Schweizer Aktien und CHF, Dezember 2013

  • Die Marken 15'000, 8000, 9000 und 4000 stehen immer noch. Werden sie morgen fallen?


    Immerhin ist der CHF unter 0.90 gefallen. Sollte die US Aktien stützen. Wenn der Yen nicht weiter fällt, fallen die 15'000! Trs10 Renditen sind auf 2.86% gestiegen. Nicht gut für die Bonds. Im Moment fallen alle Assets von Aktien zu Bonds, Gold, Oel und Immobilien! Wohin fliesst all das Geld? Oder wird es in Nichts aufgelöst?


    Nur der CHF steigt und das ist ein kleiner Trost für uns.


    Quo vadis?

  • in_God_we_trust hat am 05.12.2013 - 19:01 folgendes geschrieben:

    Morgen? Vielleicht der 8000er aber sonst!?

  • in_God_we_trust hat am 05.12.2013 - 19:01 folgendes geschrieben:

    Quote
    Immerhin ist der CHF unter 0.90 gefallen.

    Warum eigentlich?
    US-Wirtschaft stärker als erwartet und Gerüchte über ein früheres Tapering. Das sollte doch den Dollar stärken und nicht schwächen?

  • Nirvana hat am 05.12.2013 - 19:33 folgendes geschrieben:

    Quote

    in_God_we_trust hat am 05.12.2013 - 19:01 folgendes geschrieben:

    Warum eigentlich?
    US-Wirtschaft stärker als erwartet und Gerüchte über ein früheres Tapering. Das sollte doch den Dollar stärken und nicht schwächen?

    Da hast Du eigentlich recht! Ich bin sprachlos.


    Offenbar hat der liebe Gott die Schweiz einfach gern. ;)

  • Eben, man kann nicht alles logisch erklären, auch wenn man unendlich viel weiss, was in einem endlichen Gehirn sowieso nicht möglich ist. Deshalb brauchen wir die Hilfe und Gnade Gottes, sonst bräuchten wir sie nicht. Aber leider gibt es immer noch genug Leute, denen nur dies eine nicht in ihren Grind gehen will!


    Bei dieser Gelegenheit noch ein Weihnachtslied:


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  • Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass wir den NASDAQ nächstes Jahr noch auf 5000 sehen werden. Aber wie gesagt, nur ein Bauchgefühl.


    Denn wenn die Wirtschaft wirklich auf Trab kommt, könnte das wegen neuen Innovationen, wie Electric Car, neuen besseren Tablets, Robotern, Biotech, neuen Rohstofflagern, Online Bildung mit Tablets, und und und, geschehen.


    Aber man darf den Leuten nicht nur logische Bildung verpassen, sondern muss ihnen gleichzeitig auch den Glauben bringen, sonst produzieren wir bloss eine Generation von Zombies und Terroristen.


    All die Probleme auf der Welt gibt es nur wegen dem Unglauben!

  • sodele, kann wieder posten im gold-Thread. Jetzt weiss ich aber gar nicht, wo ich anfangen soll:



    in_God_we_trust hat am 01.12.2013 - 15:00 folgendes geschrieben:

    Quote

    Durch QE3 wurden dem Markt letztes Jahr von den Amis 1 Billion eingeflösst, von Japan ca. 0.5 Billionen. Ist das viel bei einem globalen GDP von rund 70 Billionen? Ich weiss nicht, für die Schweiz entspräche dies 10 Milliarden, wohl kaum der Rede wert, bei

    Bleiben wir mal bei den Fakten:
    1. Billion USA ist korrekt
    2. Japan : Ebenfalls 1 Billion USD, nicht nur eine halbe


    Die Neuverschuldung der USA und Japans musst Du jeweils mit der Wirtschaftsleistung der USA und Japans vergleichen. Nicht mit dem globalen GDP.


    Du kannst ja auch nicht kommen und sagen: "Hey, ich verschulde mich über beide Ohren. Aber was solls: Ich lebe in einer Stadt, wo die Leute sparen und verglichen mit dem GDP meiner Stadt spielt meine persönliche Verschuldung keine Rolle".


