Schweizer Aktien und CHF, Juni 2012

  • Gut möglich, dass die Italiener in den SMI umschichten.



    Einer unsere Nachbarn ist taub. Er hört den Wind wirklich nicht, aber er sieht - wie die meisten von uns - woher der Wind weht. Und wenn wir eine Windprognose wollen, können wir den Propheten Bucheli fragen, aber nicht den Joe.

  • Elias hat am 12.06.2012 - 11:12 folgendes geschrieben:

    Quote

    Einer unsere Nachbarn ist taub. Er hört den Wind wirklich nicht, aber er sieht - wie die meisten von uns - woher der Wind weht. Und wenn wir eine Windprognose wollen, können wir den Propheten Bucheli fragen, aber nicht den Joe.

    Es geht in diesem Spruch nicht um Wind oder Windprognosen. Auch nicht um Wetterprognosen und um ihren Job bangende oder dem Staat hörige oder auf Einschaltquoten schielende TagesschaumoderatorInnen und RedaktEusen!


    Es geht bei diesem Spruch nur um die Wahrheit, die nackte Wahrheit, die auf keinerlei Interessen rücksicht nimmt. Deshalb ist das Vertreten dieser Wahrheit auch so gefährlich, ja lebensgefährlich; heute noch.


    Nur zwei Typen von Menschen können sich unbeschwert erlauben die Wahrheit ungeschminkt zu sagen: Schlaue Milliardäre und naive oder christlich gläubige völlig mittellose Menschen!

  • cashflow hat am 12.06.2012 - 16:22 folgendes geschrieben:

    ich glaub die griechen treiben noch ganz europa in den wahnsinn (oder halt eben in den Ruin!)

    jetzt wollen auch die konservativen das sparpaket neuverhandeln, nachdem die spanier ja so günstig davongekommen sind:

    http://www.cash.ch/news/boersenticker/spanienhilfe_macht_griechen_hoffnu...

    und von einer minute wird alles von grün schon wieder rot an den weltweiten börsen! kleiner vorgeschmack für die nächsten Tage! smiley

    Brüssel lehnt Neuverhandlung des Rettungspakets mit Athen ab

    12.06.2012 16:17

    BRÜSSEL (awp international) - Die EU-Kommission lehnt eine Neuverhandlung des Rettungspakets für Athen ab. "Unsere Position ist unverändert: Wir erwarten, dass die Griechen alle eingegangenen Verpflichtungen erfüllen", sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Dienstag in Brüssel. Er wolle Äusserungen aus dem griechischen Wahlkampf nicht kommentieren.

    Die am Wochenende zugesagten Milliardenhilfen der Euro-Länder für Spanien haben in Griechenland Begehrlichkeiten geweckt. Die Notkredite für Spaniens Banken werden an geringere Auflagen geknüpft, da sie nicht für den Haushalt als Ganzes, sondern nur für die Reform maroder spanischer Banken bestimmt sind.

    Aus dem Linksbündnis Syriza, das die Reformauflagen grundsätzlich ablehnt, waren Forderungen gekommen, das eigene Milliardenpaket nun neu zu verhandeln. Athen muss für die Notkredite seinen Haushalt sanieren und harte Sozial- und Wirtschaftsreformen umsetzen. Im zweiten Rettungspaket erhält Athen 130 Milliarden Euro./mt/DP/hbr

    (Quelle: AWP)

    Besser reich und gesund als arm und krank!

  • Soeben geht das Gerücht um, dass Italien noch dieses Wochenende ebenfalls freudig ins Rettungsboot aufgenommen werden soll. Bin mir auch sicher, dass dies umgehend von Italien dementiert wird. Schauen wie die Börsen reagieren.

    Dr. Friederich Adolphus von Muralt

    - "Besser en Ranze vom Frässe als es Buggeli vom Schaffe"

  • in_God_we_trust hat am 12.06.2012 - 14:13 folgendes geschrieben:

    Das muss kein Fehler sein. Die Fed ist ja gesetzlich verpflichtet, die gekauften Treasuries weiter zu verkaufen.


    Das funktioniert dann beispielsweise so:
    * Die Fed kauft Treasuries für 100 Mrd.
    * Die Fed gibt kostenlosen Kredit an JPM über 100 Mrd.
    * JPM kauft für diese 100 Mrd. die Treasuries der Fed ab.


    Somit sind die Treasuries aus der Fed-Bilanz verschwunden.

