBIT. ...sonst wird weiter gezockt auf tiefere Kurse.


    Das Management hätte besser Ende 2021 ebenfalls gleich diese kleine Summe von 50 Mio. beschafft.


    Ich hätte hier auch eine Nominalkapitalherabsetzung in Betracht gezogen. Das Nominalkapital jeder Aktie beträgt immerhin aktuell noch 30 CHF. Das kommt dann allenfalls wenn die Einsparungen allenfalls zuwenig greifen. Wie schon gemacht bei anderen Unternehmern in der gleichen Situation.


    Ich hoffe, dass die der Ernst der Lage erkannt haben und das hinbekommen. Ich bin jedoch leider eher skeptisch anhand anderen Kursverläufen in der Vergangenheit.


    Morgen allenfalls für Daytrfing interessant je nach Kursverlauf.

  • Wahrheit

    Zauberlehrling


    Ja, deine "Feststellungen" sind, leider nicht weit von Wahrheit entfernt. Ich habe auch festgestelt das die Herren nicht eine Aktie der Firma erworben haben seit langem Zeit. Schon das war verdächtig. Aber ja, im nachhinein ist es immer ein wenig klarer...

  • Kapitalerhöhung bringt Zur Rose etwas weniger Geld als erhofft


    Zur Rose hat mit einer Kapitalerhöhung und der Platzierung einer Wandelanleihe etwas weniger Mittel erhoben als angepeilt.


    Aktualisiert um 07:48


    Etwa 50 Millionen Franken sollte die Kapitalerhöhung einbringen und rund 100 Millionen eine Wandelanleihe, wie Zur Rose am Mittwoch mitteilte. Am Donnerstagmorgen bestätigte das Unternehmen die Transaktion. Allerdings brachte die Ausgabe neuer Namenaktien nur 44 Millionen Franken. Die Wandelanleihe wurde für 95 Millionen Franken platziert.


    (AWP/Reuters/cash)

  • E-Träume

    Ja, das ist bitter, eine KE zu CHF 39. Immerhin müssen sie bei der Wandlerzuteilung das Bezugsrecht wahren, ein kleiner Trost für kleine Anleger.


    zurRose hat aggressiv Marktanteile gekauft, als die Preise wegen der E-Rezept Euphorie / Pandemie hoch waren. Damit haben sie hauptsächlich "Goodwill" gekauft, und Goodwill oder immaterielle Werte sind nur dann werthaltig, wenn die Strategie aufgeht.


    Zum Halbjahr stehen damit "Umlaufvermögen und Sachwerte" von 500 Mio. Anleiheschulden von 500 Mio gegenüber. Oder anders, alles was zurRose besitzt, gehört den Gläubigern. Den Aktionären gehören die immateriellen Werte, die "E-Träume und E-Schäume", sozusagen.
    Das ist okay, wenn der Businessplan aufgeht.
    Wenn der Plan aber verzögert wird, ist das fatal: Der Immaterielle Wert verliert mit jedem Jahr 10-15%. Da werden böse Abschreiber auf zurRose zukommen.
    Und die Anleihen müssen zurückgezahlt werden, 2023 85 Mio, 2024 200Mio und 2025 200Mio.


    Ich denke, der Kurs wird sich auf tiefen Niveau erst mal stabilisieren, jetzt wo der Kapitalbedarf für 12 Monate und die erste Anleihefälligkeit gedeckt ist.


    Aber zurRose ist eine jener Aktien wie AMS oder Aryzta, wo man gedanklich einen Reset machen und die Kurse der Vergangenheit für immer ausblenden muss.

  • Börsenkreise: Kapitalerhöhung bei Zur Rose kommt einem Wortbruch gleich


    Entgegen anders lautenden Beteuerungen hat sich Zur Rose neues Kapital beschafft. Während die Leerverkäufer am Ziel angelangt scheinen, sind Börsenbeobachter überrascht und konsterniert.


    01.09.2022 08:16


    Von Lorenz Burkhalter


    Plötzlich ging alles ziemlich schnell: Wie die Versandapotheke Zur Rose am frühen Donnerstagmorgen bekannt gibt, hat sie neben einer neuen Wandelanleihe über 95 Millionen Franken für weitere 44 Millionen Franken neue Aktien bei institutionellen Anlegern platziert. Die Aktien wurden zu einem Preis von 39 Franken untergebracht, was einem satten Abschlag von 15 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Vorabend entspricht. Der Erlös dient der Refinanzierung einer im nächsten Juli zur Rückzahlung kommenden Anleihe.


    In Börsenkreisen zeigt man sich überrascht und konsterniert zugleich, hatte das Unternehmen doch vor weniger als zwei Wochen anlässlich der Halbjahresergebnisveröffentlich einen unmittelbar aus dem operativen Geschäft erwachsenden Bedarf an neuem Geld doch noch verneint. Diese Aussage schien damals die erhitzten Gemüter an der Börse etwas zu beruhigen (cash berichtete). Dass die Versandapotheke nun trotzdem eine Kapitalerhöhung durchgeführt hat, kommt für Beobachter daher einem Wortbruch gleich.


    Im vorbörslichen Handel von Julius Bär verliert die Zur-Rose-Aktie zur Stunde denn auch 8,7 Prozent auf einen Mittelkurs von 41,83 Franken. Das liegt über dem Referenzkurs von 39 Franken, welcher der jetzigen Kapitalerhöhung zugrunde liegt.


    War ein Analystenkommentar ein Weckruf?


    Zumindest bei den Leerverkäufern dürfte die Freude darüber gross sein. Wie Erhebungen der Beratungsfirma IHS Markit zeigen, spekulierten diese zuletzt mit mehr als 30 Prozent aller ausstehenden Aktien auf rückläufige Kurse. Aus Sicht der Leerverkäufer sei der Mist nun geführt und erste Deckungskäufe seien auszumachen, wie aus Börsenkreisen verlautet.


    Beobachter sehen in einem Kommentar der Basler Kantonalbank einen Weckruf, der letztendlich zur Kapitalerhöhung geführt haben könnte. So stellte der zuständige Analyst die Abdeckung der Aktie von Zur Rose per sofort ein (der cash Insider berichtete). Er begründete den drastischen Schritt damit, dass die Versandapotheke die bankeigenen Mindestkriterien für eine Aktienanlage nicht mehr erfülle und strich die Valoren sowohl von der "Coverage-Liste" als auch gleich von der "Basisliste Aktien". Zuvor hatte der Analyst seit Ende Mai 2021 mit "Untergewichten" zum Verkauf geraten.


    Mit einem Minus von fast 90 Prozent seit Jahresbeginn zählt die Zur-Rose-Aktie zu den diesjährigen Schlusslichtern an der Schweizer Börse SIX.