    Quote
    Ausblick

    Trotz baldigem tapering wird das Rally weitergehen, wenn die Wirtschaft der USA weiter Fahrt aufnimmt.

    "Wenn" sie weiter Fahrt aufnimmt. Tut sie aber nicht. Die Arbeitsmarktdaten werden schlechter.


    Die Wahrheit ist, dass die grossen amerikanischen Familiy-Offices (also die reichsten 0.1% ) langsam aus den Aktien- und Anleihemärkten aussteigen (= Cash-Anteil 39%).


    Warum? Ganz einfach deshalb, weil die Unternehmenszahlen die aktuell hohen Aktienpreise in keinster Weise rechtfertigen. Aktien kosten nur deshalb so viel, weil pro Monat 85 Mrd. Dollar QE3 ein Zuhause suchen.


    Guckst Du hierzu (32 Minuten):

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  • Dürfen wir es auch Asset Price Inflation nennen?


    Schön MF dich wieder lesen zu können!


    Gruss

    Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.

  • Gerard hat am 05.12.2013 - 13:07 folgendes geschrieben:

    Quote
    Von Crash redet man bei einem Kurssturz ab 10% an einem Tag und kann faktisch nicht mehr passieren wegen Stoptrading. MarcusFabian hat das einmal sehr gut beschrieben....
    Quote
    Übrigens war ich schon bei einem Crash dabei (1987 glaube ich) 15-20% an einem Tag,

    Das waren damals sogar 22% intraday ;)


    Aber mal im Ernst: Würdest Du z.B. einen 20% Absturz in 5 Tagen oder 50% in 2 Monaten (reine Phantasiezahlen!) nicht auch als "Crash" bezeichnen?


    Wo setzen wir da die Grenze?

  • martinidrink hat am 05.12.2013 - 21:32 folgendes geschrieben:

    Quote

    Dürfen wir es auch Asset Price Inflation nennen?

    Ja, genau. Das dürfen wir! ;)


    Dir Crux ist halt, dass es einerseits keine Rechtfertigung für die hohen Aktienpreise gibt andererseits gibt es aber auch keine ernstzunehmenden Alternativen. Also bleibt fast nichts anderes als Aktien.


    Oder genauer: Die Rechtfertigung für die hohen Aktienpreise liegt in der Gelddruckerei der grossen Zentralbanken begründet. Da wird Geld erzeugt, das irgendwo angelegt werden will.
    * Staatsanleihen bringen kaum Rendite und bieten keinerlei Inflationsschutz.
    * Immobilien sind in den USA wieder eine Alternative. In Ländern wie den Niederlanden, Australien, Schweiz aber eher in einer Blase (oder in Richtung ...)
    * Cash bringt keine Zinsen, scheint aber vermehrt als sicherer Hafen zu dienen. (= Angst vor Aktien-Crash)
    * Edelmetalle erfreuen sich derzeit im Westen allgemeiner Unbeliebtheit.


    Demgegenüber steht die ungetrübte Euphorie im Aktienmarkt, wo im Moment das "Greater-Fool-Game" gespielt wird. Aber das hatten wir ja schon 1999 ;)

  • Ich denke ich werde zunehmend aussteigen, sobald sich die Aktien wieder erholt haben. Im Moment bin ich 26% drin. Das ist mir zu viel. Ich denke wir haben eine grosse Chance, dass es nochmals nordwärts geht bis Mai 2014. Es wird sich dann eine Head and Shoulder Formation bilden, bevor es runtersaust. Jetzt ist einfach nicht die Zeit für grosse Crashs. Dieses Fenster hat sich geschlossen und öffnet sich frühestens im März wieder.


    Thanksgiving ist wirklich eine entscheidende Wegscheide, das müssen wir uns unbedingt merken für's nächste Jahr!!! :)

  • Trs10 2.87%. $/CHF 0.896.


    MarcusFabian, kannst Du uns bitte erklären, warum der CHF steigt (während die US-Bondrenditen steigen und Gold sinkt)?

  • Nirvana hat am 05.12.2013 - 22:14 folgendes geschrieben:

    Quote

    War heute überall zu lesen, weswegen die Angst vor einem frühzeitigen Tapering grassiert.

