Schweizer Aktien und CHF, Juli 2013

  • Kurzfristig ist immer alles möglich.


    Logisch betrachtet ist es halt so, dass höhere Zinsen das frei verfügbare Einkommen von Konsumenten oder auch Unternehmen verringern und somit weniger Einkäufe/Investitionen möglich sind.

  • MarcusFabian hat am 06.07.2013 - 13:20 folgendes geschrieben:

    Quote

    in_God_we_trust hat am 05.07.2013 - 20:23 folgendes geschrieben:

    Stimmt nicht! Wenn die Zinsen steigen, dann fallen Aktien, wie ich schon vor 2 Wochen versucht habe, zu erklären:


    http://www.cash.ch/comment/527406#comment-527406

    Die Versicherungen haben es schwerer in Tiefzinsphasen mit ihren Kapitalanlagen, also stimmt deine Aussage nicht für alle Bereiche. Ich behaupte, dass bei Normalzinsphasen die Aktien der Versicherer steigen.

  • Gerard hat am 06.07.2013 - 16:08 folgendes geschrieben:

    Quote

    MarcusFabian hat am 06.07.2013 - 13:20 folgendes geschrieben:

    Die Versicherungen haben es schwerer in Tiefzinsphasen mit ihren Kapitalanlagen, also stimmt deine Aussage nicht für alle Bereiche. Ich behaupte, dass bei Normalzinsphasen die Aktien der Versicherer steigen.


    Da magst Du recht haben. Das liegt wohl daran, dass die Versicherer auf der Gegenseite der Realwirtschaft arbeiten, nämlich von den Zinsen profitieren und nicht durch Zinsen reguliert werden. Aber guter Einwand, muss ich sagen. Achja und umkehrfolglich lässt sich natürlich sagen, dass die Aktien der Versicherer sinken in der Regel bei niedrigen Zinsen, wobei bei industriellen Aktien die Werte steigen bei tiefen Zinsen, weil mehr konsumiert wird und die Schulden billiger werden. Versicherer sind also gewissermassen ein prozyklischer Partizipant zur Zinsentwicklung.

  • sime hat am 06.07.2013 - 16:26 folgendes geschrieben:

    Quote

    Gerard hat am 06.07.2013 - 16:08 folgendes geschrieben:


    Da magst Du recht haben. Das liegt wohl daran, dass die Versicherer auf der Gegenseite der Realwirtschaft arbeiten, nämlich von den Zinsen profitieren und nicht durch Zinsen reguliert werden. Aber guter Einwand, muss ich sagen. Achja und umkehrfolglich lässt sich natürlich sagen, dass die Aktien der Versicherer sinken in der Regel bei niedrigen Zinsen, wobei bei industriellen Aktien die Werte steigen bei tiefen Zinsen, weil mehr konsumiert wird und die Schulden billiger werden. Versicherer sind also gewissermassen ein prozyklischer Partizipant zur Zinsentwicklung.

    Ich gebe dir recht, ich gab Antwort nur für Versicherungsaktien

  • Gerard hat am 06.07.2013 - 16:08 folgendes geschrieben:

    Quote

    Die Versicherungen haben es schwerer in Tiefzinsphasen mit ihren Kapitalanlagen, also stimmt deine Aussage nicht für alle Bereiche. Ich behaupte, dass bei Normalzinsphasen die Aktien der Versicherer steigen.

    Das ist ein gutes Argument. Versicherungen sind ja auch nicht von Konsumenten abhängig. Prämien sind auch wenig elastisch und können (siehe Krankenkassen) jederzeit beliebig erhöht werden.


    Schlussfolgerung: Wir müssen - wenn wir von steigenden Zinsen ausgehen - unterscheiden, welche Firmen wie stark von steigenden Zinsen betroffen werden.

  • MarcusFabian hat am 06.07.2013 - 16:06 folgendes geschrieben:

    Quote

    Kurzfristig ist immer alles möglich.


    Logisch betrachtet ist es halt so, dass höhere Zinsen das frei verfügbare Einkommen von Konsumenten oder auch Unternehmen verringern und somit weniger Einkäufe/Investitionen möglich sind.

    Da sind z.B. die Rentner anderer Meinung. die hätten gerne einen höheren Umwandlungssatz bzw. mehr Rente.


    Ich persönlich hätte auch nichts gegen höhere Zinsen. Geld im Schlaf verdienen ist eine feine Sache.


    Es gibt Gewinner und Verlierer. Es kommt auf die Umstände an.