  • MarcusFabian hat am 12.06.2012 - 17:40 folgendes geschrieben:

    Aber warum sind dann die Treasuries in der Bilanz des FED von 2011 auf 2012 um rund 700 Mrd. gestiegen? Dies zeigt der zweite Chart oder eben der Vergleich von seekingalpha.


    Ich denke, das ist ein Fehler. Die Menschen heute arbeiten so schludrig oder sind einfach überarbeitet. Es gibt massenweise Fehler in Zeitungsartikeln, oft ganz kapitale, wie hier.

  • The U.S. government posted a budget deficit of $125 billion in May, more than twice the level registered in the same month last year.


    So far this fiscal year, the budget deficit stands at $844.5 billion, narrower than at the same time a year ago.


    Under the government's accounting system, October is the opening month of fiscal 2012. During fiscal 2011 which ended Sept. 30, the budget deficit totaled $1.296 trillion.


    Quelle: http://www.foxbusiness.com/gov…cit-up-from-year-earlier/

  • in_God_we_trust hat am 12.06.2012 - 19:04 folgendes geschrieben:

    Quote

    Aber warum sind dann die Treasuries in der Bilanz des FED von 2011 auf 2012 um rund 700 Mrd. gestiegen? Dies zeigt der zweite Chart oder eben der Vergleich von seekingalpha.

    Wie auch immer: Die Fed hält per 6. Juni 2012 1'661 Mrd in Treasuries (+116 Mrd seit 8. Juni 2011)
    plus 851 Mrd MBS (also Hypothekenverschreibungen) -66 Mrd. im Vergleich zum Vorjahr.

    Plus noch weitere rund 200 Mrd. Diverses = Summa Summarum eine Bilanzsumme von aktuell 2'891 Mrd. (+47 Mrd.)


    Quelle: Federal Reserve



    Der zweite Chart von wealthwire (s. unten) zeigt den Anstieg seit 2010 bis 2011: Eine Verdoppelung von 770 auf 1550 Mrd.


    2011 bis 2012 sind nach Auslaufen von QE die Trs. in der Fed Bilanz kaum noch gestiegen. Nur noch um die oben erwähnten 116 Mrd.


    [Blocked Image: http://1.bp.blogspot.com/-nRANzhHozUw/T0UvLWWK3-I/AAAAAAAAA1I/qJWMwikO34s/s1600/Federal+Reserve+Treasury+Holdings.png]

  • aus der FAZ

    Warten auf Griechenland

    Die spanische Bankenkrise hat in den vergangenen Tagen vergessen lassen, dass es auch am schlimmsten Euro-Krisenherd bald wieder rundgeht. Die griechische Parlamentswahl an diesem Sonntag macht Europolitiker und Finanzmarktakteure gleichermaßen nervös. Vordergründig erscheint die Wahl als Abstimmung über den Euro: Wenn die staatstragenden Konservativen und Sozialisten, die das internationale Hilfsprogramm für Hellas und die damit verknüpften Auflagen unterschrieben haben, eine Regierung bilden können, dann hält sich Athen (weiter) an die Auflagen, bleibt auf dem Pfad der Tugend, und alles wird gut. Gewinnt die radikale Linke (Syriza), die sich den Auflagen nicht mehr unterwerfen will, bleibt nichts als der Euroaustritt Griechenlands - mit unkalkulierbaren Folgen.

    In Wirklichkeit stellt sich diese Alternative nicht. Die Parteien sind im Kern weniger weit auseinander, als es den Anschein hat. Alle wollen sich nicht ernsthaft an die Auflagen halten, aber weiter Geld bekommen. Die Linkspartei sagt das öffentlich, die konservative Nea Demokratia und die sozialistische Pasok handeln so - und fangen ebenfalls an, es zu sagen. Als im Februar das zweite Hilfsprogramm für Athen beschlossen wurde, verbürgte sich der heutige Pasok-Chef Evangelos Venizelos, damals Finanzminister in der Übergangsregierung mit Beteiligung beider großer Parteien, in der Eurogruppe dafür, dass er die im Programm festgelegten Reformen durchsetzen werde. Geschehen ist seither wenig bis nichts. Jetzt hat Venizelos schon einmal angedeutet, dass er die Auflagen wieder ändern will.