    Ach so. wird also schon wieder die Tapering-Sau durchs Dorf getrieben :D


    Ich finde es lustig: Seit etwa 2 Jahren wird immer wieder die Gerüchteküche angeheizt, die USA würden ihre Schulden eindämmen. Wir hatten interessante Diskussionen im Sommer 2012, ob QE3 kommen würde oder nicht. Es kam. Danach wurde darüber diskutiert, ob die 45 Mrd Dollar pro Monat lange oder nicht so lange durchgehalten würden. Sie wurden auf 85 Mrd pro Monat ausgeweitet.
    Seither in regelmässigen Abständen das Gerücht des "Tapering", der Reduktion der Anleihenkäufe. Bisher immer (Mai, August, Oktober 2013) widerlegt.
    Nun gut, die Erinnerungsfähigkeit des Marktes ist offenbar nicht sonderlich ausgeprägt. Offenbar wird die Wiederauflage des Gerüchts also vom Markt antizipiert. Wenn auch unbegründet.


    Es wird vor März 2014 garantiert kein Tapering geben ! Punkt!


    Und das sagt kein FED-Experte sondern das sage ich!


    Warum?


    Ich nenne folgende Gründe, weshalb es in absehbarer Zeit kein Tapering geben wird:


    1. Betrachte es mal psychologisch: Ben Bernanke ist noch bis Januar 2014 FED-Chef. Als Begründer von QE3 wird er sicherlich nicht während der letzten Monate das Risiko eingehen, dass die Märkte wegen Tapering einbrechen. Er möchte mit einer möglichst guten Erfolgsbilanz in den Ruhestand gehen.


    2. Jannet Yellen, die ab Februar das Amt von Bernankenstein übernimmt, gilt als absolute Taube. Sie würde QE3 eher ausweiten als zu reduzieren. Oder - das gestehe ich ein - QE3 abzubrechen und durch ein anders gelagertes QE4 zu ersetzen.
    Wie dem auch sei. Sie tritt im Februar ihr Amt an, im März ist das erste FOMC-Meeting. vor März 2014 wird sie also garantiert keine weitreichenden Entscheide fällen.


    3. Oktober 2013 wäre eigentlich von den Zahlen her ein guter Monat für Tapering gewesen: Zinsen wieder runter, Aktien von ATH zu ATH ... alle sind glücklich. Man hätte auch nicht QE3 direkt von 85 auf 65 Mrd. reduzieren müssen, wie es der Markt erwartet/befürchtet hat.
    Was hätte z.B. dagegen gesprochen, eine ganz glasklare Linie zu verfolgen: (Phantasiebeispiel von mir) Ankündigung der Fed: "Wir reduzieren die Anleihen-Ankäufe per November 2013 um 2 Mrd. auf 83 Mrd. Per Dezember auf 81 Mrd. und danach in gleichen Rhythmus jeweils um 2 Mrd. pro Monat: 79 Mrd. im Januar 2014; 77 Mrd. im Februar 2014 ... etc. "


    4. Wenn Du die Börse ab April 2013 verfolgt hast, ist Dir aufgefallen, dass alleine das unbestätigte Gerücht um ein Tapering die Anleihenzinsen in die Höhe getrieben hat. Ich behaupte mal (ist eine reine Verschwörungstheorie meinerseits), dass diese Gerüchte von der Fed nur deshalb gestreut wurden, um die Reaktion des Marktes zu testen, bevor ein echtes Tapering durchgeführt wird. Nachdem die Fed gesehen hat, was alleine das Gerücht an negativen Auswirkungen auf Aktien und Anleihen hat, wurde das Gerücht kurzerhand dementiert.
    Das ist auch verständlich. Ich meine, wenn schon das Gerücht die Anleihenzinsen um 100% in die Höhe treibt, was würde dann erst ein echtes Tapering bewirken?
    Nichts desto trotz kann die Fed in regelmässigen Abständen zwischen Tapering-Gerücht und -Dementi hin und herswappen bis sie entweder eine klare Aussage hat oder das Vertrauen verliert.


    5. Bernanke hat Anfang 2013 ziemlich klar gemacht, was für Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit "getapert" werden kann. Einer davon war der Arbeitsmarkt.
    Nun, die Arbeitslosenquote ist gesunken ...