    Vor ein paar Jahren wollten doch einige hier im Forum, dass die Zinsen nicht gesenkt werden. Jetzt sind diese Zinsen plötzlich ein Problem.

  • Turbos Blick in die Zukunft.

    Am Freitag hat sich die Wallstreet schlussendlich entschieden positive Arbeitsmarktdaten auch positiv auszulegen und der DOW schliesst mit einem satten Gewinn. Damit scheint langsam die Vernunft zu siegen, denn bessere Wirtschaftsaussichten bedeudet auch steigende Unternehmensgewinne und die sind immer noch der Hauptfaktor für steigende Börsenkurse.

    Auch legt sich die Angst wenn das FED langsam die Geldschleusen schliessen wird, denn das FED wird niemals den neunen Wirtschaftsaufschwung gefährden wollen und hat daher die Märkte clever darauf vorbereitet und am Freitag siegte daher zum ersten Mal wieder die Vernunft.

    Ab nächster Woche kommen jetzt die Unternehmenszahlen und diese werden wohl nun die Richtung der Märkte bestimmen. Ich bin sehr zuversichtlich was dies betrifft und erwarte auch positive Ausblicke der amerikanischen Unternehmen. Die steigenden Immobilienpreise in den USA sind für mich der Hauptgrund für meine positive Erwartungshaltung für die amerikanische Börse. Steigende Preise bedeutet auch steigende Vermögen der Haushalte.

    Mich hat die Theorie des Kondratieffs-Zyklus fasziniert und einer neuen starken Phase für Aktien steht aus meiner Sicht im Moment nichts im Wege und wenn was für mich speziell faszinierend ist, wenn man sich an die Zykluslänge gehalten hätte, wäre man zur richtigen Zeit aus dem Gold in die Aktien umgestiegen.

    Die Innovation dieses neuen Zyklus sehe ich weniger Produkt bezogen sondern in der neuen wirtschaftliche Weltkarte, die sich seit 2000 total verändert hat und den Kapitalismus zur weltweiten Wirtschaftsphilosophie gemacht haben.

    Ich erwarte auch eine langsame Besserung des wirtschaftlichen Klimas im nächsten Jahr in Europa und für mich sind daher die Aktien die beste Anlage für die nächsten Jahre. Obligationen und Gold würde ich verkaufen.

    Die immense staatliche Verschuldung hat für mich als Börsenthema ausgedient und wird in den nächsten Jahre durch das aufkommende Wirtschaftswachstum ausgeblendet und wird erst bei der nächsten Krise wieder zum Thema werden. Wann und was der Grund für die nächste Krise ist, gut möglich das wir am Ende wieder eine galopierende Inflation wie in den 80er haben.

    Wir werden sehen aber für die nächsten Jahre werde ich täglich zuversichtlicher was steigende Aktienmärkte betrifft. Die seit 2008 dauernde Krise hat dazu geführt das sich ein grosser Nachfragestau gebildet hat und sobald die Menschen die Zukunft wieder rosiger sehen, werden sie auch mehr konsumieren. So erwarte ich zum Beispiel das die Autoverkäufe in den USA sukzessive wieder anziehen.

    Krise ist vor der Krise aber diese Krise erkläre ich für mich als beendet und die neue wird erst in einigen Jahren kommen. Die USA ist zur Zeit noch die Weltwirtschaft NR 1 und von hier erwarte ich in den kommenden Jahren die entscheidenden Impulse für die Weltwirtschaft. Europa hinkt da noch hinter her, aber nächste Jahr erwarte ich auch hier eine Wende.

    Hätten wir nicht die BRIC Staaten gehabt in den letzten Jahren, dann wäre wohl das von MF erwartete Szenario eingetretten, aber dank den BRIC Staaten konnte die Weltwirtschaft weiter wachsen und jetzt wo die BRIC Staaten ihre ersten Probleme mit dem Kapitalismus bekommen, übernimmt die USA wieder das Ruder und nächstes Jahr wird Europa folgen.

    Ich freue mich auf die nächsten Börsenjahre. Aber die Börse ist und war nie eine Einbahnstrasse und wir werden immer wieder Rückschläge haben wie jetzt im Mai Juni hatten. Aber aus meiner Sicht werden Aktien die anderen Anlagevehikel outperformen. Ich wage mal eine Prognose für den SMI von 13000 in den nächsten 5 Jahren, wenn man da noch die Dividenden berücksichtigt, dann liegt hier eine jährliche Rendite von mehr als 10% drin. Aktienbesitzer können sich nach einer langen Durststrecke swieder einmal auf einige positive Jahre freuen.