    Verhandeln, lavieren, verzögern, hinausschieben, täuschen

    Natürlich lässt sich die Nervosität vor der Wahl nachvollziehen: Ein eindeutiger Ausgang ist unwahrscheinlich, eine schnelle Regierungsbildung deshalb auch. Allein das wird die Spekulationen über einen griechischen Euroaustritt befeuern. Das Szenario freilich, dass Griechenland nach einem Wahlsieg der Linken das Hilfsprogramm aufkündigt und aus der Währungsunion aussteigt, ist denkbar unplausibel. Erstens braucht auch der Syriza-Chef Alexis Tsipras Geld, und zweitens weiß er, dass die ökonomischen Konsequenzen eines Ausstiegs für Griechenland desaströs wären. Die zielführende politische Strategie jeder griechischen Partei gegenüber den internationalen Geldgebern ist daher die der bisherigen Regierungen: verhandeln, lavieren, verzögern, hinausschieben, täuschen - und möglichst im Euro bleiben.

  • asr4ever hat am 13.06.2012 - 12:59 folgendes geschrieben:

    Quote

    aus der FAZ


    Warten auf Griechenland


    Die spanische Bankenkrise hat in den vergangenen Tagen vergessen lassen, dass es auch am schlimmsten Euro-Krisenherd bald wieder rundgeht. Die griechische Parlamentswahl an diesem Sonntag macht Europolitiker und Finanzmarktakteure gleichermaßen nervös.


    Jeder kann sich ein Ausgang der Wahlen denken: Wenn ein wahnsinniger Führer dem Volk solche Zuversichten verspricht, wie "Lohn ohne zu arbeiten", "weniger Steuern", "höhere Renten" etc. etc. Ich gehe davon aus, dass die Ultralinke vor den Wahlen noch den Turbo zünden wird. Eine solche Situation hatten wir bereits einmal vor 80 Jahren!


    http://www.bild.de/geld/wirtsc…ltbank-24639338.bild.html

    Dr. Friederich Adolphus von Muralt

    - "Besser en Ranze vom Frässe als es Buggeli vom Schaffe"

  • in_God_we_trust hat am 13.06.2012 - 18:40 folgendes geschrieben:

    Quote

    Falls Du nichts dagegen hast, würde ich den Artikel gerne im Detail kommentieren:


    Quote

    Thilo Sarrazin rechnet in seinem jüngsten Buch nicht nur mit dem Euro, sondern auch mit dem Dollar ab. Der Wohlstand der USA ist in seinen Augen eine Illusion und beruht darauf, dass die Amerikaner nach wie vor grün bedruckte Scheine gegen reale Waren eintauschen können.

    Eine meiner Meinung nach sehr treffende Aussage! Wäre Sarrazin nicht so ein strohtrockenener, emotionsloser Typ, der sich mit seiner Art auch gerne Feinde schafft, könnte man ihn richtiggehend lieb gewinnen ;)
    Ich selbst bin unter dem Stichwort Erdölfakturierung bereits 2003 bzw. hier im Forum 2007 darauf eingegangen.
    Die Frage, wie lange die Welt (und damit meine ich vor allem China) noch bereit ist, den USA Waren gegen grün bedruckte Scheine zu liefern, scheint mir durchaus berechtigt.


    Quote

    Nouriel Roubini schreibt ... «Wir finden es aussergewöhnlich, dass ausgerechnet Deutschland nicht aus der Geschichte lernt. Fixiert auf die nur eingebildete Gefahr einer Inflation, scheinen die Deutschen heute dem Jahr 1923 (Jahr der Hyperinflation) mehr Bedeutung beizumessen als dem Jahr 1933 (Tod der Demokratie).»

    Ich meine, dass insbesondere Deutschland - mehr als jedes andere Land - aus seiner Geschichte lernt und gelernt hat.
    Es ist richtig, dass die Deutschen sehr viel sensibler sind, was Inflation oder Hyperinflation betrifft, als beispielsweise Schweizer oder Amerikaner. Schliesslich haben die Deutschen in den letzten 100 Jahren 5 (Ostdeutsche 6) Währungsreformen erlebt. Schweizer und Amerikaner hingegen nicht. Auch wenn diese auf die Generation der heute 40 jährigen Deutschen nur bedingt zutrifft (umstellung Ost-Mark auf D-Mark, Umstellung D-Mark auf Euro) so kennen sie doch die Erzählungen ihrer Eltern und Grosseltern, die von Währungsreform 1948 oder gar der Hyperinflation 1923 berichten können.
    Es ist also - anders als bei uns - in der deutschen Volksseele noch verankert, dass Währungen etwas relativ instabiles und virtuelles sind. Etwas, das seinen Wert praktisch "über Nacht" verlieren kann.
    Eine Einschätzung, die ich übrigens teile.


    Quote

    Aus dieser Perspektive hat die Weltwirtschaftskrise zwar mit der amerikanischen Subprimekrise begonnen. Die USA haben jedoch ihr Bankensystem inzwischen stabilisiert, während die Eurokrise im Begriff ist, das europäische Bankensystem zu zerstören und damit die Weltwirtschaft in den Abgrund zu treiben.

    Diese Aussage halte ich für falsch!
    Es ist richtig dass die US-Banken bei der Kreditvergabe eine Reserve von 10% zurückhalten müssen. Sprich: Jemand zahlt $1000 auf sein Konto ein. Davon müssen die Banken $100 halten und dürfen $900 an neuen Krediten vergeben.
    In Europa liegt dieser Satz bei sogenannt "sicheren" Papieren wie Staatsanleihen bei 0%. In der Schweiz generell bei 2.5%.


    Somit scheint es nicht falsch, anzunehmen, dass US-Banken sicherer sind als europäische oder schweizerische.


    Andererseits unterstehen US-Banken aber weniger strengen Richtlinien, was die Bewertung ihrer "Wert-"Papiere betrifft. Kurz: Da darf jeder Schrott als Wertpapier zu 100% Nominalwert in die Bücher. Die Subprimes lassen grüssen.


    Richtig ist, dass Europa einen Zickzackkurs einschlägt zwischen Gelddruckerei, neuen Schulden, Inflationierung einerseits und halbherzigen Sparmassnamen andererseits.
    Da fahren die Anglosachsen eine klarere Linie: Inflationierung der Geldmenge bis zum Abwinken. Sparen ist weder in den USA noch in GB ein Thema. Und mit Blick auf England auch klar kommuniziert! Beispiel der letzten zwe Tage: BoE Mitglied Adam Posen schlägt vor, die BoE solle direkt Geld in die Wirtschaft pumpen: (Link).


    Europa ist deshalb undurchsichtiger, wankelmütiger als die USA oder GB. Nichts desto trotz liegt der Schuldenanteil von GB weit über jenem von Griechenland und jener der USA etwa auf gleichem Niveau (Die Schulden in Griechenland sind in BSP höher als jene der USA aber die US-Schulden wachsen schneller als die griechischen Schulden).

  • USA stürzen zurück ins Jahr 1992

    Die Finanzkrise hat die US-Haushalte um 20 Jahre zurückgeworfen. US-Familien büßten in den vergangenen drei Jahren vor allem durch den Einbruch der Eigenheimpreise 40 Prozent ihrer Vermögen ein.


    von Matthias Ruch New York und Hubert Beyerle, Berlin Die US-amerikanischen Haushalte haben in der schweren Finanzkrise seit 2007 in etwa das Vermögen verloren, das sie in den 15 Jahren zuvor aufgebaut hatten. Wie aus den neuen Erhebungen des "Survey of Consumer Finances" der US-Notenbank Federal Reserve hervorgeht, sank das durchschnittliche Nettovermögen einer Familie von 2007 bis 2010 um rund 40 Prozent auf 77.300 Dollar - und lag damit nur noch knapp über dem inflationsbereinigten Wert von 1992. http://www.ftd.de/politik/konj…s-jahr-1992/70049733.html



    Wenn Vermögen schrumpfen, nennt man das Deflation.

  • Sind wir jetzt schon in der Phase des Windowdressings für das erste Halbjahr? Bleiben die Märkte deshalb relativ stabil, trotz den vielen schlechten Nachrichten? Kommt der grosse Absturz dann, wie letztes Jahr, Anfangs zweites Halbjahr, d.h. im Juli oder August?

  • Elias hat am 14.06.2012 - 09:06 folgendes geschrieben:

    Quote

    Wenn Vermögen schrumpfen, nennt man das Deflation.

    oder Misswirtschaft. :excuse:



    oder einfach das Platzen einer Blase. Die Vermögen, speziell die Immobilien, der Amerikaner wurden vorübergehend einfach zu hoch eingeschätzt. Das könnte uns Schweizern bald ebenfalls blühen, wenn die Zinsen steigen und unsere Immobilienblase platzt!