    [Blocked Image: http://www.markt-daten.de/kale…oyment-a-quote-ab1948.gif]


    ... das ist aber keine Lösung, denn die Beschäftigungsquote ist ebenfalls gesunken:



    [Blocked Image: http://www.markt-daten.de/kale…ployment-erwerbsquote.gif]


    Was bedeutet das?


    Die Beschäftigungsquote ist der prozentuale Anteil der arbeitsfähigen (16-65 jährigen) Amerikaner, die Arbeit haben.
    Die Arbeitslosenquote ist der Anteil jener, die keine Beschäftigung haben und aktiv nach einem Job suchen.


    Wenn beide sinken, bedeutet das, dass es weniger beschäftigte Amerikaner gibt und viele es aufgegeben haben, aktiv nach einem Job zu suchen. Wer nicht mehr aktiv nach einem Job sucht (= sich einmal pro Woche beim Arbeitsamt meldet) fliegt aus der Statistik.


    Perverser Weise wird meiner Meinung nach die Arbeitslosenquote in den USA steigen, wenn die wirtschaftliche Erholung einsetzt. Dann passiert nämlich folgendes: All jene, die es jetzt aufgegeben haben, nach Arbeit zu suchen, werden dann wieder aktiv nach Arbeit suchen und sich bei den Arbeitsämtern wieder anmelden! Die Anzahl der offiziell registrierten Arbeitslosen wird dann wieder ansteigen.


    6. Eine weitere Voraussetzung für ein Tapering ist der Anstieg des GDP über 2%. Wie ich schon im Mai geschrieben habe, wird das GDP der USA schon alleine aufgrund der neuen Berechnungsmethode um 3% steigen.
    Siehe hierzu: http://www.rottmeyer.de/neue-b…-us-bruttoinlandsprodukt/
    oder auf englisch: http://seekingalpha.com/articl…ew-way-of-calculating-gdp
    Kurz: Die neue Berechnungsmethode für das GDP addiert 3%. Nicht etwa, weil mehr produziert wurde sondern einfach deshalb, weil neue Bereiche der Wirtschaft mit ins GDP einfliessen.
    Ob die USA derzeit also ein 3.6%iges Wirtschaftswachstum haben von dem man 3% getrost abziehen kann, wenn man es mit dem Vorjahr vergleichen will oder gar in einer Rezession sind, wie andere Quellen belegen - ist schlussendlich eine Glaubensfrage.


    ---


    Fazit: Die Arbeitsmarktdaten rechtfertigen kein Tapering. Die Wachstumsdaten rechtfertigen kein Tapering. Die Erfahrungen mit den Anleihezinsen rein aufgrund eines unbestätigten Tapering-Gerüchts legen nahe, dass sich kein Entscheidungsträger der Fed die Finger verbrennen will. Und der Führungswechsel der Fed in 2 Monaten ist ein Moratorium, was wichtige Entscheide betrifft.

  • in_God_we_trust hat am 05.12.2013 - 22:46 folgendes geschrieben:

    Quote

    Trs10 2.87%. $/CHF 0.896.


    MarcusFabian, kannst Du uns bitte erklären, warum der CHF steigt (während die US-Bondrenditen steigen und Gold sinkt)?

    Schwer zu sagen:


    Dass die Trs steigen dürfte klar sein: Da spielen einerseits die neuen Tapering-Gerüchte rein als auch ein homöopatischer Vertrauensverlust in den Dollar von Seiten der Chinesen (Stichwort: Bitcoin-Boom in China).


    Sinkender Dollar vs. Euro (der Franken ist ja nichts als ein Derivat des Euro) dürfte entsprechend ebenfalls mit Vertrauensverlust in Dollar zu erklären sein.
    Bzw. Weniger Vertrauensverlust in Euro als in Dollar ;)

  • Danke MF für Deine Ausführungen. Weisst Du, warum trotz viel besser als erwarteten Wirtschaftsdaten in den USA die Aktien heute wieder steigen?


    Du hast recht, es gibt wahrscheinlich eine Auswahl von 1000 Gründen, warum an einem einzelnen Tag die Aktien steigen und nicht fallen. Völlig unvorhersehbar.