    Bin seit Freitag wieder zu 100% investiert und besitze Optionen von Roche, Novartis, SGS, Swiss RE, UBS, Swiss Life und Galenica.

  • Turbo


    Dein Artikel wird Deinem Namen gerecht. Ich bin auch ein Optimist.


    Als Realist aber gebe ich zu bedenken, dass nachdem in den letzten 30 Jahren die Bonds und Aktien gestiegen sind, in den nächsten 30 Jahren die Bondpreise fallen werden und die Aktienpreise viel langsamer ansteigen werden (ausser bei hoher Inflation).


    Zudem fehlt uns in den nächsten 30 Jahren der Rückenwind des Milleniumwechsels, des Zusammenbruchs des Kommunismus und des Aufstiegs des Internets.


    Natürlich können neue Innovationen erfunden werden, aber ich denke trotzdem, dass wir in eine Phase der Konsolidierung übergehen werden. Vermutlich werden wir wieder Mond- und sogar Marsspaziergänge sehen, wie in den 60er und 70er Jahren, d.h. viel Show aber weniger Substanz.

  • Turbo hat am 07.07.2013 - 09:02 folgendes geschrieben:

    Quote

    Mich hat die Theorie des Kondratieffs-Zyklus fasziniert und einer neuen starken Phase für Aktien steht aus meiner Sicht im Moment nichts im Wege


    Ich dämpfe Deinen Optimismus ja nur sehr ungern. Wie Du weisst teile ich ihn nicht, denn der Zyklus der steigenden Zinsen hat gerade erst begonnen. Ich meine, Du darfst einen Kondratieff-Winter nicht nur an seiner Dauer bemessen. Wichtiger scheint mir, dass der Winter seine Arbeit (= Deflation, Bereinigung von Überkapazitäten, Abbau von Schulden) erledigen konnte. Das ist bei diesem Winter eindeutig noch nicht der Fall. Also ist er auch noch nicht vorbei.



    Turbo hat am 07.07.2013 - 09:02 folgendes geschrieben:

    Quote
    Die steigenden Immobilienpreise in den USA sind für mich der Hauptgrund für meine positive Erwartungshaltung für die amerikanische Börse. Steigende Preise bedeutet auch steigende Vermögen der Haushalte.

    Ich halte die US Immobilienpreise zwar für einen wichtigen aber nicht für den Ausschlaggebenden Faktor. Aber dennoch:


    Chart hierzu:

    [Blocked Image: http://www.zerohedge.com/sites…3/07/20130706_rates_0.jpg]

    Die Hypothekarzinsen sind ab Mai von 3.5% auf derzeit 4.6% angestiegen. Im Chart rot und invertiert dargestellt.
    Hausverkäufe reagieren logischer Weise sensibel auf die Hypothekarzinsen. Allerdings mit 6 Monaten Verzögerung (grün und um 6 Monate verschoben).

    Daraus ergibt sich, dass der Anstieg der Hypothekarzinsen ab etwa November (= Mai + 6 Monate) für sinkende Häuserverkäufe sorgen dürfte.
    Quelle: http://www.zerohedge.com/news/…g-bulls-dont-want-you-see

    Ich schlussfolgere somit: Wichtigster Indikator für die weitere Entwicklung aller Märkte ist und bleibt die Entwicklung der Zinsen.


    ---


    P.S. an die Leser, die erst seit weniger als 6 Jahren hier mitlesen: Die Diskussion um Kondratieff-Zyklen zw. Turbo und mir basiert hierauf: http://www.cash.ch/community/f…-ausblick-auf-die-maerkte

  • Sehe ich nicht gleich, wie immer ist alles Ansichtsache und das FED wird alles tun um die Wirtschaft am laufen zu halten, solange keine Inflation sich am Himmel abzeichnet. In den letzten Jahren haben sich viele simple Börsengesetzmässigkeiten geändert und hat es hat Jahre gebraucht bis sinkende Zinsen eine Börsenhausse gebracht haben. Wie ich schon oft gesagt es gibt keine wahre Wirtschaftstheorie und keine exakten Aussagen in der Wirtschaftsoekonomie, da der Mensch sich oft nicht rational verhält wie es die Modelle gerne hätten oder voraus sagen. In den USA und Europa hat sich in den letzten Jahre der Krise ein Nachfragestau angesammelt, der wenn die Menschen in diesen Länder die Zukunft wieder optimistischer sehen zu einem starken Wachstum führen kann. Das ist meine Meinung und da werden steigende Zinsen kein Grund sein den Konsum ein zu schränken. Kurzfristig haben ja nur Aengste vor dem Ende der FED Anleihkäufe für diesen übertriebenen Zinsanstieg gesorgt. Ich wäre nicht überrascht wenn sich das Ganze in den nächsten Monaten wieder legt. So wie am Freitag die Aengste in den Hintergrund getreten sind und die Börse gehen Erwartung vieler gestiegen ist.

    Wie immer die Zukunft wird es zeigen, aber die Wette nehme ich an das mit Aktien in nächster Zeit mehr zu verdienen ist als mit Gold.

  • Turbo hat am 07.07.2013 - 16:31 folgendes geschrieben:

    Quote

    Sehe ich nicht gleich, wie immer ist alles Ansichtsache und das FED wird alles tun um die Wirtschaft am laufen zu halten, solange keine Inflation sich am Himmel abzeichnet.

    Das FED ist nicht Gott. Nur der Markt ist Gott!

  • Turbo hat am 07.07.2013 - 16:31 folgendes geschrieben:

    Quote

    Sehe ich nicht gleich, wie immer ist alles Ansichtsache und das FED wird alles tun um die Wirtschaft am laufen zu halten, solange keine Inflation sich am Himmel abzeichnet. In den letzten Jahren haben sich viele simple Börsengesetzmässigkeiten geändert und hat es hat Jahre gebraucht bis sinkende Zinsen eine Börsenhausse gebracht haben. Wie ich schon oft gesagt es gibt keine wahre Wirtschaftstheorie und keine exakten Aussagen in der Wirtschaftsoekonomie, da der Mensch sich oft nicht rational verhält wie es die Modelle gerne hätten oder voraus sagen. In den USA und Europa hat sich in den letzten Jahre der Krise ein Nachfragestau angesammelt, der wenn die Menschen in diesen Länder die Zukunft wieder optimistischer sehen zu einem starken Wachstum führen kann. Das ist meine Meinung und da werden steigende Zinsen kein Grund sein den Konsum ein zu schränken. Kurzfristig haben ja nur Aengste vor dem Ende der FED Anleihkäufe für diesen übertriebenen Zinsanstieg gesorgt. Ich wäre nicht überrascht wenn sich das Ganze in den nächsten Monaten wieder legt. So wie am Freitag die Aengste in den Hintergrund getreten sind und die Börse gehen Erwartung vieler gestiegen ist.

    Wie immer die Zukunft wird es zeigen, aber die Wette nehme ich an das mit Aktien in nächster Zeit mehr zu verdienen ist als mit Gold.

    Gold ist keine Investition, Gold ist Geld und wir können Gold sparen wie Geld und schützt unser Vermögen/Geld. Gold steigt nicht sondern die Kaufkraft der Währungen nimmt ab.....

    Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.

  • Auch das sehe ich anders für mich ist Gold ein Spekulationsobjekt und wird primär gekauft wenn Aengste aufkommen. Sei es Systemaengste wie jetzt seit 2008, die sich aber langsam wieder verkleinern und daher Gold so auf die schnelle 30% verliert. Das letzte Mal als Gold so hoch war, war 1981 da hat man lange warten müssen um wieder raus zu kommen.


    Aber auch bei Gold spielt primär nur das richtige Timing eine Rolle und eben auch der richtige Ausstieg, sonst sieht die Perfomance von Gold nicht berauschend aus. Zahlt auch keine Dividende sondern verursacht nur Kosten. Für mich ist der Trend ziemlich klar im Moment und ich sehe keinen Grund Gold zu kaufen.

  • Nein das können wir uns schenken. Die Zukunft wird weisen wer von uns mit seiner Meinung richtig liegt und eben niemand von uns weiss genau wie sich die Märkte kurzfristig entwickeln. Wichtig ist es eben jedes Engagement von Zeit zu Zeit zu überprüfen, ob eben die Rahmenbedingungen sich geändert haben. Wenn man sich die Entwicklung seit einem Jahr vor Augen führt, dann muss einfach erkennen, es hat sich was geändert. Dann kommt die Frage auf Warum und dann wie geht es weiter usw.


    Wie ich es sehe, habe ich klar und deutlich geschrieben und auch was ich daraus für Schlussfolgerung ziehe für die kommenden Zeit.

  • Turbo


    Es ist jedes Jahr das Selbe. Die Euphoriker fallen immer wieder auf die Nase, weil sie im falschen Moment euphorisch sind. Es heisst doch Klar "sell in May and go away". Du bist nun 100% investiert. Das ist sehr gefährlich, aber Du kannst Glück haben, das ist möglich. Ich investiere dann hauptsächlich wieder ab September, zu maximal 